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Full text of "Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur"

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ZEITSCHRIFT 



FÜR 



DEUTSCHES ALTERTHUM 



HERAUSGEGEBEN 



MORIZ HAUPT. 



FÜNFZEHNTER BAND. 



BERLIN 

WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1872. 



ZEITSCHRIFT 



FÜR 



DEUTSCHES ALTERTIIUM 



HERAUSGEGEBEN 



MORIZ HAUPT. 




NEUE FOLGE. DRITTER BAND. 



BERLIN 

WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1872. 



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DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

Seü Graffs erfolgreichen arbeiten hat die gelehrte weit den alt- 
deutschen glossen eine im ganzen geringe beachtung geschenkt, loenn 
es auch nicht an zahlreichen neuen und werthvoUen puhlicationen 
fehlte, so beschränkten sich dieselben doch meist auf genaue ab- 
drücke und nur in seltenen fällen fügten die herausgeber spärliche 
verbefseruyigsvor schlage oder erläuternde bemerkungen bei: der 
lexicalische und sprachliche gewinn erschien als die hauptsache. 
die folge dieses einseitigen Interesses loar dafs die Veröffentlichungen, 
denen ich im übrigen ihren grofsen nutzen gar nicht absprechen 
will, einen theil ihrer brauchharkeit dadurch einbüfsten, dafs in 
den vocabularen die nicht deutsch glossierten Wörter fortgelafsen zu 
iverden pflegten, wird also eine eingehende sachliche und kritische 
behandlung beabsichtigt, so ist eine erneute prüfung der hs. das 
erste erfordernis. es verdienen aber die glossen eben so gut wie 
jeder andere rest tinseres alterthums eine allseitig umfafsende und 
methodische bearbeitung, welche auf manche Seiten der deutschen 
Vergangenheit helleres licht werfen wird, allerdings müfsen alle 
fäden, welche sich darbieten, nach kräften weiter gesponnen, alle 
feinen bezüge verfolgt, die ganze Untersuchung im zusammenhange 
geführt werden, bis jetzt liegen nur anfange dazu in WGrimms 
und Holtzmanns arbeiten vor, denen sich der folgende aufsatz, trotz 
seiner zahlreichen mängel, anreihen möge. 



l. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABULAR. 

Wackernagel in dieser Zeitschrift band V. p. 327 — 338. er hat 
richtig erkannt, dafs der gröste theil des vocabulars sich auf Virgil 
Z. f. D. A. neue folge III. 1 



2 DIE DEUTSCHEN VIRGlLGLOSSElX. 

bezieht, eine Ordnung desselben aber nicht versucht, es kommt zu- 
nächst darauf an, das princip zu finden, nach dem die glossen 
hier auf einander folgen, schon eine flüchtige durchsieht belehrt, 
dafs, xoenn auch die lateinischen loorte den buchstaben gemäfs ver- 
theilt sind, innerhalb der einzelnen buchstabencomplexe jedoch alpha- 
betische aufeinanderfolge nicht stattfindet, vielmehr haben die glossen 
einer jeden reihe sich diejenige Stellung bewahrt, ivelche sie im 
Virgiltexte einnahmen, dieser umstand gewährt uns die möglichkeit, 
das geschäft der Ordnung mit einiger Sicherheit zu unternehmen, 
wir gelangen dabei zu dem resuUate, dafs die jetzige fafsung des 
vocabidars eine Virgilhs. voraussetzt , welche mindestens die Bucolica, 
das erste und vierte buch der Georgica nebst einigen Seroianischen 
noten enthielt, die dort mit deutschen glossen versehenen worte 
wurden ihres Zusammenhangs enthoben und hintereinander als 
glossar, wie deren nicht wenige auf uns gekommen sind, aufge- 
zeichnet, das dritte Stadium war dann die alphabetische Ordnung in 
ihrer uns jetzt beschäftigenden gestalt. da die erörterte regel auch 
bei den übrigen vocabularen der Schlettstädter hs. anwendung findet, 
so ist der schlufs erlaubt dafs die herstellung der alphabetischen 
reihenfolge erst von dem, herrührt , welchem wir das ganze Sammel- 
werk verdanken, jene von mir angenommene mittelstufe läfst sich 
freilich nicht streng erweisen, sie erklärt aber befser sowohl die 
spätere alphabetische anordnung als auch die nicht ganz seltenen 
fälle, in welchen die ursprüngliche folge gestört ist. 

Genauer habe ich das fünfundzwanzigste Schlettstädter glossar 
geprüft und gebe hier das resultat, um theils meine bisherigen auf- 
stellungen zu sichern, theils einen neuen gesichtspunkt für die beur- 
theilung der ganzen Schlettstädter Sammlung zu gewinnen, wir 
haben es dort mit glossen zur cura pastoralis des Gregor zu thun, 
die bis zu einem gewissen grade derartig mit einem vocabular zur 
gleichen schrift, welches bei Braun, notitia de codicibus ms. II. 
p. 122 ff. aus einer Augsburger hs. abgedruckt und von Graff mit A 
bezeichnet ist, stimmen, dafs beide nothwendig derselben quelle ent- 
sprungen sein müfsen. doch kann das Schlettstädter aus dem er- 
wähnten nicht abgeschrieben oder vielmehr geordnet sein, weil es 
einerseits worte enthält, die in A sich nicht finden, andererseits in 
viel fehlerfreierer gestalt als jenes uns erhalten ist. die gemeinsame 
quelle mufs die glossierte hs. selbst, kein aus ihr hergestelltes voca- 
bular gewesen sein, diese annähme fordert der fehler in A 232; 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCAßULAR. 3 

intentat raphsungo, wo das Schlglossar (18) richtig bietet: animad- 
versio raphsungo. beide glossen gehören nämlich zu admon. XII des 
dritten biiches: super illos propheta Sophonias vim divinae anim- 
adversionis intentat. demiiach rühren die gemeinsamen fehler aus 
der hs. selbst her. ich habe dabei vornehmlich die stelle: delectus 
unwerdira .4 269, Schi. gl. 90 im äuge, sie bezieht sich auf buch III, 
admon. XVIII: quid itaque elatione deiectius. den comparativ setzt 
auch die deutsche Übersetzung voraus: wir müfsen also schliefsen, 
dafs schon in der hs. die glossen nicht original waren, sondern in 
sie aus einer andern eingetragen sind. 

Ich füge nebenbei, damit dies niemanden irren ynöge, die be- 
merkung an, dafs sowohl in diesem Schi, glossare wie im sechsten 
hier und da das lateinische loort nicht in der dem texte des Schrift- 
stellers entsprechenden form, sondern im nom. aufgeführt ist. das 
deutsche erhält dann entweder ebenfalls diesen casus oder bleibt in 
der ursprünglichen form. 

A hat an denselben stellen, wie Schi. gl.2b den nom. acc. pl. adj. 
masc. auf a, auch zeigt es stets uo (nur zweimal u, einmal o) ent- 
sprechend dem Schi, glossar. dadurch fällt Weinholds ansieht (alam. 
gramm. p. \0S), dafs uo in die Schlettstädter gl. erst durch die 
Jüngern abschreiber gekommen sei. überhaupt darf die eiimürkung 
derselben mir sehr gering angeschlagen werden, wie man dies aus 
der vergleichung beider denkmäler, die uns das recht giebt , auch 
auf das Verhältnis bei den übrigen Schi, vocabularen einen schlufs 
zu ziehen, deutlich ersieht, ist demnach der lautbestand ziemlich 
intakt geblieben, so würde sich als zeit der entstehung des Virgil- 
glossars etwa das ende des neunten und der anfang des zehnten 
Jahrhunderts ergeben, schwieriger ist die frage nach dem ort. 
Weinhold behandelt die ganze Schlettstädter masse als elsäfsisch; 
dies mag für die letzte redaction richtig sein, geht man aber auf 
die ursprüngliche gestalt zurück, so ist gar kein grund vorhanden, 
alle einzelnen stücke dieser Sammlung von vorne herein derselbeti 
gegend zuzuschreiben, dafs dialektische Verschiedenheiten da sind, 
zeigt ja schon der nom. pl. des adj. masc. auf e im vierten glossar, 
sowie das stellenweise hervortretende ua. doch kann die ganze frage 
erst dann erfolgreich erwogen werden, wenn eine kritische Sichtung 
der Schi. gl. vorangegangen ist. daher lafse ich diesen punkt vor- 
läufig auf sich beruhen und mache nur auf die häufige Überein- 
stimmung mit den Tg. Virgilgl. aufmerksam, da dieselbe für die 

1* 



4 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

untermchnuj von wichtüßeü sein könnte, so habe ich die gleich- 
lautenden stellen durch cursiven druck ausgezeichnet. 

Nicht alle glossen des sechsten vocahulars jedoch sind den Bu- 
colicis und dem ersten und vierteil buche der Georgica entnommen, 
es bleiben nämlich mehr als sechzig loorte übrig, die zum grasten 
theile gar nicht bei Virgil vorkommen, sie befinden sich meist am 
ende der einzelnen alphabetischen reihen, dafs sie einem Schrift- 
steller angehören, ist mir zweifelhaft, ich vermuthe eher, dafs sie 
aus randbemerkungen der Virgilhs. herrühren, viele davon kommen 
bei Servius vor, dessen stellen ich in den anmerkungen gebe, viele 
in isidorischen glossaren. doch auch hier wäre, selbst loenn ich sie 
sämmtlich aus ein und derselben schrift nachzuweisen vermöchte, 
volle gewisheit deshalb nicht zu erreichen, weil die lateinischen , nicht 
deutsch glossierten worte von Wackernagel fortgelafsen sind. 

Was schliefslich ineine ausgäbe anbetrifft, so bleibt mir nur 
zu bemerken, dafs ich kein bedenken getragen habe, da ein getreuer 
abdruck bereits vorliegt, fehler im texte zu verbefsern; in den an- 
merkungen gebe ich übrigens davon rechenschaft. mit eckigen klam- 
mern sind die von mir gemachten zusälze bezeichnet, mit runden die 
schon in der hs. vorfindlichen. beide haben den zweck, die gewählte 
deutsche Übersetzung aus dem zusammenhange zu erklären, daher 
Wackernagel p. 319 unrecht thut, wenn er von '^zufällig mit her- 
ausgegriffenen Worten spricht, dieser vorwarf möchte mir bei drei 
oder vier glossen begründet sein, die im Sprachschätze nicht belegten 
Worte habe ich mit einem Sternchen versehen. 

ß U c L. I. 14. modo middont. 375. 

1. patule spritantiu. 440. 15. spes gregis fasil. 543. 
„ ? recubans sceronde. 540. „ conixa kUverfintiu. 69. 

„ fagus puocha. 209. 21. depellere zuotriben. 146. 15 

2. tenui cleinimo. 615. 23. coniponerewidirmezzon. 70. 
5 „ meditaris liudost. 374. 25. viburna sumirlata. 662. 

„ avenä habirhalme. 1. 27. überlas candidior sichuroro 

4. lentus muozziker. 334. frihalsi. 7 1 . 

9. errare weidinon. 176. 29. longopost ferroaftirdes. 335. 

12. iisqiie adeo so ferro. 663. 49. non temptabunt nirvvertint. 

lü „ turbanturzirstoubitwerdent. 617. 

616. .. 50. vicini kibiui. 664. 20 

14. corilus hasil. 68. „ contagiarudun, hudun.* 72. 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABULAR. 



5 



52 

25 „ 
54, 



DO 

56, 

30 57, 

58, 

59, 

60, 

35 61, 

63, 

65, 
68. 

40 „ 



70. 
73, 

45 75, 



76, 

78, 



50 80, 

81. 



frigus chuoli. 211. 

captabis chiusist. 73. 1, 

opacum scateloma. 421. 2, 

depasta [s^pes] piweidino- 4, 

ter.* 147. 5, 

salicti salahun. 544. 8. 

levi susiirro lindemo dozzo. 9. 

336. 

frondator loubare.* 212. 10. 
palumbes hekitubiu. 443. 

aeriä [ulmo] hobimo. 2. 11, 

ulmiis elmo. 665. „ 

? aeqiior fei. 3. „ 

destituent pikebint. 148. 13, 

pererratis irfarinen. 442. 15, 

(illius) vultiis niinna. 276. 18. 

labatur sliffe. 337. ,, 

rapidum [Oaxen] drata. 517. 19. 

pauperis [tugiiri] armilichero. 22, 

444. 26, 

tugurium hutte. 618. 27, 
congestum zisamine kitraki- 

niz. 74. 29. 
culmen first. 75. 

novalia niulente. 409. 30. 

insere impito. 277. 33. 

post hac hinnan frammer- 34. 

tes. 447. 36. 
proiectus nidirkilazziner. 

446. 43, 

procul darbi. 445. 46. 

cytisum cepphin. 76. 47. 

[non] carpelis ni grimmint. 48. 

77. 49. 

mitia riffiu. 376. 50. 

castaneae molles kiscelito 51. 

cestinnun. 378. 53. 

57, 
59, 



B ü C L. II. 
ardebat minnota. 4. 
delitias zartun. 149. 
incondita unkilimflichiu. 278. 
iactabat witwerflbta. 279. 55 
nunc etiam nohnu. 177. 
lacertos ekidehsnn. (i miusi 

in brachio.) 338. 
ra])ido estu heizzero hizzo. 

518. 
aliia klobilouch. 5. 
serpillum idichenule. 545. 60 
herbas wrze. 264. 
cycadis fukilili (haimili). 78. 
fastidia weokisami.* 210. 
ligustra phaftilinga. 339. 
vaccinia heidebere. 666. 65 
despectus unwerder. 150. 
lac novum fiost. 340. 
placidum [mare] stillez. 448. 
[non] metuam ni intsizzo. 

379. 
humiliscasasnidiroheirberg. 70 

266. 
conpelle trib. 79. 
instituit lerta. 281. 
triuisse ribin. 619. 
compacta zisamine kiuuoctiu. 

80. 
abducere inlocchon.* 6. 75 
calathis ceinnun. 81. 
papaver mago. 450. 
anetum tüle. 7. 
casiä wihpoume. 82. 
luteola calta rotiz cleo. 341. 80 
cana mala grawa epphila. 83. 
pruna flumo, 451. 
certes kilest. 84. 
perditus firtano. 452. 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



85 66. iiigo sleiffim. 282. 

72. viininibus ir widon. 668. 
„ (letexere flehten. 151. 

„ iuncus piniz. 283. 

73. fastidit inluerdet. 213. 

BUCOL. III. 

90 4. veretur furihtit. 669. 

6. subducitur inzokin wirdil. 

546. 

7. partius mezzigor. 453. 

8. transversum in duerich. 620. 
18. excipere iizzirskepphin.*179. 

95 „ licisca pracchin. 342. 
20. coge samino. 85. 
„ carecta sahirahe. 86. 
„ latebas loscatost. 343. 
26. vincta picleiptiu. 671. 
100 28. ? uterque eowedir. 707. 

29. experiamur iriiinden. 178. 

30. ad mulctram ci melecchubi- 

lin. 8. 

31. depono wetton.* 152. 

33. iniusta noverca ungnadikiu 
stiefmuoter. 284. 
105 36. insanire tobon l spilon. 285. 

„ pociila scenkiuaz. 454. 

37. fagina piiochchiniu, 214. 
„ celatum kigrabinez. 87. 

39. hederä ebhovve. 267. 
110 ,, chorimbos drubin. 88. 

41. radio kerto. 519. 

45. ansas hanthabun. 9. 

52. quin age nube rehto. 507. 

54. repone firnim. 520. 
115 64. (malo) pctit uuarif. 377. 

66. mens ignis min minna. 380. 

67. Delia diana l chebis. 153. 
69. congcssere nestoton. 89. 



82. depulsis (hedis) intuenetin. 

154. 
87. cornu petat stechche. 90. 120 
92. fraga erdpere. 215. 

96. reice dana trip. 521. 

97. lavabo wasg'o l insago.345. 

98. preceperit firuahit. 455. 

102. herent lerchint.* 268. 125 

103. fascinat firzoubirota. 217. 
108. componere kistillin. 91. 

BUCOL. IV. 
1 4. irrita unbideribiu. 287. 
17. pacatum [orbem] fridisama. 
456. 

19. errantes (hedere) spritan- 130 

tili. 180. 

20. ridenti (achanto) pluoente- 

mo. 522. 

21. distentauberadrozinta utir. 

155. 
25. vulgö ubiral. 670. 

39. feret (omnia) pirit. 422. 

40. rastra egidun. 523. 135 
,, falcem rebimezzires. 216. 

42. mentiri trukinon. 381. 

45. sandix vueit. 547. 

46. fusis spinnilon. 219. 

47. Parc? scepfarun.* 457. 140 
49. incrementum iiowalist.288. 
51. tractus maris farte. 621. 
ei.fastidia pitunga.* 220. 

BUCOL. V. 
2. inflare plasin. 280. 

5. Zephyrus sunduuint. 708. 145 
„ niotantibuswekkinten. 382. 

6. (sive) potius peez ist. 548. 

7. sparsit pispritat* i coronat. 

549. 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABLLAK. 





7.? labriisca wildiu reba. 373. 


17. giavis chantharus mihiler 


150 


' 1 7. saliiuica rootachil. 550. 


chobf. 254. 




,, rosetum rosigartin. 524. 


19. Inserat pitroug. 349. 




26. libavit trang. 346. 


22. sangnineis moris roten mör- 




30. thiasos bachi garlleoth.* 623. 


herüjin. 552. 




,. inducere in biirig prinkin. 


,, tinipora dunwengi. 526. 




290. 


27. in numerumaftercilun. 294. 


155 


3 1 . lentas hastas zaba scafta. 347. 


„ Faunos scratin. 222. 




., intexere iriiemen. 289. 


28. ludere spilon. 350. 




39. Carduus distü. 92. 


„ rigidus stariche. 525. 




„ paliurus hagan. 441. 


33. liquidi ignis lutirero lüfte. 




40. inducitevmbebiceoliint.291. 


348. 


160 


42. tumulus le. 624. 


35. discludere kiuzzon. 158. 




50. quocunque modo zi sueli- 


38. submotis üfirpuriten. 553. 




chero wis. 508. 


39. surgere (silv^) vvabsin. 554. 




„ tibi vicissiminkakindir. 673. 


51. in levi fronte in slehtimo 




56. miratur lobot. 383. 


ende. 296. 351. 




61 . otia firro. 423. 


„ quesisset greiffoti. 509. 


165 


63. intonsi unkiriutta. 292. 


54. (ilice) sub nigra untir scate- 




70. ante focum fore demo fiure. 


lomero. 556. 




10. 


„ ilex eich. 295. 




71. fundam scencho. 221. 


63. alnos erlun. 1 1 . 




„ calathis stouffilinen. 93. 


66. assurrexerit inkekin huf- 




77. thimus pinebluome, binesu- 


stonte. 12. 




ga. 625. 


71. ornus linboum. 424. 


170 


79. Vota opphir. 672. 


75. latrantibus monstris pellin- 




80. damnabis ingeiltist. 156. 


ten egison. 352. 




88. pedum stap. 458. 


„ inguina after din lanchon. 




90. paribusnodiskilichenchnor- 


297. 




cin.* 459. 





180 



185 



190 



195 



BUCOL. VI. 

4. vellit ziiigta 1 want. 674. 
175 5. deductum Carmen kilanctiz 
sang. 157. 
13. pergite pieridespurigint(ua- 
rint) mus^. 460. 

15. inflatum cicheb'itez.* 293. 

16. serta houbitpant. 551. 



BUCOL. VII. 

1. argutä wola hellintero l ro- 200 

spontero.* 13. 

2. in unum cisamine. 299. 
5. ? pares kilicha. 449. 

„ ?respondere inchedin. 542. 
10. cessare kituellin. 94. 
12. pretexit pidecchit. 461. 205 

„ arundine rorahe. 15. 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 





13. 




17. 




51 


210 


24. 




25. 




26. 




27. 




29. 


215 


30. 




31. 




32. 


220 


15 




33. 




36. 




38. 


225 


5? 



42. 

44, 
47, 

230 49, 

50 
53 

56 

235 57 



examina suarima. 181. 

seria kiiiuori. 557. 

Iiulo spile. 344. 

arguta fistula wola hellindiii 

suegila. 16. 
crescentem (poetam) dihin- 

ten. 95. 
ilia inadri. 298. 
[ultra] placitum mez. 462, 
setosi apri purstikis ebires. 

559. 
ramosa astilolitiu. 526. 
vivacis langlibes. 675. 
si proprium hoc fuerit ubi 

daz ci dancho wisit. 560. 
puniceo rotimo. 463. 
evincta piuankiniu. 183. 
coturno kiscuohi. 96. 
sinum lactis charuol milichi. 

558. 
liba phephirceltin. 353. 
[si] suppleverit irfullit. 561. 
cygnis elbizzin. 97. 
(hederä) alba westiniskemo.* 

17. 
ruscus kultso. 527. 
algä merigrase. 18. 
iuvenci flumen * i steora.300. 
solstitium scato. 562. 
focus fiur. 218. 
teda pechsceide.* 627. 
, postes turisluodil. 464. 
, Stent iuniperi fol sint wec- 

chiltra. 563. 
. (flumina)siccairsuinina.564. 
, aret (ager) liartat. 19. 
vitio aeris föne heizzi. 677. 
moriens (herba) irwerdinte. 

384. 



58. pampineas [umbras] rebili- 

cha. 465. 
60. Juppiter plurimus michil 

luft. 467. 
66. populus (arbor) albar. 466. 240 
„ abies tanna. 20. 
68. fraxinus asc. 223. 

BUCOL. VIII. 

3. linces luhsa. 354. 

4. requierunt ravvetvn. 528. 

7. legis iruerist. 355. 245 

13. serpere chresin. 565. 

16. tereti sinuellimo. 628. 

17. nascere irrin i ufgan. 410. 
„ age princh. wolga. 21. 

19. (dum) queror clagota. 159. 250 
29. incide spizzo. 301. 
34. supercilium vbirpravvi. 566. 
37. roscida [mala] towiga.* 529. 
41. vt vidi (hie temporis) so iohc 
kisach. 678. 

,, vt perii (hie qualitatis) weo 255 
ih dich minnota. 679. 

,, abstulit zo imi kinam. 22. 
43. eotibus steinin. 98. 
45. edunt kiparin. 184. 
52. ultro sinis danchis. 680. 
54. electra tleod. 185. 260 

59. speeula de fona obinantiki. 

160. 

64. efFer uztrag. 182. 
„ vittä nestilon. 676. 

65. adole prenne. 24. 

66. evertere picherin. 186. 265 

74. licia harloua. 356. 

75. effigies pihde. 187. 

„ inipare ungrade. 302. 
77. nodis chnophin. 411. 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABULAR. 



9 



82. bitumen erdlim. 67. 

91. exiiuie kiroube. 188. 

92. pignora phaut. 468. 
95. venena eitirwrze.* 681. 
97. se condere kilazzin. 567. 
99. aliö aiidirswara.* 25. 

109. parcite pikebent . 469. 



2, 
3, 

5, 

280 6. 
10, 
14, 

15, 
24, 

285 ,, 

25, 

27, 

30 
36 

290 ., 
41 



42 

295 43 

49 

51 

52 



BUG OL. IX. 

?vivi froa. 667. 

veriti sumiis wir forihton. 

683. 
fors kipurida. 224. 
vertat bichomc. 682. 
servasse kiuiiinnen. 568. 
incidere (lites) undirfahiii. 

303. 
cornix clu'a. 99. 
potum age zi trenchin trip. 

470. 
inter agendum vntir demo 

tribenne. 304. 
occursare kekinen. 
superet ci leibi 

570. 
taxos iwin. 629. 
strepere gakicen. 
anser gans. 26. 
olores elbizze. 426. 
fiindit flores pirit pluomin. 

225. 
(antro) imminet vbertrifllt. 

27. 
texunt flehtiiit. 630. 
feriant pliuuen. 226. 
apricis sumirliioinen.* 29. 
, (omnia) fert (»^tas) firfiiorit. 

427. 
. condere kichurtin.* 100. 



425. 
iiuerde. 



572. 



56. causando chosonte. 101. 

57. tibi Stratum dir kiebinotin. .300 

631. 
„ silet stillet. 569. 

58. oeciderunt kistillaton. 102. 
,, murimiris dozzis. 387. 

59. binc adco hinnan kiwisso. 

265. 

64. ledet (minus via) pisuarat. 305 

358. 

65. fasce puscillun.* 227. 
,, levabo kilihto. 357. 

BUG OL. X. 

4. labere untirfarest. 359. 
7. sime'e chrumbinaso. 573. 

19. oppilio scafhirte. 430. 3io 
„ subulci sueinari. 574. 

20. uvidus drozanter. 684. 
27. ebuli atachis. 189. 

„ minio miniin.* 386. 
34.? olim noh wenno. 429. 3i5 
36. matur^ [uv§] riffes. 385. 

„ vinitor winzuirl. 685. 
41. serta mibi pluomo mir. 575. 
49. glacies aspera wassiu bis. 30. 
53. incidere anakirizzen* 305. 320 
56. venabor iakon. 686. 

59. torquere skeozzin. 632. 

60. furoris minna. 228. 

67. nee versemus noch keroien.* 

412. 
„ liber sapb. 360. 325 

71.fiscellam cburbilin. 230. 
75. gravis unkimacber. 257. 

GEORG. I. 

2. vertere arton. 687. 

3. habende ci ceobinne. 269. 



10 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



330 


4. (apibus) parcis argen. All. 
11. pedem spuot. 472. 


74. 




12. frementem equiim tliiiimin- 


76. 




tez* ros. 232. 


,, 




13. tridensger. 633. 






15. diimeta dornach. 161. 


80. 


335 


V iuvenca clialba. 306. 






25. concilia kiseniino. 103. 


>? 




31. gener eidim. 256. 






34. ardens lohocint. 31. 


81. 




38. Helisios campos sunnofeJd, 


82, 




271. 


89. 


340 


41. (ignaros) \i^ redo. 688. 

43. canis grawen. 104. 

44. liquitur smilcit. 361. 


- 




45. depresso (aratro) inkistozzi- 


94. 




nimo. 23. 






46. ingemere peillon *, luogin. 


55 




307. 


55 


345 


52. habitiis wielichi. 270. 






53. ferat pere. 231. 


95. 




„ regio celga. 530, 


97, 




58. calips arze. 105. 






59. castoria luppo. 106. 


55 


350 


60. continuo sar in anikenne. 






107. 


98. 




62. vacuum in orbem in wita 


105. 




werlt. 690. 






63. ergo age icolga pidiu. 190. 


108. 




65. invertunt falgent. 309. 






66. niatiiris solibiis heizzen takin. 


55 




390. 




355 


68. tenuis suicus untieffm furch. 


109, 




635. 


112. 




7 1 . tonsas novales pisnitiniu niii- 


,. 




lente. 637. 


115. 




,, cessareA'iVesfmlkilekin. 108. 






72.? situ kilikido. 555. 


., 




73. llava farra falauu chorn. 233. 





siliqua quassante chlaffon- 360 

tero chevun. 510. 
calamos halm. 109. 
silua sonans wald chlairon- 

de. 576. 
salurare [timo] kitungin. 

577. 
fimo pingui kirozzatimo, 
feizzitomo miste. 475. 
[per] efletos irporinen. 191. 365 
requiescunt kileganl. 532. 
pluris vias scruntissuu. 

476. 
ceca spiramenta tokina 

atinzuhti. HO. 
multum adeo filo kiwisso. 

391. 
rastrum howa, recho. 531. 370 
inertes (glebas) unbiderbo. 

310. 
crates bürde. 111. 
proscisso equore kiarnimo 

uelde. 477. 
(qu^) suscitat vfvventit.* 

511. 
in obiiquumintuerihi. 311. 375 
ruit spreittit l zirwirphit. 

534. 
supercilio fona obtinantiki. 

578. 
clivosi tramitis üohaldero 
suohi. 112. 
elicit Azprinkit. 194. 
luxuriem geili. 362. 350 

depascit frezit. 162. 
pr^sertim ci allero maeist. 

478. 
amnis abundans irkeozzin- 

tiu aha. 14. 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABCLAR. 11 



116. exit uzgat. 192. 164. 

385 117. tepido humore lawero fiihti. 

638. 165. 

120. grues kraniche. 259. 
,. fibris wrzzon (i adera). 229. 166. 

124. graui ueterno suarero traki 

i zakeheite. 260. „ 

125. [nulli] subigebant neoriu. 167. 

579. 169. 

390 127. in medium in kimeinun. 

313. 170, 

128. (nullo) poscente artintomo. 

415. 
135. exciideret vzerplue* I scu- 171 
rifti. 193. 

138. Pliadas sibinstirn. 479. 173 

139. fallere pitrekin. 234. 
395 „ visco mit leime. 689. 174 

141. latum amnem preita aha. „ 
363. 
„ fundä mittrahto.* 235. 175. 

143. rigor herti. 533. 178. 

144. cuneis wegkin. 113. 179. 
400 „ fissile spalthlichez.* 236. 

148. glandes eichillun. 255. „ 

149.Dodonaforst. 163. 

150. mox sciero. 388. 181. 

151. esset frazze. 195. 182. 
405 „ rubigo miiitou 1 rot. 535. 183. 

153. lapp^ c/cf/f/MM. 364. 184. 
„ tribuli hiuffiltrun. 640. 186. 
„ nitentia cuUa niulente. 189. 

416. 

154. lolium ratin. 365. 194. 
410 155. insectabere moltist. 315. 195. 

157. faice getisarne. 237. 
160. arma kiziug. 32. 196. 

164. tribula /?efr«7. 641. 
„ traha slito. 636. 197. 



iniqLio(pondere)unebinero. 41.-) 

316. 
virgea (celei) kerta 1 uasa. 

691. 
arbutee crates widino hurde. 

33. 
vuannus vuanna. 692. 
provisa kiuunniniu. 480. 
dometur kiscaffot werde. 420 

164. 
in burim in fluokis hobit. 

317. 
aratriim fluok. 34. 
temo grmtel. 639. 
protentus firdeniter. 481. 
tilia iugo levis linda lihtiu 425 

ci iohche. 642. 
. stiua keizza. 580. 
currus imos aftinantikiu 

redir. 319. 
, explorat irspehot. 196. 
, cylindro wellepoumo. 114. 
. vertenda manu ci kiuuelli- 430 

ne. 694. 
creta tenaci zahimo leime. 

643. 
. inludunt taront, 318. 
. horrea mittocha.* 272. 
. talpa scero. 634. 
. bufo creta. 64. 435 

curgulio engirling.* 115. 
si superant vbi mir werdint. 

581. 
amurcä olüruosmo. 35. 
siliquis, folliculis I cheuon. 

582. 
properata maderent festi- 440 

nata suiztin. 483. 
spectata pisewiniu. 583. 



12 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



200. subigit vfstozzit* 584. 


275. 


201. in preceps in thiufß. 312, 




„ prono amni dratero aha. 


276. 


484. 




445 „ alveus runs. 36. 


277. 


207. ostrifer scaletrager. 431. 


278. 


209. medium orbem mitten lii- 


279. 


mel. 389. 


283. 


211. iisque sub extremmn vnze 




iimbe (lin iunkistin. 695. 


,, 


213. et iam dutlum vnte in sar. 


296. 


198. 




450 225. Maie sibinstirnes. 392. 


298, 


233. zona stricha. 709. 


302, 


234. torridum heizzez. 644. 




239. obliquus ordo kineictiii ant- 


303, 


raita. 433. 




240. Ripheas nordlichiii. 537. 


304, 


455 247. intenipesta finstriu. 314. 


305 


250. oriens takisterne. 432. 


95 


254. infidum undilmuez. 308. 




255. armatas kiwarnotiu. 37. 


306, 


,, classes scefmenigi. 116. 




460 256. tempestiuam [pinum] citi- 


307, 


gen. 645. 


308, 


26 1. maturare kifrummen. 393. 




„ procudit spizcit.* 473. 


309, 


262. untres skephili. 366. 




264. vallos phaia. 693. 


1» 


465 ,, furcas bicornes kartkabila 


310, 


zuihurno,* 238. 


?» 


266. facilis fiscina lihtiu chasi- 


313. 


bora. 239. 


318. 


267. torrete derrent. 646. 




269. fas (deorum) evvo. 240. 


?i 


270. religio virra. 536. 


320. 


470 272. fluvio salubri rinnintero 


9) 


aho. 586. 


321. 


273. agitator tribare. 38. 


322. 



incusum perforatum irno- 

minen. 320. 
alio ordine zi andirero wis. 

39. 
Orcus duris. 428. 
TIeumenides hazzüa. 273. 475 
creat kipar. 117. 
. extructos montes kihvvirta 

berige. 199. 
deiecit cirwarf. 165. 
trepidi aeni wallintes chez- 

ziles. 647. 
, tortas (friiges) kidartiu. 648. 480 
. genialis (hiemps) liistlicher. 

361. 
, presse (carine) kiladiniu. 

487. 
, puppibus sthiron. 486. 
?quernus eich. 512. 
stringere smiten l sniden. 485 

585. 
, cruenta (myrta) rotfaruua. 

118. 
, pedica walzi. 485. 
. auritos lepores michilora* 

hasin. 40. 
, stuppea uerbera auurchina 

wipphila. 587. 
funde siingun. 241. 490 

, nix alta tiuffer sneo. 41. 
frudimt histozzint. 649. 
. vigilanda ci arbeitinne. 697. 
concurrere cisamine farin. 

119. 
prelia tunste. 482. 495 

expulsam cirstoupten. 200. 
eruerent vzirwalztin. 202. 
, stipulas pletir. 588. 
agmen kiwel. 42. 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTER VOCABULAR. 13 



500 323. feda (tempestas) unwat- 376. 

lieh. 242. 377. 

326. diliiit zirflözzü. 166. 

„ (tlumina) crescunt irkeoz- „ 

zint. 120. 381. 

327. spirantibus cleozzinten. 590. 

328. nimbus tunst. 414. 382. 
505 334, plangunt deozzint. 474. 

337. ignis c^li skimo himiles. 384. 
321. 

„ Cyllenius erret mercurius 387. 

fare. 121. 389. 

340. sub casum vmbe ente. 589. 390. 

341. moUissima vina lindista ,, 

(glata) wina. 394. 391. 
510 345. felix (hostia) ziihtig. 243. 

349. tortä queren kiwnU'nero 392. 

eiche. 650. ,, 

350. motus tumunga* i kipa- 393. 

rida. 395. 395. 
,, incompositos unkilimph- 

Ucha. 323. 397, 
352. agentes frigora prinkinta 

frost. 43. 398. 

515 353. uienstrua (luna) maiioth- 403, 

lieher. 396. 404. 
354. cadereilt kisezzatin.* 122, 

356. (ventis) surgentibus puri- 405, 

ginten. 592. 406, 

357. agitata kiwekita. 44. 407, 
„ tumescere purilon* I it''a- 408, 

bon.* 653. 411, 
520 359. increbrescere wahsin. 324. 

361. mergi tuchara, 397. 413, 

364. ardea heikira. 45. „ 

367. a tergo aftirwartis. 46. ,, 
369. conludere flocchizcin, 123. 

525 370. borea nordhalba. 65. 419 

376. suspiciensvfcapphante.593. 420 



captauit ci iro ziuhit. 124. 
arguta hirundo zuizziron- 

diii sualuua. 47. 
lacus sewtt. 367. 
agmine magno michilm 530 

chutte. 48. 
(coruorum) exercitus kise- 

mine. 203. 
rimantur snahilont l gruhi- 

lont. 538. 
gestire mendin, 262, 
spatiatur sparcibeinoth. 594. 
carpentes ceisinte. 125. 535 
pensa wkchüiu. 488. 
testa ardens dächsciribine.* 

49. 
scintillare raskizcin. 595. 
fungus charza. 244. 
soles scunnunscima. 590. 
acies obtunsa bitunkilter 540 

scimo. 434. 
tenuia vellera cleino scap- 

pare. 651. 
pandunt cirspreitint. 490. 
noctua vwila. 417. 
hquidus (aer) hetirero. 

368. 545 

penas dat duldit. 489. 
secat (pennis) sceidit. 598. 
Stridore ruzzode.* 600. 
insequitur iagot. 322. 
cubilibus altis hohen nc- 550 

stin. 50. 
strepitant rospont.* 601. 
? iuvat lustit. 286. 
imbribus actis irlitinen re- 
ginen. 51. 
. rara dunniu. 539. 
, species weolichi. 599. 555 



14 



DIE DEUTSCHEM VIRGILGLOSSEN. 



422. 
426. 

430. 
431. 

560 440. 

441. 
443. 

n 

447. 



565 449. 


452. 


457. 


463. 


471. 


570 472. 



477 



concentus sang. 126. 
capiere pesuicliiii wirdist. 

127. 
sufrucleritiiiiibipreilit.*602. 
aiirea phebe goldfaniver 

mano. 52. 
siirgentibus (astris) irsci- 

ninten. 603. 
[ubi] uanaueritkiuehit. 696. 
siispecti \nwanta. 604. 
urget anastozzit. 698. 
croceuni cubile rotiz petle. 

128. 
salit screcchot. 606. 
errare wipiihon.* 197. 
coniiellere Josin. 129. 
quid cogitet waz machoge. 

513. 
Cyclopum riseo. 130. 
uudantem loukicinten 1 

doumiuten. 700. 
simulachra kilihnusside. 

609. 



GEORG. IV. 

335. hiali glasis. 274. 

„ fucata [vellera] kiuarita. 245. 
337. effiise [caesarieni] sprei- 
tindo. 204. 
575 338. llaua falaua. 247. 

348. devolvimt [fusis pensa] ceo- 
sun. 167. 
„ impulit stnngta. 325. 
376. tonsis uillis mit hiscrotinen 
zaton. 654. 
„ mantelia hanttvahilla. 398. 
580 379. cape nim. 131. 

„ chardiesia skenchiuaz. 1 33. 
384. ? reluxit ii-bluhita. 541. 



386. vates uuizzigo. 699. 

387. ceruleus plauaruer. 132. 

388. bipedum zviuozzero.* 66. 585 
„ metitur iruerit. 399. 

396. secundet kirihte. 607. 

399. tende kifrume. 655. 

405. eludent pitrekint. 207. 

409. excidet inslupphit. 205. 590 

411. contende ziuch 1 dene. 134. 

413.? tegeret pitacte. 652. 

416. compositis kitemperoten. 

135. 
420. depressis (nautis) iruun- 
ninen. 168. 

,, statio stedi. 605. 595 

426. liaiiserat anakikeong. 275. 

,, siccis irsiiininen. 608. 
434. acmint cennint. 53. 

437. couiponere kirugilon.* 136. 

438. manicis hantdruhiii. 400. 600 
442. pellacia luki. 492. 

448. lassis (rebus) fana cirgan- 
ginen. 370. 
,, quesitum ci kisuochinne. 

514. 
„ oracula antwrte. 435. 
453. luis dultist. 369. 605 

„ commissa missitate. 137. 
459. [cborus] aequalis kileib- 

licbiz.* 54. 
466. fauces inuerte. 246. 

469. mansuescere gnaden. 401. 

470. Erebi hello. 201. 610 
473. agit stoubit. 55. 

478. (tarda) palus segäth.* 656. 

479. coercet pidvinkit. 138. 

485. superas ad auras hera ci 

werilte. 56. 

486. pone daranach. 493. 615 



I. DAS SECHSTE SCHLETTSTÄDTEll VOCABIILAR. 15 



495. 



497. 

5ü0. 

620 505. 



509. 

511. 

512. 

625 517. 

518. 
520. 
522. 

524. 



condit piteta. 139. 
natantia (lumina) truoban- 

tiu. 419. 
palme hente. 491. 
prensantem graiffontenA94:. 
Stigiä cinibä liellilichemo 

sceffe. 610. 
nabat flöz. 418. 
agentem tribinten. 57. 
queritiir clagot. 515. 
inplumes unkifedero.* 326. 
vidiiata pilostiii. 701. 
Ditis durisis. 169. 
orgia vhtibita.* 436. 
marmoreä [cervice] fronis- 

kemo. 403. 
volveret uualzti. 702. 



Somit lleiben folgende glossen 

Altiis ceohiiit. 28. 
645 allego i. instruo J fasto kisago. 60. 

ablego i. insagen. 61. 

aolo holon. 62. 

afronemoc grece unde infrimitus 
i. scamelöser. 63. 

Colo siho. 141. 
650 colum siha. 1 42. 

culpo piciho. 143, 

cacumino firston.* 144. 

calcius scuoho. 145. 

Dicturio chutilon. 170. 
655 decurio diugon. 173. 

dapifer truhtsaizo. 174. 

diversor loiifon. 175. 

Enervatus vel eviratus crefti- 
loser. 208. 

Filix farn. 249. 
660 fartio stonchon. 250. 

ficlilis hauen. 251. 



528. (quaque) dedit inblumi'ta.* 630 

516. 
532. agilabat zoch. 58. 
541. iiigulis er diu prustin. 328. 
„ dimittereiiidersencbaii. 171. 
544. inferias oppher i orgia. 327. 
548. facessit kifrumita. 248. 635 

552. mittit kifrumita. 404. 

553. moustrum wutir. 405. 
555. stridere vzruzzon.* 611. 

„ effervere vzstredin. 206. 
557. confluere cisamiue sueri- 640 
men.* 140. 

560. volentes per [populos] after 

willigen. 495. 

561. dat iura sazt ewa. 172. 
„ affectat kimachota. 59. 

übrig : 

fucus treno. 252. 

frigidaria sulza. 253. 

Glis, gliris mns. 258. 

gestus kiparide. 263. 665 

Insimulo te ziho dih. 329. 

infatuor ernarren. 330. 

incurso zuopiccho.* 331. 

infundibulum anagiez.* 332. 

incus anaboz. 333. 670 

Linistinum uestimentum linwar- 

finez.* 371. 
lutumo. latine. beimburgo. quem 

uicini eligunt ut uice 

comitis i tribuni iudicet. 

372. 
Murium sulza. 402. 
merges tafpbri. 406. 
murena lamphrida. 407. 675 

motoria vvaga quod semper in 

motu est. 408. 



16 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



Nonnulli wol manige. 413. 
nitetliila glimo a nitendo. 420. 
Ordior wii'fo. 437. 
680 übliquo sciliho. 438. 
oscito keinon. 439. 
Pinso staniphon (1 knito). 496. 
prurio mich iukchit. 497. 
plagarius (i wadiler) plagaruni 
inflictor non plage unius. 
498. 
685 prerogatiua merhe* 1 fordi- 
runga. 499, 
Privilegium fordirewa* 1 sun- 

triki. 500. 
pedo pedonis vxrz. 501. 
pinso i. fruges confringo } knito. 

502. 
pede temptin liso. 503. 
090 pitisso frequenter bibo l psi- 
wizo.* 504. 



palla lachin. 505. 

pedes, pedestris fendo. 506. 

Sculpo scroto. 571. 

sinuo puosimo.* 591. 

scalpo grabo. 597. 695 

sirma chanarita.* 612. 

sacriticus ophirari. 613. 

scena umbra 1 louba. 614. 

Tuber fungus swam. 622. 

tuber athach i swam. 657. 700 

tenuo dunno.* 658. 

textrina tunc. 659. 

tetero kiwirseron. 660. 

tussis huosto. 661. 

Vador purigon. 703. 705 

veredus i. equus pharafrid. 

704. 
viridarium lierbalarc. 705. 
vter einuuedir. 706. 



II. DAS VIERTE SCHLETTSTÄDTER VOCABULAR. 



Wackernagel in dieser Zeitschrift band V p. 325 ff. nach seiner 
hemerknng ]j. 319 umfafst das glossar worte, die sich 'in einem 
commentare , der dem gange des aiitors folgt" finden, dazu stimmt 
die notiz p. 315, xoekhe besagt, dafs die glossen theils in, theils über 
dem texte ständen, der jetzigen Unordnung jedoch kann ein fort- 
laufender commentar nicht zu gründe liegen, sehe ich nämlich von 
den ersten worten ab, die unterzubringen mir entweder nicht ge- 
lungen ist oder bei denen eine bestimmte reihenfolge nicht zu erkennen 
war, so bieten sich, mit kleinen unregelmäfsigkeiten, folgende 
gruppen: 1) 9-15-, 2) 16—32; 3) 33—44; 4) 45—52; 5) 53— 
69; 6) 70 — 95; 7) 96 — 101, deren keine über das siebente buch 
der Aeneis hinausgeht, eine vergleichung der hs. mufs lehren, ob 
wir hier Servianische stücke oder eine blumeniese aus Yirgil mit 
eingestreuten scholien vor uns haben, da somit eine Ordnung der 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 17 

einzelnen worte nicht gewagt werden darf, so glanhe ich auf 
den abdruck verzichten zu können und begnüge mich , m den an- 
merkungen die nöthigen nachweimnyen aus Virgil oder Serviiis 
zu geben. 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 

Kaiserliche bihliothek zu Paris, codex latinus 9344, früher 
Supplement laiin 683, pergament, W. Jahrhundert, folio. die hs. 
beginnt mit Buc. Y. 28 : 'interitum montesque^ und enthält aufser 
den werken Virgils von Matt 191 an noch 'Prisciani in XII priiici- 
palibus versibus Aeiieidos tractatus."* deutsche glossen finden sich 
zu den Bucolicis, Georgias und Aeneis I — X; sie sind im anfange 
übergeschrieben , nachher meist am rande verzeichnet, die abschrift 
rührt von WFröhner her, der sie später an Sinirock überlief s. 
durch den letztgenannten kam sie an MiÜhnhoff und dieser betraute 
mich, nachdem die hs. von EMartin neu ve7'glichen war, mit der 
herausgäbe, mein freund Joseph Herz in Paris hatte die gute, einige 
stellen nochmals einzusehen, und so habe ich die glossen in meiner 
dissertation: de glossis quibusdam Vergilianis, Berolini 1869 ver- 
öffentlicht, aus derselben loiederhole ich hier das wesentliche und 
beginne bei dem hohen sprachlichen interesse dieses denknials mit 
einer darslellung der laut - und ßexionsverhältnisse. 

1) Consonanten. 
a) Die dentalen. 

D im an - \md inlaute = strengahd. t ; = strengahd. d in : 
dingstat 237, diinnk 335, erdructa 756; leider 12, egidun 84, 
uuida 190, fladun 224, xxgblxxfkdxn 232, bodema 233, gffkdfmp 
236, nkdfrf 258, fledrpmusin 321, uukdfrahtende 351, xxkdrpdb 
381, gelegida 425, nidiriu 460, neuueder 551, niderlegit 560, 
edili 580, stadalon 627, trado 673, uueidespiezi 886. 

T im anlatite = a) strengahd. t und zwar 1) in der Verbindung 
tr: trbh 46, heritrunbun 242, ungetriuuuo 375, misstruuuen 376, 
getragit 401, troistanne 471, unlreua 579, heritrumba 624, trado 
673. 2) im worte tuckhl 875. 6) strengahd. d: 1) m der Verbindung 
tw: intuueri 530 {hs. inuu'eri). 2) in: takkes 557, tutisscomo 729. 
c) strengahd. z: tfsamene 141, adhumtuitti 696. d) lateinisch t 
oder th in warten, die dieser spräche entlehnt sind: tuscanischen 
Z. f. D. A. neue folge III. 2 



18 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

420, tiipfteine 517, torson 677, tepidun 835. im inlaute = a) 
strengakd. t: clafetun 554, uiibuualeta 671, tutisscomo 729, rotes 
766, gebadheter 783, erspietun 822. b) lat. t: cameratun 216, 
Elisa 909. ferner wird t in den labial- und gutturalverbindungen 
gebraucht, ausgenommen genupdan 846, uubrpda 889 ; furkscrkhdb 
924, vgl. 742 anm. das hd in behdikamera 612 scheint für dh zu 
steheti, welches dann ebenso wie das gleich zu erwähnende th an die 
stelle von tt getreten wäre, in der Verbindung mit z findet sich drei- 
mal ein t: sturzta 336, binazta 691, iiuaztun 707; zweimal ein d: 
genazda 692, gerizda 888. strengahd. nt wird durch nt und nd, 
strengahd. nd durch nd gegeben; über nth mxxfknthvn 235 vgl. die 
anm. rd = strengahd. rt und rd, letzteres in uuerdan 825 sowie 
in uuirdit'' 899, wenn bei diesem das übergeschriebene h nicht zum 
d gezogen werden mufs. rt begegnet nur in mirtel 155. Id = 
strengahd. It und Id. 

TH im anlaute = strengahd. d, ausgenommen thrusana 134, 
worüber Graff V. 546 zu vergleichen, ebenso verhält es sich mit 
inlautendem th, soweit dies nicht = tt (clethun 5, 290, cletha 102). 
nicht selten ist die Schreibung th für ht. dieselbe scheint auch statt 
zu finden in betherquomon 933, tcenn man dort nämlich das e 
streicht und btherquomon = atherquoraon d. h. ahterquomon liest, 
doppeltes th zeigt sich in miththunt 563 ; ganz ähnlich Isidor X** 5 : 
fethdhahha. 

DH, identisch mit th, kommt an folgenden stellen vor: dhiio 
563, gedhingi 939; xxfgfscfkdhb 221, bodhomo 489, sperdherende 
524, adhumtuitti 696, gebadheter 783, ungequidheda 832. 

Z und ZZ nach kurzen silben ohne unterschied, z. b. fernpzfnfrb 
9 und farnozcenes 147, samefrezenna 596 und umbefrezzan 
600 ; dafür auch sz : maszeldra 380. z an der stelle von s : 
adochez 62; das umgekehrte, s für z, tritt ein in runson 679, 
runsoda 680. 

Im auslaute begegnet stets t. nur folgende ausnahmen habe ich 
notiert: manuth 161; stirnilpd 303, norduuint 331, thegonod 776, 
herdstat 935. aufserdem findet sich t für z in gretuuardun 559. 
unorganisch zugefügt ist es in uuagxnt 911. 

Ich schlief se diesen abschnitt mit angahe der fälle, in welchen 
die dentalen verdoppelt auftreten, tt bemerke ich in osenbritta 90, 
sittiruurz 297, bettiJjrede 369, hutlun 461, ouarscri'ttit 682, wenn 
da nicht ouarscreccit zu lesen ist. über ein anderes tt wird bei he- 



m. DIE PARISER GLOSSEN. 19 

sprechung der gutturalen gehandelt werden, td zeigt sich an fol- 
genden stellen: plkbfktdkn 240, pletda 5U7, bletMun 652 {vgl. anm. 
zu 507), erbrotdenemo 861. entsprechend dieser Verbindung kommt 
auch pb vor, welches ich hier voraus nehme, nämlich in gflxpbpn 
942 {vgl. auch anm. zu 72). dd durch contraction entstanden zeigt 
uzsnudda 836. 

b) Die labialen. 

B im an- und inlaute = strengahd. p. oft steht dafür auch 
v(u), wenigstens im inlaute; im anlaute habe ich es nur ein- 
mal gefunden : geuolaua 537. man kann dazu vergleichen 
Wiesbad. gl. (in dieser Zeitschrift VI.) wo. 259: uersbotde. das 
umgekehrte, h für v, erscheint in uiiebal 428. ferner ist h = 
latein. p in biron 199, 200, 289;= pf in brimun (?) 188. vgl 
Grafflll. 366/7. 

P im an- und inlaute = strengahd. ph, f ; = ff in gpppn 248 ; 
= p in pletda 507, uuarpoloda 547; = lat. p in tepidun 835. in 
Verbindung mit dentalen begegnet es in uuarpta 550, uubrpda 889 
{in genupdan 846 ist p wohl = pf), daneben tritt auch h (er- 
stoubten 734) und f (furftun 705, uuarfta 863) auf. 

F und V an- und inlautend = 1) strengahd. f; 2) strengahd. 
p : zpfrxngb 38, uuarfoloda 442, halfu 853. 

PH im inlaute = 1) strengahd. f : houphon 752, striphahten 
795; 2) pf: sukphxn 676; 3) latein. p: piepho 903. 

Im auslaute nur p und{, nie b. es entspricht p 1) strengahd. 
p: drkp 50, gfdrkp 330, selpuua 344, sueristap 718; 2) strengahd. 
f: uuarp 43, 429, sap 730; 3) strengahd. pf: dop 674; i dagegen 
1) strengahd. f; 2) strengahd. p: cprf 68, halfdieres 753, selfscoz 
915, vgl. anm. zu 406. einmal, in tupfteine 5J7, p.ndet sich pf; 
da aber vor t das s fehlt, so ist wohl zu lesen: tupsteine. 

PP ^ 1) streiigahd. pp: uueppes 149, uurppi 325, uueppe 
874; 2) strengahd. pf: eppe 16, eppele 153. ff kommt vor in: 
laffa 507; luffenon 79, hieffuldrun 291, claffende 640. 

c) Die gutturalen. 

G im anlaute = 1) strengahd. k; 2) strengahd. j: gedun 105, 
zuigarie 439, gar 440, gegazet 497. im inlaute = 1) strengahd. 
k; 2) strengahd. h: foraga 817. ausgeworfen ist es in geneian 17 
{ebenso gl. Lips. 340), zuigarie 439. diese erscheinung wird durch 
die annähme einer Schwächung des g in j begreiflich, im auslaute ist 



^0 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

g = 1) sirengahd. k: dingstat 237, thifug 519, snuriheling 724, 
urspring 739, xxkggodes 790, iizdruog 872; 2) strengahd. h: 
fulgdun 450 {vgl. anm. zu 399). 

K im anlaute = strengahd. eh. abgeworfen ist es in rinnim 
249 {vgl. Aymo 168 lafterin für kläfterin), wahrscheinlich auch in 
genupdan 846, wenn dieses von kDupfjan abzuleiten ist. für q 
findet sich k in conola 407, 408, während sich sonst q behauptet hat. 
im inlaute entspricht k ebenfalls dem strengahd. ch sowohl hinter den 
liquiden (lankoii 19, ualkon 166, birka 195, zestarceon 301, stein- 
caii 370, gfxxlkidf 399, enkil 457) als auch zwischen vocalen: 
sxmfrlkcüii 56, uuikiline (?) 763, ferner findet sich diese tenuis 
vor t in den praeteritalformen schwacher verba, deren wurzeln auf 
cch ausgehen: zucte 581, erdructa 756, uuitheruuacta 819; 
einmal steht dafür auch li: furkscrkhdb 924. sonst habe ich k 
für cch nur in lokin 544 bemerkt, dem lateinischen c ent- 
spricht k in fiircon 513, buciila 416. der gen. pl. des letztge- 
nannten Wortes lautet jedoch buckelene 712, wobei an die lat. form 
buccula SM denken ist. im auslaute vertritt k 1) sowohl das or- 
ganische als das aus cch (queclichi 295, spec 706, brustroc 715, 
767, boc 759) entstandene strengahd. k; 2) strengahd. h: eic 231, 
sprach uson 309. 

H anlautend = strengahd. h; unorganisch vorgeschlagen in: 
huuuillon (?) 36, hissun 282, hahorn 313, herzagede 803; abge- 
worfen ist es in geolade 764. im inlaute = 1) strengahd. h; 2) 
strengahd. ch: eihk 14, reho 119, perrihe 503; unorganisch in 
heihl 384, bihseze 896, wo es vielleicht nur auf einem Schreibfehler 
bertiht. einmal steht \v für h: zeuuon 553. ausgestofsen ist h in: 
gfscxf 23, gescuin 187, biale 393, leidezoa 446, hol 529, erspie - 
tun 822, hoin 928. dieselbe erscheinung, mit dem unterschiede, 
dafs auch der vorhergehende vocal unterdrückt ist, treffen wir an 
folgenden stellen: fora 211, spreithi (/ttr spreithahi) 217, lozonti 
390, gemalida 936. hinter r fehlt h in: thueri 417, inuu'eri 530. 
ich füge hier an, was sonst über die ausstofsnng des h zu bemerken 
ist. es fällt am schlufse vor s und\ aus: uasuualco 39, natgala 
180; im inlaute dagegen assimiliertes sich diesen beiden consonanten 
und so entstehen die Verbindungen ss, tt : lancfasso 374, 905 ; reit- 
ritton 504, adhumtuitti 696, reitrhittihl 837 {lies: reitrittil; der 
fehler zeugt noch von dem streite des ht %md tt). beispiele dieses tt 
bieten die denkmäler von Müllenhoff und Scherer p. 539, denen sich 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 21 

noch hinzufügen Jäfst: fluittiger profluga Bonn. gl. bei Hoffmann, 
ahd. gl. p.2\, 11, slatte oratio aurea (s. f. d. a. XIV. 556), hatt 
Schi. gl. 8, 20. im auslaute ist h zweimal abgeworfen : hogcrimbri 
367, uuitherzo 841, sonst erhält es sich an jener stelle und ent- 
spricht 1) dem slrengahd. h; 2) dem strengahd. k: drbh 45, 
trbh 46. 

GH im anlaute = [strengahd. eh. die beispiele sind folgende : 
chelorpn 245, chiist 246, chelesuht 300, cherunga 740, chkfn 8 1 8, 
chnehtheit 827, uuegecheron 848, chfrdb 920. ebenso verhält es 
sich mit dem inlautenden ch (kh geschrieben in iiurcilikho 558, 
uiiinterlikhen 727), mir dafs dieses daneben auch für strengahd. k 
gesetzt ist: azichun 265, burcliklinga 533, uiienichim {hs. uuein- 
chun) 922. ich erwähne noch folgende für strengahd. ch vorkom- 
mende Schreibungen: geh: gfuukgchxn 884 {vgl. Keron. gl. bei 
Weinhold, alam. gramm. p. 188: thagchio); hch: brohche 698, 
gelahchoda 838. im auslaute ist ch = 1) strengahd. h: ferach 
672; sich 821 ; 2) strengahd. c: speldich 97, gezuch 108, genuch 
693; 3) strengahd. c aus cch: ruch 605; 4) strengahd. f, ndd. k: 
duehstein 208 {vgl. 121 anm.). hc findet sich auch einmal für 
slrengahd. c: uuabc 686. 

S mit dem gnttu7^allaute verbunden erscheint als 1) sc; 2) ssc: 
tleissces {hs. fleiseses) 349, imesscenodon 575, gabinisscimo 701, 
tiitisscomo 729; 3) sg: thresginga 128, disge 659, heimisgenio 
797; 4) seh : tuscanischen 420; 5)ss: frosse 174. unorganisches 
sc für einfaches s bietet sclxim 294. 

CG = 1) strengahd. cc, Otfrid, Tatian gg: uiiekke°n 96, 
bruccb 247: dafür auch cch: riicchibein 255; 2) strengahd. cch: 
stfccpn 1, brakko 48 {freilich ist dies wort schwerlich deutschen 
Ursprungs und es fragt sich, ob man auf reime wie: leitbracken: 
zwacken mhd. wb. l. 232" und gezwicken : gestricken Parzival 
155, 25 viel gewicht legen darf), uuiccun 78, iiiiiccon 139, bakket 
145, strikke 156, framgeruckit 278, ufscricco 409, kinnibaecum 
413, stakkillun 718, uzerjoecun 722, roccon 736, stoccon 757, 
loccon791 (/«s. lorcon). daneben kommt auch cch vor: docchun 223, 
stucche 887. 3) nk: takkes 557. vergleichen läfsl sich gg für ng 
im Rolandsliede p. 262, 1 und 13 (maggen), welches WGrimm wohl 
mit unrecht für eine reminiscenz an griechisch yy erklärt, soioie 
aggun Schi gl. 4, 94, 4) ch: wickilin (?) 869. 



22 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEiN. 

d) Die liquiden und Spiranten. 

Es ist die Verbindung mb, wofür auch iib sich findet, mit aus- 
nähme des loortes bistfimulot 793 gewahrt, nn für um begegnet in 
genanno 852, auch steht es für einfaches n hervorgerufen durch 
consonantumlaut, selbst nach langemvocale : gihonnit 623. vor f habe ich 
n nur in ranfte 400 bemerkt, nl für 11: scenlenden569 scheint fehler- 
haft, ausgeworfen ist n in zuogiegun {vgl. bihtebuoch p.'^l und Leyser. 
pred. 18,25: giegeii; denkmäler von Müllenhoff^ind Scherer pY.b'^, AI : 
arstuat; 185, 12: nintphiec, 211, 36: phiegin, 211, 38: inpbie- 
gen) 802, etgagan {vgl. Rolandslied p. 118, 6Ä: etsazen iz thie 
haithene) 921. nach niederdeutscher weise wird v versetzt: fledrp- 
musin 321, ebenso 1: splider 310 {vgl. Bartsch zu ßerth. v. Holle 
p. LVII). hinter kurzen vocalen treffen loir nicht selten auf ver- 
doppeltes 1 : huuuillon 36, spillestede 220, vuigilla 799. für fehler- 
haft sehe ich an, wenn in haftra 267 1 vor f ausgelafsen ist; ebenso 
ver^hdlt es sich mit gtVtb 291 für gfrstb. einfaches s für doppeltes 
begegnet in mksiburi 919; der umgekehrte fall findet statt in has- 
selin 226. — folgt auf w noch u, so sind zur darstellung des lautes 
zwei oder drei u verwandt; dagegen ivird diese spiratis hinter s meist 
durch einfaches u bezeichnet, dieselbe erscheinung findet sich auch 
an andern stellen: ualoubrkx 251, milua 323, bazzoua 353, sogar 
im anlaute: uac''aldra 31, uintbrant 99, muluerf 123. ausge- 
fallen ist w im inkttite von cruocuaren 491, untreua 579, zui- 
uaren 754. 

2) Vocale. 

Kurz A ist nicht umgelautet worden in : hasselin 226, fornan- 
tigenu 389, 395, gransin 506, gesamini 590, gransi 665, gesaraiiui 
714, uimtdragili 768, ferner in den Wörtern a«/"ari, wo ich e nnr 
in folgenden fällen angetroffen habe: duchera 163, spareiiuere 181, 
lugeneri 897. denn dafs dies e kurz ist, beweist die form hileiche- 
machiri 657. aufserdem erwähne ich das a, welches nach nieder- 
deutschem brauche {gramm. P. 254) für gebrochenes e eintritt: al- 
pantbein 70, iiuaruo 697. 

Lang A erleidet durch den \imlaut bei dem worte cesekar 24 
einbufse {vgl. auch anm. zu 1). ich schliefse hier an, loas ich sonst 
über umlaut und brechung zu sagen habe, lang u wird umgelautet 
zu iu: fiuli 212, gehuni 619. auch von dem umlaute des kurzen ii 
finden sich spuren, so ist stirnilpd 303 zu erklären, dies wort ist 
zwar anderweitig nicht zu belegen, aber wir haben sturni und 



III. DIP: PARiSEK GLOSSEN. 23 

stornen und können nach analogie s. b. von mitti, niittil, mittil6d(i) 
die reihe stiirni, sturnil, sturnilöd mifstellen. war hier der nmlant 
mit i bezeichnet, so wird er es in adhumtuitLi 696 mit iii. ändert 
man endlich uiirppi 325 m uuippi, so ist dies das dritte beispiel, 
doch kein sicheres, da eben so leicht uiieppi geschrieben werden kann, 
umgelautetes langes o loird zu oi : troislanne 47 1 . ein sehr merk- 
würdiger umlaut liegt in xzfrxxHlkn 275 vor, einer form, die ich 
wenigstens mir von wallan abzuleiten weifs. 

Die brechmg. sie tritt ein in fällen, wo die oberdeutsche 
spräche sie nicht kennt: hbrlpf 42, harlouk 148, curbezberon 200, 
spertlherende 524, ouar 682, brohche 698; dagegen fehlt sie in 
formen, die in Oberdeutschland stets von ihr angegriffen werden: 
uirheüi (?) 192, xxgblxxfkdxn 232, fiigbl 260 {vgl anm. zu 89), 
iz 689, erspietun 822, stigun 823 [daneben stfgxn 882). 

Lang E = 1) i: ersteiioda 414. vgl. dazu Bartsch Berth. 
V. Holle p. XLIX, wenn auch das von ihm an erster stelle gegebene 
beispiel aus dem Crane v. 30 : gezehen dort nicht von gezihen, 
sondern von geziehen abzuleiten ist. 2) ei: regero 167, behezun 
690, stfnin 916; 3) ie: gretiiuardiin 559, 

Kurz I tritt ein 1) für tonloses e, z. b. scellinde 183, ge- 
spanninemo 566, stincbindim 630 usw. 2) für umgelautetes e: 
bisingon 29, imindilmeri 444, ungequidheda 832. 

Lang I = 1) ei: uzfimondan 451 {vgl. Bartsch zu Berth. v. 
Holle p. LH); 2) e: irista 870 {vgl. Bolandslied p. 304, 26 P: des 
winigin man; atich jetzt noch im Aachener dialekte Frommann, 
Mundarten IL 546); 3) ie: inginc 21, scizan 65, kine 433, gemi- 
dider 548. 

Kurz zeigt sich 1) für a vor einer liquida : woliio 327 ; 
2) für tonloses e: tutisscomo 729, gomischi 741 {vgl. anm. 
zu 611). 

Lang 0=1) ou: zpfrxngb 38, huuit 110, Ipxxn 219. vgl. 
anm. zu 683. 2) iu: gerodede 76. vgl. Bartsch zu Berth. v. Holle 
p. LIII. 3) uo: drosno'n 618 (?) vgl. ags. drösen. 

Ku7z U ist hier zu verzeichnen , in so fern es zweimal in der 
Partikel un d. h. in, ent vorkommt: imniuzu 616, unsliuzun 702. 

Lang U = 1) iu : undfrstxrit 13, spruzent 28, gezuch 108, 
hpuukscxrxn 280, ruzziingen 411, ruzzunga 474, hulon 634, tu- 
tisscomo 729; 2) uo: gfscxf 23, pluges 110, 116, bucha 118, 
thrusana (?) 134, gescuin 187, fru 201, brudan 455, uudunga 477, 



24 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

ceiiuron 574, griinispeht 667, genuch 693, snuriheling 724, 
slkngersnuri 890. vgl. anm. zu 685. 

Von den diphthongen nenne ich zuerst EI; es entspricht 1) dem 
ie: beiieingen 520; 2) einem umgelanteten c: steincan 370, 
gkzekntb 567. 

EO in zestarceon 301 scheint nur anzudeuten, dafs der 
Schreiber zwischen den verbis starcen und starcou geschwankt hat. 

EU begegnet in iintreua 579; vielleicht ist auch 754 ziiiuareu 
in zuiiiareu zu ändern, an beiden orten ist ein w ausgestofsen. 

lU erscheint, aufser in spriu 169, nur icenn i oder u folgen. 
io kommt viermal vor: hiofaldrim 103, riotgras 266, griozon 495, 
thkpzfnt 937. sonst steht immer ie resp. i. ie für i bietet sich zwei- 
mal dar: Ikfmf 94, piepho 903. 

UO [nie iia) ist zuweilen durch u gegeben: rüze 30, ungenuri 
426, grüzzit 487. aufserdem vertritt es ö: dhuo 563, xpxxkst 
816. 

Zwischen liquida und muta ist der Stammvokal in zwei fällen 
wiederholt worden und zwar zioischen m {wofür dann n eintritt) 
und b: cbnbxpn 262 und zwischen r und g: beiberegun 716. 

Zum schlufse führe ich einige beispiele der vocalassimilation 
an: edili 580, gesamini 590, imgeuuizini 785, gesithili 792; 
aldasta 583. 

3) Nominal flexion. 

1. starke declination der masculina: gen. sg. es; dat. sg. e; 
nom. acc. pl. 1) a; 2) e: slrikke 156, frosse 174; 3) i: iiueide- 
spiezi 886; gen. pl. kommt nur einmal vor: zorno 484. dat. pl. 
1) 011 ; 2) iin: rkmgxn 263, sclxiin 293, tepiduii 835; 3) en: 
s[iizzeii 225; 4) in: ringin 385, lokin 546, scrikkin (?) 556, blas- 
balgin {gehört hierher, wie der nom. pl. blasbalga 762 ergiebt) 769. 

2. st. declination: nom. sg. i, einmal e: sparenuere 181. 

3. St. declination: es fmdet sich nur der acc. sg. fritliu 438. 

4. St. declination: gen. sg. pluges 110, 116; dat. sg. brohche 
698; nom. pl. gransi 665; acc.pl. lixrstk 794; eppele 153, disge 
659; dat. pl. gransin 506. 

Feminina. 1. st. declinalion: dat. sg. 1) u; 2) o: haluo 551; 
dat.pl. l) iin: gediin (?) 105, riinsun 806; 2) on: bonon (?) 137; 
3) en: ruzznngen 411; acc.pl. a: imisa 55, siha 209, loziinga 
418, gelegida 425, undiinga 477, wenn an diesen stellen nicht nom. 
sg. vorliegen. 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 25 

2. St. declmation: i erhält sich; der dat. pl. lautet auf in ans: 
hohl, festiü 928. 

4. St. dedination: gen. sy. i: gilusti 434, dat. sg. ebenso: eiclii 
14, 849, slkngersnuri 890; uom. acc. pf. 1) i; 2) e: hurdeSö; 
dat. pl. l) in; 2) en: thincsteden 238. 

Neutra: I. st. dedination: vier beispiete des mm. acc. pl. auf 
^r kommen vor: locher 82, euer 175, holer 424, bieder 475; dat.pl. 
dierlegeron 430, legeriin 627, dagegen frhxspn 280, sprachuson 309. 

2. St. dedination: nom. acc. sg. 1) i; 2) e: denne 
120, 152, olebere 154, thiinuuenge 859. dative können sein: 
gfscxf 23, iiueppe 874. nom.pl. i; acc.pl. e. das ie m bihircie 
71 deutet wohl schwanken zwischen i und e an und geht nicht auf das 
alte iu zurück, dat.pl. 1) in; 2) en: beren 63; 3) un: inuuer- 
diiu 656. neutra mit angefügtem n finden sich folgende: curbelin 
67, sumbrinon 737, wikiline 763, wickihn 869. 

Starke adjectiva und participia. mascul. nom. sg. er; gen. es; 
dat. 1) emo; 2) emu (?), wenigstens scheint diese form aus fornan- 
tigenu 389 herzustellen zu sein, wie fornantigemo aus fornantigeno 
395; 3) imo: gabinisscinio 701, sineuuellimo 719, geuiledinio 
765; 4) omo: tutisscomo 729; 5) em: diisinem 252; acc. sg. 1) 
an; 2) en: scenlenden 569; nom. acc.pl. e, einmal i: frbmhaldi 
257 ; dat. pl. en. femin. nom. sg. in {in zuiuaren 754 vielleicht 
auch eil); dat. sg. 1) era: fernpzfnfrb 9, riizzendera 565; 2) erii: 
thunnerii 940; 3) ero, oder vielmehr , mit ausstofsung des e, ro: 
uasthabendro 770; acc. sg. a: snella 453, geuolana 537, unge- 
({uidheda 832, wenn an diesen stellen nicht nom. der schwachen 
flexion anzunehmen ist. nom.pl. e: zunede 114, gesonnte 584, 
denn hellandf 20 und ceinsende 177 können auch die unflektierten 
participialformen sein, acc.pl. 1) e: gerodede 76, ico freilich auch 
das neutrum atigesetzt wcrdeti kann, indem man niulenti ergänzt; 
gegrauene 526 seil, geba; 2) o: ungetriuuo 375 seil, geba; 3) a: 
gemalida 936. neutr. nom. sg. az: ungentagaz 377, lizzelaz 573 ; 
nom.pl. 1) iu: rodkx, brxnkx 250, valoiibrkx 251, gebundeniu 
842, rinnindiu 866 ; 2) u : ciuscu 894, unciuscu 895 ; 3) e : ge- 
herstide 745, heiiuge 775; 4) a: gkzekntb 567, samefre- 
zenna (?) 596. 

Voti der 2. st. adjectivdeMination fmde ich die unflektierten 
formen: druoui 620, rcini 621, engi 851. 

Schwache dedination. ich fafse substantiva und adjectiva zu- 



26 DIE DEÖTSCPIEN VIRCilLGLOSSEN. 

sammen. mascnlina: nom. s<j. 1) o; 2) e: scoUe 75, kine 433, 
wenn bei letzlerem kein misverständnis der lateinischen form taedae 
anzunehmen ist; 3) i: niintdragili 768. gen. dat. sg. en: uiiinreuen 

214, tuscanischen 420, heren 805; sxkbpgfn 234, grauen 358. 
acc.sg. on: magoii 478, betherquomon 933. nom.fl. 1) on; 2) im: 
gretimardun 559; dal. fl. 1) on; 2) en: lantuouen 658; 3) un: 
kinnibacciin (fts. kinnibaccuni) 413, uuildun 661. acc. pl. 1) on; 
2) im: strimun, stramuhm 168, iladun 224, erlechendun {seil. 
munda) 509; 3) en: zagen 804. 

Feminina: nom. sg. 1) a; 2) e: hulese (?) 77, bescelede (?) 

215, ungeuuande 617; 3) i: iuui 210. gen. sg. 1) un; 2) on: 
sunnon 15, luffenon 79. dat. sg. 1) un; 2) on: binesugon 6. acc. 
sg. 1) un: iungerun 892; 2) on: uuiccon 139. nom. pl. l) un; 
2) on: huuuillon 36, iuuon210, angesezon 304. geu.pl. ene: 
buckelene 712 (hagazvssun 412 ist wohl nom. pl.). dat. pl. 1) on; 

2) un: rinnun 249, stfgxn 882. acc. pl. 1) un; 2) on: lankon 19, 
furcon 513, zeuuon 553. 

Ob udra 532 nom. sg. neutr. oder dat. sg. masc. ist, wage ich 
nicht zu entscheiden, sonst kommen folgende schwache neutra vor : 
oren 858; tlmnnun 516, unbestunbelodun (?) 910. 

Ich füge hier ein Verzeichnis der substantiva hinzu, die sonst 
1) nie 2) selten schumch flektiert sich finden. 1) masc: kine |(?), 
433, bodhomo 489. fem.: clefelun 106, inquedungun 244, 
drosno'n 618, behezun 690, beiberegun 716, 788, stakkillun 718, 
uuardun 808. 2) masc: regero 167, cbnbxpn 262. fem.: bine- 
sugon 6 {Zioetl. gl. bei Hoffmann, ahd. gl. p. 41, 8: thymo pinosu- 
gun) huuuillon 36 {vommhd. wb. I. 758'' zwar schwach angesetzt, 
aber starke formen 'finden sich bei Graff 1. 522), uuiccun 78, 139, 
segun 95, hiofaldrun 103,291 {vgl. Schi. gl. 4, 70: arbuta hiufiltrun, 
6,640: iribuUhhiMdrun), garuonl79, iuuon 2 [() {Berliner Virgilgl. 
91: taxi iuuan, Schi. gl. 6, 629: taxos iwin), xxgblxxfkdxn 232 
und 235 anm. {vgl. Trierer psalmen 99, 4 : scaf weiden siner oves 
pascuae eins) hpuukscxrxn 280, sblxxn 296, sumerladun 405, 644, 
721, helligmouun 435, huttun 461, segalgerdun 606, zangun 770, 
stigun 823, stfgxn 882, scindelun 883. 

Von pronominibus begegnen: mir 21, se 330; iz 689, themo 
847. 

Die adverbien enden: 1) auf o\ 2) auf i: queclichi 295; 

3) auf a . sania''afta 423. 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 27 

Sddkfslkh erwähne ich die bildungen inga: Ihresginga 128^ 
uuendinga 161, und (n)issi: bkxxntnkssi 69. 
4) Verbal flexion. 
Die starken verba: 1. p. sg. praes. 1) u; 2) o: ufscricco 409; 

3) un: unsliuzun 702. 3. p. sg. l) it; 2) et: uuitganget 176. 
dieselbe person des verbum substantivnm erscheint 693 : ist. 3. p. pl. 
J) eilt; 2) eii: bizen 59. diese apocope ist nach WGrimm z. grafen 
Rudolf p. 8 und zu Athis p. 361 nur mitteldeutsch. 3. p. pl. praet. 

1) un; 2) on: aueiiamon 2, ceuuron 574. i^om conjnnctive kann ich 
die formen anführen: uzbluuue 92, hiuue 649; beiieiDgeii 520, vom 
imp. sg.: drbh 45, trbh 46, drkp 50, gfdrkp 330; imp.pl.: bakket 
145, malet 146; sciezzent 876. der infinitiv zeigt gewöhnlich an, 
einmal in: xztVxxfllkn 275. das part. praes. endet auf 1) andi, 

2 ) endi ; 3) indi ; das part. praet. unflektiert auf an ; flektiert 1 ) auf 
en; 2) auf an: beuanganan 576; d) auf \n: gespanninemo 566; 

4) aufon: erquenioner 467. zu erwähnen sind noch die beiden part. 
praet. erquenioner 467 M/irfberechene 592. feeiqueman kommt in dieser 
form e für o häufig vor, worüber man Graff nachsehen mag; auch 
sonst schwanken zuweilen e und o; z. b. in den hs. ABCD der klage 
V. 970 steht gezemen. 

Die schwachen verba. 1. p. sg. praes. der i-klasse zeigt 
bei langen stammen: 1) u: eruuerdu 378, geliuru 619; 2) iu: 
keinbiu 684; 3) on: bisingon 29; bei kurzen iu: besueriu 830, 
932 ; dieselbe form der o-klasse lautet un : nieldun 379, uzerloccun 
722, vgl. anm. zu 72. in der e-klasse endet sie 1) aiif on (?): rfipn 
287; 2) auf en: misstruuuen 376. 3. p. sg. praes. 1. cotij. 1) it; 
2) et: uzsuizzet 81, ht'rdft 276, zeiget 481 ; 2. conj. ot; 3. conj. 
et: anahaldet 54. 3. p. pl. 1. conj. ent; 2. conj. 1) ont: screc- 
cont 681 ; 2) ent: ruzent 22. 1. p. sg. praet. erscheint nur einmal 
in der 1. conj. genazda 692; 3. p. l.conj. ruomida 546, benazta 
691; 2. conj. 1) oda; 2) eda: underbrordeda 465, iageda 525. 
ob uzsnudda 836 zur ersten oder zweiten conj. gehört, loeifs ich 
nicht. 3. conj. eibaldeda (?) 366, irsuarzeda 410. 1. p. pl. in der 
1. conj. gfsbkdxn 3; 3. p. pl. 1. conj. bei langsilbigen dun, sonst 
idun, edun (uegedun 705); 2. conj. 1) odun; 2) edun: clafetun 
554, seidedun 689, erspietun 822 ; 3. conj. idun : gruidun 404. 
part. praet. 1. conj. unflektiert: 1) it; 2) et: eruuarmet 860; 3) t. 
geuuort 801, gebouut 899; flektiert hat es den bindevokal: 1) e; 
2) i: gemidider 548; 3) a: geolade 764. 2. conj. unflektiert ot, 



28 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

flektiert l) o: iinbestunbelodun 910; 2) e; gescidedemo 632; 
'?,) u: aiiagebrorduder 522. nur einmal erscheint ein part. ohne ge: 
zunede 114. vom conjnnctiv praes. bemerke ich die form: carro 
264, vom imperativ: geiiendi76l; gegazet 497. der infinitiv der 
1. und 3. conj. (uueran 203) lautet an, der der 2. on. flektiert 
finde ich ihn in der l. conj. an folgenden stellen: gemestanne 259, 
Iroistanne 471. part. praes. l. conj. nur trhasindi 253; 2. conj. 
endi und ondi z. b. sniierondi 354, ruzondi 454 neben smkfrendk 
925 und ruzzenden 502 ; 3. conj. endi. 



Auf blatt 42 derselben hs. ist eine reihe bäum-, pflanzen- und 
fhiernamen eingetragen, von denen hr. dr. Michelant zu Paris so 
freundlich icar, mir eine genaue abschrift zu besorgen, ich gebe auch 
bei diesen eine kurze dar Stellung der lautverhältnisse. 

D im an- und inlaute = str. ahd. t; = str. ahd. d in: dorn 
LXXXIV; Nvida LXXII. die Verbindung nd entspricht sowohl str. ahd. 
iit als nd. tcegen iiurendo XXXI verweise ich auf die anmerkung. 
jd = Str. ahd. lt. 

T an- und inlautend = l) lat. t: turtulduba XIV; 2) str. ahd. 
z : auarata LXIV, da in Oberdeutschland diese pflanze ebereiza heifst, 
wie Graff III. 865 anführt, da er einen beleg nicht beigebracht hat, 
so gebe ich einen solchen aus Sumerlaten 53, 4: abrotanum ebereize. 
11 findet sich in pifultra XXXVIII. unorganisch igt t am schlufse 
des Wortes huon angefügt: wazzerhunt XXI, bunt XLV, rephount 
XLVI. tt begegnet in otter XCVIII. 

TH = Str. ahd. d: flethermus XXVII, pethemo LXVII. 

Z nach kurzen silben einfach (nezila LXVIII, mazaldra XC) und 
doppelt (wazzerhunt XXI). 

ß = 1) Str. ahd. p; 2) lat. p: bireboum LXXJX. im inlaute 
steht dafür auch u, einmal w : curuuiz LVII. 

F = Str. ahd. f ; dafür ph in gripho XLIII, griph CVI; ph 
für Str. ahd. ff: aphin CVIII. 

P im anlaute = 1) lat. p; 2) str. ahd. f: pifultra XXXVIII; 
im inlaute = 1) lat. p: papilu LI; 2) lat. b: lupistekila LVIII; 3) 
Str. ahd. pf: wideopa XL im auslaute = l) str. ahd. p: rephount 
XLVI; 2) Str. ahd. f: mulwerp CXV. 

PP= 1) Str. ahd. pf: sneppa XVIII; 2) lat. p: cappo XXXVII; 
aufserdem erscheint es in cappa XLVIII. 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 29 

G = 1) Str. ahd. k; 1)lstr. ahd. h : %vigo XXIII. 

K im an- und miaute = 1) str. ahd. cli; 2) q: ca]tpa 
XLVIII, cüiiala LIII. im anslante = 1) st7\ ahd. h: gok VI, strok 
XII, hauok XXYI, hruok XLIX, luk LXV; 2) str. ahd. c für cch: 
steinbiic XXX, buc Gl ; 3) liuc XIX. 

GH = 1) Str. ahd. ch: duchere XYl; 2) str. ahd. h: eich 
LXIV, rech XCIX; 3) str. ahd. k: recheiibocho GXVII; 4) für die 
Str. ahd. labialaspirata: hiichela XX, duchestein GXX. 

H = 1) Str. ahd. h; vor r zweimal erhalten: urhrint XXXIV, 
hruok XLIX; einmal abgeworfen: natram XXII. im anlaute ist es 
vorgeschlagen: hiic (?) XIX, huchela (?) XX, haspa LXXXIII; ab- 
geworfen: wideopa XI, im inlaute: aorn LXXIV; vor t: natgala 
XV, natram XXII, watala XXXII ; vor 1 mit gleichzeitiger Unter- 
drückung des vorhergehenden vokals: scelo GIII, elo CIV. 

GG = Str. ahd. cc: mucca GXXI. 

W ausgestofsen in po XVII {vgl gl. Jim. D. p. 267 : paii) ; vor 
r erhalten: uurendo XXXI. 

R versetzt: strok XII, andron LIX. 

Zu erwähnen ist noch die Verbindung sp = str. ahd. fs : wespa 
XL. vgl. gl. Jun. D. p. 269 : crecopulus vvespe ; gl. zum snmma- 
rium Heinrici German. IX. p. 20, 28'': vespe wespen, gl. Lips. 762: 
respias = str. ahd. refsjan. 

Die vocale. brechung fehlt : steinbuc XXX, kiruela LXIII, buc 
GL a für gebrochenes e: krasso LVI; ä für e: drano XXXIX {vgl. 
gramm. I.' 389). e =: 1) str. ahd. ei: wegebreda L; 2) str. ahd. ä: 
bremon LXXVII; ö= 1) ou: gok VI, po XVII, lok LXV, hunt- 
hobido GIX ; 2) uo : uuermoda LXVI. ii = uo : wazzerhunt XXI, 
hunt XLV. ou = uo : rephount XLVI. 

Flektiert kommt vor: ahorna LXXXV ; bremon LXXVII. 
heimelo {vgl. gramm. III. 666 fg.) GXIII begegnet sonst nicht 
schwach. 



Dafs diese Virgilglossen dem fränkischen dialekte angehören, 
zeigt der consonantenstand ; da nirgends ua für uo erscheint, ist das 
südfränkische idiom ausgeschlofsen. nach Würzburg - Fulda die ent- 
stehung des denkmals zu setzen , verbietet das Verhältnis der conso- 
nanten, besonders der dentalen, aber auch an Mainz und Trier 
dürfen wir nicht denken, derm der er st er e ort kennt t für z gar 



30 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

nicht , der letztere nur in 'that' {MüUenhoff denkmäler p. XYI). in 
unserem denkmale dagegen ist t gesichert durch die Schreibung 
gr&uiiardun 559, welche uns zwingt, auch [die beiden andern t für 
z als richtig anzuerkennen, wir gerathen also nach Niederfranken 
und auf dieses weisen auch häufig die vocale. 

Nun könnte jemand die erwähnten ndd. demente durch die 
annähme erklären wollen, dafs unsere glossen aus einer ndd. hs. ab- 
geschrieben seien, ich behaupte das gegentheil: die vorläge war eine 
oberdeutsche und zwar eine, die von den erhaltenen Virgil glossen 
am meisten mit den Tegernseern übereinstimmte, diejenigen worte 
nämlich, welche an derselben stelle sowohl in den Tegernseer als in 
den Pariser glossen gleich lauten, bilden ungefähr ein achtel des 
letztgenannten denkmals. ich habe dieselben daher durch cursiven 
druck kenntlich gemacht, zwar findet sich cli für str. ahd. ch auch 
in md. hs., z. b. in der Strafsburger hs. des Rolandsliedes [Grimm 
p. XVI), in den gl. zu Heinr. summ. Germ. IX ; ist es aber nicht 
merkwürdig , dafs von den acht vorher erwähnten fällen, in denen 
diese aspirata in den Pariser gl. begegnet, vier auch in den Tegern- 
seern vorkommen? dafs aber oberdeutsche gl. zuerst ins ndd. und 
von da aus in den dialekt unseres denkmals umgesetzt seien, dies wird 
iemand im ernste behaupten loollen. 

Freilich läfst sich nicht leugnen, dafs eine reihe von warten sich 
zeigt, icelche, weil dem ndd. eigentkümlich , einer oberdeutschen 
quelle nicht entnommen sein können, rühren diese also aus einer 
ndd. hs. her und sind sie ein wenig der hochdeutschen spräche ange- 
passt oder repräsentieren sie den dialekt, dem die Pariser gl. in ihrer 
jetzigen gestalt angehören ? zur entscheidung dieser frage hilft das 
soeben besprochene blatt 42, ivelches ich wegen des zweimal vor r 
erhaltenen, einmal weggeworfenen h der zweiten hälfte des neunten 
Jahrhunderts zuschreibe, ivir haben gar keinen grund, dasselbe nicht 
für ein original zu halten , noch es einer andern gegend als die vor- 
liegende fafsung der Virgilglossen zuzutheilen. denn dafs X für z 
nur einmal, in den Virgilgl. dreimal vorkommt, beweist nur, dafs 
es in beiden sehr selten ist: auch bleibt zu berücksichtigen, dafs der 
umfang der Virgilgl. achtmal so igrofs wie der des blattes 42 ist. 
wenn ferner th für d auf diesem zweimal, sehr häufig dagegen in 
den Virgilgl. begegnet, so ist zu bedenken, dafs dergleichen wesentlich 
von der gewohnheit des Schreibers abhängt, so findet sich ja tli tioch in 
denkmälern des zwölften Jahrhunderts, z. b. in der Strafsburger hs. 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 31 

des Rolayidslkdes , in Wiggerts lisalmeninterJinearversion vor, zu 
einer zeit, ico es sonst völlig aufser gebrauch gekommen war. da 
ferner eine anzahl formen beiden stücken, den Virgilglossen und dem 
blatte 42, gemeinsam sind, so trage ich kein bedenken zur feststellung 
ihres entstehungsortes sie nebeneinander zu rathe zu ziehen, als 
sächsisch, theilweise auch niederrheinisch charakterisieren sich auf 
bl. 42 ä für e, e für ä, besonders aber w vor r in uurendo; hierher 
ziehen läfst sich vielleicht auch der acc. lü. gabuias in den Virgilgl. 
143, den ich vorher bei der darstellung der flexionen übergangen 
habe, im sächs. dialekte ist dies icort zwar nicht nachweisbar , aber 
im ags. {Bosworth 27 p) und im and. (gall) ist es ein st. masc. erster 
declination. auf den Niederrhein deutet folgendes: 1) ss für sc, 
zwar auch im 12. und 13. Jahrhundert alamannisch Weinh. |>. 156 
aber fränkisch nur gegen den Niederrhein hin: Wiesbad. gl. 229 
romesse; Wernher v. Niederrhein p. 19, 21 galileisse, 46, 8 he- 
breissen; Lacomblet, archiv I, 1 (1832) p. 334 visserie {aus Trier) ; 
Lachmann, drei brachst. II, 66 visse; gl. Jun. D. p. 268 drossela; 
Elisabeth {ed. Rieger 1868) v. 2121 dissegader; viele beispiele bietet 
schliefslich die allegorie 'Salomönis hm bei Adrian, mittheilungen 
p. 417 ff. 2) ei für unigelautetes e. vgl. gramm. l.^ 185, WGrimm 
zu Konrads Silvester p. IV, 3) ei für ie , welches J Grimm {gramm. 
I.^ 262) nicht richtig allein dem Gottfrid Hagen zuschreibt, denn 
nicht wenige beispiele davon bietet das fragment des Karlmeinet bei 
Lachmann, drei bruchst. III; ferner haben die Xantener gl. 132 ge- 
meidan, die gl. zu Heinrici summ. Germ. IX p. 21, 38'' eiffaltra. 
allgemeiner ndd. sind vielleicht folgende erscheinungen : 1) w für h 
zwischen vocalen: zeuuon 553. diese form ist nach Schneller B. wb. 
IV. 239 jiicht nur schweizerisch, sondern auch mittelrheinisch, sonst 
finde ich uluwen Ruther 4262, Gott fr. Hagen 920 {im reime), vgl. 
Bartsch, Karlmainet p. 342, aber auch duwete Reineke Vos ed.Hoffm. 
3722, 6500. 2) ch für g im inlaute: Ruther 1728: dache, Wiesb. 
gl. 248: ocha, vgl. Bartsch herz. Ernst p. V; daneben in dem thü- 
ringischen {Bartsch Berth. v. Holle p. XXXVI) grafen Rudolf p. ö^ 
23 : burchere. ich mache endlich noch auf zwei dem holländischen 
sich nähernde formen aufmerksam {anm. zu 66, 285). 

Der Ursprung beider denkmäler ist also in einer gegend zu 
suchen, die von niederrheinischen und sächsischen einflüfsen berührt 
wurde, doch hindert uns das überwiegende z , zu weit nach norden 
zu gehen, auch scheidet sich der dialekt unserer stücke wesentlich ab 



32 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

von dem des Herhort von Fritzlar, welcher bt für ft anwendet, eine 
erscheinung, die in den Virgilgl. höchstens einmal (933) sich zeigt, 
ferner auch p für pf, i)li meidet, freilich kann dies letztere dem 
Schreiber allein zur last fallen, so bleibt uns denn nur die gegend 
an der Lahn, das hevtige Nafsau und Oberhessen, und dort werden wir 
beide denkmäler fixieren können, dorthin hat Müllenhoff {denkm. p. 
XVI) mit recht die Xantener gl. verwiesen; dahin werden auch die 
etwas Jüngern gl. zu Heinrici summarium Germ. IX. p. 13 ff. ge- 
hören, in diesen tritt einmal t für l ein: katta 10; denn das andere 
von Rieger aufgeführte beispiel: hoklima, steht nicht für ho\{dmn\, 
sondern für holeduua. dadurch erklärt sich auch, wie sie in die 
Darmstädter bibliothek gelangt sind, ein bestimmtes klosler kann ich 
allerdings leider nicht angeben, von dem sich mit Sicherheit behaupten 
liefse, dafs in ihm die Virgilglossen geschrieben seien. 

Lag also eine oberdeutsche quelle vor, so fragt sich, wie der 
verfafser der uns Hberkommenen recension sich dazu verhielt, ich 
denke mir die sache so : irgend ein mönch hatte ein oberdeutsches 
original vor sich, das er ziemlich mechanisch abschrieb und in dem 
er nur die seinem ohre fremden loorte mit ihm geläufigeren ver- 
tauschte, denn nehmen icir an, eine ganz neue bearbeitung ober- 
deutscher Virgilglossen habe stattgef^mden, so müfsen wir zugeben, 
dafs auch von dieser nicht das original, sondern nur eine abschrift 
auf uns gekommen sei. ich übergehe die nicht seltenen Schreibfehler, 
theile auch nicht Wackernagels im fünften bände dieser Zeitschrift 
p. 320 a\isgesprochene ansieht, dafs die Vereinigung mehrerer ge- 
trennter worte zu einem die thatsache der abschrift bewiese; vielmehr 
mache ich auf folgendes aufmerksam : 1) das wort Gabinis scimo 
701 ist deutlich in zwei theile getrennt, derselbe fehler fmdet sich 
auch an einigen anderen stellen. 2) manche glossen kommen zweimal 
vor oder stehen fern von dem lateinischen worte, zu dem sie gehören. 
3) die Servianische note zu Georg. I. 59 lautet in unserer hs. (73) : 
et gerunt partum, dem entspricht aber nicht die deutsche glosse 
uzuuerpent ; diese erfordert egerunt und dies bietet auch der text 
des Servius sonst. 4) das deutsche mktbf.mksgfmp steht bei Aen. VIII. 
681: 'stans celsa in pui)pi, geminas ciii tempora flammas Laeta 
vomunt, patriumque aperitur vertice sidus.^ dazu passt aber weder 
die praeposition mit, noch auch beimisk; man würde dort eher 
faderlih erwarten, vortrefflich stimmt dagegen die glosse zum v. 696: 
regina in mediis patrio vocat agmina sistro. 



lir. DIE PARISER GLOSSEN. 33 

Alle diese Schwierigkeiten verschwinden, wenn man die vorhin 
von mir geäußerte meinnng annimmt, dafs eine oberdeutsche , selbst 
kaum fehlerfreie hs. abgeschrieben ist, und dabei sowohl neue ver- 
sehen sich eingeschlichen haben, als auch viele worte hinzugefügt oder 
verändert sind, dazu kommt noch ein anderes, der Virgiltext der 
Pariser hs. bietet Georg. III. 86, tcie mir hr. Herz schreibt: 'densa 
coma', xoährend am rande steht: 'iiiba manaiiiia' (254). zur erklä- 
rung dieses umstandes scheint mir nur folgendes auszureichen: keine 
vollständige Virgilhs. mit scholien und glossen wurde bei jener ge- 
legenheit abgeschrieben , sondern es sind nur die glossen und scholien 
{diese können von jenen nicht getrennt werden, da viele glossen sich 
auf Servianische noten beziehen, ja m den text der scholien einge- 
reiht sind) aus einem oberdeutschen exemplare in das vorliegende, 
das den Virgiltext allein enthielt, eingetragen, schliefslich noch dies: 
wenn ich bisher stets blofs von zwei exemplaren , dem oberdeutschen 
und unserm, gesprochen habe, so xoill ich damit keineswegs behaupten, 
dafs nicht zwischen beiden eine Vermittlung durch mehr oder minder 
zahlreiche, nun verlorene denkmäler habe stattfinden können. 

Uebrigens mufs unsere hs. einmal in Rheims selbst oder in einem 
zu dieser Stadt in beziehung stehenden kloster gewesen sein, auf 
blatt 42 ist nämlich ein 'eitila|)liium Gerberti pap^ de archipraesule 
Remensi Adalberone' (f 5 Januar 989) zu lesen: 
'Contulerat natura poteiis qii^ summa putavit 
ad meriti cumulum tibi, praesul Adalbero, cum te 
praestantem cunclis mortalibus abstulit orbi 
quinta dies fundentis aquas cum pondere rerum.' 
dasselbe epigramm befand sich auch in der cathedralkirche zu Rheims, 
vgl. Marlot, hisloire de la ville, cite et universite de Reims, band III 
{Reims 1846) p. 64 fg.: son corps {d' Adalberon) fut inhume en la 
cathedrale , et pour epitaphe on lisoit anciennement ces vers graves 
sur nne table de cuivre en letfres d'or. es folgen dann die citierten 
verse mit der abweichung , dafs v. 1 für potens parens gesetzt ist. 
da Gerbert papa genannt wird, so können sie vor 999, wo jener den 
römischen stuhl bestieg, nicht in die hs. gekommen sein, doch darf 
man nicht daraus schliefsen wollen, dafs er Gerbert, nicht Silvester 
heifst. der ursprüngliche name dieses pabstes erhielt sich sehr lange 
in Deutschland, spricht ja noch Walther (33, 22) voii'^ einem zoube- 
rsere Gerbrehte.' 

Zur altersbestimmung der glossen nützt uns ebensowenig, loenn 
Z. f. D. A. neue folge III. 3 



34 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

Germania dtirch francia (184) gegeben wird, man könnte darnach 
glauben, die entstehung tinseres denkmals müfse in die zeit der 
Sah'schen kaiser fallen, abgesehen von 'Germania francono lant' 
Diut. II. 370, spricht dagegen der modus Ottinc 39: Francus instat, 
Parthus fugit, der doch unter Otto III verfafst ist {Müllenhoff, 
denkm. p. 314). ferner helfen uns wenig die umlaute e für ä, i, iu 
für u \md ü. denn der umlaut iu für u kommt nach meiner, von 
Glimm gramm. I. ^ 343 abweichenden meinung schon beim Isidor 
vor: lyiizilun XI'' 17, XU" 8, liuzeln XU" 10. überhaupt mufs das 
alter und die geschichte des titnlauts aus den denkmdlern bestimmt 
werden, nicht diese aus ihm. wir sind also allein auf die flexion 
angewiesen, da erinnere ich denn an folgende neben den älteren 
vorkommende jüngere formen: nom. pl. tnasc. der 1. st. decl. auf 
e, i, ebenso der nom. sg. schwacher masc; nom. sg. fem. des schw. 
adj. auf e, 7iom. acc. pl. fem. starker adj. auf e, neutr. pl. starker 
adj. auf e, a, acc.pl. schwacher masc. auf en. hält man hierzu 
das schwanken in den vocalen der praeterita schwacher verba, so 
gelangt man für die entstehung der Virgilglossen zur annähme einer 
zeit, in der die spräche sich umbildete, eine solche war das elfte 
Jahrhundert , in dessen erste hälfte ich unser denkmal setze. 

Endlich erwähne ich eine notiz, welche sich auf dem halb- 
abgeschnittenen rande von blatt 95'' befindet, sie zu enträthseln 
überlafse ich scharfsinnigeren: Guogeris {hr. dr. Michelant liest: 
Uuageris) uuison. in dera nuessum heccun uuison, uuinie hun- 
dale. conc. 





BUCOL. V. 


17. 


canfharus cbnnb. 


31. 


lentas hastas ffnfstfccpn. 


22. 


moris mulberin. 


34. 


tulerunt auenamon. 


47. 


ah leider. 


36. 


mandavimus [hordea sulcis] 


53. 


fultus undfrstxrit.* 




gfsbkdxn.* 


54. 


ilice slblteihk,* 


39. 


Carduus thistal. 


60. 


stabula ad Gortynia sunnon 


>5 


paliurus clethun. 




stallon. 


77. 


tliymo binesugon. 


68. 


apio eppe. 


88. 


pedum krxccb. 


71. 


deducere geneian. 




BUCOL. VI. 


» 


ornos linbouma. 


1. 


prima fxrksta. 


75. 


inguina lankon. 


17. 


attrita fernpzfnfrb. 


84. 


pulsae hellandf. 



10 



15 



20 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 



35 



BUCOL. VII. 
7. mihi deerraveratinginc mir. 
13. resonant examina ruzent 
suarma. 

32. cothunio gfscxf. 

33. sinum lactis cesekar. 
42. rusco kulis. 

„ alga merigrase. 

47. solstitium hizzi. 

48. turgent spruzent. 
torreo b.s.ng::n. 

50. fuligine rüze. 
53. iuniperi uac''aldra. 
„ castaneae Icestene bouma. 
66. abies danna. 



53. 

35 54. 

55. 

59. 



64. 

40 65. 

68. 

74. 

82. 
45 101, 



104. 
107, 



50 24. 
25, 
36 



B ü C L. VIII. 

alnus erla. 

electra gfsmflzi. 

ululae huuuillon. 

speculä uuardu. 

Hec egloga farmaceutria id 

est fbscknbtprka dicitur. 

id est zpfrxngb. 
vitta uasuualco.* 
verbenas isena. 
carmina galdar.* 
licia hbrlpf. 
stamen uuarp. 
bitumine harze, 
fer drbh. 
fer trbh. 
carmina garsanc. 
Hylax brakko. 

BUCOL. IX. 
clivo xphbldk. 
age drkp. 
ferit stich it. 
. strepere gbgkzpn.* 



36. olores eluiz. 
42. imminet anahaldet. 
45. numeros uuisa. 55 

49. apricis sxmfrlkcon. 
56. caussando rethenondk. 
58. [ventosi] ceciderunt [mur- 
muris aurae] gfuukchxm. 
BUCOL. X. 
7. attondent bizen. 
19. subulci sueina. 60 

ebuli euoh. 
ebuli adochez, 
baccis beren. 

e 

vaccinia lor.bki'i. 

torquere scizan. 65 

über scorza.* 

fiscellam curbelin. 

fiscina cprf. 



27. 



39. 
59. 
67. 
71. 



GEORG. L 
4. experientia bkxxntnkssi. 
57. ebur alpantbein. 70 

59. castorea bibircie. 

castor. inde verbum Castro 

. . . bun. 
et gerunt partum uzuuer- 
pent. 
63. age uuolaa. 

65. glebas scoUe. 75 

71. toiisas [novales] gerodede. 

74. siliquä hulese. 

75. viciae uuiccun. 
„ lupini luffenon. 

80. fimo mist. 80 

88. exsudat uzsuizzet.* 
90. spiramenta locher. 
93. Boreae nortuuint. 
95. [vimineas] crates egidun. 
„ crates hurde. 85 

3* 



36 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 





101. 


farra korna. 


184. 


bufo creäa. 




111. 


culmus halm. 


185. 


[quae phirima terrae] mon- 125 




112. 


depascit ezzet. 




stra [ferunt) hamnslro. 




120. 


intuba lli galcruh. 


186. 


curculio angur. 


90 




intiba osenbritta.* 


it 


formica ameiza. 




132. 


repressit gestilda. 


190. 


tritura tbresginga. 




135. 


excuderet uzbluiiue.* 


)? 


tritura gethruse. 




139. 


visco mistel. 




aniigdalus basal. 130 




i? 


visco Ikfmf. 


192. 


palea caf.* 


95 


143. 


serrae segiin. 


193. 


medicare reinon. 




144. 


cuneis uuekken. 


194. 


nitro salzsteine. 




,, 


lissile speldich. 


ti 


amurca olesthrusana. 




148. 


arbuta brüst.* 


195. 


siliquis buleson. 135 




151. 


robigo uintbrant. 


207. 


fauces engk. 


100 




Ulcus angp.* 


215. 


fabis bonon. 




152. 


Carduus tbistil. 


226. 


vanis avenis miilden ha- 




153. 


lappae cletha. 




veron. 




n 


tribuli hiofaldrun. 


227. 


viciam uuiccon. 




154. 


lolium rado, radan. 


233. 


zonae strimelon. 140 


105 


155. 


rastris gedun. 


236. 


concretae tfsamene ge- 




156. 


sonitu clefelun. 




runnan. <■ 




157. 


faice snidemacese. 


264. 


exacuunt spizzent.* 




160. 


arma azznsi, gezuch. 


11 


furcas gabulas. 




162. 


vomis scar. 


266. 


fiscina curuelin. 


110 


,, 


i'obur aratri phiges houit. 


267. 


torrete bakket. 145 




164. 


tribula flegila. 


>f 


frangite [saxo] malet. 




?? 


traheae slidon. 




obtunsus farnozcenes. 




165. 


supellex gkziugi. 


285. 


licia hmiouk. 




166. 


arbiiteae [crates] zunede. 


11 


telae nueppes. 


115 


'> 


vannus uuan* 


294. 


pectine rauun. 150 




170. 


burim pluges houuet. 


296. 


aeni caldaru. 




173. 


tilia linda. 


298. 


area denne. 




5» 


fagus hucha. 


306. 


lauri baccas eppele. 




174. 


stiva recho , rebo. 


11 


oleam olebere. 


120 


178. 


area denne. 


11 


myrta mirtel.* 155 




?> 


cylindro duuostein, uuel- 


307. 


pedicas strikke. 






lesteine.* 


309. 


verbera [fundae] snuori. 




181. 


mus spicemus, spizmus. 




falx mcssoria sicbila. 




183. 


talpae muluuerl", nmhierf. 




falx fenoria segesna. 



in. DIE PARISER GLOSSEN. 



37 



160 348. maturis rifen. 

353, menstrua Lima niaiuUh- 

uuendiga.* 
359. murmur thoz. 
36 L mergi ducheia. 
mergus duchari. 
165 363. paludes striiot. 
„ fulicae ualkou. 
364. ardea regero, lieigero, 
heigro. 

367. tractus striniun, stramiüun. 

368. paleam spriii. 

170 370. Roreae norostaniiiiint. 

Eurus ostansuntuuint. 

371. Zepliyi'i iiuestanuuint. 

377. hirundo siialauua. 

378. ranae frosse. 
175 379. ova euer. 

389. spatiatiir uuitganget.* 

390. carpentes ceinsende. 
395. obtusa zeiniia.* 
400. maniplos garuon. 

180 403. uoctua natgala. 

404. Nisiis spareuuere. 

405. Scylla leuuerka.* 

449. crepilans salit scellinde 

spriiigit. 
474. Germania francia. 
185 481. proluit nergoz. 

GEORG. II. 

6. vindemia uuindema.* 

8. cothiirnis gescuin. 

12. genestae brimim. 

13. populus belizboum.* 
l'jo „ salicta uuida. 

15. castaneae kestinun. 

16. aesculus uirheih. 
18. cerasis kirsboumon. 



60. uva uiiinberi. 
66. Ilerculeae arltos coronae 195 
birka. 

70. platani ahorna. 

71. ornus Imthoum. 

87. surcuhis snideUnc. 

88. Crustumiis piris bratbiron.* 

,, volemis curbezberon.* 200 

95. preciae lrut''ruf"on.* 

96. cellis kelketron, kelleron. 

100. durare uueran. 

113. taxi iuua. 

129. verba galdar.* 205 

180. calculus kisel. 

189. filicem uarn. 

214. topbus duchstein. 

242. cola siha. 

257. taxi iuuon; mui. 210 

picea Evra. 

putredo fiuli. 
264. fossor greuil. 
333. pampinus uuinreuen blat. 
358. rasae bescelede.* 215 

361. tabulata cameratun.* 

., tabulata spreitbi. 
379. cicatrix bilouuua.* 

381. proscenia Ipxxn. 

„ proscenia ludi spillestede. 22ü 

382. compita xxfgfscfkdbb. 
384. utres budericha. 
389. oscilla docchun. 
394. liba fladun. 

396. veribus spizzen. 225 

„ colurnis hasselin. 
407. putando besnitbeudo. 
413. rusci hulisboum.* 
417. extremos [autes] endi. 
421. rastros hpxxxri. 230 



38 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



aesculus slaheic* 175. 

430. aviaria xxgblxxfkdxn. 

445. carinas bodema: pars pro 188. 

toto. 191. 

463. testudine sxkbpgfn. 203. 

235 471. lustra xxfknthvn. 204. 

497. conjurato gffkdfmp.* 205. 

502. forum dingstat. 222. 

508. rostris thincsteden. 230. 

518. proventu frbmxxpchbr.* 233. 
240 519. trapetis plkbfktdkn.* 

530. certamina gi(il.* 256. 

539. classica heritrunbum. 299. 

300. 

GEORG. III. 3QJ 

25. aulaea umbehanga. 321. 

45. adsensu inquedunguii. 338. 

245 53. palearia chelorpn. 360. 

72. delectus chiist. 361. 

78. ponti brxccb. 364. 

80. terga gpppn. 366. 

81. toris rinnun. 374. 
250 82. spadices [equi] rodkx, 

brxnkx. 376. 

„ glauci [equi] valoubrkx. 380. 

83. gilvo dusinem. 385. 

85. fremens trhasindi. „ 

86. juba manauua. 406. 
255 87. Spina rucchibein. 431. 

104. carcere pfrrkchf. 437. 

107. proni frbmhaldl 442. 

108. humiles nkdfrf. 450. 
124. distendere zegemestanne.* 451. 

260 146/7. est plurimus volilans 

kstmbnbcfugbl. 456. 

147. asilo brfmp; bremo. 473. 

166. circlos cbnbxpn. 497. 

168. torquibus rknigxn. 504. 

173. instrepat carro. 507. 



vescas azkchxn. 265 

ulva riotgras. 
capistris haftra. 
gradibus sonare gangan. 
spumas aget uzffkmpt. 
esseda sbmbxch. 270 

farragine gfrtb. 
urgentur gfstpzan xxfrthfut. 
cubili Ifgfrf. 
obnixus rkngbnder. 
aestuat xzfrxxfllkn.* 275 

fricat rkbkt, herdft. 
Podagras fuozsuth. 
digressus framgeruckit.* 
arbuta brüst.* 

foenilia hpuukscxrxn.* 280 
acalanthida thistiluinco. 
crustae hissun. 
orbes rbt. 
caedunt hpxxfnt. 
stiria kichillb. 285 

comminus gimacho. 
rudo rfrpn. 
specubus frhxspn.* 
sorbis sperobiron. 
lappae clfthxn. 290 

tribuli hiefiuldrun. 
sero xxfzkchb.* 
loquacibus crpudfn.* 
exuviis sclxun. 

ad vivum queclichi.* 295 

unguine sblxxn. 
elleboros marsithila,* sit- 

tiruurz. 
omina hfkl. 
gentem fbsbl. 

tussis anhela chelesnht. 3oo 
crudescere zestarceon. 
singultu sich'^nzugu.* 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 



39 



523. 


Stupor stirnilpd.* 


117. 


Vertex uuerbo. 


564. 


papulae angesezon.* 




soliitis zeergebenen.* 






125. 


emissam uzferlazan. 




GEORG. IV. 










138. 


illi erzagedemo. 


305 46. 


fovent bruodent. 


145. 


tridenti gere. 


48. 


cancros creuiza. 




tridenti darde. 


63. 


melisphylla bmiimrz. 


149. 


seditio gestridi. 


74. 


spicula migon. 


167. 


vivo saxo selpuua senenio 


75. 


ad praetoria sprachuson. 




1 

steine. 


310 89. 


prodigus splüler. 


174. 


silicis flinses. 


131. 


verbenas isiniin. 


176. 


nutrimenta cinselunga.* 


145. 


spinös iam prima ferentes 


' 


fomite zumra. 




prüboum. 








r 


1/7. 


arma azzesi. 


146. 


platanum hahorn. 


215. 


ferinae uuildes tleiscses. 


162. 


gentis fbsflfs. 


222. 


fata misseburi. 


315 168. 


fucos drenon. 


239. 


rependens iiukdfrahteude. 


183. 


tiliam linda. 


240. 


1 

tbrtuna missiburi. 


188. 


mussaut thiezent. 


f^ 4 P^ 








24/. 


Patavi bazzoiia. 


201. 


Quirites rfktmbii. 


254. 


subridens smierondi. 


224. 


arcessere geuuinnan. 


323. 


maculosae fohes. 


^320 243. 


stellio niol. 




lyncis luhses. 


5? 


blattis fledrpnmsin. 


371. 


Suspirans suftondi. 


245. 


crabro hornoz. 




1 






425. 


sulco grauen, 
theatri thinchuses. 


246. 


tineae milua. 


427. 


247. 


aranea spinna. 


432. 


educunt suerement.* 


325 „ 


casses uurppi. 


433. 


nectai'e seinie. 




sarcitus geriuilot. 




cellas bicar. 




imbrex Woluo. 


435. 


fucos dremon. 


479. 


interfusa umbeuareniu. 










449. 


cardo ango. 


482. 


Cerberus hfllkhxnt. 


?> 


stridebat carroda. 




AEN. I. 


452. 


ausus erbakleda. 


330 70. 


age gfdrkpsf. 


466. 


Pergama hogecimbri. 


102. 


Aquilone norduuint. 


693. 


amaracus lauandula. 


107. 


estus cfssb. 


698. 


sponda bettibrede. 


108. 


Notus imestanuuiiit. 


704. 


adolere steincan. 


110. 


, Eurus oslanuuint. 


727. 


funalia carz. 


335 Hl, 


, brevia dxnnk. 


728. 


poposcit eisqjt. 


116, 


, volvitur in caput sturzta 


739. 


. proluit bfgpz. 




ubar houbit. 


740. 


, crinitus lancfasso. 



340 



345 



350 



355 



360 



365 



370 



40 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



AEN. IL 
375 36. suspecta imgetriuuuo, 
suspicor misstruuueii, 
39. incertiim ungeiitagaz.* 
55. foedare eriiuerdu, 
prodo ineldiin. 
380 111. acernis mazaldra, mas- 
zeldra. 
125. recusat xxkdrpdb. 
134. ulva morigras. 
156. sacrata thenleidon.* 
189. omen heihl. 
385 203. orbibus ringin. 

302. adsto zuostun,* zuostunt.* 

symboluni zeichan. 
440. testiidine sciltuueri.* 
468. primo in limine fornan- 
tigenu. 
390 469. corusciis lozonti. 
472, exuviis ursli. 
474. micat le~. 
478. bipenni biale. 
483. penetralia inhusi. 
395 484. in limine primo fornan- 
tigeno. 
491. ariete heia.* 
493. primos eriston. 
siib divo uzze. 
515. praecipites gfxxlkidt'.* 
400 545. umbone ranfte. 
604. hebetat getragit.* 
625. ornum limboum. 
627. usque nohtahime. 
773. steterunt [comae] gruidun.* 

AEN. III. 

405 23. virgulta sumerladun. 
43. stipite selsboum. 

timbra, satureia ueltconola. 



serpulum heimconola.* 



176. 


corripio me e stratis uf- 
scricco. 




195. 


inhorruit [tenebris] irsuar- 
zeda.* 


410 


226. 


clangoribus ruzziingen.* 




252. 


Furiarum hagazvssun. 




257. 


malis kinnibaccum. 




260. 


diriguit ersteuoda.* 




267. 


nidentes segalseil. 
umbo bucula.* 


415 


289. 


transtris stuol. thueri. 




323. 


sortitus lozunga.* 




366. 


prodigium uoraceichan. 




385. 


Ausonii tuscanischen.* 


420 


391. 


fetus uuuochar. 




414. 


convulsa anageslagan. 




416. 


protinus sama''afta. 




442. 


Averna holer. 




451. 


sitiis gelegida. 


425 


453. 


dispendia ungenuri. 




461. 


moneri gemanot uuesan. 




483. 


subtemine uuebal. 
stamen uuarp. 




647. 


lustra dierlegeron.* 


430 


649. 


baccas lorberi. 




671. 


fliictus aequare gegrundan."* 

AEN. IV. 




18. 


laedae kine. 




23. 


[agnosco veteris vestigia^ 
flammae gi/ws//. 




26. 


Erebi helligriioimn. 


435 


27. 


pudor reini. 




35, 


, esto nuolanu. 




56, 


. pacem frithii. 
biennes zuigarii^. 
bimatum zueigar. 
capulus hilzi. 


440 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 



41 



68. 


vagatur uuartoloda. 


491. 


71. 


pastor iagaii. 


498. 


129. 


Oceanum uuiiulilmeri. 


505. 


445 


odorisseciis s|)urihunl. 


562. 




odorissequa leideszoa.* 


564. 


137. 


picto limbo gebrordenio 


565. 




soiime. 


567. 


148. 


fronde loube. 




151. 


lustra leger. 


580. 


450 155. 


giomerant fiiilgdun.* 


605. 


158. 


spumantem uzfimondaii. 


612. 


159. 


fulvum rodan. 


700. 


180. 


celerem snella. 


» 


185. 


Stridens ruzondi. 




455 193. 


fovere brudan. 




202. 


sertis girigiii. 






talus enkil. 


7. 




no, nas, nat suuinimu. 


51. 




penates gesuasgoda.* 




460 255. 


humilis nidiriu. 


71. 


259. 


magalia huttun. 


77. 


261. 


stellatus [ensis] gesteim't. 


87. 


262. 


laena drenbil. 


128. 


264. 


telas uueppi. 


129. 


465 „ 


discreverat underbrordeda.* 


143. 


266. 


uxurius queneman. 


145. 


279. 


amens erquemoner. 


146. 




sistere gestadan. 


9? 


361. 


non sponte ungerno. 




470 


cautis stein. 


158. 


393. 


lenire troistanne. 


163. 


398. 


natat floz. 


187. 


407. 


, fervet streuot. 


200. 


443, 


. Stridor ruzzunga.* 


•/: 


475 444, 


. frondes bieder. 


204. 


462, 


. bubo uuo. 




474 


. furias uudimga. 


206, 


486 


. papaver magon. 


208, 


487 


. carminibus galdrun.* 


yt 



ornos iintboLiina. 480 

moustral zeiget. 

sccta gescidon. 

Zephyros suntuuinda. 

iraruni zorno. 

praecipitare zegeburscan. 485 

fervere streuon. 

concitat gruzzit. 

ferit snfkt. 

foros bodhoino. 

preces lluocha. 490 

croceis cruocuaren. 

roscida douiiaga.* 

cantharus ehngest. 

AEN. V. 

duciint ahtodun. 

Syrlibus griozon. 495 

cestiis coluo. 

favete gegazet. 

carchesia kenninga. 

notae strimolon. 

apricis abren. 500 

metam gicil.* 

stridenlibus ruzzenden. 

carcere perrihe. 

aiirigae reüritton. 

undantia lora uueinonde 505 

zugila. 
frontibiis gransin. 
palmula pletda* 1 plail'a. 
aemula digiu. 
arida erlechendun.* 
ora miinda. 510 

procurrentibus t'ramscor- 

renten. 
obnixi anageslagenon. 
trudes furcon. 
cuspide smereberga.* 



42 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



515 20S. 

212. 

214. 

221. 

226. 
520 232. 

249. 

252. 

257. 

264. 
525 265. 

267. 



269. 

273. 

530 274. 

278. 
285. 



306. 



535 



307. 



313. 



5-JO 



340. 
352. 
545 357. 
373. 
376. 
399. 
405. 

550 408. 



contos scaltbouma.* 
prona thunniin. 
pumice tupfteine. 
brevibus thunnin. 
iirget Urning, 
cepissent bcueingen. 
praecipuos furiston. 
intextus anagebrorduder.* 
custodes magezogim. 
connixi sperd'erende. 
agebat iageda. 
aspera [signis dona] ge- 

grauene. 
cymbia dranoseif.* 
taeniis nestklon, 
aggere hoi. 
obliquuni inuu'eri. 
arduus beigoro. 
ubere udra. 
nobiles sunt nominatiores 

quam degeneres buixh- 

Idinga.* 
levato geuurtemo. 
lucida glicende. 
spicula dar da. 
caelatam geuolana.* 
bipennis bihil. 
balteus riemo. 
tereti siinmi. r|||er. 
libula lailileia. 
gemma ringa. 
consessum gesHheli. 
villis lokin. 
udo uueichemo. 
[se] ferebat ruomida. 
iactat uuarpoloda. 
inductus gemidider. 
insuto anagesiuuit.* 
versat uuarpta. 



416. necduni temporis geminis 

neuueder''aluo. 

421. amictum drembel. 

426. in digitos z nuon. 

436. crepitant clafetun. 

„ nialae kinnibein. 555 

442. adsultibus scrikkin. 

446. nitro sinestakkes. 

449. radicitus uurcilikho.* 

468. fidi aequales gr&nuarduu. 

484. reponit niderlegit. 560 

487. nialum mast. 

492. exit geuaz. 

493. modo d''uomiththunt. 
495, clarissime maristo. 

502. stridente ruzzendera. 565 

507. adducto [arcu] gespanni- 

nemo. 

513. contenta [tela] gkzekntb. 

520. contendit scpz. 

521. sonantem scenlenden. 

528. crinem [sidera ducunt] 570 

thunst. 

544. malum mast, 

546. cnstodem magezogo. 

566. bicolor [equus] fixzelaz.* 

580. discurrere ceuuron. 

584. orbibus uuesscenodon.* 575 

589. ancipitem beuanganan. 

590. Signa spor. 
600. porro ferro. 
604. iidem untreua. 

621. gen US edili. 590 

632. rapti zucte. 

640. ministrat anizit. 

644. maxima natu aldasta. 

659. actae [furore] gescunte. 

662, immissis inlazenen. 535 

,, habenis zugilon. 



III. DIE PARISEU GLOSSEiX. 



43 



696. austris iiuederon. 
710. fortuna missiburi. 
732. Averna imuunni.* 104. 

590 735. concilia gesamiui. 

742. coniplexibus zuouerdi. 

743. sopitos [igues] berechene.* 

744. canae graiiun. 

„ penetralia inuuerdi. 
595 745. farre corne. 150. 

752. ambesa saniefrezenna.* 167. 
inertes erzagede. 171. 

753. rudentes segalseil. 173. 
curia thinchiis. 279. 

600 785. exedisse umbefiezzaii.* 

793. actis gescuiiden. 180. 

794. foede bonlicho. 182. 
807. [nee reperire] viam [atque 

evolvere posset in mare 205. 

SB Xanthus] runs. 214, 

818. eflündit habenas inliez zu- 

gila. 257. 

605 830. [iina omnes fecere] pedem 

ruch. 369. 

antemnae segalgerdun. 397. 

845. furare nim. 414. 

852. clavum stiernagal. 416. 

551. 
AEN. VI. 61 e" 

21. miserum! ahles. 644. 

610 22. urna lozuaz. 659. 

impostores theodisce bo- 704. 
sichera. 800. 

61. iam tandem uuerist. 8l5. 

lectica behdikamera. 
ideo interdum teudisce 
houbitbant dicilur phi- 881. 
lacterium modo phimbria „ 
vestimentorum perfusa 
modo clauata. 



fungor niuzzu. 615 

defungor unniuzzu.* 

inopina iingeiuiande. 

fex drosno^n. 

defeco geliuru. 

feculentus druoui. 620 

castus reini. 

incestiis unreini. 

inceslat gihonnit. 

lituo beritrumba. 

personat erscalda. 625 

exceptum eruarenan. 

[in] stabula legerun, sta- 

dalon. 
piceae forahun. 
ornos limbouma. 
olentes stinchindun. 630 

viscum mislil. 
secto gescidedemo. 
hie formeus uuetbil 
ululare hulon. 

feiTugo rost. 635 

paludem stiuot. 
adorti genandun. 
rimosa zescrundan. 
ulva merigras. 

sonantia [saxa] claffende. 640 
radiis speicohn. 
choreas gartsanc. 
volvitur geflüzit uuart. 
virgulta sumerladun. 
Ostia gemundi. 645 

iactantior iobgeregero.* 
incus anaboz. 
incudo anahaf.* 
foderet biuue. 
calcaribus sporo. 650 



44 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 







AEJV. VII. 


516, 






vorago ubrsuelo.* 


517. 




28. 


tonsae blet^dim,* 






31. 


vertiribiis uueriio pl. 


525. 






iiiieruon. 


541. 




83. 


alveo rxnsx. 


542, 


655 


53. 


mibilis liibarigiu. 


547, 




59. 


penelralibns inuiierdun. 


552, 






leno hileichemachiri.* 


553, 




63. 


colonis lanleioiien. 


554. 




109. 


adorea liba brodinunNlisge 


568. 






vel curninon* fiathon. 


569, 


660 


Jll. 


soliini bothum. 


587, 




J5 


agrestibus iinildun. 


595, 




144. 


diditiir gemarit. 


612, 




165. 


lacessunt benechiduii*' sih. 
claustruni sloz. 


1» 


665 


186. 


rostra gransi. 






188. 


trabeä drembile. 






189. 


l'icus gninispebt. 


626, 




308. 


[nil] iuaiisum unbeguii- 


627, 






nenes. 


55 




319. 


Bcllona uiiigila.* 




670 


330. 


acuit anascunta.* 


628 




347. 


subdit unbuualeta. 


629 




351. 


aniniam ferbcli. 


5' 




352. 


taenia trado, nestila. 


633, 




378. 


"tiirbo dop. 


?i 


675 


380. 


exercent drkiifnt. 
habenä sukphxn.* 


?> 




390. 


thyrsos torson. 


634 




391. 


choros gartsanc. 


637, 




417. 


rugis riinson. 


664, 


680 


5? 


rugis arat rimsodasibe.* 






464. 


exsultant sc'"eccont. 


665, 




465. 


exuberat ouarscn''ttit. 


667, 




466. 


vapor hom. 
pccto kembiu. 


677 


685 


490. 


patiens mannelamer. 


687, 



lacus uiiahc. 

sulfureä sueueudemo.* 

torris brant. 

decernunt scideduniz. 

promissi behezun. 690 

imbuit binazta. 

rcspersi geiiazda. 

abunde est genuchist. 

comminus gehando* h'nt. 

dedit gebaii. 695 

spiracula adbunituitti. 

vorago iiiiariio. 

fragore brohche. 

sacrilego meindadigemo. 

trabea drembile. 700 

Gabino Gabinis scinio.* 

resero iinsliuzun. 

sera sloz. 

serra sega. 

tergent uegedun,* furflnn. 

arviua spec. 

subigunt uuaztun. 

adeps iinslit. 

signa giinüanon. 

positis geslagenen. 

incudibus anabozon. 

umbonum buckeleiie.* 

crates hurdi. 

toracas gesarauui. 

torax brustroc. 715 

ocreas beiberegim. 

tessera heribouchun. 

dolones stakkillun, sueri- 

stap. 
tereti sineuuellimo. 
impexum iinbestralit.* 720 
virgiilta suinerladun. 
eliceo uzerlocciin.* 
livcnüs hlauues. 



J05 



•10 



IIT. DIE PARISER GLOSSEN. 



45 



690. pero snuriheling.* 315. 

725 693. resides erzageder. 342. 
699. cygni eliiiza. 

719. hibernis uuinterlikhen. 354. 

732. caetra litherin. 364. 

741. TeutoDico tutisscomo. 403. 

730 742. subere sap. 412. 

nee acrimonia unsenfti. 418. 

indiges inburdiger. 426. 

754. cantu galdere.* 430. 

767. turbatis erstouhten. 435. 

735 801. palus struot. 446. 

805. colo roccon. 449. 

„ calathis snnhrinon. 453. 

AEN. VIII. 489. 

38. Laurenti lancbardim. 493. 

65. Caput urspring. 494. 

740 95, flexus cherunga.* 500. 

105. senatus gomiscbi, erdom. 506. 

144. tentamenta tui pepigi er- 516. 

suoda, geuuiniscafoda.* 532. 

paterna liniamenta gelichi, 553. 
gelouethe.* 
178, acerno mazzaldrimo. 
745 180. tosta geherstide. 

,, canistris zeinnon. 585, 

205. inausum iingenandan.* 589. 
237. nitens spirtbereiule. 
239. impulit stiez. 

750 248. rudentem liiondan. 596, 

250. molaribus mulinsteinon. 622, 

260. in nodiim in houphon ze- 624, 

samane. „ 

267. semiferi halfdieres. 630. 

276. bicolor[populus]zuiuaren.* 634. 

755 285. Salii salzara* vel scric- 636. 

cara.* 642, 

289. eliserit erdructa. 



truncis stoccon. 
asylum tluhthus,*genatbus. 
caper boc. 

aegida geizfei. 76o 

aude genendi. 
animae blasbalga. 
penso nuiküine. 
exesa [antra] geolade. 
politä [parte] geniUdhno. 7G5 
rutili rotes, 
aegida brustroc. 
vulnificus uuntdragili.* 
füliibus blasbalgin. 
tenaci forcipe uasthauen- 770 

dro* zangun. 
fessi eru'erede. 
hospitis uuii'des. 
furiis zornon. 
ilos zieretha. 

insignia heuugetbinc. 775 

niilitiam thegonod. 
bospes nuirt. 
pellis hut. 
acrimonia unsenfti. 
indiges inburdiger. 730 

praecipuum mbrk, mari. 
equitatus girkt. 
perfusus [undä] gebadbeter. 
inscius ungeuuizener.* 
inscitia ungeuuizini.* 735 

ungula buof. 
nubes regenbogo. 
ocreas beinbergun. 
recocto gesodenemo. 
Mavortis xxkggodes. 790 

mulcere lorcon. 
consessu gesithili. 
[Metium] in diversa [qua- 

drigae distulerant] bi- 



46 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



stumulot. 238. 
657. dumos hxrstk. 

795 660. virgatis striphallten.* 252. 

662. gaesa dardb. 255. 
681. patrium mkthflim.sgfmp. 
700. [saevit] medio in certamine 

[Mavors] bfdfnlibla. 257. 

703. Bellona vuigilla.* 258. 

800 704. intendebat spien. 263. 

710. ferri geuuort uuerthan. 286. 

722. incedimt zuogiegun. 

724. discinctos herzagede. 316. 

inhabiles milici^ zagen. 318. 

805 729. parentis heren. 323. 

324. 

AEN. IX. 

29. amnibus runsnn. 328. 

31. alveo canele. 334. 

34. mole uuardim. 335. 

37. eia uuolnu, iiiiolnu. 345. 

810 40. fortuna missiburi. 346. 

43. ira zorn. 350. 
53. fremitu brahte. 

56. turbidus zorneger. 357. 

58. ovili euuiste. „ 

815 59. fremit [lupus] grinit. 358. 

„ caulas xpxxkst. 363. 
86. picea foraga. 

taeda chkfn. 371. 

123. revocat uuitheruuacta.* 

820 „ [revocatque] pedem [Tibe- 377. 

rinus ab alto] rxnsa. 379. 

162. discurrunt cergabun* sich. 

168. explorant erspietun, er- 381. 

suohtun. 

„ pontes stigun. 383. 

188. porro ferro, uuolno". 386. 

825 229. admittier zuogelazan uuer- 406, 

dan. 407, 



fortanä stadu , ualgu, 

ernoste. 
mores cbnehtheit. 
[inimo ego vos, cui sola] 

Salus [genitore reducto] 

gero. 
penetralia inhusi. 
obtestor besueriu. 830 

talenta geuuagi. 
in[que] salutatam nnge- 

quidheda.* 
[inter] lora zugilon. 
res Stada. 

tapetibus tepidun. 835 

[toto] proflabat [pectore 

somnum] uzsnudda.* 
aurigam reitrhittihl. 
Inserat gelahchoda.* 
protenus samanhafto. 
comminus gebafto.* 840 

recepit uuitherzo. 
religatos [equos] gebnn- 

deniu. 
phaleras sadalgareidi. 
buUis castun, bothemon. 
cingula insigili. 845 

[galeam cristis] decoram 

genupdan. 
sublustri [noctis in umbra] 

in themo luzzilliehte.* 
ad divortia uuegecÄeron.* 
ilice slateichi.* 

graminosa grasagkx. 850 

rara engi. 

cognomen genanno. 
regione bblfu. 
stabula sueiga. 

ad fastigia uirstboumon.* 855 
turbare geirran. 



III. DIE PARISER GLOSSEN. 



47 





graminosa grasagiu. 


592. 


digna ciuscu. 


415. 


aure oren. 


)» 


indigna unciuscu. 


416. 


tempus thunuuenge. 


595. 


obsidione bihseze. 


860 417. 


tepefacta eruuarmet. 


599. 


[fandi] tlctor lugeneri. 


421. 


recluso [ense] erbrotde- 


605. 


rastris egidun. 




nemo. 


606. 


teritur gebouut uuirdit''. 


432. 


collapsa gehaldit. 


612. 


cboreis gartsangou. 


439. 


rotat uuarfta. 


613. 


manicas stucbun. 


452. 


concursus zuoloufe. 


?» 


redimicula zieri. 


865 462. 


rumoribus marin. 


615. 


tibia suegala, piepho. 


470. 


fluentia rinnindiu. 


626. 


cornu petat stickht. 


474. 


radii spklillllxn. 


635. 


crinitus Ibncfasso. 




radius iiuirdil.* 


662. 


intendunt spienun. 


474. 


pensa uuickilin. 


») 


amenta laza. 


870 477. 


prima erst, irista. 


671. 


patriis heimelichen. 


482. 


copia Stada. 


677. 


Athesim etisa. 


485. 


produxi uzdruog. 


678. 


intonsa unbestunbelodun.'' 


)7 

487. 

875 

491. 
503. 
504. 
520. 
880 522. 


pressi [oculos] bededa. 
telä uueppe. 
peplo tuckhl. 
figite sciezzent. 
testiidine sckltuufri. 
Valium spkzzxn. 
pinum dbrt. 
Valium spkzzxn. 


679. 
695. 
698. 
699. 
702. 
708. 

717. 


nutant imagxnt. 
cornus cxrnilbpxm. 
pulmone Ixngxn. 
Meropem grxonspfht. 
phalarica stlfscoz. 
saxea pila stfn'mgfrxstk. 
recumbit gflkgkt. 
copia stadb, frkst. 


524. 


strages uuallb. 


720. 


fortuna mksiburi. 


527. 
534. 


pontibus stfgxn. 
tabulas sckndflxn. 


722. 


agat chfrdb. 

obnixus etgbgbnspkrthf- 


536. 


[retro] residunt gfuuk- 
gchocn. 


727. 


rendfr. 
inertia uueinchun. 


885 540. 


confixi eruuerdit. 


729. 


sonuere scuUun. 


550. 
566. 


venabula uueidespiezi. 
fragmine stucche. 


733. 
737. 


emicat furkscrkhdb.* 
subridens smkfrendk. 


574. 


strinxerat gerizda. 


744. 


versat uufrukt. 


584. 
890 „ 
586. 
590. 


egit uubrpda. 
habenä slkngersnuri.* 
diffidit spielt, 
minorem iungerun. 


6. 
12. 


A E N. X. 

sententia setbb.* reht. 
arcibus hoin. festin. 


591. 


nuper niuuues. 




caluus caleuuer. 



895 



900 



905 



910 



915 



920 



925 



48 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



930 21. tuniidiis muotgciler.* 
23. ((uin nobf. 

46. o])testor hksiierku. 

47. nepotem betherquonion. 
58. dum xnzxn. 

935 60. solum lifrdslat. 
79. pactas gemalida. 



96. fremebant tbkpzfnt. 

99. murniura tbpz. 

107. spem gidhingi. 

122. rarä thunneru. 

„ Corona scbru. 

140. armare [veneno] gflxpbpn. 

169. goryti bogenuoder. 



940 



BLATT 4 2. 



Olor Eleuiz. 

Parix nieisa. 

Peringelliis Vinco. 

Vultur Giro. 
V. Merops l Loaficus Gruonspeht. 

Cuculus i Psitacus Gok. 

Cornicula Crecula.* 

Pica Agalstra. 

Cignus Eleinz, 
X. Grus Crano. 

Hupopa Wideopa. 

Ciconia Strok. 

hirundo Sualauua. 

Passer, 

Turtur turtulduba. 

Caradion 1 Laudula. 
x\' Lucinula natgala. 

Mergus duchere. 

Pavo Po. 

Phicedula Sneppa. 

Strucio. 

Filomela. 

Bubo huc. 
XX Lucifuga huchela. 

Onocrotalus Wazzerbunt. 

Necticorax natram. 

Passerarius Wigo. 

Frodium doniclin.* 



Frodum. 
Capis Falco. 
Accipiter hauok. 
Vespertilio Flethermus. 
Castor biuer. 
Castoreum. 
Merula ansia. 
hibex steinbuc. 
Betriscus uurendo.* 
Coturnix Watala. 
Ortigo meira. 
Rinocerus vrhunt. 
Ericius igil. 
Ardea heipo. 
Gallinacius cappo. 
Scarabeus. 
Papilio Pif ultra. 
Fucus drano. 
Vespa wespa. 
Crabro horneiza. 
Turdus Stara. 
Gripes Gripho. 
Palumbus holeduba. 
Pulkis hunt. 
Perdix Rephount. 
Frondator sphet. 
Capedo Cappa. 
Graculus hruok. 



Il[. DIE PARISER GLOSSEN. 



49 



Nomina Herbarum. 
L. Plantago Wegebreda. 

Mallia Papilu. 

Anetum dilli. 

Saturcia Scarabeia.* 

Serpillum Conala. 
I.V. Scareia Scarabeia.* 

Nastucium Crasso. 

Cucurbita Curuuiz. 

Libisticum lupistedila. 

Marrubium Andron. 
Lx. Maratrum Feiiekal. 

Caulus Col. 

Puleum Puler. 

Cerfolium kiruela. 

Abrotanum Auarata.* 
Lxv. Ceppe lük. 

Absindium wermoda. 

Pepones pethemo. 

Urtica nezila. 

Robur et quercus eich. 
Lxx. Fraxinus asc. 

Aluus erla. 

Salix wida. 

Populus belzbovm.* 

Platanus aorn. 
Lxxv. Corilus basal. 

Paliurus hagan. 

Vepres ßremon. 

Malus Afaldra. 

Pirus bireboum. 
Lxxx. Abies Danna. 

Viscus Mistil. 

Carpenus Hagan. 

Tremulus Haspa. 

üumus Dorn. 
Lxxxv. Sentes Ahorna. 

Ornus Her.* 



Pitea foraba. 

Ulmus melin.* 

Cerasus kirsboum. 

Tramasca mazaldra. xc, 

Sambucus holender. 

Fusarius Spiniliboum. 

Sanguinarius hartrugulin. 

Persicus Persihcboum. 

Juglandis Nuzboum. '"^^ 

LePus Haso. 

Castor bivor. 

Lustrus Otter. 

Capreolus Rech. 

Verris Ber. ^■ 

Caper, capra buc. 

Ibix Steinboc. 

Onager Scelo. 

Alx Elo. 

Rinocerotes unicornis. cv. 

Griphes Griph. 

Linx Luhs. 

Simia aphin. 

Cenophalus hunthobido. 

Iricius Igil. '^^• 

Istris. 

Mustela Wisela. 

Sorix Mus. 

Grillio Heimelo.* 

Scarabeus wibil. 

Talpa mulwerp. cxv. 

Aenum kezel. 

Iris, iridis Rechenbocho. 

Iris, iris Dee nomen. 

Hiris. iris thronus dei. 

Chilindrus vel Tophus Duche- cxx. 

stein. 
Sciniphes mucca. 
Ventibrum vel vannus wan.* 



Z. f. D. A. neue folge HI. 



50 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 

Clm. 18059 aus Tegernsee, 'pergament, ] 1 . Jahrhundert , folio, 
enthält die werke Virgils und davor den commentar des Servius, 
aufserdem die bei Graff mit Tg. 2 bezeichneten windnamen nebst 
anderen kleinen stücken, die deutschen glossen darin, welche über 
den ganzen Virgil sich erstrecken , gebe ich hier nach einer abschrift 
des herrn FKeinz. Graff hat dieselben im Sprachschatze unter VE, 
VG, VA aufgeführt, um meine arbeit sogleich für besagtes werk 
nutzbar zu machen, werde ich die von Graff gar nicht citiepen Wörter 
mit einem Sterne , diejenigen aber , bei denen er nach irgend einer 
Seite hin abweicht, sei es dafs er ein falsches citat beibringt, sei es 
dafs er eine abweichende lesung bietet, mit einem kreuze kenn- 
zeichnen, vielleicht bin ich nach dieser richtung etwas zu consequent. 
die hs. kennt nämlich drei arten glossen: 1) vollständige worte 
2) endungen 3) praepositionen , die bei der Übersetzung lateinischer 
dative und ablative zu verwenden sind, ich habe nun auch die unter 
2 und 3 namhaft gemachten kategorien regelmäfsig mit einem Sterne 
versehen, obwohl ein Wörterbuch [dieselben entweder gar nicht oder 
doch nur einmal zusammenfafsend aufführen kann. 

Dafs die uns vorliegenden glossen abgeschrieben sind, würden 
schon die dem elften Jahrhundert nicht mehr adaequaten alten formen 
der ersten p. pl. praes. und praeteriti, die indicative fargultumes 
{denn das soll doch wohl die Schreibung fargultun mez bedeuten, 
sodafs die jüngere form in die ältere corrigiert ist) 315, arsuochemen 
447, piuvindemes 486, frumitumes 1598, die conjunctive lazamen 
2601, machomes 2829, scidomen 2946 beweisen, besonders da sie 
neben den jüngsten darstellungen des gen. dat. sg. adj. fem., wie 
kalter 180, gitouganer 804 und neben loorten vorkommen, in denen 
ich Umlaut des uo zu erkennen glaube: chuiJi 1, uipari 192. zu 
demselben schlufse loürden wir auch durch folgende von mir im 
abdrucke gebefserte fehler des lateinischen textes, bei denen die 
deutschen glossen die richtige lesart voraussetzen, geführt werden: 
fletus für fetus 1320, substituit /"i'ir substitit 1554, promitte /"ür 
promite 1905, flammis für flammas 2095, accisi für accisis 2189, 
inaccessum für inaccessam 2423 , candente für candentem 2949, 
incusus für incuses 2955. doch nicht aus derselben hs. sind text 



IV. DIE TE(iER.\SKER GLOSSEN. 5J 

tnid glosseu abgeschrieben, sondern die letztem aus der hs., für 
welche sie original waren, in eine von ihr unabhängige eingetragen, 
dies ergiebt sich aus folgendem: 1) wenn in dem verse: et canit 
extremos elfectus vinitor antes Georg. II. 417 über eflectus die 
glosse arlitana steht, so wird dadurch die lesart efFectos vorausge- 
setzt, welche in sehr vielen hs. sich fmdet; der vers lautete alsdann: 
et canit eflectos extremus usw. 2) Aen. VI. 62 kommt in einem ge- 
hete des Aeneas an Apollo der vers vor : hac Troiana tenus fuerit 
fortuna secuta, d. h.: bis hierher und nicht weiter möge uns das 
trojanische unheil geleitel haben = hier möge es endlich aufhören; 
dazu passt aber nicht die deutsche glosse über fuerit, nämlich uuas; 
ihr mufs fuerat sm gründe gelegen haben, zwar finde ich diese lesart 
bei Ribbeck nicht angemerkt, doch beweist das nichts, denn a) giebt 
fuerat einen leidlichen sinn und kann daher leicht von jemandem 
eingeführt sein, o?er fuerit nicht verstand; b) bietet unsere hs. selbst 
eine reihe bei Ribbeck nicht verzeichneter Varianten, ich encähne 
davon: hinc für hie Georg. III. 28, dum für cum Georg. III. 423, 
obduxerat für adduxerat Georg. III. 483, casum für occasum Aen. 
I. 238, fragosis für fragosus Aen. VII. 566, sublapsum für con- 
lapsum Aen. VIII. 584, extinguere für exscindere Aen. IX. 135. 
transierunt für transierint Aen. I. 266 kann hlofser Schreibfehler 
sein ; metrisch unzuläfsig ist exemat für exerait Aen. VI. 746. 3) 
Aen. VIII. 177 liest unser text: villosi pelle leonis mit der glosse 
zatohtemo über dein ersten worte; wahrscheinlich ist daher das 
deutsche ursprünglich für villoso. welches der Bernensis 184 hat, 
bestimmt gewesen. 4) während sonst die partikel que regelmäfsig 
mit joh, jouh gegeben wird, finden wir Aen. VIII. 187: que oda. 
erklärlich icird dagegen diese Übersetzung, wenn wir die Variante ve, 
die dieselbe Berner hs. geicährt, voraussetzen. 5) auch zu lautis 
(carinis) Aen. VIII. 361 passt die glosse uuiteu durchaus nicht; 
nichts würde aber zu erinnern sein , wenn latis , die lesart des Medi- 
ceus, an dieser stelle begegnete. 6) unser denkmal übersetzt Aen.XU. 
21 expendere diirch gilengan. verständlich ist jedoch diese version 
nur, wenn wir mit Graff IL 230 die Variante extendere für die- 
jenige gelten lafsen, nach der das deutsche wort gewählt ist. 

Ein unerheblicher gewinn für die Zeitbestimmung unserer hs. 
läfst sich aus der im Servianischen commentare über iMinerva no- 
tierten glosse (3078) : herirantes frouua ziehen. Herirant war näm- 
lich übt von Tegemsee 1042 — 46 {Mo7i. Boi. VI. p. 6). leider sind 

4* 



52 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

für seine sonne für die nächstvorhergehende und folgende zeit unsere 
quellen ungemein unergiebig, ich stelle das wenige, was ich über ihn 
gefunden habe, hier zusammen, die historia S. Quirini regis et 
martyris bei Oefele, rermn Boicarum scripores II. p. 70"* besagt: 
de Herrando XV. abbate. Ilerrandus abbas XV ex conventu 
electus per investituram regis Heiiirici Udalrico successit. erat 
enim doctus, de litteris beiie meritus et regi etiam notus. sed 
propter excessus vitae ac niorum accusatus a rege deponitur, qui 
non niulto post obiit, tertio nonas Maji anno MXLVI. sedit quatuor 
annis. ähnlich lautet die entsprechende stelle des chronicon mo- 
nasterii Tegernseeensis bei Pez, thes. anecd. III. 3, p. 512: cui 
Herrandus de nostra congregatione successit per investituram 
regis. erat enim litteratus homo et regi notus. facta sunt haec 
anno domini niillesimo quadragesimo secundo. annis quatuor de- 
cursis niillesimo quadragesimo sexto Herrandus abbas pro ex- 
cessibus suis impetitur, et a rege Hainrico depositus obiit postea 
tertio nonas Maji. dafs er glocken nach Benediktbevern schenkte, 
wird erwähnt Mon. Germ. XI. 220, 31. aus diesen spärlichen no- 
Uzen ist alles geflofsen, icas WHund {metrop. Salisb. HI. 392), 
Günihner {geschichte der literarischen anstalten in Baiern) und Frey- 
berg igeschichte von Tegernsee) über diesen abt vorbringen, der 
hauptpurikt , den die letzterwähnten historiker übereinstimmend mit 
den alten Zeugnissen betonen , ist Herirants gelehrsamkeit. und dafs 
er in diesem betrachte auf der höhe seiner zeit stand, bezeugt ein 
von ihm an kaiser Heinrich III. gerichteter lateinischer brief, der in 
der sogenannten reimpi'osa abgefafst ist. man findet ihn bei Pez, 
thesaurns VI. 1, p. 230. ich möchte daher auch die bemerkung in 
unserer hs. auf seine gelehrte bildung deuten: die Minerva, die 
göttin der Weisheit, ist seilte gebieterin. freilich kann auch anderes 
gemeint sein, loas wir bei der geringen kenntnis der einschlägigen 
Verhältnisse nicht mehr zu erralhen vermögen, doch kommt darauf 
auch nicht viel an. das für uns wesentliche ist zu erfahren, dafs 
im jähre 1046 spätestens der lateinische text der hs. vorlag; ob er 
damals schon glossiert war, wifsen wir freilich nicht, denn nach 
Herirants tode würde es niemandem eingefallen sein, diese worte 
zu schreiben, da bald darauf viel berühmtere äbte die leitung des 
klosters in die hand nahmen. 

Ich schliefse diese Vorbemerkungen mit hinweis auf einen um- 
stand, der für das richtige Verständnis mancher in den glossen vor- 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 53 

kommender formen von Wichtigkeit ist. sehr häufig sind nämlich 
adj. nicht nach dem genns des lateinischen, sondern nach dem des 
zu ergänzenden deutschen wortes construiert. in solchen fällen habe 
ich. Graffs vorgange nachfolgend, das lateinische snbstantivum in 
eckigen klammern zugefügt, doch ist an mehreren stellen die auf- 
findung der richtigen oder wenigstens passenden altdeutschen be- 
zeichnung nicht ganz leicht und ich glaube nichts unnützes zu thun, 
wenn ich die schwierigem ergätizungen hier aufführe, astro 134/'. 
vielleicht liuhta ; segelem 209 m. vielleicht wem ; gleicherweise ver- 
langt seges ein deutsches masc. in den Schi. gl. 6, 200 = 496 
meiner Zählung; fibrae 309 n. innodli oder ähnliches; vellera 397 m. 
scapari; tigres 413 w. tigertier: glaiea 454 und öfter n. sant; 
animiim 510 w. muot {da dies im ahd. ja oft neutrum ist); fatum 
645/". wurt; pectiis 707 m. puoc?; usus 751 f. geuuonheit; aether 
763^. luft; Rhodope 894 m. seil, perac; hedos 939 w. pochili; 
sanie 1030h. eitar {detm der nom.sg. ist an der stelle anziinehmen); 
epul^ 1049 n. muos [so in den Hraban. gl. p. 959'); ripa 1081m. 
stat; flos 1228/". pluoma?; llumina 1296 m. klingo, prunno ; 
hiberna 1379 m. wintar; postes 1629 n. turistal {dies wort führt 
Graff \. 496 unter den compositionen von luri auf, VI. 676 aber 
findet es sich nicht, icegen des genus verweise ich auf die analogen 
Worte kerzestal usw. mhd. lob. II. 2, 558*); ignem 1834 f. vielleicht 
louka {Graff n. 151); nomen 1984/". gineninida?; amictus 2038/". 
wat; proles 2144 n. kunni; agmina 2155 m. diot?; currus 2204/". 
reita; consilium 2335/". gistungida, lera; larem 2502 w. fiur {vgl. 
Hrab. gl. p. 969' : laris ignis) ; alvo 2566 f. tiufi ; ponderis 
2888 f. waga. 





BÜCOL. II. 




BUCOL. VI. 


8. 


frigora chuili. 


22. 


moris mörberi. 10 


9. 


lacertos egidechsa. 






11. 


serpillum qvenela. 




BUCOL. Vll. 


22. 


lac nouum piost. 


42. 


rusco lignum quod dicitur 


31. 


silvis fach. 




huliz. 


48. 


aneti tilli. 


48. 


palmile zuocko. 


50. 


uaccinia heidperi. 


49. 


ted^ fachala. 




BÜCOL. V. 


50. 


fuligine ruaz. 


39. 


Carduus thistil. 


51. 


tantum souilo. 15 


yi 


paliurus hagan. 


55. 


at auar.* 



54 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



66. 


populus alpari. 


71. 


cessare kirastan. 


45 


68. 


fraxinus asc. 
BIICOL. vni. 


72. 

74. 


situ, ociositate gilegidu. 
siliquä hala. cheuua. 
quassante chlatTantero. 




29. 


incide sprizala. 


75. 


vitiae uuichun. uogalchrut. 
lupini iuuinun. 


50 




BUCOL. IX. 


76. 


susluleris uviiiohes. 




20 14. 


quacumque niilett'uveli- 


78. 


lethargus tualm. 






hera.f 


79. 
93. 


sed suntar. 
acrius hantigeres. 






BÜCOL. \. 


96. 


nequiquam ingimeitun. 


55 


7. 


dum iinzin. 


97. 


suscitat ruozit. 




1» 


attondent, pascuntur cri- 


,, 


terga zurft.* 






meiit.* 


101. 


kilassini. 




11. 


nam iiuanta.* 


105. 


pinguis girozetes.* 




17. 


poeniteat rivue. 




haren^ mistes. 


fiO 


25 19. 


venit quam. 


107. 


exustus zuscter. 




20. 


uuidus, pingvis drozenter. 


109. 


levia beigen. 




27. 


ebuli atuh. 


HO. 


ciet, sonat gruozit. 




43. 


[consumer]er uurti.' 


114. 


deducit apaleitit. 




50. 


condita uersu gimahotiv. 


123. 


movit [agros] roozzit. 


65 


30 53. 


incidere garizan. 


128. 
131. 


poscente eiskentemo. 
removit dana ginam. 






GEORG. !. 


142. 


trabit zoh. 




4. 


experientia chleini. 


146. 


egestas zädal. 




,, 


parcis argin. 


,. 


urgens duingentiv.-f 


70 


12. 


frementem [equuuij tnat- 


151. 


borreret uuasseti. 






tontaz. 


152. 


aspera sarfiu. 




13. 


tridenti chrouvili.f 


153. 


lapp^ chlettun. 




35 30. 


ultima entrosta.f 


n 


nitentia clizeutun. 




34. 


contrahit zisaminazoh. 


154. 


infelix hartsalibc. t 


75 


35. 


reliquit liez. 


5? 


auenae turda. 




36. 


nam uuanta. 


156. 


terrebis, minaberis bruttes. 




46. 


splendescere g'izzan. 


„ 


opaci finstrin. 




40 47. 


auari frehhes. 


157. 


uocaueris balost. 




53. 


regio, plaga zelga. 


162. 


inflexi gipoganiu. 


80 


57. 


ebur olefantes.^ 


163. 


plaustra carra. 




63. 


ergo age pidiu*uvola. 


164. 


tribula flegila. 




68. 


sulco sega. 


?? 


traheae slitun, sleichvn. 





IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



165. uilis [supellexj smahaz. 
85 166. mystica pizeichantlichiu. 
„ uannus uvanna. 
167. repones gipergist. 
171. stirpef selpoiim. 
„ temo grintil. 
90 1 72. dentalia moltpret. 

173. tilia linta arbor. 
„ fagus piia'ha. 

174. stiua rlostra. 
„ currus redir. 

95 „ torqueat chere. 
„ imos aftanentigen. 

175. explorat arsöoche. 

176. referre sagen. 

177. neque piget noli ni pi- 

druzzit. t 
100 179. cretä leime. 
„ tenaci feste mo. 
180. necsubeant niimtaruaren. 
„ puluere molte. 
„ fatiscat scrinte. 
105 181. pestes palauva. 

182, domos holir. 

„ horrea muttun. 

183. capti pisuichina. 
„ talpae sceron. 

HO 184. bufo chreta. 

185. ingentem mihhihim. 

186. gurgulio amstra, angar. 
192. nequiquam ingimeitun. 

„ paleä helua. 
115 193. medicare temproH. 
194. amurca olidrusa. 
197. multo [labore] mihilero. 
200. ruere queman. 
202. remigiis feridin. 
120 „ subigit uftripit. 
„ forte odovuan. 



203. praeceps tiuffi. 

„ prono [amni] dratero. 
„ alueus runst. 

204. tam daz sama. 125 

206. per aftar. 

207. ostriferi [Abydi] scalatragun. 
„ fauces giduinc. 

208. ubi sosa. 

211. intractabilis unhantlihes. 130 

212. cereale chornlihaz. 

213. dudum sar. 

214. licet muoz ist. 

218. auerso [astro] dana gi- 

cherton. 

219. farra spelta. 135 
222. gnosia [stellaj gretigisco. 

226. vanis avenis vuildun ha- 
parun. 

233. zon§ strichi. 

„ corusco lohenzentemo.f 

234. torrida prinnentiv. 140 

236. cerule^ [zon^] plavue.f 

„ concreto [zon§] girunnana. 

237. aegris vuenigen. 

238. secta [via] gimahoter. 

239. verterit picherit. 145 

240. ut alsosa. 

241. consurgit gistft. 

244. flexu gipugida. 
„ elabitur slichit. 

245. in morem in uvis. 150 

246. aequore in demomeri. 

,, tingui ginezzat uverdan.* 

247. intempesta unzitigiv. 

249. aurora tagarota. 

250. anhelis fnehanten. 155 
256. tempestiuam [pinum] zi- 

tigan. 
euertere feruverfan. 



56 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



259. quando ettivuenna. 
266. fiscina chasibora , cha- 
sichar. 
160 268. etiam ouh. 

269. fas urloup. 

270. vetuit pivuerita. 

271. moliri machun. 
„ uepres pramahi. 

165 273. agitator tripari. 

274. reuertens vuidarziohenter. 

275. incusum giholeten. 
massam givuel. 

278. hevmenides hazisa.t 
1 70 „ partu gipurti. 

„ nefando [paituj unmuoz- 
haftigero. 

279. creat gipar. 

280. coniuratos geinente. r 

281. imponere anaifellan. 
175 283. exstructos gihuofotui). 

284. uitem repun. 

285. telae vueppi. 
„ lycia harliivi. 

286. fug^ dero uarti, ttuhti. 
180 287. gelidä kalter. 

„ dedere geliezent. 
289. leues pröduii. 

292. inspicat sprizalot. 

293. interea innides. 

185 294. percurrit durih loiphil. 
„ percurrit zalot. 

296. despumat uzfeimit.| 

louplines.* 

297. rubicunda giriphetiv. 
190 298. terit driskit, battat. 

299. ignaua [hiems] unniizer. 
,, colono uipari. 

300. parto, proparato demo ga- 

rivun. 



303. presse [carirn^j pidugun- 
gau'v. 

304. puppibus stivrun. 19.5 

305. stringere, decutere zi scnt- 

taniie. 

307. pedicas vualzun. 

308. auritos die mihilorohtun.* 
„ sequi zi'aganna. 

dammas tammili. 200 

309. torquentem vnintenten. 
„ uerbera vilhin. 

310. glaciem rosun. 
„ trudunt stozent. 

312. ubi sosa.* 205 

314. inhorruit arstropolot. 

315. turgent suellent. 

319. quo diea.* 

„ grauidam [segetem] gila- 
danen. 
imis innantigen. 210 

320. turbine vuiuvinte. 

321. hiemps ungivuitiri. 
,, leuem lihten. 

„ stipulas pletir. 

„ uolantes flogerezentiv. 215 

322. etiam ouh.^ 

325. l^ta sconon. 

326. diluit ziflozit. 

327. spirantibus vuagonten. 

328. corusca[fulmina]]ohezenta. 220 

329. molitur machot. 
337. orbes ringa. 

339. Sacra opfar. 

340. sub umpi. 

341. mollissima mammantigo- 225 

stun. 

342. [tum somni duicesj sint.* 

344. favos fladun. 

345. hostia friskinhc. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



57 





347. 


clamore ruophe. 


403. 


noctua vuuiia. 


265 


230 


,. 


uocent halon. 


413. 


inter unter.* 






349. 


torta givuntanero. 


,. 


actis hinaglitaneo. 






351. 


possimus megin. 


414. 


dulcis [nidos] livpiv. 






1' 


discere pivindan. 


415. 


quia daz.* 






352. 


agentis tripenta. 


416. 


ingeniuni sin, vuizzi. 


270 


235 


358. 


fragor prastod. 


417. 


verum ubi suntar* sosa.* 






359. 


increbrescere aräemizigen. 


419. 


rara fohol dunno. 






365. 


etiam ouh.* 


!•> 


relaxat inlazit. 






373. 


uela segala. 


421. 


agebat treip. 






374. 


nunquam obfiiit nivuvihl 


422. 


[concentus] daz.* 


275 






niterida. 


425. 


[ordine] after.* 




240 


377. 


arguta liutreistigiv. 


426. 


liora, dies stunta. 






T> 


lacus sea. 


434. 


nascentur rinnent. 






379. 


penetralibus ar tivphiii. 


435. 


exactum arlitanan. 






7< 


extulit uzuuorit. 


., 


carebunt darapunt. 


280 




380. 


terens [iter] trettenti. 


438. 


quoque ioub. 




245 


382. 


increpuit chradimit. 


:•> 


exoriens arrinnenter. 






384. 


in stagnis in den seiivan. 


441. 


ubi so.* 








rimantur azont, crupilunt, 


,, 


nascentem arrinnentan. 








snapalont. 


442. 


re[fugerit] uuidar.* 


285 




385. 


certatim iligo. 
largos ginuhtsanii. 


443. 


suspecti givuanta. givuissa. 
urget duingöf. 




250 


386. 


currere lovfan. 


444. 


sinister apaher. upiler. 






389. 


spaciatur sperzipeinot. 


446. 


rumpent özprehhent. 






390. 


carpentes ziesento. 


447. 


cubile petti. 


290 




?' 


pensa vuicchili, uulgo peisa. 


448. 


niites riphun. 






391. 


hiemeni ungivuitiri. 


,. 


pampinus rep'plat. 




255 


?' 


[cum] uiderent sehenl. 


449. 


salit screchot. 






392. 


scintillare raskezzan. 


450. 


emenso armezanemo. 






5? 


putres produn. 


453. 


ceruleus [color] plavuiv. 


295 




V 


fungos taht. 


454. 


macul^ plecbun.f 






395. 


nam vuanta." 


459. 


orbis ring. 




260 


,, 


acies scimo. 


464. 


c^cos tougana. 






397. 


per after.* 


465. 


fraudem untrivua. 






398. 


pandunt spreitant. 


467. 


ferrugine, nigredine suarzi. 


300 




401. 


recedunt, recunibunt gi- 


470. 


obsceni unreina. 








uallent. 


473. 


liquefacta [saxa] zismalzta. 






403. 


nequicquam ingimeilun. 


478. 


locutae spracbun. 





58 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



479. 


infandum immoozuii. 


23. 


305 „ 


sistunt stöntun. 


32. 


481. 


proluit argoz.* 


34. 


55 


uertice runso. 


35. 


484. 

55 


extis inadrun. 
minaces [fibrae] drolihiv. 




310 486. 


resonare aiiivtit vuesan. 


38. 


489. 


ergo pidiv.* 


5> 


491. 


superis ufavartigen. 


46. 


492. 


latos [campos] preiti. 


51. 


498. 


indigetes innapuriun. 




315 502. 


liümiis fargultiin mez.f 


53. 


55 


periuria meinsiiveridi. 


58. 


503. 


iam pridem sar. 


59. 


55 


regia phalanza. 


60. 


504. 


curare pisorgen. 


55 


320 507. 


sqiialent iinsuprant. 


61. 


512. 


iit denni.* 


64. 


513. 


in spacia in vuifiiiphi. 


68. 


55 


retinacula zigila. 


69. 


514. 


auriga reitrihtil. 


70. 


325 „ 


habenas prittila. 


71. 




GEORG. IL 


73. 




comas locha. 


55 


5. 


pampineo repalihemo. 


74. 


12. 


ut iohso. 


55 


»5 


siler velarin. 


76. 


330 „ 


lent^ vueichun. 


,. 


13. 


glaucä [fronde] plavuemo.f 


77. 


55 


canentia grauventiu. 


78. 


55 


fronde loupe. 


79. 


14. 


posito fonna* gisaztemo. 


55 


335 15. 


frondet loupet. 


55 


16. 


oracula zantuvrti. 


86. 


17. 


silua stöda. 


87. 


19. 


subicit uftöit. 


88. 


20. 


primum zerist. 


55 


340 21. 


fruticum spreida. 


55 



abscindens slizenter. 

impune inginiuz. 

corna quvrnalperi. 

quare agite uvol8r pi dero 
racha. 

generatim ehunnilicho. 345 

conserere pisezan. 

uestire piuahan. 

exorsa pigunstin. 

frequenti [cultu] manac- 
faltero. 

stirpibusf selpomin. 350 

factura [arbos] tuonscolanter. 

sucos soa. 

tiu-pes unsupra. 

racemos uochumila. 

inpendendus ziarpiotenne. 355 

solide alangemo. 

uisura gisehan scolantiu, 

inseritur gipelzot. 

platani ahorn. 

castane^ chrestigo. 

ornus llpoum. 

inponere in zigisezanne. 

oculos ougili.* 

gemm^ proz. 

se trudunt uzprechent. 

nodo chnodin. 

huc dara. 

libro saphe. 

enodes unchnodochta. 

finditur gispaltan. 

in solidum in alangi. 

feraces pirigo, perantim. 

radii langescie. 
, surculus snitilinc. 

criistumiis sperameisa. 

piris pecmarun. 

uolemis uvalihiscun pir'n 



360 



365 



370 



375 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



59 





90. 


carpit prichit. 


151. 


rapidae [tigresj raziu. 






92. 


habiles gimacho. 


153. 


rapit dripphit. 


415 


380 


93. 


passo gisotanemo wine. 


154. 


in spiram in*rinc. 






,, 


psithia diu repa. 


157. 


labentia [fluminaj rinnanto. 






•7 


lagaeos repa. 


158. 


alluit fliuzit. 






94. 


temptatiiia pedes pichorn 


„ 


infra nidanan. 








scolontiu uöazi. 


159. 


lacus sea. 


420 




»» 


olim noch'enna. 


160. 


benace kartse. 




385 


95. 


piirpiire^ radoripho. 


161. 


portiis far. 






96. 


contende kilidmoii.f 


172. 


inbellem unuvichlichen. 






97. 


amine^ [vites] unrota. 


177. 


ingeniis sinnin. 






100. 


filiere fliezzan. 


179. 


primum zierist. 


425 




102. 


biiniasthe repa. 


182. 


[indicio] za.* 




390 


,, 


racemis driipun. 


185. 


frequens [campus] manac- 






104. 


neque refert nipiderpit. 




faltas. 






106. 


discere pivindan. 


186. 


solemus pirun.* 






107. 


ubi sosa.* 


189. 


filicem invisam leidsaman ^ 






115. 


gelonos güdi. 




farm. 




395 


119. 


frondentis giloupes. 


;5 


pascit fuotit. 


430 




121. 


iit [foli]is viiie var.* 


190. 


olim nohuuenne. 






?? 


tenuia [vellera] chleina. 


192. 


laticis lides. 






123. 


sinus piugo. 


5' 


pateris in scälun. 






7' 


aera summura uviphil. 


193. 


inflauit plasit. 




400 


124. 


iactu scuzza. 


194. 


lancibiis pahvueidun. 


435 




125. 


gens diot. 


57 


pandis preiten. 






V 


tarda laziii. 


15 


fumantia lavun. 






128. 


si quando suenna, sosa. 


>1 


exta intuoma. 






it 


seii^ sarfun. 


195. 


-que iouh.* 




405 


137. 


[tiirbidjiis [HermusJ az.* 


197. 


petito gisuochi. 


440 




141. 


non invertere, arare lü* 


55 


longinqua fernaliho. 








ieriin. 


198. 


infelix uuenaga. 






142. 


horriiit aregilsucheta.f 


55 


amisit forlös. 






145. 


pellalor iivigant. 


200. 


[liquidi fontes] dio.* 






?9 


[campjo ar.* 


55 


non deerunt nigipresten.i 


- 445 


410 


15 


ardiiiis [eqiius] hohaz sii- 


203. 


fere uuola. 








perbiis. 


204. 


imitamur arsüochemen. 






147. 


fiumine runsi. 


206. 


plaustra carra.* 






148. 


duxere zugun.* 


207. 


deuexit apauuiorit.f 






150. 


utilis nuzzer. 


208. 


euertit riutil. 


450 



60 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



208. 


ignaua [nemoraj unnuza. 


250. 


in morem zi vvis.* 




209. 


imis nidanantigen.* 


if 


lentescit, coheret cblepft. 


490 


211. 


enituit argliciiiot. 


,, 


habendo vvesento.* 




212. 


ieiiina [glarea] truchnas.f 


252. 


nimium ziuilo. 




455 213. 


casias iiuiehpoum. 


., 


fertilis piringiu. 




214. 


tofus tufstein. 


255. 


pro m tum garo." 






silex tubstein. 


257. 


pice^, nigr^ forahun.* 


495 


5' 


scaber, asper sarfer. 


V 


taxi iuva. 




215. 


aeque epan. 


259. 


animaduersis farstantanen. 




460 216. 


praebere arpietan. 


260. 


concidere gibovvon. 




V 


latebras hölar. 


262. 


l^tum sconüaz. 




218. 


remittit inlazit. 


266. 


[paretur] uvard.* 


500 


219. 


iiestit pivva ib.* 


270. 


quo modo zi viiilihero vvis. 




220. 


scabie rivdi. 


272. 


consuescere givuonan. 




465 221. 


intexet flibtit. 


279. 


cohortes folcb. 




5' 


uitibus repun. 


280. 


legio scara. 




222. 


experiere aruvindis.t 


?? 


explicuitf vzpringit. 


505 


223. 


vomeris iiuci hovvua. 


ii 


agmen gisemini. 




225. 


ora die enti.f 


282. 


horrida [proeUa] egislilia. 




470 „ 


[iiacuis] den.* 


285. 


non modo uti nais* daz* 




226. 


quo modo zivviliero vvis. 




is* echrodo. 




230. 


capies aruvelles. 


55 


pascat fuötte. 




231. 


in solido bolanti. 


55 


inanem [animum] italaz. 


510 


233. 


si deerunt upa * gipstent. 


287. 


vacuum itali. 




475 235. 


superabit zi leippo f vvisit. 


289. 


vitem repun. 




236. 


cimctantes tualonton. 


290. 


altius filotiufar. 




237. 


expecta arsuochi. 


291. 


uertice vvipbile. 




238. 


autem aiiar.* 


293. 


ergo pidiv.* 


515 


239. 


arando giarn vverdento. 


55 


biemes ungivvitiri. 




480 244. 


eluctabilur uzdringit. 


295. 


durando dvruhvuesanto. 




246. 


sapor gismacho. 


296. 


brachia zuoga. 




247. 


tristia [ora] gizuo'bana. 


297. 


sustlnet intbaböc. 




»i 


torquebit vvintit. 


298. 


cadentem [ad solem] zi se- 


520 


248. 


qiiQ vuilicbiv. 




dala gangentero. 




485 „ 


hoc denique pacto zi derro 


5) 


neve uergant nibaJden. 






vvis,* ivro* vvis.* 


299. 


flagella vviphila. 




249. 


discimus piuvindemes. 


303. 


excidit intrisit. 




"? 


haud unquam nio. 


304. 


primum zerist.* 




15 


fatiscit scrintil. 


305. 


elapsus [ignis] ingipharnas. 


525 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



61 



308. 


involuit piuahit. 


364. 


habenis zi'igilun. 565 


V 


ruit uzvvirphit. 


366. 


interque legendae iouh 


313. 


re[uirescere] ar.* 




zuntarlesanne. 


315. 


persuadeat späne. 


367. 


ubi susa.* 


530 317. 


gib he.' 


368. 


comas vuiphila. 


319. 


satio sezi. 


J5 


brachia zuoga. 


320. 


inuisa [avis] leidsamar. 


»5 


tonde snid. 570 


321. 


rapidus [sol] draitla.f 


370. 


fluentes,nimiuni cresceutes 


324. 


poscunt eiscon. 




ziuilovvahsentun.* 


335 328. 


canoris lutreisigen. 


372. 


frons anasuni. 


329. 


uenerem lust. 


55 


[inprudjens [frons laborum] 


330. 


[trementibus] fonna.*^ 




taz.* 


332. 


tuto sichiro. 


374. 


sequaces ähtalino. 


334. 


actum gitripanan. 


375. 


illudunt tarunt. 575 


540 335. 


trudit uzstozit. 


379. 


admorso gipizanemo. 


i> 


gemmas proz. 


55 


signata giprahtiu. 


j» 


explicat uzpringit. 


55 


cicatrix masa. 


340. 


cum söse. 


381. 


ineunt änauarent. 


341. 


extiilit prahta. 


382. 


competa givvicki. 580 


545 345. 


indulgentia inäinuntigi. 


385. 


gens diot.* 


347. 


occule gipirach. 


387. 


horrenda leidlicbiv. 


348. 


squalentis clizinonte. 


5» 


corticibus cauatis a.* sce- 


55 


conchas scalun* 




mun. 


351. 


super opana.f 


388. 


uocant, laudant namont. 


550 353. 


hiulca kinentun. 


389. 


oscilla seilris tochun rita- 585 


»5 


findit spaltit. 




scopha padast. 


55 


arua träga. 


55 


suspendunt haben. 


355. 


bidentis mistgabala. 


390. 


hinc därinach. 


357. 


luctantes ringentun. f 


>5 


largo ginuhtsamemo. 


555 358. 


leues siechtun. 


392. 


egit umpitriphit. 


» 


calamos zeinna. 


393. 


ergo pidiv.* 590 


5) 


ras^ kisneitotero. 


5> 


rite zisite. 


360. 


eniti spirdran. 


394. 


liba,libamina pheforceltvn.f 


361. 


tabulata chamara. 


395. 


ductus cornu kizonauer 


560 362. 


dum unzi.* 




n 

pi* hone. 


55 


ad[olescit] ar.* 


396. 


ueribus spiscen. 


55 


frondibus lopun. 


397. 


curandis zipisoragenne. 595 


363. 


letus scönner. 


399. 


versis zuogicherten. 


364. 


agit tripit. 


400. 


aelernum iomer. 



62 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEiX. 



400. 

»? 
600 401. 

403. 

405. 

406. 

407. 
605 „ 

409. 



410. 
610 „ 
413. 

414, 
417, 
615 418, 
421, 
422, 

425. 

620 

„ 

428, 
430, 
431 
440 
625 444 



445, 

630 „ 

448, 



449 
453 



leuandum zigilichtanna. 
bideiitibus liovvm. 
in orbem in ringv. 
olim sar. 
acer clmoner. 
curuo dente liovun. 
attondens snideni . 
fingit hasnot. 
sarmenta spreid. 
tecta däh. 
referto f fuöri. 
postremus aftrosto. 
ingruit ligit. 
aspera scarfvn. 
rusci hulises, hiilis. 
harundo cein.f 
effectus arlitana. 
sollicitanda ziivoclian'e. 
tenaces festa.f 
cum sosa.'*^ 
heserunt pichlipun. 
hoc indiv.* 

nutritor, pro nutrito zuhto. 
nituntur ilent. 
auiaria fogalhus.* 
taedas fachulun, chien. 
uertice spi'ze. 
hinc dannan. 
radios speichun. 
triuere draitvn, 
timpana napa. 
pandas pra'ita.t 
carinas podania. 
cornus chuirnilboü. 
torquentur giv"ntan vver- 

dant. 
torno rasile giscapilih zi 

drati. 
aluo in tivphi. 



454. [quid] memorandiim gi- 635 

vuahantlihes. 
457. cratere tunna. 
461. si non doh nales. 

463. testudine suibogin. 

464. illusas [vestes] gispiiotiv. 

47 1 . lustra legar. 640 

481. quid ziu.* 

484. precordia furihercida.* 

485. rigüi chüla. 

487. bachata [Taygeta] gispiloter. 
491. inexorabile [fatiimj unar- 645 

petanliha.* 
497. a coniurato [Histro] foua 

dero gipiheizotun. t 
500. uolentia vuillig v. 

502. forum dincstat. 

„ tabularia prieftabuiun.* 

503. sollicitant cruozant. 650 
505. excidiis mit florinussidun.* 

„ penates huscota. 
508. attonitus giprutter. 

„ rostris dincstetin. 

,, plausus hantslagunga. 655 

517. cerealis ehirlies. 

„ mergite täphari.* 
519. trapetis in olitorculun. 
522. mitis [vindemiaj ripher. 
524. casta domus reinnaz bi- 660 

vuiski. 
528. cratera scala. 

„ coronant zierrant. 
539. classica vvichorn. 

GEORG. III. 



6. cui vuemo. 

7. [humero]que iovh.^ 

8. acer sneller. 

9. ora anasivni. 



665 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEIS. 



m 



10. 


modo ecchrol. 


79. 


vanos umpidarpa.f 




11. 


uertice spize. 


80. 


obesa [terga] ueizta. 


705 


670 18. 


quadriiugos uioriocliiga. 


81. 


toris manun.* 




20. 


cestu cholpun. 


?? 


animosum [pectus] michil- 




21. 


tons^ [oliv^] gisneitotes. 




muoto. 




24. 


scena loupa. 
ut uvie. 


82. 


spadices rotun. 
glauci grauvin. 




675 25. 


aulea lächan. 


?> 


albis planchen. 


710 


28. 


hinc darnahe. 


83. 


gilvo tusingemo. 




34. 


spirantia atamontiv. 


84. 


tremit slägezit. 




35. 


proles gipör. 


85. 


voluit [ignem sub naribus] 




?> 


dimiss^t nidergisantero. 




dräsot. 




680 37. 


furias hazisa. 


n 


sub ar.* 




?i 


seuerum [amnem] sarpha. 


86. 


iuba zäto. 


715 


39. 


non exsuperabile unupfari- 


87. 


per lumbos after gophun. 






lihaz. 


88. 


vngula hüof. 




45. 


adsensu in gihellanussi., , 


93. 


pernix snello. 




47. 


famä mit marido. 


95. 


segnior [equus] unmagaz. 




685 49. 


praemia Ion. 


96. 


turpi unchüscemo. 


720 


53. 


a fonno.* 


j) 


ignosce iulaz. 




5» 


palearia chelor. 


99. 


quondam ofto. 




55. 


hirt§ [aures] rlhiv. 


100. 


furit uvotit. 




56. 


maculis flechhun. 


»» 


ergo pidiv.* 




690 57. 


aspera sarphiv. 


101. 


artes siti. 


725 


59. 


imä [caudä] mit aftananti- 


102. 


dolor zorn. 






gemo. 


105. 


haurit slehit. 




»> 


verrit cherit. 


106. 


pauor pipinvnga. 




60. 


hymeneos leichod. 


»» 


verbere torto givuntanero 




62. 


habilis [^tas] gimachaz. 




uillvn. 




695 63. 


dum unzi.* 


107. 


proni framahalda. 


730 


64. 


solve mares in coniunctio- 


?? 


lora zvgila. 






nem charala. 


110. 


fulu^ [haren§] falavues. 




>> 


mitte Ja.* 


5J 


nimbus haren§ stoupes f 




71. 


sortire nivz. 




unst. 




72. 


delectus aruvelita, chust.f 


117. 


insultare screchon. 




700 73. 


modo ecchrod. 


>> 


gressus gengi. 


735 


74. 


impende arpivt. 


?» 


superbos frambai't.f 




76. 


altius höhor. 


i> 


glomerare samanou. 




11 


reponit vvidarvvirfit. 


119. 


acrem snellan. 





64 



D[E DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 





120. 


egerit tripi. 


169. 


74U 


126. 


secant helgrasonf. 


172. 




128. 


ne referant ni sagan. 
ieiunia magari. 


173. 




129. 


volentes die vulligun.f 


175. 




130. 


concubitus gimisgida. 


>» 


745 


131. 


sollicitat gigrvozit. 






„ 


arcent tripent. 


176. 




132. 


cursu louplie. 
quatiunt panont. 


179. 

1) 




134. 


pale§ helavun. 


183. 


750 


135. 


luxu lusti, gifluszidii. 






it 


obtunsior [usus] vvidar- 


184. 






pluanora. 


185. 




136. 


ne oblimet ni * picleipe. 


186. 




140. 


ducere neman.* 


'» 




141. 


superare ubaruaran. 


187. 


755 


') 


acri hartero. 


188. 




143. 


vacuis vviti. t 


1» 




145. 


spelunc^ holir. 


192. 




i> 


prociibet giligit. 


193. 




147. 


asylo premo. 


198. 


760 


148. 


vocantes namonta. 


199. 




149. 


acerbaf eipro. 


)) 




150. 


diffugiunt zislupen. 


200. 




151. 


concussus [<^ther] gitro- 


203. 






phaniv. 


204. 




152. 


monstro vvntre,* premo.* 


206. 


765 


153. 


pestem palo. 






154. 


acrior hantagoro. 


207. 




155. 


arcebis danatribes.* 


208. 




156. 


recens orto [sole] niv"ines 


209. 






runnanero. 


210. 




159. 


quos [vituios] dei.* 


)? 


770 


r» 


habendo zif habenne. 


212. 




162. 


[pascuntjur ont.* 


fi 




164. 


hortare anezi. 


213. 




166. 


laxos vvita. 


215. 




167. 


subnecte uiitarlnuphi. 


1» 



gradum gang. 775 

nitens [axis] spirdrenta. 

instrepat cherre. 

temo grintil. 

uescas [frondesj azigiu. 

palustrem [ulvam] mosa- 78o 

lichaz. 
fet^ zuhtigo. 
turnias uuolchun.f 
feroces chuo"nun. 
rotam gementem cheiren- 

tes rades. 
sonantis clafonta. 785 

gaudere giuuonen.* 
laudibus slihtungun. 
plaus^ [cervicis] gitollotes. 
depulsus [equus] inspenitas. 
[mollibus] den.* 790 

capistris halaphtran.f 
uolumina givuntanussida. f 
auras uvint.* 
dum unzi.* 

horrescunt uvivmidunt. 795 
sonorem doz. 
urgent tripunt. 
ore ar munde, 
esseda sapoh. 
ante domandum er demo 80ü 

zamne. 
negabunt arzihent. 
lupatis khamon. 
industria giuuerida. 
c^ci [amoris] gitouganer. 
stimulos gistungida. 805 

in sola in suntrigo. 
relegant gisuntront. 
trans ubar.* 
carpit nimit.* 



uidendo gisehan uvesanto. 



810 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



65 



216. 


nemorum loupes.* 


288. 


sperate vuanüö:. 


217. 


iilecebris lustin. 


»1 


hinc dannan.* 


221. 


lauit nezit.* 


290. 


angustis smähun. 


222. 


obnixos ingaganstritiga. 


293. 


orbita vuaganleisa. 850 


815 223. 


gemitu pullode. 


295. 


edico gipivto. 


225. 


exulat ellentot. 


297. 


fiHcum farmahi. 


230. 


pernix sneller. 


,, 


maniplis hantfol. 


231. 


hirsutis ruhen. 


299. 


scabiem rvdvn. 


»1 


carice sarahi. 


ii 


turpis unchusci. ^55 


820 234. 


ictibus mit* siegin. f 


305. 


h^ deso. 


236. 


mouet Signa pullot. 


307. 


incoeta [vellera] gisotana. 


»> 


pr^ceps gaher. 


308. 


soboles gipor. 


237. 


uti — ut ioso — ioso. 


309. 


quam magis sovilo.* 


240. 


at iasosa. 


312. 


setas harir. ^^^ 


825 „ ex^stuatuzcessoundatferuö". 


»1 


comantis lochonta,zeisenta. 


241. 


uerticibus mit* vuerfun. 


313. 


uelamina inpihelida. 


244. 


in furias in uuotunga. 


314. 


pascuntur ezent. 


250. 


ut uvie. 


?» 


summa vviphila. 


5? 


tremor biba. 


315. 


horrentis sarapun. 865 


830 251. 


attulit pringit. 


5? 


rubos pramun. 


253. 


non retardant nigilezesent. 


318. 


ergo pidiv.* 


254. 


torquentia [flumina] vvin- 


7? 


uentos vngivvitiri. 




tanto. 


319. 


quo fonna div.* 


255. 


ruit ilit. 


51 


egestas zadal.* ^70 


256. 


prosubigit grepit. 


320. 


uictum fiotar. 


835 „ 


fricat ripit. 


323. 


mittes frvmes. 


259. 


procellis tunstin. 


324. 


cum mit.* 


264. 


acre chuoni. 


325. 


dum unzi.* 


265. 


quid zivuiv. 


?> 


[dam] canent cr''vven. 875 


271. 


ubi sosa.* 


327. 


vbi sosa.* 


840 275. 


grauid^ svangaro. 


328. 


cicad§ heimo. 


279. 


nascitur [auster] vvait. 


329. 


[ad] stagna gisigin. 


280. 


hie dar. 


330. 


ilignis eihinen. 


283. 


herbas vvrzi. 


332. 


sie ubi suarsoso. f ^^^ 


284. 


inreparabile unvuidarvvan- 


340. 


mapalia huttun. 




taUih. 


343. 


tantum epanhh. 


845 285. 


dum unzi.* 


344. 


tectum dabo.* 


?> 


[circumuect]amur amore 


346. 


non secus nales andres. 




werden* fonnaf niinnvn. 


'? 


ac denne. ^^5 




Z. f. D. A. neue folge III. 




5 



66 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 





346. 


acer chuono. 


373. 


trudentes stfozenta. 






347. 


cum denne. 


374. 


rudentes luonta. 






71 


carpit nimit. 


379. 


hie dar.* 






348. 


expectatum gisihti. 


380. 


acidis sorbis mit suren 




S90 


11 


agmine scaro. 




pi''run. 






350. 


torquens uuintenter. 


„ 


imitantur pilident. 


925 




■>■) 


ister tiionoua. 


381. 


trioni imagane. 






351. 

1) 


qiiaque ioh* dar* dar.* 
porrecta [Rhodope] far- 
stracter. 


382. 

11 


effreiia unzamiu, ungizo- 

ganiu. 
tunditur ginuan uuirdit. 




895 


»1 


axem halpa. 


383. 


setis harun. 






353. 


aiit — aut üda* — oda.* 


386. 


uiihs, lanis zaton. 


930 




355. 


assurgit ufai'stör. 


,, 


lege aruueli. 






356. 


semper io. 


388. 


palato in* guomin. 






,, 


sein per io. 


389. 


reice aruuirf. 




900 


,, 


spiraiites, adferentes planta. 


„ 


maculis flechun. 






357. 


haud umqiiam nionoltres. 


„ 


ne infuscet ni gisuarze. 


935 




11 


discnlit apascutit. 


395. 


ferat pringe. 






359. 


lauit nezit. 


396. 


et ioh. 






360. 


carrenti tlumine rinnen- 


397. 


referunt pringen.* 








tero aho. 


398. 


excretos [h^dos] giuuah- 




905 


11 


crust^ stuciii \ rosun. 




saniii. 






361. 


sustinet inthapat. 


11 


prohibent inspinnent. f 


940 




362. 


hosi'ita uuirtun. 


399. 


primaque [ora] ioh* forn- 






363. 


dissiiiuut zispringent. 




antiga. 






364. 


indut^ vestes anagilegi. 


» 


pr^figunt furistechent. 




910 


365. 


solid am in glatiem in alan- 


„ 


capistris^iatin,* ferratis. 








gas f is. 


401. 


premunt duhent. 






V 


laciin^ sea. 


402. 


siib vmpi.*,(fM.\ i.i! 


945 




366. 


styria issa. 


11 


exportant uzfucreöt. 






11 


inpexis ungistralten. 


11 


adit zuouüerit. 






367. 


non ninguit ni sniuuit. 


403. 


parco mezigemo. 




915 


369. 


confertoque ioh* gihufo- 


i> 


reponunt gipergent. 








temo. 


404. 


postrema hintrosta. 


950 




^^ 


agmine gisemine. 


405. 


acrem chuonnen. 






370. 


molenoua michilis sneuues-f 


„ 


molossum rudiin. 






>i 


exstant upartrefan. 


406. 


sero chasi"uazzar. 






371. 


inmissis anagilazanen. 


408. 


a tergo after. 




920 


1 372. 


agitant iagont. 


410. 


venabere iagos. f 


955 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



07 



410. 


dammas taniir. 


446. 


in gurgite in* wäge. 




411. 


pulsos gitripana. 


» 


uillis zätun. 


995 


412. 


latratu mit pellungiin. 


447. 


secundo [amni] rinnentero 




»1 


turbabis gistoupis. 


11 


deflüit nidarllvizit. 




960 „ 


agens iagonter. 


449. 


spumas feima. 




415. 


agitare danatripen. 


11 


argenti qvechsilpar. 




416. 


tactu inpiruorido.* 


451. 


sGÜlam sckella vvrz. f 


1000 


417. 


delituit loscbeta. f 


11 


graues hantago. 




418. 


succedere untarlidau. 


452. 


fortuna folleiz. 




965 419. 


pestis acerba eibrer palo. 


453. 


summum fornantigaz. 




420. 


cape nim. 


454. 


ulceris eizzes. 




M 


cape nim. 


n 


tegendo pidechet vuer- 


1005 


423. 


dum unzi.* 




dantero. 




»5 


nexus chofa. 


455. 


dum vnzi.* 




970 „ 


agmina gisemini. 


456. 


omina heil. 




427. 


maculosus flechoter. 


457. 


dolor sverado. 




?> 


grandibus grozen. 


458. 


depascitur izzit.f 




,, 


aluum muodar. 


11 


febris rito. 


1010 


428. 


dum unzi.* 


461. 


Gelonus gentes fatarü. 




975 430. 


stagna gisig. 


465. 


ignauivs läzzor. 




431. 


improbus unerer.* 


469. 


serpant chresen. 




11 


loquacibus choslinen. 


470. 


turbo uvint. 




)■> 


ingluuiem gitigi. 


472. 


estiua pharricha. 


1015 


432. 


exhausta ascaphaniv, f ar- 


479. 


tempestas suht. 






dorretiu. 


481. 


laciis seo.* 




980 „ 


palus lacha. 


11 


infecit uii'vvarta. 




?» 


dehiscunt scrintent.* 


482. 


ubi sosa.* 




433. 


torquens uvintenf.* 


483. 


acta gitripaniv. 


1020 


434. 


seuit säruisot. 


11 


obduxerat zisamana gizoch. 




11 


siti durri. 


484. 


liquor nezi. 




985 435. 


carpere neman. 


485. 


minutatim e'nezzun. 




437. 


exuuiis ursloufun. 


486. 


hostia friskinch. 






lubrica [terga] vvanchala. 


487. 


dum unzi.* 


1025 


439. 


micat lecheezat. 


488. 


cunctantes tvalenten. 




>> 


trisulcis trispaltigen. 


„ 


moribunda [hostia] stiripiger. 




990 440. 


Signa gipara. 


490. 


[ard]ent un.* 




442. 


persedit gisinchit. 


492. 


tinguntur ginezzit. 




444. 


hirsuti vvassa.^ 


493. 


ieiunä [sanie] trvchauaz. 


1030 


>i 


secuerunt riztun. 


494. 


hinc danna.* 





68 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



1035 



495. 
497. 
501. 
502. 



507. 
1040 508. 

509. 

516. 

517. 

518. 
1045 521. 

522. 
523. 
525. 

527. 

1050 528. 
533. 
534. 



1055 536. 

537. 
538. 



544. 

10G0 545. 

n 

549. 
556. 
557. 

1065 559. 
561. 



dulcis livpvn. 
animas ferach. 
tussis chelasvht. 
anhela fnehantiv. 
morituris aslerapeii scho- 

louten. 
adtactuf inpiniorido. 
tractanti hantalentenio. 
singultu snophezungo.f 
aspera ruhiv. 
latices lid. 
[or]e ar.* 
ciet grvozit.* 
abiungens intvvetanter. 
uolutus [amnis] gipolotiv. 
electro gloccinpare. 
Stupor stornvnga. 
iuiianl [labor aut bene- 

facta] half, 
repost^ [epul^] giporganiv. 
[pascuntjur un.* 
ad donaria vvihhusun. 
ergo pidiv.* 
egre chumo. 
riiiiantur crvpilont. 
coiitenta [cervice] giva- 

gemo. 
non explorat ni*spehot. 
nee obambulat ni* umbi- 

gangarot. 
acrior [cura] hantagora. 
latebris holii'on. 
attoniti giprvtta. 
hydri vurmi. 
cessere intvicliint. 
cateruatim volchin. 
cadauera potacha. 
uiscera inov''li. 
illuuie fonna unreinnodo. 



562. putres vvlun. 

563. inuisos leidsamvn. 

564. pabui^ angvezzin. 
566. sacer leidsamar. 



1070 



GEORG. IV. 



9. 
12. 
13. 
14. 
17. 
18. 
23. 

24. 

1? 
26. 

28. 

29. 
31. 

32. 
33. 
34. 
35. 
36. 
37. 
38. 
45. 
46. 
49. 
50. 

52. 



protinus sar. 

duces uuisun. 

sedes sez. 

statio sezi. 

papula vveida. 1075 

atterat ni*trete. 

squalentia glizinonten. 

meropes grvonspehta. 

inniitibus iinniammanten. 

stagna gisig. 1080 

uicina [ripa] naher. 

[calori] dero.* 

obuia [arbos] gaganvurter. 

hospitiis gastvvisin. 

transuersas dveroho. t 1085 

[ad] aestiuum [solem] hei- 

zero. 
praeceps gaher.* 
serpilla feldchenula. 
tynibr^ chressin. 
uiolaria violgartvn. 1090 

[cauatjis ar.* 
texta giflohtaniv. 
aditus flou^ar, flougar. 
liqu^facta zismalztiu. f 
uis noth. 1095 

certathn stritigo. 
riniosa diofscrutanun. 
fouens strih''ent.t 
pulsu slage.* 

offensa vurpoUaniv. lioo 

imago pilide. 
reclusit insparrit. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



69 



55. leues [apes] lihtiv. 

„ hinc dannan.* 

1105 57. excudunt niachoiit. 

„ tenatia festiv. 

58. [caue]is ar.* 

62. petunt svoheii. 

63. nielisphilla pinivvirz. 
1110 ,, gramen gras. 

64. tinnitiis chlingilod. 
„ cie grvozi. 

66. more vvis.* 

68. motu arpolgannvssidv. 

1115 70. licet mvoza ist. 

72. fractos [sonitus] diozanta. 

73. trepid^ [apes] iligiv. 
„ curruscant lohenzen. 

74. spicula angvn. 
1120 „ aptant machon. 

75. ad praetoria zi phalanza. 
77. ubi sosa.* 

79. orbem ring. 

81. tantiim epaniiilo.f 

1125 „ nee pluit ni* risit. 

84. usque adeo sovilo. 

„ obnixi ingaganspirdarente. 

„ hos desa.* 

85. hos ena. 
1130 86. hi svslicha. 

„ motus arpolganvssi. 

88. uerum svntar.* 
„ ubi sosa.* 

89. prodigus spilder. 

1135 91. squalentibus glizinonten. 

93. rutulis lohezten. 

94. desidia zagaheiti. 

95. ut ioso. 

96. turpes unsubro. 
1140 97. cum sose* denne.* 

„ [sicclo ar.* 



97. uiator uartman. 

98. coruscant lohezcnt. 

100. hinc danna.* 

101. premes nimis. 1145 
„ tantum so. 

1 02. domitura duopon scolonliv. 

107. eripe ginim,* scrot. 
„ quisquam az.* 

108. uellere neman. 1150 

115. amicos frivn'licha. 

116. ni iam nvba.* 

117. proram prort. 
119. biferi zvipiriges. 

121. tortus givvntaner. 1155 

122. in uentrem in vvidi, 

„ comantem springanten. 
127. coricium cilicaisken.* 
131. premens dvingent. 

133. onerabat Ivod.* neo 

134. carpere neman. 

135. etiam nohio. 

137. comam [acanthi] vuiphil. 

139. f^tis zvhtigen. 

140. cogere rennan. 1165 
„ pressis piduhten. 

142. quot [pomis] so*managen.* 

143. totidem iu.* 

144. uersum zila. 

147. exclusus guzoter. iiTO 

1 49. age vvola.* 

151. crepitantia clingilontyu. 

152. pauere neritvn. 
155. penates husgota. 

157. experiuntur ariarent. 1175 

158. pacto [foedere] gidingo- 

tero. 

159. s^pta piuengido. 

160. lentum, planum clerapaz.f 
„ gluten clep. 



70 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



1180 161. tenaces festvn. 259. 

162. adultos gizogano. 261. 

163. fetus zvhti. 

164. stipant dringint. 262. 

165. ad portas zen*flevgariin.t 263. 
1185 166. inqueuicemioh*imtar*in.* „ 

168. ignauiim unniizzaz. 264. 

„ fucos Irenun. 266. 

172. tingunt nezent.f 269. 

173. gemit qvirit. „ 
1190 177. urget. dringet.* 272. 

181. pascimtur uue'dinunt. f 274. 

185. ruunt ilent. 276. 

„ nusquani nioner. „ 

188. mussant diozent. 279. 

1195 193. [aquant]ur vuerdent.* 280. 

201. quiritis duces, herostun. 282. 

202. sufflciuut machunt. 283. 
204. animam ferh.f 284. 
207. quam septima [aestas] den- 

ne* der sibanto. 285. 

1200 213. amisso floranemo. 291. 

„ lidem triva. 294. 

216. frequentes managa. 296. 

220. mentis sinnes. ,, 

223. hinc dannan.* 

1205 224, arcessere gvvinnan. 297. 

228. si quando suensose. 298. 

229. haustu truncha. 299. 
231. cogunt samonont. 301. 

243. stellio olin. 302. 
1210 „ blattis üedarmusin. 304. 

244. fucus treno. 

245. crabro liornuz. 
247. laxos [casses] vuiti. 

„ aranea spinna. 307. 

1215 255. carentum darbentero. 309. 

257. connex^ pihafto. 310. 
„ ad limina zin*flovsarvn. 



ignau^ [apes] unnvziv. 
ut quondam iosopHogi- 

purit. 
sollicitum gigrvoztez. 1220 

^stuat tumilot. 
rapidus [ignis] drataz. 
hie dar.* 
[hortantjem en.* 
defruta sivd.* 1225 

passos arselchen. 
herba vvrz. 
aureus [flos] faravviu. 
nexis givvntanen. 
torquibus ringin. 1230 

incoque sivd. 
foribus flogarin. 
stirpis gipores. 
[inuenta] nussi.* 
quoque [modo] iovh*zi* 1235 

vueliero.* 
insincerus [cruor] unlutra. 
in ora gimvndi.| 
iacit vuirfit. 
[eligit]ur ist.* 
-que imbrice ioch* miti2J0 

scintlon. 

n 

artis eigen. 

obliquä [luce] scelahemo. 

bimä [fronte] zuiiarigemo. 

obstruitur aruvrigit vuirdit. 

tunsa ginuona. i245 

hubiciunt untarvuerphan.f 

fragmenta stüchi. 

-que recentis ouch* niv- 

prochana. 
garrula croniv. 

animaha vvihtir. 1250 

trunca pistüpilotiv. 
stridentia diozantiv. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



71 



313. 


neruo [sagittae] senvua. 


417. 


habilis [vigor] gimachiv. 


5> 


pulsante tripentero. 


419. 


sinus piugun. 


1255 316. 


experientia aruvntinussida. 


420. 


deprensis pivanganen. 


317. 


tempe scätivui, scönisteti. 


?i 


statio stedir J lenti.f 


319. 


extremi [amnis| opanen- 


421. 


obice mit*crintile. 




tigero. 


427. 


faucibus stedin.f 


325. 


quodf ziv. 


95 


tepefacta [llumina] giso 


326. 


honorem [vitae] givüori. 




tana. 


1260 329. 


erue vzvuirf. 


432. 


uelut also. 


331. 


molire [bipennem] vvezzi. 


>' 


olim ofto. 


337. 


c^sariem antarfahsa. 


433. 


ubi sosa.* 


338. 


flaua falauahsa. 


434. 


balatibus plazungun. 


343. 


tandem duo*hitamvn. 


445. 


petis eiscost. 


1265 345. 


dolos pisuvich. 


449. 


tantum soviio.* 


»» 


furta hvor. 


450. 


intorsit gicherta. 


346. 


[diuum] derc* 


453. 


lues firgiltist. 


347. 


dum unzi.* 


454. 


ob meritum pi scult. 


348. 


deuoluunt uzzugvn. 


455. 


suscitat machot.* 


1270 „ 


impulit gistvncta. 


466. 


fauces engihodi. 


356. 


huic dero.* 


j' 


ditis durises.* 


359. 


qua dar.* 


471. 


carentum darapentero. 


361. 


misit liez. 


476. 


rogis saccharun. 


363. 


speluncis holivrn. 


481. 


crinibus lochun. 


1275 V 


sonantis diozanta. 


482. 


tenuit stillo häbfta. 


367. 


Caput ürspringe. 


489. 


restitit gistuont. 


369. 


saxosus steinago. 


499. 


diuersa danagicherla. 


373. 


pumice tuosfine. 


500. 


prensantem greiphonten. 


376. 


tonsis giscrotanen. 


504. 


moueret [voce] gigruozti. 


1280 ,, 


uiUis zatun. 


508. 


euoluisse chuman. 


378. 


adoiescunt prvnnvn. 


509. 


mulcentem slihtenten. 


389. 


patriam [Fallenen] die far- 


,, 


agentem leitenteu. 




tilihvn. 


511. 


[fetus queritur] umpi.* 


396. 


expediat girihte. 


512. 


obseruans vvartenter. 


399. 


doli pisvicha. 


•n 


[nid]o ar.* 


1285 404. 


correptum archriphten. 


1^ 


detraxit ginam. 


409. 


excidet inpfällit. 


518. 


ditis durises. 


411. 


contende deni.f 


521. 


discerptum ziprochanen. 


)? 


tenacia festvn. 


522. 


reuvlsum apagiprochinaz 


412. 


[donec] erit uverde.* 


528. 


torsit vverfota. 



1290 



1295 



1300 



1305 



1310 



1315 



1320 



1325 



72 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



530. 


licet nuioz'n. 


191. 


agens iagont.* 


532. 


agitabat leitta. 


197. 


niuleet trosta. 


1330 541. 


deniitte nideiiaz. 


203. 


olim nohuvenne. 1365 


553. 


hie dar.* 


209. 


speni trost. 


554. 


[tot]o ar.* 


223. 


[§ther]e ar.* 


555. 


stridere süsvn. 


235. 


fore uverdan. 


1? 


elTeruere uzstredan. 


238. 


easiim missipuri. 


1335 556. 


[trahji uverdan.* 


240. 


fortuna scado. 1370 


^t 


nubes dichi. 


242. 


[medijis ar.* 


557. 


iiuani drüpo. 


245. 


per ora novem aftar niun 


5> 


de[mittere] nidar.* 




gimundin. 


561. 


affectat machot. 


251. 


infandum honlihe.f 


1340 565. 


tegmine techi. 


252. 


prodimur farspildit iiver- 
den. 




AEN. I. 


253. 


hie suslih. 1375 


8. 


numine l^so gitaretero got- 


254. 


subridens smilenter. 




heiti. 


261. 


quando uvanta. 


21. 


superbum, nobilem frain- 


262. 


mouebo uffarscalto.* 




paren. 


266. 


terna [hiberna] drisea. 


22. 


uoluere arleccan. 


)5 


transierunt furivarent. 1380 


37. 


mene ninumih. 


267. 


eognomen miltinamo. 


1345 45. 


turbine mit uvinte. 


269. 


iiohiendis iivaraplihen. 


48. 


gero tuon. 


272. 


hie dar.* 


55 


niimen gotheit. 


277. 


Romanos rüiiuti. 


81. 


cuspide stachullo. 


282. 


gentem togatam sprahman. 1385 


104. 


prora prort. 


292. 


eana altiu.* 


1350 110. 


alto tiuphi. 


310. 


conuexo piugin. 


114. 


a iiertice fona * fornor.* 


313. 


crispans wennent". 


115. 


in puppim in stivra. 


316. 


threissa trachiisca.* 


u 


ferit prah, sliioc. 


55 


faligat [equos] rennit. 1390 


117. 


torquetf cherta. 


319. 


diffundere spriten. 


1355 136. 


luetis fargeltet. 


330. 


fehx ginadigiu. 


144. 


adnixus ziiospirdranter. 


335. 


dignor uvertliho. 


145. 


detrudimt apaschieltun. 


342. 


fastigia hohi. 


146. 


aperit afTanoto.f 


344. 


dileetus liuper. 1395 


147. 


perlabitur sleih. 


348. 


fiiror uuotunga. 


1360 168. 


hie dar.* 


350. 


elam faringun. 


1 74. 


excudit senrfta. 


353. 


inhumati unpigrapanes. 


178. 


expediunt arloslun. 


356. 


nudauit gioffanota. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



73 



1400 372. 

390. 

392. 

395. 

400. 
1405 404. 

412. 

421. 

422. 

' j' 
1410 425. 

426. 

427. 

429. 

430. 
1415 431. 

433, 

436. 

447. 

448. 
1420 449. 

466. 

467. 

468. 

1425 470. 
475. 



476. 

478. 

1430 484, 
490. 
500. 
501 
502 

14.35 512. 
520. 



repetens uvidarzellant. 
reduces uvidarfartiga. 
augurium heilisod. 
turbabat stoupta. 
Ostia gimundi. 
uestis uuat. 
amictu pivengida. 
magalia huttvn. 
strepitum praht. 
strata [viaruni] slraza. 
concliidere zi*piiiahanne. 
senatum hertuon. 
hie dar.* 
[rupibjus ar.* 
qualis solih. 
adultos gizogana. 
stipant dringen. 
thimo pinasoiigin. 
opulentum ehtagaz. 
nex^ gihap''ti.t 
stridebat char. 
uti uviesa.* 
hac hier, 
hac hier. 

cristatus gichäpoter.* 
prodita gofanetu. 
impar ungilihar.* 
congressus ingagangan- 

genter. 
heret hafteta. 
inscribitur girizzan uvart. 
auro pi gold. 
limatis manilihen. 
[giomerantjiu" ent.* 
supereminet iipartriphit. 
temptant cruuzent. 
dispulerat zitreip. 
et coram data copia fandi 

unti*cantiivrti gigepan 



uvard ginuhtsami sp'e- 
channes. 
521. placido [pectore] mämun- 
tero. 

534. hie dara.* 

535. eum diio.* 

536. tulit prahta. 1440 
„ procacibus frapalden.f 

537. [per] inuia [saxa] uniuiega- 

samen. 

538. dispulit zitreip. 

539. hoc dezi.* 

541. prima in^uvornantigero.f i445 

551. subducere uzgizuohan. 

552. aptare gimachon.* 
559. freniebant prahtun. 
562. seeludite giuzot. 

574. agetur gitan ist.* i450 

580. [erumpere nubem] ar.* 

581. compellat gisprah. 
599. egenos duriftiga. 

606. geniiere parun. 

607. dum unzi.* 1455 
634. horrentia [terga] egisslia.f 

637. luxu lusti. 

„ [splendidja [domus] az.* 

638. instruitur gimaehot. 

642. durta gizoganiu. i^eo 

648. ferre zi i)ringanne. 

„ [rigent]em [pallani] az.* 

649. uelamen hullun. 
657. uersatf uvarpota. 

659. dulci liupun.f i465 

672. hospieia gastiivissida. 

673. dolis mit* pisnvichun. 
„ cingere piuvahanne.t 

676. accipe farnl.* 

698. eomposuit gisazta.* 1470 

702. expcdiunt arlostun. 



74 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



702. 


tonsis giscrotanen. 


38. 


et temptare unti* zarsuo- 




704. 


struere machoonne. 




hanne. 




i> 


adolere roiichan. 


39. 


scinditur gisceidan uvard. 


1510 


1475 707. 


frequentes manacfalta. 


46. 


machina girusti. 




711. 


pallam lachan.f 


47. 


desuper uon opani. 




„ 


uelamen huUun. 


51. 


compagibus mit* gifuo- 




712. 


infelix uvenagan. 




gidun. 




„ 


pesti palauues. 


52. 


contorsit giscoz. 




1480 „ 


deuota uvilügiu. 


61. 


fidens palder. 


1515 


713. 


expleri arviillit uuerdan. 


1^ 


animi m"otes. 




719. 


miser(i iro.* 


64. 


ruit Uta. 




726. 


laqiiearibus himilezi. 


65. 


crimine untriuo.* 




728. 


hie dar.* 


84. 


cassum darpenten. 




1485 „ 


poposcit eisgota. 


87. 


incolumis canzer. 


1520 


732. 


profectis givaranen. 


92. 


indignabar zurnta. 




735. 


fauentes helfent.f 


96. 


lab es palo. 




736. 


libauit guzla. 


100. 


reuoluo redinon. 




737. 


libato giruortemo.* 


106. 


pauitans pipenter. 




•1490 „ 


summo tenus zoporost. 


111. 


acerni acer mazaldra inde 


1525 


738. 


increpiians pisuerientiu. 




dicitur. 




740. 


proceres hemm. 


119. 


cucurrit liuf. 




V 


crinitus mihilfahso. 


120. 


poscat eiscot. 




745. 


quid zivuiv. 


121. 


hie dar.* 




1495 „ 


properent illen. 


123. 


flagitat eiseota. 




»1 


tingere nezan. 


131. 


saera ophar. 


1530 


750. 


rogitans fragentiu. 


135. 


delitui lvsketa,t farholan 




753. 


age uuola.* 




uvas. 




754. 


casus gipuri. 


137. 
139. 


duleis l'upun. 
piabunt lirgeltant. 






AEN. II. 


140. 


quod dez.* 




1500 


patri^ heimuoti. 


143. 


digna uvirdigiv. 


1535 


1. 


intenti anadahtiga. 


145. 


arta pid'unganiu. 




9. 


suadent spanent. 


11 


leuari gilihtit* uuesan.* 




15. 


instar in*gilihnussi.* 


149. 


quo uuare.* 




16. 


intexunt influhtun. 


151. 


instruetus giuarnef . 




1505 17. 


uagatur uvadanota.f 


153. 


non violabile [numen] un- 


1540 


29. 


tendebat heriperagato.f 




aruuar'Uha. 




34. 


seu oda.* 


160. 


rependam firgilta. 




36. 


suspecta zuruuaro. 


174. 


emicuit sc'icta. 





IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



75 



183. 


piaret gilutarti. 




uparuuntanlih''zit. 


207. 


uoluniine mit giuvntnussi- 


332. 


corusco plechentemo 


1545 209. 


suffecti [oculos sanguine] 


333. 


stricta arzoganiu. 




giuarota. 


336. 


erynis pagalin. 


214. 


depascitiir az. 


337. 


quo dara.* 


224. 


lapsu sliphe. 


'? 


fremitus praht. 1585 


227. 


tremefacta aroquomanen. 


348. 


[extremja tun.* 


228. 


insinuat ingipuosita sih. 


350. 


aditis inhusin. 


1550 „ 


scelus dia* fratat.* 


351. 


quibus pi*den.* 


229. 


cuspide spioze. 


353. 


una diu.* 


235. 


stupea hanaphin'u. 


357. 


siccis[faucibus]hungragen. 1590 


237. 


f^ta [machina] follas.f 


,, 


per duruh.* 


242. 


substitit gistulta. 


366. 


quondam etiam uvanta * 


1555 243. 


inmemores unpiuvänta. 




ofta.f 


244. 


monstrum gitroc. 


373. 


feruntque girouli. 


247. 


quibus uns.* 


382. 


circumfundimur pihapit 


253. 


instructis giuvarneten. 




uurtun* uvir.* 


256. 


extulerat uzprahta. 


385. 


hie dar.* 1595 


156ü259. 


[cau]o ar.* 


392. 


accommodat zuogipant. 


»? 


promunt uzprahtun. 


396. 


[per] caecam [noctem] fm- 


261. 


lapsi sliphenta. 




stero.f 


266. 


socios chuntun. 


397. 


demittimus frumitun es.f 


275. 


iaculatus anasciozanter. 


406. 


speciem dio* gisith. 


1565 279. 


compellare gisprehan. 


410. 


obruimur [telis] pivuorfan 1600 


»» 


expromeref furipringan. 




uvrtun. 


281. 


mor§ tuala. 


415. 


ceu ioso. 


282. 


ut vuia. 


5> 


quondam ofto.* 


286. 


moratur tualta. 


416. 


( oniiigunt ringent. 


1570 289. 


culmine firste. 


417. 


stridunt diozent. 


296. 


penetralibus luphuii. 


418. 


fundo grünte t ente. i605 


298. 


secreta gisuntrota. 


420. 


agitauimus iagotun. 


300. 


ingruit analac. 


422. 


ora discordia missahellenta 


301. 


fastigia die hoha. 




spraha. 


1575 312. 


tubarum horno. 


425. 


procumbit lac. 


316. 


siiccurrit half. 


429. 


pietas guoti. 


317. 


elapsus enpliaraner. 


435. 


grauior gidiganoro. 1610 


319. 


Sacra dio uuihida. 


440. 


testudine sciltfolche.t 


323. 


summa [dies] oparosto. 


442. 


nituntur spirdretun. 


1580 „ 


et ineluctabile unti* un- 


448. 


strictis arzoganan. 



76 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



452. peruius [usus] diiruh- 627. 

fartigu. 629. 

1615 459. in praecipiti in* uohaldi. 630. 

461. achaica grecisca. 632. 

462. circuni f umpiturna. 642. 
„ summa fornahtigiu. ,, 

463. labulata pretir. 645. 
1620 468. primo in* fornantigemo. 646. 

469. exultat spilita. 647. 

472. cxuviis urslonfen.f 650, 

475. agitator tripil, reitil. 657. 

481. ore loche. 666. 

1625 482. apparet seein. 675. 

490. claustra sloz. „ 

491. labatfaz.* 685. 
„ ariete phetarare.f ,, 

492. emoti [postes] vzaruue- 698. 

gitiu. 717. 

1630 „ [cardinje ar.* 763. 

496. moles grapun. 764. 

502. tanta so michil. 

511. axe [^theris] halpun. 

520. istis suslichen. 23. 

1635 524. longeuum langlipen. „ 

530. ut tandem sosa er duoaf 30. 

hitamun, 32. 

„ euasit intfuor. 36. 

533. abstinuit ni*farpar. 53. 

544. repulsum uvidarpoUanas.f 55. 

1640 545. umbone ranto. 66. 

547. mea tristia facta mina za- 75. 

gaheit. 116. 

552. capulo [tenus] hiltis. 123. 

588. cum duoa.* 1 25. 

596. ne ninu. 127. 

1645 601. culpatus der pisp''ochana. 129. 

604. ebetat pitunchlit. 132. 

623. considere gisinchan. 136. 

627. eruere nidaruverfan. 140. 



minatur uaagot. 

supremum zi iungist. 1650 

ruinam traxit archrachat. f 

expedior arlosit* vuart.* 

excidia flornussida. 

capt^ giuvnnan.f 

iactura giuvrfida. 1655 

inutilis unpidarper. 

demoror duello. 

effusi gispreita. 

excidit inslouphta. 

[ut] cernam gisahi. 1660 

expertus antchuniar. f 

spem tröst. 

excutere arrettan. 

restringere lescan. 

hie dar.* 1665 

[bell]o ar.* 

[ineensjis ar.* 

captiua giuvnnanniv.f 

AEiV. III. 

uirgulta zeinin. 

horrida [myrtus] vvasser. 1670 

coit zisamane ran. 

insequor anagigieneh. 

secundarent girihtun. 

fractae giuveihto. 

fas triuva. 1675 

eimbia napfa. 

arcitenens pogotrago. 

iuppiter vuetar. 

uacare darapan. 

iugis in * spizun. 1680 

concita horscun. 

hortantur anaztun. 

optat^ liupero. 

eonubiis hileiehun. 

animas ferah. 1685 



IV. DIE TEGERNSEKU GLOSSEN. 



77 



150. extuleram pratha.f 390. 

151. insomnis slaflosar. 392. 
160. fug^ farti. „ 
180. anibiguani ziuv''alta. 401. 

1690 182. exercite gimuoto. 

198. inuoluere piuiengun. 411. 

200. excutiniur girrit uvrtun. „ 

202. palinurus stiuro. 416. 

208. uemint zugun. „ 

1695 217. proluuies [ventris] sciz- 424. 
zata. „ 

225. lapsu fluga.f 425. 

230. claiisi piuangana. 428. 

232. latebris liolinm. 

237. disponunt gilegitum. 430. 

1700 238. dilaps^ naderslihento.f 440. 

241. foedare [ferro] aruvartan. 442. 

246. [pector]e ar.* 446. 

257. ambesas [mensas] 'frezana. 449. 

264. indicit [honores]- gihiez. „ 

1705 267. excussos [rudentes] arlo- 451. 

stiu.* 453. 

287. figoihiench. 464. 

290. uerrunt zugun. 466. 

297. cessisse zuogen.* „ 

304. inanem [tumulum] italaz. 467. 
1710 327. enix^ perinto.* „ 

„ tulimus dultuu. „ 

329. transmisit giliez.* 468. 

332. excipit arfarta. 469. 

333. cessit gigienc. 471. 
1715 345. cum duo. 483. 

361. omina heio. 

367. obscenam uncliuscen. 484. 

„ qu^ [pericula] vuelihho. 499. 

369. hie dar.* 509. 

1720 377. hospita, ignota uinita. 512. 

„ lustres aruarest. 519. 
383. inuia [vial auvicger.* 



ilicibus eichin. 

ubera tilun. 

nati farhir. ^^^^ 

nieliboei [ducisj meUbeis- 

kin. 
rarescent tunnent. 
pelori, Promontorium hörn, 
cum denne.* 

protinus samanthafto. ^'^^ 
cohibet piduingit. 
spelunca hol. 
exertantem parunten. 
commissa zisamenegihaf- 

tiu.f 
cessantem tvuallenten. ^^^^ 
mittere gifrumi' vuirdist.f 
auerna hella.f 
sechisa gisuntrotiu. 
impulit anagistozit. 
turbauitf gistoupit. 
Situs die* gilegida. 
dispendia ungifuori. 
secto gigrapaniu. 
dodoneos epiretisca.* 
lebetas chezila. 
consertani gihafta. 
hamis rigin.* 
triUcem driliha. 
cristas capun. 
sunt vuarun.* 
instruit giuvarnota. 
picturatas [vestes] gipror- 

totiu. 
clamidem lachan. 
obuia anavartigiu. 
gremio in* parame. 
acta arlitaniu.* 
e puppi a* stiuro. t 
Signum flachala. 



1740 



1745 



1750 



1755 



78 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



520. 


pandimus spreittun. 


714. 


hie dar.* 




1760 532. 


torquent chertun. 


718. 


hie hier. 


1795 


544. 


arraison^ vuafanliitun.* 








549. 


antemnarum segalpoumo. 




AEN. IV. 




550. 


graiugenum chriehporatio.t 


1. 


dudum sar.* 




?i 


suspecta zuruvariv. 


14. 


qug bella uueliha degan- 




1765 551. 


hinc danua.* 




heit. 




556. 


Iractas [voces] diozentiv.f 


55 


exhausta arlitaniu, arli- 




558. 


nimirum giuvisso. 




tana.* 




„ 


caribdis uvervo.* 


18. 


pertesum pidrozan. 




561. 


rudentem [proram] ruzen- 


55 


led^que iouh* dero* minno. 


, 1800 




taz. 


21. 


sparsos zistortun. 




1770 562. 


coiitorsit cherta. 


23. 


impulit gistoncta. 




569. 


cyclopum riso. 


55 


flammae lusti. 




575. 


uiscera [montis] stochi. 


25. 


adigat gitripe. 




577. 


fundo g'unte.* 


33. 


praemia liuper.* 


1805 


579. 


insuper opanan. 


35. 


esto uvolnu.* , 




1775 583. 


monstra egiso. 


40. 


[hello] zi.* 




590. 


[maciej coDfecta [forma 


41. 


inhospita ungisuuasiu. 






viri] gineiztaz. 


53. 


non tractabile unfarlih. 




593. 


illuuies unuuatilihi. 


88. 


min^ spizzun. 


1810 


5> 


inmissa [barba] nidergilaz- 


104. 


dotales uuidalihha. 






zaner. 


114. 


excepit indeh. 




609. 


agitet muoti. 


120. 


grandine ungiuvitire. 




1780 617. 


cyclopis rises. 


121. 


al^ dei girit. 




653. 


addixi zuopimeinta.* 


127. 


hie suslih. 


1815 


670. 


affectare zogitöan. 


128. 


annuit giiazta.f 




676. 


excitiim gihalitaz. 


130. 


[port]is ar.* 




682. 


agit iagota. 


131. 


uenabula uveidispioza.f 




1785 „ 


quocumque ettisuvara. 


135. 


mandit chou.* 




55 


rudentes seil. 


139. 


fibula tragafadam, nusca. 


1820 


685. 


discrimine untars'eitungo. 


146. 


fremunt prallten, f 




686. 


ni teneant dassaniethapan. 


151. 


lustra leger. 




688. 


hostia gimundi. 


152. 


ferg uvildo. 




1790 690. 


errata [litora] arfarana. 


55 


deiect^ giiagoto. 




696. 


ore gimundi. 


156. 


acri equo snellemo rosse. 


1825 


5» 


confunditur gimiscit uvir- 


158. 


inercia tragun. 






dit. 


164. 


tecta studun. 




708. 


hie dar.* 


166. 


pronuhiaf himachara. 





IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



79 



170. 


famä fonna uuliumu'te. 


407. 


nioras tuala. 




1830 171. 


furtiuum [amorem] farhu- 


439. 


tractabilis mammonter. 






lanliha. 


440. 


obstruit pis'arpta. 


1865 


178. 
180. 
182. 
200. 


irritata gigremitiii. 
pernicibus snellen. 
uigiles [oculi] uvachaliu. 
uigilem [ignera] unarlos- 


441. 
442. 
462. 
476. 


annoso altemo. 
alpini alpiscun. 
bubo avis üvo. 
exigit gisuohta. 




1835 207. 


canuii. 
libat trinchit.* 


482. 
502. 


torquet inthapS:. 
grauiora uvntarlihorun. 


1870 


208. 


torques sciuzist. 


505. 


ilice eichinemo uvite. 




216. 


miträ huote. 


506. 


intendit pivieng. 




217. 


rapto huore. 


»» 


sertis mit* pluomon. 




237. 


bic suslih.* 


510. 


chaos gimischida. 


1875 


1840 239. 


talaria nechala, sporun. 


511. 


tergeminam die* driual- 




261. 
264. 


nectit spien. 

stellatus [ensis] gisteintaz. 
telas uveppi. 


513. 
516. 


tun. 

mess^ [herbae] gisnitaniu. 
prereptus apagapizaner.* 




266. 
1845 294. 


uxorius tu*quenoman. 
ocius sar.* 


5? 

518. 


amor uvarza. 

recinctä [veste] ungagur- 


1880 


297. 


excepit farna. 




temo. 




302. 


triaterica orgia trinahtigun 


547. 


ut merita es so* du* scul- 




318. 


sang, 
dulce liub. 


583. 


digiu pist.* 
uerrunt zugun. 




319. 


mentem sin.* 


593. 


navalibus scefcartun. 




1850 322. 


pudorem reini. 


597. 


fides trivua. 




330. 


capta pisuichaniu. 
deserta firlazaniu. 




AEN. V. 




362. 
368. 


du dum sar.* 
reseruo gisparo. 


69. 
71. 


cestu plicholpun. 
fauete giiaezS:. 


1885 


1855 371. 

11 


qu^ anteferani uvelihiv* 

gisprachi. 
quibus uveUhen. 


HO. 
116. 
128. 


tripodes drispissi. 
acri snellemo.* 
mergis scarua. 




380. 
385. 
387. 


refello ni* falsco. 

[cum] seduxerit gisceidit. 

manis heliigot. 


141. 
146. 
148. 


spumant ueimtun. 
aurig^ reitiihtiles. f 
fremitu prabiit. 


1890 


1860 393. 
398. 


lenire gilihten. 
carina podä. 


149. 
151. 


inclusa [litora] piuangana. 
elabitur intfuor. 




399. 


frondentis [remos] giu- 
loupiu. 


154. 


discrimine, spatio laza, un- 
tarsceitungo.* 


-1895 



80 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



155. 
163. 

1» 
166. 

]900 170. 
175. 
177. 
180. 

187. 

1905 191. 

193. 
194. 
195. 
196. 
1910 204. 

205. 

206. 

208. 

>i 
1915 „ 

209. 

210. 

214. 

217. 
1920 228. 

242. 

254. 

258. 

259. 

1925 „ 

265. 
267. 
271. 
276. 

1930 278, 
281. 
286, 



superare uparfaran. 

sine lä. 

palmula daz* ruodar. 

diuersus danagacherter. 

radit scar.* 

deturbat stiez. 

clauum stuirruodar. t 

resedit clepPia. 

^mula üantlihiii. 

promite [vires] ersceinft. 

sequatibiis ahtlinun. 

prima dei furstan. 

ö iivola. 

extrem OS aftrostiin. 

in procurrentibus in scor- 

renten. 
in murice in* spizze,* 

sk''esin. 
illisa [prora] anagislaganer. 
trudes scaltin. 
ciispide stachiillo. 
contos stanga. 
expediunt arlostun. 
successu fraspootigi. 
pumice tufsteine. 
radit sciuzit. 
studiis ilungun. 
impulit stiez. 
pr^pes horsco. 
qui der.* 
hamis ringun. 
levibus siebten, 
agebat g'"ota.* 
cymbia na''plia. 
ordine zilun. 
tortus givimtannussida.f 
retentat lezit. 
hostia gimundi. 
certamine spile. 



290. consessii gisidile. 
„ exstructo gim^chotemo. 

305. non donatus ungereter.* 1935 

306. leuato givurptemo. 
310. faleris gisaltalscirren.f 

316. limen die* marcha. 

317. ultima uzrostun. 

319. emicat scricta. 1940 

326. elapsus furifaraner. 

328. leui [sanguine] in* slepra- 

gemo. 
330. super opana.* 

„ madefecerat ginazta.* 
333. timo miste. 1945 

337. munere follusti. 

338. fremitu prahte. 
340. consessum gisidili. 
343. fauor folieist. 

358. fimo miste. 1950 

360. refixum danaginomanan. 

362. cursus loufa. 

363. nunc duo. 

,, presens mahtiger. 
372. victorem der* nu* vuas*l955 

cbempho. 
426. in digitos in * celmn. 
432. labant uva"chotvn. 
487. malum mast. 
493. modo sar.* 

513. contenta gidenitiv.f i960 

546. inpubis ungipartun. 
556. Corona temo* ringe. 
559. flexilis gipoganer. 

„ obtorti givuntenes. 
561. [equus] albam ostentans 1965 

frontem plasas. 
582. tulere pralitun, fuortun. 
585. impediunt zisamauahaf- 

tun. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



81 



593. 
598. 


impediunt zusamanemi- 

haftun. t 
rettulit auarta.* 


78. 
80. 
92. 


[pector]e ar.* 

fingit hasnota. 

quas [gentes] vueliha. 




1970 630. 

642. 


hospes iivirt. 
conixa spirdrentiu. 
coruscat uveniienta. 


106. 

116. 


non noh.* 
quando vuanto.* 
orans pitenter.* 


2005 


648. 
654. 


Spiritus paldi. 
ancipites zuivalten. 


120. 
150. 


canoris lutreisigan. 
incestat gunfrovuit. 




1975 „ 
665. 
687. 
692. 
694. 


malignis zornagen. 
perfert sageta. 
exosus leidezenter. t 
dimittef frumi. 
more pilida. 


165. 

173. 
181. 
182. 


accendi|fe [cantu] zianaz- 

zana." 
exceptum arfärten. 
trab es gipretta. 
montibus ar.* 


2010 


1980 713. 


trade pivilih. 


196. 


ne defice ni gisuihc. 




714. 


pertaesum est pidrozan 


205. 


uiscum mistil. 






ist.* 




[viscus nascitur] de fimo2015 


733. 


congressus meos mina*ga- 
gangenni. 




turdelarum auiv id est 
dröscha. 




758. 
768. 


forum dincstat. 
non tolerabile [nomen] un- 
fartragantlihiu.* 


209. 
211. 


crepitabant chlafotun. 
brattea pleh. 
cunctantem tualoten. 




19S5 778. 

779. 
794. 


uerrunt zugun. 
exercita gigruoztu. 
foede unchuscho.* 


219. 
238. 


expediunt uzprahtun. 
scrupea [spelunca] stei- 
nigaz. 


2020 


806. 

807. 


[cum] gemerent duzun. 
euoluere uzarprechan. 


240. 
241. 


[atrjis ar.* 
faucibus enginotin. 




1990 816. 
842. 
852. 


permulsit gitrosta. 
[or]e ar.* 
clauum ruodar. 


244. 
245. 


conuexa piugun. 
inuergit anasuanh.f 
sumraas fornantigiu.f 


2025 


855. 

857. 


quassat sprangta. 
laxauerat inliez. 




carpens prechentiu. 
saetas harint.* 






AEN. VI. 


251. 
255. 


sterilem [vaccam] glalta. 
sub umpi.* 




1995 3. 


dente chraft.f 


257. 


ululare gilon. 


2030 


5. 

19. 
51. 


pretexunt piviengun. 
remigium [alariim] fluc* 
cessas gipis.* 


269. 
270. 
271. 


uacuas vuitun. 

maligna [luce] tunchalemo 

ubi sosa.* 




62. 


fuerit vuas.* 


278. 


consanguineus giP'anger.i 




2000 74. 


ne manda ni* pivilah. 
Z. f. D. A. neue folge III. 


2S1. 


innexa gipuntiu.f 
6 


2035 



82 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



291. 


strictani [ aciem ] arzo- 


493. 


frustratur trouc. 




ganaz. 


496. 


populata pistüpl&a. 


300. 


inculta unpiselianiv. 


513. 


ut sosa.* 


301. 


sordidus [amictus] un- 


514. 


[ut] egerimus arleittun. 




supra. 


517. 


chorum cart.* 


302. 


subigit uphtripit. 


523. 


[tect]is ar.* 


2040 306. 


defuncta hinagiuarana. 


524. 


emouet ginam.* 


310. 


lapsa risantiv. 


527. 


famam unliumunt. 


313. 


primi eristun.* 


529. 


hortator anazari. 


?) 


mittere früinan. 


530. 


instaurate fargeltet. 


315. 


tristis cremizziger. 


531. 


fare sage. 


2045 316. 


arcet treip. 


533. 


fatigat muoit. 


324. 


cuiiis degotespi.* 


535. 


vice uuesle. 


336. 


iuuoluens pifahenter. 


537. 


traherent irleittin. 


352. 


cepisse neäraan.* 


542. 


elisium [iter] sunnalihiu. 


353. 


excussa [navis] aritaletaz, 


551. 


sonantia [saxa] chlafenta. 




girtaz. 


554. 


stat storrfta. 


2050 360. 


capita [montis] spizza. 


559. 


hausit firnä. 


389. 


quid ziv.* 


563. 


insistere anagisteiphan. 


i) 


istic dar.* 


568. 


qu^ uveliho. 


390. 


noctis sopor^ suepililiero 


572. 


intentans trouventiv. 




naht.* 


573. 


stridentes charrenta. 


412. 


detiirbat stiez.* 


j' 


sacr^ leidsamo. 


2055 „ 


alueo in* runsi. 


576. 


hydra u^Tm. 


413. 


gemiiit quar. 


586. 


flammas plichi.* 


416. 


exponit uparsazta. 


593. 


contorsit scoz. 


418. 


personal pillit. 


597. 


porrigitur gistrechit vuas 


422. 


resoluit nidirlegita. 


599. 


rimatur crupilota. 


2060 424. 


occupat piuiienc. 


603. 


imminet opa vuisit. 


425. 


eiiadit intfuor. 


605. 


maxima herosta. 


430. 


danmati givuizaneta. 


609. 


pulsatus fartripaner. 


11 


crimine inzihti. 


611. 


qu? [maxima turba es 


433. 


discit pivindit. 




dero.* 


2065 436. 


quam uvief filo so. 


613. 


ueriti furihteuta. 


471. 


quam denne. 


614. 


ne quere ni* sochi,* ni 


i> 


silex flins. 




suochi. 


474. 


respondet gihal. 


M 


expectant dolonth. 


481. 


fleti pirozana. 


617. 


districti ziprottana. 


2070 488. 


discere gieischon. 


621. 


auro pigold.* 



2075 



2080 



2085 



2090 



2095 



2100 



2105 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



83 



622. 

2110 627. 

629. 

630. 

631. 

646. 
2115 „ 

647. 

653. 

659. 
2120 664. 

665. 

668. 

676. 

679. 
2125 681. 

686. 

694. 

699. 

705. 

2130 „ 
718. 
727. 
729. 

5) 

2135 731. 
732. 
737. 
742, 
743, 

2140 746, 
748. 
750, 
760, 
763 

2145 765 



leges uvär. 
precio mi&o. 
percurrere arredinon. 
susceptum hiiitarstantanaz. 
[caminjis ar.* 
fornice suipago.f 
obloquitur liudota. 
numeris ritmusen. 
discrimina untarqueitunga. 
pectine zitarphinne. 
gratia livpa. 
amnis ransi. 
merendo giarnento. 
cinguntiir pivuangan.f 
extantem upartrefanteii. 
sistam darapringo. 
penitus fila.* 
recolens zellenter. 
[genjis ar.* 
quam [metui] uueih.* 
simul sar.* 
letheum [amnem] agezi- 

linun. 
placidas [domos] stilliv. 
[l§ter]e es.* 
agitat uvegit. 
marmoreo epanemo.f 
equore epanoti. 
noxia [corpora] simliga. 
hebetant tunclent. 
excedunt infallant. 
eluitur fargoltan uvirdit. 
manes vuizzi. 
exemat gineme. f 
rotam umpivart. 
conuexa piugun. 
purä [hastä] paremo.f 
postuma [proles] uparlepaz. 
educ(;t ziuhit. 



768. reddet gauaril. 
775. Inui pänuses.* 
785. turrita gihuf'a''tiu.t 

799. hoirent fiirihtent. 

800. gemini [Nili] runsigero. 2150 
„ Ostia glmundi. 

803. placarit gistiiti. 

804. pampineis repalilien. 

813. resides traga. 

814. desueta[agmina] intvonata. 2155 

815. iactantior gimeitoro. 

831. instructusf giuvarnoten. 

832. ne nein. 
835. [uian]ii ar.* 

846. cunctando tualonta. 2iG0 

847. exciident zeinnent. 
„ spirantia susontiu. 

849. orabunt redinonth, pitten. 

850. describent zeigont. 

858. sistet gistatigot. 2165 

„ eques reitman. 

„ gallum uvestarliiti. 
861. forma uvathlihi. 
865. instar anauvani. 
871. nimium potens zi*vilo*2i70 

chreftigiv. 
876. quondam ionaltres. 
894. qua dar.* 
898. [portjäar.* 

AEN. VII. 

8. adspirant uvatun. 
24. fugam fart.f 2175 

30. fluvio runsi. 
40. reuocabo redinon. 
48. accipimus iirneman. 
60. comä uuiphile. 
103. premit firsuigeta. 2180 

105. cum duo.* 

6* 



84 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



109. 


liba flädim. 


248. 


uestes uuat. 




111. 


soluni mensam, hero. 


253. 


moratur uvonata. 




„ 


aiigent giluodun. 


255. 


profectum givaranen. 


2220 


2185 113. 


penuria zadal. 


258. 


occupet piuieegi. 




114. 


uiolare prechan. 


262. 


opulentia ehtiga. 




115. 


crusti stuchi. * 


265. 


ne exhorrescat ni* leideze, 




119. 


pressit gisueigit. 


267. 


mandata inpot. 




125. 


accisis frazanen.f 


277. 


instratos [alipedes] gisata- 


•2225 


2190 127. 


aggere grapin.* 




lotiv. 




129. 


[positurja [fames] er.* 


278. 


monilia in furipuogin. 




150. 


diuersi ziuvorfana. 


279. 


mandunt chuvn. 




153. 


oratores [centum] sprah- 


281. 


[narib]iis ar.* 






manno. 


282. 


d^daia listiga. 




158. 


primas [sedes] fornantigen. 


283. 


creauit gimachota. 


2230 


2195 159. 


piiinis spizen. 


289. 


bachino hörne. 




?5 


aggere grapin. 


295. 


capi floran werden. 




5) 


cingit pivieng. 


299. 


infesta arpolganiv. 




164. 


lenta [spicula] uveicha. 


303. 


conduntur gistedit sint. 




165. 


contorqueut scuzzun. 


ji 


alueo runsi. 


2235 


2200 „ 


ictu uvrphe. 


306. 


antiquam addaliiha. 




172. 


horrendiim egilih.* 


308. 


inausum [nil] ungitorranes. 




173. 


hinc dauna.* 


309. 


quae ih. 




174. 


curia sprahhus. 


310. 


[vincjor uvirdo.* 




184. 


captiui [currus] giuvnnano. 


311. 


usquam est ionar*ist.* 


2240 


2205 188. 


trabeä trempile. 


313. 


esto daz* si* nu* so.* 




215. 


regione halpo. 


315. 


trahere giiengan. 




222. 


quanta uvie.* 


316. 


exscindere giuverran. 




223. 


tempestas iirliugi. 


319. 


pronuba himachara.* 




226. 


submouet cisceidit. 


320. 


cisseis ziseischa.* 


2245 


2210 228. 


diluvio iirliuge. 


?> 


iugales [ignes] gihileihiv. 




?» 


tot uvole.* 


322. 


funest^ [ted^] relihlia. 




231. 


indecores unera.* 


324. 


hictificam uvoftentun, 




232. 


[neque] abolescitf ni far- 




vuoftf machentun. t 






tigilot. t 


332. 


operam folie'st. 




V 


gracia huldi. 


?» 


infracta givuehta. 


2250 


2215 235. 


fide triu'^o.* 


336. 


uersare giuverran. 




>) 


expertus arfindenter in'* 
en uvas.* 


349. 


[inter] leuia siebten, 
lapsus slihenter. 




211. 


repetit uvidarferit. 


350. 


adtactu inphuntnussidu. 





IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



85 



2255 352. 


[ingens] der.* 


463. 


virgea [flamma] spahhiner. 


5» 


t^nia nestila. 


») 


costis zargun. 


359. 


exiilibus elilentiin. 


V 


undantis uvallantes. 


370. 


dissidet missihillit. 


464. 


iiis noth. 


371. 


[si] repetatur gizalt uvirdit. 


466. 


nee capit ni* hapöc. 


2260 372. 


patres fordrun. 


468. 


primis den* furistiin. 


374. 


penitus tiiipho. 


469. 


finibus fonna* marchuu. 


375. 


per[errat] ar.* 


470. 


uenire pringan. 


378. 


quondam ofto.* 


472. 


exhortantur pih'eizzun. 


>? 


turbo cholz l urdrasil I 


478. 


cursu rennii"go.t 




zuotripil l tobf l uviruil 


483. 


praestanti frbmparenio. 




I trennila l zeJlo. 


484. 


ubere iitrin. 


2265 380. 


actus gitrapäner.f 


485. 


parent hanctun. 


?' 


habenä mit rivmin. 


487. 


imperiis z.*lp-: t ::n. 


381. 


supra dar* opana. 


488. 


intexens rtechtentiv. 


382. 


volubilebuxum cholzuvarp- 


491. 


errabat uveidota. 




lihun. 


493. 


uenantis iagontin. 


383. 


plag^ die* slegi. 


494. 


commouere arraortun. 


2270 384. 


agitiir gimuot. 


?7 


secimdo [fluvio] rinnan- 


390. 


thyrsos torsum.f 




tero.* 


393. 


agit muoita. f 


495. 


leuaret gilihti. 


396. 


hastas tamarun. 


497. 


spicula scefti. 


397. 


feruida zornagiv. 


501. 


gemens [quadrupes] que- 


2275 399. 


[torquens] umpi.* 




rantaz. 


405. 


agit moita. 


506. 


torre prante. 


407. 


uertisse givuerran. 


?' 


obusto zusctemo. 


411. 


ardea heigaro. f 


509. 


coactis ingislaganen.f 


416. 


transformat firpilidota. 


510. 


scindebat chloup. 


2280 „ 


aniles gravua. 


5) 


Spirans fn •; hanter. 


417. 


rugis zugun. 


)? 


immane xngkmfzkgp.' 


418. 


innectit anapant. 


513. 


canit pl . es. 


421. 


fusos fargozana.f 


514. 


intendit s i • oht:* 


424. 


abnegat arzihit. 


9» 


protinus samathafto.* 


2285 425. 


ingratis leiden. 


525. 


ancipiti zuiuvassemo. 


440. 


effeta arschapanio. 


n 


decernunt scidotun. 


443. 


tueri pischan. 


526. 


seges dichi. 


450. 


reppulit irstovita. 


527. 


lacessita [aera sole] gi- 


453. 


formidine plodi. 




flanztiu, piscinaniv. 


2290 462. 


sonore prastode. 


528. 


albescere g:ns:n. 



2295 



2300 



2305 



2310 



2315 



2320 



86 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



529. allius liohora. 
531. stridente nizuiitero, 
541. promissi des*ciheizas.* 
2330 566. urget piphaliit. 

„ utrinique iouvedarhalpiin. 
„ fragosis chlafonten. 
583. ilicet sar.* 
590. fremunt diozent. 
2335 591. c^cum [consilium] un- 
friiota. 

594. fraiigiinur giuveihit uver- 

den. 
,, procellä mit undanche. 

595. sacrilego fartanemo. f 
599. [spolijor iivirdo.* 

2340 610. i-übora sterichi. 

615. conspirant p.h:zent.* 
„ assensu iuchqu&ani. 

616. indicere gipiotan, 
622. ferratos giisarnta. 

2345 623. inexcita ungigruoztiu. 
624. pedes fendo. 
„ altis az.* 

626. tergunt furptun. 

627. aruiiiä spinte. 
2350 „ subigunt uvaztun.* 

631. turiger«^ dio turritragiin. 

633. umbonum rantpogono. 

634. ducunt zugun. 

636. cessit gigiench. 

2355 ,, requoquunt zigiranton. f 

637. Signum heripouchan. 
653. Igtior rihora, vukrdkgprb. 
657. insigne zieri. 

665. mucrone suertstapa. 
2360 666. pedes fendo.* 

„ torqucns tragenter. 
667. inpexum [tegumenj ungi- 
slralta.* 



667. s^tä hare. 

669. innexus piuanganer. 

675. centauri risi. 2365 

687. liuentis plavues. 

688. galeros huoti. 

689. capiti demo* e.* 

690. pero zuhalinc, päsocha. 

693. resides az /e/ t/.* 2370 

694. retractat hantalota. 

695. hi die.* 

„ ^quos ri^'tgffrna. 

696. hi die.*' 

707. instar gilihnussi. 2375 

722. pulsu slagode. 

725. rapit prahta. 

730. aclydes giscoz. 

731. flagello zoome. 

732. falcati [enses] gifalztiu. 2380 

740. malifer^ opaztragun. 

741. torquere sciozan. 

742. de subere fonna* saplie. 

743. aerat^ [pelt^] giertiu. 

751. super [galeam] opa demo. 2385 

767. distractus ziprohcaner. f 

,, turbatis zisto"pten. 

770. indignatus zurnater. f 

776. ubi dan. 

780. effudere arfaltun. 2390 

785. iubä zatun. 

786. sustinet inthap&a. 
„ [faucibjus ar.* 

803. hosf super zuo za den. 

805. colo rocho. 2395 

„ calathis sumpri. -o 

815. velet piliengi. 

AEN. VIII. 

5. coniural gipiheizota.* 

7. coKunt samanotun. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



87 



2400 15. 


quid uvaz.* 


245 


25. 


laquearia himilezza. 


253 


39. 


ne absiste nigisuih. 


256 


45. 


ubera tilun. 


260 


50. 


expedias gifrümes. 


?? 


2405 62. 


flumine runsi.* 


261 


80. 


instruit giuvarnota. 


276 


118. 


egere iagotun. 


280 


143. 


fretus gitroster. 


284 


144. 


neque pepigi ni * gidingota. 


285 


2410 151. 


spectata arsuohtiu,* gi- 


289 




pe'ztiv. 


290 


154. 


ut uuie.* 


293. 


155. 


accipio farriimo. 


314 


160. 


uestibat pif'enc. 


316 


172. 


quando uuenna. 


317 


2415 176. 


locat sazta. 


n 


177. 


uillosi zatohtemo. 


326 


178. 


solio acerno mazaltrinemo 






sezale. 


329. 


181. 


laborat^ cereris uuahes 
protes. 


334. 


>» 


ministrant scanctun. 


342. 


2420 187. 


superstitio uparuengida. 


344. 


?) 


[ueterumjque oda.* 




191. 


disiect^ ziuiiorfano. 


361 


195. 


inaccessam [spelimcam] un- 


V 




zuofartigaz. f 


364. 


203. 


hac hier. 


374. 


2425 210. 


[caudä] pi.* 


386. 


213. 


moueret tripi. 


391. 


215. 


[omn]e [nemus] er.* 




220. 


dolor zorn.* 


392. 


?» 


nodis masurun. 


395. 


2430 223. 


ilicet sär.* 




226. 


quod [saxum] der.* 


396. 


227. 


obice grintile.* 


402. 


233. 


precisis scorrenten. 


403. 


243. 


penitus ticcho. 


404. 



superque iouh*üpanau.* 2435 

cecä fi"^trero. 

non tulit ni* fardulta. 

complexus druchenter. 

aogit duang. 

elisüs spolchcntun. 2440 

cum duoa.* 

deuexo inneigtemo. 

oneratis giladanen. 

Salii tümara. 

eliserit fircnusita. 2445 

disiecerit zivurfi. 

nubigenas uuolcporanun. 

indigen^ hinna. 

cultus pisehini. 

componere gimachon. 2450 

parto garauuemo. 

decolor [aetas] ungili- 

haz. 
[posuit] nider.* 
ineluctabile unuparuvntan- 

lih. 
asylum fecta. 2455 

panos lycei des liceiskin 

panos. 
foro dinchuse. 
lautis uuiten. 
aude giturris. 

dum unzi.* 2460 

excidium floramissida. 
[non secus] atque olim 

denne* ofto.* 
rima scruntussa. 
ex alto [causas petis] so 

ingirivno. 
quo uvare.* 2465 

[feiT]o ar.* 
absiste stalgip. 
indubitare zuiflon. 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



407. 


abact^ arlitanero. 


571. 


neque uiduasset nirstivfta. 


2470 408. 


cum sosa.* 


577. 


quemuis [laborem] eina 


409. 


tolerare [vitam] leitan. 




iouveliha. 


?> 


colo rocho. 


584. 


sublapsum in üniahti uver- 2505 


410. 


sopitüs pirchhanun. 




danten. 


412. 


peiiso uuichillne. 


585. 


equi latus girit. 


2475 420. 


stridunt susen. 


595. 


agniine scaro. 


423. 


hoc tum dara*duoa.* 


616. 


sub aduersä unter gagan- 


424. 


exercebant zouuitun. 




uuartöro. f 


426. 


iam parte politä giu*gifio- 


7? 


posuit leinta. 




lotemo teile.* 


623. 


inardescit arscinit. 2510 


429. 


imbris torti giridanes re- 


625. 


non enarrabile unarrahint- 




ganes. 




liha. 


2480 432. 


sequacibus ahtalinen. 


627. 


uatum uvizintuoma. 


436. 


polibant hasnotun. 


631. 


vbera tilun. 


441. 


usus duruphtiist. 


636. 


cave§ ränges.* 


445. 


sortiti teilenta. 


55 


circensibus ri"gin. 2515 


446. 


vulnificus [ensis] uuntun 


643. 


dictis in*gih''zun. 




tuontaz. 


650. 


uellere prehhan. 


2485 448. 


septenos sipunfalta. 


654. 


culmo stroe, scoupe, halme. 


?? 


[orbibus] den.* 


660. 


virgatis ingagärtoten. f 


449. 


impediunt zisamanehaftun.* 


661. 


alpina [gaesa] alpisca. 2520 


450. 


tingunt naztun. 


662. 


scutis longis taratela. 


451. 


gemit quar. 


664. 


lapsa [ancilia] quemana. f 


2490 460. 


pantherae terga crusina. 


665. 


extuderat arhüop. 


»? 


retorquens uuirdamver- 


666. 


pilentis vuaganun. 




f anter. 


674. 


uerrebant chertunt.| 2525 


465. 


matutinus giziter. 


690. 


conuvlsum aruvalz'en. 


470. 


quo dir. 


691. 


reuvlsas arlösto. 


481. 


florentem dihenta. 


694. 


[stuppeja [flamnia] er.* 


2495 500. 


quos ivuih. 


707. 


uidebatur gisehan uuard. 


516. 


militiam daegonod. 


710. 


ferri giuuorit uuesan. 2530 


532. 


hospes uuirt. 


711. 


corpore [maerentem INilum] 


534. 


missuram sentan scolonta.* 




runsi.* 


535. 


ingrueret analagi. 


712. 


ueste aho. 


2500 538. 


quas [poenas] vuelihu. 


722. 


ordine zilun.* 


542. 


, sopitas gidrehanetun. 


723. 


quam uari^ so* missi- 


543, 


, hesternum [larem] erta- 




liho. 



gigaz. 



724. discinctos ungigurtun. 2535 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



727. 


extremi entroston. 


185. 


728. 


pontem pruccun. 


188. 
204. 




AExX IX. 


216. 


26. 


uestis uuati. 


?i 


29. 


Septem sedatis amnibus 


220. 




sipun stillen risim. 


222. 


2540 „ 


altus tiupho.f 


227. 


31. 


alueo in *ninso. 


228. 


34. 


mole uueri. 


230. 


38. 


condunt statotiin. 


231. 


40. 


fortuna not. 


235. 


2545 42. 


aggere mit' krapin. 


269. 


44. 


obiiciunt zuopitatun. 


272. 


46. 


agmen heii. 


2S0. 


49. 


[am-e]a [galea] er.* 


284. 


60. 


super iimpi. 


289. 


2550 71. 


feruidus iliger. 


318. 


86. 


acernis mazaltrinen. 


321. 


97. 


immo mer. 


324. 


)» 


ubi sosa.* 


?» 


105. 


adnuit gihiez. 


325. 


2555 ,, 


tremefecit giscutta.f 


327. 


107. 


inim'ia daz miida'mo'ti.f 


331 


118. 


modo ziimis. 


337 


122. 


turbatis gistoiipten. 


341 


"? 


cunctatiir tualota. 


345. 


2560 123. 


reuocat gistulta. 
pedem runs. 


348 


125. 


nitro darazuo. 


350 


135. 


extinguere zistoaran . 




139. 


modo [nunc] noh.' 


353 


2565 141. 


mor^ tuala. 


354 


150. 


c^co [alvo| iQ*finst'ero. 


5" 


163. 


[uirfoj demo.* 


363 


168. 


pontes hurdi. 


366 


»» 


propugnacula prustu'eri. 




2570 170. 


uocarent gruoztin. 


)' 


184 


dudum sar.' 


367 



agitat mihi spenit mih. 

procubuere giliccent. 

quo dara.* 

persequitur gifolgS:. 2575 

nee curat ni*ruabta. 

statione uuarto. 

animalia uuihtir. 

adnixi linenta. 

[camp]i es.* 2580 

mor^ dero* tualo. 

trepidos iliga.* 

insidiis mi'spehungun. 

excipiam uzgi.' 

insuper bis zuo za desen. 2585 

tantum suedarsosa.* 

excedentem danafaranta. 

spem trost.* 

uoeat suohit. 

uasta uuosto. 2590 

exstrnctus gihufarter. 

[tot]o ar.* 

augur heilisari.f 

temere unredahapta. 

singultantem fnesgezente. 2595 

inpastus hungrager. 

perfurit uvotta. 

comminus samathafta. 

refert [vina cum sanguine] 

louuita. 
religatos [equos] gispan- 26ü0 

naniu. 
absistamus uuesanlazamen. 
poenarum slabtono. 
exhaustum gitan.* 
babilem gimahen.* 
instructa [legio] giuuar- 2605 

notaz. 
moratur uuarapota. 
responsa impot. 



90 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



373. haiid temere unredihapl. 561. 

377. [a{l]diuorcia cherun. 562. 

2610 378. coronant pifiengun. 574. 

380. horrida [silva] uuasser. 584. 

389. perplexum [iter] giuuntana. 585. 

391. obseruata uuidarigiiiuar- 592. 

tetiu. 594. 

395. fraude [loci] fonna un- 597. 

cliundi. 606. 

2615 417. [tepefactja [hasta] er.* 612. 

419. quo dara.* 613. 

428. tantum zisolihemo. „ 

„ nimium ungimeze. 615. 

429. adactus [ensis] angislaga- 619. 

nas. t 

2620 432. conlapsa [cervixj piualla- 639. 

ner. 662. 

434. lasse uueih''emo. 666. 

438. comminus samanthafto. 679. 

439. proturbant stiezun. „ 

„ rotat uuarpta. 684. 

2625 441. aduerso ingaganchertemo. 687. 

445. non eximet ni* ginimit. 689. 

446. capitolii hohgizinpres. 693. 
466. diiri ch"imun. 694. 
474. [manib]us ar.* 702. 

2630 497. infract? giuueihto. 703. 

506. Corona ring. 704. 

508. contis stangun. 705. 

516. contendere fehtan.f 706. 

525. ediderit gifrumiti. „ 

2635 529. opum hilphono. 708. 

536. residunt intuichun. 710. 

538. fr a göre falle. „ 

543. furtini faholanc. t 715. 

550. inicit anagituot. 723. 

2640 553. pedibus longe melier filo* 729. 

gizeliro. 730. 

559. reuellit aprah. 735. 



pedibus chloun. 

multis managen. 

strinxerat rizta. 

habenä rivmin. 2645 

liquefacto gigoz^anemo.* 

relatu mit* sceltun. 

ferebat ruota. 

qui uuiliha. 

teritur ginozan uvirdit.* 2650 

cordi zi herzin. 

manicas zistellun. 

mitr^ gaphun. 

biforem [cantum] zuifaltes. 

nemo equino russinero 2655 

senauvn. 
iure pi rehte. 
amenta laäzt. 
quam [multä] mit*so.* 
capita uuiphila. 

nutant uuagun. 2660 

posuere legitun. 
pro[currere] fora.* 
turbanti iagontemo. 
agebat zuoprahta. 
nothum zuitarn. 2665 

falarica phetarari. 
terga huti. 
squamä amaringe. 
nee sustinuit n*inthapa:a. 
gemitum [dat tellus] tuni. 2670 
intonat cblap''da. 
pila girusti. 
inlisa anagislagana. 
recumbit ligit. 

stimulos acres chfioni. 2675 
exclusos giuzota. 
tremunt pip&un. 
[clipejo ar.* 
nee cohibet ni*piuahit. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



91 



2680 741. 


intorquet scoz. 


181. 


uersicoloribiis niissaua- 


743. 


detorsit daiiacherta. 




rauven. 


745. 


is solih. 


188. 


insigne zierida. ; 


758. 


egit treip.* 


192. 


duxisse piziiihan. 


759. 


principio sar.* 


196. 


minatiir risota, uvagota.* 


2685 „ 


poplite chnioradin. 


198. 


ciet leitta. 


767. 


occupat pifienc. * 


205. 


benaco gartse. 


770. 


iinguere [tela] ziliipponne.* 


210. 


exterrens pru'tenter. 


778. 


deinde hinnan. 


251. 


conuexa piugun. 


782. 


ediderit gifrumit. 


273. 


lugubre chlagal'ho.* 


2690 797. 


uertit iagota. 


275. 


contristat pitunchilit. 


803. 


subsistere inthapen. 


279. 


esto uuese. 


806. 


fatiscunt prastun. 


280. 


referto pringe.* 


807. 


[capitji ar.* 


291. 


inofFensum [mare] unuvi- 


809. 


[tot]o ar.* 




darpollanar. 


2695 810. 


respirare zigafnehanue. 


296. 


statione stedi.* 


811. 


aeger qhumich. 


302. 


inflicta [puppis] anagisto- 
zanas. 




AEN. X. 


303. 


sustentata [puppis] gistuir- 


8. 


abnueram uvirdrota. 




taz. 


29. 


uulnera leid. 


329. 


partim teilun. 


30. 


demoror peitan. 


11 


resultant uvidarpullun. 


2700 42. 


nil moueor ni muomih. 


339. 


tenoreraf dunst. 


58. 


dum unzi.* 


343. 


perstrinxit girizta. 


65. 


quisquam uuer.* 


348. 


[or]e ar.* 


81. 


potes mahtost. 


376. 


pontus uvahc. 


85. 


et [absit] ioraer.* 


380. 


uellit uvalzta. 


2705 89. 


nos uiiir. 


383. 


non occupat noh* ni* pi- 


97. 


adsensu gizöi)''ti. 




schiräta. f 


98. 


fremunt diozent.* 


388. 


incestare givnne'nan. 


99. 


prodentia [murmura] offa- 


395. 


micant sprataloton. f 




nonta. 


414. 


[elatam in] iugulum slag. 


105. 


quando quidem uuanta* 


418. 


sacrarunt pimeintun. 




nu.* 


420. 


[ferro, quod] missile libro 


2710 111. 


exorsa pigunsti. 




uvruflihaz uvenno. 


161. 


affixus zuogahafter. 


451. 


coit giran. 


169. 


corithi pogascheidi. 


453. 


comminus zisamane. 


173. 


expertos [belli iuvenes] an- 


473. 


emittit uuarf. 




chundiga. f 


474. 


[vagin]ä ar.* 



2715 



2720 



2725 



2730 



2735 



2740 



2745 



Ö2 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



477. strinxit rizta.* 

478. pr^fixtum gista'ten.* 
481. terga lihhi. 

2750 493. paruo piliizigemo. 

497. cesa foede unchuscho* ar- 

slaganiu. 
499. potitus niozenter. 

501. siiblata [mens] ginomaner. 

502. emptum gichiiofit f hapen. 
2755 518. inferias opähar. 

525. talenta givuagi. 

526. facti giuuorahtes. 

527. infectique iouhiingiuiio- 

rahtes. t 

531. parce spare. 
2760 ,, commertia uuantalunga. 

545. orbem ring.* 

552. impedit stiez. 

554. deturbat stiez.* 

567. stringeret zugi. 
2765 569. quin ecce nupaouh. 

573. rapiunt ziprahun. 

576. rotat vuarpta.* 

586. proiecto farstra'^temo. 

588. inguen lanchun. 
2770 589. moribundus stiripiger. 

595. delapsus giuallaner. 

597. uir gomo. 

602. torrentis drates. 

633. misit giliez. 
2775 639. [sine] mente mentem. 

652. crepidine uohaldi. 

664. cum unzi.* 

669. quem vuielihen mih. 

674. ima tiuphiv. 
2780 692. prodit scori-a. 

710. substitit pilgipit. 
„ infremuit limit. 
„ inhorruit giruspit. 



719. profugus fartiger. 

726. lauit a nazta.f 2785 

733. obuius gaganuuerter. 

765. ornum limboum. 

772. missile vvrHibaz. 

„ libro vuenno.* 
783. linea terga sckilteslihhi. 2790 
785. haud pertulit ni*durih- 

prahta. 
789. uolut^ uvalzotunt. 
825. indole pi*anauvani. 

„ dignum [quid] es.* 
847. genitor ib.* 2795 

849. alte tivpho. 
887. vellere uzziohan. 

„ congressusingagangaanter. 
892. cernuvs [quadrupes] nider- 

sihtigas. 
900. nee pepigit ni*gidingota. 2800 

AEN. XL 

9. petitum [thoraca] duruh- 

stozana. 
1 0. perfossumque iouh*duruh- 

stozan. 
20. [ubi] annuerintt gilazent. 
49. captus pisuichaner. 
54. hi suslihc* 2805 

58. praesidium folieist. 
64. feretrum para. 
66. inumbrant pifiengun. 
105. hosbitibus uvirtin. 
123. vicissim daragagan. 2810 

129. foedera uviniskefti. 
133. pepigere gidingotun. 
„ sequesträ [pace] suntri- 

gemo. 
136. actas [pinos] givuassana. 
141. qu^ modo diu* mittun. 2815 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



93 



177 


. quod [moror] daz* ib.* 


470. 


. differt ufslagota. 




211 


. ruebant rabhun. 


471, 


. multaque se incusat iouh" 


>: 


218. 


, decernere giskidun. 




ü\o * sih inchunda. 




223. 


obumbrat piscirmta. 


480. 


deiecta [oculos] Irurentiu. 


2855 


2820 224. 


sustentat balf. 


481. 


uaporant rouhtun. 




254. 


suadetque ioub* spenit. 


485. 


effunde felli. 




256. 


exbausta arlitaniu. • 


491. 


pr^cipit fiirifieng. 




268. 


subsedit pisaz. t 


493. 


potitus [equus] niozentaz. 




288. 


cessatum est gitual. 


494. 


in armenta [equarum] in 2860 


2825 290. 


rettulit vestigia giufsla- 




stuota. t 






gota.* 


496. 


fremit iiueigot. 




297. 


morantur chlaphont.f 


509. 


parem garauuo. 




301. 


pr^fatus fora sprechen- 


515. 


furta [belli] laga. 






tera.f 


525. 


maligni [aditus] freissama. 




305. 


inportunum ungimachaz. 


529. 


[uoluere] nider.* 


2865 


326. 


texamus machomes. 


531. 


iniquis undichen.* 




2830 328. 


materies gizimperi. 


538. 


dulcedine minno. 




329. 


naualia schefteti.f 


546. 


milite giiite. 




334. 


insignia zierida. 


547. 


abundans [Amasenus] gio- 




351. 


fug§ fluhti. 




zentaz. 




359. 


cedat gilaze. 


549. 


innare uparsuiniman. 


2870 


2835 „ 


remittat int'laze. f 


554. 


hvic temo.* 




366. 


abi giloubidih. 


■n 


clausam pifangana. 




402. 


premere piduingan. 


561. 


[dixit] er.* 




407. 


scelus unchust. 


)? 


contortum [hastile] giuue- 




408. 


absiste stalgip. 




niten. f 




2840 423. 


tempestas imgifuori. 


562. 


immittit uuarf. 


2875 


426. 


rettulit pringit. 


569. 


exegit arleitta. 




433. 


agens leitentiu. 


571. 


armentalis [equ§] stuotli- 




436. 


adeo so filo. 




hero. 




437. 


quicquam iou'uibt. 


573. 


vestigia [peduni] staphun. 




2845 441. 


secundus [uUi] aftroro. 


587. 


age frumidih. 




450. 


[totjis ar.* 


11 


quandoquidem uuanta*si.* 


2880 


454. 


mussant runeztun. 


592. 


pariter gilihho. 




457. 


[consed]ere ent.* 


599. 


fremit uvoita. f 




458. 


loquacia chronlibun. 


604. 


ala girit. 




2850 462 


[alt]is ar.* 


609. 


subsliterat inthapeta. 




463. 


edice gipiut. 


55 


furentes [equos] peitentiu. 


2885 


465. 


diffundite kiscbarot. 


610. 


exhortantur scractun. 





94 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



610. fundunt [tela] scuzzun. 
616. acti [ponderis] gitripanero. 
„ tormento giruste. 
2890 619. reiciunt zirucke iiurfun. 

624. prociirrens zesamana uual- 

lenter, 

625. ruit uerit. 

„ superiacit ufuiiirfit. 

626. extrem am [arenam] iizan- 

entigaz. 
2895 628. labente rinnentemo. 
629. egere iagotun.* 
„ uersos giflohta. 
632. legit gichos. 
635. uoliivntur uualgotun. 
2900 638. arduus [sonipes] ufarlein- 
taz. 
640. excussus aparfaruvorfa- 

ner. f 
645. tremit pipeta. 
649. exerta inparotiu. 
656. quaciens uvenentiv. 
2905 671. suffuso gistruhotemo. 
694. agitata giiagotemo.f 

700. appennini dezf partun 

perages. 

701. dmn unzi.* 

711. purä [parmä] paremo. 
2910 715. vane du* zago. 
719. cursu serielle. 
723. euiscerat scurfit, chrimit. 

730. alas girit. 

731. [nomin] e [vocans] pi.* 
2915 733. ignauia zagaheit. 

735. quidue oda* ziuviv.* 
737. indixit giehundit. 
750. exit farmeid.* 
752. li^sit chrTmit. 
2920 776. carhaseos chleina. 



779. captiuo demo giuunninin. 

794. uoti des* uuillin. 

803. sub exertam untar*gipa- 
rota. 

„ papillam prust. 

811. oceiso arpizzanemo. 2925 

819. purpureus [color] rotiu. 

825. effuge far. 

888. pr^cipites [fossas] tiuphun. 

890. arietat ft'eraz. 

899. ingruere analiccan. 2930 

905. [silu]ä ar.* 

912. pugnas fehtun. 

AEN. XII. 

6. mouet [arma leo] uuec'it.* 

7. toros mana. 

1 1 . retractent uuidaron. 2935 

12. pipigere gidingotun.* 

16. refellam gifalscon, gi- 
stillon. 

20. inpensius giuuaralihor. 

21. expenderef gilengan. 

26. hauri firnim. 2940 

27. Procorum truhctingo. 
41. refutet uuidaro. 

49. pacisci gidingon. 

60. committere zisamanezihef- 

tan. t 
67. [si] violauerit giuuariuuit. 2945 
79. dirimamus scidomen. 

85. lacessunt toUotun. 

86. pectunt straltun. 

91. candentem [ensem] gluen- 

taz. 
„ tinxerat [ensem] harta. 2950 

92. adnixa [hasta] zuolinenter. 
95. frustrata pitriugantiu. 

100. vibratos gireidda. 



IV. DIE TEGERNSEER GLOSSEN. 



95 



107. 


seuvs hantago. 


482 


2955 146. 


ne incuses ninchunnis. 


492 


158. 


excute zistori. 


495 


184. 


conuenit gizimit. 




209. 


brachia zuoga.* 


502 


211. 


inclusit pifienc* 


520 


2960 221. 


pubentesque iouh* giparta. 


530 


273. 


teritur ginoszan uuart. 


546 


274. 


fibula ringa. 


557 


282. 


decernere zigiscidande. 


565 


286. 


pulsatos fartripanun. 


580 


2965 287. 


infrenant peiztun. 


582 


288. 


subiciunt uuraphun. 


604 


291. 


proterret farsterc. 


612 


294. 


trabali gipr&lihemo. 


616 


298. 


ambustum pizuscten. 


625 


2970 „ 


torrera prant. 


626 


308. 


disicit zispielt. 


630 


338. 


quatit muota. 


644 


343. 


[imbrasid]es un.* 


646 


348. 


referens afareiiter. 




2975 352. 


aspirat anagapicta. 


652 


>» 


affecit [alio praemio] gi- 


675 




neizta. 


680 


364. 


sternacis struhlines. t 


686 


367. 


qua dar.* 


687 


373. 


citatorum gizalero. 


689 


2980 „ 


detorsit danacherta.* 


692 


375. 


bilicem [loricam] zuuiliha. 


695 


379. 


procursu in* dero* farti. 


?? 


386. 


nitentem spriuzenten. 


703 


387. 


harundine zeine. 


706 


2985 389. 


latebras holer. 


'7 


390. 


rescindantf scurftua. 


719 


400. 


immobilis uuolagihapanter.* 


722 


404. 


soUicitat uvenita. 


725 


417. 


labris pechinun. 


739. 


2990 425. 


properate pringS:. 


740. 


470. 


temone fonna* dihsila. 





disiecta ziuuorafanun. 
subsidens intnichenter. 
diuersos [equos] danagi- 

chertiu. 
in uicem untarin.* 2995 

conductä gimi&ero. 
actum [genus] gizaltaz. 
hie hier.* 

uestigans uasonter. 
ne esto ni* uuese. 30ü0 

incusat stouuida. 
[rumpji an.* 
accepere fa'namun. 
se incusat sih inchunda. 
successu infräfarti. 3005 

hac hier, 
qua hierdar. 
inferior aftroro. 
nee refellam, ni*gifalscon. 
usque adeone, nio* nu*30io 

so* filo.* 
inplorans namonter. 
instrauerat gidillota. 
furere gispildan.f 
proluit argiuzit. 
in abruptum in stechali. 3015 
disiecta ziuuorfanun. 
significat pouchenta. 
luere zifargeltanne. 
decernere zigiscidonne. 
appenninus partun perg. 3020 
pulsabant stiezun. 
ariete fedarari. 
quis uuedarer. 
gemitu fona* pullode. 
lances pahuueiga. 3025 

suffecit uuerera. 
futihs [glacies] unpidara- 

paz, gigozanlihaz. 



96 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



armatam [feile veneni] gi- 

luppota. 
incognita iinarchantiu. 
collecta giduunganiv. 
solutos [crines] inpuntaniv. 
foedans chrazzentiv.f 3055 
superba gi^u'ltlihiu. 
reponit firgiltit. 
quo zivuiv.* 
inlaz.* 
corruscat uuenita. 3060 

retractas uvidarost. 
contrahe gisamono. 
discerneret giuntarscidota. 
trepidä illigero. 

creuit giran. 3065 

intorqiiet scoz. 
concita [saxa] gitripana.f 
tormento giriiste. 
crepitus chlafod. 
poblite chnioradun. 3070 

humilis nidarer. 
ne tende ni* strit. 
insigne zieri. 
hausit [oculis] archanta. 
poenam girih. 3075 

In dem vor dem Virgiltexte aufgezeichneten commentare des 
Servius finden sich folgende glossen: 

Georg. I. 155. [fol. 17"] sarrieris^houvest. 

Aen. I. 282. [fol AT] togas autem etiam feminas habuisse 

et "■"7"7" usus ostendit. Liiiroch.* 

herirantes* frouwa* 
minerva. 



751. 


canis iagahunt. 


853. 


755. 


increpuit [maus] chlämezit. 




3030 762. 


excisurum zistoran sco- 


859. 




lanten.f 


862. 


771. 


puro in* slehtemo. 


870. 


772. 


Impetus uurf. 


871. 


773. 


lentä in * uueihero. 


877. 


n 


tenebat hafteta. 


878. 


3035 775. 


sequi [telo] sciozan. 


879. 


779. 


quos iuuih. 


887. 


u 


fecere profanes aruuartun. 


11 


782. 


discludere induhan. 


889. 


786. 


indignata zurnentiu. 


891. 


3040 797. 


violari aruvartan.* 


898. 


802. 


[ne] recursentf uuara- 


901. 




pont. 


905. 


815. 


contenderet spieni. 


921. 


817. 


supersticio uparfengida. 


11 


822. 


[cum] component [pacem] 


922, 




gimachon. 


923, 


3045 825. 


uertere givuantalon. 


927. 


836. 


gista *. 


930. 


844. 


demittere gineman. 


938, 


845. 


dir^ hazusi. 


944, 


848. 


spiris ringin. 


946, 


3050 851. 


si quando suennesosa. 


949, 



cicladurii ncmi 

Aen. III. 12. [fol. 66''] dii magni iuppiter, 



Clm. 6411. Bncol. I. 62. Ararim souva. 



Ein gleichzeitiges Virgilfragmejit zu München bietet, wie mir 
hr. Keinz schreibt, die glosse: aptant mahhoton. 



V. MÜNCHENER UND WEIHENSTEPIIANER GLOSSEN. 97 



V. MÜNCHENER UND WEIHENSTEPHÄNER GLOSSEN. 



Ich stelle hier die glossen zweier hs. , deren zweite aus der ersten 
abgeschrieben ist, nach einer von hm. FKeinz veranstalteten collation 
zusammen, die eine hs. trägt in der Miinchener bibliothek , wohin sie 
aus der alten churfürstlichen kam, die bezeichming Clm. 305, ist in 
folio und im \\. Jahrhundert verfafst. die andere, Clm. 21562, 
ebenfalls in folio, stammt aus Weihenstephan, ihr alter ergiebt sich 
aus dem ersten blatte, auf dem abt Altunus abgebildet ist, wie er dem 
heiligen Stephan ein buch überreicht mit den Worten: 
Hunc librum de me digneris sumere sancte, 
Sis michi patronus, leve fac quod me premit onus. 
Altunus war nach Mon. Boi. IX. 348 von 1182 bis 1197 abt. die 
glossen dieser hs. hat Graff unter VE2, VG2, VA2 theilweise auf- 
geführt. 

Im übrigen bemerke ich nur den in beiden hs. bei dem worte 
picinen 13 vorßndlichen umlaut. 



10 



BUCOL. I. 


Clm. 305. 


Clm. 21562 


25. uiburna 


sumerlattun. 


sumerlattun.* 


,49. non tempta 
bunt 


- nar uueriant. 


nar uueriant.* 


BüCÖt. II. 

8. frigora 


chuila. 


cbuila. 


9. lacertos 


egidechsun. 


eidechsun. 


1 1 . serpillum 
22. lac novum 
48. aneti 


veltquenalin. 

piest. 

diUi. 


veltq^nalin.f 
diUi.* 


50. calta 


chle. 


chle. 


BUCOL. V. 






39. Carduus 


tbistil. 




„ paliurus 


hagan. 


hagan.* 


BUCOL. VII. 






65. fraxinus 


asc. 


asc* 


66. populus 


albare. 


albare.* 


BUCOL. VIII. 






37. sepibus 

Z. f. Ü. A. ueue 


picinen. 
folgern. . 


picinen.* 

7 



98 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

Clm. 305. Clin, 21562 



BUCOL. IX. 








41. populus 


albar. 


albar.* 




15 58. murin uris 


doz. 






GEORG, r. 








73. farra 


amar. 






74. siliquä 


eben Uli, 


cbeuum. 




„ quassante 


cblafTanti. 


chlafanti. 




95. crates 


burdi. 


burdi. 




20 126. limite 


macsteine. 


macsteine, f 




139. iiisco 


mistil. 


mistil.* 




142. lina 


zugenecci. 


zugenezze. 




170. bui-im 


flögis hoibit. 


flugis hoibit. 




171. temo 


grindil. 


grindil. 




25 „ proleiitus 


gelaucter. 


gelancter. 




173, tilia 


bnda arbor. 


bnda arbor. 




„ fagus 


pucba. 


pvcba. 




174. a tergo 


afdan,* 


afdan.* 




179. creta 


leim. 


leim,* 




30 181. miis 


spizza. 


spizza. 




186. gurgulio 


angari. 


angari, f 




200. retro sublapsa 


binderore gidigin. 


bindrore* gidigin,* 




255. deducere 


anascaltan. 


anascaltan. 




256. tempestiuam 


citigan. 


citigan. 




35 264, uallos 


sticbela. 


sticbela. 




266, fiscina 


cbasibora, cbasichar. 


cbasibora,* cbasichar. 


* 


fiscella 


chorbili. 


chorbib. 




294. pectine 


rain. 


rain.* 




296. despumat 


feiniit. 


fe'mit.* 




40 314. inhoiTuit 


vuagita. 


wagita. 




361. mergi 


tucbab. 


tuchaU. 




363. fiilic(j 


pebcbons. 


pelicbon. 




367. tractus 


strimilon. 


st''milin. 




381. arcus 


reganbogo. 


reganbogo.* 




45 390, peiisa 


vulgo peisa. 


peisa.* 




392. scintillare 


gnaneiston. 


gnaneisten. 




512. carceribus 


pberrih. 


pberihc. 





V. MÜNCHENER UND WEIHENSTEPHANER GLOSSEN. 99 





Clm. 305. 


Clm. 21562 


GEORG. II. 






12. siler 


uelarn. 


uelarn.* 


66. fraxinus 


asc. 


asch.* 


50 69. arbutus 


vuildpoum.* 


wildpoum.* 


70. platani 


horna. 


horna. 


213. casias 


uuiehpoum. 


uueb poü.* 


214. tofus 


tubstein. 


tubstein.* 


GEORG. III. 






406. sero 


chasiuuazar. 


chaswazzir.* 


AEN. V. 






55 54. struerem 


rfksptk, mpchptk. 




63. hospes 


vuirt. 




66. certamina 


spkl. 




87. notae 


strimilon. 


strimilon. 


144. certamine 


spile. 


spile.* 


60 226. urget 


thanc. 




307. spicula 


darta. 


darta.* 


„ bipennem 


bihal. 




373. ferebat 


erbot. 




549. cursus 


spil. 


spil.* 


G5 710. fortuna 


missevura. 


missevura. t 


AEN. VI. 






95. audentior 


baldero. 


baldero.* 


AEN. VIII. 






402. electro 


geslmelze. 




596. qaadrupedante trepizente.* 


trepizente.* 


AEN. IX. 






720. fortuna 


missevuri. 


misse vuri. 


AEN. X. 






70 288. brevibus 


thuniun. 




290. uada 


thunni. 




336. thoraca 


brunna. 


brunna. 


AEN. XI. 






458. rauci, canori 


ressig.* 


ressig.* 


811. occiso 


erbizzenerio. 


erbizzenerio * 


75 874. laxos referunt 


entspannent. 




911. flatus [equo- 


drasunga. 




rum] 







7* 



100 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



AEN. XII. 


Clm. 305. 


Clm. 21562. 


12. ignavi 

82. frementis 


zagon. 
drasontes. 


drasontes.* 


86. comantia 
80 120. uerbenä 


manahte. 
isara.* 


manaht. 
isara.* 


130. reclinant 


leinant. 


leinant. 


211. inclusit 
215. lancibus 
274. balteus 


besmideta. 

bachuueidon. 

uezzil. 


besmidita.f 

bachwaeidon. 

uezzil. 


85 „ fibula 
301. nidorem 


lebeleia, ringa. 
sungulunga.* 


lebeleia, ringa.* 
sungu.* 


322. pressa 
330. proterit 


fersuiget. 
tratda. 


tersvigö:.* 


336. comitatus 
90 352. aspirat 
357. extorquet 
364. sternacis 


gisindi. 
anagapicta. 
uzerwant. 
felligen. 


gisindi. 
anagapicta.* 
uzerwant. t 
felligen. 


375. bilicem 


fizza. 


fizza.* 


376. degustat 


rizta. 


rizta. 


95 385. statuere 


feruuardan.* 


ferwardan.* 


390. penitus 
400. retorto 
412. dictamnum 


tiefo. 

widerworfenemo. 

wizunuurz. 


tiefo.* 
wirderworfenemo, 


413. caulem 


stocli. 


stoch.* 


100 420. longeuus 
462. vicissim 


gedigeno. 
einherton. 


gedigeno. 
einherton.* 


463. pulverulenta 


bestobene. 


bestobene. 


[terga] 

469. lora 

470. tenione 


zugila. 
thihsila. 


zugila. 
thihsila. 


105 477. sonans 


zuizerant. 


zuizerant. t 


495. diuersos 


danigecberte. 


danigecberte. 


520. conductä 


gemietere. 




536. torquet 


scoz. 


scoz. 


651. ad versa ora 


vndardougun. 


vndardougini. 


[saucius] 




r 



VI. DIE BERLINER GLOSSEN. 



101 



VI. DIE BERLINER GLOSSEN. 

Königliche hibliothek zu Berlin, ms. lat. in quart 215; enthält 
die Bucolica mit ausnähme des Stückes III. 57 bis VI. 78 , sowie die 
Georgica und wird im 11. Jahrhundert geschrieben seiti, wenn schon 
der letzte theil des 4. buchs der Georgica jünger und später hinzu- 
gefügt ist. neben zahlreichen lateinischen glossen finden sich auch 
deutsche, welche Bethmann in dieser Zeitschrift band V p. 208 fg. 
veröffentlicht hat; ich gebe sie hier nach eigener collation. sie sind 
von verschiedenen händen und verschiedenem alter, daher sich über 
ort und zeit ihrer entstehung schwer eticas genaueres sagen läfst. 
im allgemeinen scheint jedoch sowohl der consonantenstand als be- 
sonders das vorkommen des wertes 'senno' nach Alemannien zu 
weisen, auch a für ei in siianne und hagir belegt Weinhold p. 35. 
die häufige Schwächung der endungen und das schwanken in den 
schlufsvocalen spricht für den ausgang des elften Jahrhunderts, ick 
bemerke noch , dafs Bethmanns Zählung sowie die angäbe der blattet 
der hs. beigefügt sind. 



10 



15 



BÜCOL. I. 

25. viburna sumermaton. l.[l''] 
48. palus lache. 2. [2^]. 
53. limite marech. 3. 

depasta usgesogen. 4. [2''] 

susurro gesvverme.* 

frondator speht 1: boum- 
frosc* 
57. raiicae haiser. 5. 
„ cura ruche. 6. 

nudos bare. 7. 

post hernach. 8. 

segetes sat. 9. 

posthac hinnavvr. 10. [3*] 

salices velvvin. 11. 

carpetis abprechen. 12. 

amaras bitir. 13. 



54 
55 
56 



60. 
67. 
71. 
75. 

78. 



BUCOL. II. 

11. serpillum veltchonela. 14. 

m 

„ contimditsamestochet.*15 

12. cicadis haimelin. 16. 
18. ligustra wlnda. 17. 

,, vaccinia heidbere. 18. 20 

34. trivisse geberthan. 19. [4'] 

47. papavera feltmagen. [4**] 

50. vaccinia viol.* 

53. cerea gelvvin. 20. 

59. apros eher. 21. 25 

64. lasciva gesaide. [5'] 
petulca, cupida, libidinosa 

geszh'^ide. 22. 

65. voluptas vvolnusce.* 23. 
68. modus masze. 24. 



102 



DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



30 70. semiputata halbe agescnid- 
den. 25. 
71. usus gevvonhait. 

BUCOL. III. 

7. obicienda zegeginvverfen* 
sun. 28. [5"] 
post tergum rucgilin. 27. 
19. proripil vvrstilt. 29. 
35 20. post carecta undir dem 
crute. 30. 
27. miserumiamii'liche. 31.[6''] 
36. pocula napfi. 32. 

38. torno [superaddita vitis] 

gidrado. 33. 

39. corymbos craphen. 34. 
40 45. anssas habe. [6''] 

52. raora tval.* 

BUCOL. VII. 

50. fuligine mit ruozza. 35. [S*"] 
58. invidit dacrahz. 36. 

BUCOL. X. 
19. upilio senno.* [H**] 
45 „ subulci suanne. 

GEORG. I. 
142. lina zugenezze. [20*] 
148. arbuta hangenbere.* 

163. plaustra redir. [20''] 

164. trahe^ sliten. 

50 171. temo girintal. 37. [21") 

173. tihaUnta. 38. 

178. cylindrouuelleolopche. 39. 

183. talpae muelpho. 40. 

194. nitro sulza. 41. [21"] 

55 210. hordea gersta. 42. [22*] 

215. fabis bone. 43. 



215. medica uuicha. 44. 

216. milio hirsa. 

227. viciam uuichä, 45. [22"] 

228. lentis linse. 46. 

264. furcas furcga. 47. [23"] 
266. fiscina casibora. 
292. faces uacila. [24*] 
294. pectine raiga. 48. 
296. aeni chezil. 49. [24"] 
321. stipulas uuiche. 50. [25"] 
349. tempora teniuuana. [26*] 
360. mergi tuchari. 

363. fulic^ antte. 

364. ardea hagir. 

377. hirunda sualiuua. 51. [26"] 
390. pensa uuichili. 52. [27*] 
392. scintillare loschizon. 53. 
„ fungos thatch. 54. 

404. Nisus spariuuari. 55. [27"] 

405. Scylla lericha. 56. 
475. Alpes alpun. [29"] 

G E R G. 11. 

16. esculus uuildi heich. [31°] 

19. matris selpomes. 

23. plantas scuzzilinga.* [31"] 

33. corna curniliperi. 

70. platani ahorna. 57. [32"] 

71. ornus limpom. 58. 

74. gemma pruzzilinga.* 59. 

77. udo nazema. 60. 

80, immittuntur ingestozan. 

61. [33*] 

84. loto gaizpom. 62. 

87. surculus scuziling.* 63. 

88. Crustumiis piris sperth- 

pirun. 64. 
HO. alni herilun. 65. [33"] 
111. orni limpome. 66. 



60 



65 



70 



75 



80 



90 



VU. AiMiAN(i. 103 

113. taxi iiuian. 67. 381. lutli spilstedi. 71. [41"] 

163. sonat scillet. [35"] 382. pagos dorf. 72. loo 

„ refuso aingestozemo. „ competa geuvike. 73. 

95 164. tyrrenus [^stus] thuscha- 463. lestudine suipago. [43"] 

nisga. 68. 479. tremor ertpiba. [43'] 
335. gemmas proz. 69. [40"] 

348. concas i. cocleas musclie- GEORG. IV. 

lun. 345. dulcia furta huor. 74. [66'] 



361. tabulata camerata.* [40 



VII. ANHANG. 

Das in den gl. Jun. H. p. 387 — 391 iticL enthaltene stück 
mnfs man wohl eher ein Servianisches als ein Virgilisches glossar 
nennen, so viel ich sehe, geht es auf sämmtliche hücher. doch be- 
gnüge ich mich, dasselbe hier der Vollständigkeit wegen zu ver- 
zeichnen, ohne einen neuen abdruck zu veranstalten, denn wohin 
das original gekommen sei, welches nach Nyerups angäbe eine im 
besitze des NHeinsius befindliche hs. des Servins war, habe ich 
bisher nicht ermitteln könnest, eine von hin. dr. DuRieu auf der 
Leydener bibliothek freundlichst angestellte nachforschung blieb er- 
folglos, gerade aber bei diesem denkmale läfst sich schwer ohne den 
authentischen text etwas erreichen, da nur dieser auskunft über die 
art und weise des Zusammenhangs der Servianischen glossen mit 
dem p. 392 beginnenden isidorischen vocabular und den den schlufs 
bildenden pßanzennamen geben kann, dafs die sprachlichen eigen- 
thümlichkeiten des ganzen tief herunter gegen den Niederrhein hin 
weisen, bedarf kaum der erwähnung. 

Es bleibt mir anzugebeyi übrig, dafs ich die von Graff mit 
Vii'g. G. 3 bezeichneten glossen, die in der SG. hs. 1394 stehen 
sollen, bei Hattemer nicht gefunden habe, aus dieser hs. bringt der 
letztere nur eine beichtformel (I. 325) tind drei glossen (I. 423'') bei, 
von denen höchstens eine, nämlich uiciae uuichi, aus den Georgicis 
sein könnte (I. 75). zwei deutsche worte zum Servius führt endlich 
das letztgenannte werk I. 423" auf. 



104 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 



ANMERKUNGEN. 
I. 

1) spritan findet sich einmal bei Graff VI. 440 tinter spreitan aufge- 
führt, in unscrm denkmale begegnet es noch 130, 148. 10) wahrscheinlich bot 
die hs. turbainur und der glossator las fälschlich turbantur. 18) candidior ver- 
bi7idet schon Servius mit libertas. 21) d. h. kiburliches, nicht wie Wackernagel 
will, kiburliche. 22) huduu kenne ich jiicht. 33) aequor hat in dieser ecloge 
auch Servius zu v. 48 als glosse zu palus ; an keiner stelle stimmt aber das 
deutsche wort, wenigstens wenn man es als verschrieben für 'feit' ansieht, 
passen würde es Buc. IX. 57. 34) hs. destituerit. 38) seil. aha. 53) bei Graff 
V. 695 ««;• stark flectiert. 62) die silbe li ist doppelt geschrieben. 63) vgl. 
irwiegida Graff I. 728. 80) klÄ als neutrum finde ich son.ü nicht. 94) das 
wort hängt geivis mit dem bei Graff" VI. 457 angeführten uhtirscifta zusam- 
men, wenn man nämlich dort: untirscifta interceptam liest. 99) andere lesart 
fiir iuncta. 103) ?nhd. wb. III. 776^ 114) für reponas, wie 71 compelle/wr 
compellere, um den deutschen imperativ genauer auszudrücken. 117) Servius: 
Deliam alii amicam priorem volunt, alii Dianam, quae est a Delo. 123) für 
insago vgl. Servius: purgabo omues apud Caesarem. 124) hs. perceperit. 
125) doch wohl zu lirk und dem verb lirke mhd. wb. I. 1005". dies passt auch, 
wenn man die bedeutung'lahm' annimmt: sie schleppen sich kaum in ihren 
gliedern. 129) seil, werilt. 132) die beiden worte sind ursprünglich getrennte 
glossen getvesen: drozinta ist entsprechend dem deutschen worte masculinisch 
angesetzt, utir ist dann im nominativ sg. über ubera gestellt. 135) Firgil- 
text: rastros; zu vergleichen ist aber Serv. zu G. I. 94: et hos rastros dicimus 
et haec rastra. 140) mhd. tob. II. 2, 70'' und 71^". 153) Serv: thiasos, salta- 
tiones, choreas. 156) hs. interere. 165) Serv: intonsi , silvosi, incaedui. 
171) Serv: cum deus praestare aliqua hominibus coeperis, obnoxios tibi eos 

facies ad vota solvenda vel damnabis, reos voti facies. 177) die glosse ist 

mir ganz unverständlich, auch fällt das neutrutn auf 193) Serv: nigra vel 
umbrosa. 196) hs. assurrexerint. 200) rospon kommt noch einmal 551: vor. 
228) flumen verstehe ich nicht. 229) scato scheint eher zum vorhergehenden 
umbra zu gehören. 233) Servius: stant, plenae sunt. 234) hier ist also nicht 
aha, sondern ein masc, etwa klingo zu ergänzen. 235) vgl. Schmeller, b. wb. 

II. 241 : der hart, boden aus sand und kies bestellend und nur mit weniger 
trockenen und an sich unfruchtbaren dammerde überzogen. 254) mit fFacker- 
nagel iohc in ihc zu ätidern, ist nicht unbedingt nöthig. 255) hs. quantitatis. 
vgl. Serv: unum est teuiporis, aliud qualitatis. 261) hs. obinahtiki. 265) 
picherin scheint avertere vorauszusetzen was auch im f^irgil steht. 268) dar- 
nach ist Graf II. 456 zu ändern. 273) mhd. wb. III. 829». 275) mhd. wb. 

III. 829». 281) Servius: serva.sse, recuperasse. 289) Graff' W. 142 hat nur 
das com-positum. das simplex findet sich an derselben stelle in den Pariser gl. 
52. vgl. aufserdem mhd. tob. I. 457» , gl. bei Mone anzeiger VIII. p. 396 : 
gracillare sicut gallina gahzen. 300) kiebinotiz? 305) hs. manus. laedet 
ist eine nicht seltene Variante. 306) zu Stalder I. 247; bus, busch, buscheli, 



ANMERKUNGEN ZU I. 105 

biischi adv. laut, toie man dem hornvieh und besonders den kälbern zuruft, 
davon das buschi, buscheli, kalb, vorzüglich von einetn Jahre; Schmid, schwäb. 
wb. p. 87: hosch junges rind. 309) simee/«V sime im cod. Bern. 184. 314) 
Meregarte 34; Ger man. IX. 60 wird dazu aus Reinfrid IS"« miuwe angeführt. 
324) keron für kerjan kenne ich sonst nicht. 328) Serv: vertere, arare. 
332) nicht weitei' nachweisbar, vgl. Grimm, d. ivb. III. 1798. 339) vgl. Teg. 
gl. 2085. 342) hs. liquatur. 344) gehört es zu bellan? 348) aus Servius 
zu dieser stelle: unde abusive dicitur chalybs ipsa inateries. arze aus aruzzi. 
353) sonst findet sich riur invertant. 364) irackernagel awrfe/'f kidrozzatimo; 
unnütz, denn in den Tegei'nseer gl. 59 ivird pinguis härene ebenso durch giro- 
zetes mistes gegeben, es gehört zu rozjan Graff II. 560. vgl. Stalder II. 283, 
Schmeller III. 158, 175. 383) hs. omnis. 387) Serv: fibris autem abusive ait, 
quod radices intyborum hac atque illac decurrant, ut fibrae per jecur i. e. venae 

quaedain ac nervi .... alii herbas adserunt potest ergo hie fibris pro herbis 

accipi. 388) Serv: veterno, pigritia. 389) neorin ist aufzulösen in ni eorin 
von arjau; dasselbe eo als reduplicationssilbe erscheint noch ziveimal in unserm 
denkmale: ceosun 576 von zeisan, anakikeong von gangan 596. dadurch erle- 
digt sich IFeinhold alam. gramm. p. 329 amn. 1. 391) von arton abzuleiten, 
daher fFackernagels conjectur aruntomo abzuweisen ist. 397) trahta in dieser 
technischen bedeutung = zugenezze sonst nicht nachgeioiesen. 410) hs. in- 
sertabere. 416) Serv: virgea suppellex i. e. vasa de vimine facta. 420) do- 
metur, daraus domatur im cod. Bern. 165, 428) explorat im Mediceus. 432) 
inludunt für inludant in mehrefren hs. und im Serv. 433) gehört hierher 
Stalder II. 225: mutäch, mutech, mutich, mutis m. = mauke, heimlicher vor- 
rath angeld, obst? 436) mhd. lob. I. 45'». 439) folliculis und im folgenden 
festinata sind aus Servius. 452) warum hier das neutrum angewandt worden, 
weifs ich nicht. 454) nordlichiu sowie kiwarnotiu 458 sind fem. nom. sg: 
462) Gi'aff Vi. 367 hat nur die composita; das simplere findet sich noch Par. 
gl. 142, Schi. gl. 4, 79, mhd. wb. II, 2, 51b\ 468) Serv: fas, divina iura. 
478) deiecitywr disiecit beim Servius und im, cod. Rom. 479) Serv: trepi- 
dum, quia quod buUit, quasi treinere videtur. 481) Serv: genialis, voiuptuosa. 
484) eichin? 488) Serv: auritos, maiores habentes aures. 

505) Se7'v: plangunt, resonant. 506) cell fiir celo Serv. und mehrere hs. 
508) Serv: sub casum, circa finem. 509) hs. glaui, verbefsert von JFackernagel. 
516) aus dieser stelle ist ein verb sezzen mit der bedeutung' sich setzeti zufolgern. 
519) das erste verb gehört zu burju mhd. bür, welches nach dem d. wb. II. 534 
in dialekten auch intransitiv vorkommt; von unserer formation ist ein beispiel 
piirel anus, mhd. wb. I. 153'', %üohl auch durch die bedeutung- 'anschwellen zu 
erklären, das zweite wort ist inir unklar; sollte vielleicht an iternon Graff]. 
481 zu denken sein? 525) im Firgil .üeht: boreae de parte und zu diesem 
ganzen ausdrucke ist auch nordhalba zu ziehen, der ordner fafste es nur zu 
boreae und bildete davon einen nomin, borea. 532) hs. gruhilont. 540) im. 
texte fehlt aus versehen der stern. vgl. mhd. wb. II. 2, 137". IFackernagel : 
sunnun. 54:2) doch ivohl sing. 559) hs. mas, verbefsert von Irackernagel. 
566) tnhd. wb. III. 626'. 582) zu Graff III. 247. 592) hs. tegere. 597) hs. 
irsuinen, verbefsert von JFackernagel. 599) Graff W. 440 hat rigilon; regeln, 
riigelo giebt Schmeller 111. 68/9 , de)' darüber nachzusehen ist. 601) andere 



10 6 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

lesartjiir fallacia. 602) hs. cirgaginen, von Jf^ackernagel gebefsert. lassis 
für laxis in vielen hs. 607) zu Graff IV. 1111. 612) dies ivort kenne ich nicht. 
617) IM truoben, wovon beispiele bei QraffW 489^'. unter truobjan; vgl. mhd, 
wb. III. 121". 624) 7nhd. wb. Yll. 287''. 627) vgl. Müllenhoffs denkm. p. 282. 
630) vgl. Schmeller P. p. 450 und 457. 633) hs. nidersecchan, verbe/sert von 
JFackernagel. 640) Par.gi. 360; K, v. Megenberg 290, 21: also daz si swär- 
nieo {fetus emittere) wellent. beidemal, loie hier, von den bienen gesagt. 
644) altus in der bedeutung nutritus, die es hier haben mufs, kommt bei Serv. 
zu Jen. I. 273 vor. dabei findet der nicht seltene fehler einer Verwechselung 
des activs und passivs statt. 647) accio, wie fFackernagel richtig schreibt, 
begegnet bei Serv. zu Aen. VIII. 642, XI. 308 und wohl öfter. 649) Serv. 
Georg, II. 242. 650) Georg II. 242. 651) sehr häufig bei Servius. 653) Serv. 
Aen. I. 282, IV. 518. 659) Georg II. 189, III. 297. 661) Serv. Buc. II. 10; 
eine .stelle im letzten theile der Aeneis habe ich zu notieren versäumt. 662) 
mehrmals in den Georg, z. b. IV. 168, auch Aen I. 435. 664) Serv. zu Aen. 
XII. 9. 665) oft im. Servius, wieAen.l\.U3,\U.2ol,\m.2S8u.s.w, es kann 
auch dem im glossar ihm vorhergehenden gestire beigeschrieben gewesen sein. 
670) einigemal in der Aeneis, auch Serv. zu Aen. I. 174, II. 69. 671) B. Gange 
IV. 124L: ' Papias: linostima vestis dicta, quod linum in stamine habeat. gl. 
Sax. Aelfrici [p. öS"» Sojnme}'] linostema linenvearp.* vestis linea Sei'v. Aen. 
VIII. 33; eine lange anmerkung über leinene kleider Serv. Aen. XII. 120. 672) 
die lucumones erwähnt Servius Aen. II. 278, V. 560, VIII. 65, 475, X. 202, 
XI. 9. 674) Georg. II. 517, Serv. Aen. XI. 532. 676) Priscian. 75, 9. 677) 
auf jeder seitefast im Servius, 678) nitela Serv. zu Georg. I. 181. 679) die 
deutsche glosse zeigt, dafs ordior hier vom gewebe gebraucht ist. so in der 
vulgata Jes. 25, 7; 30, 1; 38, 12. 680) Aen. V. 16. 681) Serv. Aen. X. 396. 
682) Serv. B. VIII. 82, Aen. I. 179 u. ö. 683) hs. uikchit. 685) composition 
von mer und e(vva), welches in compositen nach Graff \. 510 auch als he er- 
.icheint. 689) Sei'v. Aen. IV. 9. 699) U'ackernagel pfiwizo. es ist wohl spi- 
wizo {welches nicht nur bairisch ist, loie mhd. ivb. II. 2, 514^ angiebt, sondern 
auch alamannisch vgl. Zimm. chron. \\\. p. 89: ußspeuzet) von spiwan abge- 
leitet zu schreiben. Biefenbach näm^lich, glossarium latino-germanicum mediae 
et infimae aetatis Frankf. a.M. 1857. p. 438"= hat die e?itsprechende lateinische 
glosse: pitisare i. e. frequenter spuo t bibo; ebenso Lindenbrog. gl- p. 1000 
Eckh: pytisso, poto vel spuo. 691/2) sehr häufig in der Aeneis. 693) Serv. 
Aen. VI. 233. 694) Georg. III. 192, Aen. II. 207. das wort belegt das mhd. 
wb. I. 28 P. 695) Serv. Aen. IV. 196. 696) Biefenbach a. a. o. p. 538« denkt 
an cbanareba licium. 697) Serv. Aen. I. 651. 698) Georg. III. 24, Serv. Aen. 

I. 164. 701) Georg. III. 129, Serv. Aen. V. 721. oft ex- und atienno. 702) Serv. 
Aen. XI. 326. 704) Georg. III. 497. 707) JFackernagel hält, wie sich p. 324 
ergiebt, herbalare/wr deutsch ; mir scheint es eine mit. bildung von herba zu sein. 

II. 

1) ist es gummi Serv. Georg. IV. 161." 2) Georg. II. 180. 5) Georg. 

II. 189. 6) Aen. I. 373; ähnlich annalium iaruuerto Schi. gl. 19, 1, wo IVacker- 
nagel iaruuerco befsert. 7) Aen. 1. 433. 8) Georg. IV. 262? 9—11) Serv. Buc. 



ANiMERKUNGEN ZU II. UND III. 107 

II. 52. 12) Georg: 1. 305. 13) Georg: I. 514. 14) Je/i. I. 706. 15) .^en. I. 731. 
16) Serv. Georg: I. 59. 17) Georg: T. 74. 18) Georg: I. 126. 19) Georg: I. 164. 
20) Georg: 1. 166. 21) Georg: I. 166. 22) Georg: III. 417 oder Jen. II. 135. 
23) Jen. 11. 174. 24) ^e«. III. 649. 25) Jen. 111. 649. 26) Jen. IV. 18. 
27) .i^e«. IV. 25. 28) Serv. Aen. IV. 35. 30) Sei-v. Jen. IV. 516. 31) Jen. 

V. 69. 32) ^w. \1. 417. 33) Georg: I. 179 o</er Servius Buc. 1. 66 crcta alba 
terra dicitur? 34) Geo?-^'. 1. 186. 35) Geor^-. 1. 190. QQ) Georg: \. 'lU. 37) 
Georg: I. 266. 38) Georg: I. 367. 39) Geor^'. I. 390. 40) Georg. I. 139 oder 
IV. 41? 41) Georg: 111. 256? 42) ^/wj. 1. 737. 43) ^c«. VII. 411. 44) Jen. 

VII. 732. 45) Jen. I. 43. Servius zu dieser stelle: rates, abusive, naves: nam 
proprie rates sunt connexae iavicem trabes. dazu kö'?mte das folgende (46) 
kelichilih {mkd. wb. 1. 973'') allenfalls g-ekö'rt haben, wenn man annimmt, da/s 
es invicem glossiei'te , von einem abschreiber aber auf das dariiberstehende 
abusive bezogen wurde. 47) Jen. I. 436. 48) Jen. I. 744. 49) Jen. II. 207. 
nach übersetzt pone. verte scheint das praet. von ich ver navigo zu sein, dies 
im mkd. wb. HI. 251" ohne beleg aufgeführte verb kann ich aus der Kehr. 
16051 nachweisen: sie ilden unde verten. 50) Jen. IV. 137. 51) Jen. IV. 239. 
52) Jen. IV. 366. 53) Buc. I. 57. 54) Buc. II. 18. 55) Buc. III. 18. 56) Buc. 

VI. 16. 57) Serv. Buc. VII. 33. 58) wahrscheinlich eine nebenglosse zu setosi 
Buc. VII. 29. vgl. Schi. gl. 6 an derselben stelle. 59) Serv. Buc. VII. 42. 60) 
Serv. Georg. I. 403? 61) Buc. Vll. 25 oder 38. 62) Buc. Vni. 54. 63) Buc. 

VIII. 55. 64) Buc. X. 27. 65) Buc. X. 19. senno Stalder 11. 371. 66) Georg: 

III. 355. 67) Georg. III. 360. 68) Georg. 111. 360. 69) Georg. III. 377. 70) Ge- 
org. I. 148. 71) Georg. I. 153. 72) Georg. I. 75. l. wikchun. 73) Georg. I. 75. 
74) Georg. I. 172. 75) Georg. I. 174. 76) Georg: I. 17S. 77) gehört wohl zu 
tritora Georg. I. 190. 78) Serv. Georg. II. 25? 79) Georg. I. 264. 80) Georg. 
I. 481. 81) Georg. II. 69. dasselbe wort und an dieser stelle in den Münchner 
u. IFeihenst. Firgilgl. 82) Georg. II. 70. 83) Georg. II. 71. 84) Georg. II. 
113. 85) Georg. II. 134. 86) Georg. 1. 390? 87) Georg. III. 172. 88) Georg-. 
m. 173. 89) Georg. III. 297. 90) Georg. III. 451. y'emnich, polygiottenlexicon 
der naturgeschichte, Hamburg 1793 — 95 p. 1550 führt germer als nieswurs 
auf, vgl. Wörterbücher der naturgeschichte, Hamburg 1798 j». 189. 91) Georg. 
III. 406. 92) Georg. IV. 31. 93) Georg. IV. 196. 94) Georg: IV. 237. 95) Ge- 
org. IV. 296. 96) Georg. II. 213. 97) Georg. II. 213. 98) Servius Georg. II. 
214. 99) Georg. III. 82. 100) Georg. 111. 82. 101) Georg. 111. 83. 

III. 

1) eine dem 1 sehr ähnliche form des c begegnet 241. verwenden wir 
diese an unserer stelle und ändern zugleich n in h, äo einhalten wir: cehe 
steccon. icA vergleiche aus den Schi. gl. 6, 347 zaha scafta, welches dieselbe 
Firgilstelle glossiert. 3) mhd. wb. II. 2, 25i\ 13) /Ȁrf. wb. IL 2, 653^. 14) in 
den gl. Jun. D. p. 325 Nijerup findet sich ilex sealdeiche ; dasselbe wort in der 
for^m scalteihi ergiebt sich an unserer stelle, wenn tvir die soeben erwähnte ge- 
stalt des c in rechnung ziehen, die gleiche giosse treffen wir in slaheic 231 ; 
denn It für h ist kaum eine änderung zu rtennen. in slateichi 849 jedoch ist 1 
ausgefallen. 15) Serv: ad Cortynia, ubi fueraat aliquaado solis armenta. 



108 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

27) GraffW. 1073^. hat hizza und heizi; hitti steht in den ndd. psalmen 
18, 7. 29) d. h. bisingon; ajn rande zu torrida v. 48. 31) d. h. uachaldra. 
38) am rande zu v. 62. bei Servius mi}- folgendes zum ersten v. der ecl: apud 
Theocritum est una ecloga, quae appellatur (faQuaxevzQiu. 39) gl. zu Heinr. 
summ. Germ. IX. p. 28, 95'': vitte walken; hierher' gehört auch walchart 
Servat. 594. beide Wörter sind wohl von walgen abzuleiten. 41) nur diese bil- 
dung-, die mehr dei' ags. u. and. form (gealdor; galdr) als der ahd. (galstar) 
entspricht, ist unserm denkmale gerecht, vgl. 205, 479, 733. 43) Sei^. Buc. 
VIII. 73.- bene utitur liciis, quae ita stamen implicant. 47) l. gartsanc, vg-l. 
gartsangon 900. 58) l. gfuukchxn. 64) es ist mir zweifelhaft, ob der punkt 
zwischen r und b ein i bezeichnet, sodafs das ganze loriberi lautete. 66) scorza, 
ei7i ursprünglich mit. wort {D. Cang-e VI. 325": scorza vox italica, cortex, Gal- 
lice ecorce) ist ins holländische aufgenonmien {vgl. Hoffmann Hör. Belg. VII. 
p. 8: scorse cortex, p. 14: schule of een scorse cortex, p. 19: draf ^ scortse 
siliqua) loo es sich noch jetzt findet {JVinkelmann, holländ. wb.p. 280"; schors, 
f. rinde, schaale). 68) randgiosse zum vorhergehenden fiscella. 72) Serv. Ge- 
org. I. 58: castores antern a castrando dicti sunt, virosa autem aut fortia aut 
certe venenata. nam licet sint multis remedio, tarnen praegnantes eorum odore 
abiiciunt et egerunt partum. — vor buu oder bun sind einige buchstaben er- 
loschen, ichej'gänze: [lupjbun. vgl. Reinekc fos ed. Hoffm. 6815: ik hebbe 
ea gelubbet, Hot'. Belg. VII. p. 7: ghelubbet spado, lubben castrare. wegen 
der form vgl. 942. 81) Graff VI. 908 bietet uzsuizzida, Bonr. v. Megenberg 
272, 22: der switzet sein aigen pluot auz. 89) uugalcrut? 90) am rande zu 
V. 120. ich verstehe die giosse nicht. 98) ebenso 279; das wort ist wahrschei?i- 
lich im sinne von knospe verwandt, vgl.- Grimm, d. ivb. II. 447. 100) Serv. 
Georg. I. 151: robigo est vitium obscoenae libidinis, quod uicus vocatur. für 
ango vgl. 304 anm. 106) bei GraffW, bhl ist dies wort ein st. masc, ebenso 
in deti gl. Jun. B. p. 318: tubulus clepel. 107) aus dem ursprünglichen 
mazsahs ist unsere form so gebildet, dafs h vor s ausfiel, z und s assimiliert 
und a in e geschwächt wurde. 108) l. azzusi. 114) vgl. Schi. gl. 4, 21 : arbntf 
crates ziunin nappha. 115) bei Graff" l. 885 mtr wanna; wan auch CXXII und 
gl. Jun. D. p. 282: ventilabrum wan. 121) l. duchstein vgl. CXX; cylindro 
uucllistain Schi. gl. 4, 76. 123) muwerf(o), muwerft, multwurf Graff \. lOidff; 
mulwerp CXV, Germ. IX. 19, ll''. 129) /. gethrusc. 130) Servius zu 192: et 
hoc dicit: si in ainygdali floribus folia semper abundaverint. 131) mhd. wb. I. 
778''; gl. Jun. D. p. 281 ; Mone, quellen I. 302, 14: acus caf, 308, 280: palea? 
aeus catf. 140) GraffW. 753 setzt nach VG 2 strimili(n) an; dasselbe ist aber 
nur eine geschwächte form von strimilon , welches Cbn. 305, das original, 
bietet. 147) zu obtunsi v. 262. 151) dies ist eine lateinische giosse. l. caldarii 
(B. Cange II. 28'^). 158/9) zu falcem v. 348. 161) wenduug finde ich erst 
bei Haltaus p. 2076. 164) am rande zu 361. 165) hierdurch bestätigt sich die 
bedeutung von struot, welche man schon lange vermuthet hatte, vgl. Miillen- 
ho ff' den km. p. 473; den] flufsnamen Unstruot hat auf diesem wege schon 
Förstemann {namenbuch II. 1438) richtig erklärt. 170) /. nortostanuuint. 
171) zu Euri v. 371. 177) /. ceisende. 178) verstehe ich nicht. 182) gl. Jun. 
D. p. 268: laudula lewerca. Bonner gl. bei Hoffm. ahd. gl. p. 22, 37: luscinia 
lewerka. 186) dieses woi't setzt uuindumemaaoth Graff" II. 797, mhd. wb. IL 



ANMERKUNGEN ZU Ilf. 109 

I, 58" voraus. 189) Diut. II. 274: populus belit /albere; belzboum LXXIII; 
Neminch, Wörterbücher der naturg-escliichte p. 53: belzboum populus; Frisch I. 
p. SO'.vg/. die Kölner gl. in dieser Zeitschrift XIV. p. 186, 6. 199) Neinnich 
a. a. 0. p. 86 : bratbirn a) eine plattgedrückte bim. b) eine abänderung- der 
pfundbirn. Frommann, mundarten V. p. 64 gewährt aus der grajschaj't Mark 
brädbeären. 200) nach Nemnich p. 342 ist kürbifsbirn identisch mit pfund- 
birn. 201) d. i. fruthruuon. dasselbe compositum Gei'^in. IX. p. 21, 30'': urie- 
druaen, wo ie den umlaut bezeichnet. 202) für das durch punkte getilgte kel- 
ketroü vgl. Graff IV. 394, gl. Jun. D.p. 286 : torcular kelkterre. 208) mhd. wb. 

II, 2, 616'', fFackernagel in dieser zschr. VII. 131 ; yidmont. gl. in dieser zschr. 

III, 381": duchistein; Mone, anzeige?' III. p. 243, 224: cala duchstein. 210) 
iuui am rande. 211 — 12) aw rande zu 257 tmd 262. /. fora. 213) aufser zwei 
stellen bei Graff W. 309, ivo grebila durch polinctores (rf. h. sepulturae cura- 
tores D. Cange V. 332 ; vgi. schon Serv. zu Aen. IX. 487) glossiert xoird, er- 
scheint das tüort nur in der bedeutung- paxillum. 215) mhd. wb. II. 2, 121''. 
216) vgl, Berliner yirgilgl. zur selbigen stelle. 218) vielleicht von helan ; doch 
weifs ich -ouua/cVr -awa nicht zu erklären. 228) mhd. wb. I. 227K 230) l. 
hpxxxD. 231) die glosse steht bei v. 426, aesculus kommt aber nur v. 291 vor. 
hr. dr. Michelant liest: castaneae vel scolos. 235) befser ist wohl in xxfkthua 
zu ändern, als das toort von üffiudan abzuleiten, schon weil nth in unsei'm 
denhmale weiter nicht sich zeigt, dies hinter ei , wie in ceinsende begegnende 
n könnte dialektisch sein; ein solches kommt im alam., wie Birlinger irgendwo 
in seiner ' alamannischen spräche bemerkt, hin und wieder vor. 236) vgl. goth. 
ufai|)s. 240) beiti ist von beitjan, ags. bsedao, asch. bedian abzuleiten und 
mufs 'druck' bedeuten. 244) Graff W. 649 gewährt das wort nur im musika- 
lischen sinne; in unser m haben die Tegerns. Firgilgl. zu Aen. VII. 615 das 
nahe verwandte iuchquetani. 248) die Teg. gl. haben gophua zti lumbos v. 87. 
252) Schi. gl. 4, 101: tusinemo. 253) Z. thrasindi. 261) brenio am rande. 
262) das holz, das man den Schweinen um den hals thut, heifst kam.p. 
Schmeller II. 300. vgl mhd. wb. I. 783''. 263) l. rkDgxn. 265) vgl. Wacker- 
nagel, Basler bischofs und dienstmannen recht p. 33 § 6, 2. 266) zu ulvain v. 
175. 275) zu exaestuat. v. 240. 285) isilla Graff \. 485; ihsilla Gei-m. IX. 
24, 66; ihilla^i. Jun. H.p. 389; hichela Suvierl. 15, 57; von letzterem ist es 
nicht weit zu unserer foi'm kichilla, die ich indessen nur niedei'ländisch voi'- 
fijide: Hör. Belg.Wl. p.l3: stiria kekel of diopel;j?. 19: stiria een kikele. 288) 
l. frthxspu; gl. zu Sedulius in dieser zeitschr. V. 202": terranea erdhus. 292) 
Brem. wb. V. 161 hat wattke, waddik serum lactis; gl. Jun. D. p. 285: ceru 
autem est wefzech (l. wetzech) ; aus der jetzigen spräche bietet wäske, molken 
H Schütz, das Siegei'länder sprachidiom (prograrnm von Siegen 1848). 
293) bei Graff IV. 613 finde ich l'archront. 294) hinter 1 ist vielleicht o 
ausgefallen oder u , loenn man die Jeroschinsche form slüf annehmen will. 
295) mhd. wb. 1, 893", Hagens Germania W.p. 96 v. 111. 297) sollte der 
zweite theil dieses Wortes mit sittir(wurz) zusammenhängen? 302) die Tg. 
gl. haben hier snophezuugo. bei der grofsen zahl ähnlicher deutscher ausdrücke 
für siDgultus wage ich nicht hier eine entscheidung zu treffen. 304) g/. Jun. 
H.p. 406: Pustula augseta; ags. gl. bei Mone, anzeiger VII. />. 147, 626: pustula 
angsetae; an derselben stelle geben die Amplon.gi. (Jahns archiv für philologie 



HO DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

XIII. /?. 361, 178) fehlei'haß: pustula angreta. der erste theil ist ango (100), 
wamit auch angweizza componiert ist. 326) am rande zu v. 249: sarcire 
ruinas. doch scheint etwas fremdartiges hereingetrag-en zu sein: denn riffilon 
bedeutet flachs kämmen, sarcitus aber erklärt D. Cang-eW. 6S als 'pannus, 
idem qui sarcilis'; dies letztere führt Kehrein an {sammlung' alt- und mittel- 
deutscher Wörter aus lat. Urkunden, Nordh. 1863): sarcil grobes tuch. so besagt 
denn wohl auch hier sarcitus nichts anderes, als ein geioand, dessen ßachs gut 
g-ekämmt ist. 327) am rande zu v. 296. vgl. mhd. wb. III. 665». 330) d. h. 
gedrip sc. 338) zu laxis v. 122; /. zergebenen vgl. 821. mhd. tob. I. 506''; 
Gudrun 21, 4; Pass. K. 114, 54, 184, 86. 343) bei GraffM 749 ist gistriti 
aus der daselbst citierten form gistritiu anzusetzen. 344) selpuua i'^rsfeÄe «cA 
so nicht, ich denke, das loort ist ivie 391 , 392 7iicht ausgeschrieben und es 
mufs folgendermafsen ergänzt werden: selpuua (ssenemo), se(l)ueHio steine, 
selp bezeichnet ja das, was ohne hinzutreten dei' kunst, von natur wird: so 
seihseil g ruf Rudolf p. 23; gl. zu Sedulius in dieser zeitschr. V. 209 — 11: noa 
nato {seil, musto; bei der hochzeit von Cana) selbuuasneme. 346) GraffW. 6S8 
hat nur cinselod. 347) l. zuntra, ivie vielleicht schon die hs. selbst bietet. 
349) l. fleissces. 353) f irgil meinte Patavium in Fenetien, der glossator 
bezog es auf das ihm bekanntere an der Donau. 355) /. fehes ; so vielleicht 
schon in der hs. 363) l. drenon. 376) am rande zu suspecta v. 36. 377) 
unendig SchmeUer I. 76. 379) am rande zu sub proditione v. 83. 380) iiber 
die beziehung s. Tg. gl. z. d. st. 382) /. merigras; dies scheint auch die hs. 
zu bieten. 383) ist etwa thenc- oder thinceidon zu iesen? an dieschw.flexion 
braucht man sich in diesen gl. nicht zu stofsen. 384) /. heil. 386) zuostun 
am rande, entiveder für zaostuat oder für zuostan. vgl. Trierer ps. 108,30: 
adstitit zustunt. 387) Sei'v. zu v. Sil : bene addidit fida, ut ostenderet sym- 
bolum. 388) bei Graff'l. 930 nur sciltuuerida. 391) zu ergänzen nach den 
Tg. gl., welche ursloufun haben. 392) auch dies wort kann nicht vollständig 
sein, es ist mit hülfe folgender formen herzustellen : micat lecbeezat Teg. gl. 
988 {vgl. anm.), inicat lechezta Prud. 1 {Graff'll. 151), micat leehazzat ^Y. zu 
Prudentius in dieser zschr. X. 370. 396) SchmeUer II. 128: die haien, die hai, 
der Laien, die beye trusorium, fistuca, heien tundere; geheien iacere From- 
mann mundarten IV. 171; heye, heien in etwas abweichender bedeutuiig bei 
Stalderll.^l. 398) Serv. zu v. 512: nudoque sub a.\e, hoc est sub divo. 
399) dasselbe verb auch 450; ich leite es von volc ab; vgl. and. fylkja, in 
Schlachtordnung aufstellen Sigurdarkv. II. 23. in diesem sinne genommen 
passt das ivort an unser n beiden stellen vorzüglich. 401) mhd. wb. III. 80'' 
führt aus Mone, anzeiger IV. 232 traegen lassare an. 403) d. i. nohtahnne/«;- 
nobthanne. 404) bei Graff IV. 300 nur die composita. 406) /. selfboum. 
407) Se)'v. zu v. 85: Thynibi-aeus Apollo dicitur ab agro Troiae vicino dieno 
Thymbrae, quae Satureia dicitur. dazu ist das bei Servius nicht vorfindliche 
serfnlum gesetzt. heimcono]ay?w(/e ich sonst nicht, häußg dagegen gartconola. 
410) mhd. wb. 11. 2, 765''. 411) mhd. ivb. U. 1, 825''; a. a. o. 755« ivar die 
stelle noch nicht entdeckt. 412) vgl. Grimms mythologic p. 992. 413) /. kinni- 
baccun. 414) gehört wohl nicht zu stif, stiven, sondern zu erstabe Gi'affW. 
613. daher ist der stern und das oben p. 23 iibm' die glosse gesagte zu tilgen, 
416) zu V. 286. vgl. ß' Grimms anm. zu den ff-iesbad. gl. 109. 418) Diefenbach 



ANMERKUNGEN ZU III. 111 

glossarium latino- germanicum p. biZ" gewährt aus Jüngern vocabitlaren 
losuD^, lossung, lottung. 420) Tuskän als land sehr häufig; z. b. Meregarte 
{MüllenA. dcnhn.) p. 70, 3; Kaiserchr. 17119, Eraclius 1227, 4421 u. s. lo. 
unser adj. steht in den Berliner rirgilgl. 95. 422) Graff VI. 765 hat ?iur 
beispiele aus den Tg. gl. ,• ein weiteres gebe ich aus den gl. zu Sedulius (z. f. 
d. a. V. 210): actis (securibus) anageslagenen. 426) l. ungeuuri. 429) Serv. 
zu r. '483: subtegmine i. e. filo, quod intra stamen currit. 432) mM. tob. I. 
582''. 439—40) Serv. zu v. 57: bidentes autem dictae sunt quasi biennes, 
qaia neque minores aeque maiores licebat hostias dare. sunt etiam in ovibus 
duo eminentiores dentes inter octo, qui non nisi circa bimatum apparent. 
441) capulus fiyidet sich im ganzen vierten buche bei. Servius nur zu v. 262: 

hie capulum aut vaginam, at in illis Ferrum vincto ad capulnm: üblicher 

wfhelza. ofthilze gl. Jun. D.p. 2SS, helzi Schi. gl. 39, 119 zu heiza oder hilzi 
gehören, loage ich nicht zu entscheiden. 445—446) Serv. zu v. 131 : odorise- 
quum quod odorem sequitur. leidezoa gebildet ivie leitihunt. 447) /. gebror- 
dedemo, vgl. 465, 522. 457) zu talaria v. 239. 458) Servius zu v. 245 : tranat, 
transvolat; ut {Geo?'g. IV. 59): nare per aestatem liquidam susnexeris agmen. 
459) penates kommt in diesem buche nur v. 21 und 598 vor. 468) zu v. 489. 
470) ain rande zu cautibus v. 366. 473) derselbe ausdruck 486. der latei- 
7nsclie text erfordert die bedeutung: wimmeln, gedrängt voll sein, starren. 
man kann demnach eine stelle der Elisabeth {v. 527) vergleichen, welche Haupt 
zu Engelh. 3046 richtig erklärt hat: manigen wehen kursit, die von golde stre- 
beten. ihm tritt Rieger im giossar zur Elisabeth bei. 477) vgl. noch mythol. 
p. 121, z.f. d. fl. XII. 403. 482) gescidon ist infinitiv. 487) concHdX gehört 
vielleicht zu fatigat v. 572 oder zu stimulat v. 576. 492) mhd. tvb. III. 53^; 
ältere beispiele sind: Schi. gl. 6, 529; roscida towiga; gl. zu Prudentius bei 
Eckhart, Fr. o. W.p. 1003" : roscidus touuegun, rorulenta touuegen; Innsbr. 
gl. bei Mone, anzeiger VU. p. 598, 764: roscida towike. 493) cantarus /«> 
canterius finde ich z. b. bei AMai, class. auct. VI. 513''. das deutsche wort ist 
natürlich beugest 5« lesen, aber wohin die glosse gehört, weifs ich nicht. 
496) am rande zu v. 69. 

507) dasselbe wort 652 blet''dun. ags. gl. bei Mone, quellen I. 315'': 
palmula arblcd; Bosioorth, dictionary p. 9" citiert arblaed palmula remi 
aus Älfrik. 652 scheint daher das übergeschriebene h falsch und aus einer 
Verwechselung mit plehta, pflihta d. i. prora hervorgegangen zu sein, bei 
dem zweiten worte ist in der hs. 1 aus p corrigiei-t. 508) l. iligiu, wie viel- 
leicht schon die hs. hat. 509) mhd. 7ob. I. 956''. 512) die Tg. gl. haben ana- 
gislaganer bei illisa. 514) mir unbekannt. 515) mhd. tvb. I. 229". 527) etwa 
drancstof y«;' drancstouf? freilich kann ich auch dieses wort nicht belegen. 
531) der glossator hat arduus mit ardea verwechselt. 533) die anmerkung, 
am rande von v. 302, bezieht sich wohl auf die worte: quos fama obscura re- 
condit. die deutsche glosse lese ich burchilinga , und leite sie von burc ab. 
534) l. geuurftemo. 537) particip des verbs bil, bal, bälen, boln, vgl. mhd. 
Wb. I. 117» /f. 540) vielleicht sineuuerualer (GraffW. 1238). 541) l. lauileia. 
558) Diefenbachp. 482'': radicitus wurtzlich. 567) GraffW. 685; Schi. gl. 
6, 53; mhd. wb. III. 870''. 573) bei GraffWl. 426 ist fizzilfeh, ebenso Germ. 
IX. p. 19, 6: wizzeluech res. uncomponiert finde ich das adj. fizzil nicht; et 



112 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

gehört aber hierher der name Sintarfizzilo {z.f. d. a. I. 5; XII. 306). 575) zu 
uuescunari auriga Graff I. 1082; weskinaro aurigarum Schi. gl. 25, 16, wo 
JFackernagel thoricht waginaro ändert. 589) Graff I. 883 bietet wunna, un- 
wanna, wunni, aber tiicht unwunni. 592) mhd. wb. II. 1, 589», Entecrist 
fundgr. II. ]29: die dar inne warin berohin; zu Jf'alther 34, 35 (/>. 162): su 
dem fiwer ist berochen. vgl. zu den Tg. gl. 2473. 594) bei Graff' nur in der 
bedeutung 'eingeweide'. 597) zu tristes v. 734? 599) wohl zu forum v. 758. 

605) zu ruch d. h. ruc, beivegung, ist ein verb wie gabun zu ergänzen, da die 
ganze phrase 'fecere pedem', nicht blofs der technische ausdruck pes d. i. nach 
Servius funis quo tenditur velum, dadurch ausgedrückt zu werden scheint. 

606) Serv. zu v. 832: cornua, antemnarum extremitatem. 611) l. bosuichera. 
wohl zu supposta r. 24 gehörig. 612) l. nu erist. vgl. Graff U. 979. 613) Serv. 
zti V. 68: simulacra brevia, quae portabantur in lecticis. 614) wohin diese 
anmerkung zu ziehen ist, weifs ich nicht. 615 — 16) Serv. zu v. 83 : defuncte 
autem, liberale nam dicimus functos officio, qui officia debita complerunt. 
618 — 20) am rande zu v. 141 : fetus. 621 — 22) beide gl. am runde zu v. 150 ; 
Serv. dazu: incestat polluit et incestus est quaecunque pollutio. daher scheint 
an dieser stelle unreiui Substantiv zu sein. 630) diese randgiosse bezieht sich 
nach meiner meinung auf v. 201: ad fauces grave olentis Averni. 633) die 
Bon?ier gl. bei Hoff m. ahd. gl. p. 25, 6 bieten ebenso: formeus uuethil. das 
lateinische wort finde ich sonst nirgends, es scheint aber'^wedeV bedeuten zu 
sollen U7id könnte dann aufv. 230: ramo felicis olivae zu beziehen sein. 635) 
Serv. zu v. 303: nam lugubrem esse hunc colorem ostendit dicens {Georg. I. 
466) : cum caput obseura nitidum ferrugine texit. 641) l. speichon. 646) vgl. 
lobogerni iactantia Graff W. 236. 647 — 48) zu excudent v. 848. doch ver- 
stehe ich anahaf nicht, an anahae voii hähan darf man nicht denken. 649) 
möglicherweise steht in der hs. selbst schon richtig hiuue. 651) vielleicht eine 
note zu verticibus i'. 31. Graff VI. 874 hat suello nur in dem sinne von tuber. 
vgl. auch überswal 7nhd. wb. II. 2, 792 . 657) kann sich nur a«/nubilis v. 53 
beziehen, mhd. wb. I. 960" citiert Kehr. 73'^ = 12166 Mafsm,: iane sult ir die 
hileich nicht machen, ähnlich huoruiachsere leno 7nhd. wb. II. 1, 17 ? 658) /. 
lantuouen. der circumflex bezeichnet nur den diphthong. Grimm z. Rolandsl. 
p. Y. 663) mhd. ivb. II. 1, 327'». 664) am rande zu v. 185. 668) der gen. 
hängt von niht ab. 669) Förstemann, namenbuch I. 1293 bringt den eigen- 
namen VVigilo bei. 671) vielleicht underdeta. 676) vgl. mhd. wb. II. 2, 787"; 
?idd. glossar bei Hoffm. Horae Belg. VII. 35": sweppe vel geisel flagellum, 
Bruns, altplattd. gedichte p. 347 ; auch Ziemann s. v. thut des Wortes erwäh- 
nung, ohne aber belege zu geben. 680) /. runsoda sih, wie schon die hs. haben 
kann. 683) l. thom d. h. thoum. 684) am rande von v. 489. 685) /. manne- 
lumer. sonst hat dies ivort, wie goth. manags, mauase[)s nur ein n ; dieser um~ 
stand spricht für das alter der composition. 687) e* wird wohl in der h^. 
sueue III lemo/wr sucuelinemo (inhd. wb. II. 2, 779") stehen. 688) zu torre v. 
506. 694) ivenn h"nt richtig ist, so soll es vielleicht die zweite hälfte von 
comminus erklären, das adj. gehende giebt mhd. wb. I. 632* ; ags. gehende 
prope gramm. III. 269. 696) Schi. gl. 6, 110: spiramenta atinzuhte. 702—4) 
zu reserat v. 613. 705) für das erstere wort vgl. mhd. wb. III. 2S8'', d. wb. 
III. 1412. 708) ivohl nebenglosse von arvina i'. 627. 715) am rande zu toracas 



ANMERKUNGEN zu III. 113 

V. 633. 716) l. beinberegun. 718) /. suertstap, 7Vomü die Tg: gl. mucrone 
übersetzeiu 722) Serv. zu v. 684: quidam du.\ magnus Sabinos de suis 
locis elicuit et habitare secum fecit saxosis iu moutibus. 724) es ist, 
sciwint mir, entsprechend den Ti;: gl. (zuhaliac) hier snurizuheliug zu 
schreiben. 728) seil, seilt. 731 — 32) beide glossen kehren 779—80 wie- 
der; nur ist an letzterm orte vor acrimonia richtiger nee J'ortgelafsen. 
worauf sie sich aber an beiden stellen beziehen, ist mir unbekannt. 740) 
bei Graff IV. 480 findet sich das simplex nicht; Schmeller II. 323 hat nur 
die bedeutung 'Schadenersatz' ; das mhd. wb. I. 799'Vjaf die hier angezeigte, 
aber ohne beleg. 741) schon vom schreibei' selbst corrigiert in herduom. 742 
das erste wort ist vielleicht: ersuohda;/«?' das zioeite vgl. Graff']. 868, gl. aus 
St. Peter bei Mone, anzeiger V. p. 231 : pactus uuiniscaffender. 743) Serv. zu 
v, 153: paterna in eo lineamenta cognoscens. 7?n'^ gelouethe loeijs ich 7iichts an- 
zufangen. 744) /.mazzaldrinemo, entsprechend den Tg. gl. 747) l. ungenundan. 
748) hs. niteas, am runde. 751) vgl. muleasteia Gei'yn. IX. p. 25, 72. diese 
form auch bei Muskatbliit. 755) bei Graff' VI. 575 nur ubarschrecchare. 
758) mhd. wb. I. 740". 759) Serv. zu v. 343: sub nionte Palatino est quaedam 

spelunca, in qua de capro luebatur nonnuUi propter sterilitatem boc sacrum 

dicunt a Romulo constitutum ideoque et puellae de loro capri caeduntur. 770) 
fasthabig tenax Gi'aff'W. 738; Diefenbach p. 577'': vastbaltende. vgl. Parz. 
114, 14: unt bin ein habendiu zange minen zorn gein einem wibe. 771) eruue- 
rene {Graff"]. 944)? 779—80) vgl zu 731—32. iudiges kommt im achten 
buche gar nicht vor, aber indigenae v. 314. 781) praecipuum nur v. 177. 
784 — 85) inscius v. 627. vgl. aber auch Serv. zu v. 597: Agylla civitas est 
Tusciae ex conditore appellata, cui ex inscientia (al. exscitia) Romana aliud 
est inditum nomen. mhd. wb. III. 789'' und 791''. 791) /. loccon. 795) 7nhd. 
wb. II. 2, 689''. 796) zu Graff N. 457 ist zuzufügen: gl. zu Prudent. {z.f. d. 
a. X. 371) pila tart; Clm. 305 und 21562 zu Aen. V. 307: spicula darta; aus 
unsei'm denkmale ZA2, 536, 879; and, daraiv Atlakv. i, 14, Nialss. p. 211. 
vgl. aufserdem d. ivb. II. 769. JHIoss, der Georg. II. 168 Volscosque verutos 
mit ' dardenschivingende Folsker übersetzt, hat das loort wohl aus Frisch. 
797) d. h. mit heimisgemo. 798) ist ettva bfdfnhblp d. h. bedenhalp zu lesen ? 
804) Serv, zu v. 724.- aut discinctos dixit, inhabiles miliciae. 818) zu v. 109. 
819) mhd. wb. III. 451'' hat widerweckunge resuscitatio. 828) dies scheint 
das schw. masc. vom adj. ger zu sein, der giossator ivürde dann das ganze so 
verstanden haben: der ich das allein begehrend bin, dafs mir der vater wieder- 
gegeben wird. 836) vgl. mhd. ivb. II. 2, 452\ 837) /. reitrittil. 838) mhd. 
wb. I. 923«. 840) nur das adverb findet sich bei Gi-aff'\\. 743. 850) diese 
glosse und 856 gehen jedenfalls auf dasselbe; und da 850 am. rande von v. 382 
steht, so ist sie vielleicht zu horrida daselbst zu ziehen. 852) Serv. zu v. 360 : 
Romulus moriens nepoti suo cognomini baec reliquit. 854) mhd. wb. I. 229''; 
Frommann, mundarten IV. 295'': collus vierstpawn. 864) zuolouft? 867) 
l. spknnilxü. 868) zu radii v. 476. mhd wb. III. 751». 875) l. tuchkl. zu veste 
V. 488. 881) wal meist neutrum, zuweilen aber auch masculinum. mhd. wb. 
III. 466" tmd 1'. hier könnte es auch fem. sein. mM. wb. III. 466''. 893) mhd. 
wb. II. 1, 387''. bei Graff' ist es II. 1113 aus niunus Prud. 1. herzustellen. 
903) piepba? vgl. gramm. III. 46S. 904) /. stichkt. 907) Graff' setzt der Tg. 
Z. f. D. A. neue folge 111. S 



114 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

gl. wegen, welche zu diesem verse laz bieten, das wart als neutrum. an; ohne 
grund. ein weitei'er beleg ist amento lazze z.J', d. a. X. 372. 917) im texte 
l. 710 undgfikgkt. 921) vgl. Tg. gl. 1127. 922) /. uuenichun. 927) hängt 
die erstere gl. mit setit censet gl. Jim. C. p. 238 zusammen ? die dentalen 
stimmen freilich nicht. 929) Serv. zu v. 18: Titianus et Calvus, qui themata 
omnia de Vergilio elicuerunt. 943) l. bogeuuoder. 

IV) schwach Germ. VI. 84 in der Überschrift: gire. VII) Germ. IX. p. 20, 24: 
grac krichel. IX) /. eleuiz. XXIV) ich kenne weder das lat. noch das deutsche wort. 
XXIX) /. ansila oder amsla. XXX) hs. hiber. XXXI) D. Gange I. ß^^" führt aus 
denA.SS.Jun.\U.^5&'' ö«.*'avicula perexigua, quae vitriscas appellatur'. dazu 
bemerkt Henschel.-'hitriscus fortassis contracte proBitoriscus, sedBitoiius Can- 
gio aliisque est ardea. Papias : Bitriscus genus avis. bitorius Gl. Aelfrici, Saxo- 
nibus est werna'. ags. gl. bei Mone, quellen I. p. 314'': bitorius wraenna. Bos- 
worth p. 95o: wrenna paiTax, regulus. vergleicht man nun: gl. Jun. D. p. 269: 
petriscus cunenglen; Diut. III. 292: pitrisculus kuningil; Mone, anzeiger VH. 
596, 613: petrisculus chuDiglin; GraffW. 444: pitrisculus kuning, mhd. wb. I. 
913'': pitrisculus kuningil, so ergiebt sich, dafs uurendo den zaunkönig be- 
zeichnet, der engl, ja heute noch wren heifst. über andere lat. formen siehe 
Diefenbach p. 413"^. wrendo ist jedenfalls die ältere form ; das nn ist später 
aus nd entstanden , wie das öfter im ndd. geschieht; so steht bei Eschenburg, 
denkm. p. 246 z. b. ingesinne für Ingesinde. XXXIIl) l. ortigometra. die 
deutsche bezeichnung fehlt. XXXIV) /, urhrint. XXXVI) heigro.' XLI) gl. 
Jun. D.p. 269: vespa et crubro {sie) horneiz. alsj'em. finde ich es sonst nicht. 
XL VII) /. speht. LI) /. Papila. LIII) GraffW. 540 hat nur scaraleia; Nemnich 
aber führt p. 497 sowohl scharbey salvia officinalis, als scharley an. LVIII) l. 
lupistekila. LXII) Pulei? GraffWl. 332. nebenbei erwähne ich, dafs dies wort 
auch im. buch v. g. sp. 8 als bolei vorkommt, wo der herausgeber fälschlich an 
bolle, eine art zwiebeln denkt. LXIV) sächs. gl. bei Mone, quellen I. 283": abro- 
tanum auerute, gl. Jun. M. p. 406 = Sumerl. 65": abrotanum aueruthe, Mone, 
anzeiger IV. 239: abrotanum auerute. LXXVII) gl. Jun. B. p. S'2Q: vepris 
breme; Diut. II. 274: breine vepres; Gei'm. IX. p. 21, 38'': vepres bremen. 
LXXXVI) bor kenne ick nicht; sollte an ahorn zu denken sein? denn horna be- 
gegnet zu Georg. II. 70 im Clm. 305 und 21562; achor, ahor steht bei Diefen- 
bach p. 440« aus Jüngern glossaren. LXXXVIII) bei Grafflll. 119 meliboum, 
melboum. CXIX) die quelle dieser Vorstellung scheint apocal. 4, 3 zu sein, 
bildliche darstellungen gottes, wie er auf dem i'egenbogen sitzt, findet man bei 
Didron, histoire de Dieu [Paris 1843) ;;. 117, 232, 246, 593. — ich bemerke 
noch, dafs die reihenfolge des lateinischen theils von LXIX — XCIV und CHI — CX 
dieselbe ist wie im cod. SQ. 299 bei Hattemer I. 289 und 290. 

IV. 

20) von GraffW. 1215 unter D. citiert = 7mscellaneen L225'', wo wunder- 
barerweise y'ites für Utes steht. 42) seil. bein. das wort selbst ist eine mischung 
von elafant und olpenta. 52) nebenglosse zu lethaeo somno. 58) diese glosse 
am rande; GraffW. 279 zieht sie zu farra; Serv. erläutert pulvere durch sereni- 
tate und dazu wird sie wohl gehören. 62) Graff IV. 854 ueifs das wort nicht 



ANMERKUNGEN zu IV. 115 

recht unterzubringen; zu levia habe ich es auf eigene Verantwortung gestellt, 
meine abschrift giebt es als über murmur befindlich an; die construction ist: 
per levia saxa after halen steinen. 75) vgl. Gennan. IV. 123. 188) am rande 
von V, 296. ich ziehe es zu trepidi, indem ich ein adj. loupalin annehme, ge- 
bildet wie äbtalin 574, 1906, 24S0, strüchalin 2977, pisuuichalin, zuivalin, 
vorscalin, släfilin Grimm zu hymn. II. 10, 1, zartilin Schi. gl. 9, 15, huorilia 
GraffW. 1012; rascheln und flüstern sagt man vom laube besonders gern aus, 
daher läubeln /«;• klatsaJien, Yäuhli für flittergold Stalder \h p. 159/60. so 
könnte auch hier der ivallende, singende kefsel mit einem von loup abgeleiteten 
adj. bezeichnet sein. 190) battat ist mit. D. Gange I. 624". 198) oroht mhd. 
wb. II. 1,442b, Ernst MIS Hagen. 272) /.foho /dunno. 296) G/-a^lII. 757 wohl 
richtiger phlechun. 322) Graffl. 772. eine leidliche erkläm/ng iveifs ich nicht. 
326) in Ovids tetrastichon. 363) mhd. wb. II. 1, 453» , Trierer gl. II. 6 Hoffm. 
373) Serv. : olivae ita a longinquitate nominatae. 385) das wort ist zu preciae 
zu ziehen, wozu Serv. bemerkt: hae cito maturescunt. also rado (Gr. 11. 1151) 
ripho seil, repun. ebenso ags. in den gl. Alfrici p. 68" (ed. Sommer): praecoque 
raedripe vinberige; praecoquus fructus raedripe vsestm. 386) GraffW. 118 
coaequare (dies ist eine nebenglosse zu coateade) kilihinon, letztei'es wahrschein- 
lich aus richtiger conjecttir, da in der hs. kilidmon ganz deutlich sein soll. 
387) Servius: Amineum vinum dictum est, quasi sine minio, i. e. rubore, nam 
albnm est. 396) vuieo ar? 405) ebenso ist 2S69 ein flufsnam^ als neutrum. 
behandelt. 407) richtiger Graff']. 104 aregislicheta. 457) am rande zu v. 
214. 463) pivvahit/«?' pivahit? 467) das kreuz bedeutet hier, dafs Graff' l. 
749, wo er das wort zioeifelnd unter wintan anführt, falsch citiert. 473) wie 
Graff' W. 848 bemerkt, steht dabei die (Servianische) glosse: ne ager sit con- 
cavus. sollte nun ein part. act.für pass. hier fälschlich verwandt sein? 482) 
Graff- \. 732. 484) Gj: IV. 1208 uuelichiu, aber 1210 uuilichiu. 485) ivro 
verstehe ich nicht, ebensowenig is 508. 

525) Graff'lll. 564 streicht gi. 530) am rande ohne verweisungsseichen ; 
das wort kann ich nicht erklären. 583) das a bedeutet wohl ar, wie in asca- 
phaniu 979, a stiuro 1757, anazta 27S5, afarenter 2974, vgl. faholanc 2638. 
593) GraffW 605: kizoganer. 736) Graff 111.639 befser frambare. 740) Graff 
IV. 334 u/iter gagrason, IV. 951 untei' heim, eine deutung weifs ich nicht. 
743) Gr. I. 827 befser uuilligun. 756) ist von Graff \. 770 mit recht als tiom. 
sg. aufgefafst. 861) der lateinische text, welcher comantes als adj. in der be- 
deutung 'behaart zu saetas setzt, ist hier vom glossator falsch verstanden, 
dieser nahm comantes als part. und saetas ats davon abhängigen acc. daher 
die wähl des loortes zeisan und die mascuUnendungen. 880) GraffW. 982 
führt zu V. 337 setis haron an. doch findet sich dort nicht das lateinisclie wort, 
auch sonst kann ich die glosse nicht unterbringen. 917) das deutsche ist nur 
eine erklärung zu nova, zu eigänzen also: laste (michiles sneuues). 924) Graff 
III. 206. deutlich wird der sinn durch die von Schmeller I. 191 citierte neben- 
glosse: sorbis i. e. potionibus. 943) ist mir ganz dunkel. 987) in dem aus 
der parallelstelle Aen. II. 473 interpolierten verse: lubrica convolvit sublato 
pectore terga. 

1011) Graff \\\. 375 unter fatar; e* ist aber keine deutsche gl., sondern 
folgendermafsen zu lesen: gentes scitarü. vgl. Servius: populi Scytharum. 

8* 



116 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

dajs a und ci leicht in dieser hs. zu verwechsebi sind, zeigt Graffs lesung- arcum 
für circum 1617. 1028) praeteritalendung. 1149) da von den bienen die rede 
ist, so hat hier das neutr. seinen platz. 1158) vgi. Serv. z. st. 1168) endung 
des neutr. d. h. so maoag^iu seil. opaz. 1178) das unrichtige r ist stehen ge- 
blieben, das richtige geändert. 1195) etioa gitrenchit zu ergänzen 1234) d. i. 
[pifunl] nussi. 1248) vielleicht iouch. 1276) caput ist in den folgenden relativ- 
satz: unde altus se eninipit Enipeus gezogen und so der_ dat. des deutschen 
iDortes zu erklären. 1282) Graff 111. 377 befsert: fatü-lihun. 1446) GraffY. 
622 schreibt: uzgizuchan. 1487) Graff IN. 921 befser helfenta. 

1580) Graff (I. 752) hat die tilgungspunkte nicht beachtet icnd daher auch 
zit V. 633 aufgeführt. 1593) es ist tvohl ein verb tvie nement zu ei'gänzen. 
1598) Graff in. 397: frumitumes. 1611) Graff^ 111. 498 liest fälschlich scilt- 
falche. 1642) diese form sieht sehr ndd. aus; wie sie hier construiert werden 
soll, weifs ich nicid anzugeben. 1669) zeinin gehört zu hastilibus. dafs hier 
die deutsche glosse dem unrechten loorte beigefügt ist, drängt in Verbindung 
mit den oben s. öl angeführten momenten zur annähme einer abschrift. doch 
ist es leicht möglich, dafs verschiedene theile zu unterscheiden sind, ivenn man 
nämlich einige sprachliche ungleichmäfsigkeiten loie ua (14, 383, 2576) neben 
uo, [ettaueliüjera 20 neben sonstigem -ero, ferner den Wechsel der praefixe ga 
und gl u. s. w. in i'echnung zieht, und endlich beriicksichtigt, dafs mehrere 
Schreiber bei dem eintragen der glossen thätig gewesen sind. 1678) vgl. Ser- 
vius: Juppiter aut aer. 1687) die stelle mufs der glossator, der in somnis als 
ein wort faf sie, gänzlich misverstanden haben. 1688) vgl. Serv: fugae pro- 
fectionis. 1716) schon Graff" W. 864 hat in heil geändert. 1720) dieses wort, 
welches Graff' {l. 933) viel noth gemacht hat, ist nichts als das lateinische vicina 
aus der Servianischen note: hospita uicina. 1743) der glossator scheint hier 
freier übersetzt und gigrapaniu zu dona construiert zu haben; geschenke, schwer 
von golde und geschnitzt aus elfenbein. daher nehme ich die form nicht mit 
Graff' als n.sg.f. (IV. 301), sondern als neutr.pl. 1744) Serv: Dodoneos i. e. 
Epiroticos. 1758) Serv: darum Signum i. e. faculam. 1763) Graff' III. 143 
befser criehporano. 1788) vgl. Graff V. 41. 1798) die erste form entspricht 
dem lat. bella, die zweite dem detitschen deganheit. 1805) ich erkläre diese 
bildung als einen allerdings sonst nicht belegten acc. pl. auf er von liup. 
1879) vgl. Serv. zur stelle. 1891) Graff' IL 418 richtiger reitrihtiles. 1926) 
d. i. g'"ota für iagota. 1965) plasas ist st. flektiertes adj. neutr. generis. 
1974) ancipites scheint zu oculis dem sinne nach construiert; demnach iväre 
zuivaltCQ dat. pl. 1979) Serv: siue more, sine exemplo. 1982) gagangengi? 
1995) Graff' l\. 596 befser chrafo. 1998) zu ergänzen: stal. 

2015) aus Serv. zu v. 20ö. 2025) kann auch fornantigin lauten, wie 
Graff" III. 629 hat. 2027) l. harir. 2034) et ist undeutlich und Graff" II. 84 
ivird recht haben, wenn er gileganer liest, vgl. auch Gi'aff II. 225. 2046) des 
gotes pi? 2061) was dies zeichen, das sonst er bedeutet, hier soll, ist mir nicht 
klar. 2124) es ist tvohl tiufo zu ergänzen. 2127) unefür uuie ßnde ich auch 
in M. 29. 2139) Serv: manes i. e. supplicia quae sunt apud manes. 2143) 
dies ist wohl die bei Graff' III. 152 citierte glosse: nudo paremo f^yi. V. 760. 
2147) ein gen., gebildet von dem gen. panos, der als nom. angesehen wurde. 
2157) es kann auch, da n sehr undeutlich, givuarnoter in der hs. stehn. 2183) 



AN31ERRUNGEN ZU IV. 117 

Graff zieht das wort mit recht zu herd (IV. 999). 2194) acc. sing- masc.l 
2212) num. pl. zu dem in diesen gl. vorkommenden nom. sg: adj. unerer (976). 
2216) zu en habe ich keinen stern gesetzt , tveil ich es für das lat. eo halte. 
2226) ist etwa furipuogiu zu schreiben und in als dat. pl. d. h. den rossen zu 
fqfsen? 2265) das unrichtige a ist corrigiert. 2283) diese lesung ist ange- 
mefsener als Graffs (V. 609) : farzogana. 2294) die hs. liest also aquae vis 
für äqual. 2298) sih ist zu erglänzen. 2304) Gi-aff\\\. 79. 2306) Serv: 
errabat, pascebatur. 2320) dies scheint suohta zu sein; ich verstehe aber dann 
nicht, wie es sich der bedeutung- nach mit dem lateinischen worte vereinigt. 
2325) gehört giflanztiu zum st. v. flinse, das mhd. wb. III. 342'' angenommen 
wird? xfiir s begegnet auch 2907. anders rvird das wort von GrafflW. 362, 
773 und Schmeller (I. 330) gedeutet. 2341) verstehe ich nicht. 2347) az scheint 
mir zum. vorhergehenden arduus zu gehören und die neutralendung zu sein. 
teil würde dann, toie nicht selten, sächliches geschlecht haben. 2355) die form, 
ist dadurch entstanden , dafs der giossator zuerst ziranton schreiben wollte, 
dann von neuem beginnend giranton verzeichnete. Graffthut daher recht daran, 
wenn er nur giranton aufweist. 2370) sollen vielleicht die drei striche nur 
die zahl der Silben ausdrücken? es scheint mir sicher, dafs hier irgend eine 
geheimschrift beabsichtigt lourde. meinestheils rathe ich auf arzageta (a 
für ar vgl. zu 583) vgl. Pariser gl. 725. 2448) Graffs ansieht (IV. 701) ist 
entschieden zu verweifen. der giossator hat wahrscheinlich nach Ser'v: in- 
digenae i. e. inde geniti übersetzt und inde mit hinna gegeben. 2455) fecta 
vermag- ich nicht zu erklären. 2473) Graff vermuthet II. 371 pirohbanun 
(vgl. zu den Pariser gl. 592). daneben aber weniger gut pitrohhanun V. 504. 

2521) ich halte Graffs V. 441 ausgesprochene meinung, dafs tarta tela, 
«M^gaesa bezüglich, zu schreiben sei für richtig, besonders da die Pariser gl. 
796 hierzu stimmen. 2572) mihi ist fälschlich von agitat abhängig gemacht; 
oder sollte irgend eine hs. me geboten haben ? 2583) hier ist der giossator 
vom Servius abgeivichen. denn der letztere construiert: qui patet insidiis, der 
erstere aber: insidiis couspeximus. 2584) d. h. uzginirao. 2586) Serv: alii 
ita putant: me nulla dies dissimilem arguet, sive quae est hodie fortuna per- 
manserit, sive etiam laeta fuerit, i. e. nee si feliciter mihi, nee si infeliciter 
eesserit, dissimilis ero huie conatui: et melius legitur sine aspiratione, i. e. 
autadversa. 2599) G/'fl/^T'V. 230 wh«? 347. 2617) Crrt/f' II. 899 .ve^sf ungimeze 
als adj. an; mir scheint befser tantum nimium und das deutsche zi solihemo 
unglmeze zusammen zufafsen, sodafs das letzte wort subst. ist. 2638) Graff' 
IV. 842 richtig farholano. 2641) /«/• apaprah. 2647) relatu hat der giossator 
fälschlich mit voeiferans verbunden. 2675) Graff, welcher die glosse (IV. 448) 
nur zu acres zieht, nimmt natürlich chuoni als adj.; ich glaube aber, dafs sie 
substantivisch zu erklären ist und stütze mich dabei auf Serv. zu v. 720: illi 
sine dubio, quibus Mars iniecit audaciam. 2688) Serv: quo deinde, scilicet 
de castris. 2699) Graff zieht (111. 65) das toort wohl mit recht zu peiton. vgl. 
Serv: demoror, exspecto, sustineo. 2722) ynhd. wb. I. 834^ 2732) Graff' l. 
368 bietet als lat. wort impetum; dies mag eine randglosse sein, vgl. Sei'^v: 
tenorem, currendi modum. i. e. eodem impetu fertur. 2775) mentem ist nur 
zur erläuterung des deutschen acc. hinzugefügt, welcher von einem, aus sine 
zu entnehmenden äne abhängt. 2793) indole inachte der giossator nicht von 



118 DIE DEUTSCHEN VIRGILGLOSSEN. 

dignum abhängig, sondern ergänzte aus dem vorigen verse pro, wie die prae- 
position pi beiveist. 2799) Graff VI. 125 ändert fälschlich in nidersihtigar. 
2817) /. prahhun. 2827) das a gehört loohl nicht mehr zu dieser glosse; es 
könnte die lateinische präposition sein, die zu solio zugefügt wäre. 2831) 
Graff VI. 642 befser schefsteti. 2835) das h kann zu dem deutschen worte in 
keiner beziehung stehn; es ivird wahrscheinlich der vorhergehenden zeile zu 
vindicieren sein. 2844) soll die correctur iuiht ergeben? 2874) Graff l. 756 
liest schlechter giuuentten. natürlich ist das wort nicht tmter wentjan, sondern 
unter hwennjan aufzuführen. 2906) giiagotemo giebt an dieser stelle gar 
keinen sinn; das allein passende ist giiagotin, wie Graff]. 580 hat. 2929) die 
form, aus der gebefsert, ist wohl zu erklären aus dem alten steraz, steroz, 
worüber zu vgl. Müllenhoff in dieser zeitschr. XII. 291. ebenso mufs meiner 
ansieht nach farsterc 2967 gedeutet loerden. 2951) die silbe us über detn a der 
lat. endung soll zur erklärung des deutschen mascidinums helfen. 2977) 
struhtines bei Graff W. 744 ist nur druckfehler. 

3026) schon von Graff \. 941 in uuereta corrigiert. 3027) Graff" zieht 
IV. 283 gigozanlihaz zu dem über futilis in der vorigen zeile vorkommenden 
Vulcania (arma); dieser annah^me steht aber der umstand entgegen, dafs der 
lat. text arma ad Vulcania bietet und demgemäfs die deutsche glosse in den 
dativ (seil, ze) würde gesetzt sein. 3029) vgl. Graff' l\. 1122, wo nur haeret 
Mans 7iicht als glosse zu bezeichnen gewesen wäre. 3040) hier liegt entweder 
ein fehler vor oder der glossator hat violare gelesen. 3046) da das wort ohne 
Verweisungszeichen am rande von v. 836 steht, so wage ick keine ergänzung ; 
gehörte es zu subsidunt, so könnte man an gistuUeat denken, wenn man Serv: 
remaaebunt, latebant dabei zu rathe zieht. 3059) am rande bei v. 887. bezieht 
sich das wort auf coadidit im v. 886, so müste inliez geschrieben werden. 
3077) für untaruanth vgl. badewant mhd. wb. III. 683» 5 bei D. Gange IV. 719 
finde ich nur orale als kopftuch. 



2) l. naruuertant. 28) vgl. alts. aftan, ags. äftan. 31) bei Graff \. 350 
fehlt wohl nur die bezeichnung VG 2. 55) /. mbchptk. 60) l. thuanc. 68) zu 
draban mhd. lob. 1. 388". 73) ist es reisig, welches sonst nur in der composition 
lütreisig {Graff II. 543) begegnet? 74) /. erbizzenemo. 80) die drei bildungen 
isarna (Graff l. 491), isana oder isena (Pariser gl. 40) und unsere hier, isara 
entsprechen den drei namen des metalls: isarn, isan, isar. 86) mhd, wb. II. 2, 
299'' gewährt das verb sungeln. 93) fizza gehört zur zweiten hälfte des lat. 
Wortes. 95) es scheint hier nur verwartaa in der bedeutung von: für etwas 
sorgen (mhd. wb. III. 532«) zu passen. 109) Graff setzt, da er Clm. 305 noch 
nicht kannte, dies wort fälschlich unter tougan (V. 376). ich erkläre es als: 
under diu ougun seil, verwundet, vgl. mhd. wb. III. 824° : wunden wen in den 
Dabei, über diese construction spricht auch JGrimm kl. sehr. I. 320^-. — 
Graff' l\. 370 citiert ferner aus diesen glossen: siliquis cheuun. 



ANMERKUNGEN ZU VI. 119 



VI. 



5) mhd. wb. II. 2, 763i'. 7) das r hat noch einen haken an seinem obern 
ende; sollte daher haisen zu lesen sein? 21) gehört die giosse etwa zu hart? 
23) 7nhd. wb. III. 325». 26) dies wort ist undeutlich und mir unverständlich ; 
das folgende, am rande , gehört aber ebenfalls zum Firgilischen lasciva und 
ist von sceron Graff VI. 534 abzuleiten. 30) /. abgfescnidJen. für die cotnpo- 
sition vgl, halbetot Reinfridp. 47 Goedeke. 32) s'ml für sun? 33) am rande 
durch Verweisungszeichen «?// traos versa v. S. bezogen, es fragt sich, ob rucgilin 
nur tergum glossiert und dann deminutiv von rucki ist, oder ob eine entstellung- 
von ruckilingun darin zu erkennen sein möchte. 39) das von Bethmann noch 
auf'g-eführte vuas ist lateinisch. 40) die hier erforderliche bedeutung- bietet 
das mhd. jvb. I. 601b , noch nicht Graf/ IV. 737. 41) 7nhd. wb. III. I60i'. 42) 
die drei ersten buchstaben sind fast g-anz verwischt und ich will für meine 
lesung nicht eitistehen. der zweite theil des Wortes könnte von rechan abgeleitet 
werden, wenn man z nur für graphisch von c verschieden {wie in geszh''ide) 
auffafst. dann hätten ivir rahc für räch, doch dem sinne ist auch dann noch nicht 
genug- gethan. 47) ^^emnich p. 227 gewährt bildungen tvie hangelbirke,hangel- 
birn u. s. w. vgl. auch hengel mhd. wb. I. 612''. 52) gemeint ist wellepJoche. 
59) also uuichan, vgl. iuuan 92. 73) das s ist falsch. 74) wie sehr häufig th 
für \A geschrieben tvird, so finden wir hier tch für cht, 80) mhd. wb. 11. 2, 
176». 94) die lesung der drei ersten buchstaben ist unsicher. — Bethmann 
führt aufserdem noch unter 26 iunco vvigo und unter 70 tonde sneide auf. 
beides sind aber lateinische worte; das erstere (B. II. 72) ist eine giosse, welche 
durch die in den Buc. der hs. consequent durchgeführte allegorische erklärung 
der ländlichen personen und Verhältnisse veranlafst worden; das zweiteist vom 
herausgeber für incide (G. II. 36S) verlesen. 

Berlin, december 1869. ELIAS STEINMEYER. 



ZUM VOCABULARIUS SANCTI GALLI UND 
DEN GLOSSAE KERONIS. 

Bisher scheint die zuverläfsigkeit von Hattemers ausgäbe der alt- 
hochdeutschen Sprachschätze St. Gallens noch von niemand in zweifei 
gezogen worden zu sein, wie schlecht es aber mit dieser vom heraus- 
geher so entschieden betonten treue steht, mögen die folgenden colla- 
tionen des vocabularius Sancti Galli und der keronischen glossen 
zeigen, welche ich auf einer behufs neuer vergleichung des Tatian 
unternommenen reise nach St. Gallen anzufertigen gelegenheit hatte, 
vorausschicken mufs ich dabei die bemerkung , dafs Hattemers facsi- 



120 ZUM VOCABULARIUS SANCTI GALLI 

mües durchaus nicht genügen, um ein richtiges bild der eiyizelnen 
handschriften zu gewahren, soicie dafs die letzten hlätter des voc. 
St. Galli durch anwendung von reagentien jetzt so sehr verdorben 
sind, dafs ihre lesung nur mit äufserster Schwierigkeit möglich ist. 

I. Vocabularius St. Galli i). ^.181 (der hs.) z. 2.1aiip.* 19. ff:st 
(mit : bezeichne ich einen ausradierten buchstahen). — 183, 3. 
glot.* 12. zuisillochti.* — 184, 16. imintscuffla, das erste f durch- 
strichen*. — 187, 13. huuida.* — 188, 15. roter.* — 189, 4. 
durchgöt* (über diese o s. Halt. I, S). 13. haupit; ebensogut kann 
man haubit lesen, indem ein b und ein p in einander geschrieben 
sind.* — 191, 16. tuten*. — 192, 2. umpilico; die letzten 4 buch- 
staben sind durchstrichen und darüber ist, wie es scheint von erster 
hand culo geschrieben.* 20. tellax* trotz der anmerkmig. — 194, 7. 
^sti*. S.urtrui.* 11. arcustic* — 195, 11. ch'ädilla.* 15. süihhit.* 
17. irdisc; das c ist aus g corrigiert* — 196, 6. zit.* — 200, 14. 
suin. 

II. Glossse Keronis. Hatt. p. 139^ z. 15. lies analazcente.* — 
ld^\ 3. iuncMo, das htiachgetragen.* 6. farlaitit.* — 140% 2. 
capintanti; anfserdem ca auf rasur von erster hand. 32. cotchund- 
Wh, das erste\i nachgetragen.* — HO**, 18. conpetens.* 35. humor; 
die abkürzung (der letzte zug des m nach rechts verlängert und senk- 
recht durchstrichen) hat in den glosste Keronis ganz allgemeine gel- 
tung, loenn sie auch vorzugsweise für us steht.* — 141% 23. zwischen 
adstipulatus und camahchot fehlen die worte cafoacandi. adiimctus.* 
— 141% 4. arsoiiarre.* 10. crudilitas.* 16. af (nicht aut!)* 34. 
clara.* — 143% 14. cadhuing.* 23. Zimmer refuga sind die worte 
arflohan altergatio ausradiert. 24. altergacio.* 33. alligotor. 
roachari.* — 143% 22. pi|gezendi; das ge nachgetragen. 23. con- 
sequitur steht zweimal.* 27. cakaruuui.* 32. aliquandiu.* — 
144'', 31. mitmemo.* — 146% 6. scauiiuont.* 24. crauis.* — 
146"', 3. mo:ri. 7. and::hra; der erste der beiden getilgten buchstaben 
war T. 15. qhuad.* 19. zocant.* 27. farthroscan.* — 147% 6. 
sublima.* 7. ^ruuep.% 35. ainualtemu.* — 147\ 8. qhäd.* 9. 
qhuidit.* 18. uuidaruuert verbefsert aus andh-.* 24. arzucche.* 
nemananibit verbefsert aus nemambit.* 28. zouuuilon. — 148% 

1) eine vergleichung der auf hiesiger kön. bibliothek {ms. germ. 4°. 629) 
aufbewahrte7i absckriften Lachmanns ergab an den mit Sternchen bezeichneten 
stellen dieselben abweichungen von Hattemers texte. Steinmeyer. 



UND DEN GLOSSAE KERONTS. 121 

20. ar:uirrit. 30. zoauu':rbithu. — 14S\ 11. pidharlihcor*. 14. 
hinter zoasouuara fehlt die glosse Natabat. Souuam.* 23. framahha.* 
27. hquelando.* 36. zoahqhemane. — 149% 1. zoahangane.* 3. 
zoacam.* 4. ingä.* 5. incchoo; das zweite o von zweiter hand?* 
15. tecuiD.* 29. q:od. — 149'', \. coÜiAzaiian corrigiert am - am. 
3. foruuorphan.* 17. zimprot.* 26. adsum:::t. 31. suntaruuinda; 
(^osiaw/'rasMr.— 151% 10. khiinni. 21. himilicu.* — 151% 14. 
inpugnacione.* 15. abriziim.* 29. reualacio.* — 152% 16. st:arc; 
r ausradiert. — 153% 15. baccum.* 32. bella% das nhergeschriebene 
a von zweiter hand. 33. inimicicia; das zweite i unter der zeile nach- 
getragen. 34. pika: an. — 153'', 13. uuinit. 21. fjrmi:dandi. 30. 
hd* scaffo c hd* conditor; die beiden hd {d. h. liic deest) beziehen 
sich natürlich auf die Umstellung der icorte scaffo und conditor. — 
154% 3. eddo*. 23. kinozsamot.* 36. coniiga::te; ga ausradiert. 

— 155% 9. eher irskithan* als irskidian. 13. tests cundeo.* — 
155% 34. lutumhoro.* — 156% l. anthezza.* 27. sclit.'* — 156% 
6 ff. könnte man ebensogut uuertlih,* uuerthunga,* uuertlihoston* 
lesen; es kommen zwar sonst verschlungene rt in der hs. nicht vor, 
aber es ist doch ein deutlicher unterschied zwischen diesen rt und den 

h 

gewöhnlichen st, s. 6. in uuertlihoston, wahrzunehmen. 12. diilti daco.* 
17. celsa". 31. uana umpi auf rasur von erster hand. — 157% 33. 
uestiparn.* — 157'', 12. cenubium — kisamanunga sind am rande 
von erster hand nachgetragen. 21. chataplum.* — 158", 7. kimah- 
chondi; über dem di steht ti.* 23. conllectus.* — 158% 2. lan- 
puuuo". 10. euidentur.* 19. irtrokheinet; X ausradiert. 24. c:ulpat. 

— 160% 23. oparoston.* 25. charkella. 36. scauuonti.* — 160% 
5. kisigibd.* 7. spelndor. — 161", 9. syplms*; der linlie schenket 
des y ist oben zu einem kreifse zusammengekrümmt. 31. uuorfindi. 

— 162% 3. coinqiiinator.* \b. zisMan* (deutlich so). 22. kitoat.* 
24. kis : critant ; t ausradiert. 31. curtiinam.* — 162"', 27. forlaz- 
zit; das erste z durch rasur halb getilgt. — 163", 14. kientomes.* 

fa er'' 

20. ps:eudo. 27. pihandi.* 31. drizog.* 34. grekiskun.* — 
163% 4.flega.* — 164% 14. kiuuiso.* 28. küeiddit. — 164% 34. 
aaz.* — 165\ 17. kiscei|it. 30. keintun:::ca. 35. doctrin^.* — 
165^ 35. ziseithii. — 166% 8. decrepitus n kiproh.* 11. urmot. 

— 167", 26. diliciunt.* 29. disinire.* 30. irfleohhan.* 33. de- 



122 ZUM VOCABULARIUS SANCTI GALU 

mentibus. — 167^ 15. ziolitlosit^). 32. distituetuf 3). — 169', 
4. emiga piüuebet. 7. irsliufpi:t; n ausradiert. 14. emmus.* 33. 
princip'um. — 169^ 18. thuruhstantentem.* — 170\ 7. kithüin.* 
25. farinkun.* — 170'', 19. attinuatus.* — 171% 2. iruualzen 
corrigiert ans -an. 18. zaiihit.* 25. kiuftit verhefsert aus -ut. — 
171'*, 3. einmari {nicht abgekürzt; das a ist wie sehr gewöhnlich auf 
das r aufgesetzt; dasselbe gilt von den anmerkungen zu s. 158* und 
181.* 31.freisa.* 35. ubirikänt.* — 172% 25. thannan. — 172% 
34. argemtuum; silpar.* 36. incoctum.* — 173% 14. kahorit. 
32. vzzoht.* — 173% 19. kouimtheo. 28. ahslcoa. 34. firuuizi.* 

— lli^,W.ius:',t ausradiert. — 175% 2. suiiek'e.* 35. fanüu. 

— 175^ 3. suUa.* 9. fal|li'; fal von erster hand nachgetragen. 

24. oparondi.* 29. selesta. — 176% 4. folzuht.* 13. fiperandi. — 
176% 17. iiacebat unlhalod auf rasnr. 20. meritas. — 177% 10. 
fuducia.* 21.fremtfeinut. 29.pizzont.*— 178% 15.unkiuurtcke.* 
22. roadia.* 23. kilihhita.* 28. pailiho.* — 178% 29. hiufaülih. 

— 180% 1. siccamJna.* 21. finit endi vom rubricator geschrieben. 
Z2. hAusia; h nachgetragen. — 180'', 3. kirumo.* 12. scep'andi.* 
29. uuarmi; das a ist aus einem andern buchstaben gemacht, wie es 
scheint, aus u. — 181^ 30. -scinit aufrasur. — 182'', 8. kikhüthit.* 
14. sakem ; der erste strich des m ist getilgt. — 183% 24. irri : hhitha. 

25. meri.* 26. daz ist erist ist; das erste ist halb ausradiert. — 
183'', 31. tranchO.* — 184% 15. inercia.* 17. es bleibt doch nichts 

■ h 

Übrig als lihtlih* zu lesen. 21. pizuhit. 23. anahnekendi.* 27. 
peminit.* 32. insuperpire.* — 185^ 16. pitulonti.* — 186% 11. 
otmodit sicher. 14. edi.* 29. sohhit.* — 186\ 26. :::iu; iam 
ausradiert. 29. statimit vom zweiten strich des m an auf rasur. — 
187% 11. iniiillant. 18. deducrnt. — 187^ 10. feJhhanum (deut- 
lich so). 12. pizkiuzzit.* 18. anastephit.* — 188% 5. ioh. loh.* 
9. kl.* 19. hluttaret* — 188% 13. lihhenta.* — 189% 1. kiskeita.* 
9. kherziun.* 18. ahtnefsi.* 19. circumuenciones.* — 190% 32. 
zi nuuuihti ki:::uuorfa 11 ; tan atfsrarfj'er?. — 191% 11. ruh. cipse. 

— 191'', 2. maurius. 9. marsubiö. — 192% 9. sü.* 10. marticus 
marcus.* 27. libtas.* — 192'', 1. kique:tan. 4. iiuostö. 10. 
souulihhes.* 12. roheo.* 23. contentus.* 28. wahrscheinlicher 

ki 

hervsto. — 193% 1. kiteporod.* 23. mite sin. 29. suuazzi.* — 
*) zisolit L. ') distituetuf L. 



UND DEN GLOSSAE KERONIS. 123 

194*, 20. manom.* — 194\ 11. kri'st. — 195% 6. proelio.* 9. 
prossus (?). 27. zu an fang der s. 203 der hs. ist eine zeile frei ge- 
lafsen. 35. nisam.* — i/^b^, 10. neohl', e aus \ gemacht. — 196", 

17. nime. — 197% 1. plurim.* 18. ähho.* 22. ncirpchumes 
scheint in firpr. corrigiert zu sein. — 197^ 1. nocturnus wie oben 
140^ 18. abgekürzt.* 2. corb;.* 34. opfar.* — 199% 1. olera.* 
2. olor'. 10. finies.* — 199% 16. inpedimtis.* — 200% 20. gre- 
gum.* — 200^ 3. nuskilahhanMj«el40% 18.* 8.uuidi.* 28. bara- 
bula.* — 201% 29. puplicanus loie 140% 18.* — 20P, 4. 
knetkiperandi.* 5. puerum, abgekürzt wie 140% 18;* vgl. z. b. 
ebenso nimirum 202% 27. j7. eto. 8. kiporan; das zweite c des a 
(cc) ist zu einem o zusammengeflofsen. 18. pihilippus.* 28. am 
untern rande von s. 228 der hs. steht in dnö. — 202"', 1. queastuarii.* 
38.samodicii.* — 203% lO.quorumdam.* 13.for. 21.huuelihheru 
mahdi; heru auf rasur für mahdi. — 204% 7. taket.* 10. ki- 
hrortora.* — 204^ 6. reciuu.* 14. kiflüdic* — 205% 17. reliqa.* 
36. rete.* — 206% 17. säri.* 31. deßnifid.* 32. deiudic : auit ; 
j ausradiert. — 206\ 4. propositi probarac*). 7. qi*. — 207% 
13. unpipitan.* 37. secta;* der zweite strich des a war nach rechts 
verlängert, diese f Ortsetzung aber ist durch zwei puncte getilgt. — 
207% 30. sinelencium.* — 208% 5. expremit. 13. iimaghe. 30. 
sopires. — 208^ 14. kimahit.* 19. solemni.* ZA. das zweite so\um 
abgekürzt wie 140^ 18. — 209% 19.afporo.* — 209% 29. suscepit.* 
— 210%6.scörumtütel40%18.* 28. spectä'lum.* — 210^ 4. scop- 
steuon* {oder scopsteumi). — 211% 9. spannus tü?e 140'', 18.* 

18. titillat (sic!)^). — 21 1^ 9. istar e nüm«). 24. salus wie 140\ 
18.* — 26. ägnus [wie 140^ 18) ustia. 27. subprimis wie U0\ 
18.* — 212% 12. h^cgepugi.* 19. p-,trema.* 31. kitinit. — 
212% 10. unhreioi.* 17. foranhtendi.* — 213% 14. triduuin. 
17. ditanJa,* corrigiert aus ditama {ebenso z. b. 214% 18. firnJmit 
aus firmmit). — 213'', 2. suozzitha; s aus z verbefsert. 15. 
tym:phanis; p ausradiert. 16. cütriarus wie 140^ 18, 19. 3dem.* 
33. sriibhi. — 214% 1. uuizziftheroO. 14. edhomil.* 17. fir- 
nemti.* — 215% 6. zuifalt* 11. unus loie 140% 18.* 12. punto.* 
33. ullulatio. — 215% 9. ueinerat. 1 7. uectitilia. 28. laupet. zent, 
nt verschlungen; vgl. Ra. laubazzent und das nt der gl. K. aufHatte- 

*) probarta L. ») trollad L. *) istaf e nu'm L. ') uuizzi. nthero L. 



124 ZUM VOCABULARIUS SANCTI GALLI 

mers facsimile z. b. in consummant, kinemant. — 216", 17. 
liruuJhslit.* — 216", 30. accharum wie 140", 18.* — 217", 1. 
ulxirit. — 217", 12. inkikund. 35. uniiis ivie 140", 18. — 218", 

i 

9. uuihirmrieus. 

Alle verbefserungen u. dgl. fallen, wenn nicht ausdriicMick das 
gegentheil bemerkt ist, der ersten liand zu. wo in der Jis. ein biich- 
stabe durch einen oder mehrere puncte getilgt wird, habe ich dies 
überall nur durch einen pnrtct angedeutet, von Hattemers angaben 
der seitenanfunge der hs. sind folgende zu berichtigen: ]). 13 beginnt 
mit edho unchiindi.* 17. fartribit.* 27. aboh.* 29. zoasouuam.* 
30. zoiuieot.* 32. cothazattan.* 33. hrinit.* 34. ilante.* 39. capilli.* 
41. armilustrium.* 43. unkithiuti.* 44. saxi candidi.* 46. scirmeo.* 
50. follazuht.* 53. 1 siimmitas.* 54. pihauuuam.* 55. susceptus.* 
56. scirmuuafan.* 58. in quei.* 61. confusa.* 64. unmezlihhem.* 
67. siue arbores.* 69. cantale. 73. occidimtur.* 74. serui militum.* 
75.prinnit.* 76.pihabet.* 79. prusten.* 83. kepant.* 87.prahton.* 
91. edho sunteod.* 98. pilistinondi.* 100. herizohon.* 103. ufchun- 
nit.* 107. 1 repente.* 112. irpitit* 116. perspicue.* 117. in 
anthareru.* 119. aperire.* 120. hiimerale.* 121. ra|chond.* 
126. famulus.* 129. fon imu.* 133. ofto.* 134. repensatio.* 
136. irmoade.* 137. teorlih|hosta.* 138. kidriuuidha.* 142. 
strenken.* 143. non aliter.* 147. khacrefdic* 148. dei mei."* 
149. l paiiper.* 154. edho suuelgari.* 160. firspentod.* 162. ana 
hart.* 164. chuuetan.* 170. in forn.* 173. irsuuelhan.* 175. lir- 
lazzit.* 177. irlosari.* 180. euue kepandi.* 189. manna quod.* 
193. teil uuafannes.* 194. 1 temptatio.* 197. kimundit.* 198. edho 
temparunka.* 199. mihhalilha.* 202. piiuntan.* 211.niangustemes. 
213. skiero.* 219. urpohhi.* 221. pitit.* 223. inreuocabilis.* 
224. tranc* 228. etho mit diu knehd.* 229. khnehtperan.* 231. 
frakunka.* 240. irhludit.* 243. felisa.* 244. edho akhara.* 246. 
edho sniumi.* 247. kilzza.* 248. unpipitan.* 257. kiporaniu.* 
260. kistriuni.* 26l.fe]isom.* 262. edho kiuuirkhitha.* 263. daz 
ift ein kant plates.* 265. anascauuunka.* 266. in anthra.* 268. 
pismizan.* 273. stiihhi.* 278. uuizinunc* 279. uurzari.* 282. 
scuten.* 286. rehthari.* 

Zum schliifs will ich noch bemerken , dafs auch die glossen 'der 
hs. 9., welche ich loegen der kürze der mir zugemefsenen zeit nur 
flüchtig eijisehen konnte , bei Halt. I. 232 ff. sehr fehlerhaft wieder- 



UND DEN GLOSSAE KERONIS. 125 

gegeben sind; es fehlt z. b. s. 277. die glosse: Pilos in albiim mutatos 
colorem ut grint tacit, s. 189. mufs es heifsen lebeleia, s. 273. 
slenchida, s. 276. nahtigalah, s. 295. steJniia u. dgl. 

Leipzig. E. SIEVERS. 



ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS TON AUE. 

Die lyrischen gedichte Hartmanns sind uns fast ausschliefslich 
durch die alten liederhandschriften überliefert, vollständig allein 
durch C mit 60 Strophen-, B giebt 28, A nur 10. und auch in der 
reihenfolge der einzelnen gedichte zeigt sich A vollkommen 
unabhängig von den beiden andern Sammlungen, denn während 
diese von B C 1 bis B 28, C 32 mit einigen näher zu bezeichnenden 
ab weichungen parallel laufen, erscheinen in A die zwei gedichte, 
welche diese handschrift mit der genannten reihe gemein hat, um- 
gestellt und voran geht ihnen ein lied , welches C erst in seinem 
selbständigen theile, also nach C 32 bringt. 

Betrachten wir erst die reihe BC. sie zeigt eine nath bei 
B 18, C 22, wo ein sechsstrophiges lied beginnt (MSF. 318 IL), 
das seines Stils wie seiner geringen beglaubigung wegen — E weist 
es Reinmar, m Walther zu — für unecht gehalten werden mufs. 
es mag auf der letzten seite des BC voriiegenden liederbuches ein- 
getragen worden sein, bis dorthin zeigt die Überlieferung folgende 
gestalt: 



A7 
10 



Bl 


Cl 


MSF*205,1*) 


2 


2 


205,10 




3 


206,10 




4 


206,1 


3 


5 


*208,8 


4 


6 


207,11 


5 


7 


207,35 




8 


208,32 


6 


9 


207,23 


9 


10 


208,20 




11 


*205,19 


7 


12 


*209,5 


8 


13 


209,15 



*) Mit eiüem steru siud die liedaiifäiige bezeichnet. 



126 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 



4 


12 


14 


*206,19 


5 


11 


15 


206,29 


6 


10, 


16 


207,1 




13 


17 


*209,25 




14 


18 


209,37 




15 


19 


210,11 




16 


20 


210,23 




17 


21 


*2 11,20 



Die entstehung dieser ersten reihe kann man sicli so vor- 
stellen, die einzigen zwei unter diesen fünf liedern, welche in 
einem vom dichter beabsichtigten und ausgesprochenen zusam- 
menhange stehen, sind 206,19 (drei Strophen) und 207,11 (fünf 
Strophen), und wil ir iemer leben schliefst die erste Strophe von 
206,19, Ich sprach ich]ioolte ir iemer leben beginnt 207,11. wir 
können es deshalb für keinen zufall ansehen , wenn die hs. A aus 
dieser ganzen reihe nur diese zwei gedichte und zwar in der natür- 
lichen folge bietet, so dafs jenes auf w^elches das andre sich beruft, 
diesem vorangeht. 206,19 ist A 4. 5. 6., 207,11 A 7. 8. 9. 10. 
was in A vorhergeht 1. 2. 3. ist gleich C 42. 43. 44. davon später, 
die incidenz der zwei umstände der Zusammengehörigkeit der er- 
wähnten zwei gedichte und ihres isolierten Vorkommens in A fordert 
zu dem versuche auf von hier aus die entstehung der reihen B 
1—17, C 1—21 zu begreifen. 

Zuerst von dem liede 207,11. es ist noth wendig voranzu- 
schicken dafs Haupts anordnung der Strophen dieses tons sich als 
die allein richtige nachweisen läfst. 207,11 ist deutlich genug als 
eingangsstrophe; die drei 207,35. 208,8. 208,20 sind in dieser 
folge durch innere bezüge zusammengehalten: 208,8 nimmt den 
gedanken der in den letzten vier versen der vorhergehenden Strophe 
ausgesprochen worden, in negativer form auf, während 208,20 die 
jähre für dennoch unverloren erklärt, welche der dichter 208,13 
zu beklagen schien, die Stellung von 207,23 zwischen 207,11 
und 207,35 kann nun nicht mehr zweifelhaft erscheinen, da man 
die Strophe sonst an den schlufs versetzen müste, was des sinnes 
wegen nicht geht. 207,23 ist der dichter traurig, aber resigniert 
und will sich auf keine unedle weise rächen; das kann unmöglich 
mehr gesagt werden nach Strophe 208,20, in welcher der wünsch 
nach Versöhnung mit der geliebten, nach herstellung des früheren 
Verhältnisses ausgesprochen worden war. 208,32 ist eine pahnodie 



ÜBER DIE LIEDER HARTMNNS VON AUE. 127 

die sich eigentlich nur auf die erste Strophe des liedes bezieht und 
dadurch es glaublich macht dafs diese einmal eine abgesonderte 
existenz geführt habe. *) zu bezweifeln aber dafs die eingangsstrophe 
würklich mit den übrigen zu verbinden sei, ist kein grund. dafs 
der Übergang des gedankens von der ersten auf die zweite strophe 
ein harter und durch keine conjunction gemilderter ist braucht 
nicht aufzufallen, vgl.z.b. das letzte gedieht des von Hausen 54,28, 
wo auf ich entars in niht gewem unmittelbar folgt Ich wil tuon den 
iDillen sin. 

Die hs. A hat nun die zwei ersten Strophen, dann die letzte und 
die palinodie: alles in richtiger Ordnung, nur die zwei Strophen 
207,35. 208,8 fehlen, dies kann nicht die gestalt gewesen sein, in 
welcher die vorläge von BC das lied ihren beiden sprofsen ver- 
mittelte: denn diese vorläge hatte, wie B nachweist, die palinodie 
noch gar nicht und die schlufsstrophe 208,20, welche sie allerdings 
besefsen haben mag, war noch nicht als zu unserem liede gehörig 
erkannt worden, wie ebenfalls aus B ersichtüch, in welcher hs. 
208,20 nach dem zweistrophigen liede 209,5. 209,15 folgt, und 
wie kaum zweifelhaft scheint , waren es die w orte 208,20 7nir sint 
diu jdr vil unverlorn in welchen der ordner einen bezug auf die 
erste strophe des üedes 209,5 zu finden glaubte, eine art palinodie, 
welche der strophe hier ihren unberechtigten platz anwiesen. 
Aufserdem muste auch schon in der vorläge von BC die erste 
Strophe unsers gedichtes mit jenen beiden in A fehlenden umgeben 
worden sein und zwar in der Ordnung dafs als erste strophe des 
gedichts nun 208,8 erschien; dann kam die würklich erste 207,11, 
dann nicht die zweite sondern 207,35. bevor die vorläge von BC 
diese der natürlichen Ordnung zuwider laufende gestalt bekam, 

*) man sieht dies auch aus den verschiedenen Voraussetzungen der ersten 
und der strophe 208,20. in dieser wünschte er nur wan müese ich ir als e ze 
vrowen Jehen. hier ist es also bereits so weit dafs die dame nicht mehr als 
aeiae frowe gilt oder gelten will, während in der ersten strophe der dichter 
erklärt seinen dienst aufgeben zu wollen, möglich aber ist immerhin und die 
Überlieferung spricht dafür dafs der dichter die folgenden Strophen bis 208,31 
hinzugedichtet hat in der absieht die zu unumwundenen äufserungen der 
Strophe 207,11 zu mildern, was allerdings befser durch den vollständigen 
widerruf, die vereinzelte strophe 208,32 geschah, die Stellung der Strophen 
aber kann nur die sein dafs nach der absage 207,11 jene auch durch die hss. 
mit ihr verbundenen andern folgen die mit ihr in einem liede gestanden haben 
können, dann die verelBzelte palinodie. 



128 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

muste die Überlieferung, wenn wir nicht einen unerklärlichen Zu- 
fall walten lafsen, nur die erste und zweite Strophe des liedes ge- 
boten haben, denen dann, da nach ihnen kein räum frei war, die 
zwei folgenden an die seite geschrieben wurden, nach den dar- 
gelegten änderungen, welche die vorläge BC erlitt ist dann die er- 
gänzende und ordnende band von C zu bemerken, welche die pa- 
linodie einträgt, allerdings am unrechten platze nach 207,35, dafür 
aber die letzte strophe an den gebührenden ort stellt, also die 
Überlieferung BC kannte ursprünglich nur die zwei ersten Strophen 
des liedes 207,11, A kann immerhin die vier Strophen aus seiner 
vorläge abgeschrieben haben. 

Das zweite der beiden in rede stehenden lieder 206,19 (drei 
Strophen), zeigt in der Überlieferung zwei besonderheiten. einmal 
steht es nur in A am richtigen platze vor dem andern Hede, wäh- 
rend es in BC nach dem liede 209,5 folgt, ferner ist die Strophen- 
folge in B die umgekehrte, beides erklärt sich aus demselben 
gründe. 206,19, das ursprüngUch wie in A auch in einer mittel- 
baren vorläge von BC vor lied 207,11 gestanden, sollte in noch 
sichtbareren zusammenbang gebracht werden dadurch dafs sogleich 
auf ivil ir iemer leben das Ich sprach ich loolte ir iemer leben folgte, 
diesen zweck erreichte man durch Umsetzung der Strophen, die- 
selbe erhielt sich in B, während C das rechte wieder herstellte, 
auch hier war A befser berathen. die Umstellung aber hatte natür- 
lich nur dann einen sinn, wenn das hed 207,11 würkHch mit seiner 
ersten Strophe Ich sprach ich wolte ir iemer leben anfängt, da dies 
in BC nicht mehr der fall ist, B aber noch die Umstellung der 
Strophen in 206,19 zeigt so ist anzunehmen dafs sie zu einer zeit 
vor sich gegangen, in der das lied 207,11 nur durch die ersten zwei" 
Strophen vertreten war und zu vermuthen dafs die lösung jenes 
Zusammenhangs durch die der ersten strophe von 207,11 vorge- 
setzte andre 208,8 sowie das bestreben einen neuen Zusammen- 
hang herzustellen einen redactor von B C bevvog das erste lied an 
das ende seiner Sammlung nach B 9, C 13 zu setzen, zunächst noch 
in umgekehrter Ordnung die dann C corrigierte. 

Die fortsetzung der Sammlung durch andre Hartmannsche 
lieder geht nun in B C von unserm liede an ihren ungestörten weg. 
an die stelle des von seinem platze vertriebenen 206,19 trat in 
BC ein anderes lied, das A nicht hat, 205,1 und zwar zunächst 
d. h. noch in der vorläge von B C nur mit den zwei ersten Strophen. 



ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 129 

und wir sehen auch gleich den grund dieser erselzung. der schlufs 
der zweiten Strophe dieses liedes bringt denselben gedanken, 
welcher auch in der bei BC der ersten des liedes 207,11 voraus- 
gehenden Strophe 208,8 ausgesprochen wird : ob ich mit sirmen niht 
gedienen kan, dd 6m ich alter seine schuldec an = daz mir dd nie 
gelanc, des habe ich selbe undanc: düht ich sis wert, si hete mir gelönet 
baz. der angewandte gesichtspunct wird noch empfohlen durch 
einen besondern Vorgang in C. diese hs. giebt allein alle Strophen 
des tones 205,1, aber nicht in der richtigen folge, die dritte Strophe 
nämhch 205,19 nach 208,20, als ob sie zum ton 207,11 gehörte; 
die stelle ist erklärlich durch die nahe Verwandtschaft der gedanken 
zwischen der strophe 205,19 und zweier, allerdings nicht der 
letzten des liedes 207,11, in denen sich auch der dichter selbst 
seiner gehebten gegenüber die schuld beimifst (207,35. 208,8). 
die vierte letzte strophe aber 206,1 und die selbständige 206,10 
sind nicht in der natürlichen folge in G nach der ersten und zweiten 
Strophe eingefügt, sondern umgekehrt, durch diese umkehrung 
wird wieder erreicht was durch die unveränderte Stellung vielleicht 
verdunkelt worden wäre, eine deuthche Verbindung durch wieder- 
aufnähme desselben gedankens. es schliefst so das erste Hed 205,1 
mit michn sieht niht anders wan min selbes swert und darauf folgt 
die Strophe 208,8 des Hedes 207,5 , deren verse wir oben gelesen 
haben: daz mir dd nie gelanc, des habe ich selbe undanc u. s.w. 

Es ist nun ersichtlich warum ich nicht mit Wilmanns (zschr. 
14,150) wegen der Stellung von B 9 von da ab einen nachtrag in 
der vorläge von BC vermuthe: weil sich in diesem falle wie in dem 
sehr ähnhchen C 1 1 ein Zusammenhang des sinns mit dem voraus- 
gehenden zeigte, von Schreibern wurden Strophen nachgetragen, 
sie kümmerten sich weder um melodie noch um metrum wie sie 
ja beides nicht darzustellen hatten, wenigstens nicht mehr in dieser 
zeit, einzelne gedanken konnten genügen um einer strophe, die 
nach ihrer Überzeugung dem voriiegenden üede fehlte, den richtigen, 
oft aber auch einen falschen platz anzuweisen. 

Betrachten wir nun was aus der besprochenen reihe sich für 
die beschafl'enheit des zu gründe liegenden liebesverhältnisses 
schüefsen lafse. der dichter ist im dienst einer dame 208,1. 13. 
25, sie ist seine vroMje 205,14. 19. 206,2. 209,5.18. ümnr209,18 
ist nicht prägnant als 'geliebte' zu fafsen da es dem vient gegen- 
über steht, er klagt dafs sie ihm nicht lohne 207,23. 208,3. 22, 
Z. f. D. A. neue folge III. 9 



130 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

dafs er haz für liebe finde 208,15, dafs ihm nie getane 208,16, dafs 
er tröstes dne ist 209,8, dafs während der ganzen zeit seines dien- 
stes ihm die tage lang geworden 209,12. 207,4. etvvas andres sagt 
auch das lied 205,1 nicht: seine beständigkeit bringe ihm wenig 
freude 205,5; die dame ^begehre seiner nicht 205,14; sein dienst 
gehe ihr nicht zu herzen 205,19, sie meide ihn 205,25. ja selbst 
der ausdruck 206,16 mir hat ein loip gendde widerseit braucht nicht 
auf einen plötzlichen bruch hinzudeuten; so kann sich auch jemand 
ausdrücken, gegen den seine geliebte sich schon längere zeit spröde 
erweist, auch was der dichter über die Ursache ihrer härte angiebt, 
sein Wandel 205,12. 24. 206,3 und wmn 205,16, also seine fehler 
als anhaftende eigenschaften und seine thorheit, dann sein unwerth 
206,8. 208,18 stimmt mit dieser auffafsung. wenn er würklich 
sich vergangen hätte durch untreue oder indiscretion und dabei 
wie hier das Verhältnis doch fortzusetzen wünschte, so würde er 
sein verschulden wohl nicht zugeben und sich schw^erHch so aus- 
drücken wie in den vv. 205,19. 23. 25 fT. 206,1 ff. 207,35 ff. an 
der letzten stelle spricht er sich ausdrücklich untreue ab, aber nicht 
in der form einer Verantwortung gegen erhobenen Vorwurf, sondern 
zur begründung des in der vorigen Strophe ausgesprochenen ge- 
dankens, er werde trotz der härte seiner dame sich an ihr nicht 
rächen, sondern fortfahren an ihrem wohl und wehe herzlichen an- 
theil zu nehmen, der tod des herrn mag dann hinzugekommen 
sein um dem dichter das Verhältnis ganz zu verleiden und ihn zur 
kreuznahme zu bewegen, in den kreuzliedern zeigt er sich be- 
kanntlich von der weit ganz losgelöst. 

Eigenthümlich sind allen liebesliedern dieser reihe liindeu- 
tungen auf die lange dauer des Verhältnisses: von kinde will er 
ihr gedient haben, von je her. der ausdruck 206,18 sU der 
stunt deich nfem Stabe reit zeigt, wie der dichter von kinde in der- 
selben Strophe 206,12 verstanden wifsen wollte, dafs dies aber 
nicht blofs für diese einzeln stehende Strophe gilt , lehrt die erwä- 
gung dafs das ihr vorangehende lied 205,1 , im gleichen metrum, 
beinahe dieselben gedanken und empfindungen zeigt wie das hed 
207,11, welches wieder ausdrücklich einen gedanken des liedes 
206,19 in derselben form aufnimmt, die allgemeinern ausdrücke 
205,7 langen wdn, 207,24 vil gedienet, 208,9 ie manic jdr, 208,32 
dd her, 206,26 ie, 201, A die swcuren tage sint alze lanc müfsen 
also auch in" dem erwähnten sinne verstanden werden, die eben- 



ÜBER DIE LIEDER HARTiMANNS VON AUE. 131 

falls die länge des dienstes beklagende erste Strophe des liedes 209,5 
wird man deshalb nicht anders fafsen dürfen, wenn nun die Vor- 
aussetzung eines von je her bestehenden liebesverhältnisses in allen 
hebesliedern einer durch die überheferung angedeuteten reihe 
wiederkehrt, so mufs man versucht sein , andere lieder anderer 
gruppen, in denen etwa der ausdruck von kinde oder auch allge- 
meinere wieder vorkommen mit unsern in beziehung zu bringen. 

Nach dem unechten, das auf die letzte seite des ersten 
liederbuches mag geschrieben worden sein, geben BC nunmehr 
zwei Ueder gemeinschaftlich: 211,27 (drei Strophen B 23. 24. 25, 
C 27. 28. 29) und 212,13 (drei Strophen B 26. 27. 28, C 30. 31. 
32). in dem ersten dieser lieder klagt sich der dichter der unstcete 
an, wodurch er ein stcetez toip verloren habe, diu bdt mir alse 
schoenen gruoz daz si mir erougte liehen wdn 211,38; als sie aber 
seinen wankelmuth erkannte, da entzog sie ihm ihre gnade, aber 
das gereicht ihm zum glücke, er ist nun eitier stceten undertän, an 
der er seine beständigkeit beweisen will, hier fehlt der hinweis 
auf die kindheit und sehr auffällig wäre der gegensatz der gesin- 
nung, wenn das hier gebrochene liebes Verhältnis jenes aus der ersten 
reihe bekannte sein sollte, statt der schmerzhchen und reuigen 
resignation der gedichte 205,1. 207,11 ergiebt sich hier der dichter 
sehr gleichmüthig in sein Schicksal, ja leitet noch daraus den vor- 
theil ab, nun in einer neuen liebe sich als beständig erweisen zu 
können, aber auch der Vorwurf der mistcete, den er sich ausdrück- 
lich macht, passt nicht auf jenes uns bekannte Hebesverhältnis, 
nichts gab dort anlafs, an eine besondere einzelne vergehung der 
geliebten gegenüber zu denken, auch hat dort der tod seines herrn 
die trübe Stimmung nach lösung des liebesverhältnisses festgehalten 
und gesteigert , während wir ihn hier unmittelbar vom verlust zu 
neuer Hebeshoffnung sich bewegen sehen, er ist bereits einer an- 
dern dame unterthan. 

Das zweite lied 212,13 ist eine mahnung des entfernten an die 
geliebte : 'sie möge ihm seine abwesenheit, deren Ursache ihr ja be- 
kannt sei, nicht bei seiner rückkehr entgelten lafsen. durch Unge- 
duld beweise man seine liebe nicht; vielmehr möge sie die gebotene 
gelegenheit benutzen und ihre beständigkeit während seiner ent- 
fernung bewähren; auch woHe er, wenn sie ihn bei seiner rück- 
kunft freundlich begrüfse, ihr um so eifriger dienen, aber freilich 

frauen solle man nur Schmeicheleien sagen: da gehe es jenen 

9* 



132 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

schlimm, die zu getreu seien um zu lügen . auch hier keine anspie- 
lung auf den langen hestand des liehesverhältnisses; die Voraus- 
setzung ist dafs das gute einvernehmen beider Hebenden bedroht 
sei durch die lang andauernde abvvesenheit des dichters, welche 
von der dame nicht so aufgefafst wird wie dieser es wünschte, 
was ist das für eine ab Wesenheit? ich glaube, an eine kreuzfahrt 
ist nicht zu denken. 212,18 daz si vil wol wesse war umb ich si 
meit und der gedanke 212,27 — wenn sie ihn bei der rückkunft 
nicht wie er im eingang fürchtet, schlecht, sondern gut empfängt, 
so wird er ihr das lohnen — wären unter der Voraussetzung eines 
kreuzzuges sehr unpassend, aber 212,21 ff. ist dunkel, was soll 
das heifsen was die ersten drei verse zu sagen scheinen? 'es giebt 
niemanden, der seinen geliebten so häufig sieht dafs er nicht un- 
willkürlich an ihn denken müste, oder dafs er sich erwehren könnte 
an ihn zu denken, das ist kein zeichen von besonders tiefer liebes- 
empfindung.' also man sollte meinen der häufige anblick der ge- 
liebten person werde schmerzliche Sehnsucht in den kurzen Zwi- 
schenräumen von einem besuche zum andern nicht aufkommen 
lafsen. nur schmerzliche Sehnsucht; denn nur diese konnte ja häu- 
figer besuch hintanhalten, nicht aber freundliche erinnerung oder 
treue, die ja vielmehr durch denselben genährt werden muste. 
dem ist aber nicht so, sagt der dichter, sondern die schmerzliche 
Sehnsucht stellt sich dennoch ein. unwillkürlich ergänzt man von 
hier aus den gedanken: 'wenn du mich aber öfter sehen willst als 
du mich siehst und dies erreichst, so wirst du deiner quälenden 
gedanken in der zeit meiner ab Wesenheit doch nicht los. also be- 
scheide dich u. s. vv.' statt dessen lesen wir ohne Variante 212,23 
daz erzeiget herzeclicher liebe niht. man darf sich nicht verleiten 
lafsen etwa phliht zu conjicieren, denn der vers hat seine antithese 
in dem folgenden: so ist unser sumellcher beiten alze (alse?) lanc 
daz ein wip ir stcete an uns erzeigen mac. also Sehnsucht ist kein 
zeichen wahrer liebe, wohl aber treue oder auch nur freundliche 
erinnerung bei langer abwesenheit des geliebten ein beweis der 
stcete. — der dichter mag durch das sunder sinen danc, welches mit 
der unwillkürlichkeit auch das verdienstlose der Sehnsucht zu be- 
zeichnen scheint, von seinem ursprünglichen gedanken abgelenkt 
worden sein, wenn wir uns denselben aber in seiner oben ange- 
nommenen gestalt reconstruieren, so leuchtet ein, wie sehr dann 
unsere stelle gegen die Voraussetzung einer so lange dauernden 



ÜBER DIE LIEDER HÄRTMANNS VON AUE. 133 

ab Wesenheit als die eines kreuzzuges spricht; bei einer solchen 
konnte doch nur von der Sehnsucht nach dem wiedersehen über- 
haupt die rede sein , nicht von dem wünsche nach häufigerem be- 
suche, auch nnser sumelkher 212,24 geht nicht auf kämpf- oder 
reisegenofsen. der dichter stellt nur sich mit den andern münnern 
der gemeinsamkeit aller frauen gegenüber, die in dem me»?en212,21 
liegt, das lied ist eine etwas ironische Strafpredigt für die unge- 
duldige dame, die den ritter quält durch kaltsinn oder begünstigung 
andrer wenn er zu lange ausgeblieben, er mochte ein par meilen 
entfernt wohnen oder in der that zu längeren reisen veranlafst 
sein; jedesfalls wünscht er dafs sie in der Seltenheit seiner besuche 
eine rücksiebt für ihre interessen erblicke, dabei kann man aber 
einigen verdacht gegen die aufrichtigkeit seiner gesinnung nicht 
unterdrücken, vgl. besonders den ton der letzten Strophe. — nichts 
bezieht sich also auch in diesem Hede auf die liebe der ersten reihe: 
derart als herrn der Situation haben wir dort den dichter nicht kennen 
gelernt, nehmen wir an, es gehöre das lied in eine frühere zeit 
jenes Verhältnisses, dessen lösiing uns in dem voranstehenden ge- 
dichte erzählt wurde, das empfiehlt sich auch durch die nachbar- 
schaft der zwei Ueder in den hss. und die am schlufse beider vor- 
kommenden repetitionen und annominationen mit stcete und gcehe. 
Wenn man die folgenden nur in C stehenden Heder über- 
sieht — das einzige 214,34 bringt auch A — so scheinen die bei- 
den kreuzHeder zu anfang und am ende ihnen eine gewisse Selb- 
ständigkeit zu sichern als einer geschlofsenen reihe , einem lieder- 
buche, dem dann noch je ein Hed vorgesetzt oder am schlufse 
auf leer gebliebenen selten oder auf einzelnen blättern angehängt 
werden konnte; doch mufs diese Wahrscheinlichkeit einer stärkern 
weichen, nach dem kreuzHed 210,35, C 33. 34 folgt ein Hed 
212,37 C 35. 36. 37, in dem eine frau sich über ihren geHebten 
{friunde 213,3) beklagt, der zwar süfse worte zu sagen verstehe, 
aber falsch und treulos sei: andre frauen aber treffen befsere wähl, 
liest man das Hed nach 212,13, von dem es in der hs. nur durch 
die zwei Strophen des kreuzliedes getrennt ist, so erkennt man in 
ihm leicht die antwort der frau auf jene nicht sehr loyale er- 
mahnung des ritters an seine ungeduldige und mistrauische geHebte. 
es ist sehr hübsch, wie sie auf die letzte Strophe seines liedes, in 
der er so viel von seiner stCBte und ungeschminkten aufrichtigkeit 
gesprochen , einfällt Ob man mit lügen die sele nert, so weiz ich den 



134 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

der heihc ist, — : sin lip ist alse valschelös sam daz mer der finde. 
wenn sie dann von seinen süfsen Worten sagt dafs er ihrer so wis 
sei daz man si möhte schriben so passt das sehr gut auf den räson- 
nierenden vertrag und die schlufsannominationen des vorangehen- 
den liedes*). auch in 212,37 ist liebe von kinde nicht vorausgesetzt, 
ja vielleicht ausgeschlofgen, wenn man 213,12 der mir noch nietnen 
guoter tone auf liebesverhältnisse vor dem gegenwärtigen bezieht, 
diese ausschliefsung gälte dann, wenn 212,37 antwort auf 212,13 
ist, auch für dieses und befestigte somit den schon angenommenen 
Zusammenhang zwischen 212,13 und 211,27, jenem liede, aus dem 
wir erfalu'en dafs Hartmann durch untreue eine geliebte verloren, 
sich aber die sache nicht sehr zu herzen genommen habe, der Ver- 
lust sowohl als die Stimmung des dichters dabei scheint uns nach 
der analyse von 212,13. 212,37 sehr natürhch. 

Aber weiter gehen die lieder dieses Hebesverhältnisses, das wir 
das zweite nennen wollen nicht, gleich das folgende 213,29 C 38. 
39 hat den verdächtigen ausdruck dafs der dichter die dame 'alle 
seine tage hindurch' gepriesen habe, wir können demnach eine in 
B nicht vollständig erhaltene reihe annehmen von drei hebesUedern 
211,27. 212,13. 212,37, deren thatsächliche grundlage nicht die 
der ersten reihe sein kann, angehängt wäre diesen liedern ein 
kreuzhed 210,35 von gleichem metrum und gleicher gesinnung 
mit jenem der ersten reihe 209,25. dieses müste aber vielleicht 
nur durch falsche Stellung des blattes an den vorletzten platz ge- 
rathen sein, die liebeslieder nun unserer zweiten kleinen Samm- 
lung handeln wie die der ersten von dem bruche eines Hebesver- 
hältnisses und wie dort finden wir auch hier zwei gedichte, die sich 
auf einander beziehen. 

Es sind noch übrig die Strophen C 38 — ^60, 213,29 ff. wir 
werden an jedes einzelne Hed die frage zu richten haben , ob seine 
Voraussetzungen mit einem der zwei gefundenen liebesverhältnisse 
(I und 11) stimmen, oder ob ein drittes anzunehmen sei. 

213,29, C 38. 39 kann nicht auf H bezogen werden, da hier 
Hartmann seiner dame friunt 213,38 zu werden wünscht, was er 



*) der muthwille, sich selbst aus dem munde einer betrogenen geliebten 
seine sündeu ins gesiebt zu sagen entspränge dann derselben übermüthigen 
Stimmung, die in 212,13 den ^alk hinter der maske des weisen, nur vielleicht 
zu aufrichtigen freundes hervorblicken liefs. 



ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON ACE. 135 

dort 213,3 ist; und dafs wir nicht etwa an eine frühere 
periode dieses Verhältnisses denken , hindert der ausdruck 
213,31 der ich alle m'me tage gnotes jach und iemer gihe, durch 
welchen unserem liede sein platz vielmehr bei I und zwar na- 
türlich in einer periode zugewiesen würde, in der er noch nicht 
friunt war. 

214,12. C 40. 41 ein abschiedslied an freunde und geliebte 
vor einer reise, aber keiner kreuzfahrt, zu der der ausdruck ichn 
weiz oh si der sele iht frumt (= zweites büchl. 148) nicht passt. un- 
mittelbar gewährt dies gedieht keine anknüpfung an I oder II. 
da aber beinahe der ganze gedankeninhalt der beiden Strophen 
sich im zweiten büchlein wieder findet v. 121 ff. 145 ff., das 
zweite büchlein aber sonst dieselben Voraussetzungen zeigt, 
wie das weiter unten folgende lied 216,1, so wird die bestim- 
mung des letzterem zu gründe liegenden Verhältnisses auch für 
214,12 gelten. 

214,34, C 42. 43, A 1. 2 kann jedenfaUs nicht auf I bezogen 
werden, da die dame in ihrer antwort an den boten erklärt, den 
dichter selten gesehen zu haben , ihm ein vil vremedez loip zu sein, 
nichts hindert aber an II zu denken, hier wäre also die anknüpfung 
jener beziehungen, deren bruch die drei lieder der zweiten reihe 
zum inhalte hatten. A und C geben nun noch eine Strophe, die 
MSF. fehlt, A 3, C 44, Walther 123 E, s. Heder u. büchlein 17,13, 
Lachmann zu Walther 120,24. sie ist allerdings nicht mit den vor- 
angehenden zu einem Hede zu vereinigen, kann aber immerhin von 
Hartmann als selbständiges lied gedichtet sein, in der Strophe 
MSF. 215,5, A 2, C 43, Walther 122 E haben wir die überaus 
artige, wenn auch ablehnende antwort der dame gehört, darauf 
bezüglich sagt der dichter in späterer zeit Min erste rede dies ie 
vernan (dafs es die erste war, bezeugt 215,8. 10) dienpßenc si deiz 
mich duhte guot, später aber sei sie erkaltet, die allein in E und s 
als Walthersch folgende weitere Strophe Sicer giht daz minne sünde 
si u. s. \\. ist durch nichts als eine sehr allgemeine ähnlichkeit des 
sinnes mit der unsrigen verbunden und rührt von einem dichter 
her, der wegen seines versschlufses tet ich weder Walther noch 
Hartmann sein kann, der grund aber, aus welchem Lachmann 
Strophe A 3, C 44 Hartmann abzusprechen scheint, dafs Hartmann 
nur nach langem vocale m auf n reime, nicht auf kurzen, fällt weg 



136 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

durch Erec 3648 gewan:benan. wir gewännen also durch diese 
Strophe wieder einen beitrag zu II*). 

215,14, C 45. 46. 47 ist ein daktylischer jubel über erhörung. 
man braucht aber nicht an mehr zu denken als an seine aufnähme 
in den dienst, es gehört deutlich zu I (215,29 si was von kinde und 
miioz me sin min kr6ne)\ deshalb kann er natürlich immerhin den 
tag verherrlichen, an dem er sie zuerst gesehen 215,14. das schei- 
den 215,30 wird nicht auf eine bevorstehende reise zu deuten sein, 
sondern nur auf die trennung in den Zwischenräumen seiner be- 
suche; s. 215,22. 

Darauf folgt 216,1 C 48. 49. 50. 51 ein monolog der dame, 
in dem sie erklärt gegen den willen ihrer verwandten die winter- 
nächte in den armen ihres geliebten sich verkürzen zu wollen, ein 
entschlufs ebenso schmeichelhaft für den dichter als die compli- 
mente auf seinen geist, die er sich durch die dame II sagen läfst. 
der deuthche bezug auf 215,14 erlaubt es wohl auch dieses lied 
und somit auch 214,12 I zuzuweisen; vgl. nämhch zweites büch- 
lein 97. 157. 309. 314. 315. 363. 465. 576; s. oben über 214,12. 
216,29, C 52. 53. 54, jenes trotzige lied, in welchem Hart- 
mann sich von der hohen zur niedern minne wendet, er klagt er 
!iei von einer hohen dame ücerhes angesehen worden als er ihr seine 
liebe antrug, das passt weder auf II 215,5 noch auf I 215,22. 
wir werden eine dritte Werbung Hartmanns zu constatieren haben, 
wenn wir sie nicht eine vierte nennen wollen im binblick aiif jene 
stcete 212,9, der er nach dem bruch mit II nndertdn zu sein erklärt, 
möglich aber doch dafs die hochmüthige abweisung, über die er in 
unserm Hede klagt, ihm bei einer ersten annäherung an die erste 
oder jene dritte dame — an II ist nicht zu denken — zu theil ge- 
worden, doch scheint 216,29 von einem reifen manne gedichtet, 
nicht von einem jungen knappen, als den wir uns den bewerber 
des Verhältnisses I in dessen erster zeit werden zu denken haben, 
davon unten. 

217,14. C 55. 56. 57 folgt wieder der monolog einer dame; 
sie beklagt den verlust, ja wie es scheint den tod ihres geliebten: 
217,19 ich hdn verloren einen man, 21 7,23 nüpflege sin got derpfligt 



*) und zwar sind wir daun versucht die zweite strophe unsers liedes für 
jenen freundlichen ^/'wos zu halten, der dem dichter im beginn von II süfse 
hoffuungeii erregt habe 21 1,38. 



LBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 137 

sin baz dan ich; auch dafs gar nicht die rede ist von der möglich- 
keit eines widersehens, sie vielmehr bis zu ihrem tode sich nach 
ihm sehnen wird, spricht dafür dafs Hartmann — wie Heinrich 
von Morungen 189,29 — in weichmüthiger Stimmung sich habe 
vorstellen wollen wie man nach seinem tode um ihn klagen 
werde, die dame wird wohl I sein, da wir in II nichts von einer 
abwesenheit auf lange dauernder gefährlicher reise wifsen. die dort 
allerdings auch vorausgesetzte abwesenheit 212,13 wird nur von 
der dame schmerzlich empfunden, dazu kommt noch dafs unser lied 
jenem auf I bezüglichen scheideliede 214,12 entspricht, vgl. die 
ausdrücke 214,33 der guoten diu min schöne pßac und 217,22 dö 
ich s'm pflac, dö fröite er mich: nn pflege sin got, der pfligt sin baz 
dan ich. auch die anordnung in der hs. zeigt vielleicht noch eine 
spur der Zusammengehörigkeit beider heder. wenn wir das zusam- 
mengehörige Hederpar 215,14 und 216,1 durch a, das andre 
214,12 und 217,14 durch b, die übrigen gedichte aber, mögen sie 
auch I oder einer andern epoche angehören durch die fortlaufenden 
buchstaben c d e ... bezeichnen, so ergiebt die in C überlieferte 

Ordnung die reihe : c b d a~a e b f . diese thatsache kann erklärt 
werden durch die annähme, es seien die zwei liederpare auf je 
zwei doppelblätter derart geschrieben worden dafs man, viel- 
leicht um der abschrift gleich eine schützende decke zu geben, 
die äufseren seiten, also wenn man die blätter a und ß nennt, 
« fol. P und a fol. 2'', ebenso ß fol. 1^ und ß foh 2" leer ge- 
lafsen und nur die je zwei innern seiten benutzt habe, hier müste 
die aufzeichnung so vor sich gegangen sein dafs das hed 215,14 
die Seite a fol. 1'', das entsprechende 216,1 die seite a fol. 2" ge- 
füllt habe, und ebenso 214,12 auf ß fol. 1", 217,14 auf /? fol. 2" zu 
stehen gekommen sei, nun habe man das doppelblatt a in ß ein- 
gelegt, dadurch entstand ein halber quaternion, auf dem die zweite, 
vierte, fünfte und siebente seite beschrieben waren, auf die erste 
seite schrieb nun der sparsame besitzer das auch zu I gehörige lied 
213,29, auf die dritte das werbelied 214,34 aus II, auf die sechste 
das trotzige lied 216,29, in welchem Hartmann alle damen ver- 
schwört, vielleicht zu einem dritten hebesverhältnis gehörig, auf 
die letzte achte seite endlich das kreuzlied 218,5, das also auch hier 
wie im ersten und zweiten hederbuch den schlufs machte, aber die 
willkürUche durch keine erfahrung unterstützte annähme dafs wie 
in unsern ausgaben lyrischer dichter lieder verschiedener aus- 



138 ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 

dehnung von 24 und 28, von 22 und 30 versen auf je eine seite 
geschrieben worden seien, bleibt immer bedenklich. — gleichwohl 
mufs zugegeben werden dafs der als möglich angedeutete Vorgang 
wohl dazu dienen könnte, uns die entstehung des zweiten lieder- 
buches und der Vereinigung der drei gedichte in A begreiflich 
zu machen, die vorläge von A konnte ein doppelblatt gewesen 
sein, auf dessen innern seilen links 206,19, rechts das darauf be- 
zügliche 207,11 gestanden haben, die erste leer gebliebene aufsen- 
seite wäre dann später zur aufzeichnung des II augehörigen werbe- 
liedes benutzt worden, oder im zweiten liederbuch hätten sich ur- 
sprünglich die durch den Inhalt verknüpften 212,13 und 212,37 
so gegenüber gestanden; auf die aufsenseiten schrieb man später 
das lied 211,27, das den brach des zweiten Verhältnisses ankündigt 
und auf die vierte seite ein kreuzlied aus früherer zeit. 

Kehren wir wieder zu unserer dritten reihe zurück, aus der 
wir noch das kreuzlied 218,5 zu betrachten haben, es ist in Fran- 
ken nach dem tode Saladins (märz 1193) gedichtet und ganz von 
dem weltverachtenden geiste durchdrungen wie jene oben erwähnten 
209,25. 210,35, die H. nach dem bruche seines ersten hebesverhält- 
nisses gedichtet hatte, es mufs auch in jene zeit fallen, nur wie es 
scheint unmittelbar vor den aufbruch. 

Die Überlieferung der eben betrachteten reihe zeigt mithin 
dafs hier wie in den andern zwei liederbüchern von einem kern 
durch bezüge des inhalts verketteter lieder ausgegangen wurde, 
und zwar sahen wir immer liederpare; von da aus vergröfsert 
sich der bestand nach vorne, nach rückwärts oder durch einschübe: 
entweder werden lieder derselben epoche hinzugefügt, wie im ersten 
liederbuche, oder einer vorangehenden, wie im zweiten das kreuz- 
lied 210,35, oder sowohl gleichzeitige lieder als solche, die auf spä- 
tere liebesverhältnisse sich beziehen, wie im dritten, denn diese 
reihe (C 38 — 60) enthält mit ausnähme von 214,34 mit der ange- 
hängten Strophe und des kreuzliedes eine Sammlung von gedichten, 
die eine frühere glücklichere epoche von Hartmanns erster 
liebe, deren zweite durch unser erstes Hederbuch repräsentiert wird, 
zum gegenständ haben, vielleicht bildet die hier erwähnte reise 
(214,12) die Scheidelinie der beiden epochen. es könnte auffallend 
scheinen dafs der dichter in der zweiten epoche sich beklagt 208,16 
daz mir da nie getane, 208,34 doch es (sein dienst) mich wenic hat 
vervdn, 209,12 seit er ihr unterthan wäre, sei ihm die zeit lang ge- 



ÜBER DIE LIEDER HARTMANNS VON AUE. 139 

wesen. aber wir wifsen auch über die natiir des liebesverhältnisses 
in der ersten epoche nichts, das über einen freundlich angenom- 
menen dienst, der den verwandten misfiel, hinausgienge. die bei- 
den büchlein, von denen das erste wegen der Jugend des verfafsers 
V. 1483, der zum ersten male liebt 1649, das zweite, in welchem 
er bereits als ritter erscheint 67. 70. 309, obwohl jung 597, wegen 
der erwähnten genauen bezüge in die erste epoche von I gehört, 
sagen nichts anderes, kaum darf man aus v. 660 des zweiten büch- 
leins auf eine hohe dventiure (vgl. Dietmar 40, 34) schliefsen. 
wifsen wir doch aus dem Gregor 617 dafs dem gereiften manne 
seine jugendleiden und freuden recht unbedeutend vorkamen, und 
an Übertreibung wird er es in den liedern, zumal wo seine eitelkeit 
ins spiel kam, nicht haben fehlen lafsen. 

Eine Schwierigkeit hiebei will ich nicht verschweigen, wäh- 
rend der'dichter im ersten büchlein sagt (1643) minne mich noch 
ie vermeif, si loas mir miknnde, erfahren wir aus dem zweiten (468) 
dafs kein besitz von habe noch von minne dem leichtblütigen dichter 
so sehr ans herz gewachsen gewesen dafs er dessen verlust nicht 
habe verschmerzen können, aber das sei so gewesen bis sie 'gnade 
an ihm begangen habe', es könnte also immerhin Hartmann nach 
jener fruchtlosen Jugendarbeit des ersten büchleins Zerstreuungen 
bei andern schönen gesucht und wieder nun mit befserm erfolge zu 
seiner ersten liebe zurückgekehrt sein, hätte er doch nichts andres 
gethan als was er im zweiten büchlein v. 514 ff. sehr unbefangen 
erzählt, er wollte liebe durch liebe heilen und dachte wohl so liberal 
als der Johansdorfer 89,9. 

Ob die trennung, welche das zweite büchlein voraussetzt, die- 
selbe ist, von welcher wir durch die zwei lieder 214,12. 217,14 er- 
fahren? sie haben nur das gemein dafs sie nicht auf eine kreuz- 
fahrt gehen und dafs die entfernung der liebenden eine weite ist. 
zweites büchlein 659 driu lant stimmt zu der todtenklage 217,14, 
obwohl wir sonst nichts von besondern gefahren der reise hören. 

Das erste liebesverhältnis endet mit abkehr von der weit und 
der kreuznahme. das letzte kreuzlied scheint kurz vor dem auf- 
bruch frühling 1197 gedichtet, ich fände es also gerathen, die be- 
ziehungen zur zweiten dame nach den kreuzzug zu verlegen, eben- 
dahin auch was wir über dieses Verhältnis hinaus von einem dritten 
oder niederer minne muthmafsen können. 

Im dritten liederbuche müste also seit der ersten epoche der 



140 ANTELAN. 

ersten liebe über die zweite und den kreuzzug hinaus die dritte, 
siebente und neunte seite leer geblieben sein, die erste seite wurde 
eher benutzt für das lied 213,29, das ja auch noch der ersten epoche 
von I angehört. 

Es mufs zur bekräftigung meiner auffafsung dienen, wenn der 
lebensgang Hartmanns, wie er sich mir aus seinen gedichten zu er- 
geben schien, kein singiilärer war. wie er, wollen die erste geliebte 
von kinde oder von jeher verehrt haben kaiser Heinrich 4,23, der 
von Hausen 50,11, der Johannsdorfer 90,16, der Morunger 134,31. 
136,11, Bernger 114,1. andere sagen oflen daPs die dame nicht 
ihre erste geliebte sei: Meinloh 13,35 (wenn das lied nicht von der 
trau selbst ist), der von Adelnburg 148,1, Reinmar 174,27. 197,26. 
er war bei derselben geliebten erst glücklich, dann vielleicht höherer 
ansprüche wegen hatte er zu klagen; vgl. Veldeke 57,17. 66,30. 32, 
den von Rugge 102,12, den Morunger 134,30, Reinmar 172,12 (?). 
im ärger über die Ungnade der geliebten nimmt er das kreuz; das 
hatte auch der von Hausen gethan, s. MüUenhoff zschr. 14,137. 

Graz, 18. Januar 1870. RICHARD HEINZEL. 



ANTELAN. 

1 Es was bei beides zelten der wunder mer dan iz 
von mangem stolzen recken, wer nu well hören diz, 
und wi grosz mort geschähe in stürmen und in schlagn : 
von zagen beides streiten hört man nit gerne sagn. 

2 Durch manheit und durch sterke so was ein Wunderwerk 
küng Antelan von Schotten : so hies ein deines zwerk, 
da lebt küng Artus here des hof was ausgepreit 
mit stechen und turniren in allen landen weit, 

3 Mit ringen springen fechten und rennen scharpfer glefn ; 
sein stossen werfen kempfen von küngen fürsten grefn, 
spilen tanzen und singen, wes ie der man begert, 
und haben schöne frawen, des ward er alls gewert. 

Überschrift : Das ist die ritterschaft kunig anteloy ausz schotten lant 
und was ein czwerck und raut mit her parczefal und andern rittern an kunig 
artus hoff und stach si all ab und behiellt preis und er ob in allen. 

2,2 kunig aotheloy genant so hies. 2,3 künig. 3,1 scharpffen 

(n mit neuerer dinte xvie es scheint aus r gemacht) gleuen. 3,2 stein stossen ? 
Jänickc, 



ANTELAN. 



141 



4 Da man solch abenteure 
da kamen dise mere 

der hof der ward geleget 
da sach man wun und freude 

5 Da stund pei disem schimpfe 
dar kam geritten palde 

es reit hin auf den perge 

sein harnasch laucht gar schone, 

6 Es war an seiner lenge 

sein harnasch und geschmeide 
sein prünn was wunnigleiche 
mit pilden sam es lebte 

7 Sein schilt was demant preite, 
der schilt ward nie verhawen 
sein peingewant was feste 
sein schuch gar wol geziret 

8 Sein wapen laucht gen tale 
'ich siz hie ritterleiche 

das hört her Parzefale 
er sprach 'umb dise rede 

9 Das zwerg sprach zu im palde 
ich han bei meinen tagen 

der helt graif nach dem kleinen: 
er mocht in nit gesehen, 

10 Das zwerg sprach 'o du zage, 
du solt von meiner hende 
wolst mir mein barnasch nemen, 
mein künglich majestete 

11 Her Parzefal den kleinen 
'küng Antelan ich haisse, 
mich han drei herzoginne 
das ich in abenteure 



zu bofe da fing an, 
für küuig Antelan. 
wol auf ein weites feit, 
und manig kostbcb zeit, 
gar nah ein hoher perk, 
küng Antelan das zwerk. 
und sach umb sich gar fast; 
rech wie die sunn er glast. 
neur dreier spannen lang, 
an seinem leibe clang. 
mit golde wol durchgrabn, 
gar kostelich erhabn. 
Jaspis lag umb den rant: 
von keines beides hant. 
von rotem golde schwer, 
als einem künig her, 
pis an des turnirs schrank, 
undr aller herren dank.' 
und reit zu im alein. 
must du gefangen sein." 
'schem dich, du grosser man, 
dir nie kein leit getan.' 
wie bald er im enging! 
dar umb er in nit fing, 
du hast mein hie gefeit, 
hie nemen widergelt, 
du ungetrewer man, 
die sez ich ee daran.' 
fragt wie er wer genant, 
geporn aus Schotten lant. 
gesant, das wis für war, 
an disem hof erfar.' 



4,2 aDthelan. 4,4 mang kestlich, abei' mit neuerer dinte, das ur- 

sprüngliche nicht mehr erken7ibar. 5,2 künig anteloy. 5,4 6/. 155^ 

her glast. 7,1 demut preite. 8,2 under. 8,3 parczefe. 9,1 pald. 

9,3- er] es. 9,4 in] es beide mal. 10,4 kuniglich. 11,2 kunig 

antheloy. 11,4 bl. 156". 



142 



ANTELAN. 



12 [Doch forcht ich euch nit sere, 
ir ühergeht mich sere 

und heischet mich gefangen 
und hab euch all mein tage 

13 Da sprach her Parzefale 
pist du ein pot der frawen, 
du solt auch sein gepetten 
so wurt dein wol gepflegen 

14 Da sprach das zwerg 'ich reite 
seit das dein manhait werde 
du solt mit mir bie stechen 
wan iz kein her auf erden 

15 Die ist von golde schwere 
das mich niemant mag sehen, 
ich han ein gürtel kleine, 
dar umb ich preis und ere 

16 [CristaUen sein mein sporen, 
mein schilt ein demant teure, 
mein wapenrock durchleget 
mein halsperg schilt und helme 

17 Es macht mit künsten reiche 
Zezilg ist si geheissen, 

sie liebet mir im herzen 
selg sei des beides leibe 

18 Da sprach her Parzefale 

dein barnasch und dein prünne, 
das Zwerglein sprach 'gar gerne, 
'ja' sprach der küne degen 

19 Da zoch es von der bende 
es stund in seiner prünne 
es glestet wunnigleichen 
da sprach her Parzefale 

20 Den bell verwundert sere 
er sprach 'du pist ein engel, 



ir edler Parzefal. 
alhie in disem tal 
als ein scbedHcben man, 
doch nie kein leit getan.] 
'für war ich tu dir nicht, 
dein sach du liie aus rieht, 
auf meinen bof gar trat, 
mit aller bände rat.' 
mit dir in disem tal. 
erfochten bat den gral, 
umb dise sarebat, 
kein pesser prünne hat. 
und geit gar bebten schein, 
das macht manch edler stein, 
zwelf mannes sterk darinn, 
an dir noch bie gewinn . 
guldein^mein paingewant, 
der ward auch nie zutraut; 
mit pernlein wol gestickt, 
zu fechten ist geschickt, 
die bebste frawe mein, 
ein edle künigein: 
für alle frawen clug. 
der ie die prünne trug.' 
'belt, las doch sehen mich 
das ich müg loben dich.' 
mag es an schaden sein.' 
'du macht wol sicher sein.' 
ein ringk von golde rot : 
als in eim feure rot, 
von unden auf bis obn. 
'dein prünn ist wol zu lohn.'] 
ab seinem barnascb schön, 
mit lob ich dich hie krön, 



12,2 'ihr unterschätzt mich' ? 14,3 dise] am schlaf se des Wortes ein 

buchslabe durchstrichen. 17,1 reich. 17,3 bl. 156''. 19,4 da 

aus daz corr. 20,1 ser. 



ANTELAN. 



143 



kumst aus dem paradeise, 
kein mensch macht solche wate, 

21 'Ja' sprach küng Antelane 
und kern er aus der helle, 
in allen landen weite 

ich schendt euch fürbas alle, 

22 Her Parzefal sprach palde 

du machst durch dein hofTarte 
ich pin ir selber einer 
ee ich dich ungefochten 

23 Mocht ich dich newr gesehen, 
welcher under uns beiden 

da er die wort mit zorne 
das sach an im der kleine, 

24 'Leg an dein harnasch feste 
pring aus küng Artus hofe 

ich pring euch hie zu schänden, 
wie woi ich pin ein zwerge, 

25 Her Parzefal der küne 

er pracht mit im zwen recken, 
die hellen ie mit fechten 
und warn Artus dem künge 

26 Her Parzefal ruft laute 

nu las mich dich an schawen, 
'das tun ich also gerne' 
'ir edlen herren palde, 

27 Er rant auf Parzefale 

dar nach mit ritterschefte 
des nam die herren wunder 
das si von disem zwerge 

28 Da sprach her Parzefale 
was ich an Artus hofe 
die zwang ich all aleine, 
dein gleich in aller weite 



wan es nit menschlich ist: 

das du unsichtig pist.' 

'kein hell ich nit ausz nim, 

ich licht gar gern mit im. 

tar keiner mich bestan. 

last ir mich so dar van.' 

'schweig, helt, red nit also. 

noch heut werden unfro. 

und wil dich hie bestan, 

lies hie ab disem plan. 

die sach die wurd bald schlecht, 

disen zum tode brecht.' 

zu dem Zwerglein gesprach, 

pald er da zu im jach 

und streit selbs hie mit mir. 

der pesten zwen mit dir. 

und weren ewr noch drei. 

ich bin doch mutes frei.' 

legt seinen harnasch au. 

Gawan und Galleman. 

getan das aller pest 

die aller hbsten gest.' 

'wa pist, küng Antelan? 

so wil ich dich bestan.' 

sprach Antelan der (rei 

ich bstee euch alle drei.' 

und stach in auf die liaid, 

fall er die andern paid. 

und tet in also ant, 

waren so ser geschaut. 

'den preis hast du genumn. 

der held ie han vernumn, 

das man mir lobes jach. 

ich vor nie mer gesach. 



21,1 kunig. 22,1 pald. 

24,4 wil. 25,4 kunige. 

oder antelay. 26,4 padde. 

vernüeo. 28,4 wellt. 



23,4 bl. 157«. 24,2 kunig. 

26,1 kunig anthelan. 26,3 anteloy 

27, 1 Es. 28,1 genum. 2S,2 



144 



ANTELAN. 



29 Du solt pei uns beleihen 
da sol dir dinen g«M'ne 

durch dein manheit und sterke 
futer, michel gerete 

30 Des daucht sich gar gemeite 
es sprach ^nich sant da here 
ich pring in newe mere, 

ich sag in von euch dreien, 

31 Ich wais kein manheit teure 
als mir in manchem streite 
es mus mich rewen sere 
das ich nit abenteure 

32 Als si wol sein gewonet 

da ich in streit und stürmen 
da mit pot es die hende 
die es het ab gestochen: 

33 Also sagt es die mere 
die waren seins gelückes 
und dankten im gar schone 
hie mit die abenteure 



hie an des künges hof, 
manch ritter unde grof. 
hast du gar hohen preis, 
und meines heren speis."* 
das edel zwergelein. 
drei edel herzogein. 
als ich in dort verjach; 
wie ich euch nider stach, 
die ich hie hab gesehn, 
und Sturm vor ist geschehn. 
das ich her kamen pin, 
von euch sol sagen in, 
an mir zu aller zeit, 
schlug tiefe wunden weit.' 
den edlen fürsten frei, 
si dankten im all drei, 
da heim den frawen do. 
und seiner manheit fro 
das es die tat vollent. 
genumen hat ein ent. 



Das vorstehende gedieht ist aus Lienhart Scheubels heldenbuch 
(hs. des Wiener PiaristencoUegiums, s. Dietrichs erste ausfahrt s. XVI) 
entnommen, worin es bl. 154—157 füllt: bl. 154' ist leer, bl. 154'' 
zeigt in keineswegs gelungenem aquarell im Vordergrund den zwei- 
kampf zwischen Parzival und Antelaii , im mittelgrund die zelte des 
königs Ai'tus ; im hinter gründe Parzival den berg hinauf reitend, auf 
welchem Antelan hält. 

In ähnlicher weise mit titelvignette versehen ist Dietrichs erste 
ausfahrt [bl V') und der Nibelimger liet [bl. 279''). sie fehlt im 
Ortneit (158^) Wolfdietrich (182") Lorengel (486"). dagegen ist allen 
stücken der hs. gemein die Verzierung der ersten seile und die farbig 
ausgeführte initiale. 

Jeder der genannten bestandiheile , auch der Antelan vermuth- 
lich, existierten ursprünglich besonders, obgleich Ortnit und Wolf- 
dietrich von vornherein bestimmt waren auf einander zu folgen , wie 



29,1 kuoiges. 
31,2 mir aus ich corr. 



29,3 sterck. 29,4 bl. 157^ 30,2 da her. 

ist aus han corr. 



ANTELAN. 145 

die subscription des Ortnit (181') Uhrt: disses ortneis ist drey hun- 
dert lied dornach stet wolffdieterich und gehört auf disses ticht. 
überdies haben Orlnit Wolfdielrich und Nibelungen eine durchgehende 
alte paginierung von 3 (6/. 161") bis 335 {bl. 484, auf dem auch noch 
zu den Nib. gehörigen bl. 4S5 fehlt die bezeichnung) : an die stelle 
von 1 nnd2sind drei unpaginierte und im schriflcharakler abweichende 
biälter (158 — 160) getreten; desgleichen die drei ersten blätter des 
Wolfdietrich durch drei unpaginierte ersetzt; auch beim Lorengel die 
zwei ersten, icie es scheint, erneuert, man sieht dafs die einzelnen 
stücke selbständig gelesen und zerlesen wurden, selbst der Ortnit U7id 
Wolfdietrich, trotz der paginierung : dabei mögen die titelvignetten ver- 
loren gegangen sein , die abgenutzten vorderen blätter musten durch 
neue vertreten werden. 

Bei gegenwärtiger edition des Antelan habe ich mir erlaubt die 
Schreibung der hs. etwas zu vereinfachen , die y in bey drey sey frey 
herczogynne gewynn, die tt in zeitten streitten weittes gemeitte, die 
11 in alls schillt pillden selig heikles gefeilt, auch in sollt fallt und in 
edell engell michell gurteil, die ck in schranck stercke wunderwerck 
czwerck, die ff in aulT hoff rufft tieffe werffen czwelff scharpff 
kempffen sind durchaus weggeschafft, ico ich z setze, gewährt die hs. 
cz, dagegen habe ich z \co es den s-laut widergiebt mit s vertauscht, so 
in daz 9,1. 14,2. 15,2. 2(J,4. 2S,3 und in wüz, mhd. waz 28,2, mhd. 
was 2,1. 6,3. den von mir durchgeführten umlaut des ound u be- 
zeichnet die hs. nur selten , im versanfang setzt sie bald grofse bald 
kleine buchstaben. anderes was für die mundart, wenn auch nur des 
Schreibers, charakteristisch erschien, wie aus- und ab fall des X in rech 
wie 5,4; wolst 10,3 wurde beibehalten, noch bemerke ich dafs a, e 
utid in der hs. oft schwer zu unterscheiden sind. 

Wie sonst im einzelnen zu schreiben ivar, lehrten meist die 
slrenggezählten , in beiden vershälften iambischen hildebrand- 
strophen: klingende caesur ist mehrfach durch unorganisch zugesetztes 
e erreicht; versetzte betonung kommt fast nur in zweisilbigen Wörtern 
vor, wie 3,3 spilen tanzen; 22,2 werden; 23,2 welcher disen; 23,3 
Zwerglein; 27,4 waren; 29,4 futer. deshalb schrieb ich 4,4: nicht 
kostelich nach 6,4, sondern manig für mang; doch würde ebenso ge- 
zelt dem verse genügen, und auch kostliches wäre nicht unerlaubt, 
vergl. 12,3 schedlichen. — 

Rechtfertigung bedarf die annähme von interpolationen. 

Str. 12 ist als solche leicht kenntlich durch die sinnlose na- 
Z. f. D. A. neue folge III. 10 



146 ÄNTELAN. 

knnpfung mit Doch, durch das ihrzen gegenüber sonst durchstehendem 
duzen, durch das häfslkhe sere:serc in den caesuren der beiden ersten 
Zeilen, durch die ärmliche Wiederholung von 12,3.4 aus 8,4. 9,2. 
loas soll ferner die localangabe alhie in disem tal neben einem ge- 
danken der gar nichts mit der localität zu thun hat? und die angäbe 
ist überdies falsch, denn die beiden kämpf er befinden sich auf dem 
berge, dort hat Antelan halt gemacht 5,3 und zu ihm reitet 
Parzival 8,3. 

Die rede Atitelans, die ihm der interpolator in den mund legt, 
klingt in diesem zusammenhange fast nach furcht, sonst ist aber um- 
gekehrt Antelan der muthige, kampflustige und Parzival hat wo nicht 
furcht, so doch besorgnisse. der interpolator toünschte für Parzivals 
loort für war ich tu dir nicht einen unmittelbaren anlafs der ganz 
über flu fsig ist : Parzivals versuch Antelan zu fangen, genügt. 

Die zweite längere interpolation, str. 16 — 19, rührt offenbar von 
einem anderen, geschickteren verfafser her. er nahm anstofs daran 
dafs Parzival 20,1 sich über einen hämisch verwundert den er nicht 
sieht, und sucht diesem vermeintlichen Übelstande abzuhelfen, er be- 
gabt den zwergkönig mit einem unsichtbar machenden ring (wie ihn 
Ortnit führt), durch dessen abziehen er dem Parzival 19,1 erscheint. 

Hierdurch geräth aber der interpolator in Widerspruch mit an- 
deren Voraussetzungen des gedichts. die unsichtbai-keit kommt nach 
15,2 und 20,4 nicht von einem ringe, sondern von den edelsteinen 
der briinne Antelans. auf welche weise der zwerg gelege7itlich sichtbar 
wird, läfst das echte lied im dunklen, das glänzen der brünne (19,3, 
vergl. Ortnit in vdHagens heldenbuch 1 99,2. 200,3) hängt 5,4 nicht 
vom abziehen eines ringes ah : man mufs sich Antelan auf dem berge 
sichtbar denken, plötzlich 9,4 wie Parzival ihn greifen will, ver- 
schwindet er und bleibt unsichtbar während des ganzen gespräches, 
auch unmittelbar vor dem kämpfe nach 23,1 und 26,1, bis er zum 
kämpfe selbst sich wieder zeigt 26,3. der interpolator aber versetzt 
sein ringmanöver mitten in den dialog und vergifst dann zu bemerken 
dafs Antelan den ring wieder ansteckte, so dafs man sehr erstaunt ist 
ihn 23, l unsichtbar zu finden. 

Nach 11,3. 30,2. 33,1 steht Antelan zu drei herzoginnen im 
Verhältnis eines dienenden ritters: die interpolierte str. 17 möchte ihm 
eine besondere herzensdame beilegen, der er doch nothwendig am 
schlufs des kämpf es als sieger gedenken müste. um diese dame 
einzuführen, wird die rüstung des zwergkönigs für ihr werk 



ANTELAN. 147 

ausgegeben. aber sollte sie waffenschmiedearbeit verstanden 
haben ? 

Zugleich ist die Ökonomie des gedieh tes völlig gesprengt, denn 
wie lose auch der ziisanimenhang oft sein mag. eine gewisse Ökonomie 
ist nicht abzuleugnen, der eindruck des losen beruht a%if mancherlei 
verschweigung. auf der Schroffheit der iibergänge , auf der kürze des 
Vortrages, für welche die erste begegnung Parzivals und Antelans 8. 9 
und der kämpf 25 — 27 die hauptsächlichsten beispiele bieten, weniger 
anf das knappste beschränkt erscheinen beschreibung und gespräch. 
beschrieben wird Artus hof 2 — 4 und der anzug Antelans 5 — 7. im 
gespräch sind me billig die reden die dem eigentlichen kämpfe voraus- 
gehen 10 — 24, demnächst der schlufsdialog 28—32 am breitesten 
ausgeführt, überall aber wird doch zur sache gesprochen tind nicht 
in den tag hinein geschwätzt, des zwerges drohung 10 nach dem mis- 
lingen von Parzivals angriff". Parzivals neugierige frage nach dem 
namen des wunderbaren , unsichtbar gewordenen gegners und dessen 
antwort 11, dann Parzivals freundliches einlenken 13, das Antelan 
zurückweist 14: alles ist in der Ordnung und wird durch die Situation 
selbst gefordert, der dichter hat aber die molivierung von Antelans 
unsichtharkeit und unüberwindlichkeit bis hierher aufgeschoben; er 
konnte davon schon in der beschreibung des zwerges 5 — 7 reden; er 
verspart es und erzielt so den effect, in sfr. 9,3. 4 den hörer durch 
das plötzliche verschwinden Antelans zu überraschen, nun mufs er 
freilich die erklärung im dialog nachliefern, daher schon 10,3 der 
hinweis auf den hämisch, auf den jetzt 14,3. 4 und str. 15 Antelan 
zurückkommt. 

Was gehört aber nun zur sache? doch wohl nur die auskunft 
Antelans über hämisch und gürtel. darauf verstärkte Wiederholung 
der motive von 13. 14: staunen Parzivals der den kämpf vermeiden 
zu wollen scheint und Antelans abermalige höhnische her aus f orderung 
zum kämpf, nun bringt er ihn glücklich in zorn, Parzival hat nur 
bedenken wegen der unsichtbarkeit des gegners, aber er will kämpfen, 
holt sich nach des zwerges wünsch zioei streitgenofsen, und die sache 
geht vor sich. 

Was hat in diesem zusammenhange die langweilige selbstbeschrei- 
hung Antelans in str. 1 6, welche grofsentheils nur wiederholt was wir 
schon aus 7,1 — 3 wifsen; und was hat damit die dame Cäcilie zu 
thun? 

10* 



148 ANTELAN. 

Ich glaube, wir haben doppelte und dreifache iirsache, auch die 
zweite ausscheidung vorzunehmen, man vermisst nichts. Parzival 
verwundert sich 20,1 nicht über die Schönheit des hämisches, wie der 
interpolator meint, sondern über dessen wunderbare kraft die ihm 
Antelan schildert. 

Als secundäre kennzeichen der unechtheit lafsen sich die uner- 
laubten rührenden reime sein : sein 18,3. 4; rot : rot 19, 1.2 an- 
führen, während in der erstell Strophe nur erlaubte wie genumn : ver- 
numn 28,1; voUent : ent 33,3 gefunden werden, awcÄ rfas glestet 
von 19,3 kommt in betracht gegenüber glast in 5,4. — 

Es ist nichts weniger als ein jmoel der altdeutschen poesie, das 
ich mit dieser 'abenteure von könig Antelan der allgemeinen kenntnis 
zugänglich mache : späte gesunkene dichtung , roh in der ausführung, 
nur in den motiven noch ein gewisses oberflächliches handwerksgeschick 
verrathend, in seiner willkürlichen erfmdung eines der letzten producte 
absterbender Spielmannsdichtung, doch möchte ich diese bezeichnung 
nur auf die gegenwärtige gestalt des liedes bezogen wifsen , die abge- 
sehen von der Jugend der spräche in ihrer ersten Strophe den eingang 
des ' Nibelungerliedes {Gerin. 4,315) voraussetzt, wie alt aber die er- 
findung sei, läfst sich genau nicht sagen, warum sollte sie nicht im 
vierzehnten ja schon zu ende des dreizehnten Jahrhunderts möglich 
gewesen sein? 

Ein spielmmm macht sich das vergnügen die gepriesensten Artus- 
helden einem jener fabelwesen entgegen treten und unterliegen zu 
lafsen, mit denen sich die spielmannspoesie so gerne befafst: man 
denke nur an zwerg Alberich im Ortnit. in ähnlicher weise hat man 
Parzival und Gawan mit den ßguren Neidharts im fastnachtsspiel zu- 
sammengebracht (Keller nr. 53J. unser spielmann war nicht sehr 
bewandert in den Artusromanen, er kannte nur das allbekannte , die 
namen Parzival und Gawan: den dritten Gull em an scheint er selbst 
erfunden zu haben, oder liegt Walewan zum gründe, also ein doppel- 
gänger Gawans? über die formen des namens s. Lachmann zu Iwein 
73. so erscheint auch im Gauriel von Muntavel (German. 6,395j und 
bei Frauenlob 248,5 Walbän neben Gäwein. 

Über den helden unserer abenteure kann wohl kein zweifei ob- 
walten, wenn die hs. ihn wiederholt Anteloi nennt, so stellt sie gewis 
nur eine ursprüngliche idenlität wieder her, welche durch den geringen 
unterschied zwischen den formen Anteloi und Antelan nicht zu ver- 



ANTELAN. 149 

wischen war. zugleich gewährt unsere Überlieferung damit ein zeugnis 
für das fortleben des zwerges Anteloi auch neben Antelan. 

Die form Aiitelois (: gewis) bei Ulrich von Eschenbach, Wacker- 
nagel Basl. hss. s. 29'' weist mit ihrem nominativ-s auf eine franzö- 
sische quelle. Ulrich dichtete zwischen 1278 und 1284, um dieselbe 
zeit spielt auch der Unverzagte auf den schwank an {Haupt zs. 5,424) 
und das mitteldeutsche gedieht das ihn eigens behandelt {altd. bl. 
1,250) mag etwa in den sechziger jähren nach der quelle, welche 
Ulrich vorlag, bearbeitet sein, das grundmotiv ist dasselbe loie in un- 
serm gedickt: ein zwergkönig der sich unsichtbar machen kann iind 
es mit den höflingen dort Alexanders, hier könig Artus aufnimmt, 
dort ist er nach z. 125 König czu pryfse Poraosaiie, hier von Schotten. 
wer ihn nach Schottland versetzte, dem war ohne zwei fei Tirol und 
Fridebrant bekannt, sO dafs man wohl am ehesten einen mitteldeut- 
schen spielmann für den ersten urheber der erdichtung halten darf, 
und noch der vorliegende text hat vielleicht in derselben gegend seine 
gestalt bekommen, wenn anders auf den reim grefen : gleven 3,2 
gegenüber grof : hof 29,2 etwas zu geben ist. 

Wien, 24. merz 1870. W. SCHERER. 



SEGEN WIDER MOLKENZAUBER. 

Auf dem rathhause zu Oldenburg , in der registratur des magi- 
strats, befand sich noch vor etwa zwatizig jähren ein blatt papier, 
welches mit der Jahreszahl 1553 an der spitze die nachstehenden 
formein in alter schrift enthielt, damals wurde von kundiger hand 
eine abschrift genommen, die ich hier wiedergebe, da sich das original 
trotz alles suchens nicht mehr hat auffinden lafsen. es waren die 
einzelnen formein unabgetheilt alle wie ein einziges ganzes hinter 
eitiander geschrieben, ich habe sie der deutlichkeit wegen von ein- 
ander getrennt, und die fehlende interpunktion hinzugefügt. 

Oldenburg im September 1869. 

W. LEVERKUS. 



150 SEGE^ WIDER iMOLlvE>ZAUßER. 



Ick Tege') dy Moliken In dem Namen des Vaders t vnde des 
fzones t vnde des liilgeu geiltes f. Ick Szege dy moliken myt der 
ebbe mit der vloet, vnde mit dem hilgen Crutze dar godt an ftundt^), 
myt dage vnde myt der nacht, vnde myt der hilligen Crafft, vnde 
mit den dren hylligen Namen f aglatetra") graramata addonay, 
vnde myt den veer orden der werlt, van dem often van dem 
^veflen, van dem Norden van dem fuden, dat dar nyn vngefcelTt en 
fy, Rouer noch touer, en*) mach van ghenen anderen vnhuren 
luden bauen der erden noch vnder der erden, f 

Ick Szege dy moliken mit den hilligen vilT wunden vnfes heru 
Jhefu Clu'irt. Dat Molken hebbe fynen rechten Noeth'), fyne 
rechte frucht van der koyen, dar dat molken af ghenomen is. 
Dat moedt to gade gaen vnde wedder kamen, allo warliken, alle 
vulse leue her jhefus criftus heft entfangen de hillige dope in dem 
waren godes Namen amen, f 

Ick befwere di, du quade wilT, du molkentouerfche, dat du 
dessem hufze nicht enfdiades, an bottere an kefen, an koygen an 
offen, an pcrden an fcapeu, au Swynen an weten, an Roggen an 
gerften , an hauere an wycken , an brouwen ^) noch in ghenichen 
anderen ftucken, dar man dessem hufe mede fchaden mach. Dat 
vorbede ick dy, du quade will, f by Tunte Peter, j by Tunte 
pawel, t by den veer ewangeliTten . vnde by den tuolfl' apoftelen 
vnde by allen godes hilligeu. dath du dessen huTze nicht enTchadest. 

^) segen für segenen und segefür scgene. Reineke J'os v. 270S. 
*) vielmehr ftoet (= stot) und iceiterhin statt craft eraeht. 
3) statt agia tetra-. nihd. wb. 3,33". 

*) vielleicht ist in der abschrift vor diesem icort eine zeile ausgefallen. 
*) 1. nucth, utilitas. brem. wb. 3,249/^-. 

*) brouwe so viel als auf einmal gebraut wird, brem. ivb. 1.145. d. wb. 
2,313. ein frommes lied , U'clches sich in einer Oldenburger hdschr. aus dem 
anfange des 16.jhs. befindet, enthält folgende stelle: 

We den vruwen swartcr werde, 

De DU bruwen imder der erde, 

Vnde dat ber vorineDgeu! 

Valsche dade wert vorläget. 

Godes gnade, de vns draget 

Van allen bösen dwengen. 



SEGEN WIDER MOLKENZAUßER. 151 

Dat vorbodfi ick di, du ([iiad(^ will", l)y ücn ncfjfcii dogoden der mil- 
dicheit godcs viide by vnfcn hcrn Jhcfu Chrift, vndc ock by den 
aJlcrhilligeftcn Namen de godt geven werdt, als Jhefus Ciiflus Sal- 
vator, dat du dcsscm liufze nicbt eufchadest. Dat vorbede ick dy, 
du quade wiff, by den baren vnde houede vnfzes hcrcn jbefu crifti, 
du fyst will ofl'tc man, du fyst we du bift. f 

We desse Wordt befft') in fynem bufze, den mach nymers 
Neyn molkentouerfche nencn Schaden dhoen an jeniger bände 
dingen. 

t Sunte Peter floppe dynen mundl, f funte Jobannes floppe 
dine oren, f funte Jürgen l)ynde dyne bände, f funte Maria bind«; 
dine Voele, fo dat du dcssem bufze nicht fchades, Dat vorbede ick 
dinen dermen vnde alle dynen lethmathen, hitken vnde groth. Dat 
fy war in godes JNamcn Amen. 

Dat fchal men alle Jliarc nyes lefen aver dat molken in dem 

bufze, vnde lefze desse vill fabnen f Judica mc domine f f 

Excipc me domine f Deus laudem meam f Qui vult falvus effe. 
t Jhefus maria anna f hicas f marcus f niatheus f Johannes. 



ÜBER DIE ABFASSUNG SZEIT DER BEIDEN 

DEUTSCHEN GEDICHTE VON 

HERZOG ERNST. 



I. 

Das gedieht von herzog Ernst, das v. d. Ilagen in den deut- 
schen ged. des mittelalters 1808 abdruckte und das wir wie Bartsch 
mit D bezeichnen, wurde von Docen im deutschen niuseum 2,254 
dem Koberstein folgte, in die zeit von 1230 — 80 gesetzt; von Gö- 
deke grundr. 1,74 und ebenso von Bartsch vorrede s. LVII. um 
1300. dafs der dichter vieles aus Wolfram entlehnt, hatte Haupt 
zs. 7,260 gezeigt und mit einigen beispielen die sich sehr leicht 
vermehren lafscn belegt. Bartsch a. a. o. beruft sich für die zeit 



') geschrieben um den segen Alle jliare uycs zu lesen oder lesen zu lafsen, 
nach dem schlu/sabsats. 



152 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

des dichlers besonders auf die reiiiifreih eilen, die indessen wie 
unten gezeigt werden soll, kaum ein ganz sicheres urtheil über die 
zeit erlauben, ich will hier einen historischen nachweis geben 
durch den sich die zeit von D genauer wird bestimmen lafsen. 

Bekanntlich erzählt D das letzte abenteuer das Ernst vor seiner 
anliunft in Jerusalem besteht viel ausführlicher als alle andern dar- 
stellungen. in B (d. i. das von Bartsch 1869 zuerst herausgegebene 
gedieht) 5333 bis 5666 ist die erzählung zwar breit ausgefülni, der 
Inhalt aber dürftig, kaufleute aus Morlande werden in das land 
Arimaspi verschlagen; von ihnen erfährt Ernst dafs der könig von 
Babylon dem könige von Mörland viel schaden thut und ihn vom 
christenthum abwendig machen will. Ernst bittet sie, ihm nach 
Jerusalem zu helfen und will ihnen gegen die beiden beistehen, 
sie fahren heimlich ab und kommen nach Mörland wo der könig 
Ernsten ehrenvoll empfängt, in der schlacht werden die beiden 
besiegt, der könig von Babylon von Ernst verwundet und gefangen, 
als er wieder geheilt ist, wird friede geschlofsen. Ernst denkt jetzt 
an seine fahrt nach Jerusalem , wird vom mohrenkönig reich be- 
schenkt und dem könig von Babylon empfohlen , mit dem er nach 
Alexandria ') zieht, nach einem monat wird Ernst von dem könige 
beschenkt und nach Jerusalem geleitet. 

In der lateinischen prosa (C), die im deutschen Volksbuch (F) 
übersetzt ist, wird die besiegung des königs von Babylon mit wenig 
abvveichung von B erzählt, s. Bartsch s. LIII. hier sind es Manri 
de ulteriori India C zs. 7,233, 27, die IMoren von der verren India 
V 280,5 die den herzog von den Arimaspen in ihr land führen. 

') Haupt 7,282 bemerkt dafs nur in B Alexandria genannt wird, sonst 
Babylon, unter Babylon ist aber das ägyptische zu verstehen, das deutlich 
von dein chaldäischen geschieden wird in der geographie des nia. (Zingcrle in 
den sitzungsber. der phil.-hist. klasse der Wiener akad. 1865, bd. 50, 371 f.) 
V, 734 f. in der lantinarke zil ei/i/ialp ist in daz lant gesät Babilonje, ein 
houbetstat, nild diu Babilonjd, diu da lit in Naldcm, von der ich vor hdn geseit, 
nur Odo weist klar auf das asiatische Babylon hin 371'' ecee Semiranrina 
(1. Sennramiain) Persas conducit ad urbem nona dies und 372" 
Dux patrum veterana videns insignia longis 
Errat porticibus, circtim nimis inclyta regum 
Gesta legens, tua praecipue, cid maxima, magne, 
Non satis orbis erat triplicis mensura potestas 
Ecce deis quanta estfatis licentia tanta: 
Extinxit tnentem parva brevis liora veneno. 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HEUZOG ERNST. 153 

(lals der vcifafser AoÜiiopeii versieht, zeigen seine eigenen worle: 
er nennt sie sowohl /«<// 234,14. vgl. 238,29. 33 als auch Äelhi- 
opes 234,23. 25. auch die vorhin angeführte geographie des nia. 
setzt die Macrobier v. 233 in die andern Indid '). 

Auch Odos lateinisches gedieht (E)^) bietet, abgesehen von 
einiger mythologischen und geographischen gelehrsamkeit, wenig 
ahweichungen in der erzähliing; s. v. d. Hagens einl. s. XV. Odo 
nennt den beiden rex Persarum oder Chaldaeornm, auch seinen 
namen Amenor 37 P. seine gegner heifsen Mauri oder Aethiopes, 
sie sagen zu Ernst 368' 

Christi de virgine nati 
Nos servi sumus et nohis est Uhia tellus, 
Quam Meroen {Mercen im druck) dixere senes, 
woraus Ernst ihre Wohnsitze gleich weifs: 

Dax cito foecnndum divolvens pectus eandem 
In Nili exortu terram reminiscitur, nmbras 
Niimquam flectentem, veluti vicina Syene 
In qnam stans Phoehus directus proiicit ignes. 
er fährt mit ihnen und als sie landen, 369'' 

Urbs fuit a laeva, Pharori dixere, sub illa 
Rex terrae Melchns facturns pascha sereno 
Instruxit festum cnltu proceresque vocavit. 
wie Odo zu dem namen Ubia für Meroe kommt, wenn es nicht ve*'- 
schrieben ist für Nubia, weifs ich nicht: es finden sich bei ihm 
wohl auch andere geographische willkürlichkeiten, wie die vorhin 
erwähnte Versetzung des ägyptischen Babylons nach Asien die er 
vielleicht vornahm weil ihm das persische Babylon durch seine klas- 
sische bildung bekannter war. 

In der ausführlichen darstellung von D 4337 — 5090 zeigt sich 
viel eigenthümliches, während der dichter sich sonst nur unerheb- 

') dal's auch drei Indieu angeuoinmea werden, zeigt mir dr. E. Steinmej er 
in Grieshabers deutschen Sprachdenkmalen 1842, s. 35 di wisen Herren — di 
saginl uns daz. den dri indie sin. al toenent di tute daz nit wan eine si. di 
erste india ist gegen inorlande. di andir gegen medis. vnde palris (1, partis). 
di dritte ist an der loej'lt ende, cinlialb get si das vinsternisse an. ander site 
daz Wide mer. 

*) die zeit des erzbischofs Albrecht I. von Magdeburg, dem Odos gedieht 
gewidmet ist, bestimmt Bartsch s. LXV nach zschr. 7,265 auf 1206— 33; er 
regierte aber von 1205 bis zum 15. oct. 1232, s. v. Mülverstedt, Magdeb. ge- 
schichtsblätter 1867. 2, 1,72. 



154 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

liehe abweichungen von den übrigen fafsungen erlaubt, s. Bartsch 
s. LXI. im einzehien folgt der dichter von D hier wie überall skla- 
visch seinem vorbilde Wolfram; dafs er sich bei diesem kämpf 
gegen die beiden gerade an den Willehalm hält, ist leicht begreiflich, 
für Ernsts riesen entlehnt er züge von Rennewart, die beiden sind 
wie bei Wolfram von ihren gehebten in den kämpf gesandt 4676. 
4707. 4768. 4798. Bartsch möchte s. LXIV die ganze darstellung 
dieser episode auf nachahmung Wolframs zurückführen, sogar die 
fürsten von Damasc und Hälap sollen ihre existenz der einmaligen 
erwähnung dieser namen im Parz. 15,19 verdanken: das verbieten 
aber die nachweislichen historischen beziehungen die der dichter 
in seine darstellung verwebt. 

Die kaufleute die den herzog aus dem lande der Arimaspen 
führen heifsen wie in den andern tafsungen mören 4357. 4408. 
4457, die swarzen man 4449, die swarzen konfman 4524; das land 
aber in das sie ihn bringen sollen (nicht ihre heimat, wie in BCE) 
heifst Ubiän oder Ubiäne von der gleichnamigen residenz des kö- 
nigs 4550 f. 

dö zugen sie gegen einer stat 

diu grözer rkhheite phlac. 

dar obe ein hns gebüwet lac, 

grözer kost niht dne: 

daz hiez Ubidne. 

dar nf so was des lanäes wirf. 
Ubia ist Armenien, das auch in Ludwigs kreuzfahrt so genannt 
wird : uns kumet noch der prinze von Anthioch und künic Lews der 
manUche, von Ubid der lobeliche 604 f. künec Leo von Ubiä 8154. 
der herausgeber ist zwar im geogr. register unsicher über den 
namen, aber Leo von Armenien ist in der geschichte der kreuzzüge 
bekannt genug, und Wilken der in der beilage zum vierten bände 
einen auszug des gedichtes gibt, hat s. 17 schon das richtige. 

Als Ernst nach zweimonatlicher fahrt nach Ubia kommt, klagt 
ihm der könig 4614 f. 

wie er verladen wcere 

von dem künege von Babilö 

und von dem voit von Damascö 

und von dem fürsten üz Hdlap; 

wie die slriten umb daz grap 

und mit gwalt in wolden twingen, 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HERZOG ERNST. 155 

von kristen glouben bringen, 

und (laz si in kurzer zH 

mit im haben wolden str'it. 
Ernst verspricht seinen beistand; in der Schlacht siegen die 
chi'isten und machen grofse beute, Ernst und Wetzel nehmen die 
fürsten von Babylon, Damascus und Halap gefangen 4871 f. nach 
zwölf Wochen will sich der gefangene könig lösen mit seinen leuten; 
durch Erustens vermittelung wird friede geschlofsen: der könig 
soll denen von Ubia helfen ob ez also ergienge daz sie slrites not 
bevienge von dem andern teil der heidenschaft 4965. ferner müfsen 
die beiden geisein geben daz sie bi des küneges zHe gegen der kristen- 
heit ze strUe, noch ir ze schaden solden komen 4977; ouch het ez 
Ernst also geschaft, swä die kristen gleites bitten, daz siz dne miete 
taten 4986. 

Wenn in BC der könig von Babylon als gegner der afrikanischen 
Christen darum erscheint, weil die ägyptischen sultane die bestän- 
digen Widersacher der Christen in Palästina waren , so ist hier die 
geschichtliche beziehung noch deutlicher, die fürsten von Da- 
mascus und Halap werden 4615. 4699. 4810 genannt, aber nicht 
bei dem friedensschlufse; sie heifsen auch nicht könig wie der von 
Babylon, für dessen vasallen man sie halten mufs. in Halap und 
in Damascus finden wir wie auch in Hamah und Emessa muham- 
medanische fürsten die seit dem sultan Kamel unter ägyptischer 
hoheit standen, als 1260 Halap und viele andere städte von den 
Mongolen erobert wurden , Damascus und Hamah sich ihnen ohne 
widerstand unterwarfen, flohen diese muhammedanischen fürsten 
nach Ägypten zu Kotus, Wilken 7,411. der von Damascus wurde 
unterwegs an die Mongolen verrathen und von Hulaku getödtet. 
nachdem Hulakus feldherr Kethboga noch in demselben jähre von 
Kotus geschlagen war, wurden die ägyptischen Statthalter in den 
syrischen Städten wieder eingesetzt, nach Kotus ermordung wurde 
Bibars sultan der sowohl mit den Christen in Palästina als auch 
mit den königen von Armenien wiederholt krieg führte, er schickte 
1265 und 1266 seine beere nach Armenien (im j. 1266 war der 
fürst von Hamah der anführer, Wilken 7,493), 1277 zog er selbst 
dorthin und verwüstete das land, während Leo sich in die gebirge 
zurückzog, Wilken 7,617. über den weiteren verlauf des krieges 
berichtet Vahram , chronique du royaume Armenien de la Cilicie ä 
l'epoque des croisades , traduite sur Toriginal armenien par Sahag 



156 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

Bedrosian, Paris 1864 s. 22 ayant pille et saccage notre pays, le 
sultan se retira avec son armee et Leon les poursiiivit, les vainquit 
et revint joyeux dans son royaume avec un grand butin. Le sultan 
d'Egypte fit proposer ä Leon, par un message, la paix et son aniitie. 
— Bibars starb schon 1277; sein söhn wurde vonKalavun getödtet, 
der aucli den gegensultan Malek ai Kamel von Damascus überwand 
und so alleinherscher war. unter ihm wurden die kämpfe gegen 
die syrischen und armenischen Christen fortgesetzt; Leo von Ar- 
menien muste 1285 einen sehr demüthigenden frieden schHefsen, 
dessen Wortlaut Langlois, le tresor des chartes d'Armenie, Venise 
1863, s. 217 gibt. 

Auf den krieg von 1277 glaube ich, deutet Ernst D. man wird 
nicht dagegen einwenden dürfen dafs die gefangennähme des hei- 
denkönigs der geschichte widerspreche: sie stand in der vorläge 
des dichters. für die theilnahme der fürsten von Damascus und 
Ilalap gerade an diesem kriegszuge habe ich kein bestimmtes 
Zeugnis gefunden , man wird sie aber auch ohne ein solches vor- 
aussetzen dürfen nach den vorhin dargelegten Verhältnissen, man 
würde also das gedieht in die zeit zwischen 1277 und 1285 setzen. 
ZU dieser Zeitbestimmung passen noch manche einzelheiten ; doch 
ehe wir diese besprechen, ist die erzählung von dem friedens- 
schlufse an noch weiter zu führen. 

Der Babylonier bittet Ernst dafs er mit in sein land ziehe, und 
bietet ihm, da der herzog nach Jerusalem will, sein geleit dorthin 
an. sie ziehen von Ubia nach Babylon wo sie herlich empfangen 
werden, nach zwei monaten wird Ernst vom könig beschenkt und 
kommt von vier fürsten geleitet nach Jerusalem, hier schenkt er 
einen theil seiner wunder dem probste der tempelherren 5097 und 
kämpft tapfer gegen die beiden: üf der templeise marke hat er fride 
gemachet 5112. 

Hier stimmt der besuch bei dem besiegten könig und das ge- 
leit nach Jerusalem mit den anderen fafsungen, die zu verlafsen 
der umweg von Cilicien über Ägypten nach Jerusalem den dichter 
nicht bestimmen konnte, dafs die tempelherren so hervorgehoben 
werden (in C 242,37 klagen sie nur über die Verwüstungen der 
beiden, in B 5684 wird nur erzählt dafs Ernst den tempel und die 
andern heiligen orte beschenkt), weist auf die letzte zeit der christ- 
lichen herschaft in Palästina, noch mehr das folgende, als Ernst 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON IIEnZOG ERNST. 157 

von den mohrischen kaufleuten hört dafs sie nach Jerusalem mit 
ihrer wäre wollen, fragt er sie 4387 

'muget ir dne vdr 
frideliclien komen darT 
si sprachen daz si müesten geben 
geleite, und daz si ir leben 
ofte müesten wägen. 
sie erzählen ihm dann dafs der könig von Babylon, an macht über- 
legen 4414, wiederholt mit dem könig von Ubia krieg führt, 4400. 
4421, und fahren fort 4427 

ze dirre zU si fride hdn. 

er sprach 'haldent si den vastV 

'ja si, herre, sprach der gast, 

'swenn si den fride gesprechetit, 

über al {ober ein druck) si des niht brechent? 
die Armenier wie die Christen in Palästina musten in der zweiten 
hälfte des 13. Jahrhunderts oft vertrage mit den Muhammedanern 
schliefsen, die sie so schlecht hielten dafs die beinahe mistrauische 
frage des herzogs berechtigt ist. die Übermacht der Saracenen er- 
gibt sich auch aus der oben angeführten friedensbedingung: sie 
sollen die Christen umsonst geleiten, die andern beiden gegen die 
sie denen von Ubia beistehen sollen, werden die Seldschuken sein 
die nördlich von Cilicien herschten; an die Mongolen darf man 
nicht denken, da diese mit den Armeniern stets im besten einver- 
nehmen standen und sie oft gegen die Saracenen unterstützten. 

Dafs Jerusalem in den bänden der Christen ist, widerspricht 
allerdings der für D angenommenen zeit: aber dies erklärt sich 
ebenso wie oben die gefangennähme des heidnischen königs aus 
der vorläge die der dichter gerade an diesem Wendepunkt der fabel 
gar nicht verlafsen konnte. 



11. 



Bartsch setzt s. XXXVI das gedieht B um das jähr 1190 und 
führt als beweis dafür s. XXXIII einzelne ausdrücke des gedichtes 
sowie die reime an. wir müfsen aber seinen beweis in beiden 
punkten für hinfällig halten, betrachten wir zunächst der reihe 



158 ÜBER DIE ABFASSUNGSZETT DEB BEIDEN 

nach was er s. XXXIII und in den anm. als dem 12. und nicht 
dem 13. Jahrhundert zugehörig aufzählt, magen das in B. fünfmal 
steht kommt im 13. jahrh. vor in der kindh. Jesu 78,59 und in 
der urst. 110,67 und im Lanz. 112. 1241 der doch wenig vor 1200 
zu setzen ist, vielleicht nach 1200. gerehten, nur einmal in B, ist 
allerdings in gedichten des 12. jahrh. häufig gebraucht, aber im 
mhd. wb. 2, 1, 618 wird es auch aus S. Helbling nachgewiesen. 
dietdegen steht auch im Lanz. 2934 und in Dietrich und Wen. altd. 
bl. 1,339. über künneschaft s. mhd. wb. l,912Mmd Wolfr. Wb. 
41,18. armnote als n. soll sich hauptsächlich nur im 12. jahrh. 
finden, sagt Bartsch zu B 1884 und verweist auf das mhd. wb. 
1,58: aber dort stehen nur drei beispiele aus dem 12. jahrh., bei 
weitem mehr aus dem 13. und zwar aus dem ende desselben; noch 
mehr nachweise hat Lexers handwb. 1,95. — das schwache gehen 
soll nach Bartsch zu 255 fast nur noch im 12. jahrh. vorkommen; 
dafs es auch im 13. jahrh. gebraucht wird, zeigen aufser den im 
mhd. wb. 1,508 gegebenen stellen Lanz. 5724. altd. beisp. (zschr. 
7) 4, 41. Dietr. flucht 5932. j. Tit. 883,2. 

Mit befserem rechte wird sich von der spräche von B zeigen 
lafsen dafs der dichter unter dem einflufs der höfischen poesie stehl. 
darauf führt gleich beim ersten lesen die art der darstellung die im 
ganzen glatt und gewandt ist, an vielen orten sehr wortreich und 
unbequem breit wird, so z. b. die rede des kaisers 1357—88 oder 
1132—39 

swaz er wider iuch getan hat, 

daz xoellen wir im helfen Miezen, 

imz wir iwern utimnot wol gesüezen 

und iwern zorn gestillen, 

gar ndcli iwerm icillen 

iwer herzeleit verkeren 

wol nach des riches eren, 

nach urteile und iur selbes kür. 



oder 2906—1 1 



da genas dö menian inne 
wan des küneges tohter von Indid. 
diu behielt daz leben al eine dd 
(der andern einez niht genas, 
swaz ir in dem schiffe was) 
durch die schcßne an ir Übe. 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HEHZOG ERNST. 159 

unerträglich sind stellen wie 322—325 

einn fürslen der im dar zuo tohte 

er mit dem hrieve sande 

gen Beiern zuo dem lande, 

der im ze boten lool gezam. 
oder 3282 f. 

sie vernimt ir spräche niht, 

sie kau ir spräche niht verstdn. 
unbeholfene constructionen, die sich öfters finden, mögen zuweilen 
auf rechnung der schlechten Überlieferung kommen; doch war der 
dichter nicht sonderlich geschickt, ganz im tone der Schilderungen 
bei höfischen dichtem ist die beschreibung der bürg in Grippia 
2557 — 2644 gehalten, aus der einzelnes hernach zu erwähnen 
sein wird. 

Bei der frage ob der dichter von B ganze verse aus höfischen 
gedichten in sein werk hinübergenommen habe, ist es klar dafs auf 
die Übereinstimmung von wenig charakteristischen versen kein ge- 
wicht zu legen ist; vgl, deutsches heldenbuch 1866 1, XIII. es hat 
also nichts auf sich wenn z. b. Ernst B 1221 des loeiz got wol die 
wdrheit = Bit. 11925 ist, oder B 2525 ez ge ze schaden oder ze 
fromen = Parz. 157,2 = 263,8 und fast = Bit. 10339 wo erge 
steht, oder B 1313 daz dir got gebe leit fast gleich Bit. 10622 (im 
statt dir), ich würde dies kaum erwähnen, wenn nicht zuweilen 
auf solche zufällige Übereinstimmungen zu viel werth gelegt würde, 
wie z. b. Bartsch s. LVI ein par solcher häufig vorkommenden 
verse aus Ernst D anführt, allerdings mit dem bemerken die Über- 
einstimmung sei wohl nur zufällig. Bartsch führt zwei stellen des 
Ivvein an: aber die ähnhchkeit des gedankeus in B 11. 12 und 
Iw. 2485 f. (Bartsch s. 126) ist eine zu entfernte, und auch das 
bild B 5217 f. unde vielen von ir swcere als ein boum [dd] gevallen 
woere (Bartsch s. 179) braucht nicht aus Iwein 5073 f. entlehnt 
zu sein, sondern wird sich öfter von fallenden riesen finden, wie 
es ja gleich Odos in der anm. citierte worte zeigen, so wird auch 
B 1125 daz er dne schulde mangelt iuwerr hulde nicht aus Iwein 
5469 mhier frouwen hulde, der mangel ich an schulde entlehnt sein. 
— anders verhält es sich mit zwei stellen des Parzival: diese hat 
der dichter von B nachgeahmt. Bartsch führt zu 2597 sie glasten 
als ein glüendiu gluot Parz. 81,22 er gleste als ein glüendic (ghionde 
Ggg , glüendiu %) gluot an , will aber die entlehnung aus Wolfram 



160 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

nicht zugeben, die er selbst zu Mel. 5240 für drei stellen des 
Fleiers annahm, auch in der Variation Mai 41,28 die Inhten als ein 
glosendin gluot sieht man die reminiscenz aus Wolfram, ferner ist 
B 2879 noch (doch aj loil ich iu haz betinten von den seltsamen Unten 
aus Parz. 242, 1 ich loil iu doch paz hediuten von disen jdmerh(ßren 
Hüten entlehnt, dafs der dichter von B Wolfram kannte und nach- 
ahmte, bekunden auch andere Wendungen die das leicht erkennbare 
gepräge der Wolframischen manier deutlich zeigen, cm wirdekeit 
verzagt B 12. Parz. 122,19. — goldes diu flnot 1765. Wolfram hat 
oft fluot in der hedcutung menge von beeren, s. gramm. 4,726 und 
mhd. \vb. 3,356''. spätes Ursprunges ist die unechte strophe 
Walthers 36,23 du ßüetic ßuot harnmnge lügende und aller güete. — 
si ist aller bürge ein kröne 2790 stimmt genau zu Parz. 350,20 
aller ander bürge ein kröne. — ■ diu bnrc stnont gar unervorht: sie 
vorhte niemannes her 2240 f. ist zu vergleichen mit Parz. 564,30 
für allen stürm niht ein ber goeb si (die bürg) ze drizic jdren, op 
man ir wolle vdren. — zwei betten sind an höher kost vil unbelrogen 
2602. ich weifs nicht ob sich dieser ausdruck w örtlich im Wolfram 
findet; zu vergleichen ist Parz. 668,15 dem gezelt was koste niht 
vermiten, und 226,14 diu bnrc an veste nihl betrogen. Ulrich von 
Türheim der im Tristan öfter ^Yolfram nachahmt, hat ir lip an 
schoene ist unbelrogen 510,2. auch im Ernst D kommt niht betrogen 
so vor 81. 2398 und wird von Bartsch s. LV als entlehnung aus 
Wolfram bezeichnet, ähnlich sagt übrigens Hartmann im Erec 372 
saniit — dem daz golt was unerlogen. — sie waren des versümet 
nieht, sie woern geworht mit vollen 2590 f. des loas sin lip versümet 
nieht Parz. 167,20. — ir helse smal unde lanc ir beider swert vil 
wenic miten 3628 f. und sit sie diu not niht wolde mlden 409 1 zeigen 
auch Wolframs art, vgl. Parz. 128,22. 134,30. 139,21. 29. 165,17. 
175,18 u. ö. — gehabten sich ndch freuden siten 4209 vgl. Parz. 
99,12 gehabt iuch an der freuden vart was Wirnt entlehnt haben 
U71S an der freuden vart 208,29. site mit vorangestelltem genetiv 
ist bei Wolfram sehr beliebt, s. aufser mhd. wb. 2, 2,324 nach 
freuden siten Parz. 793,30. 796,30. mit jdmers silen 795,1. durch 
ellens Site bSd, 22. zühle site gelich 167,4. minne site 643,8; und 
gewis findet sich noch mehr, in B steht noch so ndch koufes site 
5345. — die Wolfram eigcnthümliche Versicherung für unbelrogen 
(mhd. wb. 3,104'') findet sich wiederholt in B: und so gar für un- 
belrogen was gelobt übr alliu lanl 162. da von vil herlichen schein 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HERZOG ERNST. 161 

manec edel stein für- u. 3045. dienten im für u. 3540. der im s6 
gar für u. het behalten al 9in ere 4758. zu vergleichen ist damit 
für ungelogen^) sagen 4123. für n. wizzen 4949: einen beleg dafür 
gewährt zwar die Eneit 252,21 daz saget man vor ungelogen, aber 
bei Wolfram ist es besonders beliebt, s. z. b. Parz. 5,18. (64,1 Ggg). 
593,10. also wird man auch hier entlehnung von B aus Wolfram 
annehmen; ebenso wohl für den brief B 352, der sich sonst auch 
auf Veldeke zurückführen liefse, s. W. Grimm zu Athis s. 376. — 
B 244 heifst Ottegebe ein ivol berendiu loinrehe. hernde hat Wolfram 
wohl zuerst öfter so,s. mhd. wb. 1,139' und Parz. 160,24. Tit. 96,1. 
Was oben allgemein von der darstellung in B gesagt wurde, dafs sie 
höfische Vorbilder voraussetze, läfst sich auch von der spräche zeigen, 
der dichter von ß bedient sich oft solcher Wendungen die erst durch 
die höfischen dichter aufnähme oder allgemeinere Verbreitung fan- 
den, manche davon finden sich auch in den Nib. und der Kudrun- 
aber das volksepos ist ja auch in seinem stil nicht frei von diesem 
einflufse, wie Lachmann über drei bruchstücke niederrh. ged. s. 160 
bemerkt hat, und von der diction des volksepos gilt dasselbe, es 
versteht sich von selbst dal's es nicht leicht ist dies im einzelnen 
ohne jeglichen irrthum nachzuweisen ; aber wenn auch einzelnes 
in der folgenden Zusammenstellung sich schon bei älteren dichtem 
vorfinden solte, so wird doch das übrige die kraft des beweises 
beanspruchen dürfen ; vielleicht läfst sich auch noch anderes nach- 
tragen, als ausdrücke in B die bei den höfischen dichtem oft vor- 
kommen, vorher aber sich kaum werden nachweisen lafsen, betrachte 
ich folgende: einem holdez herze tragen B 562. Parz. 307,10. 397,22. 
holdemoillen tragen B 635. Nib. (355,4). 1001,4. holden muot tragen 
Greg. 1288. vgl. B 588 daz du dhis holden muotes nimmer entwichest 
mir. — ze lobe stdn 631. Erec 647. 1588. 2914. 8557. Kindh. 
88,59. Mai 11,37 vgl. B 42 mit eren lobeUchen stuonden alliu siniu 
dinc. — mit jdmer überladen 1510. mit strite überladen 840. 5372. 
vgl. die heiden sie dö werten da von sie waren überladen 3801. über- 
laden kommt so öfter im Iwein vor, vgl. büchl. 2,732 mit stcete üb. 
Greg. 632 von schaden üb.; auch bei Wolfr. swenn überlüede mich 
der stiitVfh. 51,23, und im Parz. wird sehr oft verladen vom streit 
und vom kummer gebraucht; das mhd. wb. 1,926'' giebt zwar nur 



*) tvär und niht gelogen B 3952. vü ungelogen 560, wofür Bartsch viel- 
leicht richtig vorschlägt J'ür ungelogen, findet sich auch bei andern dichtem. 
Z. f. D. A. neue folge in. 11 



162 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

ein par stellen. — sie hdte gncedeclich entladen got der starken 
sivoere 4296. so gröz lasier nnde schaden, des er sich nimmer künde 
entladen 1406. vgl. möhte ich mich des wol entladen 1218. daz ich 
. . .miner swcere wurde entladen Hartm. büchl. 1,128. die recken 
wurden ouch eyitladen nmnuotes Lanz. 1236. — durch slner zuht 
gebot 1918. durch ir zühte gebot 2502. durch miner z. g. Parz. 
330,1. er loas in leides geböte Greg. 2435. — mich betriege dannün 
sm 2982. mich entriege min sin 3360 = Iw, 3812. mich entriege 
{danne) min wdn Ei-. 557. Iw. 2595. Lanz. 1222. — ein michel 
herzeleit iiberkomen 3699. swcere üb. Iw. 4772. not üb. Greg. 2005. 
— daz sin wer was so {ze b) kranc 3815. iwer wer ist mir hie ze 
kranc Erec 3832. mit kranker wer Ecke 1 19,5. si wurden kranc an 
ir wer Dietr. 11. 6604. des starken Dietriches wer wart unmdzlichen 
kranc Dietrich und Wen. 413. vgl. da mite krenket sich min wer 
Parz. 286,9. — die berufungen nach der dveyitiure sage 3891 und 
unstuotdiu dventiure bekant 4813 sind bei den höllschen dichtem 
und ihren nachahmern sehr häufig, s. J. Grimm kl. sehr. 1,86 und 
mhd. wb. 1,71''. in den Nib. findet sich als uns diu dventiure giht 
nur in C 2749, und ebenso in der klage hs. D nach vers 21. uns 
seit diu dventiure kluoc Ecke 79,4 als uns diu dventiure seil Golde- 
mar 2,13 zeigt wie manches andere bei Albrecht von Kemenaten 
höfischen einflufs. s. Dllß 5, XXIV. XL. — gefügeles also vil, in solher 
mdze zil 4962. ir z\iht stuont in der mdze zil Wig. 236,25. vgl. B 
4455 in der selben mdze erkant. — über kurz od (Bartsch und) über 
lanc 4879 = Erec 6295. diu werlt ste kurz ode lanc Iw. 605. — 
die alden mit den jungen icdren freudeii unverhert 5273. lobes unv. 
Lanz. 5403. der unverherte an Übe und an eren 3158. vgl. die diet 
ez freuden herte Parz. 493,7. und mich alles des beherst daz fröude 
geheizen mac büchl. 1,392. swd ich im gedienen mac, deiswdr des ist 
er unbehert Wig. 221,7. der wirt des so tinbehert Krone 1109. — 
ich wil michs gen im begeben b9db. ich habe mich, herze, des begeben 
büchl. 1,1 13. die . . . sich schänden begebent 2,708. ich hete . . . mich 
des libes begeben Iw. 667. — B 1121. 1245. 2493. 2501. 2524 
begegnet benamen,das bekannte lieblingswort Hartmanns, das auch 
Gottfried und Wirnt sehr oft gebrauchen, Wolfram ziemlich selten, 
auch die stellen im Lanz. 4284. 4492. 5198 sowie Ecke 114,1. 
Eracl. 4614 werden nachahmung Hartmanns sein, wenn auch ein- 
mal benamen vor Hartmann sich findet, Eneit 232,26. — ze ßize 
geschdchzabelt und gevieret 2222. geschdzavelt genöte wiz unde röte 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HERZOG ERNST. 163 

wdrn die steine gevierethaniz. 4107. — ein samit Vierecke unde blä 
2630. ein samit Vierecke, hoch unde wit Parz. 563,2. 

Noch sind zwei stellen zu erwähnen die zwar keinen zwingen- 
den beweis gegen Bartschens Zeitbestimmung von B Hefern, die 
aber zu unserer annähme dafs B ins 13. jahrh. gehöre befser passen. 
5294 f. heilst es von Ernst da enphiengen icol den icigant beide man 
undewip: er was in liep als der lip. vom liebesverhältnis gesagt ist 
(liep) sin also der lip alt, aber kaum in der veränderten bedeutung 
wie es hier in B steht. — 3S58 reimt in snellen galeiden : leideti; 
diese form statt galie erscheint gereimt nur in zwei interpoherten 
Strophen der Kudrun galeide : beide 490,3 und galeide : ougenweide 
(cäsur) 1073,1. die entsprechende lateinische form galeida belegt 
du Gange aus Albertus Aquensis, sie findet sich auch z. b. in den 
ann. Col. maximi MG. 17,790. 799. 813. 833 und in Arnolds chron. 
Slav. MG. 21,179; aber alle diese stellen geben keinen beweis da- 
für dafs diese form ins 12. jahrh. hinauf reiche. 

Nach dem was sich uns über die spräche von B ergeben hat, 
wird das gedieht nicht früher zu setzen sein als etwa 1215 bis 1230. 
von Wolframs Parzival wird er nicht wie Wirnt nur einzelne bücher 
gekannt haben, sondern er hatte wohl das ganze gedieht vor sich. 

Aber wie verhält es sich mit der metrik? Bartsch stellt s. 
XXXIII f. die reime von B zusammen und findet vieles was dem 
12. Jahrhundert angehört, aber man mufs in dieser beziehung vor- 
sichtig sein, da die Überlieferung der beiden hss. wie schon be- 
merkt sehr schlecht ist und besonders b an vielen stellen wo Bartsch 
nach a alterthümliche reime annimmt nicht nur in einzelnen Wor- 
ten abweicht, sondern in ganzen Zeilen, auch a enthält wohl mehr 
eigenes machwerk des Schreibers als Bartsch annimmt, einige male 
hat er den rohen reim in a entfernt, so leben : genesen 3931. 
willen -.innen 2919. versert : verzert 1759, und fast immer die 
von 6, z. b. anm. zu 195. 255. 2199. 2243. 2451. 4517 u. s. w. 
Bartsch will zuerst die reime geben 'die der zeit und der mundart 
des bearbeiters (B) nicht zukommen ; aber er führt in diesem ab- 
schnitt erstens selbst manche reime auf, die er für bairisch-öster- 
reichisch erklärt , und in betreff des bairisch-österreichischen Ur- 
sprunges von B stimmt ja Bartsch mit Haupt überein ')• zweitens 

') die durchaus nicht neue Wahrnehmung s. XXXVI dafs dürnitz auch in 
Norddeutschland vorkomme als dörns, dörnsse und die daraus gezogene irrige 
folgerung dafs deshalb dürnitz keinen beweis gähe für den bairischen Ursprung 
von ß, wäre befser weggeblieben. 1 1 * 



164 ÜBER DIE ABFASSUNGSZEIT DER BEIDEN 

sind einem bairischen dichter des 13. Jahrhunderts (oder wie Bartsch 
annimmt, von 1190) auch 6 statt oe {nöten ^\ut.: töten^Sl^), a für 
{du Salt : gewalt 385) d für a' {siodr : lipiar 2183) vollkommen 
gerecht, s. Weinhold, bair. gramm. §§ 6. 54, und ebenso das partic. 
gesamenöt : not 91. 

Die unregelmäfsigen reime von B kommen zum theil auch in 
D vor, dessen zeit Bartsch doch gegen 1300 setzt: man mufs sich 
wundern dafs er die Übereinstimmung nicht wahrgenommen hat. 
er fiUirt s. XXXIV die reime gerte ; kerte, loerten : verwerten aus B 
ohne bemerkung auf, s. LVIII aber mehrfaches er : er und lerte : 
verte 1379 aus D mit den worten *^alle diese reime gehören einer 
jungern zeit an, am frühesten scheinen sie in Baiern zu begegnen': 
s. Weinhold bair. gramm. § 48 und nerte : kerte Parz. 603, 1 1 . 
werte: erte 212,7. kern : ivern 693,11. ferner sind s. XXXV 
bort : gehört B 4121. 4273. hörte : tvorten 703 angeführt, dagegen 
s. LVIII aus D wort : gehört achtmal, hörte : worte 535. bekorten : 
hörten 3489. orte : gehörte 3935 mit dem zusatz dafs man diese 
reime auf Mitteldeutschland zurückführen dürfe, ebenso werden 
die vielen rührenden reime aus B gesammelt 'die neben so vielem 
andern beweisen dafs der dichter vor die eigenthch höfische zeit 
fällt' s. XXXVI , während es von dem dichter von D , der ebenfalls 
den rührenden reim oft hat, s. LX heifst 'für ihn gelten die stren- 
gen gesetze der höfischen kunst nicht mehr, wie sie für den dichter 
von B noch nicht galten . dafs B auslautendes e im reim abwirft, 
wird in der vorrede gar nicht erwähnt, nur in der anm. zu 5759 
sind verkürzte dative angeführt, zu 1316 die degen : wiegen, die pil- 
gerin : sin wozu noch nachzutragen ist der höchgemnot : guot 5292 ; 
vgl. auch verkürzte präterita im verse, anm. zu 4571. 5558 und 
andere apocopen zu 5360. dagegen best man s. LIX 'die begin- 
nende roheit seines Zeitalters zeigt der dichter (von D) in dem 
häufigen abwerfen des e im reime', wozu man deutsches heldenbuch 
1866 1, XL VII vergleiche. 

Das resultat, welches die reime von B ergeben, ist also ein 
wesentlich anderes als bei Bartsch, nur sehr wenige reime bleiben 
von denen man annehmen darf dafs sie der bearbeiter (B) seiner 
mundart entgegen aus dem originale (A, d. i. das älteste nd. gedieht 
von herzog Ernst) [beibehielt dem er oft sehr genau folgt, wie 
Bartsch s. XXIX f. nachweist, im ganzen aber sind die reime von 
B durchaus so wie man sie in einem kunstlosen bairischen gedieht 



DEUTSCHEN GEDICHTE VON HERZOG ERNST. 165 

von 12t 5 — 30 erwarten kann, vvie leicht Bartsch alterthüniliche 
reime in B annimmt , zeigen auch s. XXXV heiligen : nigen 4429. 
Erniste : liste 5277. reime die dem ersten entsjjrechen hat auch 
die Krone lebendigen : unverzigen 7627 und sehr oft Otacker, z. h. 
schuldigen : ligen 397''. 596°. trnrigen : verzigen 471". 544''. lei- 
digen : versteigen 559''. listigen : ligen 512''. die von Bartsch über- 
sehene Übereinstimmung der reime von D ') und B, sowie die ver- 
gleichung mit den reimen anderer österreichisch-bairischer dichter 
zeigt dafs im allgemeinen aus reimfreiheiten sich mit mehr Sicher- 
heit auf den dialekt eines gedichtes als auf seine zeit schliel'sen läfst. 
Auch aus dem inneren bau der verse in B will Bartsch das 
alter des gedichtes beweisen, er macht wiederholt (z. b. zu 266. 
1933. 3342) auf die längeren verse aufmerksam, in denen sich die 
kunst des 12. jahrh. zeige, namentlich sollen auch die verse mit 
drei- und sogar viersilbigem auftakt meist aus Ä unverändert auf- 
genommen sein: zu 5175. von den schweren auftakten die der 
herausgeber demzufolge getreu conserviert würden sich manche 
leicht beseitigen lafsen : so würde man in versen wie beide armen 
Wide riehen (s. zu 5558) einfach beide streichen und statt also (so, 
ohne circumflex, schreibt der herausgeber, s. zu 5686) vor der 
ersten hebung lieber als oder sm schreiben, aber was Bartsch sonst 
anführt, betonungen wie die halsberge, die eilenden, ddz loch, zu 
1637; werltche , grözlkhe, loisheit, Wirtschaft zu 2008 ; unfrö',un- 
schMde zu 4711; die bindung von dreisilbigen klingenden versen 
mit viersilbigen, (zu 3242): alles dies weist auf entartiing der kunst 
hin und ist wohl nicht dem dichter von B zuzutrauen, sondern 
mufs der schlechten überheferung zugeschrieben werden die nicht 
gestattet", den text wie er im ersten drittel des 13. jahrh. verfafst 
wurde sicher herzustellen, stünde die Überlieferung dem echten 
näher, so \\Tirden die Senkungen wohl öfter fehlen als es in dem 
texte von Bartsch der fall ist; und die verse Avürden sich lesen 
lafsen ohne so häufige verschleifung , kürzung und unregelmäfsige 
betonung. 

Berlin, im Januar 1870. OSKAR JÄNICKE. 

') Bartsch giebt s. LVIl f. ein nicht ganz vollständiges Verzeichnis und 
bürdet dem dichter mit dem allerdings nicht viel Staat zu machen ist einen 
rohen reim dz : was 3329 mit unrecht auf; es heilst vii gebeirtes sunder ds 
aldd in den kielen was. 



166 EIN FRAGEBUCHLEIN 



EIN FRAGEBÜCHLEIN AUS DEM NEUNTEN 
JAHRHUNDERT. 

Das folgende stück findet sich in einer Münchener sammel- 
handschrift des neunten Jahrhunderts (Chn. 19417. einst Tegerns. 
S. 40. 3" auf s. 71" — 74') und ist nach einer abschrift mitgetheilt 
welche vor einigen jähren der bibliotheksassistent hr. F. Keinz für 
hrn. Professor Müllenhoff genommen hat. die zahlreichen abkür- 
zungen der hs. habe ich aufgelöst, im übrigen aber der wunder- 
Hchen latinität des Schreibers nicht nahe treten mögen; denn wenn 
auch einiges Schreibfehler sind, im ganzen wird der mann sein la- 
tein wohl so gesprochen haben, wie er es geschrieben hat ; die spär- 
lichen änderungen also, welche durch klammern bezeichnet in den 
text gesetzt sind, sollen diesen nicht emendieren, sondern nur sein 
Verständnis erleichtern. 

Als eigentliche rätsei können diese fragen noch kaum ange- 
sehen werden: sie sind nicht sowohl prüfungen des Verstandes als 
des wifsens, und können ihren Ursprung aus den gelehrten kreisen 
der geistlichen nicht verleugnen, aber an diese ernsten fragen der 
gelehrsamkeit lehnten sich im laufe der Jahrhunderte scherz und 

Es möge erlaubt sein hier noch einiges zu der bearbeitung der disputatio 
Pippini cum Albino (zschr. f. d. altert, n. f. II, 530 fl.) nachzutragen, für nr. 
96 hat hr. dr. Steinmeyer die einfache auflösung 'kopfkissen' gefunden, und 
für nr. 97 erkannt, dafs wenn man statt I und XXX die griechischen Zahl- 
zeichen « und X setzt, man die anfangsbuchstaben von Adam und Lazarus er- 
hält, für die erklärung der worte: die tarnen primas iiteras Dominum. 
I. IUI. I. XXX ist hiermit gewis der richtige weg gewiesen, wenn auch die 
zeichen zwischen I und XXX in ihrer beziehung auf Elias noch nicht klar 
sind. — ferner ist mir inzwischen noch eine italienische bearbeitung der 
responsa Secundi philosophi ad interrogata Adriani (s. a. o. s. 546) bekannt 
geworden, welche im cod. Riccard. 1930 (saec. XIV) dem gespräch zwischen 
Sidracco und Botozzo angehängt ist. A. Bartoli in il libro di Sidrach, testo 
inedito de secolo XIV; parte prima (Bologna 186S) meint s. XXVI der Schrei- 
ber habe seine vorläge je näher dem ende um so mehr verkürzt, und schliefse 
'col far cosa quasi originale'; er habe sich nicht enthalten können, einige der 
letzten capitel dieses buches mitzutheilen, welche in ihrer kürze allerliebst 
schienen, die fragen, welche er auf s. XXVI ff. abdruckt, entsprechen den 
nr. 2—5. 7. 10—12. 14. 15. 17. 18. 21. 22. 20. 24. 23. 25— 33 jener responsa, 
wie sie im speculum historiale des Vincentius Bellovacensis zu finden sind. 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 167 

witz an, und für die historische Verfolgung der rätseUiteratur sind 
diese fragebüchlein von erhebhcher bedeutung (vgl. MSD s. 343). 
Ähnliche Sammlungen hat J.Kemble in 'the dialogue of Salo- 
mon and Saturnus' (London 1848) mitgetheilt: Salonion and Sa- 
turnus (SS) s. 178 ff., Adrian and Ritheus (AR) s. 198 ff., beide 
angelsächsisch; Adrian and Epictus (AE) s. 212 ff., lateinisch, the 
master of Oxfords catechism (Ox. Cat.) s. 216 ff. auch in Beda's 
collectanea und flores sind viele übereinstimmende fragen, und die 
Sammlung der Schlettstädter hs. '), aus der Bethmann in Naunianns 
Serapeum 1845 s. 29 siebzehn fragen mitgetheilt hat, gehört gleich- 
falls hierher, der nachfolgenden am nächsten steht der Adrian und 
Epictus, der gleiche fragen zum theil in gleicher reihenfolge ent- 
hält, eine provenzalische bearbeitung dieses AE hat Bartsch in den 
denkmälern der provenzalischen litteratur s. 306 — 310 herausge- 
geben (MSD s. 343). 

INTERR0GATI0NES2). 

^Quis est quod tangitur et non videtur? Anima hominis. 

^Quid est quod videtur et non tangitur? Cglum. 

^Quid est aspectum parvissimum, tota[m] contegit terram et 
totam illuminat orbem? Sol. 

* Quis vivit dum seculum vicit ? Helias et Enoc et Johannes. 

^Quis escam mohorum saxa conrumpit? Aqua. 

® Quis crescit et descrescit ? Luna. 

^Quid est delectabile et odiosum? Nox. 

®Quid est quod ad [s. 71'] unum vadit et ad unum redit? 
Pluvia. 

^ Quid est bonum et malum ? Resurrectio, quando alii ad vitam 
alii ad poenam trahuntur. 

^°Quid est vivit sepultus vivit et sepulchrum? Jonas in ventre 
coeti. 

^^ Quis tres horas fecit sol stare? Jesu Nave, successor Moysen, 
in pugna; mons autem in quo stabat Gabaon. et luna stetit in 
vale Elon. 

') Wie mirhr. prof. Müllenhoff mittheilt ist dieselbe neuerdings zu wieder- 
holten malen, zuletzt von Martin gesucht aber nicht gefunden. 

^) Am oberen rande des blattes steht noch von einer hand des 15. jahrh. : 
interrogationes varie et rare valde. 



168 EIN FRAGEBÜCHLEIN 

^^Quales primi civitas facta fuit? Ninniv^. 

'^Qui eam edificavit? Nimo; ubi fuerunt c viginti milia ho- 
minum. 

"Quod mansiones habet? Ut illa tota circis XII. una mansio 
triginta milia habet pedes. 

^^Quod genera sunt vohcribus pinnatis? Quinquaginta IUI or. 
[fol. 72-] 

^^Quid videtur ire et numquam redire? Sol. 

*'Quid est quod uni placet et alteri dispUcit? Judicium. 

^^Quattuor vide[n]tur et investigantur? Viam aquile et viam 
colobri et viam (et) viri in aduliscentiam suam, et viam navis in 
medio mare. 

"Tres sunt qui numquam satiantur: Infernum et terra, que 
non satiatur aqua et ignis qui numquam dicit sufficit; ita et cupi- 
ditas hominum insatiabilis est. 

^°Quis est mortuos et non est natus? Adam. 

^^Quod fihos habuit ipse Adam? Triginta et triginta filias, 
excepto Cain et Habe]. 

^^Quis primus obtuUt holocaustum ex ipsis? Abel [fol. 72'] 
agnum protulit; pro eo occidit eum Cain. 

^'^Quis tribus diebus et tribus noctibus oravit nee c^lum vidit 
nee terram tetigit? Jonas in ventre piscis. 

'^^Quis sine fuste et gladio draconem interficit? Daniel. 

^^Cuius sepulchrum non est inventum in terra? Moysy. 

^^Quis asinas quaerendum [1. quaerendo] regnum invenit? 
Saul. 

^^Quis primus monasterium construxit? Ante adventum Elias 
et Eliseos et post adventum Paulus heremita et Antonius abba. 

^®In quo monte(m) numquam pluit usque in hodiernum diem? 
In Gelboe. 

^^Quis eum male dixit? David rex. 

^"Quis cum cane locu[fol. 73']tus fuit? Sanctus Petrus; et 

^^Quis cum asina locutus fuit? Belaam, propheta gentiles. 

^^Quot provinti^ sunt terr^? Duodecem. 

"Quod genera sunt serpentium? Triginta IUI or. 

^*Quis upserpentem? Corcotrillo. 

^^Quod genera sunt piscium? Triginta sex. 

18. Die negatioD fehlt. 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 169 

^^Qui illorum noniina posuit? Adam. 

*'Quo ordine vel pro qua re servi facti sunt? De Cham, qui 
de verecundia patris sui risit. 

^^Quis fuit bis natus et semel mortuus? Lazarus. 

^^Quis Christus vidit et dormiet? Sanctus Johannis. 

*"Ubi Adam accepit baptismum? In monte Calvari^, ubi do- 
minus Jesus Christus cruci fixus est, de eins sanguine. 

*^Quis dedit quod non habebat et reeepit quod dederat? 
Sanctus Johannes [fol. 73'] baptismum et Eva lac. 

■*^Qui aviam suam virginem violavit? Abel terra[m]. 

*"Qui antea tectum fecit quam sol[um] ? Dominus celus (1. celos) 
antequam terram. 

**Qui cum domino crucifixi sunt? Ad dextris Joatras et Cam- 
matras a sinistris. 

^^Quantas sortes fecerunt mihtes de veste domini? Quattuor, 
unicuique miHtum parte una; stolam non divisam, et calciamenta 
non invenerunt. 

^^Qui mortuos (1. mortuus) mortuum suscitavit? Ehseus in 
Galgahs in suo sepulchro. 

*'Qui sunt nati et non sunt mortui? Hehas et Enoc et Jo- 
hannes evangehsta. 

*^Cui prius per baptismum beneti data est piscio. 

*^Qui primum bestias mulsit. Sanctus Mamis. 

^"Qui vidit [dormijens [fol. 74"] scala[m] posita[m] contra c^lum, 
cuius altitudo tangens caelum? Sanctus Jacob. 

^^Quis cum fdias suas peccavit? Loth. 

*^Quis sine fuste et gladio leonem interficit? Samson. 



1. Richtiger scheint in AE 38 zu derselben frage als auflösung 
amma gegeben zu sein; den wind fühlt man ohne ihn zu sehen, in 
Bedas flores (Bedae opera Basileae 1563. Hl) heilst es aber s. 650: 
Die mihi quae est illa res quae coelum totamque terram replevit, 
Silvas et surculos confringit, omniaque fundamenta concutit: sed 
nee ocnlis videri aut manibns tangi potest , und das nahe verwandte 
rätsei Aldelms de vento beginnt mit passenderem ausdruck: cer- 
nere nie nulli possunt nee pt^endere palmis. 

50. dormiens ergänzt von Joffe. 



170 EIN FRAGEBUCHLEIN 

2. AE 39 mit der auflösung nubes vel coelum. 

3. In AE folgt auf die beiden vorhergehenden rätsei Quid est 
sol? splendor diei, eine frage die auch in der altercalio Hadriani et 
Epicteti und in der disputatio Pippini cum Albino begegnet s. zschr. 
f. d. altert, n. f. 2,536. der vorstehenden ähnlicher ist AR 9 Saga 
me hü mycel seö sunne sy. Ic de secge, heö is mare donne eorde, 
for dam de heö bid on selcum lande hat. 

4. Woher Johannes kommt weifs ich nicht; in AE 71 heifst 
es nur Quis pugnaturus est in consummacione seculi cum Anti- 
christo? — Enoch et Elias, die annähme dafs Enoch und Elias 
mit dem Antichrist kämpfen und erst von ihm sollen getödtet wer- 
den, findet sich auch in dem evangelium Nicodemi c. 25 (Fabricius 
codex apocryphus novi test. Hamb. 1819. 1,291. 2,477). vgl. 47. 
der glaube, dafs Johannes nicht gestorben sei, entstand schon früh 
aus Christi Worten: \So ich will, dafs er bleibe bifs ich komme, was 
gehet es dich an' (Ev. Job. 21, 22). vgl. Fabricius a. o. s. 533. 590. 

5. Weifs ich nicht zu emendieren; die mühlsteine scheinen 
gemeint. 

6. Der AE 43 hat anstatt dieses rätseis Quid est luna? 
Splendor in tenebris et doctrina malorum. vgl. disp. Pipp. cum Alb. 
nr. 51. 

7. = AE 41. nah verwandt sind nr. 9. 17. 

8. Unverständlich, wie AE 42: Quid est ab uno vadit, et ad 
unum redit und im provenzalischen AE 40 Cal cauza va ad una et 
ad antra torna? respos: plueja. etwa ab uno vadit et ad unum redit. 
vgl. Symposius de pluvia : Et sinus effudit qui me prius ipse recepit, 
und Jul. Scaliger, poemata (in bibliopolio CommeHniano 1600) 
1,513 de aqua: A me ipsa ad me ipsam egredior remeoque. 

9. s. 7 und 17. 

10. Dieses rätsei über Jonas begegnet in den von Kemble mit- 
getheilten englischen Fragebüchern nicht; aber manche deutsche 
rätsei erinnern daran; z. b. : 

Begraben lag ein Mann gar tief. 
Das Grab mit ihm herummer lief: 
Gleichwohl im Himmel noch auf Erd 
Weder er noch Sarck gefunden ward 
Sphinx Heidfeldii s. 1202 und ebenso in dem angenehmen Zeitver- 
treib lustiger gesellschaften (Frankfurt und Leipzig 1772) nr. 270. 
vgl. ebend. nr. 139. 265. und in Scaligers rätsei (1,515), welches 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 171 

auch unter die Joannis Lautcrbachii poetae nobilis et laiiro coro- 
nati aenigmata (e collegio Paltheniano 1601) s. 17 aufgenommen 
ist: Sum nondum dira confectus morte sepultus . . . meque capit 
vivus, meque vehit tumiilus. vgl. nr. 22. 

11. Quis tres horas solem in celo fecit stare? — Josue mi- 
nister Moysi, in pugna AE 44. Saga me, hwa dyde dset sunne stöd 
äne tid dwges? Ic de secge, Josue hit gedydeinMoyses gefeohte; seö 
dun hätte Gabaon, deheö on stöd AR 42. s. Josua 10,12 dixitque 
coram eis: Sol contra Gabaon ne movearis et luna contra vallem 
Ajalon {AlXo)v). die dreistündige frist wird in der Bibel nicht er- 
wähnt; auch nicht im provenzalischen AE. 

12. AE 24 hat nur: Quae civitas primum facta est? Niniven; 
Beda in den flores s. 652; Quis primus princeps factus est? Ninus 
iili^s Beli. — Quae prima civitas? Ninive. — Quis eam aedificavit? 
Ninus. S S 25. Saga me hwylc man ätimbrode »rust ceastre? Ic de 
secge, Knos hätte and was Ninivem seö burh ; and waeron deerin ge- 
manna hund twelftig dusenda and XX dusenda; and Hierusalem seö 
buih heö was arest eefter dam Noes flöd getimbrod. — Nimo im text 
soll offenbar Ninös sein; Ninus, Belos söhn, erscheint als gründer 
Ninives z. b. auch bei Augustin de civitate dei, nicht aber in der 
bibel, wo es (Genes. 10,11) nach der vulgata heifst: Me terra illa 
egressus est Assur et aedificavit Niniven . — Ninus ist identisch 
mit dem Nemrod, dem söhne des Cusch oder Xovc — daraus er- 
klärt sich wohl Knos in dem angelsächsischen rätsei — der ein 
gewaltiger Jäger war vor dem herrn et coepit esse potens in terra. 
— die einwohnerzahl der Stadt ist im Jonas (4,11) angegeben: et 
ego non parcam Nineve civitati magnae in qua sunt plus quam 
centum viginti milia hominum. die angäbe des lateinischen frage- 
büchleins stimmt dazu, im angelsächsischen ist and XX dusenda 
ungehöriger zusatz. — die bestimmung des umkreifses auf 12 
tagereisen findet in der bibel keine bestätigung. bei Jonas (3,4) 
heifst es: civitas magna itinere trium dierum. 

15. Vierundfünfzig vogelarten haben auch SS 51, Ox. Cat. 
s. 219 und der provenzalische AE nr. 33. Beda flores s. 652 hat 
nur siebenunddreifsig , AR 33 tvd and fiftig, AE 36 quinquaginta 
XX. aus der bibel stammen diese angaben nicht, vgl. 33. 

17. SS 49 Saga me, hwa't is d»t ödrum licige and ödrum mis- 
licige? Jede secge, dset is dorn. — Ox. Cat. s. 219 Which thinge 
is it that som loveth and som hateth? That is jugement. vgl. 



172 EIN FRÄGEBUCHLEIN 

Müllenhoff Scherer, Denkmäler s. 370. — dieselbe frage aber mit 
der auflösung vita in Bedas flores s. 653; wohl unter anlehnung 
an die altercatio Hadriani et Epicteti (quid est vita? Beatorum 
laetitia, miserorum moestitia), mit welcher auch die in den flores 
vorhergehenden fragen stimmen, s. zschr. f. d. altert, n. f. 2, 
531. 549 f. 

1 8. Proverbia 30,18 Tria sunt difficilia mihi et quartum penitus 
ignoro: viam aquilae in coelo, viam colubri super petram, viam navis 
in medio mari et viam viri in adolescentia. — in den englischen 
büchern findet sich diese frage nicht, wohl aber die folgende, die 
also den anlafs gegeben haben mag auch diese einzuschieben, in 
deutschen rätseln und gedichten ist diese stelle der proverbia 
häutig benutzt; so von Freidank 128,6 Des wien vluc, des schifl'es 
vluz, des slangen sluf, des donres schuz, wie geraten süln diu jungen 
kint, der sträze uns alle vremde sint; von Bruder Wernher MSH 
2,230^ in der tochter Sion (Diutisca 3,7) s. W. Grimm Freidank 
s. LXXIV und 375. Friedreich, geschichte des rätseis s. 156 fol. 
zu vergleichen ist auch ein rätsei Sebastian Scheffers (Reusner 
aenigmatographia s. 328 f.) : 

Die mihi, tunc quo vis sapiente valentior esto, 

Omnia qui cerebro te retinere putas. 
Sub Jove sunt aquilae vestigia quanta volantis? 

Rupe colubrorum sunt ubi signa pedum? 
Semina quae medio dum currit in aequore nauta? 
Quis iuvenum scortis ad loca foeda gradus. 
die abweichung in dem letzten punkt beruht auf dem hebräischen 
text. 

19. Die grundlag'fe bildet eine stelle in den proverbia 30,15. 16: 
Tria sunt insaturabiUa, et quartum, quod nunquam dielt 'sufficit': 
infernus, et os vulvae, et terra, quae non satiatur aqua: ignis vero 
nunquam dicit 'sufticit'. sie findet sich wörtlich in Bedas flores 
(s. 648), versificiert in einer handschrifthchen sprichwörtersamm- 
lung des Trinity College (Kemble s. 196) : 

Quatuor, ut fantur, sunt quae nunquam satiantur; 
ignis et os vulvae, pelagus, ba atrique vorago 
und deutsch in dem Rätersch Büclüin (Strafsburg 1562): Raht, 
was ist nit zu erfüllen : vier ding die hell, der frauen bauch, die erd 
mit wasser und das fevvr. — die obenstehende fafsung entfernt 
sich von dem text der bibel , dadurch dafs in ihr für das os vulvae 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 173 

die cupiditas hominum eingetreten ist; gerade wie im SS 50: Saga 
me, hwset syndon da Uli thing de nsefre fülle nseron ne naefre ne beod? 
Ic de secge, an is eorde, öder is fyr, tbridde is hell, feorde is se gitsienda 
man worulde welena; und im Ox. Cat. s. 2 19 whicli be llie IUI thingis 
that never was füll nor never shalbe? The first is erth, the second 
is fire, the thirde is hell, the fourth is a covitous man. auf die Um- 
gestaltung hat vielleicht Prov. 27,20 eingewirkt: Ut sepulcrum et 
perditio non satiantui", ita oculi hominis non satiantur. auch Frei- 
dank (69,5) schliefst sich der Vulgata nicht an — absichtlich, meint 
Grimm s. CXVHI, 'um den anstand nicht zu verletzen — wird aber 
unverständlich, weil er das vierte unersättliche ganz unbezeichnet 
läfst. im provenzaUschen Adrian und Epictus werden überhaupt 
nur drei unersätthche dinge genannt: con foc et yfern. weniger 
eng schliefsen sich der bibelstelle an, aber doch immer deutüch auf 
sie zurückweisend, zwei verse im Welschen Gast 45 (diu helle und 
der arge man werdent nimmer sat), welche Grimm in der anmer- 
kung citiert, eine stelle im Esop des Durkard Waldis (4, 93, 31): 

Mit holtz lefst sich das Fewr nit stillen, 
die Erd auch nit mit Wafser füllen, 

ein rätsei des Hieronymus Arconatus (Reusner aenigm. s. 333) : 
Omnia cum possint expleri, tempore nullo 
Expleri possunt, foemina, flamma, fretum 

und eine travestie, von Remble s. 196 mitgetheilt, welche die tria 
insatiabilia auf priester, mönche und die see deutet, auch in der 
vita Aesopi die Joachim Camerarius seiner lateinischen bearbeitung 
der aesopischen fabeln (2. ausg. Tübingen 1615) vorausgesandt 
hat, wird diese üble trias erwähnt (s. 16 f.). da es dem philosophen 
Xanthus nicht gelingt, seine schmollende gemahlin auszusöhnen, 
fordert er den sclaven Aesop auf, das wort zu ergreifen: „Tum 
Aesopus paulisper cunctatus, Graecum versiculum pronunciavit, in 
quo tres pestes rerum humanarum dicuntur esse d-dXaaaa xal 
TTVQ xai yvvTj v.a/.a r^ia." in der griechischen vita Aesopi, die 
Westermann 1845 herausgegeben hat, fehlt diese stelle. 

Das dreifsigste capitel der sprüche Salomonis war so beliebt, 
dafs es auch zu freierer nachbildung anlafs gegeben hat, so wenn 
in dem angenehmen Zeitvertreib nr. 1 84 liebe, feuer, kratze, husten 
als vier dinge die nicht verborgen werden können zusammenge- 
stellt sind; oder wenn es in dem ueuvermehrten Rath-Büchiein 



174 EIN FRAGEBÜCHLEIN 

(Rockenbüchlein, angeführt von Martin, le besant de dieu s. 124), 
heilst: Welche sind die vier ärgsten Haus Plagen? Drey Ding sind 
im Haus uberlegn: Der Rauch, ein bös weih und der Degn (1. Regn), 
Das vierdt beschwert es überaus Viel Kinder und kein Brod im 
Haus. — dieselben verse linden sich auch in der Sphinx Heid- 
feldii s. 542 zugleich mit lateinischer Übersetzung oder original: 
Sunt mala terna domus imber, mala foemina, fumus; 
Quartum si niane surgunt pueri sine pane. 
rauch, traufe und böses weib als die drei dinge, welche den mann 
aus dem hause treiben, sind schon von Guillaume le clerc de Nor- 
mandie behandelt, der sein thema aus des papstes Innocenz III 
Schrift de miseria humanae conditionis 4,18 schöpfte: Tria sunt 
enim quae non sinunt in domo permanere: fumus stillicidium et 
mala uxor (s. Martin a. o. s. XXXVII). schwerlich aber ist die Zu- 
sammenstellung von Innocenz erfunden oder durch seine schrift 
allgemein bekannt geworden, auch in der stelle de incommodis 
senectutis, wo jene schrift des Innocenz Guillaumes quelle ist, 
(Martin s. XVII), ist er nicht erlinder. 'Si quis autem ad senec- 
tutem processerif , heilst es dort 

statim cor eins affligitur et caput concutitur, 

languet spiritus et foetet anhelitus, 

facies rugatur et statura curvatur, 

caligant oculi et vacillant arliculi, 

nares eflluunt et crines defluunt, 

tremit tactus et deperit actus, 

dentes putrescunt et aures surdescunt. 
vgl. Beda flores s. 652 'dum ocuH caHgant, auris graviter audit, 
capilh fluunt, facies in pallorem mutatur, dentes lapsi numero 
minuuntur, cutis arescit, flatus insuaviter odorat, pectus sulTocatur, 
tussis cachinnat, genua trepidant, talos et pedes tumor inflat, et 
homo interior qui non senescit bis omnibus aggravatur. 

20. Ebenso ioca monachorum nr. 2. AE 11. Quis fuit mor- 
tuus et non fuit natus? Adam. vgl. disputatio Pippini cum 
Albino 97. — in complicierterer fafsung findet sich das rätsei in 
AR 28 Saga me hwylc man wfere deäd, and ntere äcenned, and after 
dam waere eft bebiriged in bis möder innode? und noch ausgeführter 
in Bedas flores s. 652 Die mihi quis homo qui non natus est et 
mortuus est, atque in utero matris suae post mortem baptizatus 
est? Adam; ebenso in SS 15 und Ox. Cat. s. 217. — ein sehr 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 175 

bUiebter rätselstoff'. in seiner einfachsten form findet er sich 
auch in dem Strafsburger rätselbuch: Wer gestorben und nit ge- 
boren sey? Adam und Eva; lateinisch von Lorichius (Reusner 272) 

Nondum natus eram, cum me mors abstuht atrox; 
Et me natatum mors capit ante diem. 

noch bei Simrock 1,199. — die erde als Adams mutter gab zu der 
scherzhaften frage anlafs, wer auf seiner mutter holz gehauen habe, 
im Strafsburger rätselbuch, lateinisch von Lorichius (Reusn. s. 
264), Simrock 2,181. — die mutter erde als Adams grab bei 
Lorichius (Reusner s. 264) : 

Foemineo ex utere non est ille editus unquam. 

Pro tumulo gremium qui genetricis habet. — vgl. nr. 42. 

21. Dieselbe frage in joca monachorum nr. 4, aber ohne dafs 
ßethmann die antwort mitgetheilt hätte, die zahl der kinder Adams 
wird in der bibel nicht angegeben; im hber de poenitentia Adami 
heifst es nach Cedrenus (Fabricius s. 17) xal elq t^jv yijp i^ rjg 
slijcfötj dnijX^s xaiaXeiipaq äggsvag vlovg ky (33) xal ^vya- 
TSQccg xy' (23); im SS 24 und Ox. Cat. s. 218 werden schlecht- 
weg 30 söhne und ebenso viele töchter angegeben, im AE 14 aber 
wie in der obenstehenden frage Cain und Abel ausgenommen, im 
provenzaHschen AE 13 heifst es 'XX filhs e trenta filhas et estiers 
Caym et Abbel e Seth'. in Redas Uores s. 652 erscheinen an erster 
steile auch 30 söhne und 30 töchter, aber es wird hinzugefügt: 
Filiorum Adam computatio, ut ahi dicunt, sexaginta duo: et fili- 
arum computatio quinquaginta tres sunt, nach einer deutschen 
vorrede zur Genesis (Fabricius s. 45) versammelte Adam, da er 
sein stündlein kommen fühlte alle seine kinder um sich 'der warn 
an Weib und an kind funfftzehen Tausend.' — - es hätte einiges Inter- 
esse zu wifsen, woher diese angaben stammen und wie weit sie 
verbreitet waren: falsch sind sie alle; denn nach des Dresdner 
pastor Hilscher sorgsamer rechnung (Fabr. 65 ff.) behef sich die 
zahl der kinder Adams auf 365, seiner enkel auf 425616. 

22. AE 15. Bedaefloress. 647. 

23. AE 54 vgl. oben nr. 10 und Simi'ock 1,59. »lüllenhoff 
in Wolfs zschr. 3,16. Rufswurm ebend. 3,347 nr. 39. 

24. Daniel tödtete den drachen mit pechpillen nach dem apo- 
kryphen buch vom drachen zu Babel, in den enghschen frage- 
büchern begegnet diese frage nicht. 



176 EIN FRAGEBÜCHLEIN 

25. Joca monachorum nr. 7. AE 35. s. Deuteron. 34, 6. — 
anders gewandt ist die frage in SS 44 Saga nie hwjer is Moyses 
byrgen ttfes cyninges? Je de secge, heö is be dam hüse de Fegor 
hätte, and nan man nis de big wite «r dam myclan döme. ebenso 
in Ox. Cat. s. 219. 

26. 1 Samuel. 9. Die frage begegnet in den englischen frage- 
büchern nicht. 

27. SS 53.. Saga me, hwylc man »rost mynster gelimbrode? 
Je de secge, Elias and Eliseus da witegan, and sefter fuUuhte Paulus 
and Antonius, da serestan ancran. in AE 25 heifst es nur: Quis 
primum monasterium constituit? Paulus heremita et Antonius abba. 
der provenzalische text ist entstellt. — als der heilige Antonius 
schon lange jähre in der einöde lebte, kam einestages ein landmann 
Paulus zu ihm, sein leben zu theilen. der ehebruch seiner jungen 
schönen frau hatte ihn dazu veranlafst. Antonius weist ihn anfangs 
zurück, weil ein sechzigjähriger zu alt sei, um sich an die Strapazen 
des einsiedlerlebens zu gewöhnen: die übermenschlichen proben 
aber die Paulus von seiner enthaltsamkeit ablegt, lafsen bald den 
Antonius einen würdigen gefährten in ihm erblicken, s. AA. SS. 
BoUand. Januar III s. 511. die geschichte dieser heiligen war be- 
hebt s. Potthast bibl. bist. 842. — Über Elias und Elisa s. 1 Kön. 
19, 19 f. 2 Kön. 2, 1 ff. Fabricius, cod. pseudepigr. vet. test. 1076. 

28. 29. die erste frage ebenso in AE 26. — In dem klage- 
hede über den tod Sauls sagt David (2 Samuel 1,21) montes 
Gilbohae, ne ros neve pluvia decidat super vos. 

30. SS 34 Saga me hwylc man ffirestwgerewidhund sprecende? 
Je de secge, Scs. Petrus. — tunc Symon ut ait sanctus Marcellus 
ivit ad domum Marcelh discipuli eins, legavitque maximum canem 
ad ostium domus eins dicens: nunc videbo si Petrus qui ad te ve- 
nire consuevit ingredi poterit. post paululum venit Petrus et facto 
signo crucis canem solvit. canis autem omnibus aliis blandus solum 
Symonem persequebatur : quem apprehendens cum ad terram 
subtus se deiecit et cum strangulare volebat. accurrens autem 
Petrus cani clamavit ne ei noceret. et canis quidem corpus eius 
non laesit, sed vestes adeo laceravit, ut ille nudus positus remaneret 
(Aurea legenda Sanctorum compilata per fratrem Jacobum de Vora- 
gine. Lugduni 1509 fol. LXXIII. von Kemble s. 196 nach einer 
englischen Übersetzung citiert). die legenda aurea berufen sich 
auf den Marcellus ; aber in dem wesenthch abweichenden bericht 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 177 

des Pseudo-Marcellus (de actibus SS. Pelri et Pauli Fahricius 
2,640 f.) beschwört Petrus die hunde durch die hostie. 

31. AE 27. Quis cum asina locutus est? Ralani. — s. Numeri 
22, 28. Bileam, Septuaginta Baladjj,, Josephus Bä^ayog. vgl. joca 
monachorum nr. 1 Qua lingua locuta est asina cuniBalam ? Grega. 

32. AE 28. Quot sunt provincie terre? centum viginti duo. 
Bedae flores s. 652 Quot sunt provinciae? centum et triginta. 

33 — 35. Die Worte quis upserpentem weifs ich nicht zu deu- 
ten. — AE 29 Quot sunt genera serpentum? XXIV. nach dem 
provenzalischen AE nur XXHI. — AR 34. 35. Saga me hwa^L 
nceddercynna si on eordan. Je de secge, feower and thrittig. Saga 
me hwset lisccynna si on wsetere. Je de secge, six and thrittig. — 
Bedas flores s. 652 quot genera serpentum? triginta sex (vielleicht 
ist triginta quatuor. quot genera piscium ausgefallen). — SS 52. 
Saga me, hü fela is fisccynna on wsetere ? Je de secge, VI and XX. 
— Ox. Cat. s. 219 Hovv many of birdis been there, and how 
many of lishes? LIIIl of fowles, and XXXVI of lishes. in den joca 
monachorum nr. 11 — 13 werden 64 fisch-, 54 vogel- und 22 
säugethierarten angegeben, vgl. oben nr. 15. in andrer weise wer- 
den diese fragen im Sydrach beantwortet s. Kemble 210 f. — wo- 
her die angaben stammen, weifs ich nicht, die weite Verbreitung 
dieser schulfragen wird am besten dargethan durch die Scherzfragen, 
die sich an ihnen gebildet : Rot. AVie vil sindt vögel in unsern lan- 
den das mon vogel nent? Sechsthalber vogel, das ist ein kramets- 
vögel, ein halbvogel wirt under den krametsvögell verkaulft und ist 
doch kein krametsvogel, ein antfogell, ein Eyfsvogell, ein Brachvogell 
und der speyvogell der fleugt über sie all. — Ein frag. Wie vill 
flsch in unsern landen bekant sein. Antwort, fünfthalber. Stockfisch, 
Rheinlisch, Magenfisch, W^alfisch und Plateyfslein neuen etlich halb- 
fisch (Strafsburger rätselbuch), der erleichternde zusatz zum 
ersten, 'das mon vogel nent^, sollte eigentlich wohl fehlen. 

36. AE 30. Quis ipsis nomina inposuit? Adam. — AR 36. 
Saga me hwa gesceöpe ealra fisca nama.n Je de secge, Ada mse a^resta 
man. — Genesis 2,19; nach Js. de la Peyrere hat er sie auch auf- 
geschrieben und registriert. 

37. AE 31. Unde sunt servi? de Cam. — Genesis 9,25. 

38. Umgekehrt bis mortuus et semel natus. so Bedae flor. s. 
652. — Disput. Pipp. c. Alb. 97. — Simrock 2,131 u. s. w. — 
Evang. Johannis c. 11. 

Z. f. d. A. neue folge III. 12 



178 EIN FRAGEBÜCHLEIN 

39. Mir unverständlich: vielleicht gab der zu nr, 4 erwähnte 
glaube, Johannes sei nicht gestorben, sondern schlafe in seinem 
grabe bis zur rückkehr Christi, zu der frage anlafs. 

40. Als Adam im sterben 'lag, sandte er seinen sehn Seth zu 
den pforten des paradieses, dafs er gott bitte ihm das haupt zu 
salben, aber der erzengel iMichael antwortete: noli in lacrimis deum 
orare et deprecari propter oleum misericordiae ligni, ut perungas 
patreni tuum Adam pro dolore capitis eins, quia nullo modo poteris 
accipere nisi in novissimis diebus et temporibus, nisi quando com- 
pleti fuerint quinque millia et quingenti anni, tunc veniet super 
terram amantissimus dei lilius u. s. w. Evang. Nicodemi c. 29 
(Fabric. 1,278). dafs das blut Christi die taufe vertreten habe, 
die zur Seligkeit unerläfsüch schien (Fabric. 1,294), wird hier frei- 
lich nicht gesagt; die taufe Adams aber erwähnen die zu nr. 20 an- 
geführten stellen. 

41. AE 61 Quis dedit quod non accepit? Eva lac. — Joca 
monachorum nr. 15 qui femina dedit quod non accepit? Eva lac. 
— das rätsei von Johannes dem täufer ist sehr häufig. Strafs- 
burger rätselbuch: 

Es begert der Herr vom knecht 
umb das götthche recht 
das er im zu geben thet 
das er selbs nicht het, 
das dan her knecht thet. 

lateinisch von Lorichius (Reusner 266) und Reusner (267). — 
aber was soll der zusatz et recepit quod dederat? der auf Johannes 
bezogen werden mufs, denn auf Eva passt er gar nicht, die werte 
im evang. Matth. 3, 14 harmonieren damit sehr wenig, aber auch 
Johannes gehörte zu den seelen, die Christus aus der unterweit be- 
freite, muste also irgend wo getauft sein. s. zu nr. 40. — die 
frage über Eva gab zu scherzhaften rätseln anlafs : 

Ingenuae iuvenis connubia virginis ambit 

lila suo sponso taha verba refert: 
Si quod non habeo poteris praebere roganti, 

Quod nee habes in te, tu nee habere potes, 
Accipe daque fidem sit et haec tibi dextera testis, 

Annuo iam dudum polliceorque thorum. 
Lorichius (Reusner 170) s. zschr. f. d. altert, n. f. 1,495. 



AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 179 

42. == Joca monachorum nr. 3. Demaundes joyous 47 (Kemble 
s. 290): What was he that was hegoten or his fader, and borne or his 
nioder, and had llie mayden hede of his heldatne? That was Ahell. — 
Strafsburger rätselhuch: Es war nie gehorn von weyhes leip, und 
leyt begraben in seiner niütter leip, und nam sein von seiner altnmtter 
den magthum. — andere stellen, nach denen Abel seiner jungfräu- 
lichen grofsmutter das magdthum nimmt bei Kemble s. 295 f. vgl. 
Acta apostolorum Abdiae adscripla üb. 8 cap. 7. 8 (Fabricius 1,677); 
Per enim fuit, ut (jui lilium virgiuis vicerat, a filio virginis vince- 
retur. tunc rex ei Polymins: Et quomodo, inquit, dixisti primam 
haue es^ virginem, ex qua nalus est homo cum deo? Apostolus 
respondit: Ago deo gratias, quia sollicite audis; primus inquam 
homo Adam dictus e^-t, qui de terra factus est. terra autem illa de 
qua factus est, virgo fuit; quia nee sanguine humano polluta fuerat, 
nee ad sepulturam ajicuius mortui a quoquam erat aperta. s. Fa- 
bric. anm. 

44. AE 34. Quot sunt qui cum eo crucifixi sunt? Duo la- 
trones , Jonathas et Gomatras. — Bedae flor. s. 650 Die mihi no- 
mina duorum latronum. qui cum Jesu simul crucifixi sunt. — 
Matha et Joca. Matha credidit, Joca negevit vitam, mortem elegit. 
— die namen Joatras und Cammatras, Jonathas und Gomatras 
sind gewis identisch, wenn ihnen auch Joca und Matha entspricht, 
so ist doch die Ordnung nicht gleich; denn der gläubige Schacher 
hieng zur rechten, ob sonst die namen noch vorkommen ist mir 
unbekannt, im Evang. infantiae (Fabric. 1,186) erscheinen an 
ihrer statt Titus und Dumachus, im Evangel. Nicodemi (Fabric. 
1,258) und auch sonst Dimas und Gestas. s. Fabric. 1,186 anm. 
2,472. 

45. AE 33. Quanti vel ([uot milites diviserunt vestimenta, 
Christi? Quatuor. — AR 37. Saga nie, hü fela wtes da-ra cempena 
de Cristes hreegel dccldon? Je de secge, seofon heora wteron. — 
die oben stehende antwort polemisiert offenbar gegen die annähme 
von sieben kriegsknecbten. 

46. 2 Könige 13,21. — verwandt ist die frage in Bedas flores 
s. 652: Quis primus mortuum suscitavit? Hehas. Ubi eum susci- 
tavit? In Galgala. 1 Könige 17, 18 ff. 

47. vgl. nr. 4. — AE 18. Quis fuit natus et non fuit mor- 
tuus? Enoch et Elyas. — Bedae flores s. 647. Qui sunt nati et 
non sunt mortui? Enoch et Elias, ebenso joca monachorum nr. 

12* 



1 80 EIN FRAGEIJÜCHLEIN AUS DEM NEUNTEN JAHRHUNDERT. 

9. — ob die unverständlichen worte cuipriusper baptistmim beneti 
data est piscio relativsatz zu Johannes , oder eine selbständige frage 
sind, weifs ich nicht. 

49. Consentiunt antiqua martyrologia Adonis, Usuardi, Rabani 
et Notkeri etc. in quibus sancti Mamantis aut, prout loquuntur, 
Mammetis sive Mametis martyrium sub imperatore Aureliano con- 
ligisse refertur ad diem XVH inensis Augusti. AA. SS. Roiland. 
Aug. HI. s. 425. er war ein hoch angesehener heihger, im osten 
und Westen, den selbst die wilden thiere, welchen er preis gegeben 
wurde, nicht anzurühren wagten : 

Mitis domans iniitia 

illisque promens gaudia 

vivebat inter bestias ; 

quo cive gaudent angeli u. s. w. Walafried Strabus. 

50. Genes. 28,12. 

51. Gen. 19,30. auf solches verwandtschafts Verhältnis passt 
das epitaphium, welches Reusner s. 353 mittheilt: 

Wunder über Wunder 
Hier ligt begraben under 
Mein Vatter und dein Vatter, 
Und unser beider Kinder Vatter, 
Mein Mann und dein Mann 
Und unser beider Mutter Mann. 
Und ist doch nur ein Mann. 
s. auch Friedreich, geschichte des rätseis s. 99. 

52. AE 67. Quis leonem sine gladio et tuste interfecit? 
Samson. — s, Judic. 14,6. 

W. WFLMANNS. 



RESSERUNGEN UND NACHTRAGE. 

s. 33. z. 35 /. nichts für nicht. 

s. 53. s. 12 l. 414yMr 413. 

s. 108. 3. 42. struot und zwar als fem. im meister j4Uswert s. 226 : wie grulich 

was die strut uod auch des meres freis. 
.1. 136. z. h da gewan nur con/ectur Becks für bekam ist, so Ideibt das bedenken 

V)egen des reimes m : n bestehen, 
s. 140. z. 37. stein stossen aufser der im mhd. wb. II. 2, 663^ aus Suchenwirt 

angeführten stelle auch bei .iUsivert s. 89, 245. 



LORENGEL. 

1 Ich tu euch abenteur bekant 

wie künig Etzel zoch aus Heun in cristenlant. 
grosz wunder solt ir hie vernemen schone 
was Wunders da ein glock erwarb, 
5 dar umb ein edler graf in einem kämpfe starb, 
grosz Ungemach kam von der glocken done, 
dar von küng Artus ser erschrack und manig ritter here, 
der dan in Frankenreich erhal 
und allem folk cleglichen in die oren schal, 
ritter und knecht die stunden freuden lere. 

2 Fürbasz mügt ir wol nemen war. 

ein edle lantgrefin kam für den künig dar, 
mit ir wol hundert ritter oder mere 
als man noch wol geschriben fint. 
5 von Aldenburg der edlen herzoginne kint 
die kam gen Frankenreich in hoher ere. 
bei künig Artus das geschach in hohem lob und preise, 
da bort man den von Eschenbach 
und Joram man auch bei den frauen sitzen sach. 
Clingsor sprach 'singet fürbasz, m.eister weise'. 

3 Wan got erlöset wen er wil. 

fürwar seiner genaden der ist also vil. 
hört was got Wunders tet mit einer schellen, 
die was gemacht mit listen clug, 
i die Isilie an eim paternoster trug. 
vor künig Artus bort man sie laut hellen, 
der aller dinge hat gewalt der schuf ir helles chngen. 
wol hundert rast bort man den dosz. 
Z. f. D. A. neue folge ÜI. 13 



182 LORENGEL 

sant Brandanus der schreib dar von vil wunder grosz. 
vernemet mich so wil ich fürbasz singen. 

4 Es sasz ein herzog in Prafant 

dem waren undertenig pürg und weite laut, 
den gund der tot mit seinen [486^] kreften zwingen, 
er kam in an den fürsten her. 
5 mit seiner ritterschaft kund er sich nit erwer, 
mit reichem schätz mocht er auch nie gedingen. 
der herzog het ein tochter fein die was noch unberaten. 
das gund er al den seinen clagn 
'ach got dasz ich sie nit versach bei meinen tagn'. 
sie sprach 'fater, es reuet euch zu spate'. 

5 Der edel herzog aus Prafant 

der het ein ritter der was Friderich genant 
von Dunramunt als ich euch hie bedeute, 
der fürst an seinem ende lag, 

5 graf Friderich nach seinem tod des landes pflag. 
sein her befal im lant und auch die leute, 

er sprach 'du edler Friderich, nu bis dar zu behende, 

lasz dir mein kint befolen sein, 

du Werder helt, erzeig an ir die treue dein.' 

so rett der fürst vor seinem letsten ende. 

6 Da sprach der ritter hochgeporn 

*solt ich dar umb verdienen aller fürsten zorn 
so musz mein manheit durch die lant hin streichen, 
er sei graf oder dinestman 
5 mit ritterlichem streit tar ich si wol bestan, 
si müssen allsant meinem zorn entweichen, 
auch wil ich sein ein schirmeschilt der keuschen junckfrau reine, 
durch iren willen leid ich not, 
mit meinem schwert so hau ich tiefe wunden rot. 
gnediger her, in treuen ich das meine.' 

7 Da sprach der herzog lugentleicli 

'du tust mit dein geperden als her Ditereich 
dem nie kein helt auf erden mocht geleichen, 
vil Wunders man noch von im seit, 
5 in stürmen und in streiten sei er nie verzeit, 
durch reine trauen facht er ritterleichen. 
ich pit dich, lieber diener mein, lasz deine treu anschauen. 



LORENGEL 183 

kein wandel ich nie an dir fant. 

alls das ich han befil ich dir, leut unde lant. 

pit got für mich und unser libe frauen. [487a] 

8 Der edel fürste lobesam 

der tet als ie den weisen fürsten wol an zam. 
er nam sein tochter bei ir weissen hende, 
er sach si permiglichen an, 
5 er sprach 'mein kint, al deiner treuen ich dich man 
seit ich musz von dir hin aus dem eilende, 
ich wil dir einen falken lan, den halt in deiner hüte 
gar fleissig weil er hat das lehn. 
dar mit macht du wol preis erwerben, merk mich ebn. 
auch pit für mich Maria die vil gute. 

9 Ein schell er an dem peine treit, 

die ist gemacht von clarem gold, du schöne meit. 
die halt alzeit in deiner hut aleine. 
die schell seit du auch bei dir tragn 
5 wan du zu kirchen gest und wilt dein sünd erclagn. 
und pit für mich got und sein muter reine, 
ruf an das heilig kreutz so her dar an got w'ard gemessen, 
und man in seiner wunden rot 
dasz er uns fristen well vor ewiglicher not 
und seines zornes gen uns well vergessen.' 

10 Die meit in grossem leide was. 

ir tugent was durchkleret als ein spigelglas. 
si was geporn ein edle herzoginne. 
ir muter die was vor verfarn. 
5 der tot wolt iren fater da nit lenger sparn. 
graf Friderich warb umb ir edle minne. 
die juncfrau sprach 'merk Friderich, du retst mir an mein ere. 
als Lucifer treib Übermut 
durch hoffart viel er aus dem tron in helle glut.' 
so rett die herzogin mit grosser schwere. 

11 Fürbasz wil ich euch machen kunt, 

hört, wie der selb graf Friderich von Dunramunt 
der edlen maget leides vil erdachte, 
er sprach si an da umb die e. 
5 das tet der hochgepornen herzogin gar we. 
für den römischen keiser er das brachte. 

13* 



184 LORENGEL 

da gunt die edel maget [487l>] gut nach hohem preise ringen. 

der keiser fürsten vil besant 

dasz man der herzogin ein urleil tet bekant, 

ob man ir mocht im reich ein kempfer dingen. 

1 2 In Prafant und in Engellant, 

in beiden landen si da keinen kempfer fant 
der sichs mit Friderich torst unterwinden, 
die maget het ein dinestman 
5 als man noch sagt, der was geheissen Sondelban. 
er sprach 'bei got mügt ir genad wol finden, 
den rufet, edle iuncfrau, an und auch sein muter reine, 
und mant got seiner wunden rot 
dasz er euch helfen well aus diser grossen not, 
wan er euch wol gehelfeu mag aleine. 

13 Die iuncfrau in das miinster trat, 
andechtiglich si got umb einen kempfer paf. 
si sprach 'hilf mir, du himelischer herre, 
durch dein heihge namen drei, 

5 kum mir zu hilf und mach mich meiner sorgen frei, 
ein schwacher graf der spricht mir an mein ere. 
ich wolt kiesen lieber den tot e ich den grafen neme. 
er ist ein ungetreuer man, 
mit seinem adel er mir nit geleichen kan, 
wan er sein gleich an mich gar wol bekeme.' 

14 Da si got also tief ermant 

gar pald got bort ir pct und ir sein hilfe sant, 
erparmt sich über dise meit zu stunden, 
selbs laute sich die glocke gar. 
5 vor leid so rauft die maget aus ir gelbes liar. 
sie sprach 'erlös mich, her, durch dein fünf wunden.' 
ein ritter ir got aus erweit der für si kempfen sohle, 
ein grosse clag si da an fing, 
vil heisser zeher da aus iren äugen ging. 
da clang auch laut die schell von clarem golde. [488^] 
ein hlatt fehlt 
22 Si dinten got tag unde nacht, 

gar lobelich ward der gots dinst von in vollbracht, 
si gingen für den gral in hohen cren. 
die edlen musten pesen tragn 



LORENGEL 185 

5 zu pusz. da höret man ein jemcrliches clagn. 
der glocken don tet in all freud verkeren. 
'hilf uns, Maria, reine meit, tu unser nit vergessen, 
erfreu uns schir, du niaget her, 
des pit wir dich durch deines hben kindes er. 
der glocken don hat uns schwerlich besessen.' 

23 Nu höi-t wie es dar nach erging, 

ein hell hiesz Key, wie es der selbig da an fing. 
der was ein stum und pot got wird und ere. 
sein andacht da die glocken zwang 
5 die im erschrockenlich in seinen oren clang. 
er ward reden und sprach 'folgt meiner lere. 
her Parzefal der hat ein kint, ein keusche maget reine. 
Isilia ist si genant. 

ir tugent und ir wirdikeit ist weit erkant, 
got hört ir pet für uns all gar gemeine. 

24 Durch got solt ir mit mir hin gan 

zu Zedlamar, das edel tirlein woll wir han 
und wollen das got zu eim opfer bringen, 
das tirlein schuf die gotes kraft, 
5 mit gnad und heilikeit so ist das tii' behaft. 
das opfer wir so mag uns wol gelingen, 
das tir auf rotem golde stat, tu ich euch fürbasz künde, 
das tir kein ander narung hat, 
es speist der schmak der von dem claren golde gat 
und der atem aus seiner muter munde.' 

25 Nu höret fürbasz abenteur. 

ir clag nam schir ein end, got tet in hilf und steur. 
nu hört was da her Key fürbasz gedachte, 
er sprach 'nu folget mir zuhaut. 
5 die edlen all kleid man in einen fleydigant, 
als in Joram von Teilenbrunn her brachte.' 
das kleit ob aller wirde schwebt als ich euch wil bedeuten, 
dar inn ward got gar tief gemant 
dasz er sein gothch hilf und gnad in gab und sant. 
da nam gar schir ein end der glocken leuten. 

26 Die künigin sprach zu der frist 

'her Key, ich wen dasz gotes engel in dir ist 
und hat den pösen geisl von dir gezwungen. 



186 LORENGEL 

was du hast in deim sinn erdacht 
5 hast du mit gotes kraft vor uns zu Worten bracht, 
von dir wirt noch gesaget und gesungen, 
der engel hat den pösen geist mit kraft von dir getriben, 
grosz wunder ist an dir geschehn. 
kein wort hört nie kein mensch vor von dir ie gejehn. 
die gnade gots ist ganz in dir bekUben.' [488b] 

27 Küng Artus und die^fiirsten sein 

traten gar züchtiglich hin für die kimigein 

und fragten si was Keye het gesprochen. 

die küngin tugentUchen sprach 
5 'her künig, merkt das grosse wunder das geschach. 

Kei was ein stum, sein red hat für gebrochen.' 

der künig hsz vil reiche wat da an die kinder messen. 

si wurden ziret lobeleich, 

si dinten all dem grales engel in dem reich. 
> des wil ir got auch nimmer mer vergessen. 

28 Da was vil edler fürsten kint 

geziret lobelich recht als die engel sint 
die got selber mit eren hat gespeiset, 
si wolten in das münster gan. 
5 her Parzefal der edel hiesz si stille stan, 
er sprach 'ir wert noch anders underweiset. 
man sol uns vor ein ampt vollbring ein prister in dem sale, 
so kumt geflogn ein taub so rein 
und bringt ein reine oblat auf den altarstein, 
so ge wir in das münster mit dem grale.' 

29 Her Parzefal ins münster trat 

mit dreien fürsten kinden die er mit im pat. 
die paten alle got aus herzen gründe 
'der ewig got der uns erschuf 
5 der woll erhören gnediglich den unsern ruf.' 
da kam ein taub von himel zu der stunde, 
si bracht ein brief. den nam zuhant ein keusche maget reine, 
als bald die meit den brief an sach 
gar tugentlich di süsz da zu in allen sprach 
'hört, grosse wunder find ich hie aleine. 

30 Den brif sent uns die gotes kraft. 

nu tret her zu, her küng, mit aller ritterschaft, 



LORENGEL 187 

verneint mein red. mir ward nie mer so leide, 
nu merkt von wan uns kumt der schal, 
5 dar umb das ganz küngreich betrübt ist über al. 
das leit wend uns got und sein muter beide, 
got hat uns her gesant den brief von himel zu den stunden.' 
den brief nam selber in die haut 
die künigin, brach in auf vor in allen sant. 
sie sprach 'her küng, hört, den brief hab ich fanden. [489a] 

31 Ein edle fürstin weit erkant 

die leit grosz not, ein herzogin dort in Prafant. 
vernemt die clag der edlen herzoginne. 
ein graf, der ist ir dinestman, 
5 der irem fater lange zeit was undertan, 
der spricht si an, des sein betrübt ir sinne, 
er spricht si an wol umb die e dort vor dem keiser reiche, 
ir lant hat er bezwungen gar 
pis auf zwen hekl, die dienen noch der maget dar. 
dort in Prafant fint man nit sein geleiche. 

32 Vor dem römischen keiser zart 

hat man ein urteil tan der magt von hoher art. 
ein kempfer rausz si han die erentreiche 
der disen grafen tür bestan. 
5 in allem land si keinen kempfer finden kan, 
si weisz kein helt der dem grafen geleiche, 
des ist ir herz umbfangen ser mit jamer und mit leide, 
der soltu, her, ein kempfer gebn, 
den pesten helt aus disem reich, das merket ebn. 
auf disen tag musz er von hinnen scheiden. 

33 Das wil haben der ewig got. 

dar nach rieht euch, her küng, dasz man ir helf aus not. 
tut ir des nit so würd uns freud gar teure, 
das merkt, ir fürsten all geleich, 
5 den pesten ritter weit aus euch in disem reich, 
das hellt uns für des grales schritt geheure. 
wann das geschieht so nimt ein end des wilden dondres schalle 
der uns kumt von der glocken dosz.' 
der don gar grausamlich auf gen den lüften schosz, 
in Prafant lauten sich die glocken alle. 

34 Und da die herschaft das vernam 



188 LORENGEL 

dar nach der tag mit seinem lichten glaste kam. 
ein ritter sprach 'merkt künig, edler herre, 
ir solt auswelen einen man, 
5 den pesten an dem hof so ir in müget han. 
dar zu zwingt uns der glocken don vil sere.' 
der fremden mer freut sich da fast manch stolzer ritter milde, 
iglicher sprach 'das ist uns ebn, 

dar zu sei [489|»] wir bereit nach preis und er zu strebn.' 
sie sprachen ir gepet vor gotes pilde. 

35 Des grales schrift man in da seit, 

wie dasz in Prafant wer ein hochgeporne meit, 
von hoher purt ein edle herzoginne, 
die het ein graf, irs fater man, 
5 gar kempflich umb die e schwerlich gesprochen an. 
'der send wir einen kempfer zu gewinne, 
den pesten ritter den wir han bei unsern hosten eiden, 
pei uns den aller pesten degn. 
wann das geschieht so ist der glocken don gelegn. 
auf disen tag musz er von hinnen scheiden.' 

36 Da sprach küng Artus wandeis frei 

'verleih mir got dasz ich ir kempfer selber sei. 
mit Schild und sper kan ich nach preise ringen, 
ich han die kraft wol zu dem sper, 
5 mit meiner ritterschaft ich das gar wol bewer. 
mit gotes hilf mag ich es wol volbringen. 
zu hochgelopter ritterschaft ist mir der leip gelenke. 
kum ich gen Prafant in das laut 
von meiner kraft würt im sein schilt und heim zutraut, 
auf dise reis kein helt für mich gedenke.' 

37 Da sprach her Parzefal der degn 

'mein hat der grales engel noch pis her gepflegn 
wo ich ie was in stürmen und in streiten, 
was Schild ie ward gen mir getragn 
5 dar under alle held wurden von mir erschlagn. 
des get mein lop durch manig reich so weiten, 
dort über mer in heidenschaft hab ich vil Streits gepauet 
und auch in der Persider laut, 
auf ritterschaf man da nit mein geleich mer fant. 
ich pitt euch dasz ir mir des kampfs getrauet.' 



LORENGEL 189 

38 Her Paltlewein ein fürst so weis 

der sprach 'ich han erfochten mangen hohen preis, 
des fert mein herz in frcud und hoher milde, 
keins Streits auf erd mich nie verdrosz, 
5 von meinem schwert das feur auf gen den lüften schosz 
dasz man mich gleichet einem leben wilde, 
auch [490a] ist mir vil zu handen kumn die grossen stürm 

so herte, 
mit streit ich mangen helt bezwang, 
das schuf mein kraft dasz mir in stürmen wol gelang, 
in manchem stürm hat mich mein haut ernerte.' 

39 Lewan ein junger ritter sprach 

'mir tut gar we der herzoginne ungemach.' 
der fürst wand vor dem küng dar umb sein hende 
'ich pitt euch, edler künig reich, 
5 schickt mich da hin zu hilf der maget minigleich, 
so nimt ir grosse not gar schir ein ende, 
tut es durch aller ritter er und aller frauen gute. 
ich wil da hin auf dise fart, 
von mir so würt der graf dort lenger uit gespart, 
ich tröst der edlen fürstin ir gemüte.' 

40 Da sprach Iban der küne helt 

'mir tut gar ant dasz man mich nit hat ausderwelt. 
sol ich nit dar, vil senfter wolt ich sterben, 
die reis wil ich nit lassen sein. 
5 ich hilf ir wol aus not der edlen herzogein. 
darumb helft mir all umb ein urlaup werben, 
ich machet mangen satel plosz zu Turnau in der auen 
da ich ein künig selbs erschlug, 
da in sein ros auch tot zu seiner bürg ein trug, 
den klaget ser die ritter und die frauen.' 

41 Da sprach der herzog Mügelein 

'her künig, rüst mich auf die fart, mag es gesein. 
des pitt ich all herren an disem ringe 
dasz si mir gönnen diser fart. 
5 für not so ward kein ritter nie so wol bewart, 
den grafen ich mit meiner hant dort zwinge, 
ich han bewert mein ritterschaft dort an dem küng Ortanne, 
da ich vil harter stürme pflag. 



190 LORENGEL 

da manger ritter tot von meinen henden lag. 
man fm-t si tot von mir die werden manne.' 

42 Her Gabin sprach 'was hulf mich dan 

dasz man in Spangerlant mich gleicht eim leben schan 
da mich die küngin selbs zu streit gund pitten? 
mit zweien risen ich da facht 
5 gar [490b] ritterlich zwen tag und auch ein ganze nacht, 
im lant het vor niemant mit in gestriten. 
den ein ich da zu tode schlug, dem andern tife wunden.' 
da sprach der edel fürst so zart 
'ich pitt euch, her, dasz ir mich schicket auf die fart, 
ich schlag den grafen tot in kurzen stunden.' 

43 Her Walman sprach 'ich bin gar alt: 

doch weisz ich bei euch kein so kün und auch so palt 
(euer keiner denk dasz ich in ark das meine) 
gen dem ich wolt mit streit verzagen. 
5 das merkt, ir herren, keinem wolt ich nicht vertragen 
an dem iungen Lorengel hie alleine, 
der legt eins mals sein harnasch an in ritterlichem schalle, 
da manig helt aus freiem mut 
sprang zu dem zil als noch manch werder ritter tut: 
er sprang zvvelf schuch weit für die plossen alle. 

44 Mein munt im hohes lobes gicht, 

doch taug er vor der jugent zu dem kämpfe nicht, 
man darf wol guter held zu solcher ferte. 
nu schickt mich dar mit meiner wer. 
5 ich han zwelf jar gestriten vor dem keiser her 
dasz ich das feit behilt alein und werte, 
ich pitt euch, edler künig reich, dasz ir das wolt bedenken, 
die warheit ich euch allen sag : 
ein gutes wafen ich an meiner selten trag, 
das kan ich wol durch herte helme schwenken.' 

45 Her Wenzel dem tet ant und zorn 

dasz man in nit het zu eim kempfer auserkorn. 
er sprach 'das tut mein er und manheit krenken. 
ich wil da hin und pin bereit. 
5 wer es dem küng und allen seinen recken leit, 
auf dise reis darf niemant für mich denken.' 
ein iuncfrau in da straft und sprach 'eur zorn möcht uns 
Verliesen 



LORENGEL 191 

grosz er und unser wirdikeit. 

uns hat des grales sclirift auch hie fürwar geseit, 

küng Artus der sol selbs ein kempfer kiesen.' 

46 Ein edler forste hiesz Joram, 

der rett als einem [491a] künen degen wol au zani. 
der gleichet mit manheit wol dem Fernere, 
gewapnet auf sein ros er sasz, 
5 gar hoher ritterschefte er sich da vermasz 
und paret freischlich sam ein wilder pere, 
üesz im ein gürtel tragen dar, den pand er umb sein seiten' 
der gab im sterk und mannes kraft, 
dar zu kund er gar wol mit werder ritterschaft. 
sein herz ie topt nach stürmen und nach streiten. 

47 Der iung Lorengel kam auch dar, 

mit im fürsten und herren gar ein grosse schar, 
da si funden fi'auen und meget reine, 
da in sein Schwester ane sach 
5 gar tugentUch si da zu irem bruder sprach 
'owe der not' und ward gar heisse weine, 
man fragt die maget tugentlich was ir geschehen were. 
si sprach 'mich reut und jamert ser, 
sol ich mein edlen prüder sehen nimmermer. 
der sol der kempfer sein, owe der schwere.' 

48 Sein muter, Parzefales weip, 

di sprach 'traut sun, bewar dir got dein jungen leip.' 
si umbefing den helt mit iren armen, 
vil liphch er geküsset wart 
5 an seinen rosenfarben munt, der het kein part. 
ir grosses leit gund man und weip erparmen. 
Lorengel dem ein ende gab, sein mut was im geringe, 
er ruft seim kamrer zu im dar. 
die fürsten namen sein mit ganzem fleisse war. 
sein ros und harnasch hiesz er im her bringe. 

49 Man bracht im zeuges wol die wal. 

da wapnet in selber sein fater Parzefal. 
sein herz vor leid als ie kein zunder prante. 
man bracht im schilt und helme gut. 
5 das tet ein stolzer degen, der was hochgemut, 
der hiesz Neithart und was aus Ungerlante. 



192 LORENGEL 

sein ros was stolz, an massen gut, das man im da nach furte, 

sein kraft und sterk in nie betrog. 

es was so schnell dasz sein mut in die lüfte flog 

und doch die erd mit seinen füssen rurte. [491b] 

50 Er sjDrach 'küng, edler herre mein, 

mein herz urlaup begert von euch, mag es gesein.' 
er neigt dem küng, gesegnet si all gleiche, 
er sprach 'got woll eur, muter, pflegn. 
5 mein edlen fater den befil ich gotes segn 
und all die pleiben hie in Frankenreiche.' 
dar mit schid hin der degen gut nach preis und reichem solde. 
sein muter cleglich im nach sach, 
si ward kraftlos, vor allem folke das geschach. 
si must in faren lan als es got wolde. 

51 Er neigt sich gen der künigein. 

da sprach aus freiem mut der edel ritter fein 
'bewar euch got, ir werden ritter alle.' 
er umbefing die Schwester sein, 
5 er sprach 'bewar dich got, du schönes megetein, 
pitt got für mich, ich far dahin mit schalle.' 
da bei was manig edels weip, die weinten all geleiche 
umb des jungen Lorengels fart. 

im wünschet glück und heil manch schöne iuncfrau zart, 
si paten got für in andechtigleiche. - ? 

52 Von dannen scliied der hochgeporn, 

wan got selber het in zu kempfer auserkorn 
dasz er solt fechten für die herzoginne. 
sein ros was stolz und dar bei stark, 
5 es was wol wert des claren goldes hundert mark, 
das schenket im die edel küniginne. 

sein Schwert das was an massen gut, gemacht mit sinnen reiche, 
es laucht und gab vil lichten schein, 
er fürt gar ritterlich das reiche wapen sein, 
kein helt mocht in den Zeiten im geleiche. 

53 Küng Ai'tus und die fürsten sein 

gaben im das geleit dem stolzen ritter fein, 
der helt was kün, seins mutes unverdrossen, 
gar pald er nach dem zäum da greif, 
5 gar ritterlich so trat er in den stegereif. 



LORENGEL 193 

ein wilder schwan kam her gen im geflossen 

der fürt mit im ein schif so gut, von got het er die lere. 

der fürst sprach zu dem diner sein 

'ker wider heim wol mit dem guten folen mein, 

ich far mit disem schwan wo er hin kere.' [492a] 

54 Der Lorengel was schon hereit. 

gar schnell der helt da in das schif loblichen schreit, 
ein guten schilt fürt er in seinen armen, 
der fater und die muter sein 
5 di liden umb den jungen fürsten schwere pein. 
ir beider jamer moclit got wol erparmen, 
auch bracht man im zwo pulgen gut mit speis und edlem weine, 
er sprach 'zu got hab ich mich pflicht; 
durch den ich far der lest mich ungespeiset nicht.' 
hin für der fürst und auch der fogel seine. 

55 Ein kleines wasser in da trug 

pis an das mer. da leid eilend der ritter clug. 
hin triben in die trünnen gein den lüften, 
er für bis an den fünften tag 
5 dasz der vil edel fürst gemaches nie gepflag. 
er sach nit mer mit reicher speise güften. 
der schwan fing bald ein fischlein trat, verschland es da aleine. 
der edel fürst sprach tugentlich 
'mein traut gefert, den fisch hast du verzert an mich, 
den solst du han geteilt mit mir gemeine.' 

56 Fürbasz wil ich euch wunder sagn. 

der schwan stisz in das mer da wider seinen kragn 
nach seiner speis, merkt was ich dar mit meine, 
iedoch kein fisch er da nit fing, 
5 ein schöne oblat von dem himel rohe ging, 
die fing der fogel lauter und auch reine, 
er pots dem edlen fürsten dar, des lop stund hochgepreiset. 
die brach der helt mit seiner haut, 
er gab die oblat halp dem schwan die in got sant. 
wo ward ie mensch und fogel basz gespeiset? 

57 Er danket got mit inikeit, 

wann gotes hilf die was im alle zeit bereit, 
der schwan der gab im freud und hohe wunne. 
der fürst sprach 'schwan, ich danke dir 



194 LORENGEL 

5 der lieb und treu die du hast hie erzeigt an mir. 
mir ward nie basz dort ob der tafelrunne. 
ich wolt gern, weresgotes will, dasz du mir solst zusprechen, 
ob mir das gund die gotes kraft 
so wolt ich [492b] mit dir haben gut geselleschaft. 
sust musz vil freud und wort an uns geprechen.' 

58 Got grosse wunder worcht durch in. 

der Schwan sprach 'her, wolt ir nu wissen wer ich bin, 
ich bin ein engel und sol euch geleiten. 
ich für euch zu einer stat zu, 
5 dar inn solt ir beleiben, helt, bis morgen fru. 
so solt ir euch fiirbasz zu kämpf bereiten, 
ich bring euch da der grafe ist, das merket hie besunder.' 
da sprach der fürst hoch eren wert 
'nu hör ich alles das mein junges herz begert, 
wan ich erfur vor nie so grosse wunder.' 

59 Der schwan aus süsser stimme sang 

dasz es dem ritter liplich in sein oren trang. 
sein süsz gesank den fürsten schlafen lerte. 
des engeis stim was lobeleich, 
5 des ward erfreut der edel fürst kün unde reich, 
dar mit der helt gen Antorf schnell zukerte. 
da stund ein purger auf dem land, der het in bald ersehen, 
bei im sein weip und ir genosz. 
si sahen wie der helt her auf dem wasser flosz. 
der purger sprach 'wunder wil hie geschehen.' 

60 Nu höret, was dem held geschach 

da in der schwan hin bracht dasz er die leute sach. 
dar von hört fürbasz hofeliche mere. 
der purger was weis und clug, 
5 sein sin und mut in zu dem edlen fürsten trug, 
er sprach 'seit wilkum, fürst und edler herre, 
ich wil euch helfen an das lant, ir edler degen reiche, 
nu piet mir, helt, eur werde haut, 
mich dunkt, ir seit ein edler küng aus heidenlant. 
ich sach kein wapen nie so lobeleiche.' 

61 Lorengel aus dem schiffe sprang. 

sein edler schwan sich wider auf den se hin schwang, 
sein scheiden bracht dem edlen fürsten schwere, 



LORENGEL 195 

er sach dem schwan gar senlich nach. 
5 der purger da zu seiner libsten frauen sprach 
'hört, frau, das sein gar wunderliche mere.' 
sein schilt der fürst da selber trug, das schwert in seiner hende. 
der purger zu dem her [493a] ren sprach 
'ir edler fürst, ir habt gehten ungemach, 
al euren kumer ich euch wider wende.' 

62 Er nam des beides gute war. 

sein harnasch laucht und gleisz von edlem golde dar, 
der was gemacht mit meisterlichen listen. 
der purger einen knecht hin sant 
5 dasz er bald brecht das aller kosperlichst gewant. 
das bracht man dem herren in kurzen fristen, 
der purger sprach 'ir edler her, ir solt euch freuden nieten. 
gebt mir eur schwert, traut herre mein, 
durch aller ritter er (ir mügt wol sicher sein), 
des wir euch, edler her, in treuen pitten.' 

63 Das schwert gab im der kün weigant. 
da ward dem fürsten grosse er bekant. 
vil manig schöne frau gen im her gingen, 
si hetten sich geziret fast, 

5 si eilten all zu sehen den vil edlen gast, 
gar lobelich si da den helt enptlngen. 
manch schöne maget vor im stund in gold und clarer seiden, 
die waren hübsch und minigleich, 
da lebt mit in in wunn und er der fürst so reich, 
sein iunges herz gund allen unmut meiden. 

64 Der purger sprach 'ich pit euch fast 

dasz ir seit heint bei mir selber wirt unde gast, 
ob euch das, edler fürst, nit wolt verschmähen, 
was ich vermag und gutes han 
5 das sol euch, edler her, sein willig undertan. 
mein armen dinst solt ir von mir enpfahen.' 
der purger schuf im gut gemach mit trinken und mit essen 
in einem kosperlichen sal, 
der was gezirt mit gold und seiden über aL 
also was ider man zu tisch gesessen. 

65 Die tafeln waren schon bereit, 

gedeckt, vil weisses prot und speis dar auf geleit, 



196 LORENGEL 

manch schöns trinkfasz mit gold und edlem steine, 
der wirt des fürsten nit vergasz, 
5 legt im wider sein füsz seiden und materasz. 
er sasz bei in loblich der degen reine, 
zwen [493bj spilman traten für in dar und machten süsz 

gedöne. 
der purger het ein tochter fein 
die pot dem edlen fürsten selbs den claren wein; 
si dint zu tisch die edel maget schöne. 

66 Si sprach 'her, habt kein unmut nit. 

in diser stat da sitzt mit haus ein edle dit, 
di sein all undertan der herzoginne. 
si tragen preis und hohen mut, 
5 auch sein si alle zeit vor schänden wol behut. 
die bring ich, her, für euch mit clugem sinne, 
die Waldemar sein si genant, geporn in disem reiche, 
in Prafant und in Engellant 
dar innen sein die edlen herren wol bekant. 
in disem land fint man nit irn geleiche.' 

67 Der purger der ging selber dar 

da er die edlen herren fand auch alle gar, 
fand si auf einem plan in reichem schalle, 
bei in vil manges fürsten kint, 
5 vil iunger held die rittermessig sint. 
die stunden auf gen disem purger alle, 
da kam vil manig stolzer man die im engegen gingen, 
vil reiche speis trug man auch mit. 
aus fremden landen kam in her der selbig sit. 
gar schon si da den Callebrant empfingen. 

68 Man pat in sitzen da zuhant. 

er sprach 'ir edlen herren, merkt mich alle sant. 
ich hoff dasz uns grosz heil und selde nahen, 
ir solt euch rüsten all gar schon. 
5 ich bit euch all zu haus (das ir nit wollet lan), 
ein edlen gast den helfend mir enpfahen. 
sein heim leucht als ein spigelglas, gemacht zu ritterscheften, 
sein brün und schwert ist auserwelt, 
er ist von edler art der wunderküne helt. 
auf im so mag kein schwert auch nit geheften.' 



LORENGEL 197 

69 Her Waldemar den purger fragt 

'nu sag mir bald mer, ist der degen unverzagt? 
was herren mag er sein du mir bedeute, 
wie ist er in das lant her kumen? 
5 hast du von seinem adel vor icht mer vernumen? 
wo dinen im die lant und auch die leute? 
fürt er mit im icht ritterschaft von dinern und von sclienken? 
ob mir der helt peut seinen grusz, 
dasz ich mich gen eim schwachen held nit neigen rausz, 
dasz es mir nit tu meine er bekrenken.' 

70 Der purger sprach 'ich sag euch wol, 

er ist von hoher art, [494»] sein herz ist tugent vol. 
auf erd sacli ich nie schöner mannes pilde. 
was Sampson sterke ie gewan, 
5 iedocli so wolt ich liber sein als diser man. 
den fürsten bracht zu land ein schwan, was wilde, 
ich ging spaziren an das mer nach meinem trank und speise 
(die recht warheit wil ich euch sagn) : 
ein schöner schwan das schif selbs fürt an seinem kragn, 
mag wol ein engel sein in fogels weise. 

71 Ich schuf dem held vil gut gemach. 

mein, meiner zeit kein gast ich Heber nie gesach. 
ir fint in dort in wird und reicher hüte, 
ich w eisz nit, ob der ritter her 
5 das lant behalten woU mit ritterlicher wer. 
ich tröst mich dises gasts in meinem mute, 
got hat in selbs gesendet her zu trost uns allen gleiche, 
ein schwan in her zu lande bracht, 
ich hoff, uns helf aus not der helt mit gotes macht, 
kein helt geparet nie so ritterleiche.' 

72 Da sprach her Waldemar der degn 

'ich und manch stolzer ritter betten uns verwegn, 

wir müsten alle weichen aus dem lande. 

wol auf, ir ritter und ir weip 
5 und ziret mit der pesten wat den euren leip. 

wir wollen all da hin mit Calebrande. 

zu dinst dem fürsten hochgeporn last tugent an euchspehen. 

stet im sein mut nach lob und preis, 

er sich gen uns erzeigt in adelares weis. 
Z. f. D. A. neue folge III. 14 



198 LORENGEL 

das han ich vor von fürsten wol gesehen.' 

73 Si riten frohch durch die stat, 

mit in die pest gemein und auch der ganze rat. 
si kamen zu dem edlen fürsten gangen 
her Waldemar und seine kint, 
5 di mit der herzogin waren hetrübet sint. 
von schönen frauen ward er wol enpfangen. 
die herschaft und die frauen gut kam im zu dinst gemeine, 
und da si für in ka [494b] men dar 
(wan er in allen wol gefiel der fürst so klar) 
si freuten sich, ir unmut der was kleine. 

74 Her Waldemar den fürsten fragt 

'nu sagt uns hie, ir edler ritter unverzagt, 
habt ir ein edlen fürsten ie erkante? 
der fürst der tafelrunne pflag, 
5 dar ob kein helt mit schänden nit gesitzen mag, 
einer musz sein an laster und an schände, 
da wont ein edler fürste gut an alles wandeis lere, 
mich dunket wol in meiner acht, 
euch hab eins meisters hant loblich nach im gemacht, 
her Parzefal nent man den ritter here. 

75 Er ist geporn aus Frankenreich, 

an künig Artus hof fint man nit sein geleich, 
nach dem seit ir gepildet adeleiche, 
dem selben edlen fürsten rein 
5 dem bracht ein engel einen kosperlichen stein 
von got her ab aus dem ewigen reiche, 
er hat vom stein wes er begert, helt er sich dar mit rechte, 
der stein der hat von got grosz kraft 
und wil neur sein bei hochgelopter ritterschaft 
und kumt auch nimermcr aus dem geschlechte. 

76 Merkt, her, ich han mit gotes kraft 

wol hundert jar gepflegen werder ritterschaft. 
von meiner hant leit tot manch ritter feine, 
nu graet mir mein har und part. 
5 ich sach den jamer und die grossen herefart, 
da künig Etzel zoch pis an den Reine, 
zoch mechtiglich in Spangerlant (das was auf in geerbet) 
und auch durch Frankenreich fürt an. 



LORENGEL 199 

dasz si den zins nit brachten im gen Indian 
darumb wolt der die weit ganz han verderbet. 

77 Fürbasz bescheid ich euch der mer. 

was ich von meiner jugent han gehört bis her, 
sach ich auf erden nie so grosses morden 
als ich euch, edler fürst, hie sag. 
5 vor Cölen wert der streit wol zwen und zvvenzig tag 
da die eilf tausent meid erschlagen worden, 
da niemant sicher mocht gesein vor tifen todes wunden, 
zu streit sich niemant da verbark. 
der streit was auf dem Rein in [495a] schiffen also stark 
und auf dem land die held in nöten stunden.' 

78 Her Lorengel gund fürbasz fragn, 

er sprach 'vil edler Waldemar, du solt mir sagn 
wie mechtig zog küng Etzel in der räche?' 
da sprach zu im her Waldemar 
5 'er het die cristenheit wol halp bezwungen gar, 
er fürt von manheit zwu und zwenzig spräche. 
im kam Tulant her über mer mit einem her so breite, 
hets Parzefal nit widerwant 
(der fürt zu hilf den hosten gral in seiner hant), 
er het verderbt die ganzen cristenheite. 

79 Hört fürbasz, edler herre mein. 

ein edler graf der sasz zu Kölen an dem Rein, 
den wolten die von Cöln ganz han bezwungen, 
dar durch fing sich der jamer an. 
5 er wolt in irem land sein her und haubetman. 
den haben si gewaltiglich verdrungen, 
sie schlugen im ein prüder tot und vil der ritter here. 
der graf das clüglich an in räch, 
hört, edler her, was abenteure da geschach. 
er bracht ir lant und leut in grosse schwere.' 

80 Lorengel fraget in fürbasz 

'sag, Waldemar, war umb tet diser grafe das 
dasz er die stat mit räch also verderbet?' 
da sprach her Waldemar zuhaut 
5 'er wolt ein fogt zu Köln und herre sein genant, 
und sprach es wer mit recht auf in geerbet, 
er kam von den von Cöln in not, man schwecht im sein gerichte 

14* 



200 LORENGEL 

und teten aus dem land in jagn. 

si wollen in auch selber kaben tot gescblagn 

und hingen im zwelf ritter zu gesiebte. 

81 Sein bruder bleib auch bgen tot. 

der graf kam über die maur aus mit angst und not, 
hin auf sein schlosz kam er zu fusz gegangen. 
dar auf fand er sein schönes weip, 
5 dar bei manch trüpte frau, clagten ir menner leip. 
mit jamer und mit leid ward er enpfangen. 
das lag im in seim herzen schwer, er wolt nach rachsal ringen, 
hört wie der graf die räche fant. 
er dacht an künig Etzel in der Hennen laut 
und wie er den auch möcht zu lande bringen. 

82 Er liesz im machen kosperlich 

wol zwei und dreissig huf [495b] eisen (nu merket mich), 
das was alls clares golt lauter und reine, 
sein ros er hsz beschlagen mit. 
5 und wer den grafen fragt von wann im kern der sit, 
er schweig und trug die list in im aleine. 
er reit zu künig Etzel dar, der gröste her auf erde, 
und da er kam in Heunenlant 
des küngs hofschmit brach im die eisen ab zuhaut 
und schlug im auf das edel golt so werde. 

83 Der edel graf so lobesam 

sein diener er heimlich da auf ein ende nam, 
er sprach 'ir treuen diener alle sande, 
(wan ich euch treulich pitten wil) 
5 ob imant nach dem gokle fragt und forschet vil 
so sprecht, ich hab sein gnug in meinem lande, 
ich pitt euch dasz ir wolt mein not gar treulich hie betrachten, 
ob euch ein eisen bricht enzwei 
so tut sam ir des golds nit achtet umb ein ei. 
was man euch fragt des sollend ir nit achten.' 

84 Hört, edler fürst, was da geschach. 

des künges schmit die negel aus den hufen brach, 
die zwackten auf gar schnell des schmides knechte, 
das golt gar wunnighch erklang. 
5 der schmit mit seinen knechten hin gen hofe drang, 
di knecht sprachen, die stück wern ir mit rechte. 



LOREiNGEL SOl 

dar iimb Imb sicli ein schlahen grosz das manchem ward zu 

schwere: 
umb dises golt mit grossem neit 
si schlugen da einander tife wunden weit, 
für künig Etzel kamen dise mere. 

85 Da sprach der künig ungetauft 

'war umb han sich die schmid geschlagen und gerauft?' 
ein ritter sagt im das, dem was er holde, 
der ritter sprach 'ich han vernumeö, 
5 es sei ein edler graf aus fremden landen kumen, 
dem sein sein ros beschlagen wol mit golde.' 
der künig sprach 'wer mag er sein? was landes kumt er here?' 
der ritter sprach 'traut herre mein, 
man saget mir, er sei geporen an dem Rein 
und sasz zu Köln, das sein ie fremde mere.' 

86 Der künig nach dem grafen sant. 

er kam für in und kniet für in da zuhant. 
der graf ward von dem küng enpfangen schone, 
er dankt dem edlen künig reich. 
5 umb in stund ritter vil, die meinten all geleich, 
er wer ein engel aus dem himelthrone. 
sein harnasch der gab Hellten schein vongold und von gesteine. 
drei Mütter fehlen 

112 [496a] schriben finde. 

her Waldemar trat für si dar mit rittern und mit frauen. 
die meit empfing in tugentlich, 
si sprach 'du treuer helt, du solt bescheiden mich, 
was sagst uns guter mer? ich tu dir trauen.' 

113 Er danket ir gar tugentleich. 

si sprachen all 'gnedige frau, seit freuden reich.' 
'nu merket mich' sprach Waldemar der here 
'uns kumet gar ein Über gast, 
5 dem miltikeit, tugent und ere nie gebrast, 
ich trau got diser helt helf uns aus schwere.' 
er sagt der fraun, der edel fürst wer dar zu lande kumen. 
'in bracht da her ein wilder schwan. 
er mag wol sein ein engel aus des himels thron, 
ich hoff, wir nemen sein noch guten frumen.' 

114 Die herzogin freut sich der mer. 



202 LORENGEL 

si sprach 'so trau ich got, er helf mir aus der schwer, 
seit mir got hat den ritter lier gesendet.' 
da sprach zu ir her Waldemar 
5 iegt an eur peste wat und nemt des fürsten war. 
von seiner haut würd euer leit gewendet, 
zirt eucli und all eur iuncfraun fein mit gold und auch mit 

seiden, 
all grafen, ritter unde knecht: 

dasz wir den hell enpfahen wol das dunkt mich recht, 
der helt hilft uns aus not und grossem leiden.' 

115 Die fürstin sprach 'sag Waldemar, 

wie kam er her zu land der stolze ritter dar?' 
her Waldemar sprach zu der herzoginne 
'er kumt gar bald und ist bewart. 
5 von wann er ist das weisz ich nit und auch sein fart. 
empfaht in schon und pfleget cluger sinne, 
wir wollen im bis an das mer engegen ziehen träte 
und nemen war wie er her fert 
pis dasz er kumt zu land. got hat in euch beschert, 
ir edle maget, folget meinem rate.' 

116 Sie kamen dar in kurzer frist 

und zugen im engegen gar an argen list 
mit seitenspil, mit harpfen und mit geigen, 
mit pfeifen und mit lobgesang. 
5 manch süsser don vor im da lobelich erclang. 
der hofmeister gund im hoflichen neigen, 
da sach man manchen roten munther leuchten ausdemgolde. 
si hielten still da an dem mer. 

her Waldemar sprach 'secht, dort kumt der ritter her, 
in bringt ein schwan als man in wünschen sohle. 

117 Lorengel schir zu lande kam 

mit seinem edlen schwan, der fürste lobesam. 
her Waldemar enpfing in tugentleiche. 
das folk neigt sich gen im mit schall. 
5 her Lorengel sprang aus dem schif und gruszt si all. 
der schwan verschwant vor in allen geleiche, 
der helt trat gen der herzogin (nu höret [496l>] fremde 

wunder), 
mit im her Waldemar der helt. 



LORENGEL 203 

die herzogin trat für den fiirsten auserwelt, 
si vil für in auf ire knie besunder. 

118 Lorengel sach si liplich an, 

er sprach 'du edler Waldemar, heisz si aufstan. 
mit treuem dinst ich nimer von ir weiche, 
was si begert zwar das sol sein. 
5 ich hilf ir aus der not, wil es der schepfer mein, 
erlös ir lant und leut und dises reiche, 
dar umb hat mich got her gesant ir und dem land zu tröste.' 
her Waldemar trat zu ii' dar, 
er hiesz si bald aufstan und nam ir eben war. 
er sprach 'gnad, frau, ir werdet schir erloste.' 

1 19 Nu höret fürbasz abenteur. 

ü' euglein dar, ir roter munt bran als ein feur, 
dar aus hesz si gar vil der süssen worte. 
dar mit gruszt si den ritter fein, 
5 si sprach 'mein trost, ir solt mir gotwilkumen sein, 
mein leit und unmut habt ir mir zustorte.' 
dar mit pot si gar tugenthch dem gast ir weisse hende. 
in sein genad ergab sie sich. 

si sprach 'ich gib euch lant und leut und dar zu mich, 
das sol euch dienen bis an euer ende.' 

120 Er sprach 'got dank euch, juncfrau zart, 
durch got und euren willen leist ich dise fart 
und auch zu dinste allen werden frauen.' 

er sprach zu ir gar tugentleich 
5 'schöne juncfrau, ich bin her kumen in dis reich 
euch und dem land zu trost, das solt ir schauen.' 
die herzogin sprach 'edler her, merkt eben was ich meine, 
ich han zwen treue dinestman, 
die heissen Waldemar und sein euch undertan. 
zu aller zeit si sein ganz frum und reine. 

121 Dar zu grafen und freien gut 

die ich noch han die halten euch, her, wol in hut, 
sie dienen euch und mir zu allen zeiten.' 
zu Waldemar die fürstin sprach 
5 'nu für den helt mit dir und schaff im gut gemach, 
ir solt im dien an alles widerstreiten.' 
er fürt in in sein herberg trat, vil herren im nach drungen. 



204 LORENGEL 

im folget nach weib unde man. 

si fürten in ein sal den edlen fürsten schan. 

vor im trumeten, pfeifen laut erclungen 

122 Dasz es weit in der stat erlial. 

die herren riten im zu hofe über al. 
her Lorengel ward schon von in enpfangen, 
von mangem schönen raegetein 
5 und mangem ritter, dinten all der herzogein. 
der Waldemar sprach 'her, habt kein verlangen.' 
der fürst sein harnasch da ab zoch, den sie von im enpflngen. 
sunder die frauen auserkorn 
si sprachen 'got sant uns den fürsten hochgeporn.' 
vernemet mich, so wil ich fürbasz singen, 

123 Die edel fürstin aus Prafant 

die legt an sich geschmeid und kosperlich gevvant 
als ie ir fater pflag zu hohen festen, 
das was samat und rotes golt, 
5 gar wol gezirt als noch ein [497»] fürstin haben solt. 
die wat was wol geziret nach dem pesten. 
ein mantel, was von samat gut, bracht man dem ritter clare. 
in het ein keiser wol an tragn. 

dar aus laucht manger stein mit clarem golt beschlagn. 
das bracht im dar ein ritterliche schare. 

124 Ein schöne gürtel man her trug, 

beschlagen wol mit rotem gold und pernlein clug, 
dar zwischen manig edler stein so reiche, 
ein guldin halspant man im bracht 
5 als einem fürsten zam, was kosperlich gemacht, 
das laucht von gold und stein gar wunnigleiche. 
ein peck mitgold man im für trug, mit pilden wol durchhauen, 
dar inn lag pernlein und rubein. 
das schankt si da dem gast die edel herzogein. 
im puten er die ritter und die frauen. 

125 Der fürst legt au das gut gewant. 

die herzogin iren hofmeister zu im sant. 
der viel zu fusz dem fürsten erentreiche, 
er sprach 'nu merkt, her degen zart, 
5 die kleinet schenket euch mein frau von hoher art, 
ein herzogin in Prafant lobeleiche, 



LORENGEL 205 

die alzeit hoher eren pfligt. lat euch das nit verschmähen, 
si wil euch gern sein undertan, 
ir leib und gut, laut unde leut, was si mag han. 
durch si soll ir die reichen schenk enpfahen.' 

126 Da nu die schenk also geschach, 

er danket ser der landes frauen unde sprach 
'got sei der edlen keuschen maget lone, 
got halt in hut ir zucht und er.' 
5 er sprach 'durch der juncfrauen willen kam ich her, 
got zal euch dise schenk in seinem trone. 
ichwil, juncfrau, eurdinersein, mitschild und sper thurniren. 
und was eim ritter zimet wol 
das wil ich enden gern durch euch, wo ich nu sol. 
in kampfes ring wil ich noch iubeliren.' 

127 Da sprach die fürstin hochgeporn 

'mein fater het mir einen i'ormunt auserkorn, 
der het sein treu schentUch an mir gebrochen 
und spricht mir zu, her, umb die e 
5 vor dem römischen keiser dort, das tut mir we. 
ich trau got wol, es werd an im gerochen, 
dar zu hat er genumen mir mein land und auch mein leute. 
dort vor dem keiser das geschach 
dasz man mir und dem grafen da ein urteil sprach 
dasz ich ein kempfer haben sol noch heute. 

128 Vernemet, edler her, mein clag. 

ein kempfer musz ich kan auf den morgigen tag. 
in weiten landen kund ich keinen finden 
pis euch got selbs hat her gesant. 
5 mein land und leut nemt, edler her, ganz in eur haut, 
des tut euch hie und mein auch underwinden 
und helft mir armen fürstin hie kempfen durch gotes willen, 
des pitt ich euch durch gotes er 
dasz ir mir helft aus not mit ritterlicher wer: 
so mügt ir mir den meinen kumer stillen. 

129 Hört, edler fürst, vernempt mich basz. 

der graf der brach sein treu an mir, ich trag im hasz. 
an meinem fater ist er treulos worden [497b] 
(das keinem frunien ritter zimt, 
5 dar umb es mangen edlen herren wunder nimt). 



206 LORENGEL 

es stet nit wol dem ritterlichen orden 

wann ein gut helt sein treue briclit und helt sein treu nit stete. 

das claget von im weib und man, 

all die mir ie mit dinste waren undertan, 

die ganz gemein und mein getreue rete. 

130 Da Lorengel die clag vernam 

da tet es we dem edlen fürsten lobesam. 
ir clag erparmt in ser aus herzen gründe, 
er sprach 'iuncfraulein liochgeporn, 
5 seid ir mich habt zu einem kempfer auserkorn 
ich hilf euch treulich hie in kurzer stunde, 
und het er aller risen sterk und auch Sampsones krefte, 
wil got mit hilf mir bei gestan, 
so sag ich euch, es musz im an sein leben gan, 
ich zwing den helt mit werder ritterschefte.' 

131 Dar mit der clageward geschwign. 

die Waldemar dem fürsten züchtiglichen nign. 
dar nach hiesz man die tisch gar schon bereiten, 
si wurden wol bedeckt all gleich. 
5 das werde hofgesind was alles freuden reich, 
man trug da für (und wolt nit lenger beiten) 
manch kosper tuch gar wol gezirt mit gold und licht gesteine, 
dar an manch tir entworfen schon, 
dar auf gewürkt manch merwunder und wilder man : 
es was gemachet lauter unde reine. 

132 Dar auf sazt man wein unde prot 

und vil der kosperlichen speis als man gepot. 
das schuf der fürstin kellner alles dare. 
der fürst ward leides wol ergetzt. 
5 vil kleinet reich wurden auf die tafeln gesetzt, 
dar ein schenkt man den edlen wein so clare. 
die tisch die wurden wol gezirt mit prot und gutem weine, 
zwen Jüngling het her Waldemar, 
die puten dem edlen fürsten das wasser dar 
und neigten schon dem stolzen ritter feine. 

133 Da sprach her Waldemar der alt 

'ir edler degen, nemet dises wasser halt, 
wir wollen hie ein andre kurzweil treiben.' 
die herzogin pot in grosz er 



LORENGEL 207 

5 mit essen und mit trinken manchem ritter her, 
dar bei ein jeder helt mag frölich bleiben. 
Lorengel paret adelich und nam das wasser palde 
gar züchtiglich der ritter zart, 
her Waldemar sprach 'sitzt, her fürst von hoher art; 
ich preis eiir tugent die ist manigfalde.' 

134 Dar mit man für den fürsten trug 

vil edler speis und wein, des gab man im genug, 
zu tisch dint im manch stolzer ritter clare 
und manig schönes megetein. 
5 nit fer von im sasz auch zu tisch die herzogein 
und sach den held gar adelich geparen. 
wann si den werden helt an sach so freut sich ir gemüte, 
wann er was iunk und wol gestalt. 
sein tugent, er unt manheit die was manigfalt, 
wann er pflag mit in allen ritters gute. [498»] 

135 Des gleichen auch die herzogein. 

ir roter munt der leuchtet als der licht rubein, 
recht sam ein ros durch süssen tau her gleisset 
in irer ersten blüt so rein. 
5 ir zenlein waren weisz und dar als helfenbein, 
das ir durch iren roten munt schon weisset. 
ir wenglein waren licht und dar, gar adelich geziret, 
dar aus ein schöne röte bran. 
si was auch milt und erentreich die wol getan, 
in aller tugent ir herz iubeliret. 

136 Nu höret meins gesanges schal. 

mit schönen frauen ward besetzt der weite sal, 
die alle mit dem edlen fürsten assen. 
da pflag man hübscher kurzweil vil 
5 mit süssem singen und mit mangeni seitenspil 
zu lob und er all den die bei im sassen. 
trumeten, pfeifen mangerlei vor dem fürsten erclange 
zu lob und er dem ritter dar, 
dem edlen Lorengei. da sprach her Waldemar 
'mein her, laszt euch die zeit nit wesen lange.' 

137 Das wert bis man zu hofe gasz. 

dar nach ward wol erfreuet alles das da was. 
die tisch die wurden da entplösset alle. 



208 LORENGEL 

da trug man bald das vvasser dar 
5 und gosz es im auf seine hend dem fürslen dar. 
dar nach treib man vil kurzweil da mit schalle 
dort vor der edlen herzogin und vor den schönen frauen. 
Lorengel sprach 'ach hilfreich got, 
verleih uns gnad dasz ich vollend das dein gepot 
und ste mir bei: ich tu dir wol getrauen.' 

138 Dar nach die mer gar weit erhal, 

dasz man es kündet fürsten, herren über al 
die allesant da hin gen hofe kamen, 
der küng aus Polant kam auch dar, 
5 mit im ein herzog reich mit einer grossen schar, 
der was aus dem land Purgunden mit namen. 
der römisch keiser kam da hin mit grossem hofgesinde, 
bracht mit im mangen stolzen helt, 
die sahen gern den fremden ritter auserwelt. 
zu disem kämpf kam manger muter kinde. 

139 Fürbasz wil ich euch machen kunt 

wie auch dar kam graf Friderich von Dundramunt 
für die herschaft in ritterlicher wete. 
in eines grimmen leben mut 
5 kam er hin an des keisers hof der degen gut 
mit seinen dienern die er bei im bete, 
er fürt mit im vil guter held, die stolzen ritter feine, 
die im all waren undertan. 
der keiser grusset in mit süssen Worten schon, 
er sprach 'got dank euch, edler herre meine.' [498b] 

140 Die küchen wurden wol beschlagn. 

die herschaft in der stat an manchem ende lagn. 
ir herberg was bestellet lobeleiche, 
wein, brot und speis in allen gar. 
5 dar mit ruft ider her seim hofgesinde dar. 
trumeten und pusaumen dank was reiche, 
der keiser da den grafen lud dasz er mit im solt essen 
der maiestat zu wirdikeit. 
er sprach 'gnediger her, das ist euch unverseit, 
ich tu es gern und hau mich des vermessen.' 

141 Das Wasser man den herren gosz. 

dar mit der keiser sasz zu tisch uud sein genosz 



LORENGEL 209 

und auch graf Friderich mit seinem rate, 
der keiser satzt in neben sich, 
5 er sprach zu im 'du edler graf, bescheid du mich 
wie stets umb dich und deinen uidertate?' 
er sprach 'gnediger keiser her, ich kans euch nit gesagen. 
mich dunkt und hab also vernumen 
wie dasz die herzogin kein kenipfer künn bekumen. 
das tut mir zorn und wil das immer clagen.' 

142 Dar bei sasz manger fürste gut, 

da dienet in zu tisch manch ritter hochgemut, 
man trug in für gar kosperliche speise, 
man schenkt in ein den claren wein. 
5 man schickt ein poten für den keiser und die sein 
und zu graf Friderich dem ritter weise, 
der pot sagt wie der herzogin ein kempfer kumen were, 
für not ein auserwelter degn, 
des herz wer ganzer manheit vol und gar erwegn. 
die herren horten all gern dise mere. 

143 Da man zu hof die red vernam, 

da sprach der keiser zu dem grafen lobesam 
'sag, Friderich, wer ist der ritter feine? 
ist er von adel hochgeporn 
5 dasz in die herzogin zu kämpf hat auserkorn? 
was landes herren mag diser helt seine ? 
aus welchem reich er kumen sei das wolt wir wissen gerne* 
da sprach der grafe tugenthaft 
'her keiser, ich weisz nicht von seiner ritterschaft, 
von wann er kumt aus fremden landen ferne.' 

144 Zu hof hub sich ein grosser schal. 

dar mit het man zu hof da gessen über al. 
die tisch die wurden allesant^enplösset, 
das wasser satzt man auf die tisch. 
5 das nam manch edler fürst, es was noch kalt und frisch, 
dar nach ward das wasser bald hin geflösset. 
der graf sprach 'edler keiser gut, den helt wil ich besehen, 
ist er ein ritter auserwelt, 
zu nöten auserkorn (das selb mir wol gefeit) 
so sol im wird und er von mir geschehen.' [499a] 

145 Da sprach der edel keiser her 



210 LORENGEL 

'ich sech den hell gar gern, nu sag uns von im mer, 
von welchem adel diser hell sei kumen.' 
der graf sant hin gar schnell und trat 
5 zwelf pukel gut, sam ers kund finden in der stat, 
mit gutem wein dem gast zu er und frumen, 
wann er was milt und erentreich, sein gleich lebt nit auf erde, 
het er die ein sach nit getan 
kein laster ich von im sust me vernumen han. 
sein treu brach er mit laster und geferde. 

146 Graf Friderich erzeigen wolt 

sein milt und gütikeit. manch ritter was im holt, 
er kam selbs zu her Lorengel gegangen, 
mit im kam manig stolzer hell. 
5 sein wein und schenk was also lobelich bestelt. 
von Waldemar ward er gar schon empfangen 
und auch die andern ritter all die mit dem grafen gingen, 
er dankt in allen tugentleich. 
nu höret wie von Dundramunt graf Fridereich 
den edlen gast er und die sein enpfingen. 

147 'Seit mir gotwilkum, herre mein. 

nu saget mir, was landes herren ir mügt sein, 
das west ich gern ob es euch nit verdrüsse. 
dasz ich möcht euer wirdikeit 
5 enpieten zucht und er dar zu wer ich bereit.' 
so sprach der graf zu im mit Worten süsse, 
her Lorengel dankt tugentleich dem held an alls geferde, 
er sprach 'got dank euch, ritter fein, 
und Maria, wollen all zeit eur ptleger sein.' 
der graf sach gern sein adelich geperde. 

148 Also ir beider grusz erging 

da in graf Friderich gar lobehch enpfing. 
fürbasz hört von in hofeUche mere. 
die schenk man für den fürsten trug. 
5 die rufet aus ein edler ritter kün und clug. 
er sprach 'ir hochgeporner fürst und herre, 
das schenket euch ein werder helt, ein her in disem lande, 
der ist graf Fridereich genant 
' von Dundramunt, für not ein wunderkün weigant. 
nemt das für gut, des pitt wir euch all sande.' 



LORENGEL 211 

149 Lorengel dankt im tugentleicli 

der schenk die im zu eren tet graf Fridereich. 
er tet im wider er und referenze. 
da schankt man in den claren wein. [499^] 
5 des grafen diener einer was ein ritter fein, 
er gund botlich dem fürsten das credenzen, 
er pot dem fürsten dar den wein und neigt im züchtigleichen. 
her Lorengel trank und fing an. 
der ritter da enpting das von dem fürsten schan 
und pots seim herren grafen Fridereichen. 

150 Man schankt den wein und den reinfal. 

das hofgesind trank alles in dem weiten sal. 
da was vil freud und wunn gar manigfalde. 
der Wirtschaft pflag die herzogein. 
5 graf Friderich sprach zu dem gast 'traut herre mein, 
habt guten mut dasz sein got selber walde 
und laszt euch sein die weil nit lank : uns kumt vil fremder geste. 
da wert ir hören abenteur 
was ider helt ie tet in stürmen ungeheur.' 
iglicher sagt das pest das er dann weste. 

151 Da sprach der alte Waldemar 

'nu hört, ir herren, nemet meiner rede war. 
ich hab getan vil mangen stürm so herte 
da ich gar manchen heim zubrach. 
5 ja, her, durch werder frauen willen das geschach. 
durch die so reit ich manig wilds geferte. 
recht als ein ritter billich sol hab ich gefürt mein leben, 
ich sucht die stürme manigfalt. 
ir edler fürst, so bin ich nu der jar zu alt 
dasz ich nit mer nach preis und er mag streben. 

152 Das pringt mir leit und schwere pein. 

mir tut gar we das ungemach der herzogein 
dasz si manch zeit kein kempfer nie mocht finden 
wie weit si hilf sucht durch die laut, 
5 pis euch got selber uns zu hilf hat her gesant. 
dasz ir euch, her, des kampfs solt underwinden 
des freu ich mich ; der ewig got wol euch vor im behüte.' 
der graf sach streng den ritter an, 
in müet die red die Waldemar da liet getan 



212 LORENGEL 

dasz im da ganz verschwand sein mild und gute. 

153 Da sprach der graf aus grossem neit 

'ich han mein tag getan vil mangen herten streit 
dasz man mich lobt in allen landen weite, 
welcher sich wider mich ie setzt 
5 der ward von meiner haut bis in den tod geletzt. 
wo ich mit beiden noch ie kam zu streite 
(die ich allsant alein bezwang, erschlug si ritlerleicbe) 
kein helt mir nie gesiget an. 
ich wil in gern anschauen der mich tür bestan 
mit kämpf hie für die herzogin so reiche.' 

1 54 Lorengel sprach der hochgeporn 

'graf Friderich, solt ich verdinen euren zorn 
so bin ich doch durch disen kämpf her kumen 
zu hilf der edlen herzogein. 
5 ich sag euch wol dasz ich wil hie ir kempfer sein 
mit Schild und sper. ir nemt sein keinen frumen. 
ich kempf mit euch als [500a] ich vor han vil mangen man 

bestanden, 
etlicher taucht sich kün als ir 
die all ir ende namen gar in streit von mir: 
das han ich wol bewert in mangen landen.' 

155 Da nu die red von in geschach 

her Waldemar im pret zwen held dort spilen sach, 
zwen junge ritter, waren lobeleiche, 
das pretspil er in beiden nam 
5 und trug es hin als einem weisen ritter zam 
und legt es für den grafen Fridereiche. 
der graf sprach 'her, indisem pret woll wir hie kurzweil treiben' 
(der graf dar mit den fürsten ert) : 
'welcher e dreu gewinn dem sei der sig beschert, 
so würt sein lop gebreist von man und weihen.' 

156 Lorengel sprach 'das tu ich gern, 

der dreier spil im pret wil ich euch wol gewern. 
nu spilen wir des kurzen, merkt mich eben.' 
graf Fridrich sprach 'her, das sol sein : 
5 welcher die minsten äugen werf, traut herre mein, 
der sol die ersten gab gar pillich geben.' 
und da der wurf von in geschach her Lorengel der r«ine 



LORENGEL 213 

gewan die spil all dreii zuhaut. 

das tet graf Friderich in seinem herzen ant. 

der fürst sprach zu dem grafen da aleine 

157 'Nu nemt der abenteur hie war. 

ich hab euch die dreu si)il hie angewunnen gar 
mit meisterschaft.' der graf begund sich rimpfen. 
dar mit die sonn barg iren schein. 
5 graf Friderich nam urlaup von dem ritter fein 
mit werten schnell, vergangen was sein schimpfen. 
dar mit so schied der helt hin dan der manchen preis bejaget, 
mit im sein ritter und sein knecht, 
kam an des keisers hof, sein sach die was nit schlecht, 
er was betrüpt und was doch unverzaget. 

158 Sein herz leid heimlich ungemach. 

der keiser in enpfing und zu dem grafen sprach 
'du edler graf, sag uns hie offenleiche 
wie dir gefalle diser helt 
5 und den die herzogin zu trost hat auserwelt. 
wie ist er von person der erentreiche? 
sag, wie der man hab ein gestalt durch all dein gut und tugent. 
der graf da zu dem keiser sprach 
'so ritterlichen helt ich vor nie mer gesach, 
doch taug er zu dem kämpf nit wol vor jugent. [5001»] 

159 Mir hat gelobt der ritter fein 

er woll der edlen herzoginne kempfer sein, 
mit Schild und sper nach preise ringen, 
gar ritterlich stet sein geperd. 
5 her, ich gelaub dasz sein geleich nit leb auf erd.' 
dar mit tet man da für die herren bringen 
vil edler speis, wein unde prot tet man zu tische tragen, 
dar nach vil manig kün weigant 
zu tisch da sassen mit dem keiser alle sant.' 
nach tisch die herren irer rüg da pflagen. 

160 Ir sollet mich vernemen basz. 

der edel Lorengel in hohen freuden sasz, 

er sach vor im vil cluger abenteure. 

grosz er det man dem fürsten gut 
5 mit edler speis und wein, der helt was wol gemut. 

sein hilf die kam dem ganzen land zu steure. 
Z. f. D. A. neue folge III. 15 



214 LORENGEL 

her Waldemar sprach 'edler her, nu last euch iiit verlangen.' 
da man das abentmal volbracht 
vil hübscher kurzweil man da vor dem fürsten macht, 
die herzogin kam selbs zu im gegangen. 

161 Si gruszt in tugentlich und schon 

'sagt uns, ir edler fürst, wann ir wolt schlafen gan, 
so sol man euch zu eurem pette weisen 
da ir wol seit an sorge gar. 
5 wann ir, her, wolt so nemt zu euch her Waldemar, 
der dint euch gern der alt frum ritter greisen, 
der sol euch, her, gar wol bewarn wann ir mügt nimer sitzen.' 
er sprach 'ir edle herzogin, 

gebt uns urlaup. an mein gemach stet mir mein sin.' 
der fürst schied da von ir mit clugen witzen. 

162 Mit im ging da her Waldemar. 

er fürt den fürsten in ein Kemenaten dar 
die was gezirt mit gold und mit gesteine, 
dar in gemalt manch cluges pild 
5 von glanzer färb, vil manges tirlein zam und wild, 
da stund ein pett von gold und seiden reine, 
die herzogiu ging selbs mit im und fürt in bei der hende 
zu einem pett, was wol gezirt, 
mit edlem samet schon verdeckt und gemosirt. 
die fürstin schied von im an missewende. 

163 Sie neigt dem held gar adeleich. 

auch neigt sich schon gen ir der edel fürst so reich, 
da lag der helt bis an den lichten morgen, 
pis dasz der Uchte tag her brach. 

5 die kamrer kamen bald zu im in sein gemach, 
ritter und knecht dinten im unverborgen. 

der edel fürst legt an sein kleit und trat hin in den sale 
da er fand inn die herzogein. 
si stund gen im bald auf, umbling den ritter fein, 
er dankt ir schon der ritter von dem grale. [501a] 

164 Hört fürbasz dise abenteur. 

der edel fürst der het bei im zwen ritter teur 
die sant er schnell zu grafen Fridereichen 
dasz er zu im kem auf der fart. 

6 das tet der graf. da sprach zu im der keiser zart 



LORENGEL 215 

'ich pit dich, edler graf gar tugentleiche, 

ir sollet heut mit disem gast ein sper vor uns zubrechen 

durch mich und durch die herzogein. 

das reiten seit du mit im tun, mag es gesein. 

tut im das kunt was er dar zu woU sprechen.' 

165 Da sprach der graf von Dunramunt 

'ja, edler her, das tun ich gern, mach im das kunt. 
es ist mein will, ich tet nie ding so gerne, 
mag ich, ich trenn im seinen schilt 
5 mit einem sper umb dise herzogin so milt. 
wer er als kün als Diterich von Perne, 
iedoch wil ich den helt besten mit ritterlichem reiten, 
dar nach in einer kurzen wal 
beste ich in mit kämpf, wer seiner vir zu mal. 
er musz mit mir hie kempfen und aucli streiten. 

166 Und wer er noch so hochgeporn 

ich schlag in tot, sein iunger leip der ist verlorn, 
ich kempf mit im nach ritters art und rechte. 
so würt vollendet diser streit.' 
5 der keiser sprach 'ja, edler graf, es dunkt mich zeit, 
nu schick zu im die ritter und die knechte.' 
der graf der sant im bald und schnell zwen edel ritter here. 
die potschaft pald geendet wart, 
die ritter kamen beide zu dem fürsten zart. 
her Waldemar der det in wird und ere. 

167 Sie traten für die herzogein. 

die edel magt enpfin» gar schon die ritter fein, 
sie neigten ir und irem hofgesinde. 
si kamen für Lorengel dar. 
5 der ein der sprach 'fürst, edler her, nu nemet war 
was euch enpeut graf Fridrich der geschwinde. 
der hat uns her zu euch gesant und lest euch dar bei grüssen. 
er spricht durch aller frauen er 
woU er mit euch zuprechen, edler her, ein sper 
seid frauen manchem man sein kumer püssen. 

168 Dar nach wil er in kurzer frist 

mit euch kempfen als mit recht geurteilet ist. 
dar zu solt ir euch, edler her, bereiten.' 
her Lorengel sprach tugentleich 

15* 



216 LORENGEL 

5 'des sol er sein gewert, und giilt es alle reich, 
ich hilf der herzogin und wil nit beiten. 
dar umb so bin ich kumen her das solt ir im [50 Ib] pald sagen.' 
die ritter urlaup namen trat 
und sagten das dem grafen an der selben stat 
dasz er es ritterlich mit im wolt wagen. 

1 69 Also die potschaft nam ein ent, 

die edel herzogin nach einem prister sent 
dasz er ir solt ein ampt loblichen singen 
zu lob und er der trinitat. 
5 mit irem hofgesind si da zu kirchen trat, 
si sprach 'mein got, lasz uns nit missehngen.' 
her Lorengel der kam auch dar mit mangem ritter werden, 
si paten got all zu der stunt 
'ewiger got, tu uns dein gnad und hilfe kunt, 
erzeig uns dein barmherzikeit auf erden.' 

170 Das ampt sang man gar lobeleich. 

her Lorengel ruft an got selbs in seinem reich, 
des gleichen auch die edel herzoginne. 
die ruft got und sein muter an 
5 dasz er ir und dem held mit hilf wolt bei gestan. 
'hilf mir aus not, himlische keiserinne, 
erwirb uns, reine magt, den sig, hilf der gerechtikeite, 
ich pitt dich, reine maget her. 
hilf, süsser Jesu Crist, durch deiner marter er 
der an dem kreuz erlost die cristenheite.' 

171 Vil manig ampt man sang und las. 

dar bei manch edler fürst in gotes dinst da was. 
keiser und küng die all dar waren kumen 
si dinten got mit ganzem fleisz 
5 und sagten got in seinem thron er, lob und preis, 
manch andechtiges pet ward da vernumen. 
da nu das ampt was gar volbracht da gab man in den segen. 
si trunken sant Johannes minn. 
dar nach ging idermann zu seiner herberg hin. 
her Lorengel liesz da nit underwegen, 

172 Er kam mit einer grossen schar 

gen hof. mit im so ging die herzogin so klar, 
grosz lop und preis der fürstin ward verjehen. 



LORENGEL 217 

der kellncr schuf was si gopot, 
5 was zu dein tisclie höret, wein und auch das prol. 
ir gleich in miltikeit ward nie gesehen. 
die tisch waren gespeiset wol da die herschaft solt sitzen, 
als es die fürstin haben wolt. 
si speiset iunk und alt und gab auch reichen solt. 
ir hof was wol bestellt mit chigen witzen. 

173 Dar nach als man zu hofe gasz, 

man pot den herren wasser dar die weil man sasz. 
dar mit die tisch all wurden abgedeckct. 
her Waldemar sprach 'edler her, 
5 euch pitt mit fleisz mein hau die herzogin so ser 
dasz ir wolt sein frölich und unerschrecket.' 
her Lorengel sprach 'das sol sein, ich freu mich diser mere, 
ich hilf aus not der herzogein, 
für si wil ich kempfen, solt es mein ende sein, 
mein manheit ich mit goles hilf bewere. 

174 Nu reichet mir mein prünne her 

und meinen guten heim, mein schilt und auch mein sper 
und ein gut ros, ich wil den grafen strafen. [502a] 
auch tragt mir her mein sturmgewant 
5 und wapnet mich' — so sprach der wunderkün weigant — 
'und bringet mir gar bald mein gutes wafen.' 
der hell verwapnet sich zuhaut in seinem harnasch feste, 
die fürstin im auf den heim pant 
ein guidein heftlein, dar aus laucht ein licht jachant 
der auf seim heim gar wunniglich hergleste. 

175 Die landes frau selbs wapnet in. 

der edel Waldemar ging in den marstal hin, 
er sprach 'marsteller, merk mich, traut geselle, 
bereit uns hie dem edlen gast 
5 das peste ros das du in disem marstal hast, 
ein starkes ros das laufen müg gar schnelle, 
rüst das als zu dem kämpf gehört und solt das wol verdecken.' 
das ros ward pald gesateU schon, 
der fürst was wol bereit und was verwapnet schon, 
kam auf den plan mit mangem guten recken. 

176 Die schrank die waren wol bestalt, 

das schuf der rat und auch der herzogin gewalt. 



218 LORENGEL 

dar ein sprengt palil der graf mit reicher were. 
die mer man da zu hof vernam, 
5 wie in dem schrank dort hielt der graf so lobesam. 
bei im hielt manig stolzer ritter here. 
der römisch keiser kam auch dar, mit im ein künig reiche 
aus Polant und manch fürst so wert, 
man sach auch in dem schrank vil manig stolzes pfert. 
das kam für den Lorengel schnelligleiche. 

177 Wie es nu ging merkt hie fürbasz. 

ein weiter plan lag da der wol bestellet was. 
die schrank die wurden all gar wol besetzet, 
dar auf sasz guter wepner vil 
5 mit harnasch und mit wer als hört zu solcliem spil. 
die warten dasz da niemant würd geletzet 
da von den rossen über al und von dem hofgesinde. 
die stat het man auch wol in hut, 
dar inn die purger betten mangen wepner gut. 
vernempt fürbasz von disem kämpf geschwinde. 

178 Her Lorengel was auch bereit. 

die herzogin wunsl im gelück und sehkeit. 
man bracht im ein gut ros, lief schnelligleiche. 
der helt pald in den satel sprank. 
5 das ros mocht in nit tragen, was im vil zu krank, 
doch sasz dar auf der edel fürst so reiche, 
da was vil ritter unde knecht die mit dem herren riten. 
vor im triuneten vil erklang. 
bei im reit Waldemar den grosse sorge zwang, 
das ros was im zu schwach zu kampfes siten. [502b] 

179 Vor im so reit ein langer helt 

der fürt im vor das sper dem ritter auservvelt. 
sie riten durch die stat mit grossem schalle, 
die schrank pald wurden aufgetan, 
5 die edlen fürsten wurden all dar ein gelan. 
trumeten und pusaumen laut erhalle. 

da sach man manig stolzes pfert laufen nach lob und preise, 
das ros Lorcngels was zu schwach, 
es trug in kaum, manch guter ritter das wol sach. 
da sprach zu im ein edler ritter weise, 

180 — Das was der alt bor Waldemar — 



LORENGEL 219 

er sprach 'das ros ist euch zu schwach led ich fürwar.' 
des antwurt im her Lorengel gar palde 
'nu bringt mir her in kurzer frist 
5 ein ros das mich getragen müg und pesser ist. 
das ros taug nit dar auf ich vor euch häkle.' 
die red kom pald dem keiser für der het ein ros, was stolze. 
kein pessers kund man finden ie. 
des grafen ros doch pesser was, das merket hie. 
das lief so schnell als von der sen der polze. 

181 Des keisers ros im gleichet nicht. 

da man es bracht dem Lorengel was es entwicht, 
was im zu schwach und mocht in nit getragen, 
das wundert manchen werden man. 
5 graf Fridcrich wolt auch kein ander ros nit han 
dann sein gut pfert. das gund Lorengel clagcn. 
dar umb die edel herzogin betrübet wart von herzen, 
si rufet an den reichen got, 
si sprach '3Iaria, reine meit, liilf mir aus not, 
erlös mich heut von jamer und von schmerzen.' 

182 Getrost ward da die herzogein 

von got. der sant Lorengel da den folen sein. 
der hef von einem perg her ab geschwinde, 
da sprach Lorengel offenbar 
5 'dort kumt mein ros, secht wunder, edler Waldemar.' 
'zieht mir das her' sprach er mit Worten linde, 
her Waldemar eilt pald da hin da er dem ros gund nahen, 
das ros das was verdecket wol, 
gesatelt schon als es ein kenipfer reiten sol. 
das ros stund still und liesz sich gerne fahen. 

183 All weit des grosse wunder nam, 

die herren all. dasz da das ros aleine kam 
das wundert manig mensch da also sere. 
her Waldemar der kam zuhaut 
5 und zoch das ros dort her dem wunderkün weigant. 
dar auf sasz schnell der edel fürst so here. 
nu höret fürbasz abenteur als ich euch hie bedeute. [503a] 
grosz folk kam zu dem kämpfe dar 
dort auf den plan und in die heuser, nemet war. 
an allen orten was es foller leute. 



220 LOKEISGEL 

184 Grosz wunder da das folk vernam. 

jeder man fragen gund von wann das ros her kam. 
niemaut kund wissen wer es bracht da here. 
niemant west unib die rechten nier 
5 dan Lorengel alein. dem bracht man schilt und sper. 
er sprach 'mein ritterschaft ich heut bewere.' 
die sper die masz man da zuhant, die waren scharpf und herte. 
von Dundramuut graf Friderich 
der reit die ban fast auf und ab, bewaret sich, 
man räumt den plan, sich hub ein schwinds geferte. 

185 Si ritten auf einander dar, 

si neigten ire sper. des nam manch ritter war. 
ir keiner wolt dem andern da nit weichen, 
si waren grimmiglich gemut. 
5 ir beider ros di waren schnell und dar zu gut. 
der graf mocht dem Lorengel nit geleichen, 
der fürst stach da den graten ab, traf in als er sein gerte 
dasz er must fallen auf den plan, 
er lag gestrecket vor dem wunderkiinen man. 
des grafen schand und laster sich da merte. 

186 Da ward erfreut die herzogein. 

das sach der keiser wol und manig ritter fein 
wie da der graf so schentlich was gefallen. 
das was im vor nie mer geschehn. 
5 vil manig schöne frau den fal auch het gesehn 
dasz der graf siglos was. sich hub ein schallen, 
der graf sprang wider auf zuhant in zornighchem grimme, 
sein schilt fast bald der kün weigant, 
ging in die schrank da er den seinen kempfer fant 
und ruft in an mit kreftiglicher stimme 

187 'Helt, euch sol widersaget sein. 

seid ir mit mir wolt kempfen für die herzogein 
des wart ich hie und sie in kampfes ringe. 
ich forder euch, ir werder man. 
5 für disen fal müszt ir mir euer leben lan, 
dar zu ich eiicli mit meiner haut bezwinge.' 
das horten frauen unde man, die herschaft algemeine, 
da sprach der alte Waldemar 
'vil edler fürst, liebt euch hin an den grafen dar.' 



LORENGEL 221 

'das tu ich gern' sprach Lorengel der reine. 

188 Der hell von seinem ros ah trat. 

die edel herzogin got treulich liü* in pat. 
er trat hin in den kreisz gar rilterleichen. 
den schilt zuckt für sich der weigant, 
5 er fragt den grafen bald und sprach 'sag mir zuhant, 
hell, wil dein zorn noch hie nit von dir weichen?' 
der graf wolt da dem fürsten gut kein red noch antvvort geben, 
her Lorengel fast bald sein sper, 
des gleich tet auch der graf. in was zu kämpfe ger. 
der graf sprach 'her, merkt meine wort gar eben: [503h] 

189 Ich sag euch, wunderküner man, 

wolt ir mit kämpf der herzogin euch nemen an 
mit meinem schwert schlag ich euch tiefe wunden, 
dar umb sei euch hie widerseit.' 
5 Lorengel sprach 'das tun ich gern, ich bin bereit.' 
der graf schosz mit seim sper auf in zu stunden, 
schosz nach dem held in grimmikeit. der helt gund im ent- 

wenken 
mit einem ritterlichen trit. 

Lorengel zuckt sein sper und säumt sich lenger nit, 
er schosz es auf den grafen in den plenken 

190 Dem grafen durch sein guten schilt 

dasz es gar laut erhal da auf dem grafen milt. 
dar nach die held beid zu den seh werten grifen. 
si fachten beide ritterlich. 
5 her Lorengel den grafen da treib hinder sich, 
sein schwert was gut und was gar scharf geschlifen. 
der graf schlug auf den fürsten dar, des w eret sich der degen. 
in seinen schilt die schleg er fing, 
vil mangen harten schlag der helt von im enpfing 
dasz er sich schir des leibes het verwegen. 

191 Der fürst bewert sein ritterschaft. 

er schluog auf den grafen mit starker beides kraft, 
die schleg hört man gar weit in allen enden, 
man bort es in der ganzen stat. 
5 her Lorengel den grafen macht mit schlegen mat, 
die gotes kraft half im sein kumer wenden, 
er schlug den grafen helenthaft oft nider zu der erden. 



222 LORENGEL 

auf sprang der graf mit grossem neit, 
er fast sein schwert. erst hub sich gar ein grosser streit, 
si hetten beid vil ritterlich geperden. 
t92 Der keiser sprach 'bei unser krön, 

in diser not so weich noch nie der küne man, 
von keinem schlag sach ich den hell nie wenken. 
er ficht gar wol und ritterleich. 
5 fürwar sigt er wol an dem grafen P'ridereich. 
nach ritterlicher kunst kan er sich lenken, 
der graf mag im nit lang vor stan vor seinen schlegen schwere.' 
sein swert fast bald der kün weigaut, 
er schlug dem grafen wunden tief durch helmes pant. 
das rote blut flosz von dem grafen sere. 

193 Manch wund im der Lorengel schriet 

durch prün und heim als im sein werde manheit riet, 
des grafen plut gund im sein harnasch röten, 
der graf der was erzürnet gar 
5 und schlug mit grossem zorn hin auf den fürsten dar. 
das half in nit, er stunt in grossen nöten. 
es half in nit wie kün er was, sein man het er da funden. 
den Lorengel versert er nie 
als klein als umb ein har, das müet den grafen ie. 
er was versert mit mancher tifen wunden. [504»] 

194 Lorengel auf den grafen schlug 

dasz er da vor im lag. des lacht der ritter clug. 
der graf sprach 'edler her, nemt mich gefangen 
und gnadet an dem leben mir. 
5 den sig habt ir gewunnen nach der fürstin gir.' 
'nein,' sprach der fürst, 'es ist umb dich ergangen.' 
der graf sprach 'her, durch all cur er nu lasset mich genesen.' 
Lorengel sprach 'es mag nit sein, 
du hast dein treu gebrochen an der herzogein, 
dar um must du des todes eigen wesen.' 

195 Der graf sprach 'edler ritter fein, 

durch got und alle weip frist mir das leben mein, 
durch die fürsten und aller ritter ere.' 
der helt gund wol bedenken sich, 
5 er sprach 'hast du gepeicht das lasz, helt, wissen mich.' 
der graf sprach 'nein, ir junger ritter here.' 



LORENGEL 223 

Lorengel sprach 'hast wäre reu und wilt dein sünd erclagen?' 
er sprach 'ja, her' und ruft got an 
'ich peichtet gern mein sünd, niöcht ich ein prister han.' 
der fürst Hsz bald nach einem prister fragen. 

196 Man bracht im einen prister dar. 

dem grafen zoch man ab sein lichten harnasch dar. 
er det ein ganze peicht vor dem folk allen, 
dar nach Lorengel pald liin sant 
5 nach dem henker dasz man in köpfet da zuhaut, 
er must sterben, den tot het er verfallen, 
'dai- umb dasz er brach seineu eit und auch sein ritters treue, 
ward treulos an der herzogein 
und an dem land, das gilt im heut das leben sein, 
er musz sterben.' der fürstin freud ward neue. 

197 Ein man sein er bewaren sol, 

das stet dem adel und der ritterschefte wol. 
der nachrichter kam zu den herren beden. 
da aus der stat schickt man in dar. 
5 und da der graf sein beicht getet da nam sein war 
der züchtiger, gund mit Lorengel reden, 
er sprach 'schlag im das haubet ab, dem gib gar pald ein ende.' 
der richter sprach 'her, das sol sein,' 
da er sein peicht getet, nam im das leben sein, 
secht, also starb der edel graf eilende. 

198 Also der graf ein ende nam. 

der keiser sprach 'dank hab der fürst so lobesam, 
sein werde ritterschaft ich imer breise.' 
si traten von den rossen gar. 
5 der keiser, künig, ander fürsten gingen dar, 
enpfingen schon den jungen ritter weise, 
her Lorengel in danket schon mit hofelichen worten. 
her Waldemar der kam zuhant, 
dem edlen fürsten er sein lichten heim ab pant. 
da tet man auf die sclu'ank an allen orten. 

199 Sein ros bracht man im mit gewalt. 

das tet her Waldemar der [504b] treue ritter alt, 
dar auf sasz bald Lorengel der vil here. 
nu solt ir hören hie fürbasz. 
5 die herzogin auch von dem kämpf heim kumen was. 



224 LORENGEL 

die sach wol wis im kämpf ergangen were, 

sie legt an sich das rote golt und ir iuncfrauen alle. 

Lorengel aus dem schrank da reit 

da hin gen hof. man gab dem held gar gut geleit. 

keiser und küng reit alls mit im in schalle. 

200 Sie kamen all gen hof da hin 

dem held zu dinst. her Lorengel der danket in. 
wie es da nam ein end wil ich euch sagen. 
die edlen herren alle gar 
5 die schieden hin ighcher in sein herberg dar 
hin in die stat wo si xu herberg lagen, 
nu höret wie die herzogin Lorengel schon enplinge 
den iren kempfer lobeleich. 
si sprach 'der euren er pfleg got von himelreich, 
der halt in hiit euch, stolzer jungehnge.' 

201 Er danket ser der fürstin zart. 

im dint ritter und knecht, er was von hoher art. 
loblich gewant tet man dem held her tragen, 
der fürst entwapnet sich zuhant 
5 und legt an sich das aller kosperlichst gewant. 
den grafen höret man gar Kitzel clagen, 
da in der stat und auf dem land het man sein bald vergessen, 
die herzogin in freuden was 
und auch ir hofgesind seins unmuts gar vergasz. 
des fürsten lob ward da vil hoch gemessen. 

202 Es wurden poten ausgesant 

zu fürsten und zu herren weit in fremde lant. 
ein grossen hof liesz man gar weit ausschreien, 
vir Wochen gar an underlasz 
5 da man pflag ritterschalt, das pest man trank und asz. 
dar kam vil fürsten, grafen, ritter, freien, 
die kamen zu bejagen da grosz lop, preis und auch ere, 
zu diser hochzeit lobeleich. 
gar milter gab pflag da die herzogin so reich, 
vernemet fürbasz hofeliche mere 

203 Als ich euch künd in meim gesang. 

in Prafant ward volbracht ein loblicher kirchgang. 
dar bei was manig edler fürst so here. 
ein selge e ward da gemacht. 



LORENGEL 225 

5 ein hochwirdiger piscliof dise e volbracht. 
er gab si zamen beid in goles ere. 
si dinten beide got mit fleisz und seiner muter werden, 
erst ward ir beider freude ganz, 
sich hub stechen, thurniren und manch schöner tanz, 
der helt dint got die weil er lebt auf erden. 

204 Da hub sich freud und kurzweil vil. 

man bort trumeten, pfeifen und manch seitenspil 
dasz es so schon erhal an mangen enden, 
man gab in allen speis genug, 
5 essen und trinken jeder man nach seinem fug. 
als ungemach gund man dem [5ü5a] fürsten wenden, 
auch tet man er der ganzen stat, den armen und den reichen. 
da hub man mange kurzweil an 
mit stechen und thurniren. manig werder man 
vil manig sper brache» da ritterleichen. 

205 Das weret wol vir wochen gar 

der selbig hof als uns beünl die schrift fiirwar 
da manig man pflag freude und kurzweile. 
also die hochzeit ende nam. 
5 dar nach iglicher man wider zu land heim kam. 
si namen urlaup alle fro und geile, 

si schieden von dem fürsten gut und von der frauen clare. 
die dankten beide in mit fleisz. 
die edlen gest in sagten ere, lob und preis, 
sie zugen hin als dises liet hellt zware. 

206 Iglicher zoch heim in sein lant. 

hört mich nn fUrhasz. Lorengel der kün weigant 
nam ein das aller peste herzogilmme. 
das lant regirt er loblich gar 
5 mit weisem sinne, er beschirmet manig jar 
sein lant, er wuchs an eren und an rume. 
die lant versach er also wol des lopten in die frauen. 
er straft die ungerechtikeit 
als einem frumen fürsten zimpt. weit unde preit 
so mochten si wol seiner macht getrauen. 

207 Ir fürsten gut nu merket ebn. 

hie mit so wolle ich euch allen beispil gebn. 
hüet euch dasz ir nit brechet eure eide 



226 LORENGEL 

als diser graf von Dundramimt. 
5 dem wa7i durch sein untreu ein schentlichs ende kunt 
als die histori euch hat wol bescheiden. 

eur grosse macht nimt bald ein end dar an solt ir gedenken. 
got störet, paiiet und zubriclit. 
darumb rüempt euch eur macht und eures gutes nicht 
so gent eur weg zu got, looll euch gnad schenken. 



Vberschrift Hie heben aa die lieder von her lorengell in dem schwarzen don 
clingsors. der lieder sein zwei hundert und VII lider 

1 = Rücker t 26 7 kunig 

2 = Ä30 

3 = Ä32 

5 ^ R M K 1 die abweichungen von R sind folgende 1 ain edel h. v. Prafant 
2 ritter tugentlich genant 3 von Durremunt alz ich uch hie betüte 4 
der herr an sinem tode 1. 5 sinfs lebens was nit mere wann ein halben 
tag 6 bevalch gaot fehlt 7 sprach sprach vil 1. F. nu lals 8 sit 9 
als daz ich han zumal in ////• gar ze 10 der tochter myn pflig schon 
vor diner f. 

10 = Ä 33 A* 2 1 in hohen eren 2 an allen wandel luter 3 und waz daby 
ein edel h. 4 i. m. was enweg g. 5 d. t. wolt yren vatter auch nit 
lenger sparn 6 grafe w arp da 7 daz uwer herr myn lieber vatter w. 
8 d. hot Übermut 9 vil er auch selber 10 w. brachte der maget h. s. 

11,6 sie für er = i? 35 ff 3 1 ir herren lafst euch m. k. 2 w. daz d. s. F. 
V. Dorremunt 3 k. gar vil zu leyd erdachte 4 e. sprach sie an s. h. 
ym ee 5 im fehlt der edln edeln reine maget w. 6 ni. k. sie es für den 
keser b. 7 m. schreib im gein der maget vyn daz zu eim rechten bringen 
8 hin vor den k. 9 da wart der zarten meyd alda zu recht herkant 
10 i. solt e. k. in einem kreysse d. 

12, 5 = sant Alban? = Ä 36 ä* 4 2 noch in F. m, nirgen k. k. f. 3 d. die 

maget dorch m. da vorstunde 4 die juncfraw hett ein c. 5 alz es die 
seh. noch saget der hiess A. 6 j. ir solt es got erkunden 7 m. knieent 
vor d. a. bettent r. 8 selber 9 nein laut d. t. gen über uwer wangen r. 
10 sin hilffe lat uch nymer k. e. 

13, 6 schmacher spricht fehlt ich lafse die entsprechende str. aus K (5) hier 
folgen: 

Die junckfraw in daz monster trat. 

ach herre got wie mynniclichen sie in in bat 

'gnad lieber schopfer, aller weit ein herre, 

durch dine höchsten namen dry 

mach mich von minen sorgen unde engsten fry. 

ein swacher greife spricht mir an myn ere. 

vil lieber wolt ich sterben tot wan daz ich in doch neme. 

der selbe ungetruwe man 

wie hat er mir so rechte vil zu leyd getan 

und er doch sins genossen w ol bekeme. 



LORENGEL 227 

14, 4 läuten glocken die strophe ist an die stelle getreten von K & = RZl 1 

e. V. der hett s. verslageu 2 ü. ulFeinen wildeu kranch g. 3 d. v. er sich 
d. 1. siu g. 4 er was an einer claen I. 5 da in die edel junckfraw in die 
h. n. 6 ein schell vou rotem gold sie ym ab 1. 7 daz wasser ir zun 
äugen uls ging von grund ui's h. st. S da rorte sie die seh. 9 by wylcn 
r. sie ufs auch ir vil gelwes 

Für die folgenden 7 der ff iener hs. fehlenden strophen gebe ich die ver- 
gleichung- von K mit R 

ü 1 = R SS 1 der c. 2 an einem tag hub sich der selben g. 3 in dunre 
wys ging d. d. w. clufte 4 d. ton dahin g. Fr. g. 5 da von ir h. richer 
freuden vil e. 6 al von dem tone. 7 kung Artus und die syn erfureu 

f. m. 8 sie musten der meyd ein k. 9 ald glocken ymmer mer in sor- 
gen 1. 10 wer es recht 

A* 8 = Ä 39 1 kung A. diz fehlt 2 syt daz der selbe Fryderlch s. t. brach 
3 von Dorremunt an dyser meyde r. 4 dez selben 5 er mocht für 
fursten wol in hohen eren st. 6 sin gut ist a. 7 in lobten frauwen unde 
man w. kund sich sin genossen S wan er het zucht und rechte schäm 
9 umb eines bares breit het er nie wandel sam 10 missetag gelassen 
K 9 = R 31 1 dryen Else Prauandes pf. 2 wo sie ruffend alleyn an yrm 
gebette 1. 3 ein schelle sie zu lobe gute h. 4 hört wann sie dann daz 
ang. 5 und ir daz a. 6 ludet 7 kung Artus und die sinen worden ser 
getaubet 8 sie müssen der meyd ein kempfen geben 9 ald von der 
glocken ymmer mer in sorgen leben 10 wer daz dem ist nach frag 
K 10 = R iO 1 sol ich es uch alz machen k. 2 wie daz Dorremunt 3 den 
wurm erslug Stockalm in der Sweden lande 4 er sucht in d. 5 tut- 
schem riche 6 kein herr der turst in stryttes nie erlangen 7 waz dem 
lande warn die hüten 8 sunder ir zwene tutsche man 9 so alz ich uch 
wol b. 10 die liep n. 1. nie kund v. i. gtringen 
K \l = RH lautet so: 

Kung Artus der sprach wandeis eyn 

'wir haben got erzornet wie daz mog gesin. 

von einer glocken wirt uns vreude ture. 

der ton ist komen in den gral. 

da von herschrack sich Kay und her Partzefal. 

dar zu gyt in die schrift die swert zu sture 

wir sollen zwentzig priester weit schon under die crone stellen, 

gen mit den vanen vor den grall. 

hab wir icht seiden, got der tüts uns offenbar 

ob er zu besserung von uns icht welle.' 
A' 12 = Ä 42 1 hört wie daz ane wart geleit. 2 wie schon ein i. p. w. alda 

3 zu eym 4 d. wysen getagen 5 kung A. must selber 6 al gein 
dem g. vor in d. 7 als giengens gein dem muster hin ir 1. s. gote s. 9 
hilffet nit da von d. g. swygen m. 10 dez clagen alten u. 

A* 13 = Ä 43 2 gesehen unserer herren ungemach 3 ist fehlt gesynret 

4 wir sollen by ein ander stee 5 gee 6 got unser ungemach nit mynret 
7 al für daz clare bilde daz nach Marien ist gerichten 8 da soll wir 
weinen unde clagen 9 waz nu der selben glocken ton wel hie bejagen 
10 ob got uns ungereite wolle lichten 

22 = Ä 45 A' 14 1 als es 2 es w. mit 4 edeln musten b. 5 daz sach man 



228 LORENGEL 

I 

Hechte wang m. rotten m. 6 tet der herren leyt in herczen s. 7 edel 
kuDgynne jung du hast d. h. vermessen 8 du hast d. 9 so crefticlich 
geleget an alle w. 10 doch hat sie auch dez, v. s. b. 
23, 3 vorher der trat für durc/ig-esfric/ten = R iß K lo 1 horent die es der 
kung anving 2 do fehlt kuuigynne 3 trat hin zu er gunde r. 5 diu 
fehlt in allen dorch 6 do fehlt er sprach 7 Esilg Parc valpar mit den 
sol man versuchen 8 Benedige Lantz leres k. 9 her Gawins t. vil here 
10 die sint s. k. daz ir g. wil gerüchen 

24 = Ä 44 K 16 1 g. und wolt i. m. uns 2 ein zydemar tier sollen 3 Li- 

sine die s. kindelinne 4 daz d. starcke g. bdazs fehlt yres wirt sie t. 

6 d. n, sie dann ein kelbelin gewynnet 7 von dem golde al zu der nas i. 
8 daz tier sich keyne nare h. 9 dan der geschmack d. 10 achtam ufs 
sinr m. m. 

25 = Ä 47 Ä 18 1 her Key begund daz v. j. 2 er sprach man sol die kinder 

kalken lassen t. 3 sie worden fro daz er sin ie g. 4 kunigynne sprach 
zu haut 5 man sol die kinder kl. 6 Jonant von demDilbrun man b. 

7 der stein swebt alz uch m. 8 w. uch nit Sicherheit g. 9 s. weifs ich 
wol daz gottz muter nit mag 1. 10 daz sie 

26, 9 nie gejehn = A* 17: 

'Ach got got wer gäbe dir den list. 

ich wene daz der engel by dir erwachet ist 

und hat den bösen geist von dir gedrungen. 

was du ie gutes hast gedacht 

wenig und daz diu munt zu lichte ie hat bracht 

daz wirt von dir gesaget und gesungen. 

der engel hat den bösen geist in falken wys verbrewet. 

du ret bofer und redest golt 

uls dem kupfer. dar umb sint dir die meinster holt. 

wer hat dirs ull die zungcn din gesewetV 
27 1 kunig 4 kunigin 6 vor ein ist s durchstrichen = R iS K \9 1 der 
kunig und die fursten schin 2 drunge ir mit greisen notten vor die k. 
3 sie f. w. d. helt 4 die kunigynne guude sagen 5 dem bis al fehlt 
muste wol b. 6 sprach also n. h. er vor g. 7 d. k. der liel's riebe w. n. 
den drin k. 9 alz es Sebin irn 1. kiuden h. erdacht 
Es folg-t in K als zwanzigste strophe die folgende: 

Felicia Sebinen kint i 

zu irn gespielen sprach 'es ist noch alz ein wint 

wie daz er sie gecleit mit richer spehen. (/. ir sit) 

dry gurtel die wil ich uch geben, 

welch äuge sie an sehe dar nach die herczen streben. 

ydoch liefs ich sie mentschen nie gesehen. 

ein yglich gurtel steyne hat und ist wol in der gute 

(daz lafset uch nit wesen zorn) 

von einem bösen worte würden sie verlorn 

die wyle sie weren geben hochgemute.' 
28, 7 vollbring ktto xocvov als infin. und sodann als conj. = Ä 49 A' 21 1 die 
maget r. 2 gab irn gespielen gurtel nu sint s. g. 3 den engein die g. 
selber 5 der wyse horre h. ß es wirt n. b. alhie bcwyset 7 die messe 



LORENGEL 229 

die da singen sol der pr. vor d. g. 8 und wan d. t. 9 blozen fehlt 
10 gen. 

29, 2 kinder 

30, 2 kunig 5 kuuigreich 10 kunig 

31, 1 fiirstin aus fürste corrigiert, dahinter was durchstrichen, daher ist 
fälschlich edler in der hs. stehen gehlieben 9 nach 

33, 2 kunig 

34 = Ä 50 H 22 1 mit siner sonnen 2 alz nu der tafeirunden man die m. 

3 gewann die massonye p. 4 kempfen 5 den er nit wegers in der 
massenye h. 6 dar zu zwinckt sie ein schal und n. 7 gingen vor d. g. 
sie t. 8 d. gunden uff in lüfte s. 9 sie sprachen wir woln uch alz vil der 
freuden g. 10 sie s. von d. 

35 = Ä 51 Ä' 23 2 wie daz i. P. wer e. luter r. 3 d. hett d. w. gunst und g. 

4 ein graff irs v. man 5 kreftlich zu unrecht zu der ee gesprochen an 

6 A. sol der e. k. g. 7 alz er in u. d. dem 8 daz sie haben ein turen tegen 
9 wan schellen 10 an d. 

36, 1 kunig = R 52 K 24 1 küng A. der was w. 2 er s. got h. so lafs mich 
selber k. 3 wan ich kan m. 4 sus criftig 5 so kan myn haut den helme 
strick wol b. 6 myn o. myn sper zu herten zu herten stryit wol zw. 

7 so fehlt gelencken 8 so han ich s. zu d. 9 wirt ym syn h. wol zur- 
trant ]0 niemaut darff für mich uff die reyfs gedenchen 

37 = Ä 53 Ä" 25 2 d. g. e. h. m. n. byfs h. 3 wo ich ie kam in stürm o. 
4 wer 5 der wart von mir g. oder tot geslagen 6 daz noch in manchen 
7 in h. j. dez mers wo ich es han durchpuet 8 u. auch Persieu 9 uff r. 
mynen geliehen nit enfant 10 bit daz i. dez k. 

38, 7 kumen in A' 31 lautet die str. folgendermafsen : 

Ain edel ritter, hiefs markys 

von Purril sprach 'ich han herworben mangen pris 

(da von myn hercze swebt iu hoher milde) 

daz mich des swertes nie verdrofs, 

und wann daz blüt von helmen in die lüften schofs 

daz man es kos vor eines trachen wilde. 

waz mir der held ie wyder für al uff der selben ferten 

die slug ich tot mit myner haut 

daz mir an myner ritterschaft nie mysselang. 

und solt ichs tun ich wolt den kämpf beherten.' 

39, 3 kunig K 30 lautet so: 

Ein junger ritter hiefs Lebant 

der sich der herzogynnen jamers underwant. 

vor dem kunige falt er sine hende 

'kung Artus, edler kunig rieh 

nu einer bett gewer du, edler herre, mich 

daz du mich zu einem hotten dare sende. 

tu es dorch werde ritterschaft, durch aller frauwen gute. 

und sendent ir mich uff die fart 

von myner hant so wirt sin leben nit gespart, 

ich bring der herzogynnen hochgemute.' 

40, 6 mit = JK 33 

Z. f. D. A. neue folge III. 16 



230 LORENGEL 

Iban der rede ser befilt 

daz man iu nit von erste zu dem kampff erweit. 

er sprach 'von grossem zorne mucht ich sterben. 

kem ich dann uff die fart da hin 

vor war so wer genesen dedel herzogyn, 

der mir die laub wolt an den kunig herwerben. 

ja sacb mau mangen sygelos vor Coran in der auwe 

da ich den kunig selber slug, 

da in daz rosse toten zu der bürg intrug. 

daz claget manig ritter unde frauwe.' 
41,7 kunig 

42, 3 kunigin 8 sprach da s in sprach aus d corrigiert ^= R 54 R 27 1 
her G. mich d. 2 mich yspan hiesse 1. u. ein m. 3 n. in stürme wyten 
4 by einem tag u. einer n. 5 starken _/eÄ/f r. ich da zwene kempfe f. 6 
die k. bestrytten y s. rattet all heryn u. sent lü juncfraw über- 
wunden 
43 = Ä 55 K 2S 1 dunck uch a. 2 in allen landen ritter nit so b. 3 darff 
duncken in icht 4 der mich mit strytte solle jagen 5 dem ich doch 
eines bares breit icht wolt v. 6 dann her Loreugel 7 sin h. hür an 
sich zu schimptf in einem s. S als da die 9 da sprang er zu dem stein 
als m. n. gerne t. 10 zwolff schöbe für 

44, 1 mut 3 waman =Ä56A*29 1 yra grosser 2 taugt 3 bestanden zu 

solcher 4 i. zuh mich zu den swerten s. 5 mit hohen kungen han ich 
wol zwölf stryt g. 6 d. man mit m, h. herwerte 7 o edler kunig hoch- 
geborn wilt du d. S s. daz i. dirs vorbasser s. 9 min gutes swert daz 
ich in myner s. t. 10 daz haat fohlt sencken 

45, 5, 10 kunig = Ä 57 A* 26 1 hern Lanczlin wart die rede z. 2 d. man 

in zersteu zu dem kämpf nit het e. 5 aller 6 ross er ym dar 7 Eselig 
z. den f. s. der helt wil uns v. 9 f. so h schrifte mir g. 10 i. mufs d. k. 
ufs allen f. k. 

46, 3 gleicht = Ä 58 A* 32 1 die jungen fursten trungen z. 2 und wolten 

sehen waz die a. wolten t. 3 Jarant der tuchte sich gar ein Bernere 
4 wie schier er uff sin ross gesass 5 ir keiner nie s. eilend gemäss 
6 ein yglicher vil gerne k. were 7 ein g. 1. e. s. da den gurt er 8 
zwoUiff 9 er sprach dar zu s. 10 w. taugt nu b. zu solchem s. 

47 = i^ 59 A' 34 1 Lorengel der 2 mit ym der jungen fursten ein vil michel 

s. 3 er quam n. 5 von jamer ir d. w. uss den äugen uss b. 6 und gunde 
da gar ynniclichen w. 7 al fehlt fursten sin die f. w. ir w. 8 s. s. daz 
iamer tut mir we 9 s. i. myn lieben b. sehen n. me 10 der ist d. k. 
d. g. s. mir d. m. 

48 = 7? 60 K 35 2 s. lieber son und auch vil reiner z. 1. 3 s. nam den helt 

und ving i. in i. a. 4 wie d. e. da g. 5 a. s. rotten m. der 6 daz j. einen 
heyden mocht herbarmen 7 der red er seh. gab der m. was ym ge- 
ringe 8 da r. er k. 9 mang edelknab nam s. da m. 10 ross unde h. h. 
er ym dar br. 

49 = Ä 61 A' 36 1 man bracht ym h. s. wal 2 dar in da w. i. sin vatter P. 

3 sin h. von j. 4 man b. i. einen guten s. 5 e. knecht wart zu i. u. d. 
selben v. 6 d. selbe h. Diether ufs Ungerlande 7 man bracht ym ein ross 
d. w. gut ein kueht es ym her v. 8 ich wen ob es sin sterck betrog 



LORENGEL 231 

9 maD seit fe/ilf von s. oben in die lüfte 10 wie doch die fufse an die 
erden r. 

50, 1, 3 kunig == Ä 62 ä* 37 \ do—cvj'e/ile/i kung Artus edler furste w. 2 

m. h. eins u. hie an dich begert 3 v. und ir stolten d. 5 und niiner 
lieben swester stee d. h. s. 6 ir frau gotz gnad sol uch nit verwegen 7 
ir nemet in. mit fllfse w . 8 der red s. ui. sei- e. 9 unkreftig v. d. tafei- 
runden 1. 10 sie kuinert nit daz kint farn war es w . 
53, 1 kunig 9 iw mein ist sein ausgestrichen = /f 63 A' 38 1 der kunig 
und die massenyn 2 mit dem Lorengel gingen zu dem rosse sin 3 des 
j. V. het sie n. v. 4 daz ross er mit dem zäum begreif 5 v. da saczet 
an d. s. 6 da kam e. 7 d. fürt e. s. an sinem krag als in g. het g. 8 er 
s. da zu dem knechte s. 9 pflig mir dez rosses wol uud zuch es w yder 
yn 10 mit dem v. w. i. hin war e. 

51, 6 go = Ä 64 A' 39 1 Loreugel da nit langer beit 2 gewappent wol er in 

dez swanes schiffe schreit 3 ein guten schilt den trug er au dem armeu 
4 der vatter und die swester sin 5 die betten beyde sament also grosse 
pin 6 es mochte einen herten stein herbarmen 7 z. baralin bot man 
ym dar m. b i. hau zu wandern pflicht 9 lesst 10 d. furste m. d. 
vogel s. 

55, 3 das wort ist sehr undeutlich und könnte auch trennen gelesen werden, 
läfst es sich auch mit trinnen tind trän zusammenbringen so scheint es doch 
hier nur an stelle einer unverständlichen vcrschreibung von ünde luie eine 
solche in K vorliegt (doch vg-l. landen bulle Diefenbach gl. S4b) g-etreten zu 
sein in den 7 hinter trat ist uud durchstrichen = 7? 65 A' 40 1 e. 
clein w. i. dannen t. 2 hin u. die see d. leyt e. 3 da in d. lundeu 
slugen in die lüfte 4 da er kam an dem dryt tag 5 d. m. der kannen m. 
dem w. nit me pflag 7 s. e. v. geving er in der geile 8 tugentrich 
9 bist du nu myn gesell so tust mir nirgent glich 10 vischlin mitte t. 

56 = ß 66 K 41 1 snabel u. krag 2 al i. den w ag n. m. ob ichs rechte sag 
4 ich kan nit wyssen rechte wie 5 daz ein schon oblate ym zu dem 
munde gie 6 die ving der vogel t. 7 mit dem schnabel er sie schon zu 
d. fursten hende w. -8 enpfing der fnrst iu tugend g. 9 a. sie h. d. vo- 
gel d. 10 wa w . fürst oder v. 

59, 6 Antorf ist Antwerpen, diese form findet sich sowohl in Oestreich als in 

Niedei'deutschland. aus ersterem gebiete giebt u. a. einen beleg eine Ur- 
kunde von 1569 bei Riedel, supplem. s. 183, aus letzterem zahlreiche der 
Jüngst erschienene band 1 der recesse der hansetage s. 95, 101, 137, 138, 
178, obwohl daselbst auch die form Antwerpen sich findet {Riedel A \h, 
304). im bairischen und nürnbergischen gebiete habe ich dagegen die 
form Antorf nicÄi bemerkt, sondern nur Antwerb und Antwerff [yHrnb. 
chron. 1, 223, 9. 100, 1). den Ursprung der bildung möchte ich auf das 
lateinische Andoverpia zurückführen ; für Niederdeutschland kann frei- 
lich auch Antworpe {recesse 1, 176) zu gründe liegen 

60, 9 kunig 62, 1 gute ist von mir zugefügt 

70, 5 als mufs hier die bedeutung 'ganz und gar, itnniei'' haben 71, 2 will 
man die oben durch die Interpunktion angedeutete verbale aujfafsung des 
mein nicht gelten lafsen so ist dittographie anzunehmen und etwa in bei zu 
ändern 72, 9 uns sich g 74, 7 wandel 77, 2 haut 9 was ist nachge- 
tragen 78, 3 kunig 7 hinter mer ist und ausgestric/wn wut e. h. 

16* 



232 LORENGEL 

82, 7 erden 9 kunigrs 10 vor werde ist reine darehstnchen 83, 9 achte 

84, 2 kuniges 86, 3 kunig 
113, 3 merk 1 Aev fehlt fraue 1 14, 7 iuncfrau 116, 9 secht, frau d. 117,2 

seinem ans seinen corrigiert 3 tugenlleichen 118, 7 gesant fehlt 
122, 4 mangen 5 raanigeai 6 'empßndet keine langeiveile^ vgl. 160, 7 10 ver- 

met 124, 6 wunnigleichen 127, 9 da man 129, 10 getreuer odei' sollte 

das sonst nur componiert vorkommende raete hier anzunehmen sein? es 

müste sich dann auf Jl aldeviar beziehen 
133, 8 der der 134, 1 mit/eÄ/i 137, 8 ach /eA« 138, 4 kunig 
142, 10 IloyXgü fehlt 146, 8 er aus Lore corrigie/'t 
153, 3 da 159, 5 auf erd nit leb 10 vor nach ist d durchstrichen 
161, 1 tugenlich 7 vor euch isth ausgestrichen 164, 3 er fehlt 165, 2 mach 

seil, ich 167, 10 sen 
170, 2 ruf 8 pitt dich ist dem durehslrichenen trau dir übergeschrieben 171, 3 

kunig 174, 8 den heim auf 176, 7 römischer 10 schnelligeiche 177,2 

in plan ist 1 correktur von a, dahinter i^t was durchstrichen 178, 3 

schnelligleichen 
184, 2 fraget 185, 7 das s in stach ist aus d corrigiert 189, 7 im gr. gud 

10 geinV doch vgl. str. 55, 3 %oo in iV« .$/»7ie von gein äjcA ebenfalls findet 

und letzteres vielleicht mit unrecht von mir in den text gesetzt ist 
194, 7 alle 196, 7 bis 10 sterben lafsen sich nicht wohl anders auffafsen 

denn als rede Lorengels an den henker 199, 10 kunig 
202, 2 hera 204, 6//' von blalt 505 ist rechts ein stück abgerifsen. durch 

meine cursiv gedruckten au.sjiillungen habe ich das verlorene wenigstens 

dem sinne nach zu ergänzen versucht 10 zum plural nach manig vgl. 63, 3. 

67, 7. 159, 8/ 207, 10 got änb y.oivoü 



Das hier veröffentlichte gedieht bildet den schlufs der von Stark 
in ^Dietrichs ausfahrt' s. XYI nnd von Scherer in diesem bände s. 
144/' näher beschriebenen hs. des Wiener piaristencollegitims und 
füllt in derselben die blätter 48G bis 505 der jetzigen (falschen) Zäh- 
lung, diese hangen teils zu zweien zusammen teils sind sie aneinander 
geklebt ; ein lagenverhältnis findet nicht statt, die einzelnen verse sind 
nur durch doppelte oder einfache striche abgeteilt, die Strophen da- 
gegen abgesetzt und von alter hand numeriert sodafs über die anzahl 
der in folge des ausfalls von im ganzen vier blättern fehlenden ein 
zweifei nicht ohmlten kann, in hinsieht der Schreibung bin ich den 
von Scherer a. a. o. aufgestellten regeln gefolgt; über meine sonstigen 
abiveichungen von der hs. geben die anmerkungen auskunft. wie hier 
und da zu interpun gieren sei darüber können verschiedene meinungen 
bestehen : die durchführnng einer ganz genauen interpunction bereitet 
deshalb schioierigkeiten, weil die spräche des gedichts sich aufs nächste 
berührt mit der laxen ausdrucksweise des täglichen lebens welche weit 



LORENGEL 233 

mehr durch nnmittelbare tdcenassocialionen ah durch die strengen 
regeln der logik bestimmt zu loerden pflegt. 

Der wert des Lorengel und damit sein anrecht auf Veröffent- 
lichung liegt nicht in seinen poetischen Schönheiten: vilmehr ist das 
gedieht breit, phrasenhaft und recht langweilig, vom philologischen 
Standpunkte aus jedoch betrachtet dürfte es nach zwei selten hin inter- 
esse erwecken, einmal lehrt eine eingeschobene erzählung auf die 
ich unten zurückkommen werde eine Verbindung der gxalsage mit der 
Ursulalegende kennen, andererseits bietet der Lorengel reichliches 
material für das Studium der Umarbeitungen denen man im spätem 
mittelalter ältere werke unterzog, denn daraus wie man beim umar- 
beiten verfuhr, was man verwarf loas beibehielt läfst sich über den 
geschmack jener Zeiten ein genaueres urteil gewinnen als aus ihren 
Originalprodukten, noch fehlt es nur allzusehr dafür an zugänglichem 
material: wie viel ist nicht seit hundert jähren über meistersänger und 
ihre poesie geschrieben und gesprochen ohne dafs doch ihre epoche 
gründlich erkannt worden wäre! erst wenn die quellen reicher ßiefsen 
kann diesem mangel an dem unsere literaturgeschichte krankt abge- 
holfen werden. 

Zur erkenntnis der mittelglieder die zwischen dem Lohengrin und 
unserm gedichte lagen trägt bei das stück eines Lorengeltextes welches 
die K(olmarer) liederhandschrift enthält (vgl. Bartsch, Kolmarer 
tneisterlieder s. 71, Germania 1, '21 'l). die abweichungen desselben 
von R(ückerts ausgäbe) habe ich in den anmerkungen nach einer mir 
von herrn bibliothekssecretair FKeinz in München besorgten abschrift 
mitgeteilt. K geht auf denselben bereits interpolierten text des Lohen- 
grin zurück der der \V(iener) bearbeitung vorlag und wenn jene dem- 
selben im tcortlaute getreuer folgt so hat diese die reihen folge der 
Strophen befser bewahrt, aufserdem haben beide selbständige inter- 
polationen aufzuioeisen. ich gehe nun zur hetrachtung des einzelnen 
über. K und W setzen beide die Umstellung von R 33. 34 voraus, 
eine Umstellung zu der man als zu dem leichtesten mittel gegriffen 
hatte um dem anscheinend schlechten zusammenhange dieser Strophen 
aufzuhelfen, jetzt konnte aber iJ 34 W b K l nicht mehr anheben 
mit der herzöge denn von ihm war nunmehr noch gar nicht die rede 
gewesen. K und W änderten daher, aber auf verschiedene weise: 
erstere hs. setzte nur ein an der stelle von der, die letztere fügte da- 
vor eine neue Strophe ein welche bei vergleichung mit der folgenden 
sich durch den mangel jeglichen eigentümlichen inhalts, dann durch 



234 LORENGEL 

die fade bemerkioig der Jungfrau s. 1 ah interpolation zu erkennen 
gi'eht. die einschiebung von W 5, 7 bis 1, G hat wohl nur den zweck 
die treulosigkeit des grafen einerseits schärfer hervorzuheben anderer- 
seits durch die Vermehrung der reden der handlnng einen dramatischen 
Charakter zu verleihen. ^F 8. 9 verlangen eine ausführlichere aus- 
einander Setzung, die Strophe Ä 37 ivelche erzählt icie die herzogin 
von Brabant zu der wundersamen schelle gelangt ist in K ziemlich 
unverändert geblieben, in W 14 dagegen bis auf zwei verse gänzlich 
umgestaltet, hinter W 14 fehlen 7 str. an der entsprechenden stelle 
bietet R Q str., K dagegen (7 — 13) ebenfalls 7, unter den letzteren 
befindet sich eine, die neunte, welche an ihrem orte völlig sinnlos ist. 
war dieselbe einmal aus dem zusammenhange dem sie im Lohengrin 
als Str. 31 angehörte herausgerifsen und in die Umgebung gebracht in 
der wir ihr in K begegnen so konnte ihr nur ein platz vor Kl = R 
38 angewiesen worden sein, dafs sie dann in K verstellt wurde er- 
klärt sich leicht aus der nachläfsigkeit des Schreibers der auch sonst 
die reihenfolge der Strophen willkürlich verändert, ihrem ursprüng- 
lichen zusammenhange war sie aber höchst wahrscheinlich schon in der 
K und W gemeinsamen grundlage entfremdet. Kund W wollen das 
gedieht seines Charakters als teil des Sängerkrieges und erzählung 
Wolframs entkleiden. K verfolgt dies ziel ganz consequent und be- 
ginnt demgemäfs erst mit R 34 (33), W conserviert noch einige der 
vorhergehenden Strophen, sollten diejenigen Strophen mit in die er- 
zähhmg hineingenommen werden welche vor str. 33 des Lohengrin 
einige beziehungen auf die geschichte Lohengrins enthielten, die dabei 
aber die ei wähnung des Streits zwischen Klingsor und Wolfram ver- 
mieden, so konnten nur Ä 26. 31. 32 in betracht kommen, die erste 
von diesen bietet W als ehigangsstr. ich komme nachher noch einmal 
auf sie zurück, dann folgt allerdings als zweite R 30. in ihrer 
jetzigen fafsung, wo sie von einer landgräfin die an Artus hof kommt, 
voti Wolfram, Joram und Klingsor ebendaselbst berichtet hat sie gar 
keinen Zusammenhang weder mit dem vorhergehenden noch mit dem 
folgenden: interessant wäre es zu wifsen was ein leser des 15. Jahr- 
hunderts sich bei ihr gedacht hat. doch erklären läfst sie sich vielleicht, 
die vorletzte zeile in R lautet als man Höranden vor der künegin 
Hilden sach. das Verständnis von anspielungen auf die heldensage 
war damals wohl nicht mehr überall zu hause, dazu kam dafs für 
Hörant Orant [vgl. Kolm. meisterl. 28, 24) oder Oram m der vorläge 
stehen mochte, wie nahe lag es da nicht an den Joraut, Joram der 



LORENGEL 235 

nachher unter den ArtusrUtern genannt wird zu denken, somit war 
eine beziehung auf das lohengrinabenleuer in dieser Strophe gefunden, 
sie muste also auch eingereiht werden , natürlich umgeändert, ah 
dritte str. endlich finden wir R 32. hätte nun R 31 noch an seiner 
urspriinglichen stelle gestanden, so würde sie gewis auch in W einge- 
reiht sein; denn einmal läfst W sonst keine Strophe von R aus, ande- 
rerseits würde R 32 durch die vorhergehende str. 31 stütze und Ver- 
ständnis gewonnen haben und man kann doch auch demverschrobcnsten 
Überarbeiter kaum zutrauen dafs er mutwillig unsinn zu tage för- 
dert, wir können daher annehmen dafs die str. K 7 bis 13 den 7 in 
W fehlenden Strophen 15 bis 21 entsprochen haben werden, dafs also 
auch von dem falken und seiner schelle in diesen nicht weiter die rede 
gewesen ist. erwähnt muste er aber werden und daV/W aus irgend 
welchen gründen umgeändert worden war, so schob man die Strophen 
8 und 9 ein, deren reime gröstenteils sich als aus R 37 und 36 ge- 
stohlen zeigen, zugleich erreichte man so eine weitere Vermehrung der 
reden, welche allerorts in dem gedichte erstrebt wurde, beiläufig mache 
ich noch auf die in jeder der str. 7 bis 9 widerhalle ermahnung Maria 
anzuflehen aufmerksam, eine ermahnung welche sich auch in der R 
36 entsprechenden zwölften str. vorfmdet. 

11, 6 habe ich geändert da abgesehen von ihrer albernheit diese 
auffafsung der in str. 127 vorgetragenen widerspricht, warum der 
schlufs von R 47 in W 25 umgearbeitet wurde sodafs nun ein Wider- 
spruch mit W 33 stattfindet vermag ich nicht zu erklären, die str. 
K 20 welche eingeschoben loar um das verteilen der gürtel in der fol- 
genden zu motivieren, hat, wie man aus dem reime der beiden ersten 
Zeilen von W 28 schliefsen kann auch dieser hs. vorgelegen, wurde 
aber von ihr widerum mit der folgenden zusammengearbeitet, den 
anlafs zur einfügung von W 29 bis 33 gab einmal eine derartige Ver- 
derbnis von R 50 wie sie in üi 22, 2 vorliegt und wie sie \F34, l vor- 
aussetzt, andererseits das bestreben über die R 40 VV' 28 erwähnte 
taube von der inR weiter nicht die rede ist nähere auskunft zugeben, 
für diese ganze parthie sind reime und einzelne ausdrücke vielfach 
aus R 50. 51 W 34. 35 entnommen, die folge der interpolation aber 
war dafs in str. 35 dasselbe noch einmal vorgetragen wird was bereits 
in Str. 31 erzählt ist. doch änderte W 35 wenigstens den an fang von 
Ä 51 der Situation entsprechend ab. die vier Strophen 38 bis 41 von 
denen drei W mit K gemeinsam sind führen 3 mir gänzlich unbe- 
kannte Artusritter und eitlen ebenfalls sonst nicht nachweisbaren 



236 LOREiNGEL 

kämpf Iweins vor. alle vier haben keinen andern zweck als das bild 
der um die ehre der aussendung wetteifernden ritter noch, etwas hinter 
zu machen. 51. 52 stören den f ortschritt der erzählung und bieten 
nichts neues aufser der im hinblick auf str. 49 unwahrscheinlichen 
notiz dafs Lorengels ros ein geschenk der königin sei: sonst betteln sie 
ihren inhalt aus den vorhergehenden Strophen zusammen und sollen 
wohl nur den abschied noch weiter ausmalen. 

K schliefst mit R 66. soweit stimmt auch W mit dem Lohengrin, 
von da an weicht sie gänzlich von diesem ab. zwar entspricht der 
gang der Handlung im grofsen und ganzen loohl dem Lohengrin, auch 
kann man hier und da einflnfs einzelner Strophen und namen desselben 
wahrnehmen und wird darum schwer entscheiden können ob eine ganz 
andere fortsetzung des gedichtes als die uns erhaltene die vorläge ge- 
bildet habe — denn von der erwähnten stelle des Lohengrin ungefähr 
an vermutete Lachmann einen anderen verfafser — , aber eine gänz- 
liche Umarbeitung desselben mufs zu gründe liegen, darauf führt 
auch die angäbe von K das ganze gedieht von Lorengel umfafse 400 
Strophen, für den ganzen inhalt des Lohengrin in der gestalt in der 
wir ihn besitzen ist diese zahl, zumal wenn man berücksichtigt dafs 
wie in dem erhaltenen teile so auch in dem verlorenen Interpolationen 
werden hinziigetreten sein, weitaus zu gering, für den kämpf allein zu 
grofs. 

Den inhalt des nächstfolgenden abschnitts will ich ztinächst kurz 
angeben, nachdem Lorengel durch die hülfe des schwans wunderbar 
gespeist ist und dieser sich ihm als engel und von himmel ihm auser- 
kornen geleiter zu erkennen gegeben hat gelangt er nach Antwerpen, 
ein am ufer stehender bürger namens Calebrand empfängt ihn und 
bittet ihn nach dem verschwinden des schwans zu gaste, er wird aufs 
beste bewirtet und von des bürger s eigener tochter bedient, um dem 
fremden standesgemäfse Unterhaltung zu verschaff'en schlägt dieselbe 
vor zwei in der Stadt wohnende edle ritter, Waldemar genannt herbei- 
zurufen. Calebrand holt sie. kaum angelangt ergreift der eine Wal- 
demar das wort und erhmdigt sich bei Lorengel ob er vielleicht den 
Parze fal kenne: er sehe diesem sehr ähnlich, doch er läfst Lorengel 
gar keine zeit zur antwort. denn ad voceni Parzefal und gral fällt 
ihm sogleich eine geschichte ein und er beeilt sich dieselbe mitzuteilen, 
diese scheint Lorengels interesse in hohem grade zu erwecken da er 
durch eingeworfene fragen sich bemüht über einzelne punkte genaueren 
aufschlufs zu erhalten, die geschichte ist folgende, in Köln versuchte 



LORENGEL 237 

ein graf sich gewaltsam der herschaft zu bemächtigen, doch der an- 
schlug tnislang, sein bruder und zwölf seiner ritter wurden dabei er- 
schlagen und der graf selber entkam nur mit mühe auf sein schlofs. 
nun sann er auf räche, er liefs sich deshalb 32 hufeisen aus gold 
verfertigen, und mit diesen seine rosse beschlagen, so ausgerüstet ritt 
er zu könig Etzel nach Heunenland. kaum erblickte dort des köiiigs 
hofschmid den ungewohnten schmuck an den hufen der rosse so be- 
raubte er sie desselben, die diener des grafen nahmen zwar auf seinen 
befehl diese unbild schweigend hin, aber zwischen dem schmid und 
seinen knechten kam es bald über der teilung der beute zu streit und 
handgemenge. der lärm drang bis zu Etzels ohren. der könig erkun- 
digte sich nach der Ursache und erfuhr in folge dessen die anwesenheit 
des grafen. sofort liefs er ihn zu sich bescheiden, eine lücke in der 
hs. entzieht uns hier den schlufs der erzählung. aus den andeutungen 
im vorhergehenden will ich jedoch versuchen das fehlende zu ergänzen, 
der graf hatte seilten plan auf Etzels habgier gebaut und er täuschte 
sich in seiner berechnung nicht, detm der könig schickte schleunigst 
boten aus um die länder des westens aufzufordern ihm tribut {nach 
Indien 76, 9) zu bringen, als diesem ansinnen keine folge geleistet 
umrde brach er mit heeresmacht auf um auf gewaltsame weise seinen 
zweck zu erreichen, von jenseits des nieeres durch Tulant unterstützt 
untenoarf er die hälfte der Christenheit und zog bis nach Frankreich 
und Spanien, die erwähnung des letzteren landes ist vielleicht eine 
reminiscenz an die sage von Walther von Spanien, natürlich nach der 
fränkischen fafsung die ja auch die östreichische ist [zs. 12, 274). 
zum härtesten kämpfe katn es aber vor Köln, dort icährte der streit 
dem auch Waldemar beiwohnte 22 tage zu wafser und zu lande, bei 
dieser gelegenheit kamen die \1000 Jungfrauen um. endlich setzte 
Parzefal der mit dem gral zu hilfe eilte Etzels wüten ein ziel. 

Die lücke erreicht ihr ende mit str. 112. dort treffen wir auf 
folgende Situation. Waldemar meldet der herzogin von Brabant, ein 
ritter der wahrscheinlich den kämpf für sie bestehen wolle nahe sich 
dem lande auf einem wilden schwane, er ermahnt sie sich zu schmücken 
und den fremden gast am ufer zu empfangen, die herzogin befolgt 
diesen rath, man zieht unter musik an den Strand und Lorengel landet. 
dies ist höchst auffällig. Lorengel scheint also nachdem Waldemar 
seine erzählung beendet hatte und vielleicht von demselben aufgefor- 
dert seinen schwan noch einmal bestiegen zu haben, auf diesem ein 
stück ins meer hinausgefahren und dann wieder zurückgekehrt zu 



238 LORENGEL 

sein, offenbar zu keinem anderen z-wecke als damit auch die herzogin 
gelegenheit fände sein wunderbares schiff in augenschein zu nehmen 
und sich von der göttlichen mission des ihr zu hilfe eilenden kämpfers 
zu überzeugen, mm war aber zu Lorengels grofsem leidwesen der 
Schwan bereits in slr. 61, 2/" verschwunden und nur ein neues wun- 
der konnte ihn wider zur stelle bringen, wie abgeschmackt ist ferner 
die art und loeise in der Waldemar mit seiner erzählung herausplatzt, 
dafs er dabei seiner ersten frage die doch implicite auch eine erknndi- 
gung nach Lorengeh herkunft enthielt vergafs kann zurückgehen auf 
eine reminiscenz an die pointe des Lohengrin. denn Lohengrin knüpft 
ja sein bleiben an die beding ung dafs seine gemcihlin ihn nie über 
seinen namen und stand ausforsche, später noch einmal wird in un- 
serm gedichte eine direkte frage nach Lorengels namen todgeschwiegen, 
das nnangemefsene der Situation besteht aber vor allem darin dafs 
Waldemar seine geschichte dem Loren gel erzählen mufs, dem söhne 
eben jenes Parze fal der in derselben eine hauptrolle spielte und von 
dem doch aller Wahrscheinlichkeit nach Lorengel sie oft genug wird 
vernommen haben. Lorengel jedoch stellt sich als kenne er sie nicht 
und tut seine wifsbegierde durch seine fragen kund, nun, das ganze 
hat eben nichts mit dem Loremjel zu schaffen und ist ein einschub 
welcher ein ganz fernstehendes gedieht in den Zusammenhang hinein- 
ziehen sollte, auch im einzelnen finden sich differenzen mit dem vor- 
hergehenden, besonders ist die auffafsung des grals in diesem ein- 
schuhe eine von der des Lohengrin ganz verschiedene, in dem letzt- 
genannten gedichte befindet sich derselbe an Artus hofe und in seinem 
besitze, hier gehört er dem Parze fal dem er durch einen enget von 
gott gesandt ivorden war. nachdem die ganze partie in den Lorengel 
hineingetragen war wurde im eingange des gedichts (str. J ) eine notiz 
darüber angebracht, in der eile liefs man z. 4 das wörtchen da stehen, 
dieses aber hafte nur einen sinn wenn in den beiden ersten zeilen et- 
was ähnliches stand wie in denen der entsprechenden str. 26 des Lohen- 
grin. ehe der einschub geschah wird die Situation die gewesen sein 
dafs man Lorengel vom strande aus erblickte, Waldemar sein heran- 
nahen meldete und man ihm dann ans ufer entgegen zog, ganz ähn- 
lich wie im Lohengrin. diesem gedichte gehört auch Waldemar an, 
nur lautet dort sein name Gundemar und ist er abt. zwar geht durch 
den ganzen L^orengel {vgl. 31, 9. 66, 7. 13], 2) die annähme von 2 
Waidemars und auch K 10 befindet sich damit in Übereinstimmung: 
aber man sieht deutlich dafs dieses eine spätere Unterstellung ist. denn 



LORENGEL 239 

tinr der eine redet und handelt, der andere ioird loeite strecken hin- 
durch gar nicht erwähnt bis endlich seiner wider einmal gedacht wird, 
man könnte noch die frage aufwerfen warnm der interpolator seiner 
geschichte nicht einen angemefseneren platz angewiesen habe soikifs 
wenigstens der anstofs welchen die doppeUe ankunft Lorengels bereitet 
uns erspart geblieben wäre, warum er also beispielsweise sie nicht in 
die beschreibung der mahheit 131 /f eingeßochten hat bei der ja der 
unlerhaltungsstoff dermafsen gebricht dafs Lorengel ausdrücklich 
(136, 10) aufgefordert werden mufs sich nicht zu langweilen, hier- 
auf weifs ich eine befriedigende antwort nicht zu erteilen, vielleicht 
lagen aber schon Strophen vor welche zur Interpolation gerade an dieser 
stelle anlafs gaben, so scheint mir das sint m str. 73, 5 welches in 
jenem zusammenhange nur die ungewöhnliche bedeutung 'seither' 
haben kann zu derselben nur in folge einer Überarbeitung gelangt zu 
sein, ich möchte glauben dafs es ursprünglich verbum war und dafs 
das wort waren erst später hineingeschoben ist. auch leiden einzelne 
Str. wie lOfan einer entsetzlichen breite und die der eigentlichen er- 
zählung vorausgehenden 76 ff sind so ungeschickt dargestellt dafs man 
wohl schliefsen darf sie seien nur aus dem inhnlte des uns jetzt feh- 
lenden Stückes zusammengebettelt, die geschichte selbst aber str. 79 ff 
beruhte wohl auf einem altern gedichte und ihr eingang war für ein 
solches recht passend, den kern derselben bildete die Ursulalegende 
welche von Sigebertus Gemblacensis (s. Schade , die sage von der h. 
Ursula s. 64) an bis auf die neuesten apologeten {AASS m. Okt. tom. 
IX. Kefsel, S. Ursula und ihre gesellschaft Köln 1863) hinab häufig 
mit Etzel in Verbindung gesetzt worden ist. dafs sie auch in Oestreich 
verbreitet war dafür sprechen die von Kefsel a. a. o. s. 'IQijff und 
220ff mitgeteilten niederschriften in mss. des klosters Lambach. aber 
eine Verbindung der legende mit der gralsage ist so)(st völlig unbekannt 
und selbst das motiv der goldenen hufeisen habe ich in märchen und 
sagen vergeblich gesucht. 

Der weitere inhalt des Lorengel ist höchst einförmig : die haupt- 
beschäftigung der auftretenden personen besteht in efsen und trinken 
und darin leisten sie allerdings recht respectables. aber auch die 
beschreibung dieser scenen bewegt sich in stehenden redensarten. str. 
120 loiderholt nur was bereits vorher gesagt ist. auch stimmt der 
Wortlaut von z. 6 auf eine sehr verdächtige weise mit 118, 7. es ist 
mir aber wahrscheinlicher dafs str. 118 die interpolierte ist. denn 
bei dieser kann man einen grund finden der ihre einschiebung veran- 



240 LORENGEL 

lafste. es erschien nämlich nnpassend wenn die herzogin sich vor 
Lorengel auf die knie loarf und dann nicht gesagt wurde dafs sie wi- 
der aufstand, diesem mangel suchte der interpolator abzuhelfen, aber 
er verräth sich durch sein Ungeschick, denn er läfst nicht wie es natür- 
lich war Lorengel die herzogin aufheben, sondern Lorengel mufs sich 
erst an Waldemar deshalb wenden sodafs dieser die rolle eines cere- 
monienmeisters spielt, in der folgenden breiten aufzählung der ge- 
schenke hält es schwer das ursprüngliche zu erkennen: nur str. 125, 
welche mehrere ihrer reime aus 120 borgt läfst sich als ziisatz ausschei- 
den, ebenso nachher str. 128. 129. sie bieten gar tiichts neues sondern 
variieren nur, zum teil mit denselben redewendungen das vorangehende, 
den anstofs zu ihrer einfügung mag vielleicht das heute in der letzten 
zeile von str. 127 gegeben haben, indem dem interpolator einfiel dafs 
der kämpf erst am folgenden tage stattfände, daher schrieb er auch 
in 128, 2 morgigen tag. 131 bis \ 36 bietest eine langweilige beschrei- 
bung des efsens. unter diesen enthalten 132. 133 nichts anderes als 
134 f. auch einzelne ausdrücke haben sie mit diesen gemeinsam, 
man vergleiche 133, 7 paret adelich >mY 131, 6; 133, 10 tugent 
manigfalde mit 134, 9. was ist endlich mit der ander kurzweil 133, 3 
gemeint? sicherlich das efsen, aber vorher war doch noch nichts kurz- 
weiliges vorgekommen da die dem Lorengel vorgetragene klage der 
herzogin schwerlich auf dies praedicat anspruch erheben dürfte, pas- 
send ist zwar der stofsseufzer Lorengels an seiner stelle 137, 8 ff 
keineswegs, er soll aber vielleicht eine art abschnitt in der erzählung 
bilden da mit 138 ein neues bild sich entrollt, das gleichzeitige mahl 
beim kaiser ist der gegenständ desselben, keiner weifs bisher von der 
ankunft Lorengels : daher die frage des kaiser s an graf Friedrich str. 141, 
dessen antwort und die einführung eines boten der die nachricht von 
Lorengels anwesenheit überbringt (142). damit steht aber in wider- 
sprach str. 1 38. auch sonst ist sie schlecht und giebt tiur dann einiges 
Verständnis wenn man die praeterita plusquamperfektisch fafst. ob sie 
völlig auszuscheiden sei bleibt allerdings zweifelhaft: möglich wäre es. 
jedenfalls hat der Überarbeiter sich stark an ihr versündigt, in der 
folgenden Strophe xoird graf Friedrich eingeführt; er kommt zum 
kaiser, begrüfst ihn und wird dann zu tische geladen, doch diese mo- 
mente der ha^idlung folgen nicht untereinander, sondern dazwischen 
stehen (140, 1 — ^6) einige verse in denen wie es scheint gesagt tverden 
soll dafs es mittagszeit war tmd dafs in allen teilen der Stadt wo die 
fremden sich einquartiert hatten opulente mahlzeiten eingenommen 



LORENGEL 241 

wurden, diese notiz ist mindestens recht überflüfsig. einen ganz an- 
gemefsenen Zusammenhang gewinnen wir dagegen xoenn wir 140, Iff 
gleich auf 139, 6 folgen laßen, in str. 143 brennt der kaiser vor 
verlangen den namen des fremden zu erfahren und trägt dem grafen 
als dieser in str. 145 sich aufmacht um den ankömmling zu begrüfsen 
besonders auf sich nach Loretigels herkunft zu erkundigen, dieser 
Weisung folgt der graf, erhält aber, worauf ich schon oben aufmerk- 
sam zu machen gelegenheit halte keine antiüort, sondern toird mit 
complimenten abgespeist, auch soiist tritt noch in dieser decade das 
Ungeschick hervor die handlung in ihrer logischen entwickelung dar- 
zustellen, unerträglich, wird das gerede aber slr. 1 55^. ivas keifst da 
habt guten mut dasz sein got selber walde ? ist das eine hindeutung 
auf den folgenden kämpf? ferner in der folgenden zeile uns kumt 
vil fremder geste. damit sind wohl die ritter gemeint die zu dem er- 
toarteten kämpf esschauspiel zusammengeströmt sind, die folgende str. 
soll dann anscheinend eine art erlduterung zu der letzten zeile von 
150 — von der es übrigens zweifelhaft ist ob sie noch zur rede 
Friedrichs gehört oder nicht — - bilden, statt jedoch irgend eine aben- 
teuer von sich zum besten zu geben lenkt Waldemar das gespräch 
gleich wider auf den bevorstehenden kämpf, noch unmotivierter frei- 
lich ist wie den grafen diese bemerkung so arg in hämisch bringt dasz 
im da ganz verschwand sein mild und gute (152, 10). er scheint ganz 
zu vergefsen dafs er vorher (141, 10) seinem unmut darüber aus- 
druck gegeben hat dafs die herzogin keinen kämpfer bekommen könne, 
es gewinnt fast den anschein als wolle er hier seinem gegner durch re- 
nommagen den kämpf verleiden, doch dann bleibt ihm Lorengel nichts 
schuldig: der erzählt str. 154 fabelhafte dinge von seinen heldentaten, 
während doch sonst vorausgesetzt wird dafs er bisher noch nicht ge- 
kämpft habe und Walman seine tüchtigkeit nur aus seinem weiten 
Sprunge str. 42 gefolgert hatte, das folgende brettspiel scheint einer 
art gottesurteil über den ausgang des kampfes gleich kommen zu sollen, 
aus diesem netze von Widersprüchen können wir uns so ziemlich be- 
freien wenn wir 151 bis 154 für interpoliert ansehen. 159, 4. 5 
widersprechen streng genommen den beiden letzten Zeilen der vorher- 
gehenden Str. auch sonst ist 159 inhaltsleer und enthält nur die 
ziemlich selbstverständliche Versicherung dafs die herren wider zu 
abend speisten. 161, 10 verabschiedet sich die fürstin von Lorengel, 
162 geht sie aber trotzdem mit um sich davon zu überzeugen ob ih- 
rem gaste auch gut gebettet sei und 163 verabschiedet sie sich noch- 



242 LORENGEL 

mals. man könnte 162, 3 bis 163, 2 für spälern znsatz halten, ge- 
macht damit anch eine beschreibung des bettes platz fände, mehrfache 
anstöfse bietet das folgende.' unrichtig sind erstlich die xoorte 164, 5 
das tet der graf: vielmehr kommt er nicht sogleich auf den kampf- 
platz sondern schickt auf wünsch des kaisers zwei boten die Lorengel 
auffordern sollen vor dem wirklichen kämpfe mit ihm ein sper zu 
brechen, ferner der doppelte Wechsel zwischen ir und du. in der an- 
rede herrscht sonst im Lorengel grofse cojisequenz: aufser unserer 
stelle finden sich abweichungen nur 32, 8 w)0 ich vielleicht hätte än- 
dern können, und dann ISO, 4. 182, bf. weiter der reim wal für 
weil, endlich die breite mit der graf Friedrich seiner Zuversicht auf 
einen günstigen erfolg ausdruck verleiht, der nachherige kämpf be- 
steht darin dafs die beiden gegner zu ros auf einander losstürmen 
lind ihre spere zerbrechen, wobei der graf zur erde fällt, er erhebt 
sich wider und greift zum Schwerte. Lorengel tut das gleiche, mufs 
aber natürlich zu diesem behufe vom pferde steigen, dies ist nichts 
andefs als der gewöhnliche hergang in jedem ritterlichen Zweikampfe 
und ganz ebenso schildert ihn auch der Lohengrin. nun scheint der 
Überarbeiter — und damit befand er sich wahrscheinlich im einklange 
mit den auffafsungen seiner zeit — diese beiden zusammengehörigen 
momente eines und desselben kampfes für zwei von einander unab- 
hängige handlungen gehalten zu haben und erachtete es demgemäfs 
für nötig den sperwechsel im beginne des Streites als eine nicht selbst- 
verständliche zutat vorher ankündigen zu lafsen. die str. 164 bis 168 
können ganz gut fehlen. 169 schliefst sich sogar befser an 163 an, 
nur mufs die erste zeile anders gelautet haben, etwa also der grusz 
nam hie ein ent. 170 führt weiter aus loas schon 169 gesagt ist und 
ist völlig entbehrlich. 175, 1 widerspricht 174, 7. ferner ist der rüh- 
rende 7'eim in z. 8/". anstöfsig, ebenso z. 10. denn erst 179, 3 reitet 
Lorengel auf den kämpf platz. 176 setzt sich aus einzelnen aus- 
drücken der folgenden str. zusammen, man vergleiche 176, 1 mit 

177, 2. 3, den reim 176, 7. 10 mit 178, 3. 6, 176, 9 mit 179, 7. 
streichen icir str. 175 so fällt zwar der anstofs weg welchen wir an z. 

178, 3 nehmen müfsen in der das ros aufgeführt wird als wäre noch 
gar nicht von ihm die rede gewesen, aber trotzdem bleibt die str. recht 
schlecht, zweimal wird gesagt dafs Lorengels ros nicht kampftüchtig 
sei, zweimal wird wider abgebrochen um von der musik unter deren 
klang die gesellschaft die Stadt verläfst zu reden, bis endlich str. 179, 
9 noch einmal das pferd vorgenommen wird, auch die ausdrucksweise 



LORENGEL 243 

von 178, 5. 10 ähnelt sehr der von 179, 8/". diese tmangemefsen- 
heiten verschwinden wenn xcir 178, 3 bis 179, 2 als interpoliert be- 
trachten. 183 besagt nichts anderes als 184 und hat einen sehr matten 
schlufs. die reime von 1. 2. 3. 6 sind der folgenden sIr. entnommen, 
vgl. auch die erwähnung des plans am ende beider str. die frage Lo- 
rengels an den grafen 1 88, hf. ist höchst albern, der graf loill auf 
sie anfänglich keine antwort geben, aber er besinnt sich bald eines 
befsern und renommiert nun stark 189, lyf. dasselbe hatte er schon 
1 87 getan wie er auch dort bereits dem herzog widerseit hatte was er 
hier 189, 4 nochmals ausführt, vergleicht man ferner 187, 10 mit 
189, 5 so ist wohl kein zwei fei dafs die beidm str. 187. 188 später 
eingefügt sind, freilich mufs eingeräumt werden dafs das tun ich 
gern 189, 5 nicht ganz geschickt ist, da seine beziehnng nur in 189, 
2 liegen kann und diese zeile doch etwas ferne steht, die beiden ersten 
Zeilen von 192 befafsen den gleichen inhalt wie die drei ersten von 
193. erstere str. wird auszuscheiden sein zumal ihre reime zum teil 
aus 189 entlehnt sind. str. 197 endlich isl eine höchst ungeschickt 
stilisierte ausführung der vorhergehenden str., welche letztere bereits 
einen angemefsenen abschlufs gewährte. 

So haben vnr den ganzen inhalt des Lorengel durchmefsen. das 
gedieht besteht demnach aus dem anfange des Lohengrin in derfafsung, 
welche ihm die meistersänger gegeben, aus einer sonst nicht mehr vor- 
handenen fortsetzung desselben, die ebenfalls durch die hände von 
bearbeitern gieng und erhebliche znsätze aufzuweisen hat und endlich 
einer zxmschen diese beiden stücke ganz roh eingeschobenen und wahr- 
scheinlich einem besonderen gedichte entnommenen erzählung, deren 
kern die legende von den elf tausend Jungfrauen bildete, ans der 
betrachtung des ersten teils ergab sich dafs die Strophen welche in- 
halt oder reime aus ihrer Umgebung entnahmen Jüngern Ursprungs 
waren, zugleich aber sahen wir auch wieweit die Umarbeitung zu- 
weilen sich von dem ursprünglichen entfernte, jenes ergebnis bin ich 
für den zweiten teil zu verwerten bestrebt gewesen ohne wie ich hoffe 
den Vorwurf allzu grofser kühnheit zu verdienen, durch die aus- 
scheidungen welche ich vornahm wollte ich die vorläge wenigstens 
ihrem inhalte nach reconstruieren. doch verhehle ich mir nicht dafs 
auch dies resultat nur ein teilweises sein kann, denn einerseits mag 
noch manches interpolation sein was wir jetzt nicht mehr als solche 
zu erweisen vermögen, so z. b. dafs Lorengels ros als der kämpf aus- 
bricht angetrabt ko)innt; andererseits ist zu erwägen dafs urir es ja 



244 LORENGEL 

nicht nur mit erweiterungen sondern mit einer völligen Umarbeitung 
und zwar mit einer von der schlimmsten art, die nämlich die reime 
beibehält und in den körper der Strophen einen andern inhalt giefst 
zu tun haben, und gerade nach der letzterwähnten richtung hin 
scheint der Schreiber der Wiener hs. tätig gewesen zu sein, ich schliefse 
das hauptsächlich aus dem in str. 23, 3 durchstrichenen der trat 
für imlches noch ziemlich dem Wortlaute von Ä 46, 3 entspricht, 
im vergleich zu dem an seine stelle gesetzten der was ein 
stum. 

Schliefslich verzeichne ich für den namen Lorengel der wahr- 
scheinlich aus der form Loherengrin durch die Umbildungen Loren- 
grin, Lorenglin hindurch entstanden ist zwei belege welche zugleich 
zetignisse für unser gedieht geben, sie finden sich beide in den Kol- 
marer meisterliedern, der erste s. 249, 106/f 

sie spricht ich si ir gar ein gast 

ich bringe ir denne den adamast 

den da Lorengel üf im truoc 

dö er ein kempfe was der herzoginne 
vgl. Lorengel 174, 9. der andere s. 396, 24 

und wser zwelf schuoch vor den Lörengel hin gesprungen 
vgl. Lorengel 43, 10 Ä" 28, 10. in beiden fällen bietet der Lohengrin 
nichts entsprechendes, einen ferneren beleg für den namen weist mir 
Jänicke aus dem Friedrich von Schwaben in der Diutiska 2, 65 nach, 
doch läfst sich ans den dort angeführten xoorten wie Laurengel sein 
vechten masz nicht ersehen, ob der verfafser den Lohengrin oder die 
spätere fortsetzung benutzte, vielleicht wird die versprochene ausgäbe 
näheres über diesen punkt ergeben können, als familienname soll 
Loi^engel noch heutigen tages in Leipzig vorkommen. 

Berlin, den 7 Januar 1871. 

ELIAS STEINMEYER. 



WEIBERZAUBER 245 



WEIBERZAUBER 

VON WALTHER VON GRIVEN. 

Ich hüer diu wip dicke sagen, 

gröze not ein ander klagen, 

waz in ir man ze leide tuo. 

da kan ich giiote liste zuo. 
5 die wurden zuo Paris erdäht; 

von dannen sint si her bräht: 

diu wip bezoubernt da ir man, 

als ich si hie wol leren kan. 

si machent von kriite ein stüppe ; 
10 daz ist guot zuo dem Kippe. 

swelch wip ir man daz zezzen glt, 

diu behabt an im ir strit. 

daz erste krüt ist demuot 

(daz ist ze dem zouberliste guot), 
15 daz ander wiphch güete, 

daz dritte ein senfte gemüete: 

wil si diu driu krüt zesamen lesen, 

so mac si mit ir manne genesen. 

daz vierde krüt sint süeziu wort 
20 (diu sint ze dem zouberliste ein bort), 

daz fünfte güetlicb gebjere: 

ob iz halt niht von herzen waere, 

so hat daz krüt doch die kraft 

deiz den zouber machet sigehaft. 
25 daz sehste krüt deist kiuscher muot, 

swie vil si des ze dem lüppe tuot; 

daz sibende in heimhche halt : 

ir man si junc oder alt, 

wil si im daz krüt ze niezen geben, 
30 so muoz er mit ir vil wol leben. 

daz ahte krüt, zecke er iht 

Die ks. Ditz ist wie die wip ir maa Mit zovbcr gewunnen han 3. zv, 

immer für ze 7. bezovberteu 12. iren 18. wol geoesen 24. daz 

iz 25. daz ist 31. zeche hiu niht Neidh. s. 198 ez sol ein man mit 

fremden frouwen niht ze vil gezecken 

Z. f. D. A. neue folge III. 17 



246 WEIßERZAUBER 

mit fremden wiben, obez geschiht, 

tuo sam si sin niht geloube, 

unz si in der site toube. 
35 daz niunde krüt ist blükheit: 

da mit ist der zouber bereit. 

s welch wip nach minem rate tuot, 

diu twinget hertes mannes muot. 

ist aber daz er sich ir erwert, 
40 so wirt er der wisen lobes behert: 

volgent si miner lere, 

so behaltent si ir ere. 

Walther von Griven rset in daz: 

der wiser si der rate in baz. 

32. ob iz 35. bosheit, aber os soll ausgekratzt sein 39. ir mit 

vbel erwert 

^us der Heidelberger hs. 341 bl. 219 {nicht 119). wie ff^ackernagel gesch. 
der d. litt. ä. 218 darauf gekommen ist dieses gedieht unter die novellen zu 
setzen weifs ich nicht. Griven, jetzt Griffen, ist ein markt in Kärnten; über 
ihm lag die bürg Griven. unter den herren von Griven die in Urkunden ge- 
nannt werden habe ich keinen Walther gefunden. 

H. 



ÄHRENLESE. 

1 . Graf Rudolf yXQ erhat daz er virmiwe. wolde zer werlt sinen 
pris. nicht zu virnuwe ist nuwe zu ergänzen, sondern zu itenuwe. 
die zeile hat dann das mafs der vorhergehenden deme greiien vffe 
sine truwe und es ist nicht nöthig mit Wilh. Grimm deme greuen in 
ime zu verwandeln. — G 14 her virlos sine arbeit, der sinn ver- 
langt verkös. 

2. Walther 48, 1 1 der si ouch hi den Hüten swcBre. Tit. 398 1 , 4 
die swceren U den Hüten die müezen von dem bli vil wunden liden. 
aus dieser redensart ist ein scherzhafter name gebildet den der ver- 
fafser des Titurels erfunden oder entlehnt hat, wie er den von 

A 

Müllenhoff aus der mythologie verwiesenen dieb Ag^z von Reinmar 
von Zweter borgte : 2362, 4 ob ich alle benande, so sunge ich meister 
Swoerebies wise. die von Hahn roh herausgegebene hs. hat sinnlos 
sioere bi des. 



ÄHRENLESE 247 

3. Wolfram Wilh. 185, 17 des rkhs gebot nnt de urteil tet kunt, 
ein sac nnt ein seil wcern schiere nf gebunden. Jacob Grimm Rechts- 
alt, s. 699 denkt zweifelnd an bestrafiing feige dem aufgebote sich 
entziehender krieger. im Mhd. wb. 2, 2, 2 ist dies ausgeschrieben, 
aber verschwiegen dafs Grimm selbst hinzusetzt 'oder enthalten die 
Worte gar keine strafdrohung, sondern das blofse symbol des heer- 
aufljruchs ?' er hätte nur nicht symbol sagen sollen, die sprich- 
wörtliche redensart meint schnellen aufbruch ohne vieles gepäck. 
Ulrich von Türheim Wilh. 225' ick füere daz ich haben mac. ez ist 
ein seil iinde ein sac schiere üf gebunden, doch bin ichs unerwnnden, 
ichn füere des golds von Arabi daz wir beliben zadels fri. 

4. Johann von Viktring 6, 2 (Böhmer 1, 440) Cyleya — qui 
locus olim Arturi regis tempore dicitur in exercitüs militaribus cla- 
ruisse. damit niemand an eine volkssage oder an ein verlorenes 
gedieht denke erinnere ich an Parz. 498, 21. 

5. Uh-ich von Liechtenstein 601, 9 ir füllet iuch mit willen an. 
iur keiniu ist s6 wol getan, si leg an sich alsölhiu kleit diu iu ze tragen 
sollen leit sin und diu iu missestänt. 603, 1 ir jeht wir frowen uns 
fluen an dd mit daz wir niht schöne hdn mit kleiden nu als e den lip. 
für füllet und fluen ist dieselbe verbefserung nöthig und kaum eine 
andere zu finden als feilet und fiilen. dem zieren ist fülen, verderben 
und häfsUch machen, entgegengesetzt in der Strafsburger Litanei 
66, du zieres unde fules. nachweisen kann ich sich an fülen nicht, 
aber der sinn ist deutlich, anfaulen in eigenthcher bedeutung be- 
legt Grimm D. wb. 1, 328. 

6. Im fünften bände dieser Zeitschrift habe ich aus Enenkels 
Weltchronik eine erzählung herausgegeben in der (s. 273) von Ant- 
furt her Friderich, ein ritter kaiser Friedrich des In, die hauptperson 
ist. voti antfuerte hat die Leipziger hs., von auchenfürt die Münche- 
ner und die Heidelberger, jenes ist das richtigere: denn in einer 
Urkunde k. Friedrich des In, Gelnhausen id. apr. 1180, bei Lacom- 
blet 1, 332, steht unter den zeugen Fridericus de Anfurde. 

7. Heidelberger hs. 326 in Schmellers Laber s. 149, weima- 
rische lis. in Hagens MS. 3, 433" 

waz frumt der tac den blinden 
od lieht daz liehte brimiet? 
und icaz tone golt ze vinden 
dem tören der sich niht üf golt versinnet? 
waz sol dem zagen ein schoenez w'ip geiuBme? 

17* 



248 ÄHRENLESE 

swenn si sich reht bedenket, 

ir ist ein ungefüeg liht widerzoeme. 
dies ist dem Tugendhaften Schreiber abgeborgt, MS. 2, 102'' 
waz frumt liehter schin den blinden ? 
waz touc tören golt ze vinden 
der üf golt niht muotes hat ? 
guotes wibes hulde, 
goldes übergnlde, 

daz {].diu) enzimt dekeiiiem zagen: 
niemer mileze er si bejagen. 

8. Heinze Heinzlin Heinzehnann Einzelmann hat Jacob Grimm 
Myth. s. 471 als namen von geistern nachgewiesen, hierhergehört 
auch wohl was Schmeller 2, 220 über Hainzel und Hainzel spilen 
giebt, vor allem aber Suchenwirt 29, 44 ich bin behetider vil wen 
Hainz der nnderm hiiot wol gaukeln kan. gaukler mögen bei ihren 
kunststücken einen dienstbaren geist Heinz angerufen haben. 
Kunz hinterm ofen (Müllenhoff Denkm. s. 433) wird ebenso zu er- 
klären sein. 

9. Renner 1158 smeicher loter bregler si7it des tiufels swegler, 
die tumbe herrn also betonbent daz si der eren in geloubent und der 
tugent diu nie ivart war. sprcBch einer wir heten guldin hdr und nceni 
sich an er woltz bewieren, doch solt wir wizzen wer wir ivoeren. Hang 
verwendet eine sprichwörtliche bezeichnung des unglaublichen, so 
läfst Johann von Freiberg im Rädlein 223 ein mädchen auf eine 
Versicherung ungläubig antworten ist daz lodr, s6 sint guldin miniu 
hdr. anders gewendet ist die redensart am schlufse des Osterspiels 
Fundgr. 2, 336 wir ivellen zu dem grabe gan; Jesus der wil uf erstan. 
ist das war, ist das war, so sint golden U7iser har. hier wird gemeint 
'ist das wahr, so geschieht ein grofses wunder.' 

Renner 1 1400 etswenne wnrfzabel ich daz spil ouch nenne, daz 
vant ein riter ^ hiez Med, vor Troie. Isidorus Orig. 18, 60 alea, id 
est ludus tabulae, inventa a Graecis in otio Troiano a qiiodam milite 
Alea nomine, a quo et ars nomen accepit. 

10. In Kellers Erzählungen aus altd. handschriften s. 104 ff. 
steht aiti spruch von dreyen gesellen die in ain statt kamen iind wie 
sy wein prot und visch daselbs zu wegen brachten: der schlufs giebt 
die kaum glaubhafte Versicherung daz es zu Costenz ist geschechen. 
die gaunerstreiche durch die wein und fische zu wege gebracht 
werden sind dieselben die La repeue de Villon et de ses compai- 



ÄHRENLESE 249 

gnons erzählt, ffiuvres de Francois Villon, par P. L. Jacob, biblio- 
phile, s. 259. ein alter schwank ist, wie manches andere, auf Villon 
übertragen. 

11. Helbling 4, 239 — von der Tuonowe an den Schetsch. den 
markgrdf xccer vil lundemelsch, gieng i% ndch dem xoillen sin. es wird 
zu schreiben sein der markgrdf war vil kimdernetsch. ich weifs 
kundernetsch in seinem zweiten bestandtheile nicht zu erklären, 
finde aber Waltherus dtctus Kundernetsch in dem Calendarium des 
Stiftes zu Öhringen in Wibels Codex dipl. Hohenlohicus s. 137. in 
einem liede bei der Hätzlerin s. 69" steht kaudernetsch. 

12. In einem unechten Neidharlsliede MSH. 3, 237" steht sage 
mir wd si si, guldiner hnfe. der hebkosende ausdruck kommt auch 
als beiname vor, Perchtoldus dictus Guldeinhauffe in einer Urkunde 
vom jähre 1268 in Frasts Stiftungenbuch des Cistercienserklosters 
Zwetl s. 468 (Link Ann. 1, 386"). schatzhanfen als liebkosung hat 
Schmeller 3, 420. 

13. Aus Harthebs Buch aller verboten kunst cap. 88 giebt 
Jacob Grimm im anhange der Mythologie s. LXIV eine stelle über 
wahrsagen aus einem schönen glänzen pulierten swert. ein zwei Jahr- 
hunderte älteres zeugniss gewährt Konrads Trojanischer krieg 
27410: Kalchas erkennt dafs Achilles als Jungfrau verkleidet bei 
dem könige Lykomedes ist, den ellenrichen jüngelinc den liez er nn- 
vermeldet niht , als der in eime swerte siht die sacke die man hat 
verstoln. 

14. Im guten Gerhard ist zu schreiben 1575 m ander 
2091 lujohne iins 2555 oh iemen bezzer denne er si 2856 
al 2944 scelden 3447 und auch dem 4021 habe lant 
krön nnde lip 4339 ehenhiuze 4536 was erste 4764 diu 
in dd geschach 4820 mit jdmer jdmer seh. 5766 ir kurze- 
wile in fr. 5823 zuo 5847 höchzite 6031 zem 6071 

was jdmer 6084 dem künege QOSb gesworen 6428 

gern immer 6555 bi iu möhte 6586 schieden 6829 mit 
Schrift 6892 verrüemet zu tilgen ist 4190. 5611 künec, 4910. 
6478 süezen, 5802 sin^s, 1825. 6121. 6298. 6501. 6616 und, 
6664 über. 

15. Isidorus Orig. 9, 2, 100 Saxonum gens in Oceani litoribus 
et paludibus sita, virtnte atqne agilitate habilis. nnde et appellata, 
quod Sit durum et validissimum genus hominnm et praestans ceteris 
piratis. auf dem rande einer Wolfenbütteler hs. des 13n jh. ist hin- 



250 ÄHRENLESE 

zugeschrieben (in Ottos ausg. des Is. s. 293) vel sicut alii volunt a 
magnis cnltellis qiios siibtus sagos gestabant, quae vulgo sach vocantur, 
dum ad condictum pladtumqne cum Thuringis convenissent, quod com- 
muni consülo hu et Uli laudaverant pro condkione pacis. atque cum 
hiisdem cultris Thuringorum multüudinem occiderunt terramque eorum 
hactenus possederunt. offenbar nach der bekannten erzählung Wi- 
dukinds von Corvei. 

16. In der ki'one Heinrichs vom Türlein ist so vieles zu ver- 
befsern, nicht blofs an der elenden ausgäbe, sondern auch an der 
handschriftlichen Überlieferung, dafs ein neuer abdruck gerecht- 
fertigt wäre wenn das gedieht ihn verdiente, ein duzend berichti- 
gungen will ich hier unterbringen, ergetzliches Hest man 1376 ff. 
ouch mohte wol von rehte gezemen minem herren künec Artus, dd sie 
kämen, her Zephüs, daz er sines küssens reht an ir stcetem Übe speht. 
der unbekannte heilige Zephus ist s. 511 sorgfältig in das namen- 
register eingetragen, die Wiener hs. hat si kam hem hus. Hes dö 
si kam her in sin hüs. 6440 ff. wan an der tviderkere erreichte in 
her Gdwein, daz ime von sinem swerte schein beidiu harnasch unde 
lip. 8242 f. swie bi im lac manic stein, ir kraft von im einen schein. 
in beiden stellen ist schein in swein zu verwandeln. 7235 f. und 
ime an dem ende git ein naht {nah die Wiener hs.) bitter riuwe. lies 
ein bitter ndchriuwe. 11144. jd bin ich vermachet dir vil gar an 
min schulde, lies verswachet. 13521 f, du solt diu mcere gar 
volleclichen wizzen e du noch sihest enbizen. lies sist enbizzen. 
15055. er sach daz er loolde sich versuochen dar an. lies jach. 
16095. obe ich triuwe ie geswüere. lies iu für ich. 17425 ff. solt 
lu niht werden bekant beidiu bürge unde lant, wie sie geheizen wceren, 
so geliche ez sich den maaren diu man sagt in schvpels wis. lies burc 
— gelichte — speis. \SQS\. mit einem swert melde. Vies Melde. 
s. 18309. 20613 f. anders wart ime verzigen ze der ruowe sin 
langez leben, lies ein für sin. 25412. daz er ime durch roubes 
sach reit uz disem hove nach, lies schdch. 

17. Der schlufs von Konrads von Wirzburg erzählung von der 
minne hat sich nur in der im Liedersaale abgedruckten handschrift 
erhalten; die anderen schliefsen mit unechten versen. die echtheit 
jenes schlufses ergiebt sich aus dem ganzen tone und daraus dafs 
Konrad sich nach seiner gewohnheit nennt, allerdings ist der text 
arg verderbt, aber er läfst sich leidlich herstellen, die folgende 
fafsung macht keinen anspruch auf Sicherheit in allem einzelnen, 



ÄHRENLESE 251 

wird aber im ganzen Konrads verse gefunden haben, die entstellte 
Überlieferung aus dem Liedersaale 2, 374 ff. oder Müllenhoffs Altd. 
sprachproben s. 107 f. hier widerholen schien mir überflüfsig. 

got welle, swaz ich dinges nime, 

das ich wider geben daz 

müeze sanfter unde baz 
535 dan ir vil reinez herze tele. 

ich wcene daz an keiner stete 

wart nie vergolten also gar 

noch nimmer wirt: des nime ich war 

an den Hüten die nü sint; 
540 loan nü der Minnen underbint 

lit niht so strengeclichen an 

daz beidiu frouioen unde man 

zesamen iht gebunden sin 

daz si des grimmen tödes pin 
545 nü durch ein ander liden. 

man sitzet ab der widen 

ein bast vil sterker mit der hant 

dan iezuo si der minne bant 

dd nü liep bi liebe lit. 
550 äne grimmes tödes strit 

werdent si gescheiden wol 

die nü kumberliche dol 

durch ein ander wellent tragen. 

frou Miyme git bi disen tagen 
555 in selber also guoten kauf, 

und wizzent daz si nie geslouf 

ze tugentlicher diete 

umb also swache miete 

noch durch also kleinez guot 
560 dö durch si manec edel muot 

unz üf den tot verseret wart. 

nü hat verkeret sich ir art 

und ist so kranc ir orden 

daz si nü veile ist worden 
665 den argen umbe ein kleinez guot. 

dar umbe lützel iemen tuot 
durch si nü deme Übe we. 



252 ÄHRENLESE 

man wil dar üf m'ht ahten mi 

und triutet daz vil kleine 
570 daz sich algemeine 

den Unten hdt gemachet. 

daz ist dd von geswachet: 

als ist ez nni die mintie. 

geiDÜnne si die sinne 
575 daz si tiure würde, 

zewdre, jämers bürde 

die geleiten vaster an 

dan iezno frouwen unde man, 

ez würde nach ir s6 gestriten 
580 unde ein ander für geriten 

daz man ez gerne möhte sehen. 

niht anders kan es iu verjehen 

von Wirzeburc ich Kuonrdt. 

swer also reine sinne hat 
5S5 daz er daz beste gerne tuot, 

der sol diz mcere in stnen muot 

dar nmbe setzen gerne 

daz er dd bi gelerne 

die minne lüterlichen tragen. 
590 kein edel herze sol verzagen. 
die noch folgenden Zeilen Da mit hat disz red ain end Das got die 
falschen herlzen sehend sind ein unechter zusatz: vergl. Lieders. 
2, 531, 984. es können aber echte schlufsverse verloren sein. 

18. Jacob WenckersCollecta archivi et cancellariae iura (Strafs- 
burg 1715) geben s. 147 einen sühnebrief Diemos von Bretheim 
vom jähre 1274 der unter anderen hem Petern von Stauffenberg 
nennt, das kann der Staufenberger sein an den sich die Melusinen- 
sage geheftet hat und der in dem wohl mehr als hundert jähre jün- 
geren gedichte Peterman heifst. 

19. Heinrich von Freiberg im Tristan 1780 ff. si zukten von 
der siten daz in dar an gesegent was. getenget wart daz grüene gras 
und ouch die bluonun under in. lies getennet. 3295 ff. nü wart ver- 
bunden im sin heim, er tengete gras und stoubte melm: hin reit er 
gein dem mortwal. lies tennete, welche form bei diesem dichter kein 
bedenken hat. Parz. 73, 4 dd was gröz gedranc, höhe fürhe sieht 
getennet, mit swerten vil gekemmet. Otacker s. 269'' daz von irm 



ÄHRENLESE 253 

geverte daz velt wart so herte, ze einem tenne gemachet, in Heinrichs 
zweiter stelle wird im Mhd. wb. 3, 30" er tengeltz gras vermutet: 
aber tengeln ist hämmern oder was sich mit dem hämmern ver- 
gleichen läfst; von tritten kämpfender oder von rosseshufen wird 
niemand sagen dafs sie den boden hämmern. — 707 lies innec- 
h'chen, 737 innedich, 1964 blüender, 3246 nu dar dreimahl, 3273 
zisel, 4059 7'uoder. 

20. In der Guten frau ist zu schreiben 442 ich rite, 506 ez, 
1600 dürftigen, 2033 geschaffen, 2377 diech, 2436 und listes, 
2539 so istz als, 2706 [si sprach] 'herre got, 2716 [si sprach] ile. 
mit 1551 ff. ist Jac. Grimms Reinhart 307, 451 fl". zu ver- 
gleichen. 

21. Verbefserungen im Schwanritter. 118. gespreit 121. 
in der 293. und ungeschriben. vergl. Hartmann a. H. 1400. 
434. dd mite 460 ff. daz er shi gelt gceb U7id shi lant sicar in sin 
Wille triiege. ez was niht ungefilege 495. dd von ruoch er sich 
ziehen 848 ff. so daz im keinez drunder ze strite ein lützel tohte, 
wan ez sich niht enmohte enthalden sinem drucke, swenn er im üf den 
rucke u. s. w. die form rucke ist zu dulden ; Roths siner drücke 
taugt nichts, ärger noch als hier mit sicenn und wan fehlt er 10* 
92. unbegreiflich ist 356 sein enhdt und falsch 396 f. seine inter- 
punction. 874. und was sin kovertiure gebriten 1 100 si 
wolten 1207. noch reiner triuwe iu niht geste 122^1. wer lieze 
ouch 1242. er hiez viir sich 

22. Dafs ich bei Gottfried von INeifen 52, 13 gvgengagen nicht 
hätte mit ^yackernagel in gigen gagen verändern sollen lehrt die 
stelle Geilers bei Schmeller 2, 21 , gugenund gagen wie ein wagend 
ror. im iMhd. wb. 1, 457" ist gigen gagen falsch untergebracht: s. 
Schmid s. 214 f. unier gagen, gignen, gigein, Tobler s. 211" unter 
gdgga, Schmeller 2, 25 unter gigkeln, Lexer s. 106 unter gdgern 
und gaiggern. auch gogen wird hierher gehören: Tit. 3605 vil 
manic zimier gogende saoh man üf den helmen. 

23. Im Mhd. wb. 3, 227'' wird slincvals aus dem Wilhelm Ul- 
richs von Türheim s. 35'' Casp. angeführt und mit recht bezweifelt, 
die stelle lautet ir hdr was lanc val unde gröz daz (1. daz) schein van 
den (1. der) crönen blöz. slincvals iz was und niht reit, in der Hei- 
delberger hs. 395 steht slinchvech. das rechte ist slincvahs. in der 
Stuttgarter hs. des lateinischen ApoUoniusTyrius (MafsmannDenkm. 
s. 11) ist der vers non sum cincta comis et non siim compta capillis 



254 ÄHRENLESE 

übersetzt ine hin slincvahs (geschrieben slincfcBsh) noh enhdn uf ge- 
bunden minen valis. 

24. Wilhelm Grimm in der einleitung zum Grafen Rudolf s. 
13 legt die regellosen Zeilen in den bruchstücken des alten Rein- 
harts mit recht den abschreibern zur last, aber nicht aller Ver- 
derbnisse hat er erwähnt und manche seiner Vermutungen scheinen 
mir unrichtig, in den folgenden verbefserungen , die auch ganz 
geringfügiges nicht übergehen, ist was ihm gehört mit einem Sterne 
bezeichnet. 594. ern wisse weder was tac od naht 602. d'ougen 

606. 712. 886. 946. 1525. 1614. 1624. 1663. 1761. [er 
sprach]* 614. vlorn 618. genomen den minen sin 

620. [ubiliu] 626. [nu sehint] 627 f. ich bin diu Reinharten 

(mit schwebender betonung wie 1725 und mehrmals Isengrin) ge- 
sach weiz got nie in drin tagen 632. gelideget 638. von 

eim 641. [selbe] 647. smacte mit der Umarbeitung 

698 ff. 'lue' sprach Isengrin: 'wcenet ir mit senftin daz pardise be- 
sitzen? 703. so 704. [tusint] 719. deist 721. 
woltent ir mit mir gdn nach der Umarbeitung 725. leiten si 

ISO. darin 1^1. Isengrin 1^2. hete 734 «ejz- 

wer 736. bruodr 746. diech 762. [mere].* 763. 

furht 785. hern Isengrin 798. fischer 803. umb in 

getan SOQ. [inzwei] 8\d.glete SM. eht 834. daa 

rou in Sit mit der Umarbeitung 840. im 841. deir oder 

[doh] 859 uz 864 f. unverwcenet was er komen über den 

tiefen söt mit Lachmann 868. [rehte] 869. saher dar in 

873. dez 875. [dar inne] 881. [diu] mit der Umar- 

beitung 908. wieists umbe dez 910. zer* 912. zuo 

pardise 914. siz 915. duze 926. maneger 933. 

mnben söt 934. gunde 946. [gelobet] 947. wdrliche 

956. ez w(£r 957. daz pardise 959. 974. müneche 

975. huobens sich 1524. kimeges 1535 diu baz 

1538. honeges 1549. umb 1550. houpt 1559. gemel- 

liche mit der Umarbeitung. 1563. began 1572. deiz schal 

über daz lant 1573. swerz vernam 1581. wisen 1587. 

capeldn. so immer. 1589. [daz bloch] \b^9. guot herre 

1600. iur 1612. clagete 1615. im 1630. m 

fcemcH 1633. [der hirz]* mit der Umarbeitung. 1637. vür 

körnen 1643. bi sim nach der Umarbeitung 1655. im« 

1658. rfcw 1660. M6ei» 1662. rfo 1669.1733. 



ÄHRENLESE 255 

künec 1670. [sere] mit der Umarbeitung 1671. al 

1682. 5j6e iQS9. ze dem hme 1690. [ze]^.* 1697. [rfa] 

1703. [fnor nf und] 1709. ez wcere mit der Umarbeitung 

1762 f. hdt nach Brün* 1769. deist 1775. [Der 

ktinic sprach] in der Umarbeitung ist zu schreiben 516 rfd 

qudmen schiere, 992 diu weit stet. 

25. In Grimms Reinhart s. 309, 506 heilst es von einem 
bocke dessen hilfe dem verwundeten wolfe vorgespiegelt wird er ist 
xciser denne meister Ode. Grimm zählt s. 372 mehrere gelehrte 
männer dieses namens auf. man wird aber nur an einen durch 
arzneikunst bekannten Odo denken dürfen, ich erinnere also daran 
dafs das gewöhnlich einem Macer Floridus beigelegte gedieht de 
viribus herbarum nach Choulant proleg. s. 4 in der Dresdener und 
wie es scheint in noch anderen handschriften als Odonis Magdu- 
nensis opusculum de naturis herbarum bezeichnet wird. 

26. Das seltene buchet, fackel aus spänen, hat Müllenhoff in 
dieser Zeitschrift 13, 575 aus Albers Tundalus und aus Herrants 
von Wildonie erzählung vom verkehrten wirte zum Vorscheine ge- 
bracht, ein drittes beispiel ist aus Jansen des Enenkels weltchronik 
zu gewinnen, das Gesammtabenteuer (so ist der rohe wüst aus 
misverständnisse der Überschrift der Koloczaer hs. benamt) giebt 
2, 524, 37 der vünfte trnog ain buechein her, nach dem puochein der 
einen Münchener hs., aber sinnlos, aus der andern Münchener hs. 
wird piikkelt angeführt, aus der Heidelberger einen pikkelt. zu 
schreiben ist ein buchet, beispiele aus Reheims Ruch von den Wie- 
nern hat Lexer im Mhd. handwörterbuche. 

27. Wer in das Wörterbuch einträgt 'iteniuwe adj. wieder neu, 
ganz neu, verstärktes neu' der erschöpft den gebrauch dieses Wortes 
nicht, aus der ursprünglichen bedeutung entwickelt sich die ver- 
stärkte 'immer wieder neu' und daraus die sich leicht ergebende 
'immer wieder anders' oder 'veränderlich.' Ulrich von Liechtenstein 
9, 1 er was stCBte, er was getriu, den friunden sieht, niht iteniu. Ul- 
rich von Türheim im Tristan 241 nach der echten lesart ez schuof 
ir untriuwe. si ist gern iteniuwe : ir stceten friunt die alten der kan 
si niht behalten und behelt ouch niht die jungen, mit disen Wande- 
lungen lebete ie frou Minne, das im Mhd. wb. fehlende substantivum 
iteniuwe braucht Konrad von Haslau im Jünglinge 327, sütnen unde 
stcete iteniuwe, arcwdn und afterriuwe. ich habe dort vermutet dafs 
beständiges von neuem anfangen gemeint sei; aber befser versteht 



256 ÄHRENLESE 

man wohl 'säumen und begier nach neuem, Veränderlich- 
keit.' 

28. Bei Konrad von Haslau 9 war lembrm sicher anzunehmen. 
Renner 18800 vech merdmi hermin eichurnin sint kostbar durch ir 
glanzes schin, alein für fröst vil hezzer sin fühsin hesin unde lemme- 
rin. Speierer \veberord.nang vom j. 1298 in Mones Zeitschrift für 
die gesch. des Oberrheins 15, 279 pannns dictus lemberin. Kon- 
stanzer zunftbuch 3. april 1386 in Mones Zeitschr. 9, 143 v07i ainer 
lembrinen ein, von einer eile lammwollenes tuches. Fastnachtspiele 
s. 618 füchsepelg und lemmerein. Konrads spruch gebiuwer unde 
herren kint, swd die gelicher fugende sint, da ist daz lembrm worden 
bunt meint 'da gilt baumwollenes tuch gleich kostbarem pelzwerke, 
grobes und geringes gleich feinem und edelem.' — 603 ist zu 
schreiben so menschiert dirre mit der nasen als er besünen welle 
blasen, des Tanhausers hofzucht 61 swer snüdet als ein wazzerdahs 
so er izzet, womit aus dem Renner dlQ jener snüdet als ein dahs zu 
vergleichen ist. der reim ist wie 413 hasen : äsen und 609 er izzet als 
ein mdder und trinket als ein bader, wo aufser dem von mir ange- 
merkten Kellers Erzählungen aus altd. hss. 673, 19 zu vergleichen 
sind. — 982. reht als dem äffen im geschiht: swd edele vögele hdnt 
ir spil, daz ist des er niht enwil. der äffe gehört nicht unter die 
Vögel, lies üfen oder üven. s. Schmeller 1, 31, Höfer 1, 48. 

29. Im Amis 151 il'. hat Benecke nach der Riedegger hs. ge- 
schrieben nu saget mir, wie verre {ir sit ein wiser herre) von der erde 
nnz an den himel sh' der pfaffe sprach ^ob ez so bi, dar ruofet 
samfte ein man. und gewiss ist willkürliche und schlechte ände- 
rung was statt des vorletzten verses die übrigen hss. Beneckes ha- 
ben, der rede laz ich evh niht vri. der pfaffe sprach iz ist so verre. 
von himel zu der erde, aber ob ez so bi ist unverständlich; sinn 
giebt ez ist so bi. Iwein 7954 daz ich iuch also bi vunden hdn, des 
lobe ich got. — 545 f. schreibe ich marc. diu kost ist also starc, 
1402 allen, 1513 nräan, \Q(32 harte sür (denn dies liegt in dar zuo 
ze sür), 1880 nie gesach, 2086 der. 

30. Ruland 210. 7 din muoter truoc ein sdlege bürde, got wile 
daz du geborn wurde. Wilhelm Grimms Vermutung schlägt fehl. 
es ist zu schreiben guot loil was daz de geborn wurde. Morolt 2 ez 
was ein übeliu stunde dazs an die werlt wart geborn. 

294, 9 ^ich wiV sprach si 'rihten unt buozen swd ich mich ver- 
sinnet hdn. ich hdn ez unwizent getan. Grimm s. 345 erklärt 'wo 



ÄHRENLESE 257 

ich mich geirrt, gefehlt habe.' aber sich versinnen bedeutet dies 
niemahls. es mufs geschrieben werden ich wil rihlen nnde huozen 
swä ich mich versümet hdn. 300, 18 hat die Pfälzer hs. wiederum 
swd ich mich versinnet hdn, aber die strafshurgisciie Iiatte das rich- 
tige. 309, 32 ist swd er sich versnmet hdt überliefert, bei Walther 
110, 31, si verirrent mich und versüment sich, hat Lachmann das 
überlieferte versinnent gebefsert: die sich klüger dünkten als Lach- 
mann haben sich, wie oftmahls, nicht vei'sunnen, sondern versümet 
oder vergdhet. 

296, 12 war hdstu Ruolanten getan'? gun mir wider min man, 
dem du mich ze wibe gäbe : wie gerne ich in sähe, lies gimmir wider 
minen man. s. Ben. zum Iw. 1597. 

In der anmerkung zu 240, 27 fragt Wilhelm Grimm 'was sind 
stalboumet vielleicht Sterne?' dieselbe erklärung hatte Jacob 
Gramm. 2, 1009 gegeben, und daraus stammt Ziemanns (s. 423'') 
ganze Weisheit; neu oder anderswo abgeschrieben ist nur der Zu- 
satz 'bei Otfr. 5, 17, 58 heifst der himmelswagen' (vielmehr die 
zwei gestirne der beiden hären) 'iher wagono' {wagano) 'giaielli.' 
aber dieser zusatz ist thoricht: denn wenn von wagen gestelle üblich 
ist, so folgt daraus gar nichts für die erklärung von stalboutn. in 
der Mythologie s. 686 sagt Jacob Grimm 'gl. trev. 22'' haben stel- 
böm hesperus, das ist stellbaum, die stange des Vogelstellers? doch 
gilt Rol. 240, 27 'di urmären stulboume' von den Sternen überhaupt, 
und da allem gestirn stul und gestell beigelegt wird (s. 663), so 
darf man stelboum, stalboum mit diesem allgemeinen begrif ver- 
binden.' s. 663 steht nichts was eine solche erlaubniss gäbe, im 
Rulaud wird erzählt dö Ruolant von der werlt verschiet von himel 
wart ein michel lieht, sd ndch der wile kom ein michel ertbibe, doner 
und himelzeichen in den zwein riehen ze Karlingen und ze Ispdtüd. 
die winde huoben sich dd , si zevallen die urmdren stalboume. daz 
Hut ernerte sich küme: si sdhen vil dicke die vorhtlichen himelblicke; 
der liehte sunne der erlasc. wer dies liest der wird, wenn ihm nicht 
jene ahd. glosse zur unzeit einfällt, bei stalboume gewiss nicht an 
Sterne denken, denn es ist ungeheuerlich und albern zu sagen dafs 
die winde die Sterne zerfällten, wälu'end tadellos folgt dafs die sonne 
in dem ungewitter erlosch und 241, 3 die turne zevielen. wenn es 
dann 241, 5 heifst die Sternen ojfenten sich, so kann dies nur be- 
deuten dafs sie in der finsterniss sichtbar wurden, die Sterne liezen 
sich sehen, wie es der Stricker s. 89" ausdrückt: wie können sie 



258 ÄHRENLESE 

vorher zerfallen sein? der Stricker hat stalboume nicht als Sterne 
gefafst: er sagt dar ndch kom von winden bede ein stürm nnde ein 
doz, daz sich die starken boume gröz des valles käme erwerten, und 
damit weicht er gewis von der meinung des alten gedichtes nicht 
ab. ich finde stalbonm in Otackers chronik in zwei stellen die jeden 
gedanken an Sterne ausschliefsen. s. 150" an si dringen unde schie- 
ben sach man ir widerwinde, die hielten ouch so swinde, nemet war 
unde goum, als da einen stalboum ein grözer wint rüeret, den sin 
kraft füeret iezuo her iezuo hin; also priiofte man an in hin und her 
widerwanc. 301" — daz in der Beier lande der wint zefuorte und 
zetrande mit sinem blddem unde süs manic grözez Mis, daz man von 
des toindes sch'iten sach zewerfen und zerUten, ouch sach man des 
goum daz manic starker stalboum von den winden zereiz in des selben 
landes kreiz. was man jetzt stallbaum nennt, die dicke zwei pferde 
im stalle trennende stange, ist ohne zweifei nicht das alte stalboum, 
das einen starken vvaldbaiim bezeichnet; wie aber in ihm stal zu 
fafsen ist weifs ich nicht mit einiger Sicherheit anzugeben, ebenso 
verzichte ich auf erklärung der ahd. Sternennamens stelboum. der 
erklärung wird sich vielleicht nähern wer folgende stellen sicher 
deutet, der Marner MS. 2, 166'' sin sin kan alle Sternen zeln, ir na- 
men ir louf und alle ir mäht, ir schin und al ir reichen, er sitzet üf 
den himelsteln: wie wiltu mensche mit dim kranken sinne den er- 
reichen'i Boppe MS. 2, 230'' ob im gelücke triiege unz an der himel 
stein und ob er künde wizzen unde zeln des meres griez, die Sternen 
gar besunder. kaum gehört mit diesem stel zusammen stelle in 
Frauenlobs kreuzleich 2, 5 sus din untirmic stelle von dir ungemachet 
wachet. Ettmüller vermutet wohl richtig vor dir und erklärt stelle 
durch Sternbild, mit Verweisung auf jenes ther wagano gistelli. und 
von dem sterne der bei der gehurt Christi erschien ist allerdings 
die rede, aber stelle scheint mir Frauenlob aus Stella gebildet zu 
haben. 

31. Verbefserungen in Albers Tundalus. i\,bl jenes 42, 

40. kom 73. [im] 43, 10. welaht daz lant wuochers truoc. 

n der Guten frau 9 1 3. 1063 welaht jener locere. 44, 3. im 
45, 18. dö daz 46, 13. emoesse 47, 12. [daz] 49, 27. 

wir hdn an 59. diu kurze icile 79. Hahns geinunde ist so 

sicher dafs es in das Wörterbuch gehört. 50, 34. umberede. 

dieses wort bedeutet nicht blofs umschvveif und Weitläufigkeit, son- 
dern auch rede die um das wahre herumgeht und es auszusprechen 



ÄHRENLESE 259 

scheut: so im Flore 6303, wo es Sommer mit Wahrscheinlichkeit ge- 
setzt hat. unrede ist freilich ein wort, passt aber hier wenig, bei 
Albrecht von Johannsdorf 86, 12 liat C unrede, B das richtige i^m- 
berede. derselbe fehler ist bei Rudolf dem Schreiber MS. 2, 182'' zu 
befsern , dd ich wände vinden tröst dd hdn ich niht wan umherede 
vnnden. 52, 40 f. halder: manicvalder 53, 18. lit. vergl, 

51, 56 IT. 66. etwa des siles 54, 17. etwa so iz durchgdt 

diu gluot 55, 39. leidigen 56, 8. etwa oh eime gegeben 

loOBre 20. er schein 27. hdken 32. egeliche 57, 

75. [icht] 76. iht 60, 13. si brähten köphe guldin 62, 

63. der ist disiu heimuote 

32. Freidank 1, 7 — ^10 hat Otacker 70% im letzten verse büioet. 
122, 21 f. der Teichner von dem meinswern Wiener jahrb. 1 

(1818) anz. s. 39 stcech ieglich eit als ein dorn, ir würd so vil niht 
gesworn. 

178, 2 ff. Wilhelm Grimm in der einleitung s. cii vergleicht aus 
dem Tristan Heinrichs von Freiberg 4845 ff. wan manec dinc ver- 
dirbst des man niht erwirbet; daz nimmer verdürbe, der ez mit vlize 
würbe, damit stimmt in Kellers Erz. aus altd. hss. 134, 15 ff. sin 
blibet ungeworben vil des man [doch] niht werben wil; daz doch niht 
gar verdürbe, der es etlich teil würbe, hierin ist ungeworben elend; 
aber verdorben neben blibet wäre auch ungeschickt, befser wird nn- 
erworben geschrieben. 

Zu den in der zweiten ausgäbe s. xii f. verzeichneten liand- 
schriften des deutschlateinischen textes kommt eine der Grazer Uni- 
versitätsbibliothek, 38/3, pap. 14. jh. 43 bll. in quart. 

33. Gottfried von Strafsburg 3582 nu, Tristan der begunde 
einen leich dd Idzen klingen in von der vil stolzen friundin Grdlandes 
des Schemen. Heinrich von Türlein 11564 in einer aufzählung von 
Jammergeschichten dö man Grälanden sot. der von Gliers MS. 1, 
44* Gralant, den man gar versöt, wart nie grcezer not beschert. Wein- 
schwelg 332 Grälanden sluoc man unde sot und gab in den vrowen 
zezzen, wan si sin niht wolden vergezzen. im Lai de Graelant kommt 
von diesem sieden nichts vor. Wolf über die lais s. 238 vermutet 
daher Verwechselung mit Gurun, den Gottfried vorher (3524) nenne, 
aber Gottfried sagt nichts von dessen Schicksale, dafs es ein deut- 
sches gedieht von Gralant gab machen die anspielungen wahrschein- 
lich, dazu tritt dafs Gralant als beiname vorkommt: Heinricus Gra- 
lant in einer Urkunde aus dem ende des 12n jh. IVIB. 7, 367. 



260 ÄHRENLESE 

34. Jacob Grimm bemerkte in diser zeitscbrift 5, 74 dafs in 
einem 1685 gedruckten buche von den bösen weibern s. 75 der 
sächsischen gewohnheit gedacht werde die braut in ihren liochzeit- 
hchen ehrentagen herr braut zu nennen, wenn er dafür hielt dafs 
dadurch sich vielleicht das lieber brii in dem bruchstücke von frau 
Treiben rechtfertigen lafse, so bin ich anderer meinung. aber für 
jene gewohnheit kann ich noch ein zeugniss anführen. Haltaus s. 
1761 unter stulfest giebt folgende stelle aus Andreas Hollanders 
Spiegel guter und böser rcgenten s. 407, 'ob die Saxen, wann sie 
die braut in ihren hochzeittagen herr braut nennen, ihre tauglich- 
keit zum regiment hiemit wollen anzeigen, habe ich nicht, weil ich 
jung von ihnen gekommen, fragen können.' 

35. Wattenbach in seinem Schriftwesen des mittelalters s. 344 
hebt aus der Histoire htteraire de la France 23, 710 ff. hervor dafs in 
dem kataloge der von Richard von Fournival um die mitte des 13n 
jh. in Amiens begründeten bibliothek Primat d'Orleans, auteiir dUm 
poeme sur la guerre de Troie genannt werde und erinnert mit recht 
an das gedieht Pergama flere volo, das in der Wiener hs. 883 die 
Überschrift hat Exclamationes swper muris Troianis editae per Pri- 
matem egregium versißcatorem. diese hs. verzeichnet Denis 2, 2310, 
eine zweite 2, 1352, Münchencr hss. Schmeller Carm. Riir. s. 269, 
Pariser Du Meril Poes. pop. lat. s. 310. der primas von Orleans wird 
erwähnt in der Rataille des sept ars in Jubinals Rutebeuf 2, 430, le 
yrimat d'Orliens et Ovide ramenoient en lor aide. 

Verse eines primas Hugo giebt das Spicilegium Solesmense 2, 

295, Distinctionum monasticarum Hb ii 'undeHugo cognomento Primas 

de quibusdam scholasticis ita iocatus est^ 
filii burgensium, fih'i crumenae, 
quos a scholis revocat cantus Philomenae, 
non de lignis faciunt ignem,, immo de carbone, 
ideo ne viso fumo veniant tertiae personae. 

tertias personas vocavit bidellos.'' für immo de wird sed zu schreiben 

und viso fumo zu streichen sein. 

2, 326. Bist. mon. lib. i 'castelli nomine niagnum quid solet 

designari, ut patet ex his versibus Hugonis qui Primas cognomi- 

natus est, 

non peto castellum nee opes nee oves nee agellum, 
sed peto mantellnm vel cquum vel equam vel asellum. 
3, 472. Dist. mon. lib. ii cap. 141 unde Hugo Primas cognomine, 



ÄHRENLESE 261 

quum in AngJia constitutns iocando versifice quereretur qnod cere- 
visiam bibere cogeretur, interposnit ludis suis seria, dicens 

est lahor hie esse, quuni sit polare necesse 

potum, de messe quam [quam nos?) consuevimus esse. 

poio, sed invite: probo pocula gentis avitae, 

vinnm de vite, quia vitis iamia vitae. 
36. rseidhart 40, 5 ahö vreut den tumben guot geheize durch 
dazjdr. wie durch die von mir angeführte stelle Freidanks wird das 
Sprichwort erwiesen durch Wolfdietrich B 208, 1 dö tele ich sam der 
twnbe und was der geheize frö. 

94, 11. zu den in der anmerkung und in dieser Zeitschrift 
13, 182 gegehenen beispielen des heinamens Totzelccre kommen 
Wernhardus Tozelarius (1243) in Rieds Geschichte der grafen von 
Hohenburg s. 91, Margaretlia filia loannis Dotzler im Calendarium 
des Stiftes Öhringen bei Wibel Cod. dipl. Hohenl. s. 139. in Kärnten 
bedeutet nach Lexer s. 66 totzln, tötzln etwas unausgesetzt verlangen 
ohne sich abweisen zu iafsen und davon wird der totzlar gebildet: 
dadurch erklärt sich Neidharts tozelcere genügend und dem zusam- 
menhange angemefsen und die von mir gewagte deutung zerfällt. 

101, 13 mit der lesart jd bin ich in dime gen manges snceden 
understreu ist noch zu vergleichen Warnung 840 die gebüren tceten 
uf in und ncemen in anz betteströ. 

37. Dafs derWinsbeke oder, wieHaug vonTrimberg ihn nennt, 
Windesbeke ein herr von Windsbach an der Rezat, im landgerichte 
Heilsbronn, war ist wohl richtig angenommen worden. Hermannus 
de Witidesbach erscheint im j. 1228 in einer Urkunde in Jägers Ge- 
schichte Frankenlands 3, 353, MB. 37, 225, im j. 1253 in der Matri- 
cula nobilium bei Jung Miscellanea 1, 7, der zeit nach kann er der 
dichter sein. 

38. Parzival 2, 17 vaJsch geselleclicher muot ist zem helle fiure 
guot, und ist höher werdekeit ein hagel. sin trinwe hat so hirzen 
zagel, daz si den dritten biz niht galt, fuor si mit bremen in den walt. 
zur erklärung des wunderlichen gleichnisses ist nichts taugliches 
vorgebracht worden als die stelle aus Fischarts Gargantua cap. 19 
(s. 283 der ausg. von 1590) die Lachmann in seiner abhandlung 
über den eingang des Parzivals nach Meusebachs mittheilung an- 
führt, w ober Fischart nahm was er von dem beistände sagt den die 
frommen bremen den Rhizopliagen gegen die löwen leisteten ist 
nicht schwer zu finden wenn man die bücher kennt aus denen er 

Z. f. d. A. neue folge III. 18 



262 ÄHRENLESE 

seine mehr scheinbare als wirkliche gelehrsamkeit schöpfte ; auch 
hat Meusebach spätej- richtig auf Sebastian Münsters Cosniographei 
(Base! 1558) s. 1221 verwiesen. Münster nahm die erzählung aus 
Diüdorus 3, 23, üiodorus aber und Strabo 16 s. 771 aus des Aga- 
tharcliides fünftem buche vom Rothen meere, wie aus dem auszuge 
dos Photius s. 452 ' Rekk. sich ergie])t. nach Agatharchides wohnen 
am Astaboras in Aethiopien Rhizophagen die von wurzeln leben die 
sie aus den sümpfen graben: sie leiden von löwen deren das land 
voll ist grofse noth; aber im heifsesten sommer werden die löwen 
von einer ungeheueren menge grofser mucken {Tcoth'coneg) ver- 
trieben, ähnlich ist was Ammianus Marcellinus 18, 7 von den 
mucken berichtet die den mesopotamischen sumpflöwen verderblich 
sind. Wolframs gieichnis wird durch jene erzählung der Agathar- 
chides genügend erklärt: 'die treue des unstäten gesellen hält so 
wenig stand dafs sie in der gefahr den freund im stiebe läfst: fuhr 
sie mit jenen bremen die gegen die löwen kämpfen in den wald, so 
erwiderte sie nicht den dritten bifs.' der biz ist der der feindlichen 
löwen, der ausdruck wie in der erzählung von dem üblen weibe 419 
sl sluoc siege nngezalt; vil küme ich ir den dritten galt, 534 so gülte 
ich ir den dritten slac. den kurzen zagel nach Parz, 297, 12 noch 
scherpfer dan der hin ir zagel, zu erklären ist unmöglich: der aus- 
druck mufs ein sprichwörtlicher sein und das was bald zu ende ist 
bedeuten, im Mhd. wb. 3, 839'' wird eine erklärung Reneckes 
widerholt die Lachmann anführt und durch die frage 'beifsen die 
bremen?' einleuchtend zurückweist, von einem abwehren der 
bremen kann überdies nicht die rede sein wenn, woran ich nicht 
zweifle, mit bremen in der dargelegten weise zu erklären ist. dafs 
das abendländische mittelalter aus dem werke der Agatharchides 
oder den auszügen daraus unmittelbar nichts kann empfangen 
haben ist sicher, ich habe vergebens eine vermittelung die jene er- 
zählung verbreitet haben könnte gesucht: und doch mufs sie 
irgendwie verbreitet gewesen sein; denn wie wunderlich auch 
Wolfram redet, er rechnet auf verständniss. 

39. Parzival 57, 15 fl". Lucianus Ugog xov elnövTa TTqo- 
^ri&svc et ev Xoyoig c. 4 IlcoXe^atog yovr 6 Aäyov ovo xaivä 
sc Alyvmov ciyiov j aduriXov rs BaxzQiay^v nafxiJ^eXaivay 
aal dixQO)[iOV ardQoynoi', oog t6 [j,6P '^/jItoi-iov aviov axQißcog 
^iXaf eft^ai' lo d'HsQoi' sg VTTSQßoXijV Xsvxöi'j sn' tCT/g ds 
[iffi^fQt(y{JS)'0}'j ig t6 ^€aTQOv oi't'ayayoov tovg Alyvmiovg 



ÄHRENLESE 263 

snsdsixvvto avrotc äXXa rs nokXa d-saixarcc xa) %o rsXiV- 
raZov ica\ rccvra, tov xäfJitjXop xal rov '^fiiXsvxov avd^QOonoy, 
y.al MSTO ixTtXrj^eip rw O-sdfxavi u. s. vv. 

40. Parzival 146, 19 11'. irrig meint Jacob Grimm Rechtsalt. 
s. 192 diese stelle lehre den brauch durch ausgeschütteten wein sich 
des landes zu unterwinden. 1 47, 2 sagt Ither ausdrücklich dafs er 
den wein unabsichtlich vergofsen habe, als rechtssymbol ergiebt 
diese stelle das umkehren eines angebrannten schouhes, womit 
Grimm s. 196 aus französischer rechtsgewohnheit der saisie feodale 
das aufpflanzen eines hdton garni de paille zusammenhält, was, wie 
mir scheint, nicht verglichen werden kann, jenes symhol anzuwen- 
den hatte Ither keine lust gehabt, er sagt scherzend ob ich schouhe 
mnbe kerte, s6 wurde ruozec mir min vel: in Wahrheit hat er aus 
keckerem trotze den goldbechej" von der tafel des königs Artus ge- 
nommen; seinen rittern entbietet er nun höhnend sie sollen den 
becher holen, nicht einmahl das wegnehmen des bechers ist als ein 
übliches rechtssymbol hierdurch erwiesen. 

41 . Parzival 294, 21 fi^ou Minne, hie seht ir zuo: ich wwn man^ 
in ze laster tuo: wan ein gehiirsprce che sdn, mime herrnsi diz getdn. 
er klagt ouch, möhter sprechen, fron Minne, Idt sich rechen den werden 
Wdleise: wan liez in iwer weise unt iwer strenge unsüezer last, ich 
iown sich werte dirre gast, diese stelle ist wunderlich misverstauden 
worden. Wolfram sagt 'frau Minne, ich meine, euch geschieht es 
zum schimpfe dafs Parzival geschlagen wird, denn ein bauer ohne 
feineren sinn würde alsbald behaupten meinem herrn (dem Par- 
zival) und nicht euch sei dies zugefügt, könnte er in seiner Ver- 
zückung sprechen, so würde er auch klagen dafs er durch euch 
dies leide, gebt ihn frei und lafst ihn sich rächen.' mit mime herrn 
si diz getan habe ich zu Neidh. 77, 25 eine stelle aus Mai und 
Beaflor verglichen: Walthers froxoe Minne, daz si iu getan 40, 26 
ist ebenso verstanden worden; aber Lachmanns erklärung stimmt 
befser zu dem folgenden. 

42. Parzival 341, 23. trippdnierse kann das französische trup- 
pendiere sein das bei Du Gange unter trahere (5j aus einer gericht- 
lichen Schrift vom j. 1392 angeführt wird, auquel mary sa femme 
dist moult despiteusement 'vostre truppendiere est venue et vons a 
demande.' 

43. Walther 28, 31. den seltenen ausruf al die werlt (heut- 
zutage alle weit) hat Heinrich vom Türlein 16289. 

18* 



264 ÄIIltENLESE 

76, 14. Fischart Garg. cap. 8 ich wolt dich in ein sfroh sauffen. 

78, 3. Saiiite Marherete (herausg. von Osw. Cockayne) s. 1 
hdligdstes. 

185, 34. Ulrich von Türheim Wilh. 117° herzeberndin ser, 
123'' herzeberndin leit. 

44. Zu Karajans Sprachdenkmalen. 25, 22. die hant bot er 
ir [dare. er ge]reit zeuordirst an der schare. 24. da si für in 
der [vare.] vergl. 37, 3 daz diu brovt da fuor in der uare. 47, 
5 f. vielleicht in [secula] s[eclo]rlu)]n 51, 17 f. weinen unde 
snof[tod. da] ist helle loizze not. 

45. Ruther 916 mm in kinne got an mir armen man. darin 
liegt zunächst nn erkenne sich got an mir armen man. aber dies 
kann nicht das echte sein. Dieterich sucht Constantins hilfe: durch 
genäde quam ich here gevaren : du salt dm ere an mir bewaren. es 
ist also zu schreiben nu erkenn dich an mir armen man. Parz. 12, 
1 9 der sich hete an im erkant , e daz er woere dan geioant , mit de- 
heiner slahte günste zil, den wart von im gedanket vil. kurz vorher, 
909 ff. , hat Mafsmann drucken lafsen thiederich gezoginliche stvnt. 
uor ime an den Rnten. her sprach kuninc man sagete mer ie u. s. w. 
dabei stehen die sinnlosen fragen kanten? rnten'? und s. 234 vi^ird 
ein facsiniile des räthselhaften Wortes verheifsen. worauf jeder 
auch ohne den reim gerathen würde, an den knien (wie Iw. 5157 
imde stuont vrou Lünete iif ir knien an ir gebete), das ist von Tieck 
in der hs. richtig gelesen worden und steht in der ersten ausgäbe, 
diese erste ausgäbe ist neben der zweiten unentbehrlich bis ein- 
mahl eine befsere zu stände kommt, möge die nicht leichte arbeit 
nicht der bank zufallen auf der ganze massen mittelalterlicher litte- 
ratur eilig ins haus geschlachtet werden. 

46. Wackernagel in seinen Altfranzösischen liedern s. 198 be- 
merkt dafs die reciproca sich underkiissen , sich underminnen und 
andere dieser art im althochdeutschen noch nicht vorkommen und 
erklärt sie für nachbildungen französischer ausdrücke, er konnte 
hinzusetzen dafs schon Jacob Grimm Gr. 2, 885 dasselbe ausge- 
sprochen hat. unrichtig aber behauptet er dafs diese redeweise 
sich zuerst in der höfischen zeit der mittelhochdeutschen spräche 
finde. Ruland 172, 25 mit swerten si sich nntersluogen. Ruther 
1023 sich herbergten Thiederiches man der f orten also nähe daz sie 
sich wol undersdgen. nicht zuerst bei Heinrich von Veldeke kommt 
sich underminnen vor, sondern, wovon das Miid. wb. nichts weifs, 



ÄIIJJENLESE 265 

schon im Vorauer Leben Jesu 278. 24 (== Kuiuigr. 1, 102, 41) 
stellt vil snoze si sich underminnent. zuniahl diese stelle macht die 
herleitung der redeweise aus dem französischen bedenklich, schon 
das ahd. untar hat auch die bedeutung eines vicissim oder mutuu 
und gewis konnte die spräche auch ohne ein Wirkung romanischer 
ausdrücke auf jene reciproca gerathen. 

47. Jacob Grimm hat in der Mythologie s. 707 ausdrücke be- 
handelt die auf die Vorstellung führen dafs die sonne mit einem 
klänge aufgehe, sehr deutlich ist diese Vorstellung in der folgenden 
stelle aus Liutwins Adam und Eva , einem armseligen gedichte das 
sonst fast nichts merkwürdiges enthält und keinen abdruck ver- 
dient, bl. 6' die mohren sind schwarz: 

wd von daz ist daz sage ich iu, 
daz liumet ninwan von diu 
daz sie vor hitze haut kein frist 
und daz daz lant so hoch ist 
daz ez der sunn so nähe lit 
daz sie hoerent zaller zit 
die sunne des morgens üf gdn, 
als sie ir schin hebet an, 
mit einem süse in der wise 
als himel und erde zsamen lise. 

48. Görlitzer Evangelien Fundgr. 1, 199, 45 so chumt der 
jungiste tac als schir so ein brdze, der andern slahen mach. s. 361'' 
wird geändert als schiere so ein brdzelnder dnnreslac, so unwahr- 
scheinlich als möglich, dennoch ist diese willkür in das Mlid. wb. 
1, 234* aufgenommen worden, der ältere text der Vorauer hs. hat 
297, 8 so chumt der iungiste lach, also sciere so ein braslach. also 
ist in der Görlitzer Umarbeitung gemeint als schier ein brd d' andern 
slahen mac : denn so wird der vers leidlich. 

49. Harmschar, zu Grimms Rechtsalt. s. 717. Urkunde der 
grafen Ludwig und Gerhart von Rienekke, Oppenheim 17. jan. 
1282, MB. 37, 544 — und daz Heinrich Zengenagel, der den totslac 
tet, selbe zwelfte die mit im daran waren, und gebreche der, so sol er 
mit andern daz ir werden zwelefe unserme herren dem bischoffe und 
Engelboldes (des getödteten) kinden ze bezzerunge die harnschar an 
dem dinstage nach dein ostertage der nun kumt von Hocheim ze Wirze- 
burc vur daz munster tragen, ieder man nach synem rechte, und sol 
Heinrich Zengenagel nn von vasten über ein jar ze Rome vorn und 



266 ELBEGAST 

sol da sin die sehs wocheu vur sine und Engelboldes snnde. 
diese Urkunde bezeugt unter anderen Horant der voget von 
Rienekke. 

50. Was Eulenspiegel s. 62 Läpp, von dem schmiedknecht 
und seinem gesellen sagt ergiebt sich aus dem Liedersaal 3, 205 
als ein landläufiger unsauberer scherz. 

H. 



ELBEGAST. 

Nach einer mittheilung des hm. dr ABirlinger in Bonn liegen 
im fürstlich Fürstenbergischen orchive zu Donaueschingen zwei hefte, 
geschrieben im j. 1727 von dem schattenmüller Lanzenberger bei 
Bonndorf in der Baar, die eine menge besegnungen und zaubermittel 
enthalten, das zweite und dritte stück der mir vorliegenden ab- 
schriften. Eine Bestellung : Maria in den garten trat nsio. und Ein 
seegen über sein liab und gutli zu sprechen: Es waren drei engel 
bei Maria usw. sind ziemlich verwilderte Varianten des in den schles- 
lüig-holsteinischen sagen s. 517, 34 imdm der zs. für deutsche mythol. 
4, 130 gedruckten diebsegens. ich finde sonst nicht viel beachtens- 
wertes darunter, aber das vierte stück, ein diebsegen beginnt: 

Ich beschwöre dich bei maister Ärbegast, der allen dieben ein 
maister war, der sei bundten und knipft und nimmermer aufgelöst 
bifs an den jüngsten tag. da soll dir so bandt sein als dem Judas 
war usw. also ganz ähnlich wie der in dieser zs. 13, 184 wiederholte 
thüringische segen, und man kann demnach vermuten dafs es einmal 
einen gereimten diebsegen gegeben hat, in desen an fang die verse 
(Ich beswer dich) 

bi dineni meister Elbegast, 
der aller diebe meister was 
vorkamen. 

13. 3. 71. 

R. M. 



WELCHE SEQÜErsZE.N HAT .\0TKE1I VERFASST 207 

WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VER- 

FASST? 

Die bedeulung welche Notker BalJ)ulus für die eutwickeltuifr 
der kirchenmiisik und poesie gehabt hat ist allgemein anerkannt; 
aber man hat noch wenig gethan um die art und den umfang seiner 
tätigkeit genau abzugrenzen, unter den zaidreiclien hymnen und 
se(|uenzen des mittelalters und namentlicli aucli der SGaller mönche 
die aus mancherlei handschriften gedruckt vorHegen , sind freilich 
auch i\otkers Sequenzen enthalten, ohne dafs aber ein gründlicher 
uiul erfolgreicher versuch gemacht wäre die werke dieses Urhebers 
einer neuen poetischen gattung von denen seiner nachahmer zu 
sondern. Daniel im thesaurus hymnologicus (5, 37 — 41) und 
Schiibiger in der sängerschule von SGallen (Einsiedeln und Neu 
York J858 s. 4o 11'.) haben im vorbeigehen die aufgäbe zu lösen 
gesucht, sind aber zu so verschiedenen resultaten gekommen dafs 
hierin schon die aullorderung zu erneuter prüfung liegt, während 
Daniel nur 27 Sequenzen für Notkers werk gelten Jafsen will, glaubt 
Schubiger 60 ganz sicher, 18 wenigstens wahrscheinHch echte zu- 
sammen gebracht zu haben. 

Wenn der unterzeichnete auf den folgenden blättern die unter- ' 
suchung wider aufnimmt so tut er es ohne die wohltuende holl- 
nung die sache zum abschluls zu bringen, aber in dem glauben sie 
zu fördern und mit dem wünsche, andere, denen sich gelegenheit 
bietet das handschriftliche material einzusehen, zu weitern miltei- 
lungen anzuregen. 

Kritische methode. 

Es ist klar dafs Daniel und Schubiger zu so verschiedeneu re- 
sultaten nur durch anwendung verschiedener kritischer principien 
gelangt sein können, beider Standpunkt m()ge daher zunächst be- 
zeichnet werden. 

Daniel fafst (s. 40) den seinen in folgenden sätzen zusammen; 

J. Pezii codex et San-Gallensis no. 378 Nolkeri seqnentias au- 
thentkas continent, qnihns accedunt spnriae alterulrius libri propn'ae. 
imlli sequenliae Notkeriana origo concedenda, quae non amboruin 
codicum sü communis, duabus exceptis: Landes concinat et Dommns 
in Sina, quae ipsa in Nolkeri episfoht commendanlnr. 



268 WELCHE SEQUENZE.N HAT ><OrKEK VEUFASST 

2. Quo expeditius commodinsque cedujit sequentiae in festoruin 
rationem, eo iustius authenticae hahentiir. 

3. Nihil est qiiod per'snadeat, Notkernmin aliquod festnm, exceptis 
fortasse summis ecclesiae festivitatibns complures sequeiitias fecisse. 

4. Authenticae sequentiae Notkerianae plerumque pecnliares ti- 
tulos habent, et miisicos modos suos posterioris originis sequentiis com- 
modavere. contraria ratione certissima siispicio movetiir. 

Der erste artikel verkündet eine rolie, gewaltsame kritik, die 
gewis manches unechte ausscheiden, vielleicht aber noch melu* 
echtes abweisen wird, wer möchte mit dem satze dafs wo zwei 
handschriften von einander abweichen keine das echte enthält, ins 
allgemeine gehen, zumal angesichts einer Überlieferung, die ihn 
gleich zwingt zwei ausnahmen einzuräumen? die andern drei aber, 
da sie durchaus nicht selbstverständlich sind, können möglicher- 
weise resultat, nicht aber princip der kritik sein. 

Schubiger (s. 44) hingegen verlangt dafs als Notkers eigen- 
tum angesehen werden : 

1. alle Sequenzen, welche Notker selbst oder schriftsteiler 
nächster zeit als seine Averke bezeichnen. 

2. i m a 1 1 g e m e i n e n die ältesten texte auf alle feste des Jahres 
wo es schicklich und gebräuchlich war eine sequenz zu singen. 

3. billigerweise auch die welche in den ältesten mit Not- 
kers namen versehenen Sammlungen vorkommen, insofern diesen 
die bestimmte angäbe eines andern verfafsers nicht widerspricht. 

Der erste satz ist unanfechtbar; die Unsicherheit der beiden 
andern hat Schubiger selbst gefühlt und deshalb sein 'im allge- 
meinen' und 'billigerweise' hinzugefügt, für den zweiten ist doch 
zu bemerken dafs die ansieht, an welchen festen es schickhch sei 
Sequenzen zu singen, nicht zu allen Zeiten und an allen orten gleich 
gewesen ist; der dritte setzt die gewisheit voraus dafs die, welche 
die Sequenzensammlungen veranstalteten, Notkers werke sammeln 
wollten, nicht etwa die Sequenzen, welche in ihrer kirche alljährlich 
zur auflührung kamen oder kommen sollten, den Charakter der 
alten Sammlungen festzustellen mufs die erste aufgäbe sein. 

Sequenzensammlungen aus dem kloster SGallen 
und SEmmeram. 

Die reihenfojge der Sequenzen ist aus zwei alten Sammlungen 
bekannt gemacht: 



WELCHE SEOUENZE.N HAT AüTlvEH VEUFASST 209 

1. aus der hs. die Pez im kloster des Ii. Emmeram in Hcgeus- 
burg fand und nach der er im thes. anecd. 1, 18 — 42 acht und 
dreifsig Sequenzen mit Xolkers vorrede abdrucken hefs. mit dieser 
hs. stimmt überein eine Münchner die Daniel im thes. 2, 3 — 31 
benutzte, die sammhing ist im folgenden mit P bezeichnet. 

2. aus der SGaller hs. 378. die Sequenzenanfänge hat, aber 
ziemlich ungenau, Daniel 5, 38 f. der reihe nach verzeichnet, die 
Sammlung ist im folgenden mit G bezeichnet. 

Die darstellung heider Verzeichnisse mit hinzufügung der me- 
lodie und des festes dem jede sequenz angehört, scheint für die 
weitere Untersuchung notwendig, sie wird aber auch von dieser 
abgesehen erwünscht sein, da man bisher in jedem einzelnen falle 
die notizen sich mühsam zusammenlesen muste. 



27U WELCHE SEQÜE.^ZEN HAT rsOTRER VEHFASST 









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WELCriK SEQl EINZI<:^ HAT N0TKEI5 VEI5EASST 275 

Ein blick auf die reihe der festläge lehrt dafs beide Samm- 
lungen, zu praktischem zwecke angelegt, die Sequenzen so auf ein- 
ander folgen lafsen wie sie im laufe des kirchenjahres zur Verwen- 
dung kamen, beide Sammlungen stimmen daher in der folge der 
Sequenzen die ihnen gemeinsam sind , überein. dafs die gesänge 
auf das kirchweihfest ((i 45. 46. 1* 22) an verschiedener stelle stehen, 
ist eine notwendige abweichung da die handschriften aus verschie- 
denen klöstern stammen, leicht erklärt sich auch dafs zwei Se- 
quenzen Rex regum deus nosfer cohnde auf einen bekenner und 
Virginis venerandae de numero auf eine Jungfrau in G 35. 13 mitten 
unter den andern, in P 34. 35 hingegen am ende stehen, so pfle- 
gen nämlich die Sammlungen eingerichtet zu sein dafs auf die für 
bestimmte feste und heilige gedichteten gesänge die gemeinsamen 
auf die bekenner, märtyrer, Jungfrauen, apostel usw. folgen, 
während also in G diese Sequenzen an der stelle blieben, wo sie zu- 
erst vorkamen, stellte sie der Schreiber von P hinter die übrigen, 
die Sequenz .auf den heiligen Dionysius welche in P den schlufs 
bildet, mufs, weil ihre Stellung der durchgehenden anordnung wider- 
streitet, als späterer zusatz angesehen werden, sie ist speciell für 
die Regensburger kirclie bestimmt, und form und inhalt erweisen 
sie als ein jüngeres product (vgl. Daniel 5, 37). 

Die Sanct-G aller melodiensammlung. 
Neben den beiden besprochenen hss. ist von gröster bedeu- 
tung die SGaller hs. nr. 484 (im folgenden bezeichnet durch Gm) 
auf welche Schubiger s. 41 f. zuerst die aufmerksamkeit gelenkt 
hat. nach seinen angaben gehört sie wahrscheinlich noch dem 9 
jahrh. an und soll von s. 258 — 295 die entwürfe der Notkerischen 
melodien, doch ohne den text enthalten, ob dieses merkwürdige 
document der Originalentwurf zu den INotkerischen Sequenzen sei, 
meint Schubiger, dürfte wohl kaum mehr entschieden werden, jeden- 
falls erscheine es als eine ehrwürdige copie desselben und sei schon 
darum von Wichtigkeit, weil es die ansieht bekräftige dafs Notker 
zuerst den melodischen plan entworfen und erst dann den melo- 
dien die textvvorte angepasst habe, von den 50 INotkerischen melo- 
dien fehlten nur sechs : Dominus regimvit, Justus germinavit, Nimis 
honorati sunt, Pretiosa est , Amoena und Virguncula clara. — Die 
Untersuchung wird ergeben wie weit diese ansichten für richtig 
gelten können. 



276 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 

Die iianion der vierundvierzig melodien sind folgende: 1. Dks 
sanctificatns. 2. Concordia. 3. Hypodiaconissa. 4. Romana. 5. 
Jiistns nt palmamaior. Q. Cignea. l.Trinitas. S. Planctus sleriUs. 
9. Filt'a matris. 10. Symphonia. 11. Nostra tuba. 12. Frigdola. 
13. Mater. 14. Obtulerunt. 15. Graeca. 16. Duo tres. 17. Or- 
gaua. \S. Pascha. \9. Virgo plorans. 20. Deus judex justus. 21. 
In te domine speravi. 22. Qui timent. 23. Exultate deo. 24. Cajj- 
^jya. 25. Dominus in Sina in sancto. 26. Confitemini. 27. Occ?'- 
dentana. 28. Justus ut palma minor. 29. Adducentnr. 30. Laudate 
dominum. 31. Laetatus sum. 32. Adorabo. 33. Fox' exultationis. 
34. Bentus vir qui timet. 35. Metensis minor. 36. Beatus vir qui 
suffert. 37. iHrea. 38. Puella turbata. 39. Metensis maior. 40. 
7e martyrum. 41. Mirabilis. 42. £m turma. 43. (ohne angäbe 
des titeis). 44. Fidicula. 

Ein vergleichender blick auf die tabelle welche den Inhalt der 
andern SGaller lis. darstellt, zeigt dafs die ersten siebenundzwanzig 
melodien in Gm nach demselben gesichtspunkt geordnet sind wie 
die Sequenzen in G, d. h. nach der reihe der kirchlichen feste, für 
die Sequenzen G 2. 6. 8. 11. 17 fehlen in diesem teile von Gm die 
entsprechenden melodien, für die melodien Gm 8. 26 fehlen in G 
die entsprechenden Sequenzen; die melodien der Sequenzen G 12. 
13 stehen in Gm 10. 9 in umgekehrter Ordnung^, sonst herscht 
völlige Übereinstimmung. — Dafs die melodie Symphonia für die 
Sequenz G 30 an entsprechender stelle in Gm nicht steht, ist nur 
eine scheinbare abweichung; denn diese melodie kommt schon vor- 
her bei einer andern sequenz G 12, Gm 10 vor, und wer nur die 
melodien ohne die texte sammelte , konnte keinen grund haben 
dieselbe melodie zweimal in seine Sammlung zu schreiben. 

Diesen letzten umstand mufs man im äuge behalten , um ein 
ähnliches Verhältnis auch zwischen G 32 — 54 und Gm 28 — 37 wahr 
zu nehmen, von den Sequenzen G 32. 33. 36 — 38. 41 — 43. 54, 



* Diese abweichuog läfst sich vielleicht erklären, zn den in SGallen be- 
sonders geschätzten heiligen scheinen Agnes und Agathe gehört zu haben, sie 
allein von allen heiligen Jungfrauen werden in Ratperts litanei (Canisius ed. 
Basn. 2, 3, 119) angerufen, der tag der heiligen Agnes ist der 21 Januar, der 
der h. Agathe der 5 februar, in G steht die sequenz De nna vir^ine unmittel- 
bar nach der sequenz auf Mariae reinigung (2 februar), in Gm unmittelbar vor 
derselben, der sammler von Gm licl's sie schon am tage der heiligen Agnes, 
der von G erst am tage der heiligen Agathe singen. 



WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 277 

welche nach melodien gehen, die sclion vorher zur Verwendung ge- 
kommen waren, darf man in Gm keine spur erwarten ; für die Se- 
quenzen G 34. 39. 46. 49. 51 fehlen in diesem teile von Gm die 
entsprechenden melodien üherhaupt. doch auch die reihe, welche 
übrig bleibt zeigt zu den melodien Gm 28 — 37 nicht so nahe be- 
ziehung, wie sie zwischen den ersten teilen hervortrat, nun hat 
aber P auf das geburtsfest der Jungfrau Maria eine sequenz nach 
der melodie Addncentur, nicht wie G nach Pnella tnrbata, und auf 
den heiligen Othmar eine sequenz nicht nach der melodie Eia 
turma, sondern nach Metensis minor, läfst man hier P an die stelle 
treten von G, so ergiebt sich folgende reihe von melodien: Justus 
nt palma mmor, Addncenlnr, {Metensis minor, Justus nt palma minor) 
Laetatns sum, Vox exullationis, Beatus vir qni timet, Metensis minor, 
Beatus vir qui suffert, Aurea, Vox exullationis — welche, wenn man 
von den eingeklammerten namen absieht, genau mit Gm 28 — 37 
übereinstimmt. Es ist also klar dafs auch Gm 28 — 37 nach den 
festen des kirchenjahres geordnet ist. 

Nach der melodie Gm 36 geht die sequenz auf den heiligen 
Columban (21 november), nach der folgenden Aurea Gm 37 die auf 
die apostel; die auf die märtyrer (G 53. 54) wiederholen. frühere 
melodien, mit der melodie Anrea ist also für eine Sammlung die 
nur die noten enthält, der jahreskreifs geschlofsen. 

Wie nun die sequenz P 38, weil sie aufserhalb der festfolge 
am schlufse der hss. steht als späterer nachtrag angesehen wurde, 
so niüfsen consequenter weise auch die melodien Gm 38 — 44 als 
solche gelten, woraus aber nicht folgt dafs nicht auch die nächst 
vorhergehenden melodien schon nachtrage sind, für Gm 37 scheint 
sich dies aus folgendem zu ergeben: es ist oben hervorgehoben 
dafs die Sequenzen, welche auf gemeinsame feste gehen, am schlufs 
der Sammlungen zu stehen pflegen, so in P Bex regnm deus noster 
colende und Virginis venerandae de nnmero. da nun beide SGaller 
hss. übereinstimmend diese Sequenzen mitten in die übrigen ein- 
schalten, so mufs der umstand dafs die vier letzten Sequenzen in 
G (eine auf die apostel, zwei auf die märtyrer, eine auf die trinität) 
nicht in gleicher weise eingereiht sind, befremden, ihre Stellung 
widerstreitet dem sonst bewahrten princip und mufs zu der an- 
nähme führen dafs sie ein nachtrag sind, derselbe schlufs gilt für 
die melodie Aurea Gm 37, nach der die erste von ihnen geht, vor 
der band erscheint also Gm 1—36 als eine abgcschlofsene , nach 

Z. f. D. A. neue folge 111. 19 



278 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 

der festfolge angelegte Sammlung von melodien, zu der Cm 37—44 
als ein späterer anhang trat. 

Schlufsfolgerungen über das Verhältnis der Samm- 
lungen G, Gm, P. 

1. Wenn Gm 37—44 ein nachtrag ist, so kann keine sequenz 
nach einer der melodien Aurea, Puella iurbata, Metensis major, Te 
martyrum, Mirabüts, Eia turma, nach der unbenannten dreiund- 
vierzigsten und nach Fidkula in dem kanon von Sequenzen ent- 
halten gewesen sein, welcher der melodiensammlung Gm 1 — 36 
entsprach ; also nicht G 2 = P J , G 6 = P G, G 52 = P 31. G 8. 
11. 39. 46. 49. 

2. Da die Sammlung Gm jede melodie nur einmal bringt, und 
zwar an der stelle , wo sie zum ersten mal gebraucht wurde , so 
können die Sequenzen in G und P, welche eine vorangegangene 
melodie wiederholen, dem kanon Gm 1 — 36 möglicher weise ent- 
sprochen haben, nicht aber die, deren melodie in Gm erst später 
folgt; also wohl G 32 = P 15, G 33 = P 16, G 36 = P 18, G 
37 == P 19, G 42 = P 23, G 44 = P 25, G 53 = P 32, G 54 = 
P 33; G 30. 38. 41. 43. P 17. 21 aber nicht G 40. 

3. Daraus dals die melodien Gm 37 — 44 einer abgeschlol'senen 
Sammlung angehängt sind, folgt nicht dafs sie erst später bearbeitet 
sind; denn an sich kann etwas gleichaltriges oder selbst älteres 
später nachgetragen werden, aber gegenüber der tatsache dafs 
diese poesie, zu der Notker den grund legte, auch nach ihm in 
SGallen reichlich gepflegt wurde, ist es jedenfalls wahrscheinlicher 
dafs ein SGaller mönch der einen vollständigen kanon für das 
ganze jähr anlegte, alle melodien aufnahm, die zu seiner zeit in ge- 
brauch waren, als dafs er eine auswahl traf, der später durch ihn 
selbst oder durch andere das anfänglich verschmähte wieder ange- 
hängt wurde, läfst man diese hypolhese, die weitere bestätigung 
erfahren wird gelten, so folgt dafs alle Sammlungen, die eine Se- 
quenz nach einer der melodien Gm 37 — 44 enthalten, jünger sind 
als der kanon Gm 1 — 36, also auch P und G. 

4. Wenn Gm 1 — 36 die älteste von den drei Sammlungen ist, 
so folgt dafs P der auszug eines SGaller sequentiariums ist; denn 
in P fehlt eine grofse zahl von Sequenzen, welche Gm als die äl- 
testen verbürgt. 

5. Da G am geburtsfeste der heiligen Jungfrau und am tage 



WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKEll VEUFASST 270 

des heiligen Ollimar seqiieiizen nach den später aufgenommenen 
melodien Pnella turbata und Eia lurma hietet, P hingegen die des 
alten kanons Adducentur und Metensis minor festhält, so mufs die 
quelle von P in manchen punkten ursprünglicher gewesen sein 
als G. 

6. Die Sequenzen Virginis venerandne de tmmero (G 13) und 
Rex regnm dens noster colende (G 35), welche in P an das ende der 
Sammlung getreten sind, stehen in Gm wie in G unter den andern 
Sequenzen, also ist die folge in G hier ursprünglicher als in P. 

Ist Gm 1 — 36 eine Sammlung der Notkerschen me- 
lodien? 

Um die frage, ob Gm 1—36 eine sammlang Notkerscher me- 
lodien sei, zur entscheidung bringen zu können, müfsen zwei 
punkte erörtert werden : 

1. findet sich in Gm 1—36 eine melodie, die nachweislich 
nicht von Notker verfafst ist? 

Nach der melodie Beatus vir qui suffert (Gm 36) sind vier Se- 
quenzen bekannt^: eine auf den heil. Pirminius {'S november), eine 
auf den heil. Blasius (3 februar), eine auf den heil. Quirinus (30 
märz), eine auf den heil. Columban (21 november). in Gm folgt 
die melodie auf Metensis minor, nach welcher die sequenz auf den 
heil. Othmar (16 november) gesungen wurde, aus der anordnung 
des kanons ergiebt sich dafs der verfafser desselben von den vier 
Sequenzen nur die letzte vor äugen gehabt haben kann, denn die 
tage der andern heiligen gehen dem des h. Othmar voran, da nun 
die sequenz auf den h. Columban .4 solis occasii nsque ad exortum 
nach dem unverwerflichen Zeugnis Ekkehards IV (Pertz M. 2. s. 
117 f.) von Ekkehard I ist , so kann Gm 1 — 36 der Notkersche 
kanon nicht sein, es ist aber schon oben bemerkt dafs nichts 
zwingt den nachtrag zu Gm erst mit nr. 37 beginnen zu lafsen; 
weist man also Gm 36 auch schon demselben zu, so fällt der an- 
griff auf die echtheit von Gm 1 — 35 hin, und für den nachtrag ge- 
winnt man eine zeitliche bestimmung. für keine melodie in Gm 
1 — 35 läfst sich nachweisen dafs Notker sie nicht bearbeitet habe. 



' angefühlt von Bartsch, die lateinischen scqucnzen des miltelalters 
(Rosfock ISC.S) s. ]]. 

19* 



280 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 

2. findet sich in Gm 1 — 35 eine melodie, die nachweislich 
von Notker verfafst ist, nicht? 

a. In dem widmungsschreihen an den bischof Liutvvard von 
Vercelli (Daniel thes. hym. 5, 5 f.) erwähnt Notker selbst vier Se- 
quenzen : Landes domino concinat orbis ubique totus (nach der me- 
lodie Organa), Dominus in Sina, Psallat ecclesia, Mater illibata (nach 
der melodie Laetatns snm). 

b, Ekkehard IV erzählt in den casus SGalli (Pertz 2, 102) dafs 
der papst Adrian auf Karls des grofsen bitte zwei sänger, Petrus 
und Romanus, ins Frankenreich gesandt habe, um den entarteten 
kirchengesang nach römischem muster wieder herzustellen, nach 
dem Zielpunkt ihrer reise, nach Metz, sei aber nur Petrus gelangt, 
Romanus sei unterwegs erkrankt, habe in SGallen aufnähme ge- 
funden und dann dauernden aufenthalt genommen, '•fecerat quidem 
Petrus ibi jubilos ad sequentias, quas Metenses vocat, Romanus vere 
romane nobis et amoenae de suo jubilos modulaverat, quos quidem post 
Notker, quibus videmus, verbis ligabat; frigdorae antem et occiden- 
tanae, quas sie nominabat, jubilos, Ulis animatus aetiam ipse de suo 
excogitavit.' ^ Romanus also setzte den mönchen von SGallen 
Jubelläufe der Romana und Amoena, die Notker nachher mit den 
wohlbekannten texten versah; und durch sie angeregt erfand er 
später selbst die jubelläufe der Occidentana und Frigdora. so wird 
die stelle wohl erklärt werden müfsen. an sich könnte man 
amcenae und romane auch als adverbia nehmen: 'Ueblich und nach 
römischer weise', aber sie als substantiva zu nehmen zwingt der 
umstand dafs wirkhch nicht selten zwei melodien Romana und 
Amoena vorkommen. Letztere noch öfter als man bisher geglaubt 
hat. Schubiger führt s. 24 drei Sequenzen, die nach ihr gehen an : 
Carmen suo dilecto auf den ersten samstag nach dem Osterfeste, 
Blandis vocibus auf das fest der unschuldigen kinder (Morel lat. 
hym. s. 141), Gaude semper serena auf die heilige Margaretha; die 
erste hat er in zwei Einsiedler, die beiden andern in SGaller hss. 
gefunden, alle drei linden sich auch in Rranders Sammlung (Daniel 
5, 45. 192. 65), die erste und dritte ohne angäbe der melodie, die 
zweite aber unter dem litel Pascha, unter demselben titel wird 



* So wird doch wohl zu iaterpungieren sein; bei Perlz und Wolf über 
lais, Sequenzen und leiche s. 100 steht, mir unverständlich, hinter modulaverat 
und Jubilos ein seuiikolou. 



WELCHE SEQUEISZEN HAT NOTKER VERFASST 281 

auch noch eine sequenz auf die h. Afra erwähnt (Daniel 5, 83 ; ge- 
druckt bei Mone 3, 169). eine vergleichung , die allerdings durch 
die verkehrte texteintheilung bei Morel nicht erleichtert wird, zeigt 
dafs die Sequenzen auf die h. Afra und die unschuldigen kinder so- 
wohl unter sich als auch mit Carmen siio dilecto übereinstimmen, 
dafs also Amoena und Pascha nur verschiedene namen für dieselbe 
Sache sind^ 

c. In den interlinearbemerkungen zu Ekkehards IV rythmen 
über den h. Othmar (Pertz 2, 56 v. 27 — 34) werden zweimal 50 
Sequenzen Notkers erwähnt und namentlich angeführt die weih- 
nachtssequenz Natus ante saecula nach der melodie Dies sanctificalus, 
und zweimal die plingstsequenz SaiicU spiritus adsit nobis gratia 
nach der melodie Occidentana. 

Diese Zeugnisse, welche Schubiger gesammelt hat, erwähnen 
im ganzen neun melodien als von >'otker bearbeitet; alle neun fin- 
den sich in Gm 1 — 35 {Organa 17, Dominus in Sina 25, Mater 13, 
Laetattis sum 31, Roma7ia4, Occidentana 21 , Frigdora 12, Dies 
sanctißcatus 1, Amoena = Pascha 18); also auch von dieser seite er- 
wächst kein hindernis den kanon Gm 1 — 35 als Notkerisch an- 
zusehen. 

Dafs in dem nachtrag Gm 36 — 44 nicht auch noch Notkersche 
melodien enthalten seien , folgt aus dem angeführten mit notwen- 
digkeit nicht. Notker widmete sein werk dem bischof Liutward von 
Vercelli im jähre 885 (Dümmler SGallische denkmäler s. 259); 
er starb 912. vorausgesetzt dafs Gm 1 — 35 die ursprüngliche 
Sammlung repraesentiert, hatte er noch zeit und anlafs genug, 
das werk, welches so günstige aufnähme gefunden hatte , zu er- 
weitern, dafür scheint das zeugnis eines mönches aus dem 11 
jahrh., namens Godeschalk, zu sprechen, welcher berichtet (Schu- 
biger s. 44 anm. 3): Domnus Notkerus de apostolis: Cläre sancto- 
rum senatus apostolorum composuit , de assiimptione sanctae Mariae : 
Congaudetit angelorum fecit. diese letzte sequenz geht nach der 
melodie Aurea, also nach einer, welche im anhang steht, aber 
Godeschalks zeugnis fällt nicht eben schwer ins gewicht, wie leicht 
konnte er, der kein SGaller mönch war, aber SGallen als die heimat, 
Notker als den vater der Sequenzen kannte , alle Sequenzen, die er 



' Die vierte sequenz, auf die h. Margaretha ist noch nicht gedruckt, 
schwerlich wird sie sich der Übereinstimmung mit den andern entziehen. 



282 WELCHE SEQUE^ZE.N HAT NOTKEII YERI ASST 

in seinem 'Xotkerschen sequentiarium' fand für werke Notkers 
hallen, während es nur der gröfsere teil war. da die erste sequenz 
des nachtrags von Ekkehard I ist, derselbe also nicht vor Ekke- 
hards zeit angehängt sein kann, da ferner auch die letzte melodie 
Fidkula nach ausdrücklicliem^ Zeugnisse nicht von Notker ist, und 
keine einzige der neun letzten melodien durch ein altes SGaller 
Zeugnis namentlich dem Notker beigelegt wird, so mag man, so 
lange nicht neue beweise beigebracht werden, die Sequenzen des 
anhangs lieber als werke andrer ansehen. 

Verzeichnis der Notkerschen Sequenzen. 
Nachdem die Untersuchung so weit gediehen ist, möge der 
versuch gewagt werden, einen kanon von Sequenzen aufzustellen, 
wie er möglicher weise dem sammler von Gm I — 35 vorgelegen 
haben kann, derselbe mufs für jede der 35 melodien mindestens 
eine sequenz, kann aber noch eine unbestimmte anzahl von Se- 
quenzen enthalten haben, welche eine vorangehende melodie wieder- 
holen, der versuch wird von den alten Sammlungen P und G aus- 
gehen müfsen, und in die folgende tabelle ist aus ihnen all^s auf- 
genommen, was den im vorhergehenden begründeten forderungen 
nicht widerspricht. 

' Der melodie Fidiciila folgt nach Schubigers ang^abe (s. 63) die sequenz: 
Solemnilatem hujiis devoti ßlü (G 46). INach einer bemerkung in Branders 
Sammlung (Daniel 5, 101) verfafstc den text derselben der dekan Waldram, 
der im anfang des 10 jahrh. lebte, die melodie ein pater Johannes. 



WELCHE SEQUE.NZEN HAT NOTKEJ{ YERFASST 



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WELCHE SEQCE.NZEN HAT NOTKER VERFASST 2S5 

Für vier nielodien bieten P und G keinen sequcnz, da aber die 
melodienfolge der festfolge entspricht, so ist es möglich für diese 
melodien die zugehörige sequcnz zu bestimmen, nach der melodie 
'Planctus sterilis sind zwei Sequenzen bekannt: Benedicto gratias deo 
für die pfmgstoctav (Mone I, 256) und hte dies celehris constat tür 
die Epiphanienoctav fMone 1 , 81). nur die letzlere kann dem 
Sammler von Gm vorgelegen haben, als er die melodie an achter 
stelle, nach dem epiphanienfest, vor Mariae reinigung einschaltete, 
nach der melodie Confitemini ist nur eine sequenz bekannt: quam 
mira swU deus tua portenta auf den sonntag nach himmelfahrt 
(Schubiger ex. 22) oder für die octav von himmelfahrt (Mone 1, 233) ; 
ebenso nach laudale dominum nur eine sequenz auf die heiligen 
engel (angeführt von Schubiger s. 46) Angelorum ordo sacer; und 
nach Adorabo eine auf das kirchweihfest Tu civium deus conditor 
(Morel nr. 105). alle drei fügen sich in die Ordnung der hs. und 
können daher für das ursprüngliche gehalten werden. 

Dafs die so aufgestellte reihe von Sequenzen, welche dem kanon 
Gm 1 — 35 nicht widerspricht, ihm würklich zu gründe liege, folgt 
aus der bisherigen Untersuchung noch keineswegs, nicht geringe 
Sicherheit bietet sie in den fällen , wo die Ordnung der melodien, 
feste und Sequenzen in G und P übereinstimmen, denn wollte man 
z. b. annehmen, dafs die weihnachtssequenz Natus ante saecula nach 
der melodie Dies sanctificatus dem sammler von Gm noch nicht vor- 
gelegen habe, der doch jene melodie an die spitze seiner sammhmg 
stellt, so würde man zu der zweiten annähme gezwungen dafs ein 
jüngerer dichter auf dasselbe fest nach derselben melodie eine neue 
sequenz gedichtet habe, dieser fall ist aber überhaupt selten einge- 
treten, bei den 50 melodien, zu denen Bartsch (die lateinischen 
Sequenzen des mittelalters s. 7 — 17) die zugehörigen Sequenzen zu- 
sammengestellt hat, kommt er nur zweimal vor, einmal bei Hypo- 
diaconissa, nach welcher zwei Sequenzen auf den h. Stephanus gehen, 
dann bei Mater, nach welcher zwei ostersequenzen gedichtet sind, 
diese erscheinung erklärt sich auch ganz natürlich, die, welche 
nach ^'otker Sequenzen dichteten , wollten entweder festen, die er 
übergangen hatte, den schmuck der Sequenzen verleihen, oder neue 
melodien an stelle der alten setzen; einen herschenden text durch 
einen andern gleichen inhalts zu ersetzen war weniger anlafs. Viel 
unbedeutendere Sicherheit hingegen hat der kanon in dem falle, wo 
eine sequenz eine vorhergehende melodie wiederliolt ; denn für 



2S6 >yELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 

solche logt die alte melodiensaninilung kein positives zeiigiiis ab 
und P und G haben manches aufgenommen was erwiesenermafsen 
andern dichtem gehört, alle solche Sequenzen sind daher durch 
veränderten druck gekennzeichnet; die aber, welche sich weiterer " 
betrachtimg als unecht herausstellen in klammern eingeschlofsen. 

Um aus der form der Sequenzen ein kriterium für echtheit oder 
unechthcit zu gewinnen, wird man sich zunächst auf die 35 zu be- 
schränken haben, welche durch die aufnähme ihrer melodie in Gm 
als die sichersten gelten dürfen, zwei von ihnen nr. 11, 37 sind so- 
viel mir bekannt noch nicht gedruckt, unter den übrigen drei und 
dreifsig sind nur zwei nr. 3 und 13, deren versikel gereimt sind, 
und zwar so dafs ein reim durch die ganze sequenz geht; alle übrigen 
sind reimlos. dafsNotker den reim gekannt habe, und wenn er wollte 
auch anwenden konnte, unterliegt keinem zweifei; merkwürdig wäre 
aber wenn er ihn nur in zweien angewandt und durchgeführt, in den 
übrigen verschmäht hätte, nun sind diese beiden gereimten Sequenzen 
gerade diejenigen, denen je noch eine andere nach derselben melodie 
auf dasselbe fest zur seile steht, sollten da nicht die beiden gereimten 
Sequenzen als jüngerer ersatz angesehen werden müfsen? an stelle 
von nr. 3 würde dann ursprünglich die sequenz Protomartyr domini 
Stephane, an stelle von nr. 13 Landes Christo redempti voce modnle- 
nmr SHppi?« gestanden haben, die erste ist leider noch ungedruckt; 
Daniel (5, 42) theilt aus Branders Sammlung nur den anfang mit, 
aber nach Schuhigers angäbe (s. 46) soll sie schon in den ältesten 
Sammlungen mit Notkers namen vorkommen, die andere findet 
sich bei Daniel 2, 178. Daniel giebt an dafs sie in vielen kirchen 
Deutschlands am zweiten osterfeiertage angewendet wurde, kennt 
sie aber nur aus gedruckten missalien und setzt sie s. 170 ins 14 
oder 15 jahrh. ich sehe nicht dafs diese angäbe irgend wie be- 
gründet ist, und bemerke nur dafs Schubiger (s. 46) sie aus alten 
hss. kennen will, sie ist reimlos und würde ganz wohl unter die 
übrigen passen. — Läfst man hiernach die reimlosigkeit als krite- 
rium der Notkerschen Sequenzen gelten, so müfsen aufser nr. 3 und 
13 aus der zahl derer, die durch äufsere Zeugnisse weniger beglau- 
bigt sind, nr. 30. 38. 39 ausgeschieden werden. 

Wieder einen schritt weiter kommt man durch die betrachtung 
der feste, an denen Sequenzen gesungen wurden, der gröfsere teil 
derselben fällt in das semestre domini, die erste hälfte des kirchen- 
jahres von Weihnachten bis pfingsten, der kleinere in das semestre 



WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 2ST 

ecclesiae. ■ — Dor erste abschnitt der feste die sich auf Christus be- 
ziehen uirifafst: das weihnachtsfest, seine octav, die sich im 6 jahrh. 
als festum arcumdsiouis gestaltete, das epiphanienfest und schliefst 
mit dem sabbat vor septuagesima. an diesem tage begann der oster- 
festkrcifs, in dem liistbarkeiten und verkehr nach möglichkeit be- 
schränkt blieben, klcriker und mönche fingen schon an diesem tage 
an zu fasten, hochzeiten fanden nicht statt und das hallcluja der 
messe verstummte (Kurtz, lehrhuch der kirchengeschichte s. 156). 
in dieser zeit kamen Sequenzen, die sich aus dem cantus hallelu- 
jaticus entwickelt halten, nicht zur aufl'ührung. im gegensatz zu 
dieser ernst-traurigen zeit hob mit dem Osterfest die zeit der freudc 
an, welche die ganze quinquagesimalzeit von ostern bis pfingsten 
erfüllte, schon Augustin bemerkte (Daniel cod. liturg. 1, 2S) 'ut 
Allelnja per solos dies quinqnagi'nta canfetur non usquequaque obser- 
vatur. nam et m aliis (Uebns vurie cantalnr alibi atqne alibi, ipsis 
antem diebns iibiqne.' diese zeit war also auch vorzugsweise die der 
Sequenzen, jeder tag der osterwoche bis zur dominica in albis, jeder 
Sonntag zwischen ostern und pfingsten, das himmelfahrtsfest und 
seine octav wurden durch den gesang einer sequenz gefeiert, nicht 
aber die pfingstoctav ; das trinitatisfest fand erst später eingang. 

Von den festen auf die h. Jungfrau haben Mariae reinigung oder 
lichtmess, 3Iariae Iiimmelfahrt und geburt eigne Sequenzen; nicht 
aber das feslum annnncialionis oder incarnationis, das in die septua- 
gesimalzeit (25 märz) fällt. 

Von der grofsen zahl der heiligen werden nur Stephanus, Jo- 
hannes der evangelist, die unschuldigen kindiein, Johannes der täufer, 
Peter und Paul, Laurentius, Emmeram, Mauritius, Gallus, Martin 
und Othmar durch eigne Sequenzen gefeiert; die auf den h. Bene- 
dict, auf den erzengel Michael und eine zweite auf den b. Gallus, sind 
an den innern reimen als jünger erkannt, dafs der h. Gallus, der 
Stifter des klosters, und der h. Othmar, der erste abt in SGallen 
besonders verehrt wurden, ist natürlich; auch den h. Mauritius, der 
am fufse der alpen in Äuganum (Mone 3, 440) den märtyrertod er- 
litt, zu feiern, lag den SGaller mönchen nicht fern'; doch die Se- 
quenz auf den h. Emmeram (nr. 35) ist schwerlich von Notker oder 
einem andern SGaller, sondern im kloster SEmmeram gedichtet, in 
dessen bs. sie überliefert ist. die übrigen : Stephanus , die beiden 

' Doch hat die sequenz auf ihu an einigen stellen reime. 



288 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTRER VERFASST 

Johannes, Peter und Paul, Laurentius, Martin sind liocligcehrte 
heilige , deren feste schon früh ansehn und weite Verbreitung 
genofsen. 

Von den gemeinsamen Sequenzen geht eine (nr. 9) auf die 
virgines, eine auf die doctores (nr. 31), eine auf die engel (nr. 37), 
zwei auf das kirchweihfest (41. 42), zwei auf die märtyrer (46. 47). 
die Sequenz auf die virgines kam, wie oben vermuthet wurde, zuerst 
wohl am tage der h. Agnes zur auffiihrung ; die auf die doctores steht 
in G zwischen einer sequenz Ekkehards auf den h. Renedict und der 
auf den.h. Laurentius, kann also nicht vor den 1 7 juli, nicht nach dem 
10 august gesungen sein; ich glaube am tage des h. Benedict selbst, 
dem erst Notkers nachfolger eine eigne, gereimte sequenz weihten, 
ebenso wurde das Michaelsfest, das 'die geltung eines coUectivengel- 
festes zur feier der idee der triumphierenden kirche hatte' ursprünglich 
durch die gemeinsame sequenz anfalle engel gefeiert, die in P und G 
durch eine specielle, gereimte auf den erzengel verdrängt ist. da so 
die gemeinsamen Sequenzen an der stelle in Gm eingereiht sind, wo 
sie zuerst vorkamen, so hat es geringe Wahrscheinlichkeit dafs die 
beiden letzten auf die märtyrer, welche dermelodienachindem alten 
kanon hätten enthalten sein können, zu ihm gehört haben. 

Im ganzen also kommen von den in der tabelle aufgeführten 
Sequenzen in abrechnung 3. 13. 30. 35. 38. 39. 46. 47, die beiden 
ersten aber nicht ohne ersatz, so dafs einundvierzig übrig bleiben, 
diese dürfen als der kern angesehen werden, aus dem sich im laufe 
der jähre die übrigen Sammlungen entwickelten, von den altern 
melodien wurden einige aufgegeben und durch moderne ersetzt, an 
die stelle mancher texte traten neue, der kreifs der feste, an denen 
Sequenzen gesungen wurden, wuchs und für manche tage entstan- 
den bald mehrere, zwischen denen nun die wähl freistand. 

Die erweiterung des Notkerschen kanons in G. 

Es ist nicht uninteressant die entwickelung von Gm zu G zu 
verfolgen, fünf alte Notkersche melodien sind aufgegeben: nr. 8. 
Planctus sterilis, nr. 26 Confitemini, nr. 34 Adducenhir, nr. 37 Lau- 
date dominum, nr. 42 Adorabo. nur die vorletzte ist durch eine andere 
Notkersche melodie, Graeca, mit einer sequenz auf den h. Michael 
verdrängt (G. 42), für die übrigen sind neue melodien eingetreten. 

1. an stelle der melodie Planctus sterilis, die in der epiphanien- 
octav gesungen wurde, ist die sequenz Cantemus cuncti melodum 



WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFÄSST 289 

nunc alleluja nach der modernen melodie Puella tnrbata, im anliang 
Gm. 38, aufgenommen, alle versikel sind gereimt, da sie alle mit 
dem Worte alleluja scliliefsen. derselben beliebten melodie ist auch 
die alte Adducentur gewichen , und mit ihr eine reimlose sequenz 
auf den geburtstag der Jungfrau Maria einer gereimten. 

2. aus der zahl der melodien, die zwischen ostern und pfingsten 
gebraucht wurden, ist Confitemini (Gm 26) geschwunden, und statt 
dessen eine neue Dominus regnavit decore (G 17) eingetreten, die 
noch nicht einmal im anhang von Gm aufgenommen ist. 

3. die zweite sequenz auf das kirchweihfest, nach der melodie 
Adorabo, hat einer andern platz gemacht (G 46), die Notkers jün- 
gerer zeitgenofse Waldram nach der melodie Fidkula (im anhang 
Gm 44) eines pater Johannes dichtete, auch sie hat reime. — 
Aufser diesen drei neuen melodien, die zum ersatz älterer dienen, 
haben in G aber noch andere aufnähme gefunden: 

4. die sehr beliebte melodie Eia turma, im anhang Gm 42. ihr 
folgen eine zweite sequenz auf das weihnachtsfest Eia recolamus 
laudihus pm digna, deren versikel in a reimen, und eine sequenz auf 
den h. Othmar an stelle der altern nach Metensis minor. 

5. Mirabilis, im anhang Gm 41 ; nach ihr ist eine neue in e ge- 
reimte sequenz auf das fest der unschuldigen kinder; auf dasselbe 
noch eine dritte nach der melodie 

6. Te martyrum, im anhang Gm 40. 

7. nach der melodie Justus germinabit, die im anhang Gm 
sich nicht findet, geht Ekkehards F gereimte sequenz auf den h. Re- 
nedict, der im Notkerschen kanon nur durch eine gemeinsame De 
doctoribus gefeiert wurde. 

8. nach der melodie Beatus vir qui suffert (anhang Gm 36) 
geht Ekkehards I sequenz auf den h. Columban. 

9. Nimis honorati sunt , im anhang noch nicht aufgenommen, 
mit einer sequenz auf den h. Andreas. 

10. Aurea, im anhang Gm 37, mit einer sequenz auf die h. 
apostel. 

11. eine unbenannte melodie (etwa Gm 43) mit einer sequenz 
Ekkehards I auf die dreieinigkeit. 

Hier finden sich von den neun melodien des anhangs sieben. 



' Dafs die Sequenzen G 34, 38. 50. 55 Ekkehards I werke sind, be- 
zeugen Ekkehards IV cas, SGalli (Pertz, ni. G. 2, 117). 



290 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKEU YERFASST 

vielleicht sogar acht wieder, fiinf Sequenzen die zu ihnen gehören 
sind gereimt, für drei lafsen sich aus SGaller Zeugnissen andere 
verfalser als Notker nachweisen, während weder das eine noch das 
andere für eine der zu Gm 1 — 35 gehörigen Sequenzen möglich 
war: so gewinnt die annähme dals Gm 36 — 44 ein anhang und 
zwar ein anhang jüngerer zeit sei, neue bestätigung : 

Von neuen festen sind aufgenommen der tag des h. Desiderius 
mit einer sequenz Ekkehards IL der tag der enthauptung Johannis, 
des h. Columban und des trinilatisfestes mit Sequenzen Ekke- 
hards I, und der tag des h. Andreas, aufserdem ist die zahl der 
Sequenzen in G gewachsen , dadurch dafs noch eine zweite zu der 
schon vorhandenen hinzugekommen ist für das weihnachtsfest, den 
h. Benedict, Moriz, Gallus, eine zweite und dritte auf den tag der 
unschuldigen kindlein , der in SGallen besonders festlich begangen 
wurde, eine auf die aposlel und zwei auf die märtyrer. kein neues 
fest von gröfserer bedeutung erscheint unter diesen nachtrügen, so 
dafs auch von dieser seite sich kein bedenken gegen die richtigkeit 
der in der Untersuchung angewandten principien erhebt. 

Während die SGaller hs. fast durchaus eine erweiterung des 
alten kernes ist, hat die aus SEmmeram mehr aufgegeben als zuge- 
fügt; namentlich in der quinquagesimaizeitist die zahl der Sequenzen 
stark zusammen geschmolzen, von 16 auf 6. doch den Inhalt dieser 
hs. in ähnhcher weise zu überschauen wie den von G scheint unnötig. 

Eine angäbe über die zahl der N o t k e r s c h e n Sequenzen. 
Der leser der das buch kennt, welches hr. pro?. Bartsch über 
die lateinischen Sequenzen des mittelallers geschrieben hat, wird 
sich gewundert haben, warum ich die mühselige Untersuchung an- 
gestellt habe, da doch Bartsch auf viel einfacherem wege zu einem 
reicheren resultat gelangt ist. Bartsch stellt nämlich s. 7 — 17 ein 
Verzeichnis von 1 20 Sequenzen zusammen nach den melodien 
geordnet, eine ganz dankenswerthe gäbe, wenn auch hier und da 
schon aus den gedruckten Sammlungen, die er selbst benutzte, der 
ergänzung lahig. zur einleitung dieses Verzeichnisses sagt er: 'Ich 
gebe nun das Verzeichnis der fünfzig von Notkers biographen Ekke- 
hard erwähnten melodiennamen' und zum schlufs: 'Zu diesen 
kommt noch eine nicht von Ekkebard angeführte melodie Vitellia.' 
ich war überrascht durch diese angäbe ; nirgends sonst fand ich 
etwas von diesem au(serürdentlich wichtigen Verzeichnis erwähnt. 



WELCHE SEQUENZEA HAT .NOTKEFl VERFASST 291 

wo so viel steckt, meinte ich, mag noch manches andere stecken, 
liefs mir den Goldast geben und fing an die vita heati i\otkeri durch- 
zusehen, ich fand dort wohl in einer aus Ekkehards casus SGalli 
abgeschriebenen stelle Xotkers Sequenzen im allgemeinen erwähnt, 
die auf das pfingstfest, Saudi spiritns assü nobis gratia auch nament- 
lich angeführt, aber nichts von erheblichkeit und von jenem Ver- 
zeichnis keine spur. 

Einige zeit nachher las ich in Schubigers buch über die sän- 
gerschule von SGallen auf s. 40 folgende anmerkung: 'Wenn Ekke- 
hard die zahl der Notkerschen Sequenzen wiederholt als fünfzig an- 
giebt, so bezieht sich diese angäbe auf die melodien.' IVun wurde 
mir der Zusammenhang klar. hr. prof. Bartsch machte, da er 
flüchtig gelesen hatte, aus der angäbe der zahl, von der Schubiger 
spricht, eine angäbe der namen, und da er mit Schubigers unge- 
nauem citat unzufrieden war, aus dem unbestimmten Ekkehard 
Notkers biographen Ekkehard. wer anders als der biograph soll 
auch solche dinge erwähnend die namen der fünfzig melodien, 
die er dann bringt, sind natürlich nicht aus Ekkehard sondern aus 
Schubiger entlehnt ; mit diesem also haben wir es weiter zu tun. 

Schubiger giebt in der citierten anmerkung an, nach vergleich 
der hss. und der notation stelle sich die zahl der Notkerschen me- 
lodien auf 50 heraus; zu den 44 in Gm kämen noch folgende sechs : 
Dominus regnavit , Justus germinavit , Nimis Jmiorati sunt, Pretiosa 
est und Virgnncula clara. da nun Ekkehard — gemeint ist der 
vierte in jener oben angeführten stelle aus den rhythmen auf den 
h. Othmar — die zahl der Notkerschen Sequenzen als fünfzig an- 
gebe, so ergebe sich aus der Übereinstimmung dafs Ekkehard sich 
hier nicht auf die texte sondern auf die melodien beziehe, und dafs 



' Ähnliche probe seines Scharfsinns legt hr. prof. Bartsch s. 29 ab. der 
schluls der sequenz Cantemus cuncti mclodum, meint er, bestehe bei Schub, 
ex. 9 nur aus zwei teilen; er werde aber wohl so zu schreiben sein: 

Nunc omnes canitc simul alleluja 

Domino alleluja 

Christo pneumatiquc alleluja 
das wiederkehrende alleluja deute absätze an, und der gründ für die dreitei- 
luDg des scblufssatzes liege darin, dals in ihm das lob der dreieinigkeit ge- 
sungen weide, die feine bemerkung sieht jeder in unanfechtbarer weise be- 
stätigt, der nicht, wie hr. prof. Bartsch, das umblättern vergilst. oben auf 
s. 12 steht bei Schubiger der vermisste dritte satz: 

Laus trinitati aelernae aüeluja a, a. a. a. u. 



292 WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 

die angeführten melodien würklich von Notker bearbeitet seien. — 
Hat Schubiger unbefangen und aufmerksam die melodien in den 
ältesten hss. gezählt, oder hat ihn schon beim zählen der wansch 
geleitet die zahl 50 herauszubringen? ich vermuthe dafs das letz- 
tere der fall ist, und hoffe schon bewiesen zu haben dafs wenn 
selbst sich unbefangenem zählen 50 melodien ergeben haben, diese 
doch nicht die melodien Notkers sein können. 

Schubiger geht von der Voraussetzung aus dafs die melodien- 
sammlung Gm 1 — 44 eine Sammlung Notkerscher melodien sei, 
vielleicht seine eigne hs. aber es ist gezeigt worden dafs unter 
ihnen eine melodie Beatus vir qui suffert vorkommt, nach der Ekke- 
hard I eine sequenz verfafst hat, und dafs diese sequenz Ekkehards 
dem Sammler von Gm vorgelegen haben mufs; ferner dafs nach aus- 
drücklicher angäbe, an der zu zweifeln kein grund ist, die melodie 
Fidicula von einem pater Johannes gesetzt ist; dafs also die Sammlung 
weder als Notkersches original, noch als eine abschrift desselben 
angesehen werden, noch aus dem 9 jahrh. sein kann, sodann ist 
bewiesen dafs die melodien Amoena und Pascha, die Schubiger und 
nach ihm hr. prof. Bartsch als verschieden anführen, identisch sind, 
genau dasselbe gilt von Virguncula data und Dominus in Sina, deren 
Übereinstimmung Schubiger und Bartsch nicht gemerkt haben, ob- 
gleich ersterer beide übereinstimmende melodien (ex. 37. 21) hat 
drucken lafsen. sollte also der beweis dafs der anhang Gm 36 — 44 
Notkersche melodien nicht enthält, mislungen sein, so würde doch 
die zahl jener fünfzig melodien, die Schubiger gesammelt hat, auf 
46 herabsinken , und die merkwürdige Übereinstimmung zwischen 
dem Inhalt der hss. und Ekkehards angäbe aufgehoben, mit dieser 
Übereinstimmung schwindet aber auch der anlafs Ekkehards worte 
so zu verstehen, wie Schubiger will; und da Ekkehard an jener 
stelle zwei von den fünfzig Sequenzen namentlich anführt, aber nicht 
nach den melodiennamen, sondern nach den ersten textworten, so 
wird man sie an und für sich betrachtet, nur auf die zahl der texte 
beziehen dürfen. 

Der so erklärten angäbe Ekkehards würde das resultat meiner 
Untersuchung nicht gerade widersprechen; denn die möglichkeit 
bheb offen, dafs Notker aufser den 41 angeführten Sequenzen auch 
noch andere nach den melodien Gm 1 — 35 gedichtet habe, von 
denen freilich in G und P jede spur verschwunden sein müste. 
doch ich glaube man darf jener glosse überhaupt nicht grofses ge- 



WELCHE SEQUENZEN HAT NOTKER VERFASST 293 

wicht beilegen, als eine in runder zahl gegebene, ungefähre 
Schätzung zwar möchte ich die angäbe nicht ansehen; aber läfst sie 
sich nicht so erklären : Die alte SGaller hs. nr. 378 gehört noch ins 
10 jahrh., Ekkehard IV lebte noch in der zweiten hälfte des 11 
jahrh. , wird also wohl diese hs. der 'Notkerschen' Sequenzen als 
ein ehrwürdiges buch gekannt haben, sie enthält 55 Sequenzen, 
vier davon kennt Ekkehard IV nach seiner angäbe in den casus 
SGalli als werke Ekkehards I, eine fünfte als werk Ekkehards H. 
sollte sich ihm wohl die zahl 50 durch einfache subtraction ergeben 
haben? 

Zum schlufs will ich noch einen punkt erwähnen, damit er 
nicht vergefsen scheint, auch die melodiennamen können verwendet 
werden, um die ältesten Sequenzen zu bestimmen, ein grofser teil 
dieser titel nämlich ist von den anfangsworten der verse im gra- 
duale genommen die unmittelbar auf das alleluja folgten, hat man 
nun festgestellt, an welchem tage so ein vers gebraucht wurde, so 
ergiebt sich auch, welche melodie an diesem tage gebraucht wurde, 
und dafs von den Sequenzen, welche nach dieser melodie gehen, 
diejenige die älteste ist, welche für diesen tag bestimmt war. von 
den 50 melodientiteln die Schubiger anführt, zählt er s. 40 ein und 
zwanzig auf, 'die in missalien des 9 und 10 jahrh. als die anfangs- 
worte jener verse vorkommen, deren alleluja als intonation jener 
melodien gebraucht wurde' , aber aller nähern angaben hat er sich 
leider enthalten, aus dem wenigen, was mir in dieser beziehung 
bekannt ist, läfst sich nicht viel schliefsen. selbst was mir anfangs 
ausgemacht schien, dafs manche titel aus den anfangsworten der 
Sequenz genommen sind, ist mir wieder zweifelhaft geworden, für 
Concordia und Symphonia hatte Daniel 5, 42. 47 diese meinung 
schon ausgesprochen; mit demselben recht kann man sie für Füia 
matris {Virginis venerandae de numero sapientum festa cehbrenms 
socii Filiae matris summi regis) , für Virgo plorans {Quid tu virgo 
mater ploras) und für Nostra tuba (Nostra tuba regatur forU'ssima) 
geltend machen, welche fünf titel Schub, s. 41 unter denen aufführt, 
deren Ursprung uns verborgen sei : aber mufs denn hier der titel 
dem anfang der sequenz entlehnt sein ? können nicht beide die- 
selbe quelle haben? auch die nahe liegende annähme dafs die se- 
quenz, deren anfang mit dem titel übereinstimmt, die älteste sein 
müfse, erleidet einspräche, denn da sieb gezeigt hat dafs manche 
melodien zwei titel führen, so kann ein jüngerer aus den anfangs- 

Z. f. D. A. neue folse HI. . 20 



294 ÜBER VIRGINAL 

Worten einer jungem, aber beliebtem sequenz entlehnter titel den 
altern verdrängt haben, aus dem hinweis, den der titel Virgo plo- 
rans auf die anfangsworte der märtyrersequenz enthält, darf man 
daher nicht folgern dafs diese sequenz älter sei als die auf die 
osteroctav nach derselben melodie. 

Berlin 1871. W. WILMANNS. 



ÜBER VIRGINAL, DIETRICH UND SEINE 
GESELLEN, UND DIETRICHS ERSTE AUS- 
FAHRT. 

In der vorrede zu seiner ausgäbe der Virginal (s. XLVII) hat 
Zupitza die schon früher ausgesprochene Vermutung, dafs die 
Virginal von demselben dichter herrühre wie Goldemar, Sigenot 
und Ecke, ausführlicher erörtert und zu erweisen gesucht, das 
eigentlich entscheidende sei hier wie überall eine solche gleichheit 
der gesammten haltung der gedichte, eine solche identität des tones 
und Stiles, zu deren erklärung die annähme, dafs eines etwa das 
Vorbild der übrigen gewesen, nicht ausreichend sei. falls sie statt 
finde, genügten wenige äufsere stützen, ja im gründe schon die ab- 
wesenheit von etwas, was dagegen spreche, acht solcher stützen 
führt dann Zupitza an : die gleichmäfsige mischung des höfischen 
und volksmäfsigen, die Übereinstimmung in der metrik, im dialekt, 
in einzelheiten des inhalts, den umstand dafs alle 'unbedingt' in 
dieselbe zeit gehören, alle ein Wirkung des Laurin zeigen, alle an 
Unebenheiten und gedankenlosigkeiten leiden, und dafs Virginal 
und Sigenot sich auf den Ecke und wohl auch auf den Goldemar 
beziehen. 

Diese gründe sind zwar nicht ganz bedeutungslos, aber doch 
keineswegs beweisend; und was den stil betrifft, so mutete mich 
beim lesen nicht eine solche gleichheit der gesammten haltung in 
den vier gedichten an, dafs ich die annähme desselben verfafsers 
für geboten erachtet hätte, je weiter ich las , um so unwahr- 
scheinHcher wurde sie mir; jetzt hoffe ich, sie als unstatthaft er- 
weisen zu können. 



ÜBER VIRGINAL 295 

1. Virginal die fortsetzung eines altern gedichtes. 
Unter den metrischen eigcntümlichkeiten der Virginal führt 
Ziipitza (s. XVIIj an, dafs der 3. 6. 8. 10 vers der Strophe statt des 
klingenden ausgangs häufig stumpfen aber zweisilbigen sclilufs 
haben, aus dem anfang des gedichtes giebt er die fälle vollständig 
an, aus den letzten beiden dritteln nur einige beispiele. der punkt 
ist aber interessant und umfänglichere beobachtung fruchtbar, ich 
habe im ganzen gedieht 257 reime gezählt, in denen ein zweisil- 
biges wort mit erster kurzer silbe den wert eines klingenden vers- 
schlufses hat; und zwar erscheint in den Stammsilben dieser Wörter 
die lautverbindung 
ag 58m al: sagen klagen {be)jagen nagen slagen zagen {ge)tragen 

tagen behaget kragen zagel nagel 
eg lOmal: icegen {ge)pflegen legen degen siegen 
ig 5mal: verzigen verswigen gesigen h'gen 
üg 4mal: hüge lüge müge tilge 
eh 12mal: geben leben gestrebet 
ob 6mal: kloben lobe obe 
ib 4mal : geschriben beliben vertriben 
id 4mal; nider sider wider 

ül 6mal; miile hi'de 

em 2mal: scheinen nemen 

om I2mal: {ge)no7nen komen vromen 

um 3mal: {^e)vriimet kumet 

im 4mal: {ge)zimet nimet stimet 

an 2mal: graiie bane 

ar 2mal : geioaren bewaren 

er Smal: ftere weren {er)nere7i {en)beren geren 

i'ir 2mal: küre spüre 

es 24mal: lesen wesen genesen 

is 25mal: risen ige)prisen wisen 

eh 40mal: stehen sehen {ge)schehen jehen 

it 26mal: {ge)riten {ge)biten {ver)miten {ge)sniten dnrchbriten 

{ge)liten {ge)striten mite Site 
ot 4mal: boten erboten spote 

Der auslaut der Stammsilbe in all diesen Wörtern ist /t, oder 
ein tönender consonant (media, liquida, das weiche s), oder t\ dafs 

20* 



296 ÜBER VIRGINAL 

letzteres sich hier den medien anschliefst, hat möglicherweise in 
der ausspräche des dicliters seinen grund, der an 22 stellen d : t 
reimt (Zupitza s. XVI). 

Die auftallende erscheinung findet in der nachläfsigkeit des 
dichters keine genügende erklärung. wenn ihm klingende und 
stumpfe reime für seinen strophenbau gleich gegolten hätten, wür- 
den auch einsilbige Wörter an stelle der klingenden reime erschei- 
nen ; da er nur zweisilbige braucht, mufs in seiner spräche ein an- 
Jafs dazu gelegen haben. 

Die neuhochdeutsche spräche hat überall, wo eine Stammsilbe 
mit ursprünglich kurzem vocal auf einfachen consonanten ausgieng, 
dehnung dieses vocals oder schärfung des consonanten eintreten 
lafsen; diese Verstärkung der Stammsilbe mufs in der gegend und 
in der zeit da die Virginal gedichtet wurde, schon soweit vorge- 
schritten gewesen sein dafs der dichter zweisilbige Wörter, die ur- 
sprünglich stumpfem reime gleichstanden, klingend verwenden 
konnte, wir haben es also nicht mit einer individuellen eigentüm- 
lichkeit des dichters, sondern mit einer eigentümlichkeit der spräche 
zu tun, die eine neue stufe in ihrer entwickeking bezeichnet; da 
nun diese eigentümlichkeit in Ecke, Sigenot und Goldemar noch 
nicht hervortritt, so ist es bedenklich, ohne äufseres zeugnis 
die Yirginal demselben dichter wie jene beizulegen, als unmöglich 
freilich erscheint die annähme noch nicht; denn die geforderte ent- 
Avickelung der spräche kann sich grade in der lebenszeit des dichters 
durchgesetzt haben, so dafs er sie in seinem jüngsten werke anerkennen 
durfte, während er in den älteren auf dem alten Standpunkt beharrte. 

Auch die spräche der Virginal steht noch nicht auf dem Stand- 
punkte des neuhochdeutschen, die Wörter mit ursprünglich kurzer 
Stammsilbe müfsen von denen mit ursprünglich langer Stammsilbe 
quantitativ, vielleicht auch quahtativ noch geschieden gewesen sein. 
denn sie werden nicht nur als Idingende, sondern auch noch als 
stumpfe ausgänge gebraucht, und sehr selten (nur fünfmal wiseti: 
prisen 843, 3. gesniten : riten 968, 8. biten : siten 984, 3. beii- 
gen : verswigen 1059, 3. kumet : versümet 1078, 8) auf Wörter mit 
ursprünglich langem vocal gereimt. 

Die 257 stellen, in denen die modernen klingenden reime vor- 
kommen, verteilen sich so auf das gedieht, dafs auf str. 1 — 250 
sechs fallen, auf str. 251 — 500 vier und sechzig, auf str. 501 — 750 
acht und sechzig, auf str. 751 — 1000 neun und siebzig, auf die 



ÜBER VIRGINAL 297 

letzten 97 slrophen vierzig, das Verhältnis zwischen den ersten 250 
Strophen und dem rest zeigt nicht sowohl ein allmähliches ermatten 
des dichters, eine wachsende nachläfsigkeit, die je länger je mehr zum 
nachgeben gegen den dialectischen gebrauch geführt hätte, es zeigt 
vielmehr ein plötzliches umspringen — selbst die sechs stellen werden 
durch die spätem ausführungen noch in Wegfall kommen — und 
zwar nicht vom gebrauch eines metrischen Schemas zu einem an- 
dern, sondern von einer stufe sprachUcher entwickelung auf die an- 
dere, während seiner arbeit also müste dem dichter die einsieht 
gekommen sein dafs er jetzt Wörter wie sagen und klagen auch 
trochäisch verwenden dürfe. — Auch das ist möglich; aber doch 
sehr aufTaliend. 

Zu weiterem nachdenken regt der inlialt an. die Yirginal zer- 
fällt in vier hauptteile: 1. Dietrich und Hildebrand tödten den bei- 
den Orkise und seine genofsen, welche die königin Virginal hart 
bedrängen. 2. Hildebrand und Dietrich kämpfen mit drachen. 
Rentwin, der söhn des herzogs Helfrich, wird von Hildebrand aus 
den Zähnen eines solchen Ungeheuers befreit, und zieht mit seinem 
retter und Dietrich in Aron, der bürg seines vaters, ein. während 
sie dort rasten, überbringt der zwerg Ribunc von der königin Vir- 
ginal eine einladung. die beiden versprechen ihr folge zu leisten. 
3. sie machen sich auf den weg nach Jeraspunt zur Virginal. 
Dietrich reitet voran, verirrt sich und wird vom riesen Wicram 
gefangen nach Muter geführt, in die bürg des herzogs Nitger. durch 
die Hebe der Ibehn gelingt es ihm, Hildebrand von seiner gefangen- 
schaft in kenntnis zu setzen, dieser zieht mit den Wülfingen, 
Witege und Heime , Dietleip von Steier und dem könig Imian von 
Ungarn herbei , die riesen Nitgers werden erschlagen und Dietrich 
befreit. 4. zug der beiden zur Virginal. nach mancherlei kämpfen 
mit drachen und riesen kommen sie an und werden festlich em- 
pfangen, ein böte aus Bern veranlafst Dietrich zur heimkehr in 
sein reich. 

Durch seinen inhalt der Virginal nah verwandt ist das gedieht 
Dietrich und seine gesellen im heldenbuch (v. d. Hagen und Pri- 
missers heldenbuch 2, 143 fl'.). der inhalt der beiden ersten teile 
Stimmtim wesentlichen überein, in den beiden andern aber weichen 
sie ganz von einander ab. bald nachdem Bibunc die bürg Aron 
verlafsen hat, um der Virginal den bescheid auf ihre einladung zu 
bringen, kommt Libertein aus Palermo um mit Dietrich zu kämpfen. 



298 ÜBER VIRGINAL 

Dietrich überwindet ihn und nimmt ihn zu seinem genofsen an. 
alsdann treten Helfrich, Dietrich, Hildebrand und Libertein die reise 
zur Virginal an, werden aber unterwegs durch einen boten des 
beiden Janibus verführt, seine bürg Orteneck zu besuchen. Janibus 
sucht die beiden zu verderben , um seinen vater Orkise (Origreis 
Str. 100. 116. vgl. Str. 3) zu rächen, sie bestehen aber alle ge- 
fahren glücklich, befreien drei mädchen, die Orkise seiner zeit ge- 
fangen hatte, und kommen als sieger zur königin Virginal. Dietrich 
vermählt sich mit ihr und führt sie schliefslich in seine haupt- 
stadt Bern. 

Also zwei gedichte haben wir, die anfangs im wesentlichen 
übereinstimmen, nachher aber grundverschieden 'sind, die bot- 
schaft Bibuncs an Dietrich und Hildebrand bildet die grenze. Bi- 
buncs abschied aus der bürg Aron erfolgt in der Virginal in str. 
254. die gemeinsamkeit der beiden texte reicht also grade so weit, 
wie die ältere sprachform in der Virginal sich ausdehnt, was sich 
daraus ergiebt, ist doch wohl klar; die Virginal ist die fortsetzung 
eines altern gedichtes oder gedichtteiles ; das ältere werk erstreckt 
sich soweit wie die ältere sprachform , die fortsetzung beginnt , wo 
in plötzlicher fülle die modernen reime einbrechen. 

2. Der erste teil der Virginal die Überarbeitung eines 
altern gedichtes. 

Wenn in der Virginal ein älteres gedieht fortgesetzt ist, so liegt 
die Vermutung nahe dafs der fortsetzer sich nicht jeder Überarbei- 
tung desselben enthalten habe, auch sie läfst sich erweisen. 

Von einer hs. (B) die um hundert oder mehr jahi* älter ist als 
die (h), welche Zupitza seiner ausgäbe zu gründe legen muste, sind 
nur zerstreute bruchstücke erhalten, die alle dem ersten teile des 
gedichtes (str. 56 — 116) angehören, manche Strophen, die h ent- 
hält, fehlen in dieser altern handschrift , und Zupitza , der diesen 
bruchstücken überhaupt geringen glauben beimifst (s. VHI f.), 
nimmt an allen diesen stellen eine Kicke in B an. am ausfühi'- 
lichsten sucht er diese ansieht zu begründen für die vierzehn Stro- 
phen h 79 — 92. fünf gründe führt er an: erstlich scheine es na- 
türlicher dafs ein abschreiber bei einem so umfangreichen gedieht 
etwas auslafse als zudichte; sodann hätten die vierzehn Strophen 
ganz die haltung der übrigen, drittens komme eine ganz ähnliche 
Situation im Ekkenhed vor, viertens erscheine, wenn die Strophen 



ÜBER VIRGINAL 299 

fehlten, der name Orkise in str. 132 ganz überraschend, fünftens 
spreche der Zusammenhang dafür. — Dem ersten gründe darf man 
wohl keine bedeutung beimefsen, der vierte kann einen gewissen 
schein auch nur für den haben, der den Charakter dieser gedichte 
aus dem äuge läfst. oft genug wird in ihnen ein name oder eine 
Sache, als ob sie dem leser bekannt wäre, erwäiint, ohne dafs der 
dichter diese bekanntschaft vermittelt hat; und wer die Virginal für 
das werk eines dichters hält, der solhe am w-enigslen eine Uneben- 
heit, die im Verhältnis zu vielen andern verschwindend Idein ist, 
urgieren. auf den ersten punkt, auf den Zusammenhang, kommt 
es in erster linie und vorzugsweise an. vier beiden sehen Dietrich 
auf dem fehle halten; den ersten, der auf ihn lossprengt, durchbohrt 
Dietrich mit seinem speer. str. 78 lautet dann : 

Den schaß er nzer ime brach. 

vil holde er gegen im komen sach 

vil starker heiden drige: 

die wollenn machen slehens an. 

dö wart durch vorhte niht geldn: 

der edele schänden vrige 

üf einen starken heiden stach, 

er traf in da er sin gerte: 

da% sper %e kleinen sprizen brach. 

die zwene er mit dem swerte 

brdhte in angest nnde in not. 

alsiis gesigte an in sin hant. 
wie viele sind jetzt todt? offenbar doch entweder alle vier, oder die 
beiden ersten, keinesfalls di'ei; und so heifst denn auch die letzte 
vershälfte in B 

daz viere lägen vor im tot. 
h hingegen hat 

und lägen drige vor im tot. 
und fahrt dann str. 79 fort: 'Der vierde leit ouch ungemach'j war 
aber noch nicht ganz todt und knüpft ein gespräch an mit Dietrich, 
in dem er ihm rät zu entfliehen und Orkisen tod berichtet, die 
handlung steht während dessen still und der leser erfährt nichts 
von belang, was er nicht schon wüste, angenommen die vierzehn 
.Strophen in h wären echt und der letzte vers von str. 78 wäre in h 
in seiner ursprünglichen form überliefert, so mufs jeder zugeben 
dafs der dichter vorher sehr ungeschickt erzählt hat. denn da durch 



3Ü0 ÜBER VIRGINAL 

nichts angedeutet ist, dafs einer von den vier beiden ein andres 
geschick gehabt habe, als die andern drei, mufs man annehmen 
dafs alle vier todt sind, der Zusammenhang der strophe führt auf 
die lesart der ältesten hs. B, man wird sie also für echt halten und 
die in h folgende episode für eine Interpolation erklären müfsen. 
der hinweis auf eine ganz ähnliche Situation im Eckenliede stützt 
diese ansieht eher, als dafs er sie umstöfst. zweifellos wird sie 
durch die beachtung der form, sechs stellen, in denen zweisilbige 
Wörter mit erster kurzer silbe als klingende reime verwandt sind, 
finden sich, wie oben angegeben, auch in den ersten 250 Strophen 
der Virginal. vier von diesen stellen kommen auf die in rede stehen- 
den 14 Strophen: geriten gebiten (80, 8), Schemen nemen (88, 8). 

Jetzt wird man geneigt sein B mit günstigem äugen anzusehen 
und auch in den andern Strophen, welche ihm fehlen, interpola- 
tionen zu vermuten. — Als Hildebrand mit dem mädchen das er 
aus der gewalt der beiden befreit hat, durch den wald reitet, hört 
er Dietrichs gewaltige schlage; um ihm rasche bilfe zu bringen, 
läfst er das mädchen absteigen (str. 100). sie fürchtet dafs Hilde- 
brand der Übermacht unterliegen wird (101), aber dieser verab- 
schiedet sich und ruft ihr noch einige trostworte zu (102). dann 
sprengt er in den wald, hier und da aufhorchend, woher der schwert- 
schlag ertönt (104). — Hier ist alles in Ordnung; h aber hat zwi- 
schen 102 und 104 noch folgende strophe: 

Her Hilthrant von dem rosse saz. 

er zöch ez ein wenic vürbaz : 

er hafte ez zeinem aste. 

an allen vieren erz besach 

(in kurzer wile daz beschach), 

ob ime der isen braste. 

er gnrt daz ros baz unde sprach 

'got gebe gelücke uns beiden 

unde entwende uns ungemach 

von den ungelouften heiden.' 

an stegereif in den satel er spranc. 

'hm müeze iu got gelücke geben', sprach diu magei 

dd nach unlanc. 
Wie wunderlich wird die Situation wieder durch diese strophe. 
also erst steigt das mädchen ab (101, 1 — 3), dann scheidet Hilde- 
brand von ihr (102, 2), dann steigt er vom pferdc, besieht alle vier 



ÜBER VIRGINAL 301 

riilse ob auch hufeiseii daran sind, zieht den sattelgiirl festor, und 
springt ohne Steigbügel wieder hinauf, wo macht er denn das alles? 
von dem mädchen , sollte man meinen hat er sich entfernt ; aber 
doch ist sie da, und wünscht ihm 'dd nach unlanc noch eines heiles- 
grufs. wenn llildcbrand noch so viel an seinem pferde zu tun hat, 
warum steigt er nicht gleich mit dem mädchen ab, warum unter- 
hält er sich mit ihr vom sattel herab, und warum nimmt er abschied 
ehe er davon reitet? — In B fehlt die Strophe, h zeigt sich auch 
an dieser stelle als überarbeitet, ein Zeugnis aus der form fehlt 
auch hier nicht; das praeteritum hraste in v. 6 gehört einer Jüngern 
stufe der sprachentwickelung an. es kommt gewis nicht, wie Zu- 
pitza in der anmerkung meint, von einem schwachen verbum bresten 
her, sondern ist das praeteritum des starken verbums, das durch 
formübertragung von der schwachen conjugation ein e empfangen 
hat. späterhin erreichte diese bildung grofse ausdehnung, sie findet 
sich aber schon bei Ulrich von Lichtenstein im frauendienst 95, 20 
seige st. seic; 290, 29 gäbe st. gap; 220, 15 vande st. vant. 

Ferner ist B in den Strophen 108- 112 kürzer als h; an stelle 
der fünf Strophen hat die alte hs. nur eine, die zusammengesetzt 
ist aus den ersten elf versen der str. 108, dem zwölften von str. 109, 
und einem dreizehnten eigner erfindung; aufserdem stehen die 
Stollen der str. 108 in umgekehrter Ordnung, der Inhalt ist der 
folgende: als Dietrich im kämpf mit den beiden in drohende gefahr 
gebracht ist, greift Hildebrand helfend ein (107). wie ein schiff 
durch die wilden fluten bricht, sprengt er auf seinem rosse Lewe 
ins gedränge und schlägt mit seinem schwert Vreise die funken aus 
den helmen (108). vier und zwanzig mann tödtet er, Dietrich die 
übrigen (109). so wurde der streit beendet. Hildebrand wünscht 
seinem herrn glück dafs er ihn so wohl bestanden; das seien även- 
tiure; immer werde man ihn preisen dafs er so hohes lob um der 
frauen willen erworben habe (1 10). Dietrich aber ist unempfänglich 
für diese anerkennung. wenn das äventiure sei, solle man ihr billig 
aus dem wege gehen. Hildebrand und die frauen trachteten ihm 
nach dem leben; aus tiefen wunden ströme ihm das blut (111.112). 
er bedaure, dem alten meister gefolgt zu sein, befser wäre er in 
Bern geblieben, höhnisch erwidert Hildebrand, er habe inzwischen 
Schach gespielt und mit hübschen frauen getanzt (1 13) 

'■Entrinwen sprach her Dieterkh 

'so ist diu tagall ungeUch 



302 ÜBERVIRGINAL 

gewesen zwischen uns beiden: 

so vihte ich disen ganzen tac, 

daz ich von müede niht enmac, 

mit nngetouften heiden.' 

er sprach ^herre so wol dan 

mit mir zuo den vrouwen: 

ir snlnt die wunden sehen Idn 

und si den schaden schouwen, 

der in ist worden durch si knnt. 

da hcerent loise meister zuo, und sulnt ir loerden 

wol gesnnt.' 
nachdem der Berner den spott, der in den letzten vvorten liegt, zu- 
rückgewiesen und noch einmal seine üble laune zu erkennen ge- 
geben hat, erklärt sich Hildebrand näher, und beide reiten dahin, 
wo das mädchen zurückgelalsen ist. — Es ist klar, dafs str. 108 — ■ 
110 nicht fehlen dürfen; dafs Hildebrand in den kämpf eingreift, 
und dafs derselbe beendet wird, durfte und konnte nicht ver- 
schwiegen werden, die Strophe in B erfüllt diesen zweck nicht. 
B ist also hier offenbar verstümmelt, und wenn dies der fall ist, 
so wird man auch str. 111. 112, die allenfalls entbehrlich sind, und 
Str. 114, die ohne Schädigung des Zusammenhangs ausgelafsen 
werden kann, nicht beanstanden dürfen; weder form noch Inhalt 
bietet in ihnen einen anstofs. 

Durch die einräumung, dafs der text in B an dieser stelle das 
echte nicht bewahrt hat, wird der leser hoiffenthch nicht zu der an- 
nähme verführt werden , dafs dadurch die ausführungen über str. 
79 — 92. 103 an beweisender kraft verlören, denn nicht auf äufsere 
autorität der hs., sondern auf gründe, die aus Inhalt und form des 
gedichtes gezogen waren, habe ich mich berufen, und es ist doch 
sehr wohl möglich , dafs eine hs. im allgemeinen den echten text 
bewahrt hat und doch an einigen stellen entstellt und verstümmelt 
ist. dafs der Schreiber von B oder seiner quelle , mit willkürlicher 
absichtlichkeit das original geändert habe, folgt aus der besprochenen 
stelle nicht, im gegenteil, da er statt fünf Strophen , die für den 
Zusammenhang ganz unentbehrlich sind, eine einzige setzte, die 
nicht einmal dem nächsten bedürfnis genügt; da er in dieser einen 
Strophe zwecklos drei verse umstellt, im schlufs zweck- und sinnlos 
einen vers aus str. 109 aufnimmt, und um das*mafs der Strophe zu 
füllen noch selbst einen vers zusetzte, so scheint es vielmehr dafs 



ÜBER VIRGINAL 303 

er in seiner vorläge eine lücke hatte, die er nicht nach einer hs. 
sondern nach unzulänghcher mündhcher angäbe oder aus eignem 
untreuem gedächtnis ersetzte. 

Die annähme, dafs h 79—92. 103 unecht, h 108—112. 114 
hingegen echt sind, findet eine letzte willkommne bestätigung in 
der bearbeitung des heldenbuches. von den ersten fünfzehn Stro- 
phen hndet sich dort keine spur (vgl. str. 32. 37), die andern aber 
lafsen sich alle nachweisen (vgl. str. 38 — 40). 

Dafs das alte gedieht, welches in der Virginal fortgesetzt ist, 
auch interpoliert wurde, ist gezeigt; ob und wo auch ohne das 
Zeugnis der hs. B Interpolationen zu erkennen sind , lafse ich un- 
erörtert; nur eine stelle mufs ich noch erwähnen, damit sich der 
geführte beweis abrunde, eine stelle ist noch im ersten teil der 
Virginal übrig, wo ein zweisilbiges wort mit ursprünglich kurzer 
Stammsilbe als khngender ausgang gebraucht wird, in dem reime 
gesagen : klagen trägt die achte Strophe dieses kennzeichen des fort- 
setzers und interpolators. 

Im eingang der Virginal schliefst sich die neunte Strophe ihrem 
Inhalte nach unmittelbar an die zweite. 'Ein beide reitet mit achtzig 
streitbaren mannen hinaus ins land, um preis und ehre zu erwerben 
(1). er kommt nach Tü-ol und bedrängt hart die königin. die künde 
kam auch vor Dietrich und Hildebrand. 

her Hiltehrant mit zühten sprach 

'hat ir diu künegin liden, 

icir müezeri dulden nugemach 

darumbe in herten striten 

vil snellicliche an dirre stunt: 

min herre unde ich miiezen dar: so wirt uns 

dventiure kunt.' 

Str. 9 Der alte meister Hiltehrant 
nam den jungen bi der hant 
und vuorte in an ein ende, 
er sprach 'vil lieber herre mm, 
wie lange weint ir heime sin? 
ich sterbe odr ich erwe7ide 
vil griuweliche gröze klage, 
diu ist in iuwerm lande, 
vernemenl reht waz ich in sage: 



304 ÜBER VIRGLNAL 

loir hdn sin iemer schände, 

daz man sus wüestet unser lant. 

wol üf, laut uns riten dar, so wirt uns dventmre 

erkant.' 
Diese beiden Strophen stehen im engsten Zusammenhang; in 
der zweiten wird ausgeführt, was in der ersten heschlol'sen war; in 
den schlufsworten beider Strophen ist ihre nahe bezichung auf die 
natürlichste weise ausgedrückt, getrennt sind sie in dem gedieht 
zunächst durch vier Strophen, in denen die glänzende rüstung des 
beiden beschrieben wird, und dann durch zwei, wo es heifst, der 
ßerner habe inzwischen bei den frauen gesefsen. sie hätten ihn 
gefragt, ob er schon dventiure erlebt habe; und da ihm das ding 
noch völlig unbekannt gewesen, sei er schamrot zu seinem meister 
Hildebrand gegangen, um hülfe zu finden. 

'die vrouwen hdnt gevrdget ser 

mich nach dingen, der ich niht weiz: daz lit mir 
an dem herzen swcer.^ 
Hier ist zunächst auffallend, dafs die waflenschilderung sich 
nicht an die erwähnung di's beiden anschliefst, sondern den Zu- 
sammenhang unterbrechend auf str. 2 folgt. Zupitza meint in folge 
dessen, dafs str. 2 hinter str. 6 zu setzen sei. mögUch ist das; viel- 
leicht aber ist die beschreibung, die ausführlicher noch einmal in 
str. 31 — 37 erfolgt, überhaupt nicht das werk des alten dichters. 
wie dem auch sei, in Ordnung kommt die stelle weder dadurch, dafs 
man str. 3 — 6 für eine Interpolation erkläi't, noch dadurch dafs man 
sie umstellt, denn einen gröfsern anstofs bietet str. 8 und ihr Ver- 
hältnis zur folgenden, wie aufserordentlich ungeschickt fragt doch 
Dietrich; er will wifsen was dventiure ist, und sagt nur, man habe 
ihn nach dingen gefragt, die er nicht kenne; das bekümmere ihn. 
und wie seltsam benimmt sich Hildebrand dem gegenüber, er for- 
dert nicht seinen zögling auf sich etwas deutlicher auszudrücken, 
damit er ihn verstehen und in seinem herzeleid trösten könne; er tut 
vielmehr so, als habe er die klagenden worte gar nicht vernommen, 
und benutzt die gelegenheit, die ihm den Dietrich zu guter stunde 
in den weg führt, nur um seinen beschlufs auszuführen, deutlicher 
kann sich ein interpolator kaum zu erkennen geben, str. 8 mit 
sagen : klagen als klingendem reim ist unecht; mit ihr fällt str. 7. 
— Bestätigt wird die athetese dieser Strophen wieder dadurch, 
dafs sie in der bearbeitung des heldenbuches fehlen, doch darf 



ÜBER VIRGINAL 305 

man in diesem falle der einstimniung von d kein all zu grofses ge- 
wicht beilegen, da im eingang die beiden gedichte stärkere difle- 
renzen zeigen. 

3. Dietrichs erste ausfahrt die Verbindung zweier 
gedichte. 

In den vorstehenden auseinandersetz ungen ist zu wiederholten 
malen auf die bearbeitung im heldenbuche bezug genommen, ohne 
dafs ein drittes umfangreicheres gedieht, das Starck unter dem titel 
Dietrichs erste ausfahrt aus einer hs. des 15 jh. herausgegeben hat, 
berücksichtigt wäre, die berechtigung eines solchen Verfahrens 
mufs erst nachgewiesen werden; denn Zupitza meint (s. XII) schon 
die vergleichung der ersten sirophe in d (d. h. der bearbeitung des 
heldenbuches), die fast wörtlich zu w (dem gedieht von Dietrichs 
erster ausfahrt) stimmt, während h (die Virginal) nichts entsprechen- 
des hat, beweise, dafs die 408 Strophen, aus denen nach ausdrück- 
licher angäbe des bearbeiters die 130 in d ausgezogen sind, ihrer- 
seits eine abkürzung der Umarbeitung waren, die sich in w erhalten 
hat. verhielte sich die sache würklich so, dann dürfte man sich 
allerdings nicht mit Umgebung von w auf das Zeugnis von d bezie- 
hen; aber die Verhältnisse liegen anders. 

Im grofsen und ganzen stimmt w mit d überein, denn mit d 
hat es die abenteuer auf Orteneck und den schlul's gemeinsam; 
aber es hat aufserdem auch noch Dietrichs gefangenschaft in Muter: 
nach den kämpfen auf Orteneck nämlich reiten Dietrich und seine 
genofsen wieder nach Aron, ruhen dort vierzehn tage und treten 
dann die reise zur Virginal an, auf welcher Dietrich von VVicram 
gefangen wird, die fahrt von Aron zur Virginal und der empfang 
der gaste wird in w 495 ff. in völliger Übereinstimmung mit h 308 
ff. erzählt, auf die abenteuer in Orteneck, auf Dietrichs Waffen- 
brüderschaft mit Liberlein, auf die befreiung der drei Jungfrauen, 
die Orkise einst gefangen hatte , auf den fang des riesen , auf all 
diese dinge, die doch in w unmittelbar voran gehen, findet keinerlei 
beziehung statt. Virginal läfst sich Helfrich und Portalape vor- 
stellen (w 538. h 352), von Libertein ist keine rede, auch vom 
riesen nicht, und was mehr als auffallend ist, nicht einmal von den 
drei Jungfrauen, die sie einst in die gefangenschaft gegeben hatte. 
in h ist natürlich von diesen dingen auch nicht die rede, denn die 
taten auf Orteneck werden dort nicht berichtet, in w aber bezeichnet 



306 ÜBER VIRGINAL 

dies plötzliche verschwinden aller erinnerungen an das vorangegan- 
gene nicht eine naht, nein einen oiTnen rifs. — Ebenso plötzlich aber 
noch viel seltsamer tauchen nun alle diese personen wieder auf, 
sobald in Übereinstimmung mit h Dietrichs erlebnisse auf Muter 
und seine befreiung erzählt sind, in der gefangenschaft hatte 
Dietrich allein gesefsen. als es ihm jetzt endlich gelingt zur Virginal 
zu kommen, führt er ihr die drei Jungfrauen zu, die er ein halbes 
jähr früher befreit hatte und die, wir wifsen nicht wo, während 
dessen verweilt haben, sie werden von der Virginal mit freuden 
empfangen und erzählen von Orteneck, aber von Muter wifsen sie 
nichts (774 — 776); auch der riese stellt sich ein (801) und herr 
Libertein (833). die personen hingegen, welche in der episode von 
Dietrichs gefangenschaft bedeutende rollen spielten, sind ganz von 
der bühne abgetreten, als Dietrich liebe zur Virginal spürt, beräth 
er sich (str. 833) mit Hildebrand , Helfrich, Rotwein und Libertein, 
also nur mit personen, mit denen er auf Orten eck gewesen war; 
von den Wülhngen, die ihn aus 3Iuter erlöst hatten, keine spur; ja 
Str. 840. 843 als er seine hochzeit feiern will , läfst er sie erst aus 
Lamparten herbeiholen. 

Es dürfte unnütz sein auf den beweis einer sache, die so klar 
liegt, noch weitere mühe zu verwenden: Dietrichs gefangenschaft 
in Muter ist in w ein fremder, ganz roh eingeschobener bestand- 
theil, der aus h oder einer nahestehenden bearbeitung entlehnt ist. 
was nach seiner ausscheidung übrig bleibt, fügt sich wohl anein- 
ander und stimmt im wesentlichen mit d überein. die quelle von 
d ist also nicht ein auszug von w gewesen, sondern w ist aus einer 
erweiterung und Verschmelzung dieser oder einer nahverwandten 
quelle mit der Virginal hervorgegangen, dafs der bearbeiter will- 
kürlich verfuhr und auch im einzelnen sein werk nicht befserte, 
sieht man leicht, wenn man die partie, füi* welche die Virginal 
quelle ist, mit h vergleicht (w 495 — 766. h 308 — 921). manche 
lästige Wiederholung zwar ist in wegfall gekommen, aber der text 
so verwildert, dafs an eine reconstruction gar nicht zu denken ist. 

4. Die quelle von Dietrich und seine gesellen. 

h hat sich also als fortsetzung eines altern gedichtes oder ge- 
dichtteiles ergeben, w als eine Verschmelzung zweier gedichte, von 
denen das eine zur sippe von d, das andere zur sippe von h ge- 
hörte: es erübrigt noch zu untersuchen, oh die quelle von d ein 



IIBER VIRGINAL 307 

einheitliches gedieht oder wie h ein fortgesetztes und üherarheitetes 
war. die Untersuchung hat es mit einem ziemHch unzulänglichem 
material zu tun, mit dem dürftigen auszug im heldenhuch, in dem 
das original auf weniger als auf ein drittel seines umfangs zusam- 
mengeschrumpft ist, und mit der bearbeitung in w, die wie die 
vergleichung mit h lehrt, so willkürhch ist dafs sie auf die gedanken 
im einzelnen und auf die form keinen schlufs gestattet, aber so 
viel erkennt man doch, dafs das gedieht viel mehr innern Zusammen- 
hang und abrundung hatte als h. von den Unebenheiten, welche 
man im ersten teile der Virginal wahrgenommen und verzeichnet 
hat, fallen die stärksten in d weg; namentlich auch der anstofs, 
welchen eine äufserung Hildebrands erregt (h 61): Dietrich würde 
seiner spotten, wenn er sähe, dafs er nicht einmal eines herr wer- 
den können, während er jenem befohlen habe, allein ganze rotten 
zu bestehen, in der Virginal wird von einem solchen ansinnen 
Hildebrands vorher gar nichts erwähnt; in d hingegen sagt er zu 
Dietrich als sie in die wilde kommen, bald werde der beide mit 
seinen achtzig gesellen kommen; er solle ihnen rechte totschläg 
geben und sich nicht kümmern lafsen, wenn er im kampfgewühl 
von ihm abgedrängt werde (d 10). auf diese stelle bezieht sich 
offenbar Hildebrand, das sieht nicht wie die ergänzung eines Über- 
arbeiters aus, der dem befremdenden eindruck einer spätem stelle 
begegnen wollte, sondern wie ein echtes glied des alten gedichtes, 
das der ungeschickte Überarbeiter in h unbesonnen verwarf. — 
Der schlufs ist viel befriedigender als in h, und die Verbindung der 
beiden haupttheile des gedichtes eine viel heisere, auf die heirat 
zwischen Dietrich und Virginal zielt die ganze anläge des gedichtes, 
die gefahren Dietrichs in Orteneck sind dadurch motiviert dafs dort 
ein söhn Orkises herrscht, der seinen vatcr rächen mufs, die be- 
ziehung auf das hauptthema auch in diesem teile festgehalten, da- 
durch dafs hier noch drei Jungfrauen der Virginal befreit werden. 
— Nichts scheint gegen die annähme zu sprechen, dafs in der 
quelle von d ein altes einheitliches gedieht seinem wesenthchen In- 
halt nach bewahrt, nicht wie in h nur ein teil beibehalten und von 
einem Jüngern dichter fortgesetzt wurde. 

Nichts desto weniger glaube ich dafs auch schon in der quelle 
von d das alte gedieht im einzelnen stark überarbeitet und entstellt 
war, wie ja auch w 495 — 766 im ganzen h 308 — ^921 folgt, im 
einzelnen aber weit von ihm abweicht. — Im anfang des gedichtes, 



308 ÜBER VIRGINAL 

wo der verfafser des heklenbuches, wie die vergieichung mit w lehrt, 
wenig gekürzt hat, wird erzählt, ein alter böser beide Terevas habe 
einen solin hinterlafsen, der ganz in die fufsstapfen des vaters ge- 
treten sei. achtzehen jähr alt sei er mit achtzig mann hinaus ge- 
ritten, um raub, mord und brand zu begehen (str. 1. 2). die her- 
zogin von Zertugein, eine heidnische zauberin, habe dem Terevas 
achtzig mann geschickt, damit er gegen die Christen kämpfe (str. 3). 
— Es leuchtet ein, auch abgesehen von der Verwirrung in den na- 
men, wie ungeschickt sich die dritte Strophe an die zweite schliefst, 
in der zweiten reitet der beide schon mit seinen achtzig reitern aus, 
in der dritten erhält er sie erst und zwar von einer herzogin , die 
nachher nicht wieder erwähnt wird, in h ist von diesen drei Stro- 
phen nur die zweite vorhanden , und sie ist glaube ich auch allein 
echt, d. h. dem ursprünglichen gedichte angehörig, die erste sollte 
die Vorgeschichte des beiden angeben, die andere seine ausfahrt 
motivieren, das letztere namentlich ist übel gelungen '. 

1 Interessant zu sehen ist, wie der bearbeiter von w, der zu anfang seine 
aufgäbe zwei gedichte zu verschmelzen mit mehr eifer und Sorgfalt verfolgte 
als nachher, sich diesen Schwierigkeiten gegenüber verhielt, er änderte den 
eingang der dritten Strophe und stellte sie vor die zweite, die herzogin von 
Zertugein (oder Arabin, wie sie bei ihm heifst) zieht den jungen beiden auf 
und entsendet ihn, als er erwachsen, zum kämpf gegen die Christen, so hat er 
Zusammenhang zwischen seiner ersten und zweiten Strophe hergestellt; aber 
die zweite und dritte klaffen doch auseinander, nach diesen drei eingaugsstro- 
phen, die er aus der quelle d nahm, geht er auf h über und bringt die waffen- 
schilderung (h 3 — 6 = w 4 — 7). dann kommt ein stück eigner erfindung, nach 
einer überleitenden strophe die geschichte der Virgiual, wodurch sie sich Or- 
kiscs feindschaft zuzog und des heidnischen hundes schreckliche bedrückuug 
(8 — 24). — Hieraufkehrt der bearbeiter wieder zu seiner vorläge zurück, die 
nachi'icht kommt vor Hildebrand, und der beschliefst mit Dietrich den beiden zu 
strafen, an diese strophe sollte sich, wie oben gezeigt gleich h 9 anschliefsen; 
der bearbeiter wollte aber h 7. 8 nicht übergehen, und suchte nun den Zusam- 
menhang zwischen h 2 und h 7 so gut er konnte herzustellen. Hildebrand er- 
zählt Dietrich, dafs ein junger mensch eine königin bedränge, und dal's es ihm 
zukomme ihr zu helfen (w 26). Dietrich aber, der an ernstem kämpf noch nicht 
teil genommen, hat keine lust dazu; fechten, schirmen und turnieren zwar ver- 
steht er, auch mit frauen höfisch zu reden, an anderes aber kehrt er sich nicht 
(w 27). der kluge Hildebrand aber zweifelt nicht dafs es ihm noch gelingen 
werde, den jungen mann zum streit zu bringen, aufmerksam wartet er die ge- 
legeuheit ab (28). nun kommt: 'Einsmal der edel Berner sas' usw. (w 29. 30 
= 6. 7. S). man mufs gestehen zwischen h 2 und 7 ist es dem Überarbeiter 
gelungen eine erträgliche Verbindung herzustellen ; die ungeschickte Verbin- 
dung zwischen h 8 und 9 hat er nicht zu ändern versucht. — So wucherte diese 
art von poesie in üppiger lebcnskraft, aber oft ungeniefsbar. 



ÜBEIl VUU.irSAL 309 

Wie hier so giciu sich auch in der heschreihimg von Dietrichs 
kämpf gegen die heiden (d 32 — 35; w 135 11.) die ((uelie von d als 
Überarbeitung kund, in der ältesten gestalt liegt dieser kam})!" in 
der hs. ß vor. weder dem bearbeiter von h, nocli dem der quelle 
von d schien er die gehörige breite zu haben; jener legte vierzehn 
Strophen ein, dieser berichtet sehr abweichend und viel detailierter. 

Deuthcher noch als an diesen stellen tritt die Interpolation d 
20 (vgl. w 123 ff) zu tage, der beide, den Hildebrand erschlägt, 
hetzt die Jungfrau mit hunden, die Hildebrand Hingt und an einen 
bäum bindet, nachher werden sie nicht wieder erwähnt, in h fehlt 
diese kleine episode , deren urbild wohl im Ekkenliede str. 162 ff. 
erhalten ist. 

Die resultate der vorstehenden Untersuchung sind kurz zu- 
sammengefafst folgende : 

Ein alles gedieht erzählte den kämpf Hildebrands und Dietrichs 
gegen den heiden Orkise und seine achtzig gesellen, ihre drachen- 
kämpfe, ihren besuch auf Aron, die abenteuer auf Orteneck und 
Dietrichs Verbindung mit Virginal. 

Der erste teil dieses gedichles wurde überarbeitet und fortge- 
setzt in der Virginal. 

Das ganze gedieht wurde überarbeitet in der quelle von d. 

Beide Überarbeitungen wurden in ein gedieht verschmelzt, so 
dafs die zweite zu gründe gelegt wurde, dies gedieht ist w. 

Aus der zweiten bearbeitung wurde im heldenbuch ein auszug 
gemacht. 

Wenn ich nun zum schlufs zu der frage zurückkehre, von der 
ich ausgegangen war , ob der ungenannte dichter der Virginal der- 
selbe sei wie der des Goldemar, Sigenot und Ekkenliedes, so er- 
scheint sie jetzt als identisch mit der folgenden: darf man behaupten, 
dafs der vorausgesetzte dichter des Goldemar, Sigenot und Ekken- 
liedes eine ungeschickte Überarbeitung und fortsetzung eines altern 
gedichtes gehefert habe, die sich in gleicher weise von ihrer altern 
vorläge und von jenen drei gedichten entfernt. — Bejahen wird 
sie niemand; vielleicht aber wird mancher annehmen dafs jenes 
ältere gedieht ihm zukomme. 

WILMANNS. 



Z. f. D. A. neue folge III. 21 



310 ZEUGNISSE UND EXCUKSE 



ZEUGNISSE UND EXCURSE 
ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE. 

(ZWEITE NACHLESE.) 

Kurz naclidem die zweile ausgäbe der heldensage erschienen 
war, erhielt prof. Müllenhoff noch aus dem nachlafse Wilhehii 
Grimms eine anzahl von nolizen zur heldensage. er ühergah mir 
dieselben mit anderem material das er selbst gesammelt oder von 
andern erhalten hatte zur bearbcitung. 

Aus dem Grimmschen nachlafs stammen von den folgenden 
nummern 61,2. 65,2\ 71,2. 72. 76,3. 77,1. 79,1. 80,3. 81,1. 82,1. von 
Miillenhotr wurden mitgeteilt 61,4. 63,1. 2. 64,1. 2. 67. 70. 71,1. 
81,4. 85,1. von Dummler 61,3. 65,1. 69. von Birlinger 66,1.2. von 
Gödeke der schon in seinen elf büchern deutscher dichtung und 
im grundrifs 79,3.4. 82,2 angeführt hatte, erhielt ich 78. 81,2. 3. 
82,4. 83. 84,4 und 85,2. die übrigen Zeugnisse deren bckannt- 
machung nicht angegeben ist habe ich hinzugefügt. 

LXI. 

1. Zu X, 2 zs. 12,290. in einer vn-kunde vom j. 791 die Tar- 
dif, monuments historiques Paris 1866 s. 70 abdrucktbegegnet eben- 
falls Ilildebrandus comes et tiUus suus Nevelongus. 

2. Zu X, 2 (12,292). eine Urkunde in Pistoja vom j. 812 
(Fioravanti, memorie storiche della cittä di Pistoja, 1758, docu- 
menti p. 16.) erzählt dafs Ildepertus der abt des klosters SBartho- 
lomaei unter könig Pipin von Rothechildus vertrieben und ipso mo- 
nasterio tunc datus fuisset in beneficio Neholugno genere Bavario, 
dafs aber hernach die mönche reclamieren, weil non aliunde (lebet 
(ieri ordinatione nisi de ipsa congregatione und prefato Neholugno 
de eodem monasterio foris ejecerunt und ihren abt zurückrufen. — 
dieser Nebolugnus scheint ein laie gewesen zu sein ; dafs klöster 
den äbten von laien damals öfter entrifsen wurden, zeigt Ölsner, 
Jahrbücher des trank, reichs unter Pipin s. 230. 



ZUR DEUTSCIlErs HELDENSAGE LXI— LXHI 311 

3. Dcv ywehmgns (Nivcloiigus) conies von dem zs. 12,293 ge- 
handelt ist erscheint auch in einer »irkunde vom 10. april 868 
unter den optimales gloriosissimi regis Karoli, s. Tardif, monu- 
ments historiques 1866 s. 130. 131. 

4. Zu XIX, 4. ein gleich alter Heribort erscheint neben Gelf- 
radns als zeuge in einer Weihenstephaner Urkunde 1138 — 47 MB 
9,397. 

5. Mit zu den ältesten belegen für den namen Biterolf (vgl. 
XXIII, 1. XXXV,1) gehört Püterolf um das jähr 1140, im urkunden- 
buch des landes ob der Ens 1,555. etwas jünger ist das. 1,398 
Meinhardus filim pitrolfi um 1220. 

Ein Pittrolfshof und ein Synndramshof werden im j. 1373 er- 
wähnt, Brandl, urkundenbuch der familie Teufenbach 1867 s. 113. 

Aus dem gültenbuch des Wiener Schottenklosters (quellen und 
forschungen zur vaterl. gesch. Wien 1849) hat JGrimm in den nach- 
tragen zu der abhandlung über eine Urkunde des 12. jahrh. (kl. sehr. 
2,356) aufser der Diemudis Staudfuchsinn die nr. XLIV angeführt 
ist, auch eine Piterolfinne s. 186". angemerkt. 

LXII. 
Zu XXXIII. ein zweiter Sarilo begegnet in einer Urkunde 
von Pavia vom j. 930, die Muratori antiq. Ital. 2,935 abdruckt, 
nach dem schlufs ex jussione suprascripto Sariloue comes palacii 
et judicum ammonicione scripsi verbefserte Muratori schon den 
eingang in eorum presentia Enesariho comes palacii zu esset Sarilo. 
das chri)nicon Farfense erwähnt mehrmals einen marchio Sarilo 
der später abt von Farfa war, s. Muratori scr. rer. Ital. 2, 2, 295. 
303. 475. dieser ist sicher mit dem oben erwähnten comes palacii 
identisch. 

LXIII. 

1. Scheller, shigtbok der stad Brunswyk s. 278 führt unter 
den geschlechtern der stadt auch Ylyas an. in den Urkunden wird 
der name bald Ylyas bald Elias geschrieben, vgl. XXIV zs. 12,354. 

2. Scheller s. 280 hat auch Memeringe, und ein Hinrik Mem- 
bring kommt im gedenkbuch 1,46. 2,86 um 1400 vor. andere 
nachweise des beinamens stehen XXVI, 7. merkwürdig ist hier aber 
die form desselben die sich den dänischen liedern vergleicht, HS 
nr. 144. 

21* 



312 ZEUGNISSE UND EXCUrtSE 

3. In den recessen der Hansetage 1,232 wird im j. 1363 ein 
Tidertcus nppem perde erwähnt, es ist möglich dafs dieser beiname 
auf das reiterbild Dietrichs von Bern anspielt von dem die Thidreks- 
saga erzählt (XXI, 3. 4.) oder auch auf Dietrichs ende, s. XXI, 7. 

LXIV. 

1. Der XXVI, 1 nachgewiesene beiname Poymunt findet sich 
auch noch im vierzehnten Jahrhundert: Vinc. Brandl, urkundenbuch 
der familie Teufenbach, Brunn 1867 s. 9 Heinrich der Poymunt a. 
1343. s. 60 Dyetlein dem Poymund a. 1366. s. 112 Dietlein den 
Peymund a. 1373. s. 78 dez erbern chnechts Aelbeins dez poy- 
mund a. 1 368. 

2. Wegen der verwandtschaftlichen beziehungen bemerkens- 
wert' sind folgende namen des 14. Jahrhunderts, urkunden- 
buch des landes ob der Ens 5,129 hrewnhaldten jer Muen;]ein 
DietreicJis des verner khündt a. 1314 (aus einem vidimierten codex 
von 1 632). 5,324 juncvrovn Praunhüten kern Dietreichs tochter des 
Perner a. 1322. — 5,573 Ulrich der chaufman vnd sein aidem 
Dietrich Hildeprantz svn a. 1 330. 

Oben XXVI, 9. XXXVIII sind solche willkürliche Veränderun- 
gen der epischen Verwandtschaft aus dem 1 4. jahrh. nachgewiesen, 
unter nr. XV auch schon aus älterer zeit. 

LXV. 

1. Ältere Zeugnisse für die Harlunge im Breisgau, als das von 
Freige HS 151' angeführte, bieten Bcati Rhenani Selestad. rerum 
Germanicarum libri (res, 1531 herausgegeben, in der ausgäbe Ar- 
gentor. 1610, lib. II p. 177 ab Harelo Harlingi, quorum olim fuit 
Brisiacum, Hb. III p. 281 olim montem Brisiacum Harelungi \)ossi- 
debant, und Seb. Münster, cosmographei 1544 s. cxlix Harelungi 
seind die Breifsgöwer. 

Zu beachten ist in der ersten stelle die fingierte ableitung der 
Harlunge von Harelus. 

2. Zu HS 38 anm. sind noch zwei Harlungeberge nachzutragen. 
a) Mencken Script, rer. germ. 3, 839 sagt dafs ein berg bei 

Leisnig, auf dem die ruinen einer bürg sich linden, Harlungeberg 
heifse. dafs die genealogie der Pegauer aunalen, zu der Mencken 
diese notiz macht, den Harlungeberg bei Brandenburg voraussetzt, 
ist HS nr. 35'' gezeigt. 



ZUR DEÜTSCFIEN IIELDEISSAGE LX[V— LXVII 313 

b) Otto IV baute im jabr 1204 bei Goslar eine bürg, Arnold 
von Lübeck 6,5 (MG 21,217): rex auteni Otto reversus ad sua, 
nondum dimisso exercitu, edificavit castriim lirmissinium Harlun- 
genberch. undeGoslariensesniniisafllictisunt. könig Philipp erschien 
im nächsten frühjahr in Goslar um die bürg zu erobern , aber es 
gelang ihm nicht: ann. Col. max. a. 1204 MG 17,818 und Abel, 
könig Philipp s. 178. 

Die erzählung von dem bau der bürg wiederholt Eikes chronik 
s. SP Schone, s. 450 Mafsmann: de koninc Otte voir uyg weder inde 
buwede Harl&ngeberg. aus ihm entlehnen sie wörtlich die chro- 
nik des Franciscanerlesemeisters Detmar 1,83, die Magdeburger 
scböppenchronik, ausg. von Janicke 127,1 (den Herlingeberch) und 
Fr. Closner, ausg. von Hegel 143,2. 

Ein lateinisches gedieht von Heinrich Rosla über die Zerstö- 
rung dieser bürg hat Meibom Script, rer. germ. 1,771 bekannt ge- 
macht unter dem titel Herlingsberga , s. Lorenz Deutschlands ge- 
schieh tsquellen s. 151. 

LXVL 

1. Im Statutenbuch von Scbaffhausen , begonnen im j. 1385, 
wird bl. 73 die grenze eines bezirkes der montant am randen an- 
gegeben, es heifst darin von Hetzenhoven den Buochberg uff durch 
die schnescblaiffi biss uir den Buochberg vnd übern ruggen ufl' dem 
Buochberg biss uff Galga in den brunnen und usserm brunnen biss 
Kremhilten weg biss an das riet usw. 

2. Dingrodel von Stetten (14. oder 15. jh.) im archiv zu 
Karlsruhe : ze Altinkon bi Vasoltes guote zem lewen ob Vasoltes 
acker nebent dem Zäringer. vgl. XXVI, 2. Mone im anz. 5,3 1 1 wies 
Vasolt aus dem 13. Jahrhundert in Säckingen nach, meinte aber, der 
name finde sich im 14. 15. jahrh. nicht mehr im Badener oberlande. 

3. Uhland Germ. 6,325 wies auf das Alzeier weistum hin , wo 
es heifst (Weist. 1,798) es hat auch herberg in diesem hof: Bran- 
denburg, der Volkerten, der Gerharten, Draguzis vnd Lubrethis. 

Andere Ortsnamen die beziehung haben zur heldensage, s. bei 
WGrimm HS nr. 47 anm. 

LXVII. 

Alcuin sagt in einem briefe an den biscbof Speratus (opp. ed. 
Proben 1, I, 77) 



314 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

Verba Bei legantur in sacerdotali convivio. Ibi decet lectorem 
audiri, non cithaiistam; sermones patriim , non carniina gentilium. 
Quid enim Hinieldus cum Christo? Aiigusta est domus, utrosque 
teuere non poterit. Non vult rex celestis cum paganis et perditis 
nominetenus regibus communionem habere, quia rex iile aeternus 
regnat in caelis; ille paganus perditus plangit in inferno. 

Die ciirsiv gedruckten worte felilen bei Proben, so dafs das 
folgende gar keinen sinn giebt. sie sind hier aus einer handschrift 
nach Jafles niitteilung zugesetzt. 

Hinieldus kann kaum ein anderer sein als Ingeld der fürst der 
Headobearden, Frodas söhn, von dem Beöv. 2020 — 2066. Vidsith 
47 — 49. Saxo granim. s. 283 f. berichtet wird, es ergiebt sich 
aber aus der stelle Alcuins dafs Ingeld in der sage eine würdigere 
Stellung gehabt haben nmfs, als ihm die spärhchen nachrichten der 
angelsächsischen gedichte und Saxos erzidilung anweisen. 

LXVIII. 

In Layamons Brut 2,463 wird von Arthur erziddt 

])& dude he on bis burne 

ibroide of stele. 

|je makede on ahme smid 

mit adelen bis crafte, 

\)c wes ihaten tvygar (wigar hs. b) 

t>e vvitege (vvittye hs. b) wurhte. 
die letzten vier zeilen fehlen im französischen texte, s. die anmer- 
kung 3, 376. 

Maddon nennt die vier verse 'a valuable addition to our scanty 
knowledge of the mythological lore introduced into England from 
Scandinavia'. ist auch kaum in dem namen des Schmiedes eine ent- 
stellung von Wieland zu vermuten , so ist doch dieser zusatz des 
englischen bcarbeiters bemerkenswert als parallele zur Wielandssage 
wie der HS nr. 8 in der anmerkung mitgeteilte. 

LXIX. 

1. Dietrichs haus in Rom erwähnen aufser den XXI, 1 ange- 
führten Chronisten noch Walram de unitate ecclesiae, herausgege- 
ben von Hütten 1520 s. 52 Hildebrant . . . fugit in Traianium, quae 
scilicet niunitio hactenus inexpugnabilis dicta est vulgo domus Theo- 
doriri; und IJernoldi chronicon a. 1084 (iMG 5, 441) berichtet 



ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE LXVHI— L^XX 315 

dafs Robert Guiscard die geisein der Römer aufhebt in castello 
sancti Angeli, qiiod domum Theoderki dicunt. 

2. Zu XXI. 3. Canipi, bist, eccles. di Piacenza 1, 468 teilt eine 
uriiunde Karls HI vom 5 juni 883 mit, actum in vico Fontana Tite- 
rici. später bellst dieser ort Fontana frigida, ann. IMacent. a. 1242. 
1244 MG 18, 486. 488; jetzt borgo di Fontana, zwischen Piacenza 
und Parma. 

3. In Pavia gab es aul'ser dem LH, 2 erwähnten palast noch 
eine erinnerung an Dietrich. Muratori antiq. Ital. 2, 933 teilt 
eine m'kunde von c. 908 mit, in deren eingang es heilst: dum . . . 
in civitate Papiae in sacro palatio, bubi doninus Berengarius rex 
preerat, in laubiani majorem ubi suh Teuderico dicitur, in iudicio 
resederet loannes venerabilis episcopus sancte Ticinensis ecclesie. 
man hat diese stelle auf die reiterstatue il Regisole gedeutet, über 
die GRobohni, notizie apparteuenti alla storia della sua patria, 
Pavia 1823 ausl'ührhch handelt, er erklärt sie 1, 189f. für ein 
römisches werk und vermutet dafs sie den Lucius Verus, den bru- 
der Marc Aureis, darstelle; 2, 52 erkennt er darin Theodorich. er- 
schöpfend behandelt das Regisol IIGrimm , das reiterstandbild des 
Theodorich zu Aachen 1 869 s. 63 — 79. die worte sub Teuderico 
bezeichnen nach Grimm s. 64 entweder die stelle des porticus wo 
eine statue Theodorichs stand, oder sie beziehen sich auf eine mu- 
sivische darstellung desselben wie sie Agnellus (Muratori Script. 
2, 123, abgedruckt bei Grimm s. 1) im jähr 839 in Pavia sah. 

4. Ein musivisches werk das Dietrich darstellte erwähnt Procop 
de hello Goth. 1, 24 in Neapel, nach der lateinischen Übersetzung 
hatte Mafsmann zs. 1, 375 diese stelle mitgeteilt; HGrimm aao. 
79 zeigt dafs im original si'KMv gx iprjcpidcov tivwv ^vyy.ELixevt] 
steht und also nicht an eine statue gedacht werden kann wozu die 
Übersetzung verleitet hatte. 

LXX. 

Die nachricht über den herzog Wilhelm von Angouleme , die 
HS nr. 28 aus dem 12 Jahrhundert mitgeteilt wird, ist entlehnt aus 
Ademars historia 3, 28. (MG 4, 127) die in der ersten hälfte des 
elften jahrh. verfafst ist. hier heilst die stelle : 

Willelmus denique Sector ferri, qui hoc cognomen indeptus 
est, quia commisso praeho cum Normannis et neutro cedenti 
poslera die pacti causa cum rege eorum Storin solito con- 



316 ZEUGNISSE UiND EXCÜRSE 

flictu deluctans ense corto nomine durissimo quem Walander 
faber cuserat, per media pectoris secuit simul cum torace 
una. 

Die cursiv gedruckten worte stehen nur in einer Pariser hs. 
die interpoliert, sie gehören aber sicher in den text: der verfafser 
der historia pontificum et comitum Engolismensium hatte sie schon 
vor sich, für nomine der Pariser hs. steht in der bist, pontific. 
vel scorto. da corto schwerlich der name des Schwertes war, so ver- 
mute ich dafs dieser name ausgefallen ist. die beiden worte vel 
scorto sind nur eine glosse zu corto, und man hat in ihnen nicht 
eine corruptel des schwertnamens zu suchen. 

LXXI. 

1. Zu Otto von Freisingen 5,3 (HS nr. 24. ZE XXX, 1) 
macht am rande eine band des 12. Jahrhunderts eine bemerkung 
die den Widerspruch zwischen geschichte und sage ebenso lösen 
will wie Ekkebard von Auracb. die randnote heifst: nisi forte 
alins Theodericus fuerit snb Attila et item alius snb Erminrico, quos 
omnes vulgus Teutonicum pro uno computarit in cantilena. 

2. Albert von Stade zum j. 460 (MG 16, 304) folgt dem Ek- 
kebard von Auracb, setzt aber bei Tlieodoricum die worte zuquemde 
Ve7'ona nuncupant. 

LXXII. 
Zu XXVI, 6, über den Charakter der Kriemhild findet sich 
eine bemerkung die dem gewöhnlichen urteil entgegentritt in Bert- 
holds lateinischen predigten, Leipziger hs. 496, bl. 57': hec (a- 
varitia) est peior uxor vel contectalis inter omnes uxores vel muhe- 
res que umquam fuerunt. peior quam iezabel. quam atalia. 
herodias venus diana semiramis. dicitur quod crimhilt omnino 
mala fuerit. sed nichil est. 

LXXIII. 

1. Der seltsamen nachricht über Etzels tod die HS nr. 129,1 
aus der sächsischen chronik mitgeteilt ist ähnlich sagt Heinrich von 
Müglin (sitzungsber. der Wiener akad. 1867. bd. 55,464) 

konic Etzel der ertranc in sinem blute, 

sint er ein blütvergizer was. 
auch die kaisercbrouik 424,25 bat diese nachricht 



ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE LXXI- LXXV 317 

do geuogtes sich dar nach sciere 

daz Ezzel retranch in sin selbes plule. 
2. Die cronica de tempore creationis mundi, vor dem säch- 
sischen weichbildrecht, ein dürftiger auszug aus Eike von Repgow, 
wie Schöne, die Repgauische chronik s. 14 zeigt, hat die stelle über 
Etzels schätz die HS nr. 4S'' mitgeteilt ist, auch aufgenommen, s. 33 
der ausgäbe von AvDaniels und FvGruben IS5S: her vand ouch 
den grosseti schätz des koning Etzles, der da manig jar vor begraben 
was. in der nebenstehenden recension s. 3-1 heifst es Ezils der 
lange gevangen waz, was auf einem misverständnis beruht. 

LXXIV. 

Zu HS nr. 134''. unter den Juden des geistlichen spieles kom- 
men auch vor (Germ. 3,275) 

Standenfnes, Helmschrot und ir testes (?:moyses), 
Israhel, Pessack vnd Johel, 
Warrabas, Wülffring vnd her Feygel. 

LXXV. 

1. Was HS nr. 59,3 über Heinrich VU und seine söhne gesagt 
wird, bedarf mehrfacher berichtigung. Heinricli VII starb 1242 
am 12 febr. in Martorano und wurde in Cosenza begraben; sein 
söhn Friedrich 1251, während das todesjahr des jüngeren, Heinrich, 
sich nicht feststellen läfst. s. Winkelmann, geschichte Friedrichs II 
s. 483. 

Die groben irrtümer der genealogischen verse, die eigentlich 
zu bildern der einzelnen personen gehörten , hat WGrimm schon 
besprochen, wie weit aber hier ein zeugnis für die heldensage vor- 
liegt, ist zweifelhaft. Rauchs text stimmt zu der hs. nr. 2782 der 
k. k. hofbibliothek und ist wol aus ihr genommen, zwei andere hss. 
aber, die WScherer für mich nachgesehen hat, nr. 2778 und die 
hs. von Enenkels fürstenbuch im k. k. archiv, lesen wolf fridereich 
statt wolf dietreich. vielleicht hat nur ein Schreiber den ihm be- 
kannten namen der heldensage für das ursprüngliche wolf fride- 
reich gesetzt, der zusatz Wolf zu dem richtigen namen Friedrich 
hefse sich erklären nach der notiz in der Zimmerischen chronik 
2,175: ein graf von Sulz gab seinem söhne zwei namen, Wolf und 
Herman 'uiser der ursach, so der jung ain reulerich mann werde, 
soll er Wolf haissen, wa nit, solle im der nam Herman bleiben.' 



318 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

2. Qualle als name von Wolfdietrichs sclivvert ist HS s. 234 
zu streichen, im mlid. \vb. l,S9l ist die stelle des gedruckten liel- 
denbuckes falsch citiert, sie heilst bei Keller 547,33 

Woldietrich den quallen 

da in dem streite schanck, 

er müste balde fallen 

wem er gab den getranck. 
die bandscbriften des gemeinen textes (Holtzmann str. 2024) haben 
auch die cäsur gereimt, twallen : vallen. 

LXXVI. 

1. Nach den neueren Untersuchungen über die deutschen 
Chroniken des 14. und 15. Jahrhunderts lafsen sich die Zeugnisse 
für die heldensage befser übersehen. Hegel, die chroniken der 
deutschen städte 8,184 f. hat gezeigt wie vielfältig Könighofens 
Chronik von den folgenden Chronisten, zumal des südwesthchen 
Deutschlands, ausgeschrieben wurde, zunächst hegt eine solche 
entlehnung vor in der Klingenberger chronik (mitteilungen zur 
Vaterland, geschichte, herausg. vom histor. verein in SGallen 1,84. 
Hegel aao. 187 anm.), von der die Hüpiysche chronik nur eine 
handschrift ist (s. Henne, die Klingenberger chronik 1861 s. X), 
so dals HS nr. 130 gestrichen werden mufs. auch das älteste Jahr- 
buch von Zürich, aus dem oben XXX, 1*^ eine stelle angeführt 
wird, ist nur eine hs. dieser Klingenberger chronik. nach Hennes 
ausgäbe ist zu lesen den lourmen (bei EttmüUer dem wurme) und 
gedeut statt gedenk. 

Ferner entlehnt die Kölner chronik und ihre ungedruckte vor- 
läge, die sogenannte Agrippina vom j. 1472, wörtlich aus Königs- 
hofen, s. Hegel 189. Müllenhoff bemerkte schon zs. 12,373 unten 
dafs die späteren Zeugnisse wichtig sind wegen der verringerten 
teilnähme an der heldensage: bezeichnend ist dafür in der Kölner 
chronik die art wie in der HS nr. 1 33 citierten stelle die werte 
Königshofens nr, 117,2 verkürzt werden, die stelle bl. 91*^ die 
oben XXX, 1^ ausgehoben ist, entspricht Königshofens worten 
381,1 — 4 dirre vorgenante Dieterich von Bern was 31 jor künig 
und herre zu italia und zu Home und wonete dicke zu Berne : 
dooon gewan er den nammen von Berne, wie doch er was us Ungern 
geborn us der Gothen gesiebte. 

Demnach ordnen sich die XXX, 1 c — h angeführten Zeugnisse 



ZUR DEUTSCMN HELDENSAGE LXXYI 319 

so: c^ und h gehen auf Künigshofen zurück; Clusener {d) und Jo- 
hannes Rolhe (e) auf Martin von Troppau. Steinhöwel (g) ist nicht 
eine Übersetzung der ilores temporuni wie Lorenz Deutscidands 
geschichtsquellen s. 42 sagt, sondern ein dürftiger auszug, s. Hegel 
s. 191 ; die flores temporum aber gehen ebenfalls auf Marlin von 
Troppau zurück. Martin berichtet nichts von sagen über Dietrich, 
wol aber haben die flores temporum (Eccard corp. bist, medii aevi 
1,1591) nach der erzählung dafs Dietrich plötzlich gestorben und 
von Johannes und Symmachus in ollam Vulcani geworfen sei, wie 
gott offenbart habe, die worte : mtilta de ipso cantantur quae a jocu- 
latoribus sunt conficta. Steinhöwel knüpft diese worte unmittelbar 
an die nachricht von Dietrichs plötzlichem tude; die beiden andern 
angaben, XXL 2. 7 fand er in den flores nicht vor. — die quelle 
der Basier chronik XXX, 1^ weifs ich nicht anzugeben. 

Zu dem Zeugnis aus Eike von Rei)gow V sei noch bemerkt 
dafs es aus einer Heidelberger hs. (bei Mafsmann h) ohne Eikes 
namen auch HS s. 207 angeführt ist. 

2. Bei Königshofen ist die erinnerung an Dietrich von Bern 
noch lebendig, das beweisen die gerade hier zahlreichen eigenen 
Zusätze des Chronisten zu seinen vorlagen, auf die HS nr. 117,2 
und vorhin unter nr. 1 mitgeteilten stellen dieser art folgt noch 
381,5—10: 

Etliche leigen lobent disen Dielerich gar vaste , und bette doch 
einen bösen anevang und usgang, wan er was ein bastbart und 
fürte ein unkristenlich Arrianen leben und starp ellendekliche als 
vor ist geseit. er betwang vil lant und lüte mit strite und mit uf- 
setzen sines volkes und rmt mit sin selbes sterke, also noch die herren 
von Lamparten oder andere böse herren dünt. 

Über den letzten satz s. die bemerkung des Chronisten 375,14 
also nu herren die arm werdent, varent in Lamparten oder zu 
andern herren. unter den leien sind die deutschen dichter zu ver- 
stehen, denn die gelehrten Chronisten tadeln alle Dietrich, indem 
sie ihren quellen folgen. 

Noch zwei andere eigene bemerkungen giebt Königshofen über 
Dietrich, s. 378,15 der keyser (Zeno) bette Dietriche von Bern liep, 
wan er gar ein frummer hübescher knabe was und künde sich also 



' vgl. nr. XLVI wo die nachricht übe Dietrichs drachenkämpfe aus cinci' 
Überarbeitung der Kliiigeuberger chronik mitgeteilt ist. 



320 ZEUGNISSE UND EXCUUSE 

wol gelieben, das in der keyser woite han gemäht sinen erben und 
nochkumen an dem riebe. — s. 388,1 fügt er zu den Worten: sus 
gesellete sich Narses zu der Lamparter künige genant Arbure (d. i. 
Alboin) der was dozumole mit den Lampariern zu Ungern, die aus 
Martin von Troppau entlehnt sind, noch hinzu: wan die Gothen und 
die Hünen mit irme künige Dieteriche von Berne hettent die lüte 
zu Lamparten und zu Italia vertriben usser irme lande, das sü gein 
Ungern worent geflohen und wol 40 jar do wonetent e sü hervvider 
heym koment. 

Königshofen nennt Dietrich stets den könig der Gothen und 
Hünen die ihm für ein volk gelten; auch in der HS nr. 117, 2 an- 
geführten stelle liest die vollständige bs. dis volkes der Gothen und 
Hünen, ebenso wird Attila könig der beiden Völker genannt, zb. 
375, 20. 377, 5 oder auch der Gothen künig 384, 15. die Verwech- 
selung beider Völker ist also nicht, wie HS nr. 25 geschieht, auf 
die italische volkssage zu beschränken. 

3. Eine deutsche chronik aus der zweiten hälfte des 15. 
Jahrhunderts, ohne ort und jähr gedruckt \ beginnend bl. 1 Disse 
hernach geschriben materien dauon dann diss büchlin sagt sind ge- 
teilt in siben cappittel und bl. 2 von Ninus und Trebeta erzählend, 
enthält einige stellen über Dietrich von Bern, die aus Königshofens 
hss. AB entnommen sind, aber eigentümlich wegen der wieder- 
holten beziehung auf das singen und sagen der bauern. 

a) bl. 25» (Kön. 376) item die wile dietrich von bern von dem 
die puren singend und sagend ein küng gewesen ist über ein teil 
diss volcks so will ich ettwas von im sagen. 

b) bl. 26« (Kön. 380) Item als die puren von im singend wie 
er und Hiltebrand vil würm vnd trachen ertoten, vnd wie er mit 
Ecken dem. Risern streit davon schribt kein Meister. 

c) bl. 63b (Kön. bl. 1 14^) indem kam gen Rome Dietrich von 
Bern von dem die pnreii singen, vnd nacbdem er küng vnd herre 
was zu Rome von des keisers wegen da richte er die sacb vnd hiess 
Simachum babst beliben. 

LXXVH. 

l. Ein Zeugnis für den Rosengarten, das auf den druck des 

' Marsniaim, Kaiseicbronik 3, 516 aniii. citiert diese chronik und sagt 
sie sei zu Augsburg gedruckt. 



ZIIH DEIJTSCHKN HELDENSAGE LXXVII 321 

heldeiibuchs zurücligehen wird, hat die Klagred eines jungen niünclis 
über sein kutteu (Ciödeke grundrifs § HO, Gl>) aus dem anfang des 
16. jahrli. 

drum wan man vch würt reformieren, 

werdent sie (die bauern) dapffer zu uch schmieren 

mit spiessen büchsen vnd helmbarten, 

als beschach zu wormbs im rosengarten. 

2. Ein älteres zeugnis aus der Mörin ist HS nr. 128 über- 
sehen, die unter iir. 3 dort angeiülirtc stelle lautet weiter 

des dorfft ich ^Yol gen brinhilt dort, 
sye kann gar vil der scharpffen wert, 
doch will ich tun als hrinkild det 
da sie zu wurms den rossgarten het 
und vvil mich nit erschrecken Ion. 

3. Auch zwei andere Zeugnisse aus der Mörin sind nachzu- 
tragen, hl. 46b man spricht her Dieterich von bern 

der leb in wiester rumeney 

vnd fecht allen tag mit wurmen drey. 
bl. 50» Eckart sagt, der dichter würde sich auf das geheifs der kö- 
nigin überall stellen: 

wer es das öde haufz zu bern 

darin der berner was z& haul'z, 

darab so nem er deinen graufz. 
gemeint ist das amphitheater, s. XXI, 2. 

Wie in der vorletzten stelle, so wird auch in Etzels hofhaltung 
132 Dietrich in die wüste Rumenei versetzt 

der auf (auf dem rosse) do muster rciden 

in die wüst Rumeney: 

mit wurmen mus er streiden, 

pis vns der jungstag wont pey. 
aber erst in späterer zeit ist sie ein fabelland geworden, das der 
dichter der Mörin 46^ in die gegend von Babylon setzt 

ich sprach 'wer sie zu babylon 

dort in der wüsten rumeney'. 
früher, zur zeit der kreuzzüge wüste man heiser bescheid. Romania 
bezeichnet einmal das land neben der Bulgarei, s. Neidhart 102, 
24 aldurch der Unger lant, nider durch die Bulgerie, her loider uz 
und durch die Romante. Eraclius 4224 giebt auch eine gelehrte 
erkläriing des namens: weil Constantin erde aus Rom nach Con- 



322 ZEUGMSSE UND EXCURSE 

stantinopel bringen liefs und viele vornehme Römer dorthin ver- 
setzte, von diu ist daz seihe laut Romank genant, aber auch ein teil 
von Kleinasien wird Romania genannt, dies ergicbt sich deutlich 
aus den Chronisten von denen es genügt ein par stellen anzufüh- 
ren, die continuatio Sanblas. zu Otto von Freising MG 20, 321 
sagt: Fridericns . . . ingressnsque cum exercitu Asiam prosperis 
successibus ad tempus incessit, oninibus ei in tota Romania pro 
voto parentibus. von derselben kreuzfahrt Friedrichs I. berichtet 
der codex Strahoviensis (fontes rerum Austr. I 5, 56): fuimus 
transpositi ... de Europa in Asiam moxque Romanie partes teuere 
cepimus. Ipsa quoque que nnnc Romania dicitur, pars uidelicet 
Asie minoris, quondam duabus distincta est prouinciis, Frigia et 
Rithinia. auch der Tanhäuser weifs von dieser Romania und ist 
nicht, wie Mafsmann, Eraclius s. 55 1 ihm vorwirft, verwirrt : MSH 
2, 87b 

diu wite Troie laue, 

diu wart gar äne ir danc 

zerstoeret, da muose sIt diu Rumanie sin. 

Davon unterschieden wird die wüeste Romank, welche die 
kreuzfahrer zwischen Iconium und Cilicien (Armenien) passieren 
musten. Arnold von Lübeck 1 , 9 erzählt dafs Heinrich der lövve auf 
dem rückwege bei Torsult, saracenisch Tortun, landete, und fährt 
fort: profecti autem per triduum transierunt per terram desertam 
et inviam et inaquosam, terram horroris et vaste solitudinis, que 
Rnmenia deserta dicitur. Et ita pervenerunt ad civitatem que juxta 
linguam Turcorum dicitur Rakilei, in nostra hngua Eracha. von 
dort gelangen sie nach Axarat (heut Aktscha Schehr) wo der sultan 
von Iconium sie empfängt. Eraclia wird MG 21, 122 falsch er- 
klärt 'hodie Erekli s. Eregli ad Halym fluvium': es ist wie der Zu- 
sammenhang durchaus verlangt* das heutige Eregli das ziemlich in 
der mitte zwischen Tarsus und Iconium, östlich von dem alten 
Derbe liegt. 

Unrichtiges giebt Mafsmann, Eraclius 551 und Kaiserchr. 3, 
988 weil er nur die europäische Romanie kennt; ganz falsch ist 
Mones meinung, heldens. 66, unter der wüsten Romanie sei die 
italische Romagna zu verstehen. 

Dafs auch Verwechslungen vorkommen, darf uns nicht wun- 
dern, wenn es kaiserchr. 510, 2 von den ersten kreuzfahrern 
heifsl 



zun ÜEUTSCHEN HELDENSAGE LXXVII 323 

durcli linderen si «lo noren, 

daiiiicn durch jml^rie, 

durcli (li wösten romenie. 

der haiden ci'aft fiöch 

in di stat ze antihioch, 
so wird man, weil Antiocliia unmittelbar darauf folgt, lieber die 
ricblige Romania descrta verstehen, als einen irrtuni annehmen der 
übrigens auch auf rechnung des Schreibers gesetzt werden könnte: 
in der Münchner hs. fehlt umosten. — mit unrecht aber heifst in 
Ilirzelins gediclit auf die schlacht von Göllheiin (Lilien<rons bist. 
Volkslieder 1, 13) v. 25 die europäische Romania die wüste: 

von der wüesten Romanie, 

von Chärnten chom ein chrie 

daz walt und perch zeinander schal, 

mit gewalt den Rin herab zetal. 
Sicher scheint es mir auch dafs eine geographische Verwirrung 
vorliegt im Wolfdietrich A: dem dichter schwebte die Romania de- 
serta vor, wenn auch Wolfdietrich nur durch die euroi)äische Ro- 
mania kommen konnte auf seinem Wege von Lilienporte nach 
Lamparten, aber mit der geographie nehmen es die spielleute nicht 
so genau, zumal wenn sich die gelegenheit zu einer Schilderung 
darbietet welche die zuhörer interessieren mufs. der dichter stellt 
die Romanie dar als unbewohnt 421, 1. 2, wo die löwen scharen- 
weis gehen 422,3, wo Wolfdietrich die brünne abzieht und vom 
rosse steigen mufs 457 — 460, wo er und sein ros von hunger und 
durst ermatten 463,4. die ganze Schilderung erinnert deutlich an 
Lhlands schwäbische künde, die aus Nicetas Choniates 2, 7 (Wilken 
4,122) geschöpft ist und die ihren Schauplatz zwar nicht in der 
Romania deserta hat, aber in der asiatischen Romania, s. Riezler 
in den forschungen zur deutschen geschichte 10, 56 und ann. Col. 
max. zum j. 1190 MG 17,799 transito nam<(ue mari statim in raon- 
tana venerunt atque in magna victus penuria Romaniam ti'ansierunt. 
Nach den kreuzzügen, als sich die allgemeine bekanntschaft 
mit dem morgenlande verlor, wurde die wüste Romanie in eine 
fabelhafte ferne gerückt, die Versetzung Dietrichs von Rern dorthin 
gehört wol erst dem 15. Jahrhundert an. 

Mone heldens. 66 und Mafsmann kaiserchr. 3, 988 eitleren 
noch eine stelle Michael Reheims, Heidelberger hs. 312 hl. 204» 



324 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

diu teilest e Rtimeni, 

dar lar ouch nienian bi 

von wurmen ungehiure. 

da ist wilde äventiure 

und freislich gestürme: 

grifen tracken lintwürme, 

manec freislich tier wilde. 
Dietrich von Bern wird nicht genannt, aber die erwähnung der 
ungeheuer mit denen der held nach der Mörin und Etzels hofhal- 
tung dort kcämpfen nnifs, enthält doch wol eine anspielung auf die 
jüngere sage von ihm. 

LXXVIll. 

Felix Hemmerlin (geb. 1389, gest. nach 1457) de consolatione 
inique suppressorum (opuscula, Basel 1497) bl. gg 2 erwähnt das 
ende Dietrichs nach Gregors dialogus ; ausführlich spricht er über 
ihn im 14. capitel der schrift de nobilitate (o. o. u. j.) s. 48 Fuit 
Theodoricns de Verona vir mirae ferocitatis, staturae praecellentis, 
fortitudine corporis praeeminentis et tyrannus immensae crudeli- 
tatis, de quo taliter legitur in historia. es folgt Dietrichs geisel- 
schaft, sein zug nach Italien und die besiegung Odoakers, dann 
heifst es: per totam Italiam regnavit et primum civitatem Veronen- 
sem cum castro et totum marchionatum ibidem possedit et in civi- 
tate palatium mirae magnitndinis, quod hodie comparet, aedificavit. 
Undc vulgus ipsum Theodoricum de Verona nominavit. Hie est 
Theodoricus, de quo legitur, qui tantis saepe rabido furore succen- 
sus et iracundiae fervoribus inflammatus flagrabat, ut ad instar 
prout legitur IL Reg. XXII. quod ascendit fumus de naribus ejus et 
ignis de ore ejus foravit et a facie ejus ignis est accensus et carbo- 
nes sunt accensi ab eo. auch psalm 17 und Hiob 40 vom Leviathan 
werden citiert: quod ita intelligendum puto, prout legitur numeri 
XXVI, ubi dominus immisit in populum serpentes ignotos, qui se- 
cundum magistrum in historia dicebantur igniti, ut Salamandra, 
qui tactu venenoso inflammabant ad tumorem et ruborem igneum. 
Ita idem Theodoricus bellando calefactus flatu quos tetigit taliter 
inficit maleficiatos. nachdem Hemmerlin die stiere des Vulcan und 
den kretischen stier verglichen, sagt er: Hie est Theodoricus de 
Verona, qui apud Wormacensem civitatem in rosario inter athletas 
niundi fortior duella dirissima et monarchiam singularem cum quo- 



ZUR DEUTSCHEN HELDENSAGE LXXVIH. LXXIX 325 

dam viro Sifrido nomine, mirae magnitudinis, fcrtur pepigisse. für 
Dietrichs arianismus und plötzlichen tod beruft sich Hemmerlin auf 
Gregors dialogus und Otto von Ereisingen, und setzt noch hinzu 
Et est iste, de quo dicit fabiilarius Thuricensis: Theodoricus de 
Verona, equo sedens, cum canibus venando cervum vivus in infernum 
ingrediendo fugant. 

Wer der 7Ailetzt erwähnte fabularius ist, weifs ich nicht, über 
die nachricht selbst s. nr. XXI, 7. HS nr. 24. 

LXXIX. 

Die reformatoren sprechen wiederholt von der heldensage, zu- 
mal von Dietrich von Bern, mit geringschätzung. 

1. Zu den Zeugnissen aus Luthers Schriften IIS nr. 146. ZE 
XXX, 4 und LVI kommt noch eins: hauspostille, Wittenberg 1606 
fol. 115a wenn man ein Merlin von Dieterich von Bern sagte, das 
kan man behalten, ob mans gleich nur einmal höret. 

2. EJacobs, die ehemalige büchersammlung Ludwigs grafen 
zu Stolberg, 1868, s. 15 weist aus einer predigt Simon Iloffmanns 
(Erfurt 1523) folgende stelle nach: darumb solt jr altzeit mit dem 
w'ort gottes gespeiset werden, vnd so ofl't jr darein glaubet mit dem 
hertzen, esset ir blut vnd fleisch Christi, das können vnserc alte 
hillebrent nicht in jre blinde kopffe bringen. 

3. Ain kurtzer begriff vnd innhalt der gantzen Bibel, in drew 
Lieder zu singen gestellt, durch Joachim Abedin 1534. der ver- 
fafser sagt D uirw. in dem vorvvort zu den psalmen: Es darffsich 
auch niemands der lenge, als ob es vnmüglich zubehalten, be- 
schwern. Dann ob ainer schon die suih des alten vh newen Testa- 
ments für sich neme zusingen, so ist sy nit allain nutzhcher vnd 
weger, sonder auch wol als kurtz vnd ring zu lernen als der Ber- 
ner, Ecken aufsfart, Hertzog ernst, der hürne Sewfrid, auch als an- 
dere vnnütze, langwirige vnd haillofse lieder vnd maistergesang 
(der schandparen, ehrlosen vnd vnchristlichen, so ainer oberkait 
zuuerbieten wol anstund, geschwige) damit man nit allain die zeyt 
übel angelegt, sonder auch offt vnd dick bifs zu den blutigen köpffen 
wider ainander gesunge hat. 

4. JMathesius, vorrede zu Nie. Herman, die Hystorien von 
der Sindtfludt. Wittemberg 1563. A 6b: Ich tadle der alten Meister 
Gesenge vnd ßergreyen auch nicht , denn ich hab viel alter schöner 
Geticht, darinn man gute vnd christliche Leut spüret, gesehen, als 

Z. f. D. A. neue folge III. 22 



326 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

das vom Pellican, von der Mühle vnd andere. Aber was lehret oder 
wen tröstet der alte Hütebrand vnd Rifz Sigenot? 

5. Eine ähnliche stelle aus späterer zeit weist Birlinger im 
anzeiger 1868 s. 264 aus JGretser und Conr. Vetter, Procession 
Buch Ingolstadt 1612 s. 7 nach : vnd ist freilich mehr daran gelegen 
dafs man sehe, was der gegenwärtig vnd bekannte Brauch leyde 
und erheische als von den alten Wörtern vnd alten Hildebrandt 
disputieren, welches sein zeit vnd mafs auch haben, aber da nicht 
vnd so nicht. 

LXXX. 

Wie die theologen so verwerfen auch die historiker des 16. 
jahrh. die heldensage (vgl. XXX, 2). 

1. So sagt Seb. Münster in der cosmographie 1544 s. XCVI 
Verona, vff tütsch Bern, etlich nennen es Dietrichs Bern, dann der 
künig Dietrich hat es zum ersten gewonnen, vnd andere stett 
darufs kriegt. Von disem Dietrich sagt man vil, dz doch in den loar- 
hafftigen historien kein grundt hat. 

2. Tschudi, Grundtliche vnd warhaffte beschreibung der vr- 
alten Alpischen Rhetie usw. Basel 1 538, bl. 1 vw : Defshalb sölich 
historien, allein von vnnützen tröumen, alten tantmaren, glych 
wie vom altenn Hilteprandt, vnd derglychen, erdicht sind, inn sonn- 
ders so by vns Teütschen alle leer zum theyl erlöschen. 

Während Münster die benennung Dietrichsbern für Verona 
nur beiläufig erwähnt, nennt Tschudi die Stadt stets mit dem zu- 
sammengesetzten namen. im 16. Jahrhundert ist er, wie es scheint, 
sonst ziemlich allgemein im gebrauch, s. die Welsch Gattung 1513 
C 8a Montanus gartengesellschaft nr, 116 und die HS nr. 138. 
ZE XXX, 5 angeführten stellen. 

3. Eine rationalistische erklärung der heldensage gibt S 
Franck, Germania 1539 bl. 56» Dieterich regiert wol vnd friedlich 
32 jar. . . . daher seindt die lieder so man inn Teutsch vonn jm 
singt gemacht, die Risen seindt die Barbari. Dann Odoacer war ein 
Barbarus aufs Rügenn. 

LXXXI. 

Beweist schon die erwähnte Opposition der theologen und 
historiker die fortdauernde bclieblheit der heldensage im 16. Jahr- 
hundert, so werden sich auch aus der litteratur dieser und der fol- 



ZLR DEUTSCHEN HELDENSAGE LXXX. LXXXI 327 

genden zeit noch zahlreiche anspiehingen zu den in der IIS und 
ZE XXX, 3 — 8 angegebenen zufügen lalsen, besonders beliebt 
waren Dietrich von Bern und der hörnerne Siegfried, auf jenen 
beziehen sich folgende stellen. 

1. Ain schöner dialogus, Cüntz vnnd der Fritz (Gödeke grundr. 
§. 140, 1. Uhland Schriften 2, 503) bl. 4a. aber ains waifs ich dz 
vvürt nit falen, da alle die sich yetzfrewen, vnd mainen sy haben 
den Rifs sigenot vnd asprian über wunden, werden nit lang freyd 
haben, dann ich sich vor meinen äugen dz der engel gots dz schwert 
emplöst vnd inen den tod treüet die die warheit so ofenlich be- 
streiten. 

2. Hans Sachs führt in einem Hede, Eulenspiegel mit dem wirt 
(Gödekes ausgäbe 107, 48) ein Sprichwort aus der heldensage an: 

also wart list mit list bezalt. 

uns sagt ein Sprichwort alt : 

Eck an den Berner kam. 

sie waren beidesan 

mit schalkheuten besessen, 
auch 34, 47 erwähnt er diesen spruch, in dem liede der abenteurer 
mit dem or: 

der burgermeister sach sie alle beide an, 

dacht 'der ein treibt gross triegerei, 

der ander ist nit rein, 

wol zwey verprante kinder: 

Eck an den Berner kumen ist\ 

3. Talitz von Liechtensee, kurtzweyliger Reyfsgespahn, Ulm 
1655 (erste ausgäbe 1645, s. Gödeke grundrifs s. 513, 5) s. 179: 
Du stellest dich sehr trotzig gegen mir, als ob ich nur ein Ilew- 
scln^eck, du aber em rechter Hildebrand wärest. 

4. Kurtzer Entvvurff Eines anmutliigen Kinder-Ballets welches 
Durch LX Junge Knaben Theils mit Mutter- Pferden ihres Alters 
von IV. bifs in X. auch XII. .lahren In der Freyen Käyserl. Reichs- 
Stadt Nürnberg repräsentirt vnd vorgestellt wird. Sampt einem 
kurtzen Schäfer-Gespräch vnd andern lustigen Musicalischen Kurtz- 
weiln angeordnet Von Einem Des Durchleuchtigst. Ertzhauses Öster- 
reich Weyl. zehenjährigen Bedienten J. M. L. Anno MDCLXIII. s. 
10: Da meinen die Hoff-Riesen, sie seyn übern Dietrich von Bern, 
wanns ein solches Ding treffen, wanns aber zum kolben kömmt, 
da habens niclit Ilaasen-Füfs genug. 

22* 



328 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

LXXXII. 

1. In den Reimen Balthasars vom Buchel über das zimme- 
risclie wappen (Zimm. chron. 1,442) heifst es 

ein bleckter leo der ain Streitaxt hat, 

recht als ob er schlagen wellt, 

forchtsam als Seifrid der heldt. 
Dafs man im 16. Jahrhundert und später besonders den hörnernen 
Siegfried kannte, zeigen die folgenden stellen. 

2. Brunonis Seidelii parcemiae 1 589, bl. B 3 

sunt qui amant dicteria Grylli 

et qui Smosmannum cupiunt audire per annum 

turpia dicentem, vel Svarmum spurca loquentem; 

quique legunt pfaffi Calebergi facta vel affi; 

bis placet insanus Neidhart, Laurin quoque naniis; 

Cornem Seufridus bonus et nonas per et idiis. 

Marcolf laudatur, Eulenspigelus amatur, 

et quis non legit, quae frater Rauschius egit? 

3. Theobald Iloeclc (geb. 1573, gest. nach 1618) nennt im 
fünften kapitel seiner gedichtsammlung Schönes Blumenfeldt 1601 
unter andern gedichten die damals beliebt waren 

den Pfaffen am Kalnberge, 

den Hirnen Seyfrid mit seim kleinen Zwerge, 

den Markolphum alte, 

den Eulenspiegel auch in solcher gstalte, 

vnd die Centonouellen, 

das NarrenschilT mit Schellen. 

4. Noch im achtzehnten Jahrhundert finden sich anspielungen 
auf das Volksbuch vom hörnernen Siegfried, so in JGMüllers Sieg- 
fried von Lindenberg, und ThG von Hippel läfst in seinem lustspiel 
der mann nach der uhr oder der ordentHche mann 1765 im vierten 
auftritt Lisette sagen: Was für fehler kann wohl ein junger herr 
haben, der mademoiselle Wilhelmine liebet, der treugehorsamen 
Lisette manchen gehörnten Siegfrieden in die Hand drückt. 

Lxxxin. 

1. In dem meisterliede der Weimarer hs. fol. 419 steht als 
nr. 336 das lied von den drei starken kämpfern. die dritte Strophe 
hat Gödeke in der Germania 15,201 mitgeteilt und besprochen; 
die erste über Dietrich lautet : 



ZUR DEÜTSCHEIS HELDENSAliE LXVXll. LXXXIII 329 

Drei starke kempfer ich beschreih. 

der erst Dietrich von Bern, 

der erlegt den küng Fasolt, 

als er in wolt 
5 mit arglisten zu decken. 

auch Ri'izen das ungefüg weih 

kämpf kunt im nit gnug weren. 

den grossen risen Sigenot 

schlug er zu tot 
1 und auch den starken Ecken 

darzu auch den hiirnen Seifrit 

erlegt er zu sein zeiten. 

der all Hillehrant auch verschid 

durch Berners listigkeiten 
1 5 drum er bis an jüngsten tag mufs 

zu einer bufs 

noch mit den wurmen streiten. 
Was der dichter von Dietrich sagt, läfst sich nicht auf eine einzige 
schriftliche quelle zurückführen, sondern stammt aus seiner be- 
kanntschaft mit der sage die allerdings schon spätere entstelhingen 
zeigt, aufser den gedichten Ecke und Sigenot (vgl. XXX, 3. 8. 9) 
kannte der dichter die vorrede des heldenbuches oder deren quel- 
len: denn was er z. 11 von Siegfrieds tod erzählt, steht in der vor- 
rede 7,26 Keller; HS 301 wird dafür nur noch das zeugnis des 
Staricius angeführt der gewis das gedruckte heldenbuch benutzte, auch 
die etwas unbestimmte nacliricht über Hildebrands tod z. 13 wird aut 
die vorrede 3, 29. 11, 15 zu beziehen sein, dafs Dietrich aber bis 
zum jüngsten tage mit wurmen kämpfen mufs, (vgl. oben LXXVII, 3) 
und zwar zur hülse für Hildebrands tod, davon weils die vorrede nichts. 
2. Dieselbe hs. aus Weimar hat nr. 611 das erst bar von Hueg 
Dietrich, in der Kalberweis Hans Heyden. 1566, 20 jan. von Vogel 
gedichtet, der anfang lautet Es wardt ein buch funden vor man- 
chem Jahr in einem kloster Tagemunden genant w ar. nr. 454 steht 
das ander bar von Hug Dietrich. In der härten steinweis M. Vogels 
1566, 22 jan. beginnend: Hug Dietrich zu Bechung sprach. 

Mehr als diese beiden bar hat die hs. nicht, wie der eingang 
des ersten zeigt, folgt der dichter dem gemeinen text (D) des Wolf- 
dietrich, er behandelte aber nach der Überschrift nur die Werbung 
Hugdietrichs, die ja ein abgeschlofsenes ganzes bildet. 



330 ZEUGNISSE UND EXCURSE 

LXXXIV. 

Zu den IIS nr. 150 aus Fischarts Schriften gegebenen Zeug- 
nissen kommen noch einige. 

1. Nachtrab oder Nebelkräh, 1570 bl. 16a 

wer wolt doch nicht allhie erzittern 
vor diesen schwartzen Jesuitern. 
die Münch die führen lange Spiesz, 
ich glaub wol dasz es ser verdriesz 
die Landsknecht vnd manch dollen Reuter, 
weil sie die Munch vertringen leider, 
der hörnen Sewfried gilt nicht mehr, 
weil der Münch Ilsän kommet her. 

2. Ernewerte Beschreibung der' Wolgedenckwürdigen Alten 
vnd warhnllten verwunderlichen Geschieht Vom Herren Petern von 
Stauffenberg usw., Strafsburg 1588, B 2 

Oder wollen wir weiter traben 

Vnd aufs dem Heldenbuch hüllf haben, 

Als die Treu Hülff Zwerg Elberkhs 

Sampt der Rauch Eis Wolff Diethertchsf 

Oder sollen wir Hülff erwarten 

Von den Helden im Rosengarten, 

Dem Schruthan vnd Asperiati 

Dem Hörn Seifrid vnd Mönch lllzan'i 

Oder aufs Artus Messenei 

So die Tafelrund bsetzten frei? 

Oder wollen wir wecken aufF 

Inn Venusberg den schläffrigen Hauff, 

Den Tanhäuser vnd Sachssenheymer 

Die doch darbei sind gute Reimer, 

Die Denckwürdig alt Geschieht (eine zeile fehlt) 

Sampt ires Treuen Eckarts Zwerg, 

Der sie bei Brisach führt inn Berg? 

3. In demselben gedieht B 5 wird ausgeführt wie schon die 
beiden vor Troja des citherspiels kundig waren, auch Volker wird 
nicht vergefsen : 

Der Altzenfidler könnt heut geigen 
Vnd Morn im Rosengart sich zeygen. 
Die Hand welche den Bogen zogen, 
Zogen auch offt den Fidelbogen, 



ZLK DEL ISCHEN IIELUENSAGE LXXXIV. LXXXV 331 

Vnil was ilüch keyns vom andern gschendt, 
Eyn jedes gschah zu seinem End. 
4. Auch im Gargantiia finden sich noch ein par anspielungen ; 
seit ein Kabifsbauer in seim Kabiskopf nit besser verstehn, wann 
ich jhne nennt WoJffharte, Hihhbrand, Sigfrid, Fridericli, Gott- 
rid, ^Yin^ch usw. aiisg. von 1590 s. 203. — was? solt ich bei 
Mannlichen Leuten nicht angenemer werden, wann ich ein solchen 
Knebelbartfrefsigen Namen bette, der von gethön vnnd hall 
den Leuten aufszusprechen ein lust gibt, als Eisenbart, Kerle, 
Hörebrand, Hartdegen, Schartdegen, Degenwerd, Wildhelm, Helm- 
schrot, Voland, Grimmwald, Grmmhild, Kibhelm. Künhelm, Fastkün, 
Eisenarm, //ö"noar< ... s. 203. — aber das Baderisch und Bechlungisch 
messerwerfen, scharsach schiefen liefs er sant Veiten haben s. 
345. — und also die andere Hern HautTschlag, Greuelhelm, Helm- 
schrot, Kleingolt s. 532. — weil sie (Euryt und Cteat) aufs Sylberen 
Eyerschaln warn geschloffen, so werden sie heut gewifs aufs Stähli- 
nen Nebelkappen schliefen s. 383. — wiewol ich nichts auf die berg- 
knappisch nebelkappen halt s. 477, 

LXXXV. 

L ChrPhvonWaldenfels, selectae antiquitatis libri XH, Nürn- 
berg 1677 handelt s. 374 f. über Eckhart, nachdem er ihn mit Hec- 
tor identificiert hat, fährt er fort: 

Ali US Eckardus redhibetur Zenonis et Augustuli christianorum 
iniperatorum coaetaneus, dnx Brisgoviae et dominus Elsatiae, qui 
in curatela consanguineorum suorum minorennium Harlungorum 
admirandam extremo vitae discrimine contulit fidelitatem. Unde 
et Fidelis Eckardi agnomen dignissime adeptus. Fabulosae vero 
recordationis ergo tale commentum ac si post mortem in conficto 
illo Monte Veneris vel Melibocco praesidens frivolos advenientes 
de damnoso accessu et frequentatione dissuaderet, conglutinatum. 
— s. 377 erwähnt er noch den aberglauben: hodierno quoque die 
superstitiosi nonnuUi vocem improvisam quasi susurrantem audien- 
tes imaginantur Treu Eckardi spiritum eos revocare. 

Die nachricht wird auf die vorrede des heldenbuchs zurück- 
gehen, wo er ebenfalls 'aufs Elsas vnd prüfsgaw' heilst (3, 23 Kel- 
ler) und die erwähnung seiner wache vor dem Venusberg ebenfalls 
düTch man sagt d, 26 und man fer meint auch 11, 25 von seiner 
tätigkeit als pfleger der Harlunge geschieden wird, das volk der 



332 



ZEUGNISSE LISI) EXCURSE 



Hareliingi als bewohner des Breisgaues hatten auch die gelehrten 
des 16. Jahrhunderts für historisch genommen, s. oben LXV, 1. 

2. Ein älteres zeugnis für den warnenden Eckart findet sich 
in dem gedieht die Welsch Gattung Strafsburg 1513 (Gödeke 
grundr. § 117, 20) bl. Jja 

ich ^Aarn euch als der treu Eckart. 
Berlin, im juni 1871. 

OSKAR JÄNICKE. 



DIE FLORENTINER GLOSSEN. 



[87'] Arrabo, arrabonis i. phant 

quasi arra bona que spon- 

se datur. 1. 
acinax, ferrea asta. i. azger. 2.73. 
alnus erla. 3. 

amurca [88"] fex olei. i. dnisina.i. 
5 aucipula clobo. 5. 
ascella öchesa sab humeris. 6. 
acitabulum aceti uas. phanna ci- 

atus. 297. 
ansa hantaba 1 hasta. 7. 
arula, uas prunarum glötphäna, 8. 
10 alietum auis eringre'z. 9. 

attacus. hera l ut quidam hun- 

bel 10. 
arctolus satelboge. 1 1. 471. 
argilla Umus l testa mergil. 12. 

472. 
afforus phirllo. 
15 andeda brantreita. 13. 474. 
alx genus bestie. i. elaho. 1 4. 473. 
ariola höba. 15. 
aquamanile hantcar. 16. 473. 
alcerto haiger. 17. 
20 alenos ellenbogo. 18. 

amiclum peplum fascia pectorale 

höbetöhc. 19. 



auripigmentum orgement. 

acer agena. 20. [88''] 

apsintium wormiti. 21. 

acer gundereba \ mazzUlira ar- 25 

bor. 22. 477. 
anetum tille. 23. 
apium ephe. 24. 
allium clobeloch. 25. 
ascohnium asclöch. 26. 
acies acumen wessin. 27. 30 

alapa orslac. 28. 
aurugo species coloris. i. gelivi. 

29. 
aulicus honetrut. 30. 
anco mismos incastratiira. i. not. 

31. 
aspidiscus uncinus craphio. 32. 35 
alec, allecis. i. harinhc. 33. 
arvina. i. pinguedo. i. unslit. 34. 
axidonum. i. stöL 
albugo hÖcsal. 35, 
andromena. i. gazza. 36. 478. 40 

[89"] 
anus uetula. I alibi ars. 
ascia desehla l barta. 37. 479. 
aneta. anit. auis aquatica. 38. 
auena habero l wüthabero. 39. 



14 Graff' 3, 366 21 peplum und höbetöhc übergeschrieben 24 wor- 
mili überg: 25 arbor überg: 39 höcsal iiberg. 



DIE FLOHb:iNTIi\ER (BLOSSEN 



333 



4i axilgia. smero 40. 

allicito, imiito spanon. -11. 

aiiricalcum. i. mosc, orcal. 

artocrea crapho. 480. 

ara stabuliim porcormn sH^a. 
481. 
50 aquariiis achari. 42. 316. 

ascelle sceidun. 43. 317. 

aulea wnhehanc. 44. 318. 

annuabile halMsin. lachin. 45. 

amphihalmn man. 
55 alea zapliil. 46. 325. 

atriplex mölhta. 47. 326. 

ancra saxa senlielslen. 48. 

apparitor satelles. diensman. 49. 

aviariuni fogelw~Jda. 50. 46^2. 
Gü adolatura parta. 51. 

allübrox gallus burgendare. 52. 

adulator losare. 53. 46'J. 

allido. elido. hie cerislozon. 

aurirrigiiim goltborto. 54. 484.70. 
65 arpago tridens 1 fiiscimila craöal. 
55. 25'6'. 

auiugo color in auro 1 geleshnt. 
56. 

alopicia prmf. 57. 

ardea hetger. 58. 

an^tra w/s<?7. 59. 
71) asserum laddo. 60. 466'. 

aser haselörz. 6 1 . 

anaglipba manlicha. 62. 46'7. 

arnica wolfzeisila. 63. 

armentarius cancilari 64. 4^<5. 
75 attenuatus [89'] garmeter. 65. 

auricularius ratgebo. 66. .?24. 

assatura spizpralo. 67. 



bO 



arundo canna. i. ror. 68. 
adiilteriiia clavis affejerslnzel. 69 
ap'fusiis h' icasholanter. 70. 
arnoglossa wegerich. 71. 
agaone subtilla b' M^orwtt..r...z. 

72. 
agre 1 canape h' hanif. 73. 
alamen 1 casaltro l spiptiria h' 

bisten. 74. 
alosantiis li' wormiota. 75. 85 

apiorisu l butrarion heininfiioz. 
agatia fructus arboris spinosi. i. 

s/e''rt. 76. 
ausora ringila. 77. 
ainatilla acter b' holantar. 78. 
albamenta rosarum wizummiza. 9u 

79. 
auellane nespila fructus l arbor 

ipsius. 
amarellus amirzo. 
artagge birchun. 80. 
avellaiia ska. 81. [90"] 
Bursa pellis. i. kut. 82. 95 

bolboma. urna. i. embir. ^d.299. 
botbolicula stouf. 84. 
baiasiuiu. imago. i. bilde. 85. 
bootes. sidus. bubulcus. i. o'si- 

nare. [90''] 
bubalus. i. iDisant. 86. 
bubo auis nocturna, i. hvo. 87. 
braca femorale, i. bröch. 88. 
bulla sperula aurea. i. rinch. 80. 



100 



bostar rinderstal. 90. 480. 
ballena. species piscis. i. walira. luj 
91. 490. 



45 smero überg. 47 mosc überg: 54 mantil? 69 nustil? 82 
or ist ausradiert 84 vgl. GrafJ^, 6S& 92 f^/. zs. 9, 391, :>5 99 vor 
jji h ausradiert, sidus üüerg\ 102 «atA c i« bruca rasw 104 stal ü er 



334 



DIE FLOIJENTINEU (.LOSSEN 



brancia gullnr i niaxilla. i. chela. 

92. 
bastaban bremo. 93. 
bitumen ertlim, gluten terre tcna- 

cissimum. 94. 491. 
biiciila iiacca iuuencula. i. kalbn. 

95. 492. 
110 buculare labium. i. labil. 96. 493. 
bipennis. parta bial. bis acuta. 

97. 494. 
botrus wintrubo. 98. 495. 
butirum pinguedo lactis. i. anco. 

99. 
biiTus, cottus fimbriatiis cozzo. 

100. 
115 Imttudo shgimeli. 101. 

baratrum uorago. i. holberloch. 

102. 496. 
basis staphalin quic([uid fiinda- 

mento subicitur. 103. 
bucca. OS. mnnt. 104. 498. 
balbutio, bla^'bizo stanbilon. 105. 

499. 
120 botinus lacha. 106. 500. 

hinx\h\\(jolenueppewrm.\^1.501. 
basterna. species uehidi. i. sam- 

böch. 108. 508. 
balbus, blesus. neselenter. 109. 

502. [91"] 
behüs. concauiim. label. HO. 
125 barbita suegila. 111. 
biiUa blatera. 112. 
blesus lisbinter. 
bracia malz. 113. 503. 
bancale. i. bandachin. 114. 504. 



bacinum. i. becchin. 1 15. 76'. 13u 

bulcio bolz. 116. 505. 

bacbones. perna. i. bacho. 117. 

bacina. i. wegwüha. 118. 

brinna. i. hundaz. 119. 

bacha wahegelari. 120. 135 

brasicia. i. loirz. 121. 

boletus bV.liz. 122. 

bratea. i. 'plech. 1 23. 

brancus (Umpho. 124. 

bruma. i. rifo. 125. 140 

brionia. herba. \. schitworz. 126. 

brucia bechela. 127. 

batus brenbrema. 128. 

butracion l apiorisu heininßoz. 

129. 
basilica l basilicon t regia ma- 145 

dilger. 130. 
bicus lingua spechtes znnga. 131. 
buris fluggishöblt. 132. 506". 
biduvium kertare ui rebemezzer. 

133. 5(?7. [91''] 
Cidarim. pilleus mitra /iö6e. 
cataplasmo. medicamina inligo. 150 

i. faschon. 134. 5i4. 
catharus. mundus. i. reiner. 
contubernalis hergesello. 1 35. 

cornus erlizbovm. 136. 
cotanus chntimbovm. 137. Ji5. 
calpodia Zas<. 138. Jj^ö". 155 

curicule. wortherngil. 138. 
culucalus xoazirstelce auis. 139. 

5i7. 
crenüum spaha. 140. 505*. [92"] 



108 ertlim überg. 109 kalba ?V6e;' uacca 114 cozzo iiherg: 117 

staphalin übevg: 133 ig/. G?-«/)/'' 1, 677 134 l. huudaz 135 vgl. Die- 

Jenbachs giossariums.^i" 144 Z. heiuinfuoz 152 hergesello «Vierg'. 156 
th auf rasur 



DIE FL0RENT1NEH GLOSSEN 



335 



cardiacus herzesuhiiger. cordis 
dolorem liabcns. 141. 
160 ca})reasilvaticas?em</es. 142.57,9. 

capra doniestica geiz. 1 43. 

castor fibur. i. biber. 144. 

cimiciilus lorichi. 145. 320. 

capreolus capreolus rech. 146. 
521. 
165 ceculus blmdosh'cho. 147. 522. 

capedo species piscis. i. alant. 1 48. 

conca. i. concula muscnla l labil. 
149. 

Cancer crebizo. 

capus falco. 150. 
170 cuculus gonhc. 151. 

carduelis distilwizo , distihdnco. 
152. 

caradrioD lericha. 153. 

coturiiix perdix. i. rephön. 154. 

cicendula cleno. 155. 523. 
175 cornix cra/a. 156. 525. [92'] 

castor o^^rr. 157. 

cautia scribizuz. 

caiilerium J cauteriolum cantari. 
158. 

cal Vitium cahoa. 159. 529. 
180 cervix. i. Collum hals. 160. 

cubitus e?m. 161. 

cartillago. molle os et sine me- 
dulla. crostilla. 162. 543. 

coste rippe. 1 63. 

coxa 8: clunes rfeecÄ 1 /??//fe. 164. 
571. 
185 cerebella hirnereba. 165. <5ii. 

celiffal tenar. 166. 

calxcalcaneuin fersina. \Q1.551. 

crus. tibia sct*nca. 1 68. J<52. 



Cüclea turris in qua per circui- 
tuni ascenditur wendilisten. 
169. 553. 

Camera gewelhe. 170. 554. I'jü 

crypta cruft. 171. 

cementum pflaster. quo murus 
compingitur. 172. 

calces calc. 173. 

cementarius murare. 174. 

curia dinchns l sprachns. 175. l'JS 

curialis esagfo. 176. 510. 

calips ferruni. i. sfai 1 isan. 177. 

cauterium ferrum cum quo ani- 

malia uruntur. i. bolz. 178. 

555. 
c\a\üs stinrnagel l sMec.179. 556. 
clavis sluzzil. 180. 557. 200 

creagra. fuscinula crewel. 181. 

circinus msa. 182. 559. 
circus ul circulus 1 ciclus. i. r?»c. 

183. 
carra \ carriica 1 carpentum. 

plaustrum. i. wagen. 184. 

carpentarius holzwercman. 185. 205 
cuna I cunula l cunacubuhim 

loaga l Iq'geride. 1 86. 560. 
cenaculum mösgadem. 187. [93"] 
cartallum canistrum. i. cratto. 

562. 
calathus zeinna. 188. 564. 
ciatuscalixmodicus. i.slouf.lS^. 210 
cratera napfl coph. 190. 547. 
coclear leffil. 191. 5^<?. 
caldarium I caldariülum chezze. 



171 distilwizo überg\ 179 o zwischeti I m7«c?\v ausradiert 213 ^. chezzel 



336 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



in quo calefit aijiia. 192. 
565. 
cantharus naff \ canneta. 1 94. 
548. 
215 celatura heui \ graft sculptura. 
193. 56ß. 
cyminum cumi. 195. 
cucumis l Cucurbita ciirbiz. 196. 
cucumerarium curhizgarto. 197. 
carectum ried l saer. 19S. 567. 
220 cicuta scherelinc. potius herba 
quedam uenenata. 1 99.J6'6'. 
cepa louch. 200. 
ce]^e pJilanza. 201. 569. 
cerefolium cheruilla. 202. 
Carduus distil. 203. 
225 canniva cm/". 204, 

celidonia scheUiwrz. 205. 
colocasia icüdumimza. 206. 
casia uirga corticis robusti pur- 
pureis foiiis wihhonm. 207. 
coliandrum collindir. 208. 
230 caulis choU. 209. 

cardamus loildecresso. 210. 
crocus species floris. i. crugo.'l 1 1 . 
consitus plantatus gmbüolir. 212. 

526. 
citta cortex. i. rinda. 213. «5^7. 
235 cippus stoc l bloc. 214. 
cedrus cedirboum. 215. 
cinus criehbonm. 216. 528. 
carapenus haginbucha. 217. 
corilus hasil. 2 1 8. 
240 colurnus hesUiner. 219. 
coccus rotphellil. 220. 
cocciniim reizza. color rubeus. 
221. ^5Ö. 

219 hinter saer ach ausradiert 
cch auf rasur 265 /. cuacla 272 



cortina uelum. i. umbihanc. 222. 

caliga scöch 1 soc. 223. 

caligula sochili. 224. 245 

ciange hosiin. 225. 

culix mugga. 226. 

capulus /ie?za I anthaba. 227. 

cassidile. petra muhsina casfa. 
cos tcezzesten. 228. 250 

culter. i. cultellus mezzer. 229. 
camites canti /e?^a circa rotas. 

230. 55^. 
clivus halda. 231. JJ4. 
crepido sticchili l hali. 232. JJt'. 
controversia altercatio. i. strü. 255 

233. 
cardo ange. 234. 
callis 2)/iaf t toec. 235. 
calles s««Y. cutis spissata. 236. 
celramentum blacha. 237. 533. 
colustrum biest. lac nouum post 2ß0 

partum. 238. [93'] 
constellatio gistirne. 239. 
calcatorium torcular. i. truta. 

240. 513. 
conpluvium dachtrouf. 241. 544. 
carbasus segil. 242. 
colus roccho l cunila. 243. 545. 265 
colum siha. 244. <546'. 
clava co?&o. 245. 
curtis hof. 246. 5ic9. 
curtile ho festat. 247. .?2Ö. 
crispus reider. 248. J5J. 270 

cömanipularis hergesello. 249. 
colossus. i. irminsvl altissima co- 

lumna. 250. 536. 
calceus \ caliga scoch. 251. 

241 beide worte über der zeile 254 
iruiinsvl überg'. 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



337 



cistella. capsella. i. tasca. 252. 

[94'] 
275 clitella ciistella i meissa. 
bisentium kalba. 
corrodo dilaccro. i. bignago. 253. 
depo furor. i. stilo. 254. 
catillo alienas doinos more cati- 

lorum giro. i. yiascon. 255. 
280 clisco creso. 256. 

cavillum cauillatio hu l spot. 257. 
coacuo. in acetum uerto. i. isu- 

ren. 
consultatio ratfraga. 258. 
collimito anamarcho. 259. 
285 confuto gehono. 260. 337. 

confrigo gerosto l geherto. 261. 

639. 
conpilator aliena dicta suis mis- 

cens zesamene plezzare. 

262. 340. 
conger hasela. 263. 
capistrum halftra. quo equi ca- 

piuntur. 264. 349. 
290 capitium hobüloch. 265^. 321. 
collarinm halstöch. ul circulus 

colli. 266. 
ceruical cnssi puluillus. 
consistorium dmchkus. 267. 
cauea. domuncula ubiauicule in- 

cluduntur. i. k .'.m'a. 327. 
295 crista camp. 268. 338. 
ceruleus carfo. 269. 
castorium medicamentum de 

castore bibtrtDrz. 270. 342. 



cansape mensale ambetlachin. 
211.322. 

calta species floris. i. de. 272. 
[94"] 

concionator sprachari. 273, ,570. 300 

coi'bis 1 cophinus corh. 274. 372. 

comedo glutio mlifraz. 21^.37 3. 

corinbus trubo. botrus. 276. 

cylindrum wellibloc. 277. 374. 

cribellum sibelin. 278. 305 

cinobatus hundisberi. 279. 

citania h' chotan. i. mala cedonia. 
280. 

coropodium chntina. i. mala ce- 
donia. 281. 

coconidio dlantes bere. 282. 

ceruisaria donius prnhus. 283. 3io 
323. 

calli formule ad faciendos cal- 
ceos. i. leist. 284. 

Discoforus discum ferens. i. 
trntsaz. 373. 

di.scriminalia muliebris capitis 
ornamenta ([ue crines 
discernunt. fasvviUa. 285. 
377. 

däma l dämula htntchalb. 378. 

dextralia. late armille bougun. 315 
376. 

deambulatra ubi deambulari pol- 
est, i. genge. 

delicatus deliciose niitritus zar- 
tüicher. 286. 379. 

delfin mersuin. 



276 wenn man auch an ein verb biso das aus pisitare Diefenhacli s. 438 " 
zu entnehmen wäre, denken kann, so bleibt doch immer die frage ivie die glosse 
in den buchstaben c kommt, es kann allerdings leicht das mit c beginnende ivorl, 
zu dem die glosse gehörte irrtümlich ausgelassen sein 282 l. ueitor. 
irsurea 288 hasela iiberg. 308 ibutiiia überg. 



338 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



dumus. i. Spina, i. doriL 580. 
320 deditio zurgtft. 287. 

danubius p. n. tluiiii. i. tönouua. 
decipula. laqueus 1 nalla l druh. 

583. 
dolabra ascia. i. harta. 584. 
decerniculum oniamentum uir- 
ginalis capitis ex auro. i. 
nnderhant. 585. [95"] 
325 ductile. metalJum^es/a^eMes.288. 
587. 
dolo snido. i. houuo. 289. 586. 
desipio. male sapio. i. tübizo. 
depasco cOsumo frhzo. 290. 588. 
dehisco scrindo. i. chino. patesco. 
589. 
330 diffido despero. i. fercan. 291. 
590. 
depello uzstozzo. 292. 
deccdo discedo. locum do. i. 

rimio. 
deriuo detraho 1 deduco i rüso. 
dedo subdo tradü. irgibo. 
335 deiitilia restera. dentes aratri. 
680. 
deprauor. ris. ih ferhoson. 293. 

591. 
duciolus zapfo. 
dictänum wit ."r . . z. 
deuocatio sceltuga. 592. 
340 dipsane lochesuesini. 294. 593. 
demolitus zostorta. 295. 
detontio andd't hwisabida. 296. 
deppo siozo. 

dormitilla fichuurz. [95''] 
3i5 dorsale ruclacchen. 594. 



dcntix waler a. 297. 595. 
Ecclesiastes. concionator. i. 

ephoebia lupaiiar hovrns. 
electrum metalliim auro clarius 

fnlgens. i. gesmelze. 
elleboron. ueratriim. i. Jiemera. 350 

germdra. [96"] 
enigma obscura sentencia. i. 

ratisca. 
eucharistia bonum donum. i. 

vvizzot. 601. [97"] 
extalis grozdarmlgrozmago. 298. 

599. 
editio translatio. i. an//} stnnge.'^. 

299. 
empticius chüffscalch. 603. 355 

emuuctoria forcipes quibus 

adusta luminaria purgan- 

tur cluß. 604. 
examen suarm \ iirsöch. 
crugo. rubigo. i. 7'ost. 
eruca uermis in bolere. i. gra- 

sev'rm. 601. 
ebor helfent ben. 596. 360 

elephans beluarummaximus /te/- 

fant\ 597. 
edera ebach l ebee^'ue. 598. 
ex"ox species piscis. i. laslis. 606. 
ericius bestiola spinosa. igil. 
extire posterior pars capitis, i. 365 

noue. 
eburncus helfe' titbeininer. 608. 
epeditio heriuart. i. preparatio 

belli. 607. 
eques 1 equester reüman. 



333 ein Verb um runsjan vo« ruiisa dem tat. gemä/'s? 339 /. sccltüga 
342 hintliabida? 343 beide worte sind mir unverständlicli. gehört hier- 
her sioza zs. 2, 5? 365 Graff2, 1113 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



339 



essedum species uehiculi. i. sam- 

böch. [97''] 
370 escarus genus piscis. i. huso. 609. 
episiunen zömose. 610. 
eniungo narcs purgo. i. smüo. 

611. 
exentero uentrem apeiio. i. 

scurffo. 300. 613. 
excorio. corium aufero. i. ßlo. 

skindo. 301. 612. 
375 exto"bero. nodiosus fio. i. mase- 

ren. 302. 615. 
exploro inquiro. i. spehon. 303. 

614. 
excutio uerbero. bluio. 304. 
enula alant. 305. 616. 
ere''clea h' reüachaltir. 
3S0 exungilogia l sintice. Ji' smeruua. 

617. 
exedontiton. i. cicer. h' chicherra. 
erpillum pnleio. 
esculus spboum. 618. [99'] 
Fistula calamus l suegela. 620. 
385 fascia i uuindinch. 306. 

furg'a haggo l zuisilla. W1.621. 
furcilla gabala. 308. 622. 
fuluum rotez. eluuez. prunez. 

309. 
feminale. l femorale brache i. 

bröh. 
390 fernen coz^a. i. diech. 

liscella. sportula. i. cnrbele. 629. 
fascis I fasciclus gebündelt. 630. 
fibula i. cautenatio. i. nmkU. 631. 
forceps zanga quia fortiter capit. 
395 fuscina. i. fiiscinula creul. i. cra- 

pho. 632. 



falx sihcHla. 

falx fenaria segensa. 3 1 0. 623. 
feniseca viadare. 3 IL 624. 
fenuni secans falcastrum riut- 

seginsa l getisin. 312. 625. 
iorn'w sw'bogo l sigiiiim uictorie. 400 
furnus 1 fornax onan clibaiius. 

313. [99''] 
fumarium rouchhus. 302. 
figulus hauenare. 633. 
llauus faluer. 634. 
feriae fira uacationes. 635. 405 

fenus qiiestus ul usura 1 h^an. 

636. 
funda slinga. 637. 
fuiidibulariiis slingare. 638. 
fissilis duftiger. 314. 639. 
ficetula sneppha. 410 

fringellus fingo. 
fueus api similis. i. trenö. 315. 

640. 
ficones socsoöha 619. 
fagus böcha. 

fraxinus asc. 41 5 

fusarius spimielbovm. 641. 
fusus spinnela. 
farnaicus cippiis. i. stoc. 
feniculum fenechil. 
fcnicium fenich. 420 

fragil m erdbere. 
fiingiis SU am. 

fascinum 1 fasciuatio zoub\ 642. 
fideiussor cuius aliquid fide com- 

mendatur. i. burgo. 
fertiis. panis. i. ßado. 643. 425 

flabrum I flabelkiin uentus 1 

unadel. 



379 so/ist kann Ich das worl nic/il nnehuu-isi'n 413 /. socscoba 



340 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



fenicium coccinum. i. rezze. 3 1 6. 

643. 
finibria traro. 317. 644. 
fidis corda. i. seito. 646. 
430 fiindus predium girunt \ hoidnn. 

648. [100^] ' 
fidicen fidibus canens seitspilare. 
fimus (leise stercus boum. 626. 
fonalia stuppe luccrnarum. i. 

dat te. 
flacceo arefio niarceo. i. wesinen. 
435 findo diuido v. spalto. 
fascino zouberon. 
frico rosto. herto. ribo. gnüo. 318. 

649. 
fetellus calp. 
formellum was lei'p. 650. 
440 faiix guomo. 651. 

fiirfarius dorendral. 862. 
faidius fezel. 319. 627. 
ferrum conscrtorium dehsihisen. 

863. 
fulcrum liniberga l spriuzzida. 

320. 628. 
445 facitrecula feztregela. 864. 
flascones flascön. 865. [100''] 
Git quoddam infirmum seinen. 

V. prothuurz. 867. 
glis cisimus. l potius 
gurgiilio engiring. 321. 868. 
450 gumrni gutta de arboribus lluens 

fliet. 322. 
gene partes sub oculis hußla. 

652. 
gingiue caro circa dentes. i. bi- 

larna. 323. 653. 
giulla slunt. 654. 



giila kela 1 commessatio. 869. 
gesticulatio. molus musicus ws- 455 

hunga. 870. 
graticula rost. \ hurt. 871. 
gippiis houerochter. 872. 
globiilus clneli. 873. 
gratiosus henstiger. 324. 874. 
gluten lim. 460 

gremium. siccamen lignorum \ 

gramen noimm post sec- 

tionem. i. amat. \ siniis. 
glarea griez. 325. 655. 
graculus roch. 326. 656. 
grillus heimo. 

giluo musfarunemo. 327, 657. 4G5 
gladiolus seuertella. 
genuimis dens. kinnizan. 
gleba cespes durus. l scoUo. 

661. 
galli sacerdotes dee. galli castrati 

hain. 328. 875. [10 P] 
ganeo. gulosus. i. file fraz. 470 

grus cranich. 662. 
glans eichilla 1 drös. 876. 
glandula drösili. 
ganinio grino. 
grassor pugno baclior seuio. i. 475 

döbon. 880. 
granarium spichare. 658. 877. 
galleola gebitta. 329. 659. 
gener eidem. 
glabrio grint. 878. 
gilisia windisca. 330. 660. 480 

geneceum gejieztunc. 331. 879. 
Herodion auis ignota. i. uu'lt 

falco. [101''] 
bydropicus wazzirsuhtiger. 881. 



430 /. boidim 455 wichuuga': 



DIE FLOREiMINER GLOSSEN 



341 



humerus sculterra l ha'^süa. 332. 

882. 
485 humerula chipp^a. 333. 883. 
habena zuhil. 884. 
liinnit. i. loeiot. equus cum uocem 

emittit. 334. 885. 
hulcitum hülst. 335. 88ß. 
hyrundo sualewa. 
490 hyrundo sanguisuga. i. egila. 
hibix steingez. 887. 
haurifer scaffo. 336. 888. 
h'rniosus ponderosus. i. holohter. 

[102"] 
hio ginen 889. 
495 hiena illitise. 

Icho yos. sonus. I galm. [102''] 
inuoluculum cöuolutio uestium. 

V. uuollÖch. 667. 
jecor lebei'a. 
ilia lancka. 
500 inguina pudenda corporis, i. hege- 

(Irösa. 337. 670. 
inaures orringa. 663. 
interrasilis interlimatus. i. under 

figüonter. 338. 668. 
incastratura coniunctio tabula- 

rum. i. not. 669. 
inpetigo citterlJm. ruda. 665. 
505 juniperus nnecchelterboum. 
inclusus dosinare. 339. 
inibrex. tegula. schindela quia 

imbrem arcet. 
jaculnsanguis qui animaliatrans- 

iacit. i. lintwrm. 
janista ianitor. i. turuuart. 
510 incaustum atramentuni. i. tincta. 

600. [103'] 



juridiois legisperitus. i. esago. 

incus aneboz. 

interula. interior tunica. i. he- 

mede. 
isca zundira fungus in arboribus. 

666. 
Leuiat''an interpretatur dracho 515 

serpens. [103"] 
libra decem uncie. i. waga. 
librum hunior sub cortice, i. saf. 
larus auis. i. mnsare. 671. 
loalicus gruiisphet. 
lustrus aquatica bestiola. i. ottar. 520 

340. 
lumbricus regirmurm. 
laudola leric^a. 
locQsta. i. heustafel. 
licisca mistbella l brechiu. 341. 

672. 
linter. canis. i. miiiite. 525 

linx bestia quedam. i. luhs. 
lacerta. i. egidehsa. 
lacertus musculus bracbii.i. /nws. 
lunbi. lendi. 
lamia. quoddam monstrum mu- 530 

lieri simile.i. holzmüa. 342. 

673. 
lanugo. fructusmaturuscarduum 

1 lana terre i. mies. 
lathomius lapidum cesor. i.stem- 

meizil. 
laquear himüeze. 343. [104"] 
laterculus schindela l dilo. 675. 
lima figila. 674. 535 

lineolus fiiuin. i. sinör. 
lupatis frenis i chamis. 
lacinia ora uestimenti. i. suom. 



Z. f. D. A. neue folge 111. 



23 



342 



DIE FLORENTINER CxLOSSEN 



limbus. fascia in fine uestimenti. 
i. suom l borto. 
540 licium ^arlefa l fizza. 344. 
lodix iceppe. 345. 676'. 
lumbare modica braga. i. dieh- 

hröch. 677. 
lena quedani uestis. i. lilach'n. 
lacerna uestis fimbriata. i. chozzo. 
346. 
545 lamina tenuatum metallum. i. 
bleh. 
lagena uas fictile l lapideum. i. 

cruog l lagella. 
Iccitus uitreum uas. i. ampiilla. 
lubrum l labrum l labium leff l 

labil. 347. 
luter conca labrum. i. labil. 
550 lappa } lapatum 1; leticha l cletto. 
lolium ratin. 348. 
lubisticum lubistechel. 
lens lentis genus quoddam legu- 

minis. i. linsi. 
lens gen, US lendis niz. 
555 luscinia auis. i. nahtegila. 349. 

lepos lepofis haso. 

limus strabus v. seil hinter l leim. 

lanipendium wolleroc^. 678. 

lateris zegil. 
560 lene° nuihgerner Ihörmarch. 350. 

leuir ceicÄjV. 351. [104»'] 

ligo ferrum minus in aratro. v. 
sech. 352. 679. 

lexiua aqua cinere mixta. i. 
lo . . vga. 

lentiscus inelböm. 
565 lardare fleiskus. 



lisinna lese. 

leuigatorium lichstein. 

leuigo ich lichon. 

leuir gesuio. 353. 

linistipula pozzo, 681. . 57ü 

lien milze. 

lactaria springa. 355. 

loculus l feretrum licc''ar. 354. 

lacune huluue. 356. [lOS**] 

Micillus hasilhowi. 575 

inirle sniirle. auis. 

minola molta uas pistorum. 

mirica in deserto. i. phrma. 

matardus bestia. mardir. 

melones piboz. 580 

melamium morcrnt. 

manstrugo lachin. 

malacbma. tis. lachendom. 

mufidus panis scimelgez proth. 

muliulus marchstein. 585 

mori mulbere. 

murorum summitates cinna. 

macilentus macer. i. magerer. 

muru'na species piscis. i. lant- 

frida. 683. 
mitra. capitis ornamentura. i. 590 

hbt. 
mentum chinnebä. 357. 
medulla marg. 

raamma 1 mamilla. i. tutta. 358. 
matrona früa. 
menbranum l membranule. uel- 595 

leli. 
malus affeltra l afel. 
muscum bisenio l mies. 359. 
menta munza. 



648 /. lefs 577 v§:l. mina Diefenb. s. 361' und luülde ^7. Jim. ü 
280 678 l. pbrinia 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



343 



malua papilla. 
600 millefolium garua. 

malleus Immer. 

malleator hamerare. 

moneta muniza. 360. 

modiolus naha. 684. 
605 mausus höha \ hisas. 36 L 085. 

magalis porcus castratus. i.par'^. 

362. 686. 
mulsum dulce lutertranc. 
manibius rohere. [106"] 
mensale tisclachen. 

Gio mappa l mappula hantfanolhan- 
tilla. 687. 
merga scarba. 
merulus 1 merula. amsilla. 
merops grunspecht. 
murio chazz'*. 
615 mustela quiasi mus longa, v. wi- 
sila. 
migale quasi gulosiis. i. harmo. 
muscipula. laqueiis. i falla. 
mauipulus colligalura v. garha. 

688. 
municipale gestum gehirlkh ge- 
dinge. 690. 
620 malricula publica 1 epistola \ ec- 
clesia. i. tum. 
malricularius tuomphaffo. 689. 
matta l mat'ula tacha. 692. 
mantica pera ta&ca \ malalia. 

363. 693. 

marceo langueo. i. seruen. 
625 mingo. urinam facio. i. seicho. 
mastico dentibus comminuo. i. 
chmo. 



mulgeo milcho. 364. 
manticulor. fraudem facio. furor. 

i. stilo. [106''] 
maura drös...iorz. 
molosum rüden. 630 

mullus sturo. 
melanurus slio. 
niugil barbo. 365. 
raedituUium scuolhus. 691. 
mino. triho 1 memio. 366. 635 

Nanus paruus homic''illus [107'] 

i. getuerc. 367. 
neuus macula 1 lebeto. 696. 
nouacula cultellus acutissimus. i. 

scaresahs. 25. 
nucifraga nnzhrehca. 697. 
iiucleus mizzecherno. 640 

noctua. nocturna auis. i. nwila. . 

698. 
nasturcium. herba quedam. i. 

cresso. 
naulum precium nauigi. i. feri- 

saz. 699. 
naufraugus fracta naui bona sua 

perdens sec. nauticus.sce/- 

licher. 700. 
nausia uomitus unwUedo. 701. 645 
nates arsbelli. 368. 
nudius nunc die. IIL egesteren. 

369. 
neo. lilo. v. fadimo. 370. 702. 
neo. nato. i. suimmo. 
nerua. senua. 650 

nuc iiucboum. 
nisu spariuare. [107''] 
Opimachus storich auis contra 



608 röbere nberg: 
643 /. feriscaz 644 
über sp 



619 municipale über gestum 
scc. nauticus über perdeus 



623 tasca überg: 
652 SU von nisu 

23* 



344 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



serpentes pugnans qiii- 

dam ciconiani putant. 
ortigometra horlmn coturnix de 

ortiga insula. 371. [108"] 
655 onocrotalus auis delectans sta- 

gnis et paludibus. i. hor- 

tubel. 372. 
orariiim liiiteum quod ora mor- 

tuorum tegit l stola. t inap- 

pula. i. hantfano. 
ora tinis. i. soum l ort. 
olor cignus. i. elbez. 373. 
obses. qui pro pace daiüT.w.gisel. 
660 occree arma cruriiini. i. benberga. 

703. 
offa. balla. 
Omentum membranum quod 

continet intestina, i. bude- 

ming. 704. [108''] 
operculum. coopertorium uasis. 

i. lü. 
orifium gesprinc. 705. 
665 ostrum. coccus. i. rotpehellöl. 
oscito. OS aperio. i. geuou. 706. 
orix hebirzan. 374. 707. 
opimachus auis otibero. [109"] 
Peripsma. quisquilie. quod de 

farre purgatur et proicitur. 

i. spriur. 708. 
670 petasum alatum calciamentum. 

i. scrite scöha. 709. [109''] 
porfirio. auis quedam. i. isaro. 
phocas. bos marina. i. selaha. 

710. 
problema. propositio. i. ratisca. 

711. [110"] 
platanus arbor latis foliis. i. ahorn. 



ptisana. far ul liordeum non- 675 

dum cortice exutum. i. fesa. 

712. 
prcc or bitil. 

palatus. guimo 1 hura. 714. 
palus pali stecho \ phal. 
paxillus clauis i. yiagil. 
pala scuuella. 715. 680 

papilio eruca. \ uermis uolans. i. 

ß;ualtera. 
parix meAsa. 
paliurus. herba spiuosa. v. hagin 

\ ageHoiia. 
papauer mago. 
paredrus uilis equus. i. parefret. 685 

376. 716. 

pardus bestia uaria et uelocis- 

sima. i. leobart. 375. 
pabula bnilla. 

patina 1 patella. phanna. 717. 
palum bes hegituba. 718. 
panis lignum quo fda in telam 690 

portantur. [HO""] i. spolo. 

719. 
palla. facitergium. i. fehcetragela. 

377. 720. 

pauo auis pulcbre uariatus. i. 

phauo. 721. 
palile. fenale. i. heustadel. 722. 
panitium fenih. 

passus V. pedes. i. scritmale. 695 
pepo pomum in terra cadens. i. 

erdapfel l pedima. 723. 
perdix auis. rebhön. 
pessulum sloz. 
perfricus. pluel. 713. 
persisicus phersichboum. 700 



653 storich überä: 654 horhuii nberg: 691 )i diin-hgeslrichen 



DIK FLORENTINER GLOSSEN 



345 



petrosilinuni lierba. pctirsil. 
pc'stiiiaca. moraha. 378. 
per'a herba bieza. 379. 
pediculus lüs. 
705 pellicanus Msigomo. 
petigo prurigo iuchido. 
penula. lacerne in modum cu- 

culle. i. cngüchozzo. 724. 
pediseqiia. pedes matrone se- 

quens. i. kamerunih. 725. 

perna tergus suis. i. hacho. 726. 

710 pecten quo capilli reguntur. i. 

kanif. 
pectinatus l pexus. gilstraher. 
pituita caligo. \ flegma oculorum 

\ morbus capitis \ morbus 

galJinarum in lingua. i. 

fiffiz. 380. 
pilleus. mitra. höt. 
pila. offa. halla. 
715 pilum 1 pila lignum in (|uo niili- 

um et frumentum exuitur. 

i. stanphf. 728. 
pitace'um modicum coriolum. i. 

sceda 2)?ez2o. 381. 727. 
pixis pixidis. hn}im \ truha. 
picus speht. hehera. 
pica agastera. 
720 pinus bmboiim. 
picea foreha. 
pirus biremPo^. 
pisa aremtiz. 

pisalis domus que calelieri po- 
lest, i. phiesal. 
725 pinso ferio l premo 1 cnüo. 
pistor panificus. i. phistar. [11 1"] 
pons uia super aquam. i. brÖcca. 



ponderosus cui humor uisce- 

rum in uirilia labitur. i. 

holohter. 729. 
poledrus iuenis equus. i. folo. 

730. 
porrum f^orro. 731. 730 

puls uilis cibus. i. bri. 
pumen os gutturls quo cibus de- 

uoratur. i. shintbein. 
pulmo Innginna. 732. 
pobles knierada. 733. 
pustula builla l ancuuejz. 735 

pultrinus fnlihi. 
pulix floch. 
pupa simulacrum puellarum. i. 

tocha. 734. 
pumex. petra cauernosa et leuis. 

i. pumiz. 
puluillus chussi. 740 

placenta panis tenuis cum oleo 

l adipe et melle. i. flado l 

bergita. 382. 735. 
plaustrum uehiculum cum rotis. 

i. uuagan. 383. 
plantago wegerich. 
plana ferrum quo planatur lig- 
num. i. scabo. 736. 
platoma lapis politus. i. plalta. 745 
pluteus tabula parietis. i. dilo. 

384. 757. [111"] 
plumbum metallum de argento 

excocto. i. bli. 
prostibulum lupanar. hÖrhus. 
prinus phhimboum. 
priuignus stiiifsun. 750 

possessio eigan. 738. 
prestatio. tributum 1 lehin. 739. 



712 das zweite \ morbus überg: 719 l. agalstei-a 745 la in lapis überg. 



346 



DIE FLOREINTIINEH GLOSSEN 



prurigo uredo cutis, i. luchido. 
385. 740. 

plodapis reäestap. 743. 
755 propiinctorium stozisen. 746. 

palaster slec. 

pensum wiehel. 386. 741. 

pedalis iceppegeit. 387. 742. 

prefectus pnrcrauo. 388. 
7G0 preses grauo. 389. 744. 

pratiirarius wise heio. 390. 

phoca brahs^,ma. 391. 745. 

plumatium wantcussi. 

petl'a limatica slißstein. 747. 
765 polipodium stei']farn. 748. 

parafrasten Ingenare. 

popo wurstrelinc. 740. 

panariolum chrettili. 392. 750. 

peniculum wadil. 751. [112"] 
770 pendines binti quod in lela mu- 
lierum p endet. 

piscina wiare. 

poifirio isaro. 

Quisquiiia frumenti purgamenta. 
i. sprnm'r. 393. 

qualus. copliinus. i. corp. 
775 quacara. auis in segete. v. ?(uja- 
tila. 394. 

quercus eich. 

quernus eichiner. [112''] 

Reumatica herba quedam. i. 
cranichessnabel. 

racemus conglobatio uuarum 
ul drnbo. 
780 rana frosc l crota. 



rannms. spina albi coloris. i. a- 

geleia. 
radii. ligna in rotis.i. speicha. 752. 
rasorium sarsahs. 
radix species herbe, i. ratihc. 
rapbanum wierra<?cA. [113"] 785 

rasa species iiestis 1 nnslösa. 

753. 
rastrum houua. 754. 
rastellum recho. 755. 
renunculus a renibus dim. i. nei- 

ro l leindebrato. 756. 
reticulum a rete dim. i. nezzil l 790 

höttli. 
recaluester. parum caluus. i. de*"- 

calmner. 
regius morbus gelesuth. 
remus 7'ödar. 
remiges ferien. 757. 
reclinatorium Imberga. 795 

refrico ad frigus redeo. l itero l 

ribo \ gnito \ rosto. 
repagulum obiectio qua bostium" 

clauditur. i. spruzil. 
riscus holandir l sumbir. 395. 

758. 
rima scrnntßa \ foramen inter 

compagines. 396. 759. 
ricinium aciis l spinu^"^. 800 

rincina ferramentum architecto- 

rum. i. noil. 760. 
rumex rnf. 

rubricata. peius losgisut. 761. 
rostrum snabel. 



755 z aus h 756 /. flec 758 /. weppegert 763 /. wanc- 783 
/. scarsahs 786 anslöfa? a?i eine bildung mit los darf man xvegcn der gl. 
flosa {zs. 3,476'' ) und slusa {Graff' 6,810) die mir ebenfalls slöfa zu sein schei- 
nen, nickt denken 791 suchst sollte dccaluaster geschrieben werden 



DIE FLOREMTINER GLOSSEN 



347 



805 rosmarinum. licrlta nyniplien. i. 

grensmc. 
rubcta rana terrestris nociua. i. 

crota. 
rubigo rost l quod in segele spi- 

cas inanes et rubeas facit. 

i. militou. 762. 
ruga ziicha. 397. 764. 
runiino cibiim inosdeuentrere- 

ducens comedo. i. itnicho. 

763. 
810 raucedo. obscuritas uocis. i. hei- 

see. 398. 
riigosus zuchoter. 765. 
rugelanda terra rugoriini. 
rotabulum oninnuisc. 399. 
roscinum nöhil. 400. 
815 ren lendebrato. 401. 766. [1 14') 
Scena louba umbraciilum ubi 

turpcs ludi fiebant. 
Stigma Signum uel figura in cor- 
pore, i. aneniah. 
stiria gutta \ stilla isilla. 402. 

807. 
stelaba olTa. [115'] i. halla. 
820 stellabia ftepAo. 
spago drat. [115''] 
saxatilis grundelo. 
satisfacio gedanmuerchon l fol. 

bözzo. 403. 774. 
sagma filtrum l stöl l soum. 775. 
825 sagum fxlz \ hemetlacken. 776. 
sacellum betibura. 777. 
sarcina l sarcinula in qua por- 

tantur cibi et alia. i. meisa 

l ref. 404. 778. 



sarciu tiaio. beslo. bözzo. 405. 

780. 
sartor natare. 781. 
sacerdos euuarlo. 770. 830 

sandix uueü. 406. 
sandiceus nneüt'ner. 407. 
sarculum getiseii [HG"] i gertare 

I Jwua. 
sace. i. isinscnuela. 
sauma sonm. 782. 835 

saumarios sonmari. 783. 
Salix salihi \ uida. 
sanguinarius arbor harlrugil. 

784. 
sambucus holantir. 
sabina seuina. 840 

Saccus sac. 
saculus sechü. 
Sabona seifa. 771. 
sagellum criseum lachingrauu'^z. 
sarcile tumhlachen. 773. 845 

salsicia nu^st. 408. 
satureia chenila. 409. 
saliunca reügras. 772. 
sellarius salüros. 

sedatium hasib. 410. 850 

semispacium quasi semispata. i. 

sahs. 411. 
serpillum pulegium agreste. ui 

u^Jtchenüa. 
septentrio northalba \ norlim\nt. 
simia affin. 855 

simius crumpnase. 
sistarcium cuilla l meissa. 
siligo dinchil. 412. 
sigale roggo. 413. 792. 



816 louba überg. 
filtrum durchstrichen 



818 stilla überg'. 820 hopho ? 824 vor soum 
825 z in filz aus s 843 b in sabooa aus v 



348 



DIE FLOREtSTIJNER GLOSSEN 



siniilagü [llö""] simila. 
S6Ü siliqua species IVugis 1 legiiininis 

i cheun l spruir. 414. 793. 
sorex grozzmnns. 
socus ligo. i. sec. 415. 794. 
supercilium uberbraime \ super- 

bia. 795. 
sublingium racho. 796. 
865 sure nuadin. 797. 

submentum nndarchinne. 798. 
sugillatio. derisio. reprehensio 

suüocatio. i. hoch \ hose. 

416. 
sulphur suebil \ erdfiur. 417. 
subneruo. neriios abscido. i. hd- 

sino. 799. 
870 subtemen unenel. 

susurro susiirronis runizare. 
sudes stecchiii. 
siiperhumeralis humerare. 
sus suin. 800. 
875 siicula siuJi. 801. 

subulcus pastor siiiuin. i. sud- 

nar^. 
suses magni ranes. i. snsin. 418. 
subiila siula l alnsa. 419. 78ß. 
subtalares snsHlare. 
880 sumen pinguedo in niammis 

scrofe. i. spuninrns. 787. 
suber cortex. i. lost l rinnda. 
scalpo hicho. 
scali)ellum scribmezer. 
scurra iociilator uerbosus. i. 

skirno. 788. 
885 scapula scnltirra. hasilla. 
' scarabeus nuibil. 
scabro horniz. 

876 von erster ha/id stand suein 
scotia iiberfi-. 904 der folgenden gl. 



scateo vvumo \ creivelon. 420. 
scinifes niugga. 806. 
scirpus herba rotunda. i. biniz. 890 
scitum. decretum. maiulatum. i. 

ban. 
scoria. piirgameiitum ferri. sin- 

dir. 790. 
scrofa SM. 
scino sMna. 
scussoriulii. rennila. churnt. 895 

791. 
Scabies iuchido l ruda. 789. 
scabra aspera. rubi nnessin. 
scitica t scotia. flagelhini. qiiod- 

dam. i. geisila. 
scobs lignum quoddam quod 

terebrum de foramine ei- 

cit. i. nrbora. 421. 785. 
scope besimin. 422. 900 

spien milzi. 
spata suert. 
spatarius suertlregü. 
sparis sper. 

sparus sper. 905 

sponsale brutgeba. 770. 
spartus canis uelox mmW. 802. 
spacus drat. 803. 
spelta dinchil \ fesa. 804. 
speculum nnarta l sp'egil. 804. 910 
statera nuaga. 
strucio. auis magna plumata sed 

non uolans. i. struz. 
sternulus l sturnus. i. stara. 
stellio anguis uenenosus similis 

lacerte. i. mol. 423. 
sturio species piscis. i. sturo. 915 
sthamen warf. 767. 

881 /. loft 897 /. ruhi 898 s in 
übers: 



DIE FLOHKxMlNER GLOSSEN 



349 



stuppa anmircht. 
stagnuiii cm. 

Struma chekh croph. 805. [\ IT"*] 
920 stipes stipitis stam. 
stirps genealogia 1 stam. 
stupeum colobium uspinnin roc. 

768. 
stiua geyza. 
stabulum stal. 
925 serices side. 
spinga mercaza. 
stilaphus willidi. 
Tabej^ne edicule plebeiorum par- 

ue cramun. 
tabernarius caiipo. cramare. 
930 tabernio qui uinum ul aliud 

uendit. taiiernare. 
talpa muuuerfo. 810. 
tapetum depid. 811. [118"] 
terebrum \ terebellum nahiger. 

812. 
tramaratia malzadra. 813. 
935 thoraxmilitaremunimentiini.Io- 

rica. bninna. 814. 
tibias crura einkun. 815. 
ticio turris. lignum periistum. 

brant. 
trifülium de. 
torno. nas. di^aio. [118''] 
940 traha species uehiculi. sU',do. 

816. 
tribulus genus spinarum hieffa. 
tridens creagra. fuscina. fusci- 

nula crÖwil cum tribus 

dentibus. 
tricolanum gartago. 818. 
trulla ferrum ad murum. chella. 

819. [119"] 
945 tela uneppi. 424. 



toreuma scafraida. 425. 820. 

tortus icit. a ueibo torqueo. 821. 

tignus sparro. 

tauanius bremo. 823. 

tumba Ufa. 822. 950 

tina znber. 824. 

tributa diehbrato. 

tinso ih sinHon. 825. 

tussis hösto. 

tilia linda. 826. 955 

typsinariuni stampf. 

tarmus mado. 828. 

timalus asc. 829. 

trama weppigerti. 827. 

lemo dihsilla. 426. 830. 960 

turdus auis tr'^hscela. 427. 

lorrere bachm. 428. 831. [119''] 

Vallis locus humilis dal. 

Valium munitio subsidium. grabo. 

violentia notnunf. 965 

ventilabrum uelabrum wanna. 

833. 
ventriculus umbilicus. nabilo. 
vepres spinosa herba brama. 

[120"] 
Vertex cacumen capitis sceidela. 
viaticus wegewiso. 835. 970 

virago. mulier que virile implet 

officium, i. friedila. 836. 

[120"] 
vjiguo sordes limi. \ aque. hnl- 

wa. 429. 837. 
ulula auis nocturna a planctu 

dicta. i. nuila. 
umbo media pars scutorum. i. 

cupula. 1 hora clipei. rant. 

838. 
umbraculum hutta 1 louha. 430. 975 

839. 



350 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



unco inoi'SLis ab unco iV tlenlc 
incuruo. uherzan. 840. 

vomer waginso l scaro. 841. 

volema. species pomi. i. winigeM. 
842. 

vorax multiim edax. fraz. 
980 vortex. i. werlo. 

vrina lociuin. harn. 431. 843. 
[121"] 

vrtica heidermzila. 844. 

vrie''" derrina. 845. 

vrie. dona uiri. i. swiechlim. 846. 
9S5 viscus mistil. 847. 

vlmus nlmhonm. 

vicetula. auis. i. snepfa. 

\nri\'werra. 432. 848. 

vatillum Mla. 433. 849. 
990 Variola meisa. 434. 830. 

verriculum scoip. 435. 831. 

vLianga. scora. 436. 832. 

viltnim nüz. 833. 

vibex hirca. 834. 
995 veru sfiz. 833. 

vicia wicca. 836. 

vncinus crapho. 837. 

verruce warza. 838. 

vsia uermis porci suinislus. 
1000 veredarius boto. 839. 

\^ kramp. 861. [121''] 

Zizania iinchrut. 437. [122"] 

DE FIDE CATHOLICA ElUSQUE 
MINFSTRIS. 



Stelio satihmrm. 438. 808. 
oriza aruuizza. 439. 306. 
1005 cüliimbar chembil. 440. 304. 
compes g7'aba. 441. 303. 
spinx spinnila. 809. 

984 gemeint sind lool gUihwürmchen 
stan^o 



foniix swibogo. 809. 

scrobs cröwba. 

celox diiel. 307. lOio 

sinciput not. 442. ^Öc^. 

incentiva gigrözzida. 443. 5öi>. 

stiria issilla. 

spinx umuber. 

bostorium swirbil. 444. «^Öö. 1015 

centon. i. filtrum. 

tirsus tJiorso. 

persuasuni babeo gimis haben. 

445. 
copadiiim prato l zendrinc.^AAQ. 

310. 
nianus obseruatio diiiina. 1020 

foetani fasil. 314. 
peligniis cUbisilinch. 313. 
textriua tünch. 447. 312. 
traiectiis siech. 311. 
tarinca sarnagil. 448. 313. 1025 

scaUirigo. i. profluxio. 
uxorius uxori deditus. [123'] 

L\CIPIUNT GLOSE DE CANOISE 
APOSTOLORUM. [126"] 
Examen suarm. [127"] 
conca scala. 

concibabola tinchstede. 1030 

armis stilo. 
inms anebqz. [127''] 

PSICHEMACHIA. 

79. Gliitinat. i. chleipta. 

92. prostibulum huor. i. pro- 
stitiitum ad libidines ilii- 
citas. 449. 
„ manes helligota. 450. 1035 

94. vada fürte. 332. 
116. conto mit stanno l cholbo. 



1001 /. kauip 1037 l. 



DIK FLOKEINTIINEH (ILOSSEN 



351 



336. 



338. 
339. 



117. hirsutas rnhon. 333. 
137. capulus helzza. 328. 
1040 140. cassis heim. 329. 
141. tinnitum scal. 
148. ebur. uaginani. i. under- 

hilze. 334. 
151. missile sperilin a mitten- 

do dicitur. 335. 
169. viua guttin. 
1045 180. villis tocchin \ zaton. 
„ armos bnoge. 330. 
181. iubis manon. 331. 

187. nodum chnopf. 337. 

188. linibus soum l borto. 
1050 191. lupatis chamhrittUn. 

[1281 
193. habenis ^alftron. 340. 
195. faleratum. gesatilotin. 1 or- 

natum. 341. 
197. ciiiieum gisemine. 342. 
201. coUega gesello. 
1055 213. sulcare /"wren. 343. 
„ nouales «äw. 544. 
215. colonos öbiu. 451. 54 J. 
229. degener nnedele. 
236. tirones sturlinga. 4^2.346'. 
1060 241. nugas wiht. 453. 547. 
254. temeraria frauilin. 
293. fundali sdmch'chmo. 349. 
298. exceptus beuu"nt. 
314. petulanter getiloso. i. iusta- 
biliter. 
1065 317. raucos Ae|s/r. 454. 

324. stridula lancea spkz. i. n<- 

zenter. 455. 5JÖ. 

325. amento /azze. 456. 



328. illex persiiasor J spenare. 
351. 

335. l)ralcolis blechin. 352. 

336. axem wagin. 

337. radios speichon. 
339. electri gesmelzis. 

„ flexura /e^^fa. 555. 
343. ganeariim fre^zzon. 354. 
358. mitra cnppha. 355. 

,, cpsarieiii /aAs. 457. 5J6'. 

362. verrat cÄerzV. 357. 

363. serica fellola. 358. 

365. texuit «möI w/ia.458. 55^. 
367. cantarus scala. 
370. fulcra gistide. 
„ toreiimata tornatälia uasa l 

scafreüa. 360. 
406. pendat kiat. i. eidoth. 459. 

361. 
414. vertigo ioe?6« l /e?^«. 56'2. 
426. ofi'as mnos. 
435. sistro suegelo. 460. 56'5. 
440. peplo. \}a\\io\hullüiiche.364. 

448. crinalis acus m«7. i spennla. 

365. 

449. fibula «usca. 

„ llammeolum wano. 56'6'. 
„ monile gisteine. 367. 

465. commenta urdancha. 368. 

466. eumenides dee. inferni. i. 

helli. wfnna. 461. 369. 

370. [128"] 
526. monete munizo. 
535. luiturus eidonsculde. 
540. anathema farwazin. i. alie- 

natio aliene rei. 57i. 



1044 /. (liua 1045 /. locchin 1061 /. frauiliu 1063 l. expertus 
1075 /. cap|iha 1093 Eckhard (370 y vinna fulvis) mischt den letzten teil die- 
ser gl. zusammen mit einei' lateinischen Z7i fulvis i'. 470 1095 sculdende? 



352 



DIE FLOREMirSER GLOSSEN 



542. auitc anilich. 372. 11. 

560. angiiinos crines slanchlichin 42. 

loccha. 462. ,, 

566. erynis hazis. i. fiiria inferni. 43. 

463. 44. 

lIOü 594. palpitat zabilot. 464. 373. 53. 

597. ilia Imicha. 465. 374. 55. 

600. linea mikma. 375. 66. 

630. inficiatrix regatrix. i. missi- 70. 

machara. 74. 

632. discinditur zirslizin märt. 82, 

376. 107. 

1105 633. exfibiilat ingurta. i. incnuf- 144. 

ta. 377. 

656. natatum suümoth. 466. 148, 
658. plectrum citri'^^fin. 467. 
689. sicham niihchü sioert. 468. 

378. 21, 
717. pilo stampho. 379. 

1110 816. phalanges scara sac". 14, 

871. conum spiz. \ curuatura. 17, 

872. concham merischala. 380. 20, 

[129°] 21, 

Contra Symmachum IL 92, 

698. iiocamus et mastrugas re- 146, 

nones alio nomine quo 149, 
riistice crot'ina uocatur. 

381. 140 
laruas scrato. 

Praefatio. 30 
cardo ango. 382. 

ferulis geisilon. [129''] 56, 

H. ad matutimtm. 

fenoris lehins. 151 

cerula. nox. plawa. 383. 156, 

H. ante dbnm. 
patera scala. 384. 

camena fifa. 385. 35 





839. 


1115 


3. 




8. 




45. 




73. 




17. 


1120 


26, 



timpora tnnenne. 

pedicis drn^un. 

maculis tiecin. 

gluten dilebe. 469. 388. 

viniina nuida. 387. 1125 

pampinum rebiblat. 388. 

bacca bere. 389. 

multra milichfaz. 391. 

calatum chasichar. 390. 

timo pininnrz. 392. ii30 

lidibus seiton. 

dedo geichon. 393. 

genialibus mit gebnrtlichin. 

470. 394. 
discidium zislizida. 471. 

395. 

H. post cibnm. 
spurciim nnsubirz. 1135 

H. ad incensnm Incernae. 
facibus facholon. 396. 
tcstula scirbi. 397. 
teretem sinimielba. 398. 
nectar seim. 399. 
axis uuagin. ii40 

trionibus toaginin. 
roscide tögnm. 400. 

H. ante sommim. 
prestigiator zöberar^ . 

H. jejunantium. 
sirtium saxorum santwrfo. 

401. 
non usitatis ungewonen. ii45 

402. 
pullati g'swerzida. 403. 
murices fellola. 472. 404. 
[130»] 

//. omnis horae. 
inlimis anchleibist. 



1110 scara imi derselben /i and übergeschrieben von der die punkte herrühren 



DIE FLORKINTL\ER GLOSSEN 



353 



56. spurcaniina nnsubirda. 


282. 


mucculenlus rozzigen. a 


llöü 59. qualus chorb. 405. 




mucca roz. 422. 


H. ad exeqw'as defnncti. 


284. 


lippos sqsurdgge. 477. 423. 


167. genital! giburtlkh. 473. 


318. 


(cauillo) mimico uochili- 


H. in hon. martt. Calagnrr. 




chro. 424. 


55. bipennem bial quasi II pen- 


»' 


{gl. zu mimico oder zu &c\ir- "^^ 


nas habenteni. 




ra 320] mimus scirno. 


56. catasta genus tormenti ii- 


446. 


curia dinchns. 


tebouma. 406. 


480. 


pessulos grindili. [131»] 


Passio Vincentii. 




Passio Hippolyti. 


131. renideo nuidilstincho. 474. 


111, 


. prorumpunt nzbrastin. 


1155 174. uncis chahmon. 407. 


124. 


multicolor fucus. i. manich- 


198. fuligo röz. 40H. 




farmdiche malice. 


230. cautera cauterium. i. douil. 


150. 


scopuiis rono». 1185 


475. 409. 


166. 


fornice crippa. 


289. decursa irlitena. 


186. 


speculum speigil. 


366. auJea proprie nmbihanga. 


201. 


umbonibus ra"din. 425. 


1160 446. murices tubisteina. 




Passio Cypriani. 


451. rudente seile. 410. 


30. 


cesaries fahs. 


„ carbaso segile. 4'fl. 




XVIII. martt. Caesar aug. 


457. sparteus sac. 412. 


101. 


palaestra spilhus. 426. 1190 


492. fiscTlla diurbili. 413. 




[131"] 


1165 552. [stipitem] cippus stoc. 414. 




Passio Agnetis. 


Passio Laurentii. 


129. 


foniicem huorhus. 


48. exauctor irsouchare. 415. 




Passio Eulaliae. 


55. referta irnulta. 


130. 


persubiit stiez. 


farcimen uuenist. 476. 416'. 


151. 


odorus spratelende. 428. 


56. monete muniza eo quod 


151. 


jugulos brüste. 429. 


moneat menleni [130''] 




Passio Quirini. 


1170 190. rudera arice. 417. 


67. 


vorticibus I verticibus jcer- 1 1 95 


231. mancum lamin l curuum. 




bon. 430. 


418. 




Passio Cassiani. 


242. vola fust. 


17. 


edituus sigiristo. [132»] 


254. prurit iuchit. 419. 


59. 


pupugerat. i. stiz. 431. 


255. scalpit skapit. 420. 




Passio Romani. 


1175 258. Struma chros. 


3. 


infantissimo unchitstlichi- 


264. morbo regio, i. e ruma.^^if. 




stimo. 432. 



1175 /. chrof 



354 



DTE FLORENTINER GLOSSEN 



1200 



1205 



1210 



1215 



1220 



78. [Ventilator] ventilo iinaio. 


161. 


433. 


187. 


8 1 . populäre linthlkhes. 




156. esseda sambuch. 434. 




182. amasi uelamasiones.ama- 


345. 


sionum friedelo. 478. 


353. 


43ü. [132"] 


359. 


192. (lisco hahuueig a genus liuli 


388. 


qui super discum ageba- 




tur. 479. 436. 


416. 


221.cygnus elbiz. 480.457. 




239. fusos spinnibin. 




248. pulmo lunginna. 481. 


473. 


280. tirso. i. trunco 1 stango. 


481. 


482. 


499. 


299. trulla kella. 483. 


573. 


351. sacerdos nunna. 


643. 


4SI. fidicule genus ferri subti- 


678. 


lissimi. quo incideban- 


652. 


tur martyres. i.geiselim. 


762. 


495. Podagra pestis in artubus. 


835. 


i. lidesuht. 484. 438. 


860. 


489. papullas bmilhm.iSb.439. 


i» 


[133"] 


1049. 


918. abdomen uue^^st. 




1007. bubulus wisit. 




1076. fragitida. i. brecha. 




1126. dimensio irlittida. 486. 


82. 


Ylll. Kai. Jan. 


216. 


39. mancipatam kisalta. 487. 


218, 


440. 




76. miricis gneste. 


228. 


H. epiphaiiiae. 


260. 


116. pugio stich. 441. 


271. 


Apotheosis. 


297. 


20. glauco grauueVo. 442. 


322. 


106. dislendit fi'denitha. 


410. 


1218 wegen der ausstofsung des t 


! der erst 


worf ins deutsche auj'genoinmen ist 





assesceret kewoneti. 
cespes est terra avulsa cum 

herba [cli'ba] unde facie- 

bantaltaria.445.[l33''] 
desuescas intwones. 
similaginis simelo. 444. 1225 
dellinit chlmit. 445. 
gelis harpha l misalcitara. 

44ß. 
grunnitibus grunnizoton. i. 

propria uox porcorum. 

447. 
uerbena berba. i. isinina. 
pateram scalun. 1230 

sacellum huorhns. 
pubertas iugunth. [134"] 
crepundia spil. 448. 
vligo dunchili. 449. 
marmore stfde. 450. 1235 

rubere rotemi. 488. 
sollers wizzige. 
vola flazza. 489. 451. 
ungues nagala. 452. 
remeabilisareetmeocom- 124o 

positum. i. widirfar- 

lichiz. 
Hamartigenia. 
coniectare rattscon. [134''] 
lolium ratin. 
auena habiro. [am rande] 

auena habnr. 
brucus keuir. 453. 
leno Jmormachare. 454. 1245 
[bacas]uniones mer^nesMH. 
[pulvere] muscus pisamo. 
ganeonis des frazis. 455. 
mento chinne. 456. 

e der ersten silbe nehme ich an daj's das 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



355 



1250 sorbicio unarmös. 4ö7. 

[1351 
796. ditibus richlkhm. 
807. vimina wida. 4ö8. 
850. reraensum wddtrmeszin. 
873. setas vocatcilios quosnos 
tautones nominanius. 
4ü9. 

Contra Symmachwn I. 
Fraefatio. 
1255 13. exponit hrahta. 490. 

24. sarmenta sc/ie?7a. A^i.460. 
60. nasse suuimmen. 
cicuta seferilinc. 
Stiva keizsa. 492. 481. 
1260 curla Äo/j/i. 493. 

aratura [135*^ zelga. 494. 

462. 
iurnalis iuch. 
mansjs huoba. 
terra salica selilant. 495. 
1265 Carminare zeisin. 496. 

carzinarc zeisalon. 497. 
catax hufalze. 464. 
peripectasina genus ues- 

tis. i. chemis. 
de conca scala. 
1270 occas felgam. 463. 

area 6eft". 

Aldhelmi aenigmata. 
259, 9. famfalucagr. bullaaqua- 
tica latine dicitur. 465. 
262, 6. luscina na/i<e^e?a. [136"] 
269,10. scrabro hornuz. 466. 
1275 „ 6. scinifes minime musce. 
i. mizzun. 
266,15. sambucus holdir. 



266,17. I)aca beri. 

,, ,, corimbos trupilun. 
269,34. pabiiula extrema pars 
renii. i. l(i[[a 1 manus 
aperta. 467. 
270,15. falera. ornamenta equo- 12S0 
rum. i. sattilgescirre. 
[136*^] 
260,20. elleborus genus herbe 
que francice alada di- 
citur. 
„ 27. vecos nuaneuuizzer. 
,, 31. gippus houir. 
271,11. larbula monstrum de- 
mor l talamasga. 
,, 28. alga genus herbe rieth- 1285 

gras. 
„ „ rannus. branima l aga- 
leia. 468. 
272, 2. limax smeco. 469. 
„ 3. cantarus uuibil. 

caluis caluen. [137"] 
Aldhelmi de laudibus virginum. 
140,26. obrizum smelzigolt. 84. 1290 
„ 34. glebula scollo. 470. 

141, 2. unio men'griez. 86. 

„ 5. bratea fila. giuundinefa- 

dime. 
„ 20. crepundia gisteini. 87. 

142, 1. lancibus. lanx pro tru- 1295 

tina ponitur. i. cram- 

fo. 
,, 2. buUis })nlca \ casto. 
„ 5. salignis salhm. 
„ 14. anthlia. curba. galcraha. 

88. 
„ 19. gracukis ruoch. 



1281 alada ist mir unhekannf 12S2 /. veeors 1284 /. deinon 



356 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



1300 142,20. occas suohun Ifurhl 89. 
„ 24. venustas froniscli. 
143,30. templisumbraculis. quod 
dicimus löbun. 
„ 37. tumbe. druchun \ sepul- 
crum. 90. [137b] 
145,14. cunabula infancia. uua- 
gun. 
1305 „ 22. robor eich. 
146, 3. offa pizza. 
,, 4. massa i cliuua. 
,, 22. poplite chinnieradin. 
crateolas nartin. 
1310 \o\h\mpotachalpntinna. 

91. 
tiinnas offeniaz. 92. 
litrens. Orient, 
pollas scaphmi. 
147,17. paranimphus prutepoto. 
93. 
1315 148,22. scenia. ludicrum. spl. 
151,35. voti compos uuürvnio. 
152, 3. necromantia helliruia. 
94. 
„ 21. culcitras pette. 
„ 22. rugose girunfan. 
1320 153, 2. ominia heilsunga. 95. 
[138"] 
„ 27. propugnacula uneri. 96. 
„ 31. scrobs furch \ waso. 97. 

154, 5. ambrosia genus herbe. 

i. hishmia. 

155, 9, thurifico roMcAo. 

1325 ,. 10. in ueribus in spizzin. 
98. 
157, 9. cotu papunga. 



158, 7. titillantis. pimgentis. i. 
cnzelontis. 99. 

161.30. claulcoma albugo. l gi- 

luh. 

162.31. extales. quod dicimus 

grozdarma. 
„ 32. latrina feldganch. 100. 1330 

163.10. mandras. caulas euust. 

101. [138^] 
165,20. enixa chintpa. 
„ 30. blesus lispinter. 
„ „ balbus. balbuciens stam- 
milonter. 
166,13. sarmentorum. ramorum 1335 

l snitelingon. 
168,27. suras uuadin. 
„ 36. brisa coria. hüt. 

171.11. pacta doctata geuuude- 

moth. 
172, 4. monotalmus. l luscus. 
einouge. 

173.32. glus /m. 1340 
„ 33. calx calch. 

174,30. in cuuas. cuo'Jon. 
„ 36. licia restis. i funis. har- 
luph. 102. [139«] 
175,34. \gl. zu fuso] colus chunc- 

la. 71. 
176,13. molosi rudin. 103. 1345 

„ 17. bachabatur uagabatur. 1 
uuötha. 
179,22. turtas cuochun. 104. 
„ 26. colustrum piest. 105. 
182,37. tranauit SMMam i uolauit. 
188,34. muscipulalaqueuslw?«- 1350 
falla. [139^] 



1312 die giosse ist mir 'unverständlich; ichweifs nicht ob in orient etwas 
deutsches steckt nnd oh liei dem ersten ivorfe an litra zu denken ist 1326 
/. fotu pauunga 1337 /. birsa 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



357 



195,18. segmentata 1 stramiilah- 

ta. 107. 
197, 5. larba monstrum quod 

dicitur. thalamascha. 

77. 

198.13. riigis [sulcata] girumfiji. 
„ 25. vibix snmerllatta. 

1355 199,10. thermas had. 

Aldhelmi de VIII principalibns 

vitiis. 
203,26. semispacium sahs. 
204, 1 . sj^arus sp. 

205.14, scortatores huorare. 

„ 23. extorris urermerhiles. 
109. 
1360 villosus skecho. 110. 

stragulum /e/acÄm. 111. 
211,16. climate parte i halbnn. 
212,13. vellicatsfeiY. 
„ 18. filix farn. 
1305 „ 36. in cubis in cuofon. 

213, 1. in prelo in demo blerare. 
„ 8. carbasa segila. 
,, ,, maVis mastpoümin. [140"] 
„ 9. antennasnominamusse- 
gilröta. 112. 
1370 214,17. capulus helza suncar. 
simphona dirna dicitur. 
Capucium houbüsul. 114. 
collicium halspein. 113. 
culicium ispein. 
1375 caudistrum zagilbein. 115. 

ossa hominis sunt numero 



CrXVlIlI vene. CCC.L.XII. 

dentes etc. 
vacarica suneiga. 
aries ram. 
multo uuidir. 63. 

agnes chilbirra l eiiue. 110. 1380 

magalis parch. 117. 
mulio stuotare. 64. 
caballus 7'os. 
saumarius sonmare. 62. 
ambulator zeltir. 118. 1385 

sellarius satilros. 119. 
emissarius reino. 65. 120. 
poledrus folo. 121. 
pultrinus fuli. 122. 
pulvini huonchelu. t390 

palumbus heigituba. 
culcifas fedirbette. 
tomentum he^rcha. 123. 
capitale houbitfnluue. 124. 
plumatjum fuluuili. 125. 1395 

vestimentum \ indumentum l 

clamis geuuate. 128. 
cervical halsare. 126. 
cetramentum blacha. 127. 
linteamen Hnuuat. 

lana cussim lilacliin. 129. 1400 

coopertorium uberteche\ 
tussia i hussa unum sunt, 
linteolos fanun. 135. 
lectisternium bettistrou. 130. 
cuna Indra. 66. 1405 

ruga zucha. 67. 



1359 uzerinerhites? zu marka 1360 /. villolus 1366 umdeutschung 
von prelum ? 1370 ivenn das wort deutsch ist so könnte man an suuertcar 
denken 1393 ich glaube dafs der corrector den unrichtigen buchstaben un- 
terpunktiert hat und dafs ziecha zu lesen ist 1400 l. lena ,y. Suin. 33, 65 und 
"gl für cussim Divfenbach s. 164'' cussia cozzn 1402 l. zussa 

Z. f. I). A. neue folge III. 24 



358 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



ora ort. 

tapetium teppüh. 131. 

conopeum muggeneze. 132. 
1410 manutei'gia tnnahilla. 133. 

rocclins roch. 68. 

uberruchus nbirruche. 69. 

mappula iiehfano. 134. 

superduccio. nbirznc. 
1415 balteuni balz. 136. 

melotes 1 pellicias pelliza. 137. 

fasciolas um'ndinga. 138. 

calciarii scvoha. 

fibula nusca. 
1420 lunula manili. 140. 

viianti. et manices hantscuoha. 
82. 

strofium orol 1 chelatuoch. 141. 

finchones finchun. 142. 

sagelliim lachin. 143. 
1425 lunula nmcili 1 fibula. 139. 

capellum 1 gale^'^ i thiara. hnot. 

institum. bhula l neslilo. 144. 

tribrucna teihbroch. 

pcckiles nonztöcha. 145. 
1430 monilft ornamenta mulieris eräo 
nmndinga. 146. 

sarcile fettide. 

camisile hemülachin. 147. 

ciangas hnosnn. 

inaiires [140^] orringa. 
1435 preuenna risil. 148. 

prelum i peplum tuoil. 149. 

subtemen uneuil. 73. 150. 

liciatorium mütuul. 151. 

pera cugilla l ^ascha. 85. 



birrus } penula Indo. 152. 1440 

bachones bachin. 74. 

exungia smerleip. 155. 

arvina nnsliht. 153. 

spatula scultirra. 154. 

salsicia nnrst. 38. 1445 

inductilis scnblinc. 157. 

friskinga frnssing. 37. 

udra l butyrum ancsmero. 156. 

preuenna annona fruonda. 158. 

pasta teig. 159. 1450 

Stipendium l pastum lipneri. 160. 

siligo 1 spelta dinchil. 

triticum wieizze. 

far amar. 161. 

bucella 1 torta snita. 162. 1455 

lagana ges,t"in bröt. 163. 

siirculos snitilinga. 164. 

sigahim roggo. 

bracbiuni malz. 165. 

furfur crus l clia. 166. I46ü 

placenta flado. 

panicium fenich. 167. 

cicer chicherra. 168. 

bissas taruillas arunize. 215. 

vitellum tntirei. 169. 1465 

Colostrum biest. 

amurca olei trnosina. 170. 

ferraentum theismo. 171. 

sera chasennazzer. 172. 

fraga eripere. 1470 

carica figa. 173. 

castanea chestinna. 174. 

sagen a segina. 175. 

amus angil. 176. 



14:23 sollte der giossator durch die ähnlichkeit des lat. tvorles, besonders 
in der hier vorliegenden for7n viit n bewog-en irrtüinlich den deutschen vog-el- 
vamen beig-efügt haben? 1456 mn runde von anderer hand pasta teig und 
doriinler aiiior nincit oiiiiiia 1460 s am h 1470 l. ertperc 



DIE FLORENTINER GLOSSEN 



359 



1475 incus aneboz. 177. 
malleus slaga. 80. 
marteilus hainir. 81. 
forceps zanga. 178. 
foUis balch. 179. 
14S0 lima ßgila. 180. 
serra sega. 181. 
forcipula dufth. 182. 
Frutex studa. 72. 
axis 'pret \ schmdala. 183. 
14S5 terra salica selüanth. 36. 
yeremus walt. 184. 
iiiansiis hoüba. 35. 
ascelli dufth sceida. 
iuiera 1 iurnales. iuch- 1 morga- 
na. 78. 
1490 aslella sceila. 216. 
tinnus rano. 185. 
hicanar roudihns. 186. 
culmen first. 187. 
trabs gebretto. 188. 
1495 asseris l tegula latlun. 189. 
planca dilo. 190. 
plancarum dili. 

laterculum scindalalhiegil. 191. 
postes tursule. 192. 
1500 palus. li. stedio. 

paliis. dis fenne. 193. 
sublimitaros ubirtur. 194. 
torloria. i torta. wit. 217. 
carpentarius holzmeister. 195. 
1505 tentorium gizelt. 196. 
miilio stoctar. 
iuba manha. 197. 
caballi domiti zami ros. 198. 
erpicarius egidare. 199. 
1510 sonipes, equus. ros. 

1498 /. ziegil 1539 Grajf m 
burinrli 



iMpiaritia stnot. 200. 

cavallarius me"riscalli. 201. 79. 

Genitor pater. 

genitrix mater. 

parens fordiro. 1. li>la 

aiius ano. 2. 

avia ana. 3. 

proauus altirano. 4. 

gemini gezuuilinc. 218. 

amita basa. 5. 1520 

matertera monma. 6. 

vitricus stuphaler. 219. 

priuignus stuphsun. 220. 

nouerca stnphmnoter. 221. 

patruelis fetnriu swi. 1525 

priuigna stuphtohter. 

maritus diarl. 222. 

coniugalis gettin. 223. 

concubina i peiex diebisa. 7. 

eniula chella. 8. 1530 

socer sue !'. ir. 

socrus suigir. 

gener eidim. 9. 

nurus snora. 10. 

conlactaneus spunnibrödir. 11. 1535 

nutritor 1 pedagogiis magazogo. 

12. 224. 
nutrix amnia. 225. 
familia husche. 226. 
Colon US hurnidh 13. 
ancilla diu. 14. 1540 

libertini frilaza. 202. 
contubernius genoz. 203. 
patronus muntherro. 15. 
conservus geleibo. 16. 
dos uuidimo. 17. 1545 

cubicularius chamare. 

mulet 4, 1039 7nit wahrscfieinUchkeit 
24* 



360 



DIE PLORENTIiNER GLOSSEN 



cesarios lancfahs. 

inbubes granisprungir. 204. 

longeiius alto. 
1650 decrepita nraltir. 214. 

centurio 1 tribunus hunno. 18. 

decurio tincman. 19. 

informis i deforniis unscone. 

gaWinarins pollenar. 227. [141"] 
1555 thelonearius zolnarl. 228. 

binus. na. niim. zmiischer. 

obses kisal. 205. 

superstes nbirlippo. 

polimentarius lichare. 20. 
1560 polimitor lichstein. 21. 

scutarius schiltare. 206. 

creditor ?e/i"( herro. 229. 

lldejussor purgo. 207. 

cementarius murare. 208. 
I5ß5 cementum ßaster. 

inarchio marcgram. 209. 

com es } prcses grano. 

lancea l spiculum 1 catapelta 
sper. 230. 

asta spiez. 
1570 astile spiezstanga. 22. 

spata et romphea l machera. 
snuert. 

semispatium sahs. 23. 

ocree peinberga. 24. 

cuspis stachiUa. 26. 
1575 faretra cochir. 

sagitta strala. 27. 

pilus phil. 

bipennis piil. 

lituus 1 cornu l tuba. hörn. 
1580 pultio polz. 



corda senua. 231. 

cestus c^olbo. 29. 

teliim scoz. 28. 

capiilum helza. 

umbo rantpogo. 30. 1585 

lustrum tiruuaida. 31. 

castor 1 fibur. bibir. 

hiter oUir. 

alx l falx eleho. 

capreolus rech poc. 1590 

caper steingeiz 1 ibix. 210. 

grillus 1 grello muchlmo. 211. 

däma l daraula damo. 

linx luchs. 

corcodirillus nies. 1595 

bubulus uuisät. 32. 

gurgulio hamistro. 212. 

gripes grifin. 

ruca hundissatil. 213. 

scarabeus loihil. 160ü 

sanguisiiga egela. 233. 

vipera natra. 

tinea mikina. 

musio muriceps } murigerulus 

cazza. 33. 
papilio fifoltra. 232. 1605 

zeno. zefano. hunthoubito. l de 

gente cananea. 234. 
orcus thnris. 
alea. wrzabil. 235. 
pomilio gittwerc. 

glandis eichilla. 34. 1610 

glans l glandalum truos. 
ferunclus anguueiza. 
tuber l Struma, chelichlcrof. 236. 
varix urslach l werna. 237. 



1554 doch wol umdeutschtmg- einer hildung- von pullus, imllinarius, 
hünervogl ; das e der letzte» sillie fehlt wie es auch in der folgenden glosse 
ursirriinglic/i fortgelafsen war 1578 piil iilierg-. 1608 /. wrlV.tibil 



DIE FLülltiNTlNEK GLOSSEN 



361 



1615 morbus suhl. 240. 

febris rüto. 238. 

sinteria zu~suht. 239. 

f und US crnnt. 

sabuluni sant. 243. 
1620 glarea griez. 242. 

carix sahar. 241. 

scirpus finiz. 

caredium sahara. 244. 

scaber tubisfin. 
1625 cratis hnrt. 

vimen kerte. 

psiatiuni matta. 245. 

hedera heheoune. 

muscu's mies. 246. 
1630 graculus rnoch. 

bubo hum. 247. 

fulix jjelk^a. 248. 

mergus scarba. 249. 

mergulus tuchare. 250. 
1635 fulica anitchmach. 

herodius poum falcho. 251. 

cignus \ olor elbiz. 252. 

onocrotalus horitnbil. 253. 

ortigometra et conturnix rephuon. 
1640 merola amissalla. 254. 

strutio stniz. 

grus granich. 255. 

turdus&sturisque sternula. s^ara. 
256. 

cuculus concuo. 
1645 pellicaniis husigomo. 

turdella drossüa. 

luscinia ä filomela nachtegila. 
257. 

vultur kir. 

fice . . tula snepfa. 259. 

1644 deutsch? oder coccyx, cuccux? 
1657 ob agaza deutsch ist weifs ich nicht 



iVingolIus fincho. 258. 1650 

carduelis dislihmincho. 

pauo famio. 

caradrius 1 laudula lericha. 260. 

loaficus 1 merops cruompheto. 

opimacus contrarius serpentibus. 1655 

i. storich. l ciconia. 
picus speht. 263. 
pica agaza agilstra. 262. 
parix meisa. 261. 
costrux nuiso. 

pastaban l oester. bremo. 264. 1660 
scrabro hornuz. 265. 
nectar seim. 

cicendula 5f?mo. [141''] 
vespis \ cretobolus uu\sfa. 
atacus f>umhü. 1665 

ulula. 1 lucifuga üiinila. 
cceculus blindoslicho. 266. 
cimex uuantlus. 
rubela pretta. 267. 
bufo crota. 1670 

lumbricus regunuurm. 
tarnus mado. 51. 
tesludo scartefedero 1 snecco. 50. 
biaculus lintuurm. 

stelio mol. 1675 

lacerta egidehsa. 268. 
Timallus audio. 49. 
capedo alant. \ mimuia. 269. 
anguilla al. 

trusta forina l chamanch. 1680 

lutius bqcmd. 
tinca slio. 270. 
murenula lantfrida. 
esox salmo. 
allec harinch. 1685 

1649 in ficetula ist p ausradiert 
1680 chamanch kenne ich nicht 



362 



DIK FLORENTIAER GLOSSEN 



C.eluni himil. 

iris reginhonw. 

arctiirus unagin. 

pliadas } planetas sibinstirne. 
1690 pruina rifo. 271. 

turbo. nis. un'ndisprnt. 48. 272. 

turbo. Ollis, kloz. 273. 

grandü agil. 

centriim mittehi'^'L 
1695 oricns östan. 274. 

üccidcns nuestan. 275. 

meridies sundan. 27 H. 

a<iiiilo nordan. 277. 

temporaiieus ahinlrolo. 278. 
1700 tonitriius donr. 

Tilia linda. 

fagiis buocha. 

robtir i querciis eich l ilex. 

fraxinus asc. 270. 
1705 alniis erla. 47. 

Salix salaha. 46. 

popiilus fulnien blich, albare. 45. 

plantaims hahorn. 

corilus hasil. 
1710 paliurus hagin. 

vepris brama. 44. 

malus afßltra. 

tusciis niislil. 

caraj)enus hagin b''ocha. 43. 
1715 tremula as]pa. 42. 

dumus et sentes dorna \ Spina. 

ranniim adildorn. 

picea forha. 

cipro 1(frbuom. 
1720 cedrus cedirbon. 

farnaicus tribulus hiuffülra. 

casia. herba.cassiaim«'c/?po''yn. 41. 

1707 p* steht suliueo. die g 
1754 f die deutschen worle überg'. 



assoloniuin aslonch. 

anetuni tille. 

tubiira ertnuz. 280. 1725 

pctroselinum federscelli. 281. 

lactncces. lalticha. 

sisimbriiim. sisimbrima. 40. 

papaiier mago. 282. 

satureia schenila. 39. 1730 

acer gundereba. 

millefoliiim garima. 

ciciila scerelinch. 

celidantia l celidonia scehllemirz. 

colocasia nuildu nmnza. 1735 

fiillo watuurz. 

sandix uueith. 

croceum crögo. 

peta peizza. 

lingua caiiina. i. ringila. 1740 

gladiola unal nurz. 

sclarega scherilegia. 

pulegiiim poleia. 

anibrosia is'nina. 

nepela nepeta. 1745 

brionia scilmirz. 

blandonia wllina. 

[)eucidaniim hernuurz. 

conciimalis scoziiurz. 

riuola cliba. 1750 

basilisca madilger. 

assanis hasiluurz. 

berula 1 artcm. pnggo. 

ligustriim uninda. 

barba iouis husuurz. 1755 

lupercicus 1 humuliis hopho. 

pacina nueguuvta. 

molosiis rq^do. 283. 

v-Jter unint. 284. 

losse M'e/iört in den vorifien abschnitt 



DIE FLOREiMLNEK GLOSSEN 



363 



1760 canina so/m. 285. 

priiina 1 canale. kundaz. 286. 

liiena helliunt. 287. [142»] 

scrobs gruoba. 288. 

ni altus crabo. 289. 
1765 plectruni 1 sistriim citerfm. 

latibulnni 1 Jatebra hoil. 290. 

cacatergito 1 pudusca arscunisch. 

fiiria hazsis. 

gleba scorfo. 
1770 flemen masila. 

cicatrix anmale i masa. 291. 

lurris yrant. 

puteus buzza. 61. 

offa halla. 60. 
1775 spera 1 trociis sciha. 292. 

glis. glitis. dedo. 57. 



glis. ris. mus. 58. 

glis. glissis. schineauilto. uiide 

glisso. eis uerbuni. i. fiil- 

geo. 59. 
pus. US. (juod est indeclinabile 

hoc est tabo i uiriis gunt. 

293. 56. 
theulisca l theutonica tutischa. 
stercus mist. 

coeniim 1 liiniis. döst. 294. 55. 
cementum ßaslir. 54. 
pincerna l piuator scencho. 295. 
rima scrunla l nöth. 296. 
vei'u spiz. 
testudü suuibogo. 
stipula i festuca. agana. 53. 
sulciis. fmch. vlögeriH. 498. 52, 



1780 



1785 



Im zweiten bände der coninieiitarii de rebus Franciae orienta- 
lis hatte Eckhard s. 98J ff eine reihe glossen ex bibliotheca magni 
ducis Laureutiana mitgeteilt, die hs. der sie entnommen waren., hielt 
man für verschollen nachdem Graff bei seiner amoesenheit in Italien 
acht tage vergeblich nach ihr geforscht hatte, doch war es ihm bei die- 
ser gelegenheit gelungen, anderer deutscher glossen habhaft zu werden 
welche er in der Diutisca 2,2^1 ff im aiiszuge veröffentlichte, als da- 
her im verflofsenen jähre hr. dr OJänicke nach Florenz reiste , bat 
ich ihn beiden hss. noch einmal nachzuspüren und sie mir abzuschrei- 
ben, es ergab sich ihm das mir nicht ganz unerwartete resultat dafs 
beide Sammlungen identisch sind, bei der eile mit der Graff arbeitete 
und arbeiten muste um trotz seines gebrochenen körpers den von 
staunenswertem fleifse zeugenden Sprachschatz herzustellen darf man 
es ihm nicht zu grofsem vorwürfe anrechnen dafs er dies Verhältnis 
nicht erkannte, denn die reihenfolge in der Eckhard seine glossen 
drucken liefs ist eine abnorme, um die art und weise zu zeigen wie er 
verfuhr und damit einen beitrag zur geschichte der deutschen philo- 



1763 vallus? 1769 scheint eher eine vei'wechselung mit glaboi-, glabra 
(grindj zu sein, wozu auch die beiden folgenden gil. bejser passen würden, als 
dafs an scoisa Gr. 6,551 zu denken ist 1776 /. cledo (Graff o,\2\J 



364 DIE KLOHEINTINER GLOSSExN 

logie zu geben, zugleich aber auch, nm die auf suchung der Eckhard- 
schen glossen in dieser ausgäbe zu erleichtern und zur controlle der 
letzteren lafse ich eine vergleichende tabelle beider folgen, ich bemerke 
dazu dafs 1) die nicht seltenen nur lateinischen \glossen die Eckhard 
mit aufgenommen hat , mit einigen unten zu erivcilmenden ausnahmen 
fortgelafsen worden sind und so die notiz '^lateinisch^ in der tabelle zu 
erklären ist und dafs 2) einige ganz wenige deutsche worte in folge 
leicht entschuldbarer versehen von Jänicke übergangen sind; bei die- 
sen steht 'fehlt'. 



Eckh 


ard 


diese ausgäbe 


1- 


-24 


1515—1573 


25 




638 


26- 


-34 


1574—1610 


35. 


36 


1487. 1485 


37. 


38 


1447. 1445 


39- 


-51 


1730—1672 


52- 


-61 


1789—1773 


62- 


-64 


1384—1379 


65 




1387 


66- 


-69 


1405—1412 


70 




64 


71 




1344 


72 




1483 


73. 


74 


1437. 1441 


75 




2 


76 




130 


77 




1352 


78 




1489 


79 




1512 


80. 


81 


1476. 1477 


82 




1421 


83 




fehlt 


84 




1290 


85 




1439 


86- 


-105 


1292—1348 


106 




lat. 


107 




1351 


108 




lat. 



Eckhard 


diese ausgäbe 


109- 


-201 


1359—1512 


202- 


-213 


1541 — 1599 


214 




1550 


215- 


-217 


1464-1503 


218- 


--296 


1519—1785 


297 




7 


298 




65 


299 




96 


300 




1015 


301 




195 


302 




402 


303 




fehlt 


304- 


-315 


1004—1025 


316- 


-318 


50—52 


319. 


320 


269. 270 


321- 


-323 


290—310 


324 




76 


325. 


326 


55. 56 


327 




294 


328- 


-331 


1039—1047 


332. 


333 


1036. 1038 


334- 


-347 


1042—1060 


348 




fehlt 


349- 


-426 


1062—1190 


427 




lat. 


428- 


-470 


1193—1291 


471- 


-475 


12—18 


476 




lat. 



Eckh 


ard 


diese ausgäbe 


477- 


-496 


25—116 


497 




lal. 


498- 


-508 


118-148 


509 




158 


510 




196 


511 




185 


512 




152 


513 




262 


514 




150 


515- 


-517 


154—157 


518 




lat. 


519 




160 


520- 


-523 


163—174 


524 




lat. 


525 




175 


526- 


-528 


233—237 


529 




179 


530- 


-540 


242-295 


541 




lal. 


542 




297 


543 




182 


544- 


-546 


263—266 


547 




211 


548 




214 


549 




289 


550 




254 


551- 


-569 


187—222 


570 




300 


571 




184 


572- 


-580 


301—319 


581. 


582 


lat. 


583- 


-595 


322—346 


596- 


-598 


360—362 


599 




353 


600 


» 


510 


601 




352 


602 




lat. 


603- 


-618 


355—383 



DIE FLUHENTLNEH GLOSSEN 365 



Eckhard diese ausgäbe 

619 413 

620—622 384—387 

623-625 397—399 

626 432 

627. 628 440. 442 

629—632 391—395 

633-646 403—429 

647 lat. 

648—651 430—440 

652—654 451—454 

655—660 462—480 

661. 662 468—471 

663 501 

664 lat. 
665. 666 504. 514 
667 497 
668. 669 502. 503 
670 500 
671—679 518—562 

680 335 

681 570 

682 lat. 
683—693 589-634 

694 lat. 

695 fehlt 
696—766 637—815 

767 916 

768 922 

769 lat. 

770 906 
771—773 843—848 
774—784 823—838 
785 899 
786—788 878—884 
789—791 892—896 
792—801 858—875 
802—805 907—919 
806 889 



366 DIE FLOKEMllNER GLOSSEN 



Eckhard 


diese ausgäbe 


Eckhard 


diese ausgäbe 


807 


818 


835—859 


970—1000 


808, 809 


1003—1008 


860 


fehlt 


810-816 


931—940 


861 


1001. 


817 


tat. 


862—865 


440—446 


818-831 


943—962 


866 


fehlt 


832 


lat. 


867—874 


447—459 


833 


966 


875—889 


469—494 


834 


lat. 







Man ersieht hieraus dafs Eckhard oder der von ihm mit der ab- 
Schrift betraute seine arbeit gegen ende der hs. dort wo ein blaugemal- 
ter initialbuchstabe die anfmerksamkeit auf sich lenkte, begann mid 
eine zeit lang fortführte, dann aber den schlufs des ganzen vornahm 
und denselben von hinten beginnend excerpierle. darauf schlug er 
eine anzahl blätter nach rückwärts und schrieb von dort an widernm 
eine reihe worte ab; und dies verfahren widerholte er noch einmal, 
dann aber begann er mit dem anfange der hs. und zog die glossen un- 
gefähr bis zu dem punkte aus , wo er beim zweiten rückwärtsblättern 
angehoben hatte, schliefslich bi^achte er in einem nachtrage noch einige 
vorher ausgelafsene worte. man erkennt jedoch deutlich dafs die ab- 
schrift nicht einen regelrechten fortgang nahm sondern unter unauf- 
hörlichem blättern geschah : so kam es dafs dies und jenes wort zwei- 
mal aufgeführt wurde, aufserdem scheinen endlich eine anzahl 
glossen die bei nochmaliger durchsieht der hs. auffielen, an beliebigen 
stellen der abschrift eingeschaltet worden zu sein. 

Die hs. , cod. 5 plut. XVI der Laurentiana , in quart, besteht aus 
zwei ursprünglich sich fremden bestandteilen. der erste {bl. 1 — 86) 
enthält 1) fol. \. — 42* ßedae super Donati grammaticam 2) fol. 4:2^ 
— 73 Aymerici ars lectoria ad episcopum Ademarum 3) /'o/.74— 82 
Servioli de primis syllabis in cunctis partibus 4) fol. 83 — 86 Pri- 
sciani de accentibus. der zweite [blatt 87 — 142, 7 quaternionen — 
das letzte blatt ist fälschlich mit 144 bezeichnet - ) zweispaltig ge- 
schrieben, aus dem anfange des V2> jhs. birgt unsere glossen. die- 
selben sind aus einem altern exemplare abgeschrieben und später nach- 
corrigiert worden; in der vorläge hatte das z die bekannte dem h ähn- 
liche gestalt, daher der abschreiber öfters den letztetii buchstaben 
Schrieb, ein fehler, den der corrector meist aber nicht immer, durch 
znsatz eines häkchens befserte. die vorläge entstammte Oberdeutsch- 



DIE FLOHEiNTliNKH i;U>SSEN 367 

land, der abschreibe}' schenH aber seine heimat in I^iedtrdeulschland 
gehabt zu haben, was mein verfahren anlangt so habe ich der Über- 
sichtlichkeit und kürze halber die denischen worte ctirsiv drucken laf- 
sen; ebenso alle erst von mir zugesetzten Überschriften; dagegen sind 
die schon in der hs. vorfmdlichen mit Versalien gegeben, die rein latei- 
nischen gll. habe ich , soiceit sie in die mir vorliegende abschrift auf- 
genommen war'en. da beibehalten, wo sie von Eckhard aufgeführt wur- 
den; nur bei der schrift de fide catholica habe ich sie ohne ansnahme 
toidergegeben , da vielleicht die eine oder andere zur aufßndung der 
schrift, zu der sie gehören, beitragen kann, die zahlreichen abkürzun- 
gen sind, wo es mit Sicherheit geschehen konnte, aufgelöst worden. 
punkte innerhalb der worte bezeichnen rasuren. die erste zahl hinter 
einer glosse verweist auf die folge in Graffs abdruck, die zweite, cur- 
sive, auf Eckhard. 

Eine ganz ähnliche Sammlung scheint der €lm 19440 {Graffs 
Tg 5) zn enthalten, da ich aber eine abschrift dieser und anderer zu 
einer genaueren Untersuchung nötigen hss. zur zeit nicht besitze — 
besonders würden dabei auch die Salomonischen gl. in betracht kom- 
men — so mufs ich für jetzt auf weiteres verzichten und begnüge 
mich mit angäbe der teile aus denen unsere hs. besteht, indem ich zu- 
gleich Verweisungen auf die icichtigeren parallelen aus der glossen- 
litteratur beifüge. 

1 — 1002, das neunte buch des suinmarium Heiiirici, vgl. den 
Admonter vocabular, die Lindenhrog. gll, die Prager und Engelberger 
gll. [zs. 3. 468 und 125), Diutisca 3, 187, Sumerl. I {vgl. Diul. 3, 
260^), Diut. 3, 144, Iloffmann, ahd. gll. s. 61. — es folgen glossen 
zu der schrift de fide catholica eiusque ministris. ich habe dieselbe 
nicht atisfiyidig machen können ; die bekannte des Isidor ist es nicht, 
nach den glossen zu urteilen ist sie wol eine art passional. auch die 
dann folgenden 5 worte 1028 — 1032 unter der Überschrift glose de 
caiione apostolorum habe ich mit ausnähme von examen und concia- 
bolo {nicht -a) in den canones, concilia und decreta \)onlt. nicht auf- 
zufinden vermocht, sie können auch leicht zu einer anderen schrift 
gehören, denn jene Überschrift steht auf blatt 123'', die gll. aber erst 
auf hl. 126''««// 127^ sie sind jedoch so wenig significant, dafs 
ohne einsieht derhs. ihre zurück führung auf ein bestimmtes werk nicht 
möglich sein dürfte, es schliefsen sich hieran gll. zu den werken des 
Prudentius von denen ich 1168, 1250 und 1258 trotz aller ange- 
wandten mühe weder im Prudentius noch in den scholien des Jso habe 



368 DIE FLORENTlPsEK (BLOSSEN 

auftreiben können. 1259 — 1264 sind ein einschuh vgl. Hoffm. ahd. 
gll. S.58. woher 1265 — 1271 entnommen sind weifs ich nicht, zu 
den sodann sich anreihenden gll. zu Aldhelms werken wolle man die 
SGaller hs. 242 bei HaUemer 1, 278^ vergleichen, zur angäbe der 
stellen habe ich leider die höchst ungenügende ausgäbe von Giles da 
sie die einzige handliche , welche ich kenne , ist , henulzeti müfsen. sie 
leidet mit er andern an dem mangel jeglicher Zählung, die unregel- 
mäfsige folge der glossen in den rätseln ist nur eine scheinbare: denn 
in den hss. ist die reihenfolge derselben eine andere als in Giles aus- 
gäbe wie man dies aus den oben angeführten SGaller gll. erketmen 
kann. 1309 — 1313 sind vielleicht glossen zu thuribulum 147, 14. — 
1360/" könnten zu pepli velamina 206, 17 gehören, doch ist zu beach- 
ten dafs beide auch in den die Überschrift de ornatii ecclesie tragen- 
den gll. bei Hattemer 1, 311 hintereinander vorkommen. — 1371 
mag eine glosse etwa zu virgo sein. — 1372 — 1376 gehör'en einem 
tractat über die glieder des menschen , wol aus Isidor an. — zu 
1377—1389 vergleiche man Hoffmann s.58, Hattemer 1, 293, Schi, 
gll. 32ff, gll. Jim. D 272/f, zu 1392—1440 Hoffm. s. 58/", Hatt. 1, 
310, Schi. gll. 39, 136^, gll. Jim. D 293, 296. aus letztern ergiebt 
sich durch die bemerkung s. 293 bei lena: et paiilo post ibidem dafs 
die glossen irgend einer schrift müfsen entnommen sein. — ■ 1441 — 
1482 s. Schi. gll. 39, 178 ;f, Sumerl dbf, 42, 48, Hatt. 1 , 308 f, 
auch gll. Jim. D 276, 289. — liSßfgll Jim. D 306, 1491—1505 
daselbst s. 318. — 1506 — 1512 gehören demselbeti glossar wie oben 
Idll ff an. — 1513 — l^^l sind verwandtschafts- und Standesbe- 
zeichnungen, vgl. Sum. 41, 47, Hatt. 1, 303, gll.Jun. D 264^, Schi. 
gll.29. — es folgt ein abschnitt über waffen, vgl. Sum. 35, 51, Hatt. 
1, 309, dann tiernamen {Hatt. 1, 290, s. auch das oben s. A^f her- 
ausgegebene bl. 42 der Pariser Virgilhs.) , ferner krankheitsbezeich- 
nungen. für das folgende ist von 1618 bis 1685 die SGaller hs. 
242 bei Hatt. 1, 295 zu vergleichen. — 1686—1700 s.Schl. gll. 39, 
312^, Hatt. 1, 294, gll. Jun.D 304/". — die daran sich anschliefsen- 
den baumnamen finden sich glossiert auch bei Hattemer 1 , 289, 291, 
Sum. 45, Schi. gll. 39, 238 /f, fol. 42, 69f, gll. Jim. D 325/". — 
1758—1762 vgl.Stm. 47, ilQi f Gerbert, Her al.anhang s. 82, 102. 
der schlufs von 1766 an begegnet sonst in dieser aufeinanderfolge nicht. 
Berlin, februar 1871. 

ELIAS STEINMEYER. 



GLOSSEN ZU ALDIIELM 



369 



GLOSSEN ZU ALDHELM. 

Bekanntlich hat Aldhelm zwei verschiedene hücher de virginitate 
verfafst, eins in versen und das andere in prosa ; genauer lautet der 
titel des ersten de laudihus virgiiiam , der des andern de laudilms 
virginitatis sive de virginitate sanctorum. beide sind deutsch glossiert 
worden und zwar verteilen sich die glossen , welche Graff und nach 
ihm Raumer nicht geschieden haben, so dafs der poetischen schrift 
Aid. 1. 3. 4. 5 und die in der Florentiner sowie der Tegernseer Samm- 
lung enthaltenen gll. angehören , der prosaischen dagegen aufser den 
von Mone und dann von Bouterweck zs. 9,401 ff herausgegebenen 
ags. gll. Aid. 2 und 6. von den letzteren ist Aid. 6 {hs. der Wirz- 
burger dombibl.) von Diimmler in dieser zs. 14,190/' von neuem 
herausgegeben worden, Aid. 2 von Hoff mann in seinem büchlein 
Altdeutsches aus Wolfenbütteler hss. s. XXII /". da daselbst einige glos- 
sen fehlen oder nicht ganz genau abgedruckt sind , widerhole ich hier 
nach eigener collation unter angäbe der stellen nach Giles ausgäbe die 
wenigen worte. 



5, 8. [3"] concrftione uuahsa- 

mo. [4^] 
8,22. forficis cluft. [6"] 
11,19. balistabalastar. [12"] 

23, 4. persultans uerit. [13'] 
5 „ 37. glaucoma starablint. 

24, 4. scotomaticorum gihtot fo- 

toro. 
„ 1 8. paranymphus truhti go- 

mo. [14"] 
26,31. cata .. plasmafasca. ]15"] 
28,10. (sin&ricarum) trico uiii- 

darfart. [17"] 
10 33,10. fatescunt muodant. 
„ 13. plecta üuctira. [20"] 
37,25. seuo unslit. 
38, 2. eliderP«; zisbeogi. [20"] 

1 uuahsamo über einer ramir 4 
21 von tlialanii tut iilterg'. aiij rusur 



38.21. clientella gidiginu. 

„ „ contribulibus cunnin. 15 

[21"] 
40,31. dispendium zurgengium. 

[22"] 
42, 4. scotomaticos zoranouga. 
,, 5. reuocando erquiccento. 

[24"] 
44,36. nidoribus stanch. 
45,11. putamina fulaz uuerc. 20 

[24"] 

46.22. ad thitedas thalami zibrut 

batin. 
„ 29. pertinaciterduruhstritigo. 

[25"] 
48,25. abolisci In di uuonan. 
„ 32. liciis beiluuim. [26"] 

/// persultans fVie?' der ersten silbe incon 
24 niisiH-rsländnis des worfes obelisci 



370 GLOSSEN ZU ÄLDHELM 

25 49, 5. roderentur l)ignagana. 51,25, radiis lirahun. [28] 30 

[26'] 53,10. exeniumhantcunnieulüia. 

50,11. molosiriulen. [27] [29'] 

51, 2. exorbitans auiiig goiiti. 54,34. pellexerint bitriogant. 

orbita stiga. 
„ 9. ad solum cerniias eiUi 
framhalt. 
28 am rande zur vorig-eyi ghsse 

Die hs. cod. Heimst. 365 fol. enthält bis hl. 43" die schrift de 
laudibus virg. , von 44" an das conciliiim Aquisgranense. am 
schlufse steht auf hlatt 62'' ahschriftlich das fragment einer nrhmde 
mittelst der erzbischof Bardo {von Mainz, 1031 — 1051) dem Moster 
SAlbani einen alt namens Egbert giebt. die hs. stammt demnach aus 
Mainz und die gll. scheinen ans der Wirzburger hs. abgeschrieben zu 
sein, ich möchte aber fast glauben , dafs auch die letztere eine ab- 
schrift ist und dafs sowol starablint ah gi])ot fotoro nicht ursprüng- 
lich zu giaucoma und scotomaticorum gehörten sondern ersteres zu 
scotomaticorum (vgl. ags. gll. zs. 9, 447"j qmd letzteres zu dem un- 
mittelbar folgenden obscurantur oder obturantur. dann wäre die er- 
kJärung folgende: das original war ags., und die gl. lautete hcödigc) 
leotorod (vgl. ahd. kafezarot Graff^,131). beod lourde, da dieparti- . 
kel ge fehlte oder übergeschrieben stand, fälschlich in das worl hinein- 
gezogen, es mufs dann freilich angenommen icerden, dafs der abfall 
des letzten t auf einem Schreibfehler beruht. 

ST. 

BISCHOFSREIHEN YON TÜLL UND TRIER. 

Nomina pontificum Tullensis sedis et ordo. 

Mansuetus. Amon. Aicha. Celsiniis. Auspicius. Vrsiis. Aper. 

Albinus. Trisoricus. Dulcicius. Premon. Autmundus. Cutlanus. 

Teutfridus. Leutdiniis. Ehorinus. Ermenteus. Magnaiildus. Dodo. 

Girbaldus. Godo. Bodo. lacob. Borno. Yuanimeus. Frotharius. 

Arnauldus. Ludelmus. Drogo. Gauzlinus. Gerardus. Stephanus. 

Bertoldus. Herimannus. Bruno. Vdo. Pibo. Richuuinus (1108 — 

1126). 

Dabei steht als fortsetzung in der zeile folgendes bruchstück : 
cum .^it iKTc dilectionis proximorum profectibus conletari, vi- 



BTSCHOFSREIIIEN VON HILL UND TRIER 371 

detur asimili eonim necessitatihus non minus compaciendum esse. 
Sunt igitiir duo, laniiliaritatis applausus caritatisque feriior, que 
nostram uobis inopiam intimare suadent. egemus annona quam a 
uobis mutuo accipere querimus , eam si deo placueiit in proxima 
messe leddiluri. — 

Nomina pontificum Treuerensis sedis et ordo. 

Maternus. Agricius {unleserlich). Bonosius. Britto. Felicius. 
Mauritius. Seuerus. Cuirillus. lamnericus. Emericus. Magus. — 
Miletus. Modestus. Maximianus. Fibitius. Abrunculus. Rusticus. 
Nicetius. Magnaricus. Gundericus. — Sabaudus. Müdoaldus. 
Numerianus. Bassinus. Liuthwinus. Milo. Ilidulfus. Yueomadus. 
Ricbbodus. Vuizzo. Hetbti. Tietgaudus. Bertolfus. Ratbodus. Ruotke- 
rus. Ruotpertus. Heinricus. Theoricus. Ekibertus. Liudolfus. Megau- 
dus. Poppo. Ebrchardus. Ydo. Egilbertus. Bruno (1102 — 1124). 

Diese zwei bischofsreihen stehen auf einem dem XII jh. angehö- 
rigen pergamentblalte, das ich von dem riickdechel der incnnabel Ra- 
bani Poenitentiale et ilores SBernardi (s. Panzer 290) ablöste, sie 
gehörte ehedem der ahtei Altenberg, jetzt der Düsseldorfer landes- 
bibliothek. Altenberg war eine Cisterzienserabtei im kreifse Mülheim, 
am Rhein, sowohl in der r^eihenfolge als in den namenformen steht 
dieses Verzeichnis weit ab von den bisher bekannten, zb. bei Potthast 
Suppl. verzeichneten. A. BIRLINGER. 

ZU DEN yiRGILGLOSSEN. 

1. Brit. Mus. Add. 2\9\0. sec. X\l 

Virg. Aen. I— VITI. ' 

3' uortex werbo Aen. I, 117. 
9" signis beileden I, 648. 
10" auleis umbebangen I, 697. 
no'' stix bellifluot VI, 439. 

60' gallica tela azgera als randglosse zu Teutonico ritu YII, 741. 
Die zweite glosse ist von einer jungem hand geschrieben. 

2. Königl. landesbibl zu Cafsel ms. poet. et Rom. fol. 6. 

Servius I — VI sec. IX. 
1 1" incus anaboz randglosse des ^j. jahrh. zn Excudit autom est 
feriendo olicit, quia cudere est ferire unde et incus dicitur. 
(Aen. ], 171). 



372 ZU DEN VIRGILGLOSSEN 

3. Leipziger ratshibliothek (Naumann catal. p. 19j. Servins sec. X. 
3'' (Mesta amarylli) frutecta spreitha 
Q^ (Uaccinia pingit) calda genus hserbse i. clea 

cidea genus pome quod teutones diciint 
quodana seiie persici 
S*" (Post carecta loca) spartus i. lisca 
lO** Fra. nioraqiie frhtb:re br,mb/"r: f aus e corr. 
13'' (Labrusca) uicinia g/bxrkthb f aws e corr. 
2i^ (Castaneae birsutae) ecbinos .i. acutos folliculos et spinosos 
in modum ericii factos. ericiiis enim est animal quod tbe- 
disce dicimus kgkl. ad cuius pellis similitudinem eebini sunt 
facti, .i. folles infra quos castanee nascuntur 
28'' sanguineis ebuli bacis bdphe 
44'' quod dum permeat orbem hister duonouna 
72''EXPL1C1T ÜBER QUARTUS. AMENj OTRIRFD. {nicht 
OTRIRI. S.) 

SIEVERS. 

NIEDEURHETNISCHE PRTAMEL. 

Vat doicb gelove sonder werck, 

Verstentenisse sonder gemirck, 

Wysheit ind scbatz verborgen, 

Genoieb baven ind vil sorgen, 
5 Eyn ongeoiffent goed wille, 

Bekentenisse sonder minne, 

God denen om loff ind danck, 

Eyn goed leven sonder vortganck, 

Vyl boeren ind weynicb verstaen, 
10 Vyl wissen ind mit sonden om gaen, 

Eyn reynne leven sonder oetmoedicbeit, 

Beden sonder ynnicheit: 

Dyt es al verloren arbeit. 

Auf einem hinter das erste leere blatt des cod. Yatican. 1427 
(cod. Jmtinian.) eingeklebten pergamentstreifen von einer hand des 
XV Jahrhunderts anfgezeichnet ; nach einer abschrift Martins. 

K. M. 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART. 

I. 

In disir predigäde wisit mester Eckart der aide den grozen nutz der Zu- 
kunft unsis herren: waa for der zit niuistin alle lüde zu der helle, aber nu 
gnügit gode lichtliche, wan mit eime i'elnen herzin ist ez gnüc. 

^Ecce dies veniunt' dicit dominus, 'et suscitabo 
David germen iustum' {Jer. 9, 25). Dise wort sprichit Jere- 
niias "^nemit war, di dage iaimint, spricliit der herre, und ich wil 
irweckin di gerechtin worzeHn Dävidis [und die frucht sal wiz sin 
und sal finden orteil und machen gerechtikeit in erterich]'. Salo- 5 
mon sprichit 'ein gut bode von eime verrin lande ist also [ein] 
kalt wazzir einir dorstigin sele'. noch der achte der sunde so ist der 
mensche verre von gode, dar umme ist (ime) daz himmilriche alse 
[ein] verre fremede laut, und disir jjode Jeremias was fon deme 
himmile. Sente Augustinus sprichit fon ime selbir, du her noch 10 
unbekärt was, daz her sich verre (vant) von gode in eime fremedin 
lande der unglichheit. ez ist ein jemirlich dinc daz ein mensche 
von deme ist ön den her nicht selic gesin inmac. neme man di 
allir schönisten creatüre di got geschaffin hat üz deme gotlichen 
lichte da si undir stein — wan alse verre alse alle dinc under deme 15 
gotlichen lichte stein, alse verre sint si lustlich und behegelich — 
und were ez godis wille und gestate her ez daz si worden genomen 
üz deme gotlichen lichte und worden gewisit einer [der minsten] 
sele, so enmochte si keine wolust dar ane gehaben, sunder ir muc- 
ste da fare grüwin. noch jeniirlicher ist daz daz ein mensche 20 
fon deme ist 6n den her kein wesin (ge)habin inmac. allir jemir- 
lichis ist daz (daz) her fon deme ist der sin ewige selekeit ist, [und 

3 sed di tage sint kommen, spricht god, ich wil irweckent die frucht ader 
den Samen Davides C 5 ouch spi'icht her Salomon daz C 9 und waz 
disser bode vom hymmele C 12 dem unglichenisze C daz der C 13 
deme] gode C behegelich mag sin C 19 si fehlt OC ; da keine wol. noch 
behagunge haben C 20 ein] der C 21 aber C 

Z. f. D. A. neue folge III. 25 



374 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART I 

s»"» kranc ist worden daz her von aller siner eigen kraft nicht Wid- 
der zii gode kommen mag, und oiich nit enweiz wo her widder zu 

25 eme kommen sal. daz klaget her David und spricht "^ich bin verre 
von gode, wan ich in den sunden geboren bin, und bin so kranc 
worden daz ich nicht von miner kraft widder zu gode kan kommen, 
und habe die ougen vorloren, daz ich nicht emveiz wo ich widder 
zu eme kommen mag\ ein güd man sprach in hern Jöhans buche 

30 "^sprichet ein mensch widder den andern, da mag her einen zu 
vinden der eme daz hilfet bezzern; sprichet aber der mensche 
widder god, der ist so hoch und so unmezHch daz men keinen men- 
schen da zu vinden kan der daz gebezzern möge, man noch der 
edelkeit des hern, an dame me messehelt da müz sin die bezze- 

35 runge]. dar umme w as daz ein gut ])otschaft daz der prophete spri- 
chit^sehit di tage kumint etc.\ du di altin vedere bekanten daz 
jämir da si inne wären, du schrigiten si mit irre begerunge in den 
himmil und worden in got gegozzin mit irme geiste und'läsin 
in gotlicher wisheit daz got geboren sohle werden [menschlicher 

40 nätüre, der uns lösen solde von alle unser jenierHchkeit]. dar umme 
was di botschaft güde alse [ein] kalt wazzir einer durstigin sele. 
wan daz ist war daz got gibit sin himmilriche umme einen kalden 
drunc wazzers, und an eime giulin herzin da mide ist ez gniic, und 
wer einen güden gedanc opperit in der eAvigin minne (da got inne 

45 mensche ist worden) , der wirt behaldin. dar umme indarf der 
mensche nicht forten den tufd noch di werlint noch sin eigin fleis, 
noch unsin herrin got [endarf he nicht forchten. wan] sente Pau- 
lus sprichit'^der son ist uns gegebin zu einem vorsprechin, di ein 
wisheit ist sines vaderis, der sal wisliche rede gebin for alle unse 

50 törheit und missedäit^ sente Paulus sprichit ouch "^her ist uns 
gegebin zu einem vorvechtere, der for uns sige rechten sal in 

23 ich worde C 30 da god mag C 31 binden C der] da C 
briehetC 33 binden C 34 dal's C 35 sprach C 36 siat kommen spri- 
chet goddazgodgebornwoldewerdenvondemsameDavides . daz istdafs godsel- 
ber gesprochen hait dafs ist ein grofs ding . mogelicher ist dafs sich die hummel 
und erden wandel dan die w ort unsers herrn gew audelt werden C- altvetter 
C 37 inne] an C 38 daz humuielrich C gezogen C 39 wulde C 
42 ouch ist daz war, wer ein trunck kaldez Walsers gibet sinem ebencristeu in 
der ewigen liebe da god mensch inne worden ist, dem werden alle sin sunde 
vorgeben, und ich meine ez auch uff min sele wer C 48 daz uns der sone 
geben ist C 49 des C 50 anderswo spricht die schrifft daz her uns ist 
C 51 sige] feie C 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART I 375 

fillir unsir noit'. wir sullen beiden, der himmillische vadir muz 
unse gebeit inphäin odir nicht, wolde der vadir gegin uns vechtin, 
her informochtis nicht, wan di selbe gewah und wisheit di der 
vadir häit, df häit [ouch] der son glich mit ime , der uns genzlich 55 
gegebin ist zii eime forvechtere und häit uns so dCire irarnit daz her 
uns nicht vorläzin inwil, und der vadir inniac ime nicht forsagin, 
wan her sin wisheit ist. her (in)mac ouch nicht gegin ime gevech- 
tin, wan her sin kraft ist. dar umme indarf der mensche nicht 
forten (got) , her inmuge mit allin sinen Sachen künliche zu gode CO 
gein. 

Du der mensche üz dem paradise gestözin wart , du forsazte 
got drigerleige hiule [vor das paradise]. daz eine was englicher nä- 
ture , daz andere ein furic swert, daz dritte (ist) daz ez zu bei- 
den enden sneit. englicher nätiire bezeichint [also vele als] lütir- 63 
keit. [des enhäit der mensch nicht], du godis son quam iif (daz) 
ertriche, der ein (lütir) spigil was äne allin fleckin [und ein antlitz 
und ein bilde des hummelischen vatters, an dem men genzlichen 
godes willen bekennen mag] , der brach di ersten liüden iif und 
brächte (di) unschult und lütirkeit in mensliche[r] nätüre üf (daz) 70 
ertriche. 

Daz fürige swert bezeichint di gotlichen fürigin minne , ön 
di der mensche nicht (in)mac zu [dem] himmilriche komin. di 
brächte Christus mit ume und brach di anderin hüde, wan her hatte 
mit der seibin minne den menschen lib er dan her in geschüf. Jere- 75 
mias sprichit ^mit ewigir minne häit dich got geminnet'. 

Di dritte hüde was daz snidinde swert, daz was menslich jä- 

52 wir sullen— gewalt] wisset er wie der meusch etteswanue gedencket 

und biden sal her sich wen her biddeu wil mit alle sinen sunden und 

gebrechen legen in die wunden unsers hern Jesu Cristi und sal sich unwerdig 
duncken und sal sich beveln der wirdigen martir unsers hern Jesu Cristi und 
sal sich oppern dem hummelschen vatter und sime heiligen son. antwer der 
hummelsche vatter der mufs sie beide lup hau ader nicht, wuldc der vatter 
legen und enlengen her envormocht nicht wol derselbe gewalt C 58 kegen 
en nicht vechten C 62 sante C 63 daz ein wasz ein engelischer hudcr C 
64 bornig C 67 spigel ist ein blecken C 71 Salomon sprichit von christo 
her ist ein lutir spigil ane fleckin /«of hier ein , fehlt in C 72 bornige 
C liebe C 73 kümin 76 do godes sone quam da bracht her die 
andern hud ouch ulf den der mensch geliebet hatt mit ewiger liebe e her ie 
geschaffen wart, die godlichcn liebe bracht her mit sich uff dit erterich C; — 
geschüf vn i"* claritate perpetua dilexi te J^em 

25* 



376 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART l 

mirkeit. di nam unsir herre iif sich an deine höhisten, alse Chris- 
tus sprichit vere languores etc. 'werliche her sal tragin unse serde'. 

80 dor imune ist her kumen üf daz ertriche daz her des menschen 
sunde üf sich genomen hait, daz her si fortiUgite und den menschen 
bchildc. ahir nu ist daz himmih'iche uffin on alHrleige hüde. dar 
umme niac der mensche künh'che zu gode gein. 

[Ein wort sollen wir noch merken] daz her (euch) sprichit 'ich 

85 wil irweckin den sämin Dävidis^ (oder die frucht). [daz mag men 
prüfen daz] der engil rürte in einer stunde des dagis daz wazzir. 
da von (so) gewan ez so gröze kraft daz ez di lüde gesunt machite 
von allirleigc süchide. vil grözir ist daz daz godis son rürte mens- 
liche nätüre in unsir vrowin libe. da fon ist al mensliche nätüre 

90 selic wordin. noch grözir selekeit ist daz daz got mit (siner) 
eigenen nätüre rürte daz wazzir in (deme) Jordäne do her gedauft 
wart, da mede häit her kraft gegehin allin wazzirin, (alse) wan der 
mensche getauft wirt, daz her gereinegit wirt fon allin sinen sunden 
und wirt ein kint [unsers hern] godis. di allir groiste selekeit (ist 

95 daz) daz got geborin und geoffinbärit wirt in der selc an einer geist- 
lichen einnunge. da fon wirdit der mensche seliger dan der lip 
unsis herrin Jesu Christi öne sine selc und öne sine gotheit, wan 
ein iclich beilege sele ist edelir wan der tötliche lip unsis herrin 
Jesu Christi [was]. 
100 Di innewendige gehurt godis an der sele ist ein foUinbrengunge 

alHr ire sehkeit, und di selikeit frumit ir me dan daz unsir herre 
mensche wart in unsir frowin sente Merien libe und dan daz her 
daz wazzer rürte. waz got ie geworchte oder geteit durch den 
menschin, daz inhuUin nicht alse umme eine honen, her inworde 
105 forenit mit gode an einer geistlichin foreinunge, da got geborin wir- 
dit in der sele und di sele geborin wirdit in gode, und hir umme 
häit got alle sine werc geworcht. daz uns daz gesche, des helfe uns 
got. amen. 



80 alse die schrillt sprichst von eme daz her dorumb kommen ist uffz erte- 
rich C 81 fortilige — behalde C 82 abir] und C 85 sämin] frucht 
86rurte hinter wazzir C 87 daz wazzer C 89 mensl. gesiecht nature 
solche C 90 ist der selekeit C 95 der liplichen C 96 die sele heili- 
ger C 97 gotheit— sele C 98 ein selich s. C 103 waz — amen] alle 
die dinge enmochte er nicht gefrommen sie enwurde voreinet mit gode. dal's 
alle dinge an uuls gesehen dez hellT uch und mir der vattcr der son elc. amen C 



PREDIGTEN' VON MEISTER ECKART II 377 

II. 

In disir predigade bewisit uieister Eckart der aide mit reden und mit 
glichnissen daz got geboren wirt in der sele und di sele in got geborin wirt. 

Inillo tempore missus est angeln s Gabriel a deo. 
"^aue gratia plena, dominus tecum' (Z?(c. 1,26). Disewortbe- 
scbribit senteLiicas'in der zit wartgesant ein engil Gabriel von gode\ 
in wilchir zit? in den seis manden du Johannes Raptista was in siner 
müdir libe. der mich fragile' war unime beiden wir, warummevasten 5 
wir, war umme tun wir alle unse werc, war umme sin wir getouft, 
war umme ist got mensche worden, daz diz höiste was': ich spreche: 
dar umme daz got geborin werde in der sele und di sele in got ge- 
borin werde, dar umme ist alle di schrift geschriben , dar umme 
hält got di werlint geschaflin und alle englische natiire, daz got ge- 10 
borin werde in der sele und di sele in got geborin werde, allis kor- 
nes nätüre meinet weize und al metal meinet golt und alle geberunge 
meinet menschen, dar umme sprach ein meister ' so invindit man 
kein dier, iz inhabe etwaz glichiz dem menschin', in der zit in der 
da diz wort zu dem erstin inphangin wirt in minir fornuft, da ist 15 
ez so liitir und so kleinlich, da ist ez ein wäir wort, er ez gebildit 
wirdit in mime gedanke. zu dem drittin wirdit ez gesprochin iiz- 
wendic mit deme munde, und also inist ez nicht dan ein olTinbä- 
runge des innerin wortis. also wirdit daz ewige wort gesprochin 
innewendic in deme herzin der sele, in deme innirsten, in deme 20 
lütirsten, in deme heubite der sele, daz ist in vornuftikeit: da ge- 
schihit di gebort inne. der nicht dan einen ganzin wön und eine 
hoftenunge hi zu bette, der mochte gerne wizzin wi dise gebort ge- 
schihit und waz hi zu hilfit. sente Paulus sprichit 'in der fullide der 
zit sante got sinen son\ sente Augustinus sprichit waz da si fullide 25 
der zit. *dä numme zit inist, da ist fuüide der zit\ dan ist der tac 
fol alse des tages numme inist. daz ist ein nötwärheit: alle zit müiz 
da abe sin da sich dise gebort hebit, wan nicht inist daz dise gebort 
also sere hindere alse zit und creaturo. daz ist ein gewis wärheit, 
daz zit got noch di sele ton nätüre nicht beriiren inmac. mochte 30 
di sele fon zit berürt werdin, si inwöre nicht sele, und mochte got 
von zit berürt werdin, he inwere nicht got. were abir daz di zit 
di sele berüren mochte, so inmochte got nummir in ir geborin wer- 
din. da got geboren sal werdin in der sele, da müiz alle zit abe ge- 

14 der] deme 



378 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART II 

35 valiin sin , oder si niüiz der zit iulphallin sin mit wiUin oder mit 
begerunge. 

Ein andir sin ton fullide der zit: der di kunst hette und di 
macht daz he di zit und alliz daz in der zit in seis tüsint järin ie 
geschach und daz noch geschehin sal biz an daz ende hervvidir ge- 

40 zihen künde in ein geginwertic nu, daz were fullide der zit. daz ist 
daz nü der ewekeit, da di sele in gode alle dinc nüvve und frisch 
und geginwertic bekennit, und in der lust alse di ich izunt gegin- 
wertic habe, ich lais in einem buchiline, der ez (er)gronde(n) 
konde, daz got di werlint izunt machit alse an deme ersten tage 

45 dii her di werlint geschuf, hi ist got riebe, und daz ist godis riebe, 
di sele in der got sal geboi-in werden, der müiz di zit intphalhn, 
und si müiz der zit intphallin und sal sich üftragin und sal stein 
in eime inkaffine in disin richtüm godis. da ist wide öne wide und 
breide t)ne breide. da bekennit di sele aUe dinc und bekennit si da 

50 foUiukumen. di meistere di da beschriben wi wit der himmil si: 
di min niste kraft di in miner sele ist, di ist widir dan der wide him- 
mil. ich geswige der fornuftikeit : di ist wit öne wide. in deme 
heubitc der sele, in fornuftikeit, in der bin ich also nähe der stait 
ubir tüsint mile geinsit meris alse der stait da ich izunt inne stein. 

55 in dirre Avide und in disme richtüme godis da bekennit di sele, aldä 
inphelUt ir nicht und da ist si nichtis wartinde. 

"^Der engil wart gesanf . di meistere sprechin daz der engile 
menige ist zal pobin zal. ir menige ist so gröz daz si kein zal be- 
grifen himac; ir zal inmac joch nicht bedöcht werdin. der undir- 

60 scheit konde genemen öne zal und öne menige , deme werin hun- 
derit alse ein. werin hunderit persönen in der gotheit, di undir- 
scheit konde genemen öne zal und öne menige, derinbekente doch 
nicht dan ein. ez wonderin sich ungeleubege lüde und etliche un- 
gelärte cristine lüde, und joch etliche phaflin wizzin da fon alse 

ßa wenic alse ein stein, de nemen dri alse dri küwe oder dri steine 
abir der undirscheit kan genemen in gode öne zal und öne menige, 
der bekennit daz dri persönen sin ein got. 

Der engil ist ouch so höch._ di beisten meistere sprechin daz 
icHch engil habe eine ganze natüre. glichirwis alse ob ein mensche 

70 were daz aUiz daz hette daz alle menschin ie gehattin und nü habin 
und ummir nie gehabin sullin an gewalt, \^isheit und an aliin dingin, 

63 Wiuleriu etlichte 



PREDIGTEN VON iVIEISTEIJ ECKAKT II 379 

daz were ein vvonder, uiul so inwcrc he doch nicht dan ein mensche 
nnd were dannocli verre den engiiin. also hait igelich engil eine 
ganze nätüre und ist gesunderit von denie anderin alse ein dicr Ion 
dem anderen daz einir anderen näturc ist. an dirre nienige der "75 
engile ist got ridie, und der daz bekennit, der bckennil godis riebe, 
si bewisit got riebe alse e'n berre bewisit wirdit fon der menige 
sinir rittere. dar umme heizit he in uns ein berre der here. alle 
dise menige der engile, wi hoch si sint, di babin ein niidewirkin 
und heltin da zu, da got geboriu wirdit in der sele, daz ist si babin SO 
lust und freude und wonne in der geburt, si inwirkin nicht, da inist 
kein were , wan got der wirkit di geburt alleine , mer di engile ba- 
bin ein dinisthaft were hi zu. alliz daz da zu wirkit daz ist ein di- 
nisthaft were. 

'Der engil was genant Gabrier. he teit euch swaz he hiz. he 85 
hiz alse wenic Gabriel alse Ciinrät. niman inkan wizzin des cngi- 
lis namen. da der engil genant ist, da iuiiuani ni meister noch sin 
i zii. vil lichte ist he nenneUch. di sele inhäit ouch keinen namen. 
alse wenic alse man gode eigenen namen vindin mac, also wenic 
niac man der sele eiginen namen vindin , abeine da gröze buche 90 
fon geschriben sin. abir da si ein üzlugin hait zu den werkin, da 
föne gibit man ir namen. ein zimmirman, daz enist sin name nicht, 
mer den namen nimet her fon dem \\erke des he ein meistir ist. 
den namen Gabriel den nam he von dem werke des he ein bode 
was, wan Gabriel sprichit kraft, in dirre geburt wirkit got kreftlicbe 95 
oder wirkit kraft, waz nieinil alle di kraft der näture? daz si sich 
selbir wirkin wil. waz meinit alle di nätüre di da wirldt geberin? 
daz si sich selbir wirkin wil. di nätüre mines vader wolde wirkin 
in sinir nätüre einen vadir. du des nicht gesin mochte, du wolde 
si ein wirkin daz ime allis dingis glich were. du der kraft gebrach, 100 
du worchte si ein so si glichiste mochte, daz was ein son. da abir 
der kraft noch me gebricbit oder ein andir ungevelle geschihit , da 
wirkit si noch eime unglicheren menschen, abir in gode ist volle 
kraft, dar umme wirkit her sin glich in siner geburt. alliz daz got 
ist an gewalt und an wärbeit und an wisbeit, daz gebirit he alzu- 105 
male in di sele. sente Augustinus sprichit 'waz di sele minnit, deme 
wirdit si glich', minnet si irdische dinc, so wirdit si irdisch, minnit 
si got, so mochte man frägin 'wirdit si dan got?' spreche ich daz, 

85 he teit ouch swaz ho teit ouch swaz he hiz alse w. usw. 99 

gesciii 102 gcsihit 



380 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART II 

daz lüdite ungelouplich den di zu krankin sin liabin und ez nicht 

110 fornemen; mer sente Augustinus sprichit 'ich inspreche ez nicht, 
mer ich wise iich an di schrift, di da sprichit: ich habe gesprochin 
daz ir gode sit\ der etwaz hette des richtümes da ich fore fon ge- 
sprochin habe , einen bhc oder jocli eine huffenunge oder eine zü- 
forsicht, der forneme dit wol. ez inwart nie gebort so sippe noch 

115 so glich noch so ein alse di sele gode wirdit in dirre geburt. ist ez 
daz ez an ichte gehinderit wirdit, daz si nicht allis dingis glich in- 
wirdit, daz inist godis schult nicht, alse verre alse ir gebrechin 
intphallin, alse verre wirkit he si ime glich, daz der zimmerman 
nicht ein schöne hiis gewirkin inkan üze wormechtime hulze, daz 

120 inist sin schult nicht, ez gebrichit an deme hulze. also ist ez an 
gotlichime wirkine in di sele. mochte sich der minniste engil irbil- 
din oder geborin werdin in der sele, da ingegin inwere alle dise 
werlint nicht, — wan in eime enigin funkeline des engilis grünet, 
loubit und luchtit alliz daz in der werlinde ist — mer dise gebort 

125 wirkit got selbir. der engil inmac da kein werc gewirkin wan ein 
dinistaft werc. 

'Ave\ daz ist *öne we'. wer da ist öne creatüre, der ist öne 
we und öne helle, und di allir minnes(t) creatüre ist und häit, di 
hält allirminnist we. ich spreche ettiswanne ein wort 'di der werhnt 

130 alhrminnist häit, der häit ir allinneisf. nimannis ist di werlint also 
eigin also der alle di werlint geläzin häit. wizzit ir wo föne got got 
ist? da fon ist got got daz he öne creatüre ist. he innante sich 
nicht in der zit. in der zit ist creatüre und tot. dise habin ein sip- 
pesin in eime sinne, und wan di sele da der zit intphallin ist, dar 

135 umme inist da noch we noch pine, joch ungemach wirdit ir da ein 
freude. alhz daz ie bedächt mochte werdin fon lust, fon freude und 
fon wonne und fon minlichkeit , hebit man di gegin der wonne di 
da ist in dirre geburt, daz inist nicht freude. 

'Gnaden vof . daz minniste werc der gnädin ist höhir dan alle 

140 engile in der nätüre. sente Augustinus sprichit daz ein gnädin werc 
daz got wirkit, alse daz her einen sundere bekerit und zu eime gü- 
din menschin machit , daz ist grözir dan daz got eine nüwe werlint 
geschüfe, also hcht ist gode himmil und erde umme zu kerine 
alse mir ist ein aphil umme zu kerne in minir hant. da gnade 

145 inne ist in der sele, daz ist so lütir und ist gode so glich und 

119 worichechtime 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART II. III 381 

so sippe, und gnade ist öne werc, also in der gebart da ich fore 
von gesprochin habe kein werc inist. gnäde inwirkit kein 
werc. sente Johannes ingeteit ni kein zeichin. daz werc daz 
der engil in gode häit, daz ist so hoch daz ni kein meistir noch 
sin dar zu mochte kunien, daz'si daz werc begrifin mochten, ahir 150 
von dem werke vellit ein spön, alse da ein spon abevellit von 
eime hüis, den man abehauwit. ein hh'chin daz ist da da der engil 
mit sime nidersten den himmil berurit. da ion grunit und blüwit 
und lebit alliz daz in dirre werlinde ist. ich spreche ettiswanne von 
zwein burnen — alleine ez wonderliche lüde, wir muzin sprechin J55 
noch unsime sinne — , ein burne da di gnade üz inspringit, da der 
vader üz gebirit sinen eingeborin son: in deme seibin inspringit di 
gnäde und aldä geit di gnäde üz deme seibin burnen. ein andir 
burne ist da di creatüre üz gode vlizin , der ist so verre von deme 
burnen da di gnäde üz intspringit alse der himmil ist von der erdin. 160 
gnäde inwirkit nicht, da diz füir ist in sinir nätüre , da inschaditiz 
noch inburnit nicht; di hitze des füres di burnit, joch da di hitze 
ist in der nätüre des füris, da inburnit si nicht und ist unschedelich, 
joch da di hitze ist in deme füre , da ist si der rechtin nätüre des 
füris also verre alse der himmil ist von der erdin. gnäde inwirkit 165 
kein werc. si ist zu zart da zu. werc ist ir also verre alse der him- 
mil ist von der erdin. ein insin und ein anehaftin und ein mit gode 
daz ist gnäde und da ist got mide, wan daz volgit dar noch. 

'Got mit dir . da geschihit di gehurt, ez indarf nimannen 
unmogelich dunkln hi zu zu kumene. waz schadit mir daz, wi 170 
swere ez ist, sint he ez wirkit? alle sine gebot sint mir licht zu 
haldine. he heize mich joch alliz daz he wolle, des inachte ich 
nichtisnicht, daz ist mir alliz kleine, ob he mir sine gnäde da zu gi- 
bit. ez sprechin etliche, si inhaben es nicht, so spreche ich : daz ist 
mir leit. begeris du ez ahir? 'nein . daz ist mir noch leidir. enmac 17.5 
man es nicht gehabin , so habe man doch eine begerunge dar zu. 
David sprichit 'ich habe begerit einir begerunge zu dinir gerechti- 
keif. daz wir godis also begeren daz her in uns geborin werdin 
wolle, des helf uns etc. 

III. 

Hl lerit meister Eckart der aide, in wiliche sele der uarae Jesus ge- 
sprochin sal werdin, daz muz geschehen an dem achtin tage. 

Post dies octo vocatum est nomen eius Jesus (Luc. 



382 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART III. IV 

2, 21). 'Au deine achtin tage wart inie der name Jesus*, den namen 
Jesus insprichit niman, der beilege geist inwirkez dan. ein heiliger 
meister sprichit 'in wilchir selc der name Jesus gesprochin sahverdin, 
5 daz niüz geschehin an denie achtin tage', der erste tac istdazhesinen 
willen gebe in godis willen, und deme lebe, der andere tac ist ein 
beglimiude beglinuinge gotlichis füris. der dritte tac daz ist ein 
umnieloufmde und ein quelinde sele noch gode. der vierde tac ist 
daz alle di krefte des raenschin sin üfgerichtit zu gode. ein meister 

10 sprichit Svan di sele berürit wirt von cwigin dingin, so wirdit si be- 
w egit , und ton der bewegunge wirdit si irhitzit und von der ir- 
hitzunge so wirdit si irwidit, daz si vil godis mac inphähin. der 
fünfte tac daz ist ein instarren in got. der seiste tac ist daz di sele 
forekiit wirdit mit gode. der schinde tac ist daz got di sele zu lei- 

15 zit. der achte tac ist ein gebruchin godis , da so wirdit deme kinde 
der name Jesus gegebin. 

IV. 

Hi au disir predigade bew isit lueister Eckart, wau gode gerümit wirt und 
da vride ist, so kuniit got zu der sele. 

Angelus domini apparuit etc. {Matth. 1, 20). 'Der engil 
offinbärit sich Jösebe in deme släfe und sprach zu eme: nim daz kint 
etc.^ ein meistir sprichit daz di schrift ist an irme sinne alse ein 
vlizinde wazzir, daz besitin üzbrichit und machit tiife und tiche 
5 nuzliche, und llüzit doch for sich, sente Augustinus sprichit 'di 
schrift ist nuzliche virborgin an irme sinne, daz man die ersten 
wörheit zubaut nicht finden enkan\ dar umme vindet man manige 
nuzliche rede und lustliche di wole bi der ersten wörheit besteit, 
alse Moyses sprichit, daz wazzere pobin uns und benidere uns sin. 

10 wer kan daz bevindin? di heiligin vragin, war umme unse herre 
got den menschen zu leist schüfe, du her alle creatiiren gescbaffin 
hatte, daz mac di heimelichiste sache sin und ein wörhaftic sin, 
daz her aller creatüre follinkumenheit zumäle hält geschaflln an 
deme menschin. dar umme ginc di beilege driveldekeit zii rade, du 

15 si den menschin schephin wolde , und sprach 'mache w ir etc. den 
menschiu zu unsin bilde', dar ane ist bewisit daz diz bilde der hei- 
ligin drivaldikeit geschaflni ist an der sele. zii dem anderen male: 
engelische nätüre, di si gemeine häit mit den engiün, und allir 

2 heilegeist 15 sepliia 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART IV. V 383 

crealüren glichnisse und vollinkumenheit zuniäle ist geschatfin an 
deme menschen, daz got sine vollinkumenheit und allir creature 20 
beschowin und bespigilin muge an dcme menschin, und Ma\i hewisit 
daz der mensche si daz beiste undir allin creaturen. 3Ioyses balte 
gemachit vier bliche, di nuze wärin; da noch machte he daz fünfte, 
daz was daz minniste und diz beiste, und hiz ez di wärheit fon allir 
der Schrift, daz geböit got und iMoyses zu legine in di archin. scnte 25 
Augustinus machite ouch file bucher ; zu leist machite he ouch ein 
kleine biichelin, in deme was gescribin alliz daz man in den ande- 
ren nicht forsten konde. daz hatte he alle zit mit ime und bi ime, 
und was ime daz libiste. also ist ez zumäle umme den menschin ; 
den hält got gemachit alse ein hantbiich da he in sihit und da he 30 
mide spilit und lust ane hält, dar umme tuit der mensche gröze 
sunde wan he dise beilege ordenunge zustorit, wan an deme jungi- 
sten tage sullin alle creatiirc walin schrihin über den der daz tüit. 

Nu sulle wir pnifin daz noch deme tode Ilerödes Joseph wi- 
der sulde kumen in daz laut, du gode gerümit was fon den di in 35 
hindirtin. also müiz gode gerumit werdin von sunden, daz di sele 
gerecht si, ob got mit ir wonin sal. sente Johannes sprichit 'daz 
wäre licht quam in di werlint, und di werlint inphinc sin nicht', he 
wil sprechin 'ez invant keine stait da ez behaftin mochte, dar umme 
inwart ez nicht inphangin'. ein meister sprichit 'wilttu got mit eime 40 
lüterin herzin inphäin und bekennen, so fortrip von dir freude, 
forthe, hoifenunge'. — Daz ist von deme ersten, wi man gode rumen 
sal. daz andere ist der fride der in deme lande was da got inne ge- 
borin was. daz prüfit man da bi daz alle di werlint eime keisere zu- 
hörte und undirdenic waz. hk nota historiam. ouch prüfi ich ez bi 45 
den drin kunigin di so verre landis quamin. also sal gantz vride 
sin in der sele. da ist recht vride wo daz nidirste deme ubirsten 
undirtenic ist. bide wir etc. 

V. 

Hl lerit meister Ecltart waz Christus uns lerit mit den vier künstln. 

Sedebat Jesus docens in templo {Luc. 19, 47). Daz 
ewangelium sprichit daz Christus saizin demetemple undlärte. daz he 
saiz, daz meinit riiwe, wan wer da sitzit der ist bereitirliitirdincfore 
zu brengine dan der da geit oder steit. sitzen bedüdit ruwe , stein 



2 lärte 



384 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART V 

5 erbeit, gein unstedekeit. hir iimme sal di sele sitzin, daz ist in 
einir fordruckiter öthmüdikeit under alle creature, dan kumit si in 
einen gerattiten vride. den vride irwirbit si in eime lichte, daz 
licht wirt ur gegebin in einir stiilekeit da si inne sitzit und wonit. 
Albertus (sprichit) 'daz ist di sache daz di meistere sitzin di da lerin 

10 suUin di kunste, wan wer da ligit, deme gein di grobin geiste, daz 
ist daz grobe blüit, iif in daz hirne und vordinsterit daz forstent- 
nisse. wan aber der mensche sitzit, so sinkit daz grobe bluit, und 
di lichtin geiste dringin iif zii deme hirne , so wirdit di memoria 
irliichtit. hir umme saz Christus in deme temple , daz ist in der 

15 sele. 

Daz andere stucke ist daz Märte', waz lerit he? he larte unse 
forslentnisse vvi daz wirkin solde; wan waz lerin sal, daz lerit noch 
deme daz ez selbir ist. hir umme wan Christus ein forstentnisse 
ist, so lerit he unse forstentnisse. 

20 Christus hatte vierlege kunst und wisheit. di erste was gotlich, 

da mide kante he daz da ist an der ewigin forsichtikeit, nicht alleine 
daz da ist und werdin sal, mer ouch alliz daz daz got formochte ob 
he wülde. mit disir kunst sach he in der lüde herzin, und alle di 
werc di gode ziihörin worchtc he mit dirre kunst. daz formochte 

25 Christus mit der kunst di got ist. — Di andere kunst Christi di ist 
creature, daz ist di kunst di sinir sele ingegozzin wart du si ge- 
schaffin wart, und di ist übernatürlich, dar umme gebruchite si 
godis und schowite got an sime wesine. an dirre kunst inginc ume 
ni zu oder abe, mit disir kunst formochte he, daz he irkante ahiz 

30 daz got ie geschüf und daz he noch schaffin wil, aber nicht daz he 
sine une(n)delichkeit ane tridit, daz inkennit si nicht, diz hcht ist 
creatiire und ist doch siner sele ubirnälürlich. — Di dritte kunst ist 
di he hält mit den engilen, di in un habint bilde allir dinge. Dyoni- 
sius sprichit 'du got di engle geschüf, du gab he un bilde allir dinge, 

35 daz habin si nätürlichin \ also hält Christi sele natürliche allir dinge 
bilde, daz he ur gegebin hält, und he doch daz selbe bilde nicht 
inist, alse daz ingesigde deme wasse sine formen gibit und doch 
mit ume nicht ein ist. an dirre kunst nam he nicht zu noch abe. 
hi mide formochte si daz si fornam alle geschehine dinc, und nicht 

40 di geschehin sulliu , alse der engil nicht bekennit zukünftige dinc, 
ez inwerde umme danne geoffinbärit; fon nälüre häit he ez nicht. 

7 inw^bit 13 dringit 16 larte 37 waze 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART V 385 

— Di virde kunst di he hatte di was an der sinlichkeit, waii waz 
di sinne begrilin fon büzin, daz vvirdit geistliche getragin in di bii- 
derinnen, und da so vazzit iz daz inbhckin des forstentnisses. also 
hatte he ein zünenien alse wir. meister oder brüder Thomas spri- 45 
chit 'he hatte ein zünemen fon den kreftin der sinne'. 

Nil sal man mirkin waz he uns lerit mit disin kunstin. di erste 
kunst, di got ist, uz der gellozzin sint alle dinc, mit der lärte he 
uns wi wir widirkerin soldin und sullin und ordenen alle dinc in 
urin erstin orsprunc. daz geschihit in deme menschin in deine ge- 50 
samenet werdin alle manicvaldikeit und alle iif getragin werdin in 
got in urin erstin orsprunc, daz got ist. wan der mensche da zu 
kumit daz he sich ein mit gode vindit, dan allir erst kerit der men- 
sche alle dinc zu urin erstin sachin. hi fon sprichit sente Bernardus 
'herre, waz ist der mensche, daz du un so sere geminnit häist? he 55 
ist ein guit in deme gesaminit werdin alle manicvaldige dinc in ein 
enikeit'. — Dit lörte he uns mit der kunst di got ist. waz lerit he 
uns mit der kunst di ubernäturhch ist? daz wir ubergein alhz daz 
natürlich ist. zu dem erstin suUin (wir) ubergein unse egine sinne 
und dar noch dunkin und wenin. nu schrit, edile sele, zuch an dine 60 
schritschüwe, daz ist forstenlnisse und minne, da mide schrit über 
di werc dinir krefte, ubir din[e] forstenlnisse, ubir di dri ierarcbien, 
di dri himmele und über daz licht daz dich kreftigit, und sprinc in 
daz herze godis, daz ist in sine forborginkeit , da salt du inne for- 
borgin werdin allen creaturen. dit lerit he uns mit der ubernätur- 65 
liehen kunst. dar umme sprichit sente Paulus 'ir sit tot und üwir 
lebin ist forborgin mit Christo in gode'. — ■ Waz lerit he uns dan 
mit der nätürlichin kunst, di he hält mit den engilen, di allir dinge 
bilde in un habin? also hält di sele eine muglichkeit alle dinc zu 
begrifme. hir umme solde si wonen in ir selbir, wan di wörheit ist 70 
fon binnen und nicht von büzin. hir umme sprach sente Augusti- 
nus 'ö herre, wi vil ist der di üz un selber gegangin habin zu sü- 
chine di wörheit, di noch ni zu un seibin inquämen!' hir umme 
inhont si di wörheit nicht fundin, wan got ist der sele innirste inne- 
keit. — Dit lerit he uns mit der ubernäturlichin kunst. waz 75 
lerit he uns aber mit der züneminden kunst? daz ist wi wir 
unse üzerin menscheit ordenen sulhn. di ordenunge wirdit vol- 
linbrächt mit prüfine der mensche sines selbis, wan daz sich der 
mensche selbir bekenne daz ist bezzir dan bekentnisse allir geschaf- 
finer dinge. 80 



386 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART V. VI 

'Christus lärte si'. vvi sint di he lerit? daz sint di einvaldigin. 
wer ist recht einvaldic? daz ist der niniannen betrubit noch be- 
trügit mit iiichte und ouch fon nimanne betrogin niac werdin: daz 
sint di rechtin einveldigin. in di rechtin einvaldikeit helf uns elc. 

VI. 

In disir predigäde lerit meistir Eckart \vi got di sele ladit zu cme mit 
deine geschepnusse allir creatüre, und von deine Jone. 

Voca operarios et re dde Ulis mercedem sua m{Matth^ 
20, 8). Dise wort beschribit sente Matheus 'ruf den werckiden und gib 
un ir Ion', bi disime herrin der di werclüde ladit in sinen wingardin 
ist bezechint unsir herre, der alle lüde zu ume hält geladin zweigir- 
5 leige wis. zu dem erstin mit deme geschepnisse allir creatüre, di 
he so schöne und so edil gemachit hält; zu dem anderen male mit 
deme töde, der da bittirliche üf des sunderis herze vellit. fon dem 
erstin sprichit ein meistir 'got hält di werlint und alle di dinc (di) 
in der werlinde sint gemachit durch den menschen und den men- 

10 schin durch sich, und di übe hält got so gar ubirwondin di he zu 
der sele hält , daz he alle creatüre geschaffin häit durch daz he der 
sele geoffinbäre sine ere, und ist alse sere dar üf forstarrit wi he di 
sele zu sich gezihe und gelocke zu sinir minne, alse he allis des for- 
gezzin habe des in himmilriche und in ertriche si, imd des alleine 

15 läge in willichime wege he eine ichche sele zu sich allirbeist gezihin 
muge\ dar umme häit (he) manichirleige creatüre gemachit, daz 
manigirlege wis geoffinbärit werde sin ere, und inhäit doch keine 
creatüre gemachit, he inhabe etwaz pinlichis dar ane gelegit oder 
ein glichnisse der helle, wan alle creatüre sint ein bode und ein 

20 winkin zu gode, wan si kundigin alle di ere godis. 

Zwei dinc häit got gelegit an di creatüre. daz erste daz ist 
Wollust und gemach, daz he den menschin mide locke, daz he forste 
daz ez in gode an deme hohlsten si; daz andere daz he pine an di 
creatüre häit geleit, ob der mensche durch ere oder durch woUust 

25 inachte nicht godis, daz un doch di pine slahe und nöchschurge. 
also wonderlich alse di gemüde sin der lüde, also wonderhch sint 
di wege zu gode. den einen mac man lockin mit woUust, den an- 
deren müiz man slahin mit suche und mit ungemache, alse sente 
Pawil wondirhche bekärt wart, du he ufl'e deme wege was und 

24 durch] der beideinal 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART VI 387 

cristine lüde anevechtin wolde, du strecli iin got da nidir und um- ^0 
meving in mit sime lichte; und sentc Augustinus du he hekort wart, 
an deme tage du inkonde he nicht gesadit werdin von der wolhist 
di he halte fon der wunderlichen läge di got der sele legit, wi he si 
hekere. dar umme hait sich got geteiht, der einvaldic ist, an alle 
creatüre, daz di sele an keinen wec sich gekerin inmac fon gode an 35 
di creatüre, si invinde godis glichnisse dar an. ez inmochte nummir 
sundir woUust gehahin an den sunden , godes glichnisse mwere et- 
licher wise dar an alse ere und gemach und wollust. dar umme ist 
daz daz manic mensche forzihit güdis und fründe, und der ere in- 
mac he nicht forzihin, di ist ume allir nehist helegin, und dar ane 40 
volgit he gode allirglichis , wan got sprichit ^ich inwil min ere ni- 
manne gebin . ein glöse sprichit üf den salter ^nimant ist der sin 
ere durch sines fründis ere wolle gebin'. 

Drü dinc sint dar umme di sele keine gnügide gehabin mac an 
den creatüren. daz eine ist daz si teilunge habin, wan di gnügide 45 
dez trankis enist nicht gnügide der spise noch der kleidir; ir ein 
wisit noch sich üf diz andere und winkit io furhaz zu gode ; dar 
umme enist kein gnügide dar ane. — Daz andere, daz di creatüren 
liphaftic sin und valiin üf ein vorderpnisse und üf eine fordrozzin- 
heit, dar umme inist da kein zünemin ane. ie ich lengir sehe üf 50 
ein wiz düch oder in daz licht der sunnen, ie mir diz äuge stunphir 
und vinsterre wirt. ez inwart ni creatüre so edile oder so schone, 
man inmochte si so lange anesehin, ez inworde fordrozzinlich. abir 
geistlich bekentnisse hait ein zünemen ön ende, io ich geistliche 
dinc baz bekenne, io min sin behendir und gefügir wirt forbaz zu 55 
bekennine. — Daz dritte daz unsis herrin gäbe der sele nicht ge- 
schenkit invvirdit üz den vazze da si üzgeflozzin ist, wan alliz daz 
got gegebin mochte wollust und gäbe, si inworde geschenkit der 
sele üz dem vazze daz got selber ist , si inmochtin der sele nummir 
gesmeckin noch wollust gegebin. got der inist nicht wan ein lütir eo 
wesin, und di creatüre ist fon nichte und häit ouch ein wesin fon 
deme seibin gotlichin wesine, und insmeckit doch der sele nicht an 
der creatüre dar umme wan si ein ander vaz ist. wi lüter und edile 
ein tranc ist, güzit man un in ein snöde vaz, he wirdit des di un- 
edilir. dar umme ist daz daz alle gobe und ere di got gegebin mac, 65 
si inwerde ur geschenkit üz ume selbir, so inist si nichtis wert. 

Ein lerere sprichit daz der vader häit einen son und einen 
heiligin geist, und durch di beide häit he sich genegit dem men- 



388 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART VI 

schin. ouch suUe wir prüfin daz der himmil unmäze grözir ist dan 

70 diz erti'iche. also vil ist der eiigle me in deme himmilriche dan 
allir menschin üf ertriche. wan di meistere wollin daz di engile 
allirmeist got offinbärin , dar umme muz er allirmeist sin. Daniel 
sach daz tüsintstunt tüsint dinitin um und zentüsint hunderit tü- 
sint wärin bi ume , und tüit got rechte alse he allir dirre herschaft 

75 forgezzin habe und kere sich zu einem menschen alzumäle und 
läge sinir minne. dar umme sprichit got 'we deme menschin der 
min winkin nimit for nicht, dit ist fon deme erstin , alse got ledit 
mit deme geschepnisse allir creatüre. 

Zu dem anderen male ledit he mit deme töde, der da bittir- 

80 liehe und sürliche vellit üf des sunderis herze, dar umme sprichit 
di Schrift 'owe töit, wi bitlir ist diu gehucnisse ailin den di der wer- 
linde wollust volgint'. abir güdin lüdin ist he gar fröhch und süze, 
wan he inist nicht dan ein ubervart von deme töde zu deme lebine, 
und tüit der mensche einen seligin kouf, wan ein güit mensche tüit 

85 an dem töde einen seligin kouf: he gibit pine umme di ewigin 
freude. wüste man krüit daz man habin mochte, und wer ez bi 
ume hette, daz he nummir alt noch sich inworde, daz krüit mochte 
man türe koufm. daz ist der töit. wer den häit alle zit an sime 
gehucnisse, der inwirdit nummir alt an den sunden. Salomon (spri- 

90 chit) 'gedenke an din ende, so intüistu nummir sunde'. 

Zu dem drittin male sullin wir prüfin daz lön , daz he sprichit 
'lade di werclüde und gib un daz lön'. hi fore insal sich niman ir- 
forchtin daz der herre sprichit daz man den werclüden daz lön sal 
gebin. ob der mensche kranc oder alt ist, daz he liphaftiger werke 

95 nicht formac, so halde he sich an di innewendigin geistlichin were, 
di edilir und grözir sin for gode dan di üzwendigin werc; daz ist 
güit wille und minne zu gode, dar ane beheldit man daz lön. unse 
herre got hat uns gelockit mit deme löne alse daz schöf mit deme 
grünen rise, wan man ez andirswö habin wil, gelockit wirt. got 
100 hait uns gewisit daz ein lön ist, he inhät aber nicht gesprochin waz 
daz lön ist : wan solde got sprechin waz daz lön were , he müiste 
alle sine macht da zu tun, wan alHz daz got ist und formac, daz ist 
daz lön. ich spreche daz (ob) alle sele mit aUin urin kreftin werin 
ein sele, si inmochte nicht inphäin noch irlidin daz lön daz fon deme 
105 minnisten werke gevellit daz got gebodin häit in der ewigin minne, 

73 vn 77 nicht] mich 80 hei'zin 86 wste 93 herre] he 



PRE^[GTE^^ VON MEISTER ECKART VI. VIl 389 

di sele innu'iiste zuglitlin iiiul fürwenliu uiul zutlizin. wilicli räit 
liorit dau da zu daz si ez alzumäle inphähe, daz got ist, wan daz di 
sele irhabin mniz werdin i)ol)in sich selber und pol^iii alle creatiire 
und niüiz gesast werdin in ein gütlich wesin und in daz glichnisse 
gotlicher näture? dci formac si ez. ouch mochte daz Ion fordroz- 110 
zinlich werdin fon demc aldere daz ez ewic ist. da zu häit got ei- 
nen lienielichin räit lunden und liait sich selbir torninvit. da mide 
daz he di ewikeit häit brächt in di zit, und mit sich häit he brächt 
di zit in di ewikeit, daz du sich der son inlgöiz in di ewikeit , du 
wordin alle creature an ume intgozzin. dar umme ist der son ewic- 115 
liehe geborn ön undirläiz und alzumäle, daz allir creature wollust 
und vollinkuminheit ist gesamenel zumäle an ume und wirdit also 
der sele geschenkit ön underläiz und nüwe. dar unime ist sin ge- 
hurt hüde dissis tagis also nüwe alse du sich ez fon erst begonde. 
daz der sele Ion also geschenkit werde uz eime nnwin vazze unde 120 
vrisch und voUinkumen und ez ir also lustlich und voUinkumen 
blihe ön ende, hi von inmac ich nicht gesprechin, wan daz ez uns 
werde, des helf uns got. amen. 

VII. 

"Maria stünt zu dem grabe und weioete'. In disir predigäde lerit ineister 
Eckart daz Maria Magdalene unsin herrin suchte, und di sele df in vindin sal, 
di sal seis stucke au ir habiu. ' 

'Maria stunt zu deme grabe und weinite' {Joh. 20, 11). ez was 
wonder also sere alse si betrübit was daz si wenin mochte, rainne 
machite si stende, leide weininde. du ginc si forbaz und lügite in 
daz grap. si suchte einin tötin menschin und vant zwene lebindige 
engile. Origenes sprichit 'si stunt. war umme stünt si und tU apo- 5 
stolin wärin gellogin?' si inhatte nicht zu virlisine: alliz daz si 
hatte, daz hatte si an um vorlorn. du he starp, du starp si mit 
ume. du man un begrüp, du begrüp man ire sele (mit) ume, dar 
umme inhatte si nicht zu forlisine. 

Du ginc si forbaz. du begenite he ir. du wände si daz he ein lo 
gertener were und sprach 'wä häit ir un hine gelegit?^ si was alse 
gar an un forllizzin daz si sinir worte nicht dan ein behaldin in- 
hatte 'wä häit ir un hine geleit?' daz sprach si zu ume. dar nach 
oflinbäi'ite he sich ir alenzilen. bette he sich ir zumäle ollinbärit 

' liabiii di un viudin sal 

Z, f. U. A. neue folge l\l. 20 



390 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART VII. VIII 

15 du si an der begerunge was, si were gestorbin fon freudin. wiste 
di sele wan got in si trede, si storbe fon freudin; wiste auch si 
wan he von ir veiit, si storbe fon leide, si inweiz wan he kumit 
oder wan he verit : si intsebit wol wan he bi ir ist. ein meister 
sprichit 'sin kumen und sin varin ist forborgin, sin geginwertikeit 

20 ist nicht forborgin , wan he ist ein hebt und des lichtis nätüre ist 
offinbärunge'. 

Maria suchte got alleine, des vant si un, und si inbegerte nicht 
dan godis. di sele di got süchin sal, alle creatüre suUen ir ein pine 
sin. ur was ein pine daz si di engle sach : also sulhn der sele di 

25 got süchin sal alle dinc sin alse ein nicht, sal di sele got vindin, 
so salsi seis stucke an ir habin: daz erste, daz ir foire süzhch was, 
daz ir daz bittir werde; daz andir, daz ir di sele zu enge werde, daz- 
si in ir selbir nicht blibiu kunne; daz dritte, daz si nichtis dan go- 
dis begere; daz vierde, daz si niman getröisten muge dan got; daz 

30 fünfte, daz si kein widirkerin habe uffe forgencliche dinc ; daz seiste, 
daz si keine innewendige ruwe habe, he inwerde ir widir etc. 

VIII. 

Hl lerit meister Eckart, wi di sele gescliickit sal sin di daz gotliehe licht 
inphähiu sal, und wi got in dei- sele wirkit di zwelf fruchte. 

Cum sero factum esset etc. [Joh. 20, 19). 'Du der äbin 
intrait und der tac vil und di jungerin gesament wärin, du trait got 
in', alse der tac liplicher freude vellit und der äbint forgenclicher 
dinge in di sele tridit und alle ire krefte gesaminit sin und beslozzin, 
5 so lüchtit daz licht der gaiizin wärheit in der sele, dar umme sal der 
mensche sterbin den sundin und aUir orsache der sunde. dar noch 
sal he sterbin der nätüre, alse he sines selbis nicht insi, daz he si- 
nes an nichte suche dan lütirhche godis ere. dar noch sal man go- 
dis eigin sin, so mac got luistliche gewirkin in der sele sin eigin 

10 werc. Adam was so gar godis eigin e dan he vil, daz der wille ge- 
fügit was an got, daz di gotheit lücbte durch den willen in di nidir- 
sten krefte, daz si von nöit nicht mochtin gewirkin wan alse un 
der wille geböit : da worchte got sin eigin werc und mochte sich 
bekerin in der sele. dar umme sprichit Christus 'mir ist gegebin 

15 alle gewalt in himmilriche und in ertriche und zu Jerusalem', daz 



IC in sij in di 19 si 31 duz sij daz he 4 gesaminiat 11 aidirste 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART VIII. IX 391 

ist alse vil 'mir ist forheugit zu vvirkiue in der sele di in deine vride 
wonit, in der ist mir gewalt gegebin min eigin werc zu wirkine'. 

Waz sin eigin werc wirkit, daz wirkit luistiiche, alse der heiige 
geist in der sele. waz wirkit he? zwelf fruchte , di den menschin 
ordenen zu gode und zu güdime lebine. di ersten dri ordenen den 20 
menschin zu gode. daz (erste daz) ist minne, di irhebit den men- 
schin pobin alle forgencliche dinc und setzit en in got den he min- 
net, wan di sele di ummegriflin ist mit deme füre der wärin minne, 
alliz daz ur züvellit, daz ist schire forbrant in deme füre der minne. 
— di andere frucht daz ist geisthche freude , di kumit fon lütirre 25 
sanwizikeit, di machit den mensclün licht zu allin güdin dingin und 
irhebit un pobin sich seibin. alse dit geschihit, so frauwit sich der 
mensche. — daz dritte daz ist fride des geistes, der machit got 
wonhaft in der sele. 

Di anderin dri di ordenen den menschin zu sime nebincristi- 30 
nen . daz erste daz ist mildekeit, daz ist daz man fon ailime herzin 
alün lüdin wole güdis gunne. daz andere ist trüwe, daz ist daz ein 
mensche sime nebincristin gunne alse ume selbir. daz dritte ist 
senftmüdikeit, daz ist daz ein mensche sich also zu den lüdin halde 
daz niman fon ume betrubit werde. 35 

Di drittin dri fruchte di ordenen den menschin gegin zükunfti- 
gir lidunge. di erste ist gedult, daz der mensche getwedic si undir 
der burdin des Üdinis, daz der mensche nicht du alse ein phert, 
daz sich for ergin müde machit undir der burdin und si doch tragin 
müz. daz andere ist lanclidikeit, daz der mensche keine wege suche 40 
üze den lidungin. daz dritte ist swer gemüde daz kein pine gevel- 
sclün noch gebitiren mac. 

Di virden dri fruchte di ordenen den menschin zu ume selbir. 
daz erste ist mäze, daz andere intheltnisse , daz dritte volHukumen- 
heit, daz man keinis dingis also vil neme, man inmugis me nemen, 45 
daz di begerunge io nuchtiren blibe, 

IX. 

In disir predigäte lerit ineister Eckart und bewisit dri wirdikeit unsir 
vrowia: daz erste von irre gebort, daz andir von irme heilegin lebiue üf ert- 
riche, daz dritte von der wirdekeit daz si godis müdir ist. 

Que est isla que ascendit quasi aurora consurgens, 

30 sime"ebioeu er. 38 in 

26» 



392 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART IX 

p 11 lehr a 11 1 Itina, electa ut sul (Cmit. 6,9)? Dise wort sten 
gescriben in der niinnen buche 'wer ist dise di da ülstigit alse ein 
üfsteiide iiiorgenroit, schöne alse der man«, i'izirweht alse di sonne?' 
5 an disin wortin sulle wir mirkin dii edilkeit oder wirdikeit unsir 
vrauwin : di erste, nre geburt : di ist da bewisit da her sprichit daz 
si lifstigit alse ein morginroit. di andere wirdikeit ures hehgin lebi- 
nes iif ertiiclie ist bewisit da he sprichit 'schöne alse der inäne\ di 
dritte wirdikeit (\i si hält , daz si godis miidir ist, di ist bewisit da 

10 he s])richit 'lizirweht alse di sonne'. 

Daz erste, daz man si gh'chit einem niorgenröit, da neme ich 
föne zwei wort, daz eine daz diz niorgenröit beide licht und vinstir 
in sich liAit, daz andere daz ez heizit ein ende der nacht und ein 
begin des lagis. daz bezeichint di gehurt unsir vrauwin, di was ein 

15 ende der jämirkeit und ein begin der freude der aldin vedere, wan 
si for der zit nicht des mochten getün daz si zu himele füren, aber 
nü gnügit unsime herrin lichtecliche. umme einen trunc kaldis 
wazzeris gibit he sin Jiimmilriche, und an eime reinen herzin, da 
mide ist ez gnüic. dar umme sprichit Christus 'selic sint di da reine 

20 herzin hahin'. nicht insprichit he fon grözin grobin üzerin werkin. 
sente ßernhart sprichit 'wolde got daz wir alse gröze gerunge betten 
zu Christo alse di aldin hatten da zu daz ez geschehin sohle', wan 
alle liphaftige dinc grözir wollust babin alse man ur gerit dan alse 
si geginwertic sin. abir geistliche dinc di hahin grözir wollust an 

25 der geginwertikeit dan alse man ir gerit. bedechte man rechte der 
aldin begerunge, man müiste weinen. 

Daz ander ist noch liöhir. da mide ist bewisit di gehurt un- 
sir vrauwin. also daz diz morginroit beide licht und vinstir in sich 
hält, da aue ist bewisit daz unse vrauwe in den sunden wart in- 

30 phangin und ir lip und ir sele foreinit in der erbesunde , und da 
noch mit der vart wart si fon deme heligen geiste gereinigit und 
wart helic geborn, und dar umme begeit man ure gehurt, dar ane 
ist uns bewisit vollinkumene libe unsis herren , Avan he ui lütirre 
creatüre geschüf di also edil were , und inw olde si doch so vollin- 

35 kumen nicht machin daz di sele mit Übe in ur foreinit were oder 
mochte gesin. got wil wole daz di sele sehe und höre daz got nicht 
inist, he inwil aber nicht daz si icht Üb habe dan un, wan he hält 
ßi zu sinir einunge geschaflin. alleine häit he wörheit an di crea- 

37 si] her 



PREDir.TEN VON MEISTER ECKART IX 393 

ti'ire geworlin, doch ciiist si di wöilieil t>oll)er nicht, aher in eüichcr 
wise ist wärheit an den creaturen, alse got di wörheit selber ist, also 40 
daz seis ir nie ist dan zvve, und deine gh'ch. funde di sele keine 
creatüre di an wärheit selber were, da riivvite si aue. dar umme 
sprichit unse vraiuve 'ich habe ruwe gesucht in allin dingin*, auch 
sante Nöe di tiiben üz der archin, daz nieinit eine igiliche foi'nuftige 
sele di fon rechtir wärheit keine riiwe vindit an den creaturen. dar 45 
umme kerit si wider zu urme schepphere alse di tube zu der archin, 
wan di sele ist genant ein tübe in cantko. Di sele inminnit auch 
nicht fon näture dan gude. ez ist wäi", ein iglich mensche trede 
mit fornuftikeit in sin herze, he vindit daz lie nicht minnet dan 
vollinkumene göde, und dar um inhäit got keiner creatüre voliin- 50 
kumene gude gegebin. funde si vollinkumene giide an der creatüre, 
da foreinite si sich ane. got weiz vvol daz di niinne ein einlüde kraft 
ist: waz si genzliche minnet, da foreinit si sich ane, des ingan got 
keinir creatüre, wan di niinne setzit den menschin üz unie selber 
und ordenit un in den he minnit. dar umme was seilte Marien Mag- 55 
dalenen sele me foreinit deme tödin lichanien Jesu Christi dan urme 
libe. sente Augustinus sprichit 'di sele ist eginlicher da si minnet 
dan da si daz lebin git^ sente Paulus sprichit 'ich lebe itzunt, nicht 
ich , Christus lebit in mir . alle creatüre rufen den menschen ane 
'du süchis wärheit und gude, des insin wir nicht, suche got, he ist 60 
beide wärheit und gude'. in allin dingin sücliit der mensche ein 
selic lebin und ein freudinlicht. gnügide und vollinkuminheit inist 
an keinir creatüre, und ein iclich wisit fon sich üf di anderin, di spise 
üf den tranc, der tranc üf di kleider elc. an allin disin dingin niu- 
gin wir gnügide volhnkuminlicher güde an gode forstein. Augusli- 65 
nus sprichit 'süchit ir so süchit an gode'. ( an gode ) ist di vollin- 
kuminheit allir creatüre, ön daz so inmochte di sele nummir vollin- 
kumene gnügide an gode gehabin noch rüwe. dar umme wan di 
sele alle voUinkumenheit zumäle an gode habin wil, were der icht 
üz gode, di wolde si auch habin: so forgeze si des gröisten durch 70 
daz minniste und worde also gepinigit. sente Augustinus sprichit 
'ez ist ein gröiz töirheit daz di sele ön den ist der alhnthalbin ist, 
und daz si mit deme nicht inist ön den si nicht gesin inmac, daz si 
den nicht inminnet ön den si nicht geminnen enmac'. ich spreche, 
und ist war, daz sich got der sele nicht benemen inmac, also wenic 75 

60 gnade 67 sele an gode nuniniir etc 



394 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART IX 

alse he sines selbis forzihin mac. also vil alse si sin bekennen mac 
und ume glich ist zu inphähine, also vil müiz he sich ur gebin, und 
joch einir icllchin creatüre alse vil alse sin ein iclich creatüre inphä- 
hin mac, und des ist glichnisse. ich stein hi, und bilde man vile 

80 spigile gegin mir, min antlitze bildite unde müiste sich werfin drane; 
des inmochte ich nicht bewern, also vvenic alse ich mich mir selber 
benemin mac. ie der spigil clerre ist, ie daz glichnisse voUinkume- 
nir dar ane ist. dar ane mac man werliche sine inwonunge bekennen 
in allin creatiiren. sente Augustinus sprichit 'aide nüwe güde, wi 

85 habe ich dich so langsom funden. dar umme alt, wan du evvic 
bist, dar urame nüwe, wan du allezit lustlich bist', he sprichit auch, 
sente Augustinus, 'ich suchte dich und vant mich verre fon dir in 
eine lande des unglichnisses , nicht also verre, wan du allinthalbin 
bist , und nicht daz ich dir forborgin were , wan du alle dinc weist, 

90 sunder ich hatte mich forborgin in deme unglichnisse , daz ich dich 
nicht bekente'. 

Daz ist daz erste, daz unse frauwe üfgegangin ist alse ein mor- 
ginröit; daz andere "^schöne alse der mane'. durch zwei dincglichit 
her unse frauwin deme mäne, daz he de nidirste planete ist und di 

95 minniste sunder eine, di noch minnir ist, di bekennit Christum, wan 
he di minniste was an der ötmüdikeit. dar nä ist Maria, sente 
Bernhart sprichit 'di küisheit unsir vrauwin behagite gode wol, aber 
durch di öthmüdikeit wart si godis müdir\ daz andere ist daz der 
mäne grözir schinit dan andere sterrin , daz ist da fon daz he ni- 
100 dirre ist dan andere planeten; dar ane ist bezeichint vollinkumene 
barmherzikeit unsir vrauwin, wan wanne der mäne zimimit, so sint 
alle creatüre liphaftiger und kreftiger di danne werdin inphangin 
dan alse he abenimit. also ist ez umme di erdin. di ist di minniste 
under den elementin und di nidirste, wan ir iclich zen tüsint stunt 
105 grözir ist dan daz andir, daz wazzir und luft und daz füir. dar umme 
swebit daz ertriche mittin in deme himmele , wan allir sterrin kraft 
leufit in di anderen elementin und verit durch si , wan üf dem ert- 
riche foreinit sich einis iclichin sterrin kraft sunderlichin durch di 
stedikeit des ertrichis, daz nicht umme leufit alse di anderin ele- 

110 ment. dar umme wirkit di kraft des lichtis ungeleupliche dinc üf 
deme ertriche. also ist ez umme unse frauwin : alle di vollinkumen- 
heit di got ie gelegin mochte an keine creatüre, dl hält si inphangin. 

79 ich] ist 96 nä] ne 



PREDIGTE^ V0!\ MEISTER ECKART IX. X 395 

also sulle wir prulin mit glichnisseii , mit wiichin meiii^i liin unse 
herre ist. daz mac man priifin an zwein dingin, alse wäre öitmüdi- 
keit und barmherzikeit; wan manich mensche wenit daz lier öitmü- 115 
die si, deme si verre ist, wan wer sich di nidirste und snödiste dun- 
kit undir allin crealuren, waz unse herre giidis und vollinkuminheit 
vvirkit an allin creaturen, daz inphehit der mensche, daz ander ist 

an der barmherzikeit , daz sal man prufhi an liiit eime 

anderen daz äuge we, daz intuit mir nicht we, ob cz min nicht 120 
inist, wan also vil alse ich einunge mit ume habe also vile tüit ez 
mir we. bin ich abir unsis herrin godis eginre dan min selbis, tuit 
mir mni äuge we, ez intuit mir doch nicht we. warumme? ez 
inist min nicht, also ist ez umme alliz daz mir gewerrin mac, daz 
inwirrit mir nicht, wan ich nicht min enbin. sente Augustinus 125 
sprichit 'unsir herre legit iif alse ob he grözir wollust habe um unse 
selikeit dan wir selbir habin kunnen, und grözir leit umme unse 
pine dan wir selber^. 

Di dritte wirdekeit unsir vrauwin ist da bewisit da her sprichit 
'uzirwelit alse di sonne', wan di sonne ist ein vaz des lichtis und 130 
inist daz hebt selber nicht, wan si daz in ur hält und guzit ez in 
alle creatüre , wan kein creatüre geborin noch vollinbrächt mochte 
werdin öne helfe des lichtis. wol irschinit si des nachtis nicht, so 
güzit si daz licht in di sterren. dar umme heizit si daz erste vaz 
des lichtis daz si gröze dinc wirkit an edilen steinen und an mani- 135 
gin dingin üf ertriche, daz man godelicher werke kraft vindit an den 
steinen, also ist ez umme unse frauwin. dar umme ist si ein vaz 
des lichtis wan si uns häit brächt daz wäre licht in di werünt. bide 
wir unsin herrin etc. 

X. 

Hl bewisit meistir Eckart daz zweigirleige lidin ist. mit dem eiuin li- 
dene hi in der zit fordioit man Ion, mit dem anderin lidine in dem himmil- 
richc nimit man daz Ion in, daz ist mit der lidinden' fornuft. 

Non sunt condigne passiones huius temporis ad 
futuram gloriam que revelabitur in nobis {Rom. 8, 18). 
Sente Paulus sprichit 'alle di hdunge dirre zil sint nicht wirdic zu 
der zükunftigin ere di in uns intacht sal werdin'. sente Augustinus 
sprichit ' si sint unwirdie', daz sprichit alse vil alse daz ein zu deme 5 

119 ... deline; die ersten buchstaben unleserlich. ' lidioeii 



396 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART X 

anderin .spreche 'du inseist nicht wör'; spreclie he aber 'du seist 
vir\vör\ daz were forbaz gesprochin. si insint niciit wirdic. di 
apostolin gingin mit freudin fon deme concUio umme daz daz si 
wirdic vvarin des daz si durch got h'din müisten. einie giidin men- 

10 schin daz dugint liette, deme were daz ein gröz freude daz ez des 
wirdic were daz ez etwaz lidin sohle durch got. der mensche der 
eines godis rechte gesmechte und inprant worde Ion dem füre der 
minne, deme were alle di werHnt alse licht zu lazinc alse ein böne. 
sente Johannes sprichit in apocalypsi 'forkeufe alliz daz du häist 

15 und keufe füric golt\ daz ist di minne, wan wer di hält der hält alle 
dinc. ein reclit güit mensche deme da ist alse ez zu rechte sal, wi 
lichte und wi frölich deme ist zu lidene pine, veifüir und alle dinc 
durch got. daz inkan niman gesehin, wan der ez hält, der weiz 
ez, — Christus sprach 'mich durstit' noch alle simc lidene. he 

20 meinte daz he noch me lidin müiste durch mensliche sehkeit. 

Dit ist fon lidunge dirre werlindc: ez ist iidunge einir andirn 
werHnt. unse lebin ist geteilit in zwei, daz eine ist lidin, daz andere 
ist w irkin. wirkiu ist da mide wir alle unse lön fordinen, lidin ist 
ein innemen des lönis. alle di werünt inmochte nicht bekennen 

25 wilichin vliz got dar ane legit, wi he di sele gezihe. unse irarnen 
lit an wirkine, und daz ist kleine und enge, und dar umme inhäit he 
unse lön rächt geleit in wirkin, mer in lidin. also rämit he alle 
wege unsis beisten , wan wir wenic mugin getnn und vile gelidin, 
weuic gegebin und vile genemen. einir mac eine marc genemen de 

30 einin pfennic nicht mac gegebin. man mac baz tile genemen dan 
wenic: ic daz dinc grozir und bezzir ist, ie ez luistlicher wirt geno- 
men. hir umme hält he unse lön in lidin geleit, daz lie uns file 
uuige gegebin, wan wir da tile mugin genemen. lidin ist zumäle 
blöz, wirkin hält etwaz. ich inmac nicht gewirke(n), ich inhabiz. ez 

35 insi in mir, aber lidin inhait nicht, ez ist blöiz. ein meister sprichit 
'wa üz zwein ein sal werdin, da miiiz ein ton nöit sin selbis iizgein 
und in ume selber forwerdin , sal ez in geniz gewandilt werdin und 
ein mit unie werdin'. ein iclich sin di icht sal bekennen di müiz 
inplnzit sin aUis bekentnissis ; diz äuge in sime gründe müiz inplözit 

40 sin fon allir varwe, sal ez varwc bekennen, und daz öre fon stimme, 
sal iz icht hörin, und also ein iclich sin, und aldä noch ein iclich sin 
sin selbis üzgeit, da noch mac he me inphahin und ein werdin mit 

23 w diu 25 vlic'Z 27 reiuit 30 daiij daz 3b ich 42 siiui 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART X 397 

deme daz he inphehit. also sal di seJc und iDiiiz uris selbis iizgein, 
sal si gut inpliahin, und also vvirt si mit gode foieinit und vvirkit 
mit urne alle sine gotlichin werc. disis lönis begerte Christus noch 45 
aUin sinen vvirkin und lidene du he sprach 'vader, ich liidin dich 
daz si ein sin alse wir ein sin\ noch ingnügite gode nicht daz li- 
din alleine, vvere ein lön, got wolde baz tiin, und halt ez uns auch 
gegebin daz wir (da) niide niugin irarnen und lön fordinen, alse wir 
ungemach willecliche und fröliche durch got lidin. 50 

Lidin dirre zit sint nicht wirdic, si sin unwirdic zu der ziikunf- 
tigin klärheit di in uns intacht sal werdin. 'intachl'. sal ez intacht 
werdin in uns, so müiz ez in uns sin. alle di krefte di di sele 
deckin di miizin abe valHn, sal got in uns intacht werdin und ge- 
offinbarit. du got di sele geschnf du planzite he sich in si und wart 55 
bedacht: dit ist der wingarte godis da he selbe di planze inne ist. 
zuhant du he di nätüre geschüf, ja er dan he si geschiif, du was her 
bereit sicli dar in zu planzine, 

Niman irkennit got. sente Philippus sprach 'herre, zöge und 
wise uns den vader, so gnugit uns\ man singit unsir frauwin 'be- 60 
wisedich, daz du müder bist; bistü godis müdir, daz bewise uns 
wan so macht du uns gehelfin; bewise daz dii unse müder bist, wan 
bist du unse müder, so hilfis du uns; zöge daz du müder sist, daz 
du ein kint haist', wan di sint mit einandir. sal müdir sin, so müiz 
si ein kint habin. 'wise uns den vader'. sal ein vader sin. so müiz 65 
he ein kint habin. dise sin also mit einander daz man ein ön daz 
ander nicht mac genemen. wer den vader bekennit der bekennit 
auch den son , wan alliz daz in deme vadcre ist geborin daz ist in 
deme sone geborn. suUe wir un bekennen, so müze wir kindere 
sin: sin wir kindir, daz ist gevvis, so sin wir auch erbin. 7o 

Selikeit lit dar ane daz man got bekennit, nicht üzewendic zu, 
alse daz man anekaffit: alliz daz wir üz uns bekennen mit undir- 
.scheide daz ist got nicht, godis bekentnisse ist ein lebiu daz da 
flüzit üz deme wesine godis und der sele, wan got und di sele ha- 
bin ein Aveshi und sint ein in deme wesine, wan alle werc also üz 75 
gode flizin daz si doch inne blibin. da bekennit di sele got da si 
also ein ist in deme und mit deme wesine godis. und daz ist wöre 



43 unsgeiu 46 w'kin 47 aoclit 53 crefte der selc 62 hiev 

schiebt die fts nocliinah ein bistii godis müder daz bewise uns, uan so macht 
du uns gcUeKin; bewise daz du unse müdir sist 68 geberin 



398 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART X. XI 

selikeit da di sele häit lebin und wesin mit gode, und daz ist godis 
bekentnisse , da abe vellit al andir bekentnisse und wesin. di sele 

80 invveiz sich noch andere dinc, wan sich in gode und got in in- und 
in urae alle dinc; alliz daz in gode ist daz weiz si mit ume, und 
wirkit mit ume alle sine vverc. da inist nicht, da inweiz si nicht 
dan sich in gode und got in ur. 

Di alhr erste kraft di da inspringit üz deme lüterin gründe daz 

85 ist blöz bekentHchkeit. kuniit di blöz üf den markit, so wirdit si 
aldä (ge)cleidit; si wirt behulsit; alleine si dinne si, si vellit iif lütir 
wesin. aber zuhaut zühit si eine hulsin umme sich, daz ist wörheit. 

si bekennit ein wör wesin. aber wille inwil nicht, ez insi zu 

giiit oder inschine güit. 

90 He sprichit daz in uns intacht werde, "in uns', daz wort 'uns' 

meinit blöz wesin. sulle wir hi zu kumen daz in uns intackit werde 
dise klärheit , so müiz di sele inplözit werdin hoifenunge , vorchle, 
freude, jämir, allis des daz ane gevallin mac. so inplözit sich ir got 
widir und gibit sich ur mit allem deme daz he geleistin mac. — 

95 Daz andere , daz man suche inne und nicht lize , wan sente Paulus 
sprichit Maz riebe godis ist in üch'. — Daz dritte in deme allir- 
innigistin, daz he also hi etwaz intacht werde daz wir kumen da wir 
un blöizliche irkennen. des helf uns etc. 

XI. 

Meistir Eckart der aide sagit' hi von zwegerleige wisheit und von zwei- 
gerleige selekeit di von in kumit, dat ist von gotlicher wisheit und fon for- 
genclicher und wertlicher wisheit. 

Beatus homo qui invenit sapientiam {Prov. 15, 13). 
Ez ist zweigirhande wisheit. also ist auch zweigirhande sehkeit di 
fon der wisheit kumit : ein wisheit ist forgenclich , di ist daz man 
sich forsteit und kan sich richtin noch der zit, alse etliche kunst ist 

5 daz man sich kan hüdin vor ungelucke und kan sich richtin noch 
der zit. wer daz wole kan der wirdit ein riebe mensche und heizit 
selic fon h'discher wisheit. aber irdische wisheit ist ein irretüm ewi- 
ger wisheit. dar umme hait unse berre got der sele zweigerleige 
krefte gegebin, daz si mit den nidirstin kreftin dine unsirme herrin 

10 gode in der zit und daz si mit den ubirsten dine unsirme herrin 
gode in der ewikeit. ein meistir sprichit *di sele ist ein punc (t) oder 

78 lobin 88 unleserlieh ^ sahit 



PREDICiTEN VON MEISTER ECKART XI 399 

ein ecke da sich ane stözit zit und ewikeit, und dl sele ist doch nicht 
fon zit noch fon ewikeit geniachit, sunder si ist ein nätüre geniachit 
fon nichte schussin un beidin\ were si fon der zit gemachit, so 
were si forgenclich ; werc auch di sele fon der ewikeit geniachit, so 15 
were si unwandilhaftic. Augustinus (sprichit) 'di sele ist von eime 
also edilin hinimelischin nichte daz ez lusllicher ist daz wir alle unse 
lebitage dar noch forschin, dan daz wir ez ummir bevinden'. dar 
umme ist di sele edile daz sich an si stözit beide zit und ewikeit. 
neigit si sich uffe zitliche dinc, so wirdit si unstede, heldit si sich 20 
an di ewikeit, so wirdit si stede und starc, un<l mit der sterke und 
stedikeit uberwindit si wandilhaftige dinc. 

Di andere wisheit ist ewic , und di wisheit ist ein gesprinc der 
gotlichin klärlieit und ein burne gotlicher wärheit, und fon dirre 
wisheit wirt man ewicliche sehe, der zu dirre wisheit kumen wil 25 
der müiz habin öitmiidikeit und stedin fliz und ein forschinde swi- 
gin. kein were ist so vollinkumen , ez inhindere di innekeit. man 
mac inneclicher messe hörin dan messe sprechin. wolde ein pristi^ 
zu vile innekeit süchin in der messe , he mochte tun daz schedehch 
were. der beiste räit ist daz man fore und noch innekeit suche, und 30 
wan man ein tu daz man daz redeliche tu. ermüde horit ouch zu 
godelichir wisheit. der ist nutzlichin arm der sicli allir der dinge 
arm machit di got nicht insint. 

Da noch sal man mirkin wilich di lüde suUin sin an di gotliche 
wisheit kumit. fon den sprichit Salomön 'daz ist daz si urin munt 35 
üfteit zu der wisheit, daz bedüdit icliche selige sele^. der munt ist 
di uberste kraft der sele, da di sele gelabit wirdit fon gode. dise 
kraft sal allewege üfgerichtit und üfgetön werdin gegin godelichime 
tröiste, und waz si inphehit fon gode daz sal si gizin in di nidirsten 
krefte. wan wolde si got schephin oder begrilin mit den nidirsten 40 
kreftin, so worde got gesnödit und geminnerit an unsime bekent- 
nisse, wan wir got bi keinen dingin bekennen noch begrilin inmu- 
gin di uns geginwertic sin. ein meister sprichit 'alliz daz man fon 
gode gesprechin mac daz ist got^; ein ander meister sprichit 'alliz 
daz man gesprechin mac daz ist got nicht% und habin beide wör. 45 
Augustinus sprichit 'got ist gewalt , wisheit und güde', Dyonisius 
^got ist über wisheit und über güde und über ahiz daz man gespre- 
chin niac\ dar umme gibit man unsime herrin so manigin namen 

26 iliez 



400 PREDIGTEN VON 3IEISTER ECKART XI 

in der schrift; daz ist durch zwei dinc: daz eine, daz man sinen adil 

50 mit keinen wortin begrilin iumac, daz he biizin und pobin aUir nä- 
tnre ist und eine ungenätürte edilkeit hait. ettiswanne heizit man 
un gewalt, ettiswanne ein licht, he ist pobin alle licht, dar umme 
heizit man un dit und daz. daz ist da fon daz he disir dinge kein 
eginliche ist. mochte man sinen adil mit keinen wortin begrifin, 

55 den namen behilde her stedecliche. wer fon gode allirmeist kan der 
forleukint sin allirmeist, alse man prüfin mac bi einie schule, wolde 
ich eime wisin ein schif der ez ni gesehin hette, ich spreche, ez inist 
nicht fon eime steine noch fon eime halme. izunt hette ich ume 
etwaz bewisit fon deme schiffe, zwene meistere wärin an urme ge- 

60 beide: der eine rif unserin herrin ane bi sinir gewalt und bi sinir 
wisheit, der andere sprach 'swic, du lastiris got. got ist sei hoch 
über alhz daz wir gesprechin mugin, inwere got so öitmiidic nicht 
und inhettin iz di heiligin nicht gesprochin und inhette ez got nicht 
fon un geannämit, ich intorst un nummir mit wortin geloubin\ 

65 fon disime erwirdigin bekentnisse kumit di sele in ein erwirdige 
forchte, und in der forchte wirdit got gesewit in di sele, und irstir- 
bit di sele in gode. da fon sprichit unser herre *daz wezinkorn in- 
valle in di erdin und sterbe, so inmac da kein frucht üz werdin'. 
diz sterbin sal di sele habin an deme bekentnisse godis, daz si an 

70 ir selber fiile und daz ur alle dinc stinkinde werdin di got nicht in- 
sint: so irgüzit sich ur got an den gnädin und worzelit an deme 
glaubin und wesit an der minne. dit hatte wol geprufit sente N(ico- 
laus), wi türe und wi edile ein kauf (daz si) daz man alle dinc gibit 
umme di wisheit. dar umme forzech sente Elizabeth fröliche uris 

75 forstinlandes und wart ein arm mensche, di schrift sprichit fon ur 
'ir licht forlasch des nachtis nicht\ daz ist, si wart in betriipnisse 
recht funden. dar um sal ir licht schinen in deme ewigin lebine. 
wi vollinkumen ein mensche ist, forlüsit he icht forgenclichis gudis, 
sin herze wil sich wandelin und betriibin. daz ist ein gewis dinc, 

SO waz der mensche forliisit wider sinen willin, und lidit he ez ge- 
duldecliche, he fordinit grözir lön wan ob he ez mit willin unsirme 
herrin gode gebe, wan da hette he sinen willin an. aber an der ge- 
dult gibit he beide willin unde guit unsirme herrin gode. wilich 
mensche wirdit in ungemache ungeduldic fundin , di böisheit wirdit 

S5 geoflinbärit in der pine , und geschihit deme menschin alse deme 
kupperen phennige : di wile daz he in deme füre nicht iulit, so schi- 
nit he cläir silberin. kumit he abir in daz fiiir, so wirdit geoflin- 



PREDIGTEN VON MEFSTER ECKART Xf. Xll 401 

bärit daz he kupperen was. dar mniiie halle uiise herre got ili hei- 
Hgin forsücht hi in der pine, daz si gerecht shi fundin an alhn tugin- 
den und hUhtin hi in der nacht und in deine ewigin lebine ewich'cbe. 90 

Daz dritte ist, wi man saJ snieckin gothcher ewigir wisiieit. da 
helfen vire dinc zu. daz erste daz ist glichnisse, daz man sich gode 
ghch mache an Interkeit, alse daz glais oder durchschinige dinc sint 
der sonnen, daz andere ist gütlich licht, daz da durchschinet in der 
lüterkeit der sele alse di sonne durch daz glas oder wazzir. daz 95 
dritte ist einunge, di kuniit fon glichnisse, alse licht fon lichte, daz 
vierde ist mäze, daz got der sele gemczigit wirt. aber got inmac 
noch geniinnerit noch gemerit werdin, wan he nnmezic und unwan- 
dilhaftic ist. mer di sele miüz irhabin und gewidit werdin , wan si 
kleine und wandilhaftic ist; dar umme sal si irhabin werdin ubir lou 
sich und gewidit etwaz gegin godis unmezikeit. bide wir etc. 

Xll. 

lu disir predigäde beu isit ineistir Eckart wilche wis der eugil sich offinba- 
rit den menschen und der sele, and wi di sele siu sal in der gnade w irkin sal. 

Elizabeth pariet tibi filium, et vocabis nomen eius 
.lohannem {Luc. 1, 13). 'Elizabeth sal gewinnen einen son, und 
der sal heizin Johannes', dise wort sprach der engil du he sich 
olfinbärte Zacharias. zwegir bände wis oflinbarit sich der engil, alse 
an eime lichamen, den he nimit fon den elementin. der engil for- 5 
mac daz fon natiire daz he mache einen bäum in einir stunde zu 
bewisine der manic jar wesit fon eime kernen, des menschin na- 
ture formac daz si spise forwandile zu Heische und zu binde : so ist 
ez muglicher daz fon gotlicher kraft win und bröit wirdit gewande- 
lit in godis lichamen. — zu dem anderin male oflinbarit sich der 10 
engil an eime glichnisse gotlichis lichtis, godis willin zu bewisene 
der sele, und bindit godis willin in daz licht und druckit den in di 
sele. alse daz wort daz ich sprechin wil enist nicht daz dinc da fon 
ich sprechin wil ; alse ich mine wort binde an di luft mit der stimme, 
und di luft fiirit ez zu üwirin orin , und wirt also brächt in di sele. 15 
alse etliche geistliche lüde, di bewisin mit den vingirin waz si mei- 
nen, also offinbärin sich di engle an eime glichnisse daz geistlich 
ist und bewisin also godes willin der sele. 

Nu sal man mirkin daz erste wort daz der engil sprichit 'Eliza- 
beth sal gewinnen ein kint\ bi Elizabeth ist uns genomin in wilcher 20 
achte di sele sin sal in der godis gnade geborin sal werdin. Jöhan- 



402 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XII 

nes tüdit sich also vil alse in deme di gnade ist. 'daz kint sal gröiz 
werdin und helic geborn'. dar umme begeit man drigerleige ge- 
burt, daz si gereinigit wordin in urre müdir übe, sente Johannes 

25 (geburt) wart also gereinigit daz he heubitsunde mochte getün, und 
unsir frauwin di was also irfuUit mit der gnade daz si noch heubit- 
sunde noch tegelich ni geteit; und unsis herrin Jesu Christi was al- 
zumäle reine, wan fon der he inphangin wart, di Avas also gereinigit 
for deme inphencnisse daz nie erbesunde an un gevallin mochte. 

30 alse di frauwe unbehaftic was, also sal di sele unbehaftic sin in der 
godis gnade geborin wirdit , daz si nirgin gedenke ane behagunge 
noch missehagunge der lüde, dan zu gode aileine. 

Ein ichch werc flüzit von eime wesine, inwere kein wesin, so 
inwere kein werc; glicher wis alse warme dinc kumen fon deme 

35 füre: inwere kein füir , so inwere kein werme, und alle kalde dinc 
kumen fon der erdin, und alle di der erdin vile habin di sint törecht 
und mugint vile lidin und sint kalt, also lit alle vollinkuminheit der 
sele an der hitze, di da lebindige werc wirkit. 

Bi drin dingin muge wir mirkin ob di gnade in der sele si. daz 

40 erste, daz di sele gotvar si, wan si fon eime gotlichin wesine her ku- 
mit. daz andere daz di sele machit gode glich und druckit godis 
glichnisse in di sele und machit si gotvar, daz si sich den tüfilin ir- 
büdit for einen got, daz ist fon der edilkeit der gnade, daz dritte, 
daz der sele nicht ingnüge , si inhabe alle voUinkumenheit zumäle, 

45 wan ein hedenisch meister sprichit 'alle voUinkumenheit der sele 
lit dar ane daz si habe glichnisse godis engie und allir creatüre'. 
glichnisse und vollinkuminheit allir creatüre ist geschaflm an den 
engUn geistliche er si geschaffin wordin an den creatüren. nu sal 
di sele den englin glich sin in deme himelriche. waz di engle be- 

50 sezzin habin daz ist der sele gelobit; waz di engle inphangin habin 
daz sal ur werdin gegebin. dar umme ingnügit der sele nummir, 
si inkume dar da allir creatüre vollinkuminheit ist ungeteilit und an 
undirscheit. 

Zu dem anderen male sulle wir mirkin wilche wis di gnade 

55 wirkit in der sele, alse man prüfit bi glichime, alse bi eime bihile: 
daz sol hon drü dinc an ume : daz erste , eiia recht gesteltnisse und 
daz ez gesliffin si. also müiz di sele gereinigit und gelüterit sin fon 
Sunden, daz si keine sunde formuge, alse ein sundic mensche nicht 

49 den gliu 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART Xlf. XIH 403 

gudis Ibrmac ön di gnade und öne glichnisse godis , und wi vii he 
güdis getüit, daz inkumit ume nummir zu stadin. — daz andere, 60 
daz diz bihil wirke des wercmannes gerunge üf daz ende, also 
brengit di gnade di sele in got und brengit di sele über sich selber 
und beraubit si uris selbis und allis des daz creatüre ist, und foreinit 
di sele mit gode. also lange wirkit di gnade mit der sele daz si ez 
selber rümin müiz , daz da nicht inne blibit dan got und di sele. b5 
bide wir etc. 

XIII. 

tii ierit meister Eckart daz man obirwindia sal virleige riebe, daz mau 
unsis herriQ Jesu Christi riche obirwiadin sal mit kraft der minne. 

Sancti per fidem vicerunt regna {Hebr. 11, 33). Sente 
Paulus sprichit Mi heligin habin ubirwonden di riche mit deme glau- 
bin'. Vier kunicriche habin di heligin uberwondin, und di sulle wir 
auch uberwindin. daz erste riebe ist di werlint. der werlinde riche 
sal man uberwindin mit armüde des geistis. daz andir riebe ist un- 5 
sis fleischis, daz sulle wir uberwindin mit hungere und mit durste, 
daz dritte riche ist des tüfihs, daz sulle wir ubirwindin mit jämere 
und mit pine. daz virde riche ist unsis herrin Jesu Christi, daz sulle 
wir ubirwindüi mit kraft der minne. 

Hette der mensche alle di werlint, so sal he doch sich dunkin 10 
arm und sal alle zit üzreckin di haut for di ture unsis herrin godis 
und bidin umme di gnade godis , umme sin almüsin , w an di gnäde 
machit si godis kinder. dar um sprichit David 'herre, alle mine ge- 
runge ist fon dir und noch dir', sente Paulus sprichit 'alle dinc hon 
ich geachtit alse einen phül, umme daz mir Christus worde'. ez ist 15 
unmuglich daz keine sele öne sunde si, godis gnäde beware si dan. 
der gnädin werc ist daz si di sele snel machit und gefüge zu allin 
gotlichin werkin, wan di gnäde tlüzit üz[e] eime gotlichin burnen und 
smeckit alse got und ist ein glichnisse godis und machit di sele got- 
var. wan sich di selbe gnäde und der smac wirfit in den willin, so 20 
heizit ez ein minne, und wan sich di gnäde und der smac wirfit in 
di redelichin kraft, so heizit ez ein licht des glaubin , und wan sich 
di selbe gnäde und smac würfit in di zornerinne, daz ist di üfkriginde 
kraft, so heizit ez ein hoflenuuge. dar umme heizin ez gotliche tu- 
ginde daz si gotliche werc wirkin in der sele , alse man prüfin mac 25 
bi dem lichte der sonnen, daz si lebindige werc wirkit üf dem ert- 
riche, wan si alle dinc lebindic machit und intheldit an urme wesine. 



404 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XIII. XIV 

torginge daz licht, so tbrgingin alle dinc, alse du si nicht invvärin. 
also ist ez in der sele. wo di gnäde ist und di libe, dem menschin 

30 sint licht zu tüne alle dinc. daz ist ein gewis zeichin, wilchim men- 
schin swcre sint zu tüne gotliche werc, daz da kein gnäde inne ist. 
dar unime sprichit ein nieistir 'ich inorteile di lüde nicht, ob si güde 
kleidir tragin oder wol ezzin, (sunder) ob si di libe hon. ich inhabe 
mich auch nicht grözir ob ich ein hart lebin habe, sundir ob ich 

35 prüfe daz ich der minne me habe', ez ist ein gröiz törheit daz ein 
mensche vile vastit und bedit und gröze ^verc tüit und alliz eine 
\vis , und inbezzerit sine side nicht und ist ungerüwic und zornic. 
he solde prüfin, der mensche, da he allir krenkis ane were und allir 
gebrechhchis, da solde he sinen tliz zükerin, wihedaz ubirwonde. 

40 wan der mensche wole geordint ist an sinen sidin, waz he dan luit, 
daz behagit gode, und also ubirwindit man di riche. rogemus. 

XIV. 

Hl bewisit meister Eckart wilche wis di sele frucht breuge di da wouit 
in gode uud in der got wonit. 

Quimanetin me etego etc. {Joh. 6, 57). Christus spri- 
chit Sver da blibit in mir und ich in ume, der brengit gröze frucht'. 
dise wort teilin sich in drü. daz erste ist 'wer in mir blibit oder 
wonit'; daz andere ist 'und ich in ume', daz dritte 'der sal gröze 
5 frucht brengin'. fon deme erstin sprichit sente Paulus 'üwir lebin 
ist forborgin mit Christo in gode, also beschedinliche ob ir mit ume 
löit Sit und mit ume irstanden , so ist üwer lebin mit Christo for- 
borgin in deme himmelischin vadere. nu sulle wir prüfin wilich di 
lüde sin di alsus wonint in gode. daz ist ein zeichin an den lüdin 

]0 daz si warm sin, daz an un kein träkeit noch unlust joch beswer- 
nisse insi zu gotlichin werkin. wir habin .... daz di wazzere nicht 
befrisint da si intspringint : daz ist da fon daz di sonne daz wazzir 
zühit üz dem gründe des bergis und zühit in daz höhiste des bergis 
und zühit ez üz dem berge, daz ez llüzit. dar umme daz ez di hitze 

15 wirkit, so ist ez warm und lebindic an sime gespringe, und ie ez 
verrir flüzit, ie ez unlüterre und keldir wirt. also ist ez umme den 
menschin. ie he gode verrir ist , ie he krenkir und keldir und un- 
smachaftiger ist. Ambrösius lerit in eime buche, daz heizit fon der 
llucht der werhnde freude und uris gesteltnisses, wi man sal sü- 

39 fliez 3 tru inuuir 11 des glü-buisse zu ergänze»'.' 19 wi 
mau] vii 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XIV 405 

chin got bi goile. der mensche ist nider und gut ist iincli. dar 2ü 
umme müiz sich der mensche zihin liöhe pobin di werlint an got- 
h'clier libe: so brichit di libe in got und leidit di sele umme in gode 
und machit ur in gode alle dinc uffinbär. also verre alse der sele 
muglich jst zu forsteine oder zu begrifme so zuhit si der minnen 
kraft üf an daz höhiste daz an gode ist, daz ist di güde, und mit der 25 
güde fluzit si liz mit gode an alle gotlicbe werc, und in der güde ge- 
scbüf got himmil und erdin. dar umme sprichit auch unsir herre 
'wer vindit einen getrinvin und wisin knecht , der also getrüwe si 
daz he sines nutzis nicht insüche, sunder godis ere alleine?' der da 
knecht blibe in dem dinste an der öitmüdikeit deme wil ich daz ge- 30 
lobin: allez daz got ist und formac daz inphehit werliche der 
mensche. 

Daz andere ist daz unser herre sprichit *wer in mir wonit und 
ich in ame\ sente Bernhart wil daz ez file grözir si daz got in uns 
si, dan daz wir in gode sin. daz got sin wesin in uns sezze und 35 
sich in uns bewege und lebe daz ist also vil (alse) daz di sele ir le- 
bin setze noch gode , noch der ewikeit und unwandilhaftikeit godis 
und also noch uine wirke und lebe alse got in ur üzmizzit und üz- 
gibit. aber ich lege den dritten sin da zu, daz got alle der sele we- 
sin und lebin alzumäle si , und ur alzumäle nicht insmecke dan got 40 
alleine an alle urin bewegungen und werkin. ein gewis zeichin ist 
daz, daz got in der sele alsus wone daz di sele gerüwic si. ich spreche 
daz got in allin sinen w erkin nicht insüchit dan rüwe : also inmac 
ume ouch di sele an nichte so libe getün so an rüw e. di sele inmac 
auch ume an nichte so glich werdin so an rüwe, daz si sich gerü- 45 
welichin halde. 

Daz dritte ist daz unsir herre sprichit 'wer in mir wonit und 
ich in ume, der brengit groze frucht'. wolde ich nu sprechin waz 
di frucht were, des inweiz ich nicht: daz ich es nicht inweiz, des 
weiz ich ez wol. ein meistir sprichit 'wer got also verre bekennit 50 
daz he allin creatüren unbekentlich ist, der bekennit got nllirmeist, 
und wer daz lüterliche bekennit daz man got nicht bekennin mac, 
der bekennit got allir genzlichis. also inmac auch niman di frucht 
genzliche irkennen di got globit hait , dan bi etlichin zeichin. seis 
zeichin mac man dar ane mirkin : daz erste , daz di sele nidervellic 55 
wirdit an urin untugindin , alse ein alt gebüwe nidervellit alse man 
ez regit, daz ist ein zeichin daz man ez fon nüwis büwin wil, ob 
genir di stat bäit oder di kost der ez zubrichit. also irgibit sich di 
Z. f. ü. A. neue folge 111. 27 



406 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XIV. XV 

sele genziiche gode mit allen urin kreftin zii sinen werkin. — daz 

60 andir zeichin ist, daz ^väre tugindin beginnen an der sele, da stedi- 
keit und sichirkeit und fiieheit der sanwizikeit noch volgit. — daz 
dritte zeichin ist daz di worzele gotlichir dinge tridit in daz herze 
mit kraft, alse daz der mensche intsebit daz ume nicht insmeckit 
noch Wollust engibit dan gotlich dinc. — daz vierde zeichin ist, daz 

65 alliz daz fordorrit was fon sunden und fon gebrechin , daz wirdit 
füchte und grüninde und wasinde fon der gnade. — daz fünfte zei- 
chin ist, daz alle di krefte der sele irlüclitit werdin, daz da kein 
flecke der sunde noch der unwizzintheit inblibit, di sele inwerde al- 
zumäle ein licht, aber gotlich licht intridit nicht mit offiner Iure in 

70 di sele, sundir hemeliche und bewonden, daz ez di sele küme weiz 
wan got kumit oder wan he fon ur ferit, und daz hält got durch sine 
güde getan, daz he sine geginvvertikeit so hemelich und also bewon- 
den hat gemachit. trede got offinlich in di sele, si inraochtis nicht 
gelidin , si muiste fon libe und fon freudin aUiz zuglidin und for- 

"5 werdin. enzoge sich ir got auch offinliche , des inmochte si auch 
nicht gelidin, si müiste for leidin also mer zuglidin und forwerdin, 
wan gothch licht und woUust ist so uberkreftic daz di sele dise beide 
nicht gelidin inmochte, si inworde widergeslagin, alse daz äuge der 
sonnen hebt nicht gelidin inmac, ez inwerde bewondin in der luft. 

SO — daz seiste zeichin ist daz alliz daz zustörit was und forkaldit an 
der sele und an libe, daz wirdit gesamenit in got und alzumäle in- 
prant an gotlicher minne. bide wir etc. 

XV. 

Meister Eckart lerit hi daz di sele üfstigin sal pobiu ir nätüre, di godis 
lere inphähio wil und di hoiie gotlicher nätüre schauwin wil und der gode- 
lichin süzzikeit smeckin wil. 

Dimissa turba ascendit in montem {Matth. 14, 23). 
Der ewangehsta sprichit 'unse herre liez di schar und steic üf 
den berc und teit sinen nnint üf und lärte fon deme riebe godis'. 
got lärte'. Augustinus (sprichit) 'der da lerit der häit sinen stül 
5 in deme himmele', wer godis lere inphähin wil der müiz üfgein 
und ubergein alle creatüre und ur forzihin. wer godis lere 



67 irluchtin 74 allin forwerdin. enzoge he auch sich vr offinliche 

des inmoclite si auch nicht gelidin si muiste for leidin alse mer alse zuglidin 
vn sterbiu wan 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XV 407 

inphäliin wil der niuiz sich sanienen und inslizin in sirh selbir 
fon allin sorgin und kuniniirnissin und gewerb nidirre dinge, di 
sele di liäit krefte, der also vilc ist und sich also wide zuteilin ; di 
sal he ubergf'in, dannoch da si sin in den gedenkin. der jocli won- lü 
der wirkit, da he in sich selber ist, disin gedanc sal man ubergein, 
sal got sprechin in den kreftin di nicht geteilit insin. 

Daz andere, daz he geit uf den berc, daz nieinit daz got da 
wisit di höhe und di suzikeit siner nätüre, in deme abe vellit fon 
nöit alliz daz kranc ist. da inweiz di sele niclit wan got und sich 15 
und alse godis bilde ist. 

Daz dritte, he ginc üf, he zögite sine höhe, daz hoch ist daz 
ist gode nähe und meinit di krefte der sele, di gode so nähe sint. 
unse herre nam zii einem male dri siner jungerin und fürte si üf 
einen berc und irschein for un (in) glicher klärheit an dem licha- 2o 
men alse wir suUin habin in deme ewigin lebine. unse herre sprach 
'gedenket des , du ich zu iich sprach dii insähit ur bilde noch ghch- 
nisse'. sente Augustinus sprichit fon drigirleige bekentnisse. daz 
eine ist lipHch, daz nimit bilde, alse daz äuge, daz sihit unde nimit 
bilde, daz andere ist geistliche und nimit doch bilde fon liplichin 25 
dingin. daz dritte bekentnisse ist alse ez innewendic ist in deme 
geiste, daz kennit sundir bilde und glichnisse, und daz bekentnisse 
glichit sich den englin, der herschaft ist geteilit in drü. ein meistir 
spricliit 'di sele inbekennit sich nicht sunder glichnisse , aber der 
engil bekennit sich sunder glichnisse und got'. lie wil sprechin 'got 30 
gibit sich in der höhe in di sele sunder bilde und glichnisse'. 

'He ginc üf in den berc und wart widerbildit for un\ di sele 
sal widirbildit sin und ingedruckit in daz bilde daz godis son ist. di 
sele ist gebildit noch gode. der son ist ein bilde godis. in deme 
seibin da der son nimit , da nimit auch di sele , da he üzflizinde ist. 35 
dannoch da der son üzflizinde ist fon deme vadere, da inbehangit 
di sele nicht , si ist pöbln bilde, füir und hilze ist ein und ist doch 
verre fon ein. smac und varwe an dem aphile ist ein und ist doch 
verre fon ein ; der munt nimit den smac, dar zu inkan daz äuge nicht 
getün. daz äuge nimit di varwe, da inweiz der munt nicht umme. 40 
daz äuge wil licht habin, dannoch ist der smac wol in der nacht, di 
sele wil licht habin, di sele inweiz nicht dan umme ein. si ist pobin 
bilde, der prophete sprichit 'got wil füren sine schäf an ein grüne 

13 daz] vn 16 zwischen godis und bilde ist bildis nacligctragen 27 da z] d 

27* 



408 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XV. XVI 

veld'. ein nieistir spricliil Mes himmilis lauf irkennit man nirgin 

45 alse wol alse an einvaldigin tirin. di inphahin einvaldic des himnielis 
inlluz : aber di lüde di wise sin und vil sinne habin, di werdin alliz 
üzgetragin in manicvaldigin dingin. daz gelobite unse herre daz he 
sine schäf labin wolde iif dem berge an eime grünen grase, alle 
creatüre grünen in gode. alle creatüre valiin zu dem erstin üz 

5ü gode, dar noch durch di engle. waz keiner creatüre nätüre hait daz 
hält indruc allir creatüre. waz des englis natüre inphahin niac daz 
hält he alzumäle in ume. waz got gescheppin mac daz treit der 
engil in sich , dar umme daz si nicht beraubit insin voUinkuminheit 
di andere creatüre habin. wä fon hält daz der engil? da ist he gode 

55 nähe. Augustinus sprichit 'waz got schepphit daz häit einen durch- 
tluz durch di engle'. in der höhe da siut grüne alle dinc. in der 
höhe des bergis da sint alle dinc nüwe und grüne : da si valiin in 
zitheit da blichin si und aldint. da wil unse herre spisen sine schäf 
in der grüne allir creatüren, di da sint in der höhe, alse si in den 

60 englin sin. di grüne were der sele luistlicher dan alliz daz in dirre 
■Nverlinde ist. alse unglich alse di sonne ist wider der nacht, alse un- 
glich ist di minniste creatüre di da ist wider allir der werlinde. wer 
godis lere inphahin wil der müiz kumen üf sinen berc. da wil un 
got vollinbrengin in deme tage der ewikeit , da ein ganz licht ist. 

65 waz ich in got bekenne daz ist licht, waz creatüre rürit daz ist 
nacht, waz man bekennit daz müiz licht sin. Johannes (sprichit) 
'got ist ein wör licht, daz da lüchtit in daz vinstirnisse'. waz ist 
vinstirnisse ? daz der mensche nirgin hafte noch hange und blint 
si und nicht wizze fon creatüre. wer got sehin wil der müiz blint 

70 sin alse sente Paulus : du he in sich sach , du sach he got. bide 
wir etc. 

X\l. 

In disir |tredigfade lerit meistir Eckart w i di sele ir selbir intwerdin sal 
uud allin cieatüren, ob si inphenclich sal weidiu goth'ches wesines und got- 
liches lebines. 

Nisi granum frumenti cadens in terram mor- 
tuum fuerit, ipsnm soluni manet (JoÄ. 12,24), Di mei- 
stere sprechin daz diz wezinkorn also gar sterbe daz ez forlise sin 
gesteltnisse, sin varwe und sin wesin. also vil ist da kornes nätüre 

59 sint in der grüne allir creatüren di da siut in der grüne in der hohe 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XVI 409 

alse steinis nätüre. da iiiblibit nicht tian eine inphenclichlveit. also 5 
niüiz di sele sterbin, sal si inphenclich werdin einis anderin wesi- 
nes. daz niiÜz fon nöit sin. daz man sich häkle zu allin dingin, di 
geschehin rechte alse man lOit si. got der in\vir«lit anderis nummir 
genzliche din \vesin. he gibit wol etliche gäbe und Jiclit und tröist, 
di man gröiz achtit, di auch gröiz sin, abir got der ingibit sich dir lo 
numnier alzumäle, dii inbegebis dich dan zumäle. also vil alse di 
sele genzliche stirbit in ur selber, also vil wirdit got genzliche ur 
wesin und also daz da nicht inbllbit dan ein wesin, alse min lip und 
min sele nicht me ist dan ein wesin. im sprichit unsir herre Sver 
sine sele liazzit der behüdit si'. daz wort sele daz inhörit nicht 15 
zu der nätüre der sele : der nälürin der sele mac man alse wenic 
namen vindin alse gode. di sele inaldit auch nicht , mer da si ein 
lizlügin hält zu deme libe und ein insehin, daz sal man hazzin, wan 
da ist si heizhch. dar umme sprichit di sele in cantico 'tochtere fon 
Jerusalem, mirkit mich nicht, daz ich brün si: daz liänt mir zwei 20 
dinc getan: daz eine, di sonne hält mich beschinen, daz andir, mi- 
nir müdir kint hon widir mich gefoclitin\ alliz daz zithch ist und 
daz di sonne ie beschein, da hon ich unordenliche minne zii gehäit. 
dannen sint minir miidir kint di widir mich vechtin, und nicht mi- 
nes vader, Avan di sint gar orde(n)lich. 'dar umme ensprechit nicht 25 
daz ich brün si. ich bin schöne und edile in miner nätüre und bin 
gar lüitsehc'. der sine sele hazzit in dirre werlinde der behüdit si. 
Augustinus sprichit fon zweiger bände werlint und heizit di sele 
eine werlint , und in eime iclichin engle ist ein werhnt geistliche, 
wan alhz daz got geschaftin hält daz ist in eime iclichin engile er- 30 
bijdit vil edilre wan ez si an ume seibin , wan ez ist in un öue ma- 
terien. des ist ez da wörheit, wan in den englin ist wörheit, doch 
küme gein einir näldin spitzin wider der erstin wörheit. 

Nu sprichit unsir herre 'wer mir dinin wolle der volge mir', 
nicht nie fon deme volgine. wan etliche lüde volgin di wile ez un 35 
wole geit. nu mochte man sprechin : unser herre wil gar vil. he in- 
wil nicht nie wan daz he sich uns gemeinen muge, wan noch der 
minne ist di gäbe, wan dan got di minne ist, so gibit he sich alzu- 
mäle. des liäit di sele ein natürlich bilde in ir, daz si ist in allin ge- 
lidin und in eime iclichin alzumäle. wan alse di sele geschaffin ist, 40 



10 dir] dar 15 hazzint 



410 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XVI. XVII 

so wirdit si gegebiii in den grünt des wesines. des mac si gevvirkin 
in allin gelidin alzumäle und in eime iclichin sundiilichin. 

Nu mochte man frägin : waz meinit unse herre daz he sprichit 
"^dä ich bin da sal e?c/? vil lichte meinit he daz got gode etwaz 

45 vvolde forstelin daz he der sele wolde gemeinen, in deme erstin 
uzbruchp. da der son üzblickit fon dem vadere, und doch inne bli- 
binde da inne, er dan he, der son, geborin worde, da wil he sich ur 
gemeinen da inne blibinde, da her noch nirgin lizbliciiit, da gewirt 
si mitme sone. gebern ist also vil alse gewerdin. ur gewerdin ist 

50 in der ewigin gehurt, da wirdit si so lüterh'chen ein, daz si kein an- 
der wesin inhäit dan daz selbe vvesin daz sin ist, daz ist der sele 
wesin. dit wesin ist ein begin allis des werkis daz got wirkit in 
hinimilriche und in ertriche. ez ist ein orhap und ein grünt allir 
sinir gotlichin werke, di sele intgeit urre nätüre und irme wesine 

55 und irme lebine und wirt geborn in der gotheit. aldä ist ur gewer- 
din. si wirdit so gar ein wesin daz da kein undirscheit ist, dan daz 
he got blibit und si sele. bide wir etc. 

XVII. 

Puella surge. Hi üf dit wort lerit meistir Eckart di sele üfstein und 
sich richtin in got mit iren kreftia durch viere edilkeit di si vindit in gode. 

Puella surge {Luc. 8,54). Mit deme einigln worte lörte 
got di sele daz si sal üfstein fon allin liplichin dingin, und alse der 
son ist ein wort des vader also lärte he mit eime worte wi di sele 
sal üfstein und sich irhebin pobin sich selbir und wanen pobin ir 

5 selbir. wan der vader sprach ein wort, daz was sin son. in deme 
einigln worte sprach he alle dinc. war umme insprach he nicht 
dan ein wort? dar uraniewanume alle dinc geginwertic sin. mochte 
ich alle mine gedenke, di (ich) ie gedöchte oder ummir me gedenkin 
sal, in eime gedanke begrifin, so inhette ich nicht dan ein wort, wan 

10 der munt brengit fore daz in deme herzin ist. nicht me fon deme. 

Durch vier dinc sal di sele wonen pobin ir selbir. daz erste, 

durch di manicvaldikeit der woUust di si in gode vindit, wan di vol- 

linkumenheit godis inmochte sich nicht inthaldin, he inlieze üz ume 

Hizin creatüre, den he sich gemeinen mochte, dl sin glichnisse inphä- 

15 hin mochtin, alse mer alse ob he geledigit worde, und sint also un- 
mezilich üzgeflozin daz me engle ist danne grizis oder laubis oder 

51 der] daz 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XVII 411 

grasis. durch di itlle llüzil uns licht und gnädc unil gäbe, daz durch 
dise nätüre llüzit daz büdit got der sele, und were alse ein nicht, 
ingebe he sich selbir nicht in den gabln. 

Daz andere, daz di sele ufstein sal durch di liitlrkelt di si In 20 
gode vlndit, vvan alle creatüre slnt lutlr in gode, alse schire alse si 
uzgeflizin so sint (si) gode alse glich alse icht und nicht, in gode ist 
licht und wesin, daz ist unse vinstirnisse, und nicht daz in gode ist 
hcht daz ist vinstirnisse. 

Daz dritte, daz di sele üf sal stein durch di samintheit di si in 25 
gode vindit, wan da inist kein underscheit. wisheit und güde ist 
ein in gode. daz selbe daz wisheit ist daz ist güde etc. were in unie 
wisheit daz eine und güde daz andere, so inmochte der sele nummir 
gnugin an gode , wan di sele ist fon nätüre geneigit zu gode , und 
alle creatüre begerint wisheit fon nätüre. alse sicli di sele irgüzit in 30 
di güde, were dan güde ein und wisheit daz ander, so müiste si di 
güde mit pine läzin alse si sich in di güde wolde irgizin. dar um nie 
sprach Augustinus 'di sele di in deme himmilriche sint insint nicht 
volhn selic , wan si noch negunge habin zu den liben'. dar unime 
gnügit der sele an nichte dan an gode, wan si alle güde saminthaft 35 
vindit in gode. di sele müiz auch pöbln ir selber wanen , sal si got 
begrifin, wan alle dinc wirkint sich selber , ein iclich sine nätüre. 
war um inwirkit di nätüre des aphilbaumis nicht win et e contrario? 
wan ez sin nätüre nicht inist. daz füir wirkit füir. mochte ez alHz 
daz begrlfm daz bJ ume were, ez dediz. also sere minnit di creatüre 40 
ir eigin wesin, daz (ob) alle di pine di ie gewart zumälc vile üf eine 
sele, si inwolde docli uris wesines nicht forzihin daz si unmittilliche 
fon gode inphangin hält, di sele müiz auch pöbln ir selber wonin, 
sal si got begrifin ; wan wi file si wirkit, mit der kraft da si alliz daz 
wole mide begrifit daz geschaflin ist: bette got tüsint himmilriche 45 
und tüsint ertriche geschaffin, di begriffe si alle wol mit der kraft: 
noch dan inmac si got nicl)t begrifin. der unmezliche got der in der 
sele ist der begrifit den got der unmezlich ist. da begrifit got got, 
da wirkit sich got selber in der sele und bildit si nach ume. 

Daz vierde durch daz di sele üf sal stein, durch di unmezlich- 50 
keit di si in gode vindit, wan alle dinc sint in gode sunder nü und 
zit. apocalypsis 'alle dinc niachc ich nüwc', daz ist in der ewigin 
geburt, wan he wirdit hüde geborn, und also llüzit he in di sele und 

31 güde] got 3S wieo 



412 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XVII. XVIII 

also llüzit si wider in got , und also alse man sterbin niac for deme 
55 slage fon forchtin, also mac man auch sterbin fon freudin. also stir- 
bit di sele ir selber er si in got schride. mit vier schridin schridit 
si in got. der erste schrit ist, daz vorclite und liofl'enunge und be- 
gerunge in ur wasin. derandir schrit: so wirdit vorclite, holl'enunge, 
begerunü;e und di anderen zumäle abegebrochin. der dritte schrit, 
60 daz si ur kumit in eine forgezzinheit. der vierde schrit , daz si es 
also kumit in eine forgezzinheit daz si es nummir gedenkit. 

XVIII. 

Puella surge. Uf dit wort lerit meistir Eckart wi got mit sinre geist- 
lichkeit wirkit in sich der sele geistlichkeit, und bewisit daz mit glichuisscn 
und lerit waz da zu forderit und euch hinderit. 

Puella surge {Lnc. 8, 54). 'Stant üf!^ unsir herre lede 
sine hant üf di juncfrauwin und sprach 'stant uf P di hant godis daz 
ist der heiige geist. alle dinc werdin geworcht in liitze. wan di fü- 
rige minne zu gode irkaldit au der sele, so stirbit si, und sal got in 

5 der sele wirkin, so müiz got in der sele foreinit sin. sal dan di sele 
mit gode foreinit sin oder werdin , so müiz si fon allin dingin ge- 
schedin sin und müiz alleine sin alse got alleine ist, wan ein werc 
daz got in einir ledigin sele wirkit daz ist bezzir dan himmilriche 
und ertriche. dar zu häit got di sele geschaffin daz si mit ume 

10 foreinit werde, ein heiige sprichit 'di sele ist gemachit fon nichte 
und he häit si alleine gemachit und niman mit ume'. bette si iman 
mit ume gemachit, so bette he alse mer alse angist daz sich di sele 
dar üf neigite. dar umme müiz di sele alleine sin alse got alleine 
ist. geistliche dinc und lipliche dinc di inmugint nicht foreinit sin. 

15 sal gotliche voUinkumenheit wirkin in der sele , so müiz di sele ein 
geist sin alse got ein geist ist, und gebe got der sele in der sele , so 
müiste he ir mit mäze gebin. dar umme zühit he si in sich selber 
in ume seibin: also wirt si mit ume foreinit. des ist ein glichnisse: 
alse daz füir und der stein foreinen sich , doch wan si beide liplich 

20 sin, so blibit der stein dicke kalt fon binnen durch di gropheit des 
Steines, und alse di luft und daz licht, alliz daz du sihist in der luft 
daz sihis du in der sonnen, mer doch, wan si beide liplich sin, so 
ist in einir mile me lichtis dan in einir halbin und in einir halbin 
me dan in eime hüs. daz nehiste glichnisse daz man vindin kau daz 

25 ist lip und sele. di sint also foreinit daz der lip inmac nicht gewir- 
kin ön di sele und di sele nicht ön den lip, und alse sich di sele liel- 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XVIII. XIX 413 

dit zu dem übe , also lieklit sich goL zu der scle , und alse sich di 
sele scheidit fon deme hbe, daz ist des iibis tot. also stirbit di sele 
so sich got fon ir sclieidit. 

Drü hindirnisse sint daz di sele nicht foreinit sich mit gode. 30 
daz erste, daz si zu lile geteilit ist, daz si nicht einvaldic inist. wan 
alse di sele genegit ist zu den creatiiren, so inist si nicht einvaldic. 
daz andere daz si mit zitlichin dingin foreinit ist. daz dritte daz 
si neigunge hält zu dem hbe, so inmac si sich mit gode nicht 
foreinen. 35 

Also sint drü fordirnisse zu der einunge godis in der sele. daz 
eine, daz di sele einvaldic si und ungeteiht; wan sal si mit gode 
foreinit sin, so müiz si einvaldic sin alse got einvaldic ist. daz an- 
dir, daz si pobin ir selbir wone und pobin allin forgenchchin din- 
gin und hafte an gode. daz dritte, daz si gescheidin si fon allin 40 
liplichin dingin und wirke noch der erstin lütirkeit. Augustinus 
sprichit fon der frien sele Svan du (mich) nicht inwilt, so wil ich 
dich, wan ich dich wil, so inwilt du mich nicht; wan ich dich jage, 
so flüis du mich', in der widerwende laufmt einen lauf di lüterin 
geiste zu der blözheit godis. 45 



XIX. 

Hl sagit meister Eckart fon gotlicher herschaft und war aue di lige, und 
wi daz ubirste gut ist geordinit zu der sele und wi di sele siueu inHuiz inphe- 
hit und wi di sele mit ime mioDit und kennit. 

Domine rex omnipotens, in dicione tua cuncta 
sunt posita {Esth. 13, 9). Gewalt und herschaft lit an zwein 
dingin, an vriheit und an vil güdir und schönir dinge , daz man di 
besitze in vride. waz ist vriheit? phc (sprichit) ^laz dinc ist vri 
daz an nichte hangit noch an daz nicht inhangit'. hir umme inist 5 
nicht vri dan di erste sache, di da ein sache ist allir sache. zu der 
herschaft hörit auch daz man dise zwei habe, daz ist vriheit und 
vile giulir und schönir dinge in vride. got ist alliz gut in allin, dar 
umme besitzit he sich in allin, wan waz got ist daz ist he in allin. 
daz man sprichit daz m minne habe und willin und wisheit und lo 
gude, daz ist he, wan daz got ist. hir umme inist got nicht nicht, 
wan got was er dan nicht, got der inhäit kein fore noch kein 
noch: nicht hält volgin, sin volgin ist icht. des nichtis fore ist got, 
wan he ist er dan nicht, und des nichtis volgin ist icht. also hält 



414 PREDIGTEN V0> MEISTER ECKART XIX 

]5 got kein foregein noch kein volgin. eiä di sache allir dinge, di in 
ir selber swebit in einie ungesichtlichin lichte, daz he selber ist! 
got ist ein licht in ime selbir swebinde in einir stillin stille, daz 
ist daz einige licht, daz einige wesin sin selbis, daz sich seibin for- 
steit und irkennit. daz forstentnisse des ewigin lichtis daz ist licht 

20 fon deine lichte , daz ist di persöne des sonis. der vader sprach 
ein wort, daz was sin son. an denie einigin worte sprach he alle 
dinc. daz wort des vadir inist nicht anderis dan sin selbis for- 
stentnisse. daz vorstentnisse des vader inist nicht anderis dan der 
son und forsteit di forstentnisse, und daz daz forstentnisse forsteit 

25 daz ist daz selbe daz si forsteit , daz ist daz licht fon deme lichte. 
.Johannes (sprichit) *^got sprach ein wort', daz was daz ewige for- 
stentnisse sin selbis, daz was sin son. an deme einigin forstentnisse 
forstünt he alle dinc und forstünt si (zu) schephinde fon nichte, 
daz sint si an un seibin. abir daz si ewicliche gewesit sint, daz was 

30 he selbir, wan in gode inist nicht, ez insi got, wan got ist ön andii*. 
also sint alle creatüre ein licht, wan si in deme lichte forstandin 
sin. dar umme flizint alle dinc üz ume alse ein licht zu offinbärne 
daz forborgine licht. Jacobus (sprichit) ' omne datum optimnm 
etc. hi bi ist zu prüfme daz alle dinc ein licht sint, wan si der vadir 

35 üzgegozzin hält zu offinbärne sine forborginheit, also alse alle dinc 
ein licht sint geweist wider in zu kumine, di sich mit urin willin 
da fon nicht inkerin. eiä di da stede blibin sundir manicvaldikeil, 
waz lichtis und waz gnädin den geoffinbärit wirt! wan daz ubirste 
güit ist also geordinit zu der sele daz si es nicht inphehit sundir daz 

40 mittil, alse Dyonisius sprichit 'daz mittil ist licht und gnäde, di ir- 
lüchtin daz forstentnisse der sele'. waz ist forstentnisse? daz man 
forsteit ein iclich dinc alse ez ist lütir unformengit und ist gewis ön 
irrunge. Dyonisius (sprichit) 'müzigit iich fon aUin dingin zu be- 
kennine daz ubirste gut, daz got ist', waz sulle wir forstein an 

45 gode? daz he ist ein kraft, also sulle wir uns einigin, daz di ei- 
nige kraft au uns gewirkin muge. he ist auch ein gut daz alle 
dinc bewegit zu irme güde, daz he selbe ist, und he blibit doch 
selbe unbewegit. he ist auch ein lütir einvaldikeit, und ie dii ein- 
valdigir bist, ie dii di einvaldikeit baz forsteiR ; und wir sullin rechte 

50 einvaldic werdin, daz ist daz wir gescheidin sin fon allin dingin und 
fon uns seibin, ime zu bekenninde unse sinne und alle di werc der 
krefte der sele, wan alleine di ubirste kraft, daz forstentnisse, di 
lezit alleine got wirkin mit gode. so wirkit he vollinkumeliche 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XIX. XX 415 

sine glicheit an ir und wirkit si an sich, so forsteit si mit iine, 
so minnit si mit ime, so bekennit si mit ime. bicie wir etc. 55 

XX. 

Hl* bcwisit meistir Eckart wi di st-le glichit sich Jerusalem und wo fon 
si helic wirdit, und wi daz gotliche licht funfleigc lüdin irschinit. 

Vidi civitatem sanctam Jerusalem {Apoc. 21, 2.) 
Sente Johannes sach ein stat, di stat bezeichint zwei dinc: daz eine, 
daz si veste ist, daz ir nieman geschadin inmac, daz andere, di ein- 
tracht der lüde, dise stat inhatte kein bedehüis; got was selber 
der tempil. man inbedarf keines licbtis, sonnen noch mäne(n), di 5 
kläirheit unsis herrin irlüchtit si. dise stat bezeichint ein icliche 
sele. sente Paulus sprichit Mi sele ist ein tempil godis\ sente 
Augustinus 'di sele ist so starc daz ir niman geschadin inmac, si 
inwolliz dan selbir*. 

Zu dem erstin sal man mirkin den vride der in der sele sin sal. 10 
dar umme ist si genant Jerusalem. Dyonisius (sprichit) 'der güt- 
liche vride durchverit und ordenit und endit alle dinc, und intede 
der.vride, so zufluzzin alle dinc und inhettin keine ordenunge. — 
zu dem anderin male machit der vride di creatüre sich intgizinde 
und flizinde in der minne und nicht zu schadine. — zu dem drittin 15 
male machit he di creatüre dinsthaft under einander, daz si ein be- 
stein hon ir ein an dem anderin. daz ir ein nicht gehabin inmac 
an ime selbir, daz beheldit ez an dem anderin. dar umme kumit 
ir eine fon der anderin. zu dem vierdin male machit he si widir- 
beugic in iren erstin orsprunc, daz ist in got. 20 

Daz andere, daz he sprichit daz di stat helic si. sente Dyoni- 
sius sprichit daz heihkeit ganze lütirkeit si, vriheit und voUinku- 
minheit. lütirkeit ist daz der mensche gesundirt ist fon sundin, daz 
machit di sele vrie. gliclmisse ist di gröiste woUust und freude 
di in deme himmilriche ist; und queme got in di sele und inwere 25 
si ime nicht glich, si worde da fon gepinigit. sente Johannes 
sprichit Sver sunde tüit der ist ein knecht der sunde'. fon den 
englin und fon den heiligin muge wir sprechin daz si vollinkumen 
sin, doch fon den heiligin nicht genzliche, wan si noch Übe tragin 
zu den lichamcn di noch in der aschin ligin. aber in gode ist 30 
alleine ganze voUinkuminheit. mich wonderit daz sente Johannes 
ie gedorste sprechin, inhette he ez in deme geiste nicht gesehin, 
daz dri persönen sin, wi der vader sich irgüzit mit allir voHinku- 



416 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XX 

minheit in di geburt also in den son und sich irgüzit in den heili- 

35 gen geist mit einir güde als in einir minue. 

Zu dem anderin male sprichit heilikcit also vil alse daz fon 
der erdin genumin ist. got ist icht und ein lutir wesin, und di 
sunde ist nicht und verre fon gode. got geschüf di engle und di 
sele bi ichte, daz ist bi gode. di sele ist geschaffin alse mer alse 

40 under deme schatiwin des englis, und habin doch eine gemeine nä- 
türe ; und alle liphaftige dinc sin geschaflin bi nichte und verre von 
gode. dar umme daz sich di sele güzit üffe lichamen, so wirdit si 
fordinslerit und müiz wider iifgetragin werdin mit dem lichamen 
zu gode. wan di sele öne irdische dinc ist, so ist si helic. Za- 

45 cheus di wile he üt'der erdin was, so inmochte he unsis herrin nicht 
gesehin. Augustinus (sprichit) 'wil der mensche lülir werdin, so 
läze he fon irdischin dingin\ ez ist dicke gesprochin daz di sele 
inniac nicht lutir werdin, si inwerde widir getribin in ur erste lü- 
tirkeit, alse si got geschaflin häit; alse man fon kuppere nicht gult 

50 gemachin inkan, daz man zwirrunt oder dristunt burnit, man intri- 
biz wider uf sin erste natüre. wan alle dinc di fon hitze smelzin 
und fon kaldime hart werdin, di sint genzliche fon wazziriger nätiire. 
dar umme müzin si genzliche widir getribin werdin üf wazzir und 
beraubit genzliche der nätüre da si nu an sin. so hilßt der himmil 

55 und di kunst da zu daz ez genzhche forwandiht wirdit zu golde. man 
glichit w'ol isin silbere und kupphir golde : ie man ez me glichit und 
nicht beraubit, ie ez velscher ist. also ist ez an der sele. lichtHch 
sint tugint zu bewisine oder da fon zu sprechine, abir in der wör- 
heit zu habine sint si gar seltsene. 

60 Zu dem drittin male sprichit he daz dise stat nüwe si. nüwe 

heizit daz ungeübit ist oder daz sime beginne nähe ist. got ist unse 
begin; wan mir bit ume foreinit sin, so werde wir nüwe. etliche 
lüde wenint törliche, alse ob got di dinc ewicliche gemachit habe 
oder behaldin di wir nu sehin, und si in der zit got un gebe, got- 

65 lieh werc suUe wir forstein on erbit, alse ich üch sagin wil. ich 
ste hi, und hette ich for drizic järin hi gestandin und were min 
antlitze oflinbär und inhelte ez niman gesehin, ich bette doch hl 
gestandin, und worde ein spigil bereit und bilde man un gegin 
mime antlitze , min antlitze worfe und bildite sich dar an ön min 

70 erbeit, und geschehe daz geisterin, so weriz nüwe, und aber hüde, 

48 widir] vndir 66 uiiii] mit 67 ich] hi 



PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XX 417 

so were ez noch nüwir, und also ubir drizic jar oder ewiclicli, so 
were ez ewic geweist, und ob der spigile tusint werin, daz were ön 
min erbejt. also hält got ewicliche an iine alle bilde, nicht alse 
sele und andir creatüre, sundir alse got. an ime inist nicht nuwe 
noch alt, sundir alse ich gesagit habe fon deine spigile, also ist an 75 
uns beide alt und ewic. wan der lichame bereit ist, so giizit got 
ein sele dar in und bildit si noch deme lichanien und hält eiu giich- 
nisse mit ime und fon deme glichnisse eine minne. dar umnie 
inist niman, he inhabe sich seibin lip: si trigin sich di da wenin 
daz si sich selbir nicht lip habin. wir uulzin di diuc wol lip habin 8() 
di uns zu gode furderin, daz ist alleine libc mit godis übe. habe 
ich di libe daz ich über mer wil , und hetle ich gerne ein schif, daz 
were allein daz ich gerne über mer were , und alse ich über mer 
kume, so inbedarf ich des schiflis nicht. Plätö sprichit 'waz got 
ist des inweiz ich nicht^ und wil sprechin 'di wile di sele in deme 85 
libe bewondin ist so inmac si got nicht bekennen , ^aber waz he 
nicht inist daz weiz ich wol', alse mau jiiirkin mac bi der sonnen, 
der schin niman gelidin mac, he inwerde fon erst bewondeu in der 
luft. Dyonisius (sprichit) 'ist daz daz gotliche licht in mich schinit, 
so müiz ez bewondin sin alse min sele bewondin ist', he sprichit 90 
auch 'daz gotliciie Hellt irschiuit funfieige lüdin'. di erstin inphä- 
hin sin nicht, si sin alse daz vehe ist unglich zu inphähine alse 
(man mirkin mac) bi glichime: ginge ich über ein wazzir, und were 
ez gemengit und trübe, so inmochte ich min antlilze dar inne nicht 
gesehin durch daz unghchnisse. den anderin irschinit wenic lieh- 95 
tis alse ein blic fon eime s werte der ez wirfit. di drittin inphähin- 
is me alse einen grözin blic der licht ist und aber dinster. daz 
sin alle di da abe valiin fon godelicheme lichte in di sunde. di 
vierdin inphähin es noch nie. aber bi wilin inzühit he sich durch 
nicht wan daz he si reize und wit mache an der begerunge. ez ist lOO 
gewis, der unsir ichchime siiien schöiz wolde vollin, unsir ichch 
machite dar umme sinen schöiz wit, daz he vile inphähin mochte. 
Augustinus (sprichit) Sver fde inphähin wolle der wIde di begerunge'. 
di funftin inphähin ein gröiz licht alse ob ez tac si, und doch ge- 
machit alse durch einen schranz. da fon sprichit di sele in der min- lü5 
nen buche 'min lieb hält mich ane gesehin durch einen schranz. sin 
anthtze daz was luistlich'. Augustinus sprach 'herre, du gibis mir 

75 alt] bilde 96 wirfit] w^titkit 105 scranc 106 schranc 



418 PREDIGTEN VON MEISTER ECKART XX. XXI 

undir wilin so gröze süzikeit, ob si vollinquenie , ist daz nicht hini- 
niilriche, so inweiz ich waz himniilriche ist\ ein meister sprichit 

110 'wer got irkennen wil, ist he nicht gezirit mit gotlichin werkin, 
he wirdit widir geslagin ufl'e ])ose dinc'. gehörit hi aber kein 
räit zu daz man got voliincumeHch bekenne? ja. hi fon sprichit di 
sele in cantico Snin lieb sach mich an durch ein venstir', daz ist öne 
hindirnisse, 'und ich ward es gewar, he stünt bi der want', daz ist 

115 bi deme lichamen der nidirvellic ist, 'und sprach 'iü mir üf, min 
fründinne', daz ist wan si ist zumäle min an der libe, wan he ist 
mir und ich bin ime alieine, 'min tube\ daz ist an der begerunge, 
'min schöne', daz ist an den werkin. 'stant üf sneiliche und kume 
zu mir. daz kalde ist forgangin', da alle dinc fon sterbin: also 

120 lebint alle dinc fon dem wannin; ' der regln ist intwichin , daz ist 
Wollust forgenclicher dinge ; ' di blümen sint insprungin in unsime 
lande', daz ist ein forsmac des ewigin lebines. 'var hine, nordin- 
wint, der da derrit ' : da gebüdit got der bekorunge daz si nicht di 
sele me hindere, 'kum, wint fon südin, und durchwe minen gartin, 

125 daz mine worze flizin': da gebüdit got alle vollinkuminheit zu ku- 
mine in di sele. 

XXI. 

Beatus vir qui inventus est sine macula {Eccl. 31, 8). 
'Sehg ist der mensch der da funden ist an flecken und der da nicht 
enfolget dem gelde und sin hoffenunge nicht enleget üf vorgenclich 
richtüm'. unse herre sprichet ein ander wort in dem ewangeliö 

5 'waz lösunge ader widdergeldes mag ein mensch gegeben vor sin 
sele?' an dissen Worten mag man merken dri edelkeit der sele. 
daz die sele edele tu ist allez daz ein mensche tun oder gegeben 
mag, und scadet her siner sele, so enhät (er) als zumäle nicht getan, 
daz ander ist, wilch sin die edelkeit der sele. daz ist da her spricht 

10 'selig ist der mensche', daz dritte ist, wä an er lid , der adel der 
sele. daz ist daz men die hoß'enunge nicht enleget an vorgenglich 
richtüm. ein meister sprichet, daz des menschen selikeit Hge an 
vir dingen, daz erste, daz der mensch habe gnüg vorgengliches 
güdes. der voUinkommen ist an richtumme und an ere der heizet 

15 in disser werlde under den lüden ein sehg mensche, und daz ist die 
minste selikeit, wan sie von gode nicht gewis enist. die andere 

6 dri] de 7 tu] thuii tun] thut 9 wilch wafs sin 10 wä] wafs 
12 ligeu 16 meste 



PRF.niGTKN VON MEISTKIJ KCKARI XXJ 419 

selikeit ist noch hogcr, daz der mensch gcsunt lip und ganze gle- 
deniezer (habe), die dritte selikeit ist noch hocher, daz der men- 
sche habe güde und wole geordente sede. die vhde selikeit ist 
allervohikommenst, daz der menscli volnkomnien si an wisheit und 20 
an hhe. mag disse rede wör sin, dar innb daz sie ein heidensch 
meinster sprichel? jö so genzHch. ein meister wil auch, daz god 
nimant h'p hat noch enzwidet wan den der mit der ewigen wisheit 
innewonet und er hüsgenöz ist. ein heilige sprichet daz alle mensch- 
lich liebe die ist krum, wan sie alle zit eren eigen notz suchet. 25 
suchet ein mensch den andern, daz tud her dor um daz her sin ge- 
nize, und genoz he sin nicht, so enwulde he eme nicht dienen, dor 
umb dienet nimant dem andern , sundern ein igli